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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [113]: Die Büchersammlung „Heilstätte für Lupuskranke in Wien“ aus der Provenienz Eduard Lang und Alfred Jungmann

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [113]: Die Büchersammlung „Heilstätte für Lupuskranke in Wien“ aus der Provenienz Eduard Lang und Alfred Jungmann

Text: Dr. Walter Mentzel

Zwischen 1904 und 1938 existierte in Wien auf der Basis einer Stiftung und eines Vereines zunächst in unmittelbarer Nähe zum Allgemeinen Krankenhaus und seit 1914 auf dem Areal des Wilhelminenspitals eine der modernsten Heilstätten für Lupuserkrankte in Europa, die auf die Initiative der Mediziner Eduard Lang und seines langjährigen Mitarbeiters Alfred Jungmann zurückging. Damit sollten die vor allem in den ärmeren Bevölkerungsschichten verbreiteten Lupuserkrankungen, die auch massive soziale Ausgrenzungen mit sich brachten, nach den modernsten zur Verfügung stehenden Methoden behandelt werden. Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt jene in diesen Jahren von Lang und Jungmann aufgebaute Büchersammlung, mit den Schwerpunkten Lupus, Dermatologie und Röntgenkunde, sowie die vom Verein und vom Kuratorium der Stiftung „Heilstätte für Lupuserkrankungen“ seit 1904 publizierten Jahresberichte, die in umfangreichen Darstellungen die Gebarungen, die Tätigkeiten der Heilstätte und die hier vollbrachten medizinischen Leistungen dokumentieren.

Abb. 1    Titelblatt: Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskaranke“. Jg. 1904. Wien: Im Selbstverlage des Kuratoriums 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 2.326]

Abb. 2    Eduard Lang. Aus: Wiener Bilder. 16.7.1916. S. 7.

Eduard Lang wurde am 1.5.1841 in Klacsau/Trencsin in Ungarn (heute Klucove/Slowakei), als Sohn des jüdischen Bauern Adam Lang, geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Pest und dem Studium der Medizin an der Universität Wien (Promotion 1865) arbeitete er zunächst als Praktikant im Krankenhaus Rudolfstiftung und danach als Fabriksarzt in der Spinnerei im Marienthal in Niederösterreich. Zwischen 1868 und 1870 ließ er sich als Operationszögling bei Theodor Billroth (1829-1894) zum Chirurgen ausbilden und habilitierte sich 1871 in den Fächern Chirurgie und Syphilidologie an der Universität Innsbruck. Hier arbeitete er zunächst als Assistenzarzt von Karl Wilhelm Heine (1838-1877) bis zu seiner 1873 erfolgten Ernennung zum a.o. Professor und Vorstand der neugeschaffenen Klinik für Syphilis und Dermatologie. In dieser Zeit verfasste er die ersten Arbeiten zu Lupuserkrankungen. 1887 kehrte er wegen seiner Bestellung zum Primarius an der II. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus nach Wien zurück und stand dieser bis 1907 als Direktor vor. In diesen Jahren setzte er seine Forschungen auf dem Gebiet der Lupuserkrankungen fort und entwickelte spezielle Methoden der operativ-plastischen Behandlung (operative Entfernung beschädigter Gewebe und Ersatz durch Hauttransplantation), die er seit spätestens 1892/93 erfolgreich anwendete und die ihn zu einem international anerkannten Spezialisten auf diesem Gebiet machten.

Zu seinen engsten und langjährigen Mitarbeitern zählte seit 1900 Alfred Jungmann. Jungmann wurde am 5.4.1872 als Sohn von Moritz Jungmann (1841-1900) und Manuela Melanie (1849-1918), geborene Trebitsch, in Wien geboren. Er war, wie auch seine Ehefrau Valerie (*5.8.1882), geborene Jeiteles, die er 1909 geheiratet, und mit der er gemeinsam die Tochter Elisabeth Rosalie (*21.9.1910 Wien) hatte,[1] jüdischer Herkunft.[2] Jungmann inskribierte 1890 an der Universität Wien Medizin,[3] schloss das Studium 1894 mit dem Rigorosum[4] und 1896 mit seiner Promotion[5] ab, und eröffnete im selben Jahr in Wien 2, Rembrandtstraße 3 eine Arztpraxis.[6] Seit spätestens 1900 arbeitete als Sekundararzt an der Klinik bei Eduard Lang.

Der Verein „Lupusheilstätte“, die Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ und die Wiener Heilstätte für Lupuskranke

Nachdem Eduard Lang die von ihm entwickelte Operationsmethode am 13. internationalen medizinischen Kongress in Paris 1900 vorgestellt hatte, initiierte er mit Unterstützung von Jungmann eine öffentliche Kampagne zur Errichtung einer eigenen Institution zur Heilung und Erforschung des Lupus,[7] die im Frühjahr 1902 unter dem in Wiener Tageszeitungen veröffentlichten Aufruf „Ein Stück Menschenelend“ ihren Höhepunkt erlangte. In weiterer Folge forcierten beide zur Unterstützung der Aufklärungskampagne die Publikationen populärer und wissenschaftlicher Texte, die ebenfalls in zahlreichen Zeitungen zur Veröffentlichung gelangten.[8] Als Vorbild für das Projekt einer modernen Heilanstalt in Wien diente Lang das von dem Dermatologen und Lupusforscher Niels Ryberg Finsen (1860-1904) errichtete Institut für Lichttherapie in Kopenhagen, dessen neu entwickelte therapeutische Behandlungsmethode des Lichtheilverfahrens durch Bestrahlung er bereits seit 1900 neben seiner operativ-plastischen Behandlungsweise übernommen hatte.

Abb. 3    Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“. Wien: 1914.

Zur Sicherstellung der für die Finanzierung eines eigenen Behandlungszentrums sowie der kostenintensiven Bestrahlungstherapie notwendigen Mittel, versuchte Lang einflussreiche Behördenvertreter, den Hochadel und Mitglieder der österreichischen High Society zur Unterstützung seines Vorhabens zu gewinnen. Seiner Anregung nach kam es 1902 unter dem Protektorat des Erzherzoges Otto von Habsburg (1865-1906) und der Leitung des Fürsten Max Egon Fürstenberg (1863-1941) zur Errichtung eines Organisationskomitees, das eine Stiftung zur Verwaltung der künftig zu erwartenden privaten Spendenmittel vorbereiten und Pläne zur Errichtung einer neuen Behandlungsstätte ausarbeiten sollte. Nachdem sich im Jänner 1904 die Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ gebildet hatte und die ersten finanziellen Beiträge durch Spenden des Kaisers Franz Joseph und der Mitglieder des Kaiserhauses zur Verfügung standen, konstituierte sich in der Gesellschaft der Ärzte in Wien am 6.3.1904 unter der Präsidentschaft von Ritter Karl von Leth (1861-1930) der Verein „Lupusheilstätte“.[9] Mit Hilfe des Vereines sollten – neben der Errichtung einer Krankenanstalt und einer wissenschaftlichen Forschungsstätte – vor allem eine unentgeltliche oder gegen Entgegennahme einer geringfügigen Vergütung die medizinische Behandlung breiten Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden. Im Oktober 1904 ermöglichte das private Spendenaufkommen zunächst die provisorische Errichtung einer ambulanten Heilanstalt für Lupuskranke als Filiale des Allgemeinen Krankenhauses in Wien 18, Czermakgasse 2 (heute: Leo-Slezak-Gasse). Wenige Jahre später übersiedelte die Heilanstalt in die Borschkegasse, während eine Dependance in der Spitalgasse als Versorgungsheim diente.[10] 1905 kam es zu einem Übereinkommen zwischen der Direktion der Heilstätte und des Verbandes der Genossenschaftskrankenkassen und der Allgemeinen Arbeiterkranken- und Unterstützungskasse in Wien, dass eine Kostenübernahme der Licht-Behandlungsmethode sicherstellte und damit die von Eduard Lang eingeforderte soziale Dimension des Projektes verwirklichte.[11]

Abb. 4    WStLA, M.Abt. 213 A4, Nr. 42, Krankenanstalten: aufgelassene Lupus-Heilstätte.

Abb. 5    Alexander, Syphilis und Auge. Nach eigenen Beobachtungen, Wiesbaden 1888.

Als Vorstand und Primararzt an der Heilstätte fungierten Eduard Lang und als dessen Assistenzarzt, und seit 1911 als Primararzt zweiter Klasse, Alfred Jungmann.

Abb. 6    Aus: Finsen Niels R., Die Bekämpfung des Lupus Vulgaris, Kopenhagen 1902.

1908 erfolgte durch den Verein und der Stiftung der Beschluss zu einem Neubau der Heilstätte samt eines daran angeschlossenen Heimes für Lupuskranke auf dem Baugrund des Wilhelminenspitals in einem Ausmaß von 15.000 m², wozu der Verein auch einen Teil des Grundstückes erwarb.[12] Mit dem nunmehr unter dem Protektorat der Erzherzogin Maria Josefa (1867-1944) stehenden, von der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ geförderten und vom Architekten Otto Wagner (1841-1918) entworfenen Bauprojekt wurde im Juli 1908 begonnen. Die Fertigstellung und Eröffnung dieser zu dieser Zeit in Europa größten und mit Wohnräumen für ÄrzteInnen und Pflegepersonal samt modernsten Forschungs-Laboratorien ausgestatteten Heilanstalt für Lupuskranke erfolgte im Frühjahr 1914.[13]

Abb. 7    Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ Jahrgang 1910, Wien 1912.

Abb. 8    Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ Jahrgang 1910, Wien 1912.

Abb. 9    Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ Jahrgang 1910, Wien 1912.

Abb. 10 Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskaranke“. Jg. 1904. Wien: Im Selbstverlage des Kuratoriums 1905.

Abb. 11  XI. Jahresbericht des Vereines „Lupusheilstätte“ erstattet in der am 30. April 1916 abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung, Wien 1916.

Alfred Jungmann verstarb, nachdem er im Juli 1914 als Militärarzt zum Kriegsdienst eingezogen worden war, am 15.8.1914 während seiner Rückreise nach Wien in Fünfkirchen (Pecs), an einer Fleischvergiftung.[14] Die Ehefrau von Alfred Jungmann, Valerie, war nach dem „Anschluss“ im März 1938 der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt und lebte bis zu ihrer Deportation in einer Sammelwohnung in Wien 3, Ungargasse 15/5. Sie wurde am 28.11.1941 von Wien nach Minsk deportiert und 1944 ermordet.[15] Die gemeinsame Tochter Elisabeth Rosalie Jungmann gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten nach England. Sie verstarb im Juli 1991 in Leeds/Yorkshire. Von Jungmann befinden sich in der Büchersammlung „Heilstätte für Lupuskranke“ Bücher mit dem Exlibris von Alfred und Valeria Jungmann.

Abb. 12  Exlibris Alfred und Valerie Jungmann

Eduard Lang verstarb am 19.6.1916 in Reichenau an der Rax in Niederösterreich. Kurz nach dem Tod von Jungmann kam es zur Errichtung des Dr. Alfred Jungmann-Fonds und noch im Todesjahr von Eduard Lang zur Bildung des Eduard-Lang Fonds[16], um die Weiterfinanzierung der Lupusheilstätte zu sichern. Im September 1918 wurde in Wien Ottakring die an der Heilstätte angrenzende und nach Niels Ryberg Finsen benannte Straße in Eduard Lang Gasse unbenannt und im Dezember 1938 erfolgte die bis heute gültige Umbenennung in Steinlegasse. Die Stiftung und der Verein samt deren Vermögen wurden nach dem „Anschluss“ im März 1938 von den Nationalsozialisten zusammen mit dem Krankenanstaltsfonds in das Eigentum der Stadt Wien eingewiesen. Nach 1945 wurde der Verein nach dem Vereinsgesetz nicht mehr reaktiviert und der Gebäudekomplex der Lupusheilstätte einschließlich des Heimes von der Stadt Wien bis zum Jahr 1952 für die stationäre und ambulante Behandlung von Lupusfällen verwendet. Danach kam es zur Verlegung der dermatologischen Abteilung des Wilhelminenspitals an den Standort der ehemaligen Lupusheilstätte.

Abb. 13  Exlibris Eduard Lang

Abb.      14 Exlibris Eduard Lang

Neben den in der Büchersammlung enthaltenen Arbeiten von Eduard Lang und Alfred Jungmann befinden sich von ihnen noch zahlreiche Publikationen im Bestand der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin. Darunter als Auswahl:

Lang, Eduard: Vorlesung über Pathologie und Therapie der Syphilis. Wiesbaden: Bergmann 1884-1886.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 5.178]

Lang, Eduard: Das venerische Geschwür. Vorlesung über dessen Pathologie und Therapie. Wiesbaden: Bergmann 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 2.013/2]

Lang, Eduard: Prophylaxe und Therapie der Syphilis. In zwölf Vorlesungen. Wiesbaden: Bergmann 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 67.622]

Lang, Eduard: Der venerische Katarrh. Vorlesungen über dessen Pathologie und Therapie. Wiesbaden: Bergmann 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-21.050]

Lang, Eduard: Therapeutik für venerische und Hautkranke. Aus der Abteilung des Eduard Lang. Wien: Safar 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64.368]

Lang, Eduard: Über Einrichtung von Heilstätten, die zur Bekämpfung des Lupus, einer chronischen Hauttuberkulose, dienen. Sonderabdruck aus: Neues Wiener Tagblatt (Mai 1910). Wien: Selbstverlag 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 13.471]

Mitteilungen aus der Wiener Heilstätte für Lupuskranke. Folge 1. Hrsg.: Eduard Lang. Wien: Safar 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 8.728]

Foges, Arthur und Alfred Jungmann: Lichtbehandlung aus rektalem und vaginalem Wege. Sonderabdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 47. Jg. 1909. Wien, Leipzig: Braumüller 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 13.911]

Jungmann, Alfred: Die Wiener Heilstätte für Lupuskranke. Für Freunde und Gegner. Wien, Leipzig: Safar 1911.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 4.021]

Jungmann, Alfred: Ärztlicher Bericht aus der Heilstätte für Lupuskranke. Braumüller: Wien, Leipzig: Braumüller 1911.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 2.372]

Jungmann, Alfred: Die Bekämpfung der Hauttuberkulose. Sonderabdruck aus: Die Schule als Verbündete im im Kampfe gegen den Lupus. Wien: 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 13.447]

Quellen:

ÖStA/AdR, E-uReang, Hilfsfonds, Abgeltungsfonds, Zl. 5.092 und Zl. 5.093, Jungmann Valerie: Antragstellerin Jungmann Elisabeth Rosalia.

ÖStA/AdR, E-uReang, FLD, Zl. 17.897, Jungmann Elisabeth.

ÖStA/AdR, E-uReang, VVSt, VA, 18.774, Jungmann Valerie.

ÖStA/AdR, E-uReang, VVSt, VA, 19.409, Jungmann Elisabeth Rosalia.

WStLA, VEAV, MA 119.A41, Zl. 172, Zl. 408, Zl. 409, Zl. 458, Bezirk: 10, Jungmann Elisabeth.

Österreichisches Sanitätswesen. 1905.

Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskaranke“. Jg. 1904. Wien: Im Selbstverlage des Kuratoriums 1905.

Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“ Jahrgang 1910, Wien 1912.

Bericht des Kuratoriums der Stiftung „Heilstätte für Lupuskranke“. Wien: 1914.

  1. Jahresbericht des Vereines „Lupusheilstätte“ erstattet in der am 30. April 1916 abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung, Wien 1916.

Lang, Eduard: Entwicklung und Stand der Wiener Organisation zur Bekämpfung des Lupus. In: Neue Freie Presse. 14.5.1914. S. 23-24.

Jungmann, Alfred: Ärztlicher Bericht aus der Heilstätte für Lupuskranke. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 25. 1912. Sp. 1713.

Gegen die fressende Flechte. Ein Gang durch die neue Wiener Lupusheilstätte. In: Arbeiter-Zeitung. 29.5.1914. S. 6.

Holubar, Karl: Eduard Lang und die Anfänge der operativen Dermatologie in Österreich. In: Zeitschrift Hautkrankheiten. 66 (Supplement 3). 1991. S. 13-15.

[1] IKG Wien, Geburtenbuch 1910, Jungmann Elisabeth Rosalie.

[2] IKG Wien, Trauungsbuch 1909, Jungmann Alfred, Jeitels Valerie.

[3] UAW, Med. Fak., Dekanat, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134, Zl. 386-1890/91, Jungmann Alfred.

[4] UAW, Med. Fak., Dekanat, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134, Zl. 466-1894/95, Jungmann Alfred.

UAW, Med. Fak., Dekanat, Rigorosenprotokoll, Sign. 177, Zl. 173b Jungmann Alfred (Rigorosen Datum 1894).

[5] UAW, Med. Fak., Dekanat, Promotionsprotokoll, Sign. 188, Zl. 567, Jungmann Alfred.

[6] Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 43. 1896. Sp. 1879.

[7] Pharmaceutische Post. 20.3.1904. S. 174.

[8] Die Heilung der fressenden Flechte (Lupus). Neue Freie Presse. 6.3.1902. Stiftung Heilstätte für Lupuskranke, Neue Freie Presse. 10.4.1902. Die Heilstätte für Lupuskranke und die Lupusbehandlung, Wiener klinische Rundschau. Nr. 18. 1903. Die Heilstätte für Lupuskranke in Wien. Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 38. 1904).

[9] Zur Stiftung und den Vereinsstatuten der Lupus-Heilstätte. WStLA, M.Abt. 213 A4, Nr. 42, Krankenanstalten: aufgelassene – Lupus-Heilstätte. Weiters: NÖLA, Statthalterei, Zl. VIII-Zl. 3068/26 vom 13.12.1904.

[10] Pharmaceutische Post. 12.2.1905. S. 105. Arbeiter Zeitung. 27.7.1908. S. 3.

[11] Arbeiter Zeitung. 5.6.1905. S. 2.

[12] Internationale klinische Rundschau. Nr. 29. 1908. S. 467.

[13] Wiener Bilder. 19.7.1914. S. 6.

[14] IKG Wien-Friedhofsdatenbank: Jungmann Alfred.

[15] DÖW, Jungmann Valerie.

[16] Neue Freie Presse. 31.10.1918. S. 10.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [93]: Plenck, Joseph Jacob von: Josephi Jacobi Plenck Consiliari Cæsareo-Regii, Chirurgiæ Atque Botanices…Supremi Icones Plantarum Medicinalium…1788-1803.

Plenck, Joseph Jacob von: Josephi Jacobi Plenck Consiliari Cæsareo-Regii, Chirurgiæ Atque Botanices Professoris Publici, Ordinarii In Academia Medico-Chirurgica Josephina, Ejusdemque Academiæ Secretarii Perpetui, Nec Non Directoris Pharmacopoearum Militarum Atque Chirurgi Status Militaris Supremi Icones Plantarum Medicinalium Secundum Systema Linnæi Digestarum, Cum Enumeratione Virium Et Usus Medici, Chirurgici Atque Diætetici. Centuria I-V. Viennæ: Apud Rudolphum Græffer Et Soc./Centuria VI. Viennæ Apud A. Blumauer/Centuria VII. Viennæ: Sumptibus Librariae Camesinianae. Typis Jos. Degen. 1788-1803.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-6357]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1     Joseph Jacob von Plenck. Josephinum, Ethik, Sammlungen, und Geschichte der Medizin, MedUni Wien, FO-IR-003312-0001

Joseph Jacob von Plenck (*28.11. 1735 Wien, gest. 24.8.1807 Wien) gilt als Mitbegründer der modernen europäischen Dermatologie. Er war aber auch ein sehr bekannter Chirurg, Geburtshelfer, Chemiker und Botaniker. Plenck wurde als Sohn des Wiener Buchbinders Franz Plenck (auch: Plenckhl) und dessen Frau Maria Anna (auch: Anna Maria), geborene Pochtl, am 28. November 1735 in Wien geboren. Von Plenck besuchte die Lateinschule der Jesuiten und wurde ab 1753 in die Lehre zu dem bekannten Chirurgen Dr. Johann Christian Retter geschickt, die er 1756 erfolgreich beendete. – Zu diesem Zeitpunkt war die Chirurgie noch kein akademisches Fach und wurde bei Badern und Scherern erlernt. – Danach nahm er an den Vorlesungen von Anton de Haen (1704-1776), Ferdinand Joseph von Leber (1727-1808) und Valentin von Lebmacher (1726-1797) an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien teil.

Joseph Jacob von Plenck trat 1758 in die kaiserliche Armee ein, wo er bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 als Regimentschirurg diente. Im Anschluss daran ging er zurück an die Medizinische Fakultät der Universität Wien. „[…] according to data reported by [Ferdinand Joseph, Anm.] Zimmermann [(1775-nach 1837), Anm.] he became Magister Chirurgiae et Obstetriciae (but not Medicinae Doctor). The indices of doctorands of Vienna University do not list his name. […] In order to obtain a license for practicing surgery, Plenck had to sell his parental house and buy a surgeons’s office. In 1766 Plenck’s first paper (on a venereologic topic) appeared and, remarkably, was translated into English and French, the English translation going through three editions.“[1] In dieser, seiner ersten Wiener Praxis, betrieb er eine Barbierstube in der er auch kleinere chirurgische Operationen durchführte. 1770 folgte er dem Ruf Kaiserin Maria Theresias (1717-1780) an die 1769 neu gegründete medizinische Fakultät der Universität Tyrnau (damals: Nagyszombat/Königreich Ungarn, heute: Trnava/Slowakei), wo er einen Lehrstuhl für Chirurgie und Geburtshilfe bekleidete. 1777 wurde die Universität zunächst nach Buda, dann nach Pest verlegt.

1783 bewarb sich Joseph Jacob von Plenck bei Kaiser Joseph II. (1741-1790) als Direktor der Feldapotheken in der kaiserlichen Armee, da dieser Posten zu diesem Zeitpunkt unbesetzt war. Dem Ansuchen wurde stattgegeben und von Plenck übersiedelte nach Wien. 1786 wurde Plenck als Professor für Chemie und Botanik an das Josephinum berufen. – Das Josephinum wurde als k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Akademie 1784 von Kaiser Joseph II. auf Betreiben seines Leibchirurgen Giovanni Alessandro Brambilla (1728-1800) gegründet und im November 1785 feierlich eröffnet. Brambilla, der seit 1779 als Leiter des gesamten österreichischen Militärsanitätswesens mit dessen Reformierung betraut war, fungierte bis 1795 als Direktor der Akademie. 1786 erhielt die Akademie im Josephinum das Recht Magister und Doktoren der Medizin und Wundarznei zu graduieren. Ziel war eine längst überfällige Akademisierung des Faches Chirurgie. Das neue Gebäude, das die k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Akademie 1785 bezog wurde nach Plänen des Architekten Isidor Marcellus Amandus Canevale, von dem unter anderem auch das Lusthaus im Wiener Prater sowie das Eingangstor zum Augarten stammen, im Stil des Barockklassizismus erbaut.

Joseph Jacob von Plenck blieb bis zu seiner Pensionierung 1805 Professor an der k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Akademie, dessen Sekretär er zuletzt auch war. 1797 wurde er von Kaiser Franz II./I. (1768-1835) in den Adelsstand erhoben. Er starb nach langer schwerer Krankheit am 24. August 1807 in seinem Haus in Wien.

Joseph Jacob von Plenck gilt als einer der wichtigsten wissenschaftlichen Autoren seiner Zeit, der in den unterschiedlichsten Disziplinen eine Vielzahl von Werken publizierte. Vielleicht sein prachtvollstes Werk sind seine sieben Bände umfassenden Icones plantarum medicinalium, die er ab 1788 herausgab. Die zweisprachigen (Latein und Deutsch) Prachtbände, die nach dem damals neuen botanischen Ordnungssystem von Carl von Linné (1707-1778) systematisiert sind, enthalten 758 handkolorierte Kupfertafeln mit Pflanzenabbildungen, deren medizinischen Gebrauch von Plenck darin beschrieb:

Abb. 2   Titelblatt: Plenck: […] Icones Plantarum Medicinalium […]. Wien: 1788.

Plenck, Joseph Jacob von: Josephi Jacobi Plenck Consiliari Cæsareo-Regii, Chirurgiæ Atque Botanices Professoris Publici, Ordinarii In Academia Medico-Chirurgica Josephina, Ejusdemque Academiæ Secretarii Perpetui, Nec Non Directoris Pharmacopoearum Militarum Atque Chirurgi Status Militaris Supremi Icones Plantarum Medicinalium Secundum Systema Linnæi Digestarum, Cum Enumeratione Virium Et Usus Medici, Chirurgici Atque Diætetici. Centuria I-V. Viennæ: Apud Rudolphum Græffer Et Soc./Centuria VI. Viennæ Apud A. Blumauer/Centuria VII. Viennæ: Sumptibus Librariae Camesinianae. Typis Jos. Degen. 1788-1803.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-6357]

Abb. 3    Plenck: […] Icones Plantarum Medicinalium […]. Wien: 1788. Tafel 23.

Abb. 4    Plenck: […] Icones Plantarum Medicinalium […]. Wien: 1788. Tafel 31.

Abb. 5    Plenck: […] Icones Plantarum Medicinalium […]. Wien: 1788. Tafel 34.

Abb. 6    Plenck: […] Icones Plantarum Medicinalium […]. Wien: 1788. Tafel 36.

Quellen:

Plenck, Joseph Jakob Edler von, öster. Chirurg, *28.11.1733, +24.8.1807 Wien. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. Hrsg. von Dietrich von Engelhardt. Bd. 2. R-Z Register. München: K. G. Saur 2002. S. 471-472.

Aliotta, Giovanni u.a.: Joseph Jacob Plenck (1735-1807). In: American Journal of nephrology. (14) 1994. S. 377-382.

Wyklicky, Helmut: Über vier Professoren der Josephinischen medizinisch-chirurgischen Akademie als Ahnherren des Pharmakognostischen Instituts der Universität Wien. In: Österreichische Apotheker-Zeitung. (40/22) 1986. S 516-518.

Holubar, Karl und Joseph Frankl: Joseph Plenck (1735-1807). A forerunner of modern European dermatology. In: Journal of the American Academy of Dermatology. (10/2-Part I) 1984. S. 326-332.

[1] Holubar, Karl und Joseph Frankl: Joseph Plenck (1735-1807). A forerunner of modern European dermatology. In: Journal of the American Academy of Dermatology. (10/2-Part I) 1984. S. 329.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [91]: Salomon Ehrmann (1854-1926)

Salomon Ehrmann (1854-1926)

Text: Dr. Walter Mentzel

Salomon Ehrmann wurde am 19. Dezember 1854 in Ostrowetz in Böhmen (heute: Ostrovec/Tschechien) als Sohn vom Marcus Ehrmann und Franziska Fanny Ehrmann, geborene Sachsel, geboren. Nachdem er 1874 sein in Prag begonnenes Studium der Kunstgeschichte abbrach, begann er im Semester 1874/75 an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 31. Juli 1880 mit der Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde abschloss.[1]

Bereits während seines Studiums arbeitete er von 1879 bis 1883 an dem unter der Leitung von Carl Friedrich Claus (1835-1899) stehenden Zoologischen Institut in Wien. Hier wurde der Physiologe Ernst Brücke (1819-1892) auf ihn aufmerksam, der sein zeichnerisches Talent erkannte und ihn am Physiologischen Institut als Demonstrator engagierte.

Nach seinem Studienabschluss arbeitete er bis 1884 als Sekundararzt u.a. bei Moriz Kaposi (1837-1902) und von 1884 bis 1888 bei dem Dermatologen Isidor Neumann (1832-1906) als dessen Assistent. Als Assistent von Neumann beschäftigte er sich mit dem Studium über die „Wege des syphilitischen Virus“ und hielt zu diesem Thema in seinem Laboratorium in der Buchfeldgasse in Wien 8 Vorlesungen.

Abb. 1 Salomon Ehrmann. Josephinum, Ethik, Sammlungen, und Geschichte der Medizin, MedUni Wien, FO-IR-001506-0004.

Nach dem Austritt aus der Klinik von Prof. Neumann übernahm Ehrmann 1889 das Ambulatorium der Arbeiter- und Bezirkskrankenkasse. In diesen Jahren publizierte er 1887 seine Studie „Über die Hautentfärbung im Frühstadium der Syphilis“ und 1891 im Selbstverlag die Studie „Zur Physiologie der Pigmentzellen“, die im selben Jahr im „Zentralblatt für Physiologie“ erschien und ihm erstmals wissenschaftliche Geltung verschaffte und ihn in der wissenschaftlichen Community bekannt machte. Zahlreiche seiner Publikationen erschienen in der Zeitschrift „Internationale klinische Rundschau“. Nachdem er sich 1887 im Fach Dermatologie habilitiert hatte, erfolgte 1904 seine Berufung zum Vorstand der dermatologischen Abteilung im Wiedner Krankenhaus und 1900 seine Ernennung zum tit. a.o. Professor sowie 1908 zum a.o. Professor. Im selben Jahr kam es auch zu seiner Bestellung zum Primarius der dermatologischen Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und 1917 schließlich zur Ernennung zum o. Professor für Dermatologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Zwischen 1889 bis 1904 publizierte er vor allem zu Thema der gewerblichen Berufsschädigungen der Haut, über medikamentöse und toxische Erytheme.

Von seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten ist besonders folgende 1908 veröffentlichte Studie zu erwähnen:

Ehrmann, Salomon: Die Anwendung der Elektrizität in der Dermatologie. Ein Leitfaden für praktische Ärzte und Studierende. Mit 98 Figuren im Texte. Wien und Leipzig: Verlag von Joseph Šafář 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 56693]

Abb. 2 Titelblatt: Ehrmann: Die Anwendung der Elektrizität in der Dermatologie. Wien und Leipzig: 1908.

Abb. 3 Ehrmann: Die Anwendung der Elektrizität in der Dermatologie. Wien und Leipzig: 1908. S. 8.

Abb. 4  Ehrmann: Die Anwendung der Elektrizität in der Dermatologie. Wien und Leipzig: 1908. S. 153.

Abb. 5 Ehrmann: Die Anwendung der Elektrizität in der Dermatologie. Wien und Leipzig: 1908. S. 49.

Zu einem Standartwerk seiner Zeit wurde jene 1906 von ihm gemeinsam mit Johannes Fick veröffentlichte Arbeit:

Ehrmann, Salomon und Johann Fick: Kompendium der speziellen Histopathologie der Haut. Ein Leitfaden für Ärzte und Studierende. Wien: Alfred Hölder, k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler, Buchhändler der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 299]

Abb. 6  Titelblatt: Ehrmann und Fick: Kompendium der speziellen Histopathologie der Haut. Wien: 1906.

Abb. 7 Ehrmann und Fick: Kompendium der speziellen Histopathologie der Haut. Wien: 1906. S. 11.

1912 publizierte Ehrmann seinen Atlas:

Ehrmann, Salomon: Vergleichend-diagnostischer Atlas der Hautkrankheiten und der Syphilide, einschliessend die der Haut angrenzenden Schleimhäute. 312 farbige Figuren auf 91 Tafeln und 191 schwarze Abbildungen im Text; erklärender Text in 29 Vorlesungen: Jena: Verlag von Gustav Fischer 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Wolf Bibliothek, Sign.: WOB-849]

Abb. 8 Titelblatt: Ehrmann: Vergleichen-diagnostischer Atlas […]. Jena: 1912.

Abb. 9 Ehrmann: Vergleichen-diagnostischer Atlas […]. Jena: 1912. Tafel IX.

Abb. 10 Ehrmann: Vergleichen-diagnostischer Atlas […]. Jena: 1912. Tafel XIX.

Abb. 11 Ehrmann: Vergleichen-diagnostischer Atlas […]. Jena: 1912. Tafel LXIV.

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt von Salomon Ehrmann eine umfangreiche Sammlung seiner Publikationen, darunter vor allem in der Separata Bibliothek.

Salomon Ehrmann war Mitglied der „Österreichischen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten“, Vizepräsident der „Wiener dermatologischen Gesellschaft“ und Ehrenmitglied zahlreicher ausländischer dermatologischer Gesellschaften. Neben seiner wissenschaftlichen Karriere arbeitete er als praktischer Arzt und engagierte sich auf dem Gebiet der Sozialmedizin und war auf caritativem Gebiet tätig. Darunter im Ehrenkomitee des „Unterstützungsvereines jüdischer Hochschüler aus Galizien in Wien“.[2] Bereits als Student war er von Beginn an in dem im Juli 1879 gegründeten „Verein der Mediziner und Naturforscher in Wien“ in der Funktion des Kassier tätig.[3]

Neben seiner Tätigkeit als Mediziner war Ehrmann für die jüdische Gemeinde aktiv: Als Vorsteher der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, als Vizepräsident der „Österreichischen israelitischen Union“,[4] als Großpräsident des österreichischen Distriktes der B’nai B’rith und Präsident der 1924 gegründeten „Gesellschaft der Freunde des Palästina-Aufbaues“. Während des Ersten Weltkrieges engagierte er sich in der Flüchtlingshilfe. Im April 1916 war er Mitbegründer und Vizepräsidenten des „Verein zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens und der Bukowina“ und bereits im März 1916 gehörte er dem vom Wiener Bankier und Herrenhausmitglied im österreichischen Reichsrat, Louis von Rothschild (1882-1955), gegründeten „Österreichischen Zentralkomitee zur Wahrung der staatsbürgerlichen Interessen der jüdischen Bevölkerung im nördlichen Kriegsgebiet“ an.[5]

Salomon Ehrmann verstarb am 24. Oktober 1926 in Wien. Seiner Tochter Edith Brünauer, geborene Ehrmann, war nach dem „Anschluss“ an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Ihr gelang die Flucht in die USA.

Literatur:

Flamm, Heinz: Die Geschichte der Staatsarzneikunde, Hygiene, Medizinischen Mikrobiologie, Sozialmedizin und Tierseuchenlehre in Österreich und ihrer Vertreter. (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin/66) Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2012.

Quellen:

Wiener Medizinische Wochenschrift Nr. 45, 1926, S. 1346 (Nachruf).

Archiv der Universität Wien, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle 1874-1890, Zl. 186-1126; Nationalien/Studienkatalog Zl. 134-0092 und Zl. 134-0121; Rigorosenprotokoll 1872-1894, Zl. 177-71b Salomon Ehrhard.

[1] Archiv der Universität Wien, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle 1874-1890, Zl. 186-1126; Nationalien/Studienkatalog Zl. 134-0092 und Zl. 134-0121; Rigorosenprotokoll 1872-1894, Zl. 177-71b Salomon Ehrhard.

[2] Neue Freie Presse, 20.5.1915, S. 9.

[3] Epoche, 8.7.1879, S. 3.

[4] Die Neuzeit, 31.8.1900, S. 6.

[5] Monatsschrift der Österreichisch-Israelitischen Union, Jänner-März 1916, S. 16-17. Weiters: Jüdische Zeitung, Wien, 7.7.1916. S. 7.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [67]: Bosnien: Leopold Glück – Leiter des Landesspitals in Sarajewo und Autor des Werkes: Skizzen aus der Volksmedicin und dem medicinischen Aberglauben in Bosnien und der Hercegovina. 1894

Bosnien: Leopold Glück – Leiter des Landesspitals in Sarajewo und Autor des Werkes: Skizzen aus der Volksmedicin und dem medicinischen Aberglauben in Bosnien und der Hercegovina. Wien: In Commission bei Carl Gerold’s Sohn 1894.

Text: Walter Mentzel

Leopold Glück (1854-1907) war vor dem Ersten Weltkrieg ein international angesehener Dermatologe und Lepraforscher, Gründer des Zentrums für die Behandlung von Lepra und Leiter des Landeskrankenhauses in Sarajevo. Darüber hinaus arbeitete er in Bosnien-Herzegowina auf dem Gebiet der Ethnologie, der Anthropologie und der vergleichenden Philologie.

Leopold (Littmann) Glück wurde 1854 in Neu Sandec (heute: Nowy Sącz/Polen) in Galizien geboren, war jüdischer Herkunft und seit 1880 mit Paulina Glück (geb. 1859, gest. nach 1941), geborene Fink, verheiratet. 1873 begann er mit dem Studium der Medizin an der Universität in Krakau (Promotion 1879) und setzte danach an der Medizinischen Fakultät in Wien seine Ausbildung bei Ferdinand von Hebra (1816-1880) im Fach Dermatologie fort. 1881 eröffnete er zunächst eine ärztliche Praxis, die er jedoch bald aufgab, um seine Karriere als Dermatologe in Bosnien-Herzegowina, das seit 1878 unter österreichischer Verwaltung stand, fortzusetzen. In den ersten zwei Jahren arbeitete er in Prnjavor, danach als Distriktarzt in Foca (um 1884), Travnik und Zenica (um 1890). Im April und Mai 1884 veröffentlichte er in der Wiener medicinischen Presse (Nr. 172 und 173) zwei Arbeiten Über die Sanitäts-Verhältnisse unseres „Occupations-Gebietes“, insbebsondere über einige daselbst beobachtete Infections-Krankheiten und 1889 Über das Alter, den Ursprung und die Benennung der Syphilis in Bosnien und der Hercegovna. In: Archiv für Dermatologie und Syphilis. (21) 1889. S. 347-348.

1894 wurde er an das am 3. Juli desselben Jahres eröffnete Landespital in Sarajewo berufen, wo er zunächst als Primarius den Abteilungen für Dermatologie und Syphilis vorstand,[1]und danach bis zu seinem Tode 1907 die Leitung des größten Krankenhauses in Bosnien inne hatte. Auf seine Initiative gingen auch die hier eingerichtete Abteilung und das Heim für Leprakranke zurück. Daneben widmete er sich als Landessanitätsrat dem Aufbau und der Organisation der medizinischen Verwaltung in Bosnien-Herzegowina. Er publizierte zahlreiche medizinisch-wissenschaftliche Arbeiten in in- und ausländischen Zeitschriften. Neben Publikationen in bosnischen Zeitschriften erschienen zahlreiche seiner Arbeiten in der Wiener Medizinischen Wochenschrift – darunter:

  • Über die Bedeutung des Guberwassers in der Therapie der Hautkrankheiten. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (50/40) 1900. Sp. 1880-1883.
  • Zur Differentialdiagnose zwischen Lepra nervorum und Syringomyelie. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (48/25) 1898. Sp. 1214-1218.
  • Über den leprösen Initialaffect. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (51/29) 1901. Sp. 1377-1380.
  • Über das sogenannte Profeta’sche Gesetz.In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (52/9) 1902. Sp. 406-410.
  • Zur Kenntnis der Verbreitungsweise der Lepra. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (53/38) 1903. Sp. 1765-1771.
  • Zur Kenntnis der Verbreitungsweise der Lepra (Fortsetzung). In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (53/39) 1903. Sp. 1831-1835.
  • Zur Charakteristik der erworbenen recenten Syphilis der Kinder. In: Wiener Medizinischen Wochenschrift. (55/43) 1905. Sp. 2061-2067.
  • Die Behandlung der Larynxsyphilis mit hochdosierten intramuskulären Sublimatinjektionen. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (47/1) 1897. Sp. 7-10.
  • Tabes dorsalis und Syphilis. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (46/7) 1896. Sp. 251-255.

Weitere Arbeiten als Wissenschafter und Arzt am Landeskrankenhaus in Sarajevo finden sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien und zwar:

Glück, Leopold: Mitteilungen aus der Abtheilung für Syphilis- und Hautkranke des Bosnisch-Hercegovinischen Landesspitales in Sarajevo (1. Juli 1894-31. December 1896). Wien: Safar 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: I1939]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8575500#

Glück, Leopold: Über die Behandlung der Syphilis mit hochdosierten intramasculären Sublimatinjektionen. Sonderabdruck aus: Therapeutische Wochenschrift (41) 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8434289&pos=5&phys=

Glück, Leopold: Ein Beitrag zur Contagienlehre der Syphilis im 16. Jahrhundert. Sonderabdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. (45) 1879.


[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8434290&pos=6&phys=

Ethnologische – Anthropologische Arbeiten

Neben seiner medizinisch-wissenschaftlichen und ärztlichen Tätigkeit beschäftigte er sich in Bosnien-Herzegowina mit anthropologischen und ethnologischen Themen, unternahm archäologische Ausgrabungen und stellte philologische Studien an. In diesem Zusammenhang forschte er zur sogenannten „Volksmedizin“ in Bosnien vor der Okkupation Österreich-Ungarns. 1898 erschien von ihm dazu in Sarajevo, die von der Landesregierung Bosnien und Herzegowina herausgegebene Arbeit: „Medcinische Volksterminologie in Bosnien und der Hercegovina, unter Berücksichtigung der Nachbarländer“, die eine Sammlung medizinischer Benennungen enthält, die er auf seinen Reisen durch Bosnien zusammenstellte.[2] Weitere Publikationen waren:

  • Die Tätowierung der Haut bei Katholiken Bosniens und der Herzegowina. In: Wissenschaftliche Mittheilungen aus Bosnien und der Herzegowina. (2) 1894. S. 400-461.
  • Physische Beschaffenheit der Bevölkerung Bosniens. In: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Bosnien-Hercegowina. Wien: k.k. Hofstaatsdruckerei 1901. S. 284.
  • Albanien und Macedonien. Eine Reiseskizze. Würzburg 1892.
  • Die volksthümliche Behandlung der Syphilis in Bosnien und der Herzegowina. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (40/8) 1890. Sp. 300-303.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&qid=AEO433KFFVO0U54I5S7JLH2UYOEZPC&datum=1890&page=160&size=45

  • weiters: (Fortsetzung). (40/9) 1890. S. 350-353.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&qid=C4ZVQYG2ZLNJRHDXW04QNXJR28ME55&datum=1890&page=185&size=45

Eine seiner bekanntesten Arbeiten veröffentlichte er 1894 unter dem Titel:

Glück, Leopold. Skizzen aus der Volksmedicin und dem medicinischen Aberglauben in Bosnien und der Hercegovina. Sonderabdruck aus: Wissenschaftliche Mittheilungen aus Bosnien und der Hercegovina. Wien: In Commission bei Carl Gerold’s Sohn 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 7644]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8575501

Abb. 1   Titelblatt: Glück, Leopold: Skizzen aus der Volksmedicin […]. Wien: 1894.

1895 wurde Leopold Glück von der Münchner anthropologischen Gesellschaft zum Ehrenmitglied ernannt.[3] In Sarajewo arbeitete er auch mit dem hier als Sanitätschef des 15. Armeekorps stationierten Anthropologen Augustin Weisbach (1837-1914) zusammen, der seine Ausbildung an der medizinisch-chirurgischen Josephsakademie in Wien erhalten hatte. Weisbach hatte seine Karriere als Assistent beim Pathologen und Anatomen Josef Engel (1816-1899) am Josephinum begonnen und unternahm seit 1891 am Landesmuseum in Sarajevo anthropologische Studien.

Ein Brief (ein Blatt) von Asaf Sarac über Dr. Josef Glück (Sarajevo) adressiert an das ehemalige Institut für Geschichte der Medizin aus dem Jahr 1957 findet sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Abschr. 803]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8636951&pos=0&phys=#

Eine frühe Darstellung zu Leopold Glück stammt vom Dermatologen Dr. Josip Fleger (1896-1966): Leopold Glück. In: Lijecnicki Vjesnik. (4) 1931. S. 419-429. Hier findet sich auch eine Publikationsliste der von Glück in bosnischen Zeitschriften verfassten Aufsätze und Artikel.

( https://library.foi.hr/m8/S01101/1931/1931_00004.pdf )

Leopold Glück verstarb am 9. Oktober 1907 in Sarajewo und hinterließ neben seiner Ehefrau zwei Söhne: Aleksander Glück (1884-1925), der nach dem Studium an der Medizinischen Fakultät in Wien wie sein Vater als Dermatologe und Venerologe arbeitete und nach beruflichen Stationen in Krakau und Wien in Sarajevo die Forschungen seines Vaters zur Syphilis fortsetzte. Sein zweiter Sohn, Władysław Glück (1886-1942), studierte in Wien Rechtswissenschaften und lebte ab 1919 in Polen, wo er sich für die polnisch-jugoslawischen Beziehungen engagierte und jugoslawische Literatur ins Polnische übersetzte.

[1] Welt-Neuigkeits-Blatt, 13.7.1894, S. 2.

[2] Agramer Zeitung, 2.5.1898, S. 5.

[3] Agramer-Zeitung, 15.2.1895, S. 6.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [22]:Grünfeld, Josef: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Mit 22 Holzschnitten und 3 Tafeln in Farbendruck. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1881.

Grünfeld, Josef: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Mit 22 Holzschnitten und 3 Tafeln in Farbendruck. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1881.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Reuter Bibliothek, Sign.: RB-465]

http://search.obvsg.at

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Abb. 1    Josef Grünfeld. Josephinum – Medizinische Sammlungen, MedUni Wien. Sign.: MUW-FO-IR-001869-0001

Josef Grünfeld (*19.11.1840 Györke/Ungarn (heute: Durkov/Slowakei), gest. 14.05.1910 Wien) stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Kaschau (heute Košice/Slowakei) studierte er Medizin erst an der Universität in Budapest und danach in Wien. Aufgrund seiner schlechten finanziellen Situation, die ihn zwang nebenbei als Lehrer zu arbeiten, verzögerte sich sein Studium, dass er schließlich 1867 mit seiner Promotion zum Dr.med. abschloss. Nachdem er einige Zeit im Wiener Allgemeinen Krankenhaus zuerst an einer chirurgischen, dann an einer internen Abteilung gearbeitet hatte, trat er in Carl Ludwig Sigmunds (1810-1883) Abteilung und späteren Klinik für Syphilidologie und Dermatologie als Assistent ein. Am 9. Oktober 1869 gründete er am Standort des heutigen „Alten AKH“ die Bibliothek des Ärztlichen Lesezimmers im allgemeinen Krankenhause. 1873 eröffnete er seine Arztpraxis in Wien. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft und dem an der Medizinischen Fakultät zusehends wachsenden Antisemitismus wurde Grünfeld lange Zeit verwehrt sich zu habilitieren. Erst durch die Intervention Theodor Billroths (1829-1894) konnte er sich 1881 für Dermatologie und Syphilidologie habilitieren. „Erst der Unbefangenheit Billroths und dessen machtvollem Einflusse gelang es, ihm die Wege zu ebnen. Ein wahres Martyrium hatte Grünfeld da zu bestehen, […].“[1] 1885 wurde er zum Abteilungs-Vorstand an der für ihn geschaffenen II. Dermatologischen Abteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik berufen, der er bis zu seiner Emeritierung 1907 vorstand und wo er auch Patienten mit urologischen Erkrankungen betreute.

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Abb. 2 Endoskopische Untersuchung: Grünfeld: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Stuttgart: 1881. S. 68. „Grünfeld bevorzugt die Lagerung im Sitzen auf einem ‚Speculiertisch‘. Beleuchtung und Position des Endoskops können dabei besser reguliert werden als im Liegen. […] Rädchen an den Tischbeinen lassen den Patienten in das, mittels Heliostat (eines Spiegels am Fensterrahmen) reflektierte Sonnenlicht rücken.“[2]

Josef Grünfeld zählt zu den Pionieren der Endoskopie und Begründer der modernen Harnspiegelung. Noch vor der Einführung der elektrischen Lichtquelle in die Endoskopie durch Max Nitze (1848-1906) konstruierte er ein Zystoskop, das vorne trichterförmig ausgestaltet war und einen Konduktor zur Erleichterung der Einführung in die Harnblase besaß. Ab 1872 entwickelte Grünfeld, inspiriert von Benjamin Tarnowski (1838-1906), einen eigenen Harnröhrenspiegel als reine Lufturethroskopie mit Lichteinspiegelung und demonstrierte seine Methode erstmals am 13.02.1874 in der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien. 1876 sah er mit seinem Urethroskop erstmals – allerdings nur bei Frauen – die Uretermündung (Harnleitermündung).Er entfernte 1885 als erster kleine Blasentumore durch einen offenen Tubus unter Sicht.

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Abb. 3    Instrumente: Grünfeld: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Stuttgart: 1881. S. 189.

Zu seinen wichtigsten Werken zählt:

Grünfeld, Josef: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Mit 22. Holzschnitten und 3 Tafeln in Farbendruck. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1881.
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Reuter Bibliothek, Sign.: RB-465]

http://search.obvsg.at

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Abb. 4    Endoskopische Bilder: Grünfeld: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Stuttgart: 1881. Tafel III.

Das Exemplar an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin stammt aus der Reuter Bibliothek, die nach ihrem Dauerleihgeber dem Stuttgarter Urologen Prof. Hans-J. Reuter (1923–2003) benannt ist und eng mit dem sich im Haus befindlichen Museum der Internationalen Nitze-Leiter-Forschungsgesellschaft für Endoskopie verbunden ist. Es handelt sich um eine Spezialbibliothek mit Schwerpunkt Endoskopie (19. und 20 Jhdt.), die 1996 erworben wurde.

Reuter
Abb. 5    Exlibris: Hans Joachim Reuter

„Physicians from all over the world visited the Polyclinic to be taught endoscopy by Joseph Grünfeld. Among his many contributions, the most important are Der Harnröhrenspiegel (das Endoskop), seine diagnostische und therapeutische Anwendung (“The urethroscope (endoscope), its diagnostic and therapeutic use”), Vienna 1877, and Die Endoskopie der Harnröhre und Blase (“Endoscope of the urethra and the urinary bladder”), Stuttgart, 1881.“[3]

Vgl. dazu: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [3]: Das „Ärztliche Lesezimmer im Allgemeinen Krankenhaus in Wien“ als Vorgängerinstitution der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien und ihr Gründer und Initiator Prof. Josef Grünfeld. https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=26565

Quellen:

Homepage: European Museum of Urology. Stand: 27.03.2017.
http://history.uroweb.org/biographies/gruenfeld-josef/

Reuter, Matthias A.: Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas Band 1-4. Stuttgart und Zürich: Karl Krämer Verlag 1998.

Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Graz und Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965.

Klein-Bäringer, Salomon: Privatdozent Dr. Josef Grünfeld. 1840-1910. Separatabdruck von: Medicinische Blätter. Wochenschrift für die gesamte Heilkunde. (26) 1910. Wien: Verlag der „Medicinischen Blätter“ 1910.

Text: Harald Albrecht

[1] Klein-Bäringer, Salomon: Privatdozent Dr. Josef Grünfeld. 1840-1910. Separatabdruck von: Medicinische Blätte. Wochenschrift für die gesamte Heilkunde. (26) 1910. Wien: Verlag der „Medicinischen Blätter“ 1910. S. 3.

[2] Reuter, Matthias A.: Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas Band 1-4. Stuttgart und Zürich: Karl Krämer Verlag 1998. S. 63.

[3] Homepage: European Museum of Urology. Stand: 27.03.2017. http://history.uroweb.org/biographies/gruenfeld-josef/

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