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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [366]: Schlesinger, Hermann – Internist, Neurologe im Franz Josefs-Ambulatorium, Franz-Josefs-Spital und Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Schlesinger, Hermann – Internist, Neurologe im Franz Josefs-Ambulatorium, Franz-Josefs-Spital und Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 09.04,2026

Keywords: Internist, Neurologe, Franz Josefs-Ambulatorium, Franz-Josefs-Spital, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Hermann Schlesinger wurde am 2. Juni 1866 als Sohn von Max Jakob Marcus Schlesinger (1835-1919) und Katharina (zirka 1841-1907), geborene Weiss, in Pressburg in Ungarn (heute: Bratislava/Slowakei) geboren. 1899 heiratete er Bertha Angeline Pollack von Parnau (1877-1958). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Eva Helene (1900-1930), verheiratete Pollak, Friedrich (1904-1971) und Andrea (?).

Schlesinger absolvierte 1884 das k.k. Maximiliangymnasium[1] in Wien (9. Bezirk) und begann anschließend das Studium der Medizin an der Universität Wien, das er am 25. Jänner 1890 mit der Promotion abschloss. Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde er im April 1890 zum militärärztlichen Eleven der Reserve beim Garnisonsspital Nr. 2 in Wien ernannt.[2] Danach führte er eine ärztliche Praxis in Wien 9, Alserstraße 4, und später in Wien 1, Ebendorferstraße 10.

Seine Ausbildung begann Schlesinger in weiterer Folge als Aspirant an der I. Psychiatrischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien bei Theodor Meynert (1833-1892). Noch im selben Jahr wechselte er als Assistent zu Hermann Nothnagel (1841-1905) an die I. Medizinische Klinik und wurde 1892 Sekundararzt bei Leopold Schrötter (1837-1908) an der III. Medizinischen Klinik. Zu seinen weiteren Lehrern zählten der Ophthalmologe Ernst Fuchs (1851-1930), der Dermatologe Moritz Kaposi (1837-1902) und Heinrich Obersteiner jun. am Neurologischen Institut, der maßgeblich sein Interesse an der Neurologie prägte.

Bereits früh trat Schlesinger mit zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten hervor. 1891 veröffentlichte er die Studie „Ueber einoge Symptome der Tetanie“, gefolgt von der 1892 herausgegebenen Arbeit an der dermatologischen Klinik „Beiträge zu den Sensibilitäts-Anomalien bei Lupus“. Am Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitut publizierte er gemeinsam mit August Hock (1865-1932) die Untersuchung „Blutuntersuchungen bei Kindern“. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten neurologische Erkrankungen des Rückenmarkes, insbesondere Syringomyelie, zu der er mehrere Studien vorlegte, die erstmals 1892 in der Monografie „Die Syringomyelie“ zusammengefasst wurden; eine zweite, erweiterte Auflage erschien 1902 unter denselben Titel. Mit dem „Aerztlichen Handbüchlein für hygienisch-diätetische, hydrotherapeutische, mechanische und andere Verordnungen“ veröffentlichte Schlesinger 1894 ein praxisorientiertes Werk, das bis in die 1920er Jahre wiederholt neu aufgelegt wurde und 1921 seine 12. Auflage erreichte.

Ab 1894 war Schlesinger als Assistent an der III. medizinischen Klinik tätig, wo er sich im Fach innere Medizin habilitierte und im Dezember 1895 als Privatdozent bestätigt wurde.[3] Im November 1902 wurde ihm als Privatdozent die Titularprofessur verliehen;[4] 1920 erfolgte seine Ernennung zum a.o. Professor an der Universität Wien.[5]

Franz Josefs-Ambulatorium und Franz-Josefs-Spital

Seit 1899 war er zunächst am Franz-Josefs-Ambulatorium (Mariahilfer Ambulatorium) tätig. In der Folge wirkte er als Primarius und wurde 1901 zum Vorstand der II., ab 1905 der III. Medizinischen Abteilung Franz-Josefs-Spitals bestellt. In diesem Umfeld entstanden mehrere klinische Arbeiten darunter „Hydrops hypostrophos – Ein Beitrag zur Lehre der acuten angioneurotischen Oedeme“, „Über Meningitis cerebrospinalis epidemica im höheren Lebensalter“, „Die Spitalsbehandlung der Lungentuberkulose“ sowie „Magenblutungen im Verlaufe des Typhus abdominalis“.

III. Medizinische Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Im Jahr 1908 kehrte er an das Allgemeine Krankenhaus zurück, wo er als Nachfolger von Professor Norbert Ortner (1865-1935) die Leitung der III. medizinischen Abteilung übernahm.[6]

Während des Ersten Weltkrieges veröffentlichte Schlesinger eine Reihe von Arbeiten, darunter „Über Sensibilitätsstörungen von spino-segmentalem Typus bei Hirnrindenläsionen nach Schädelschußverletzungen“, „Der klinische Verlauf der Tuberkulose bei Soldaten“ die zweibändige Monografie „Die Krankheiten des höheren Lebensalters“. „Erkrankungen des Nervensystems durch Nährschaden und Hunger“. Für seine Verdienste wurde ihm 1916 das Offiziersehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen.[7]

Während und nach dem Krieg widmete sich Schlesinger verstärkt der Tuberkulosebekämpfung. Seit 1919 gehörte gemeinsam mit Ludwig Teleky (1872-1957), Alfred Götzl (1873-1946), Franz Vollbracht (1870-1932) und Sigmund Tennenbaum (1857-1923) dem Vollzugsausschuss für Tuberkulosefürsorge an.[8]

Mitte der 1920er Jahre veröffentlichte er eine dreibändige Monografie unter dem Titel „Syphilis und innere Medizin“. Seine umfangreiche wissenschaftliche Produktion – sie umfasst mehr als 400 Publikationen – wird heute in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin aufbewahrt. Nach seinem Tod ging zudem seine private Bibliothek als Nachlass an die Gesellschaft der Ärzte in Wien über.

Darüber hinaus war Schlesinger als Vortragender in Fortbildungskursen für praktische Ärzte sowie für die Krankenpflege sowohl am Franz Josefs-Spital als auch am Allgemeinen Krankenhaus engagiert. Er fungierte als Mitherausgabe des „Zentralblattes für die Grenzgebiete zwischen innerer Medizin und Chirurgie“ sowie des „Wiener Archivs für innere Medizin“ und war zudem als Bibliothekar des Ärztlichen Lesezimmers im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig.[9]

Schlesinger trat auch als Initiator und Begleiter im Bereich des Krankenhausausbaues hervor. So war er am Ausbau des Franz-Josefs-Ambulatoriums, am 1906 erfolgten Bau des Kinderpavillons im Franz-Josefs-Spital sowie am Spital der Wiener Kaufmannschaft beteiligt. Während des Ersten Weltkrieges wirkte er maßgeblich an der Errichtung einer Heilanstalt für tuberkuloseerkrankte Soldaten im Anschluss an das Sanatorium in Pernitz im Wienerwald mit,[10] die im Juni 1916 eröffnet wurde.[11]

Seit 1890 war Schlesinger Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Darüber hinaus gehörte er der Gesellschaft für innere Medizin in Wien, dem Verein für Psychiatrie und Neurologie in Wien, der Gesellschaft für Neurologie in Moskau sowie der Gesellschaft deutscher Nervenärzte an. Er war korrespondierendes Mitglied der Societé de Neurologie de Paris und Ehrenmitglied der Gesellschaft der Ärzte in Athen. Zudem war er als Mitglied im Verein „Viribus unitis“ Hilfsverein für Lungenkranke aktiv.[12]

Gemeinsam mit Max Herz (1865-1956) war er 1892 Mitbegründer und Präsident des Wiener Medizinischen Clubs, aus dieser Vereinigung ging später die Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde hervor. Schlesinger war Träger des Ottomanischen Mecidiye-Ordens;[13] 1919 wurde ihm der Titel eines Hofrates verliehen.

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit publizierte Schlesinger regelmäßig in Tageszeitungen und äußerte sich dort zu medizinischen und gesundheitspolitischen Fragen. Darüber hinaus war Mitglied der Künstler- und Gesellschaftsvereinigung Schlaraffia.

Hermann Schlesinger verstarb am 29. März 1934 in Wien.

Schlesinger Hermann: Die Stunde, 31.3.1934, S. 3.

Nach seinem Tod erschien 1936 sein von Fritz Redlich (1910-2004) überarbeitetes Manuskript „Nährschäden des Nervensystems“.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1866, Schlesinger Hermann.

Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1899, Schlesinger Hermann, Pollak Bertha.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0318, Schlesinger Hermann (Nationalien Datum: 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-370b, Schlesinger Hermann (Rigorosum Datum: 1887).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2762, Schlesinger Hermann (Promotion Datum: 25.1.1890).

Literatur:

Schlesinger, Hermann: Ueber einoge Symptome der Tetanie. Aus der medicinischen Klinik des Herrn Hofrath Prof. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medizin. Berlin: Gedruckt bei L. Schumacher 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Beiträge zu den Sensibilitäts-Anomalien bei Lupus. Aus der dermatologischen Klinik des Herrn Prof. Kaposi in Wien. Sonderdruck aus: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Leipzig: Verlag von F.C.W. Vogel 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hock, August und Hermann Schlesinger: Blutuntersuchungen bei Kindern (vorläufige Mittheilung). Aus dem I. öffentlichen Kinderkrankeninstitut in Wien (Direktor: Prof. Kassowitz). Sonderdruck aus: Centralblatt für klinische Medicin. Leipzig: Druck und Verlag von Breitkopf und Härtel 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann. Die Syringomyelie. Eine Monographie. Leipzig: Deuticke 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 11080]

Schlesinger, Hermann: Die Syringomyelie. Eine Monographie. 2. vollst. umgearb. u. bedeut. verm. Aufl. Leipzig, Wien: Deuticke 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 3027]

Schlesinger, Hermann: Aerztliches Handbüchlein für hygienisch-diätetische, hydrotherapeutische, mechanische und andere Verordnungen. Eine Ergänzung zu den Arzneivorschriften; für den Schreibtisch des praktischen Arztes. 5. Aufl. Frankfurt a.M.: Alt 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-20155]

Schlesinger, Hermann: Hydrops hypostrophos – Ein Beitrag zur Lehre der acuten angioneurotischen Oedeme. Aus dem Kaiser Franz Joseph-Ambulatorium in Wien. Sonderdruck aus: Münchener medicinische Wochenschrift. München: E. Mühlthaler’s kgl. Hof-Buchdruckerei 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Über Meningitis cerebrospinalis epidemica im höheren Lebensalter. Aus dem k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitale in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, k. und k. Hofbuchhandlung 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Die Spitalsbehandlung der Lungentuberkulose. Aus der II. medizinischen Abteilung des k. k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Vorstand Prof. H. Schlesinger). Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles k.u.k. Hofbuchhandlung 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Magenblutungen im Verlaufe des Typhus abdominalis. Aus dem k.k. Kaiser Franz Josef-Spitale in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Verdauungskrankheiten mit Einschluss der Stoffwechselpathologie und der Diätetik. Berlin. Verlag von S. Karger 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Über Sensibilitätsstörungen von spino-segmentalem Typus bei Hirnrindenläsionen nach Schädelschußverletzungen. Aus der III. medizinischen Abteilung des Prof. Dr. H. Schlesinger im k. k. Allgemeinen Krankenhause in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles k.u.k. Hofbuchhandlung 1915.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Der klinische Verlauf der Tuberkulose bei Soldaten. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Gesellschafts-Buchdruckerei Brüder Hollinek 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Die Krankheiten des höheren Lebensalters. Bande 1 und 2. Wien: Hölder 1914-1915.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18062]

Schlesinger, Hermann: Erkrankungen des Nervensystems durch Nährschaden und Hunger. Aus dem neurologischen Institut (Vorstand: Prof. O. Marburg) und der III. medizinischen Abteilung des allgemeinen Krankenhauses in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie. Leipzig: Druck der Spamerschen Buchdruckerei 1920.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Syphilis und innere Medizin. Band 1 bis 3. Wien: Springer 1925-1928.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-21339]

Schlesinger, Hermann: Nährschäden des Nervensystems. Das Manuskript von Professor Hermann Schlesinger ist nach seinem Tode von Dr. Fritz Redlich in Wien überarbeitet worden. Sonderdruck aus: Handbuch der Neurologie. Berlin: Verlag von Julius Springer 1936.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Jahresbericht des k.k. Maximilian-Gymnasiums in Wien, Wien 1884, S. 38.

[2] Wiener Zeitung, 1.4.1890, S. 3.

[3] Neue Freie Presse, 20.12.1895 (Abend-Ausgabe), S. 1.

[4] Wiener Zeitung, 25.11.1902, S. 1.

[5] Medizinische Klinik, 29.1.1920, S. 4.

[6] Die Zeit, 5.5.1908, S. 3.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 22, 1916, Sp. 851.

[8] Arbeiter Zeitung, 10.12.1909, S. 5.

[9] Neue Freie Presse, 3.8.1894, S.

[10] Neue Freie Presse, 23.3.1916, S. 10.

[11] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 11.6.1916, S. 19.

[12] Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinzausgabe), 5.6.1916, S. 11.

[13] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 14.7.1914, S. 286.

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Letzte Aktualisierung: 2026.04.09

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [359]: Fisch, Maurus – Kurarzt, Balneologe und Frauenarzt in Franzensbad und Wien

Fisch, Maurus – Kurarzt, Balneologe und Frauenarzt in Franzensbad und Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 16.02.2026

Keywords: Balneologe, Frauenarzt, Kurarzt, Medizingeschichte, Franzensbad, Wien

Maurus (Moriz) Fisch wurde am 17. Mai 1874 als Sohn von Bernat Fisch und Klara (zirka 1836-1909), geborene Kalman, in Lugoj in Ungarn (heute: Rumänien) geboren. 1909 heiratete er in Wien-Alsergrund die aus Neutra in Ungarn stammende Irene Pach (1889-?). Aus der Ehe ging der Sohn Hans Kurt Fisch (1911-1946) hervor, der ebenfalls Mediziner wurde und 1939 aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA flüchtete.

Fisch begann im Wintersemester 1894/95 mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien und promovierte am 30. September 1898. Seine weitere Ausbildung erhielt er als Operationszögling an der I. Chirurgischen und Gynäkologischen Abteilung bei Albert Mosetig von Moorhof (1838-1907), als Aspirant an der Klinik für Dermatologie und Syphilis bei Moriz Kaposi (1837-1902) sowie als Hospitant an der Internen Abteilung der I. Medizinischen Universitätsklinik bei Hermann Schlesinger (1866-1934) und an der Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik bei Emil Redlich (1866-1930). Danach war er als Hilfsarzt an der I. Frauenklinik bei dem Gynäkologen Julius Neumann (1868-1926) tätig.

Im Dezember 1900 erfolgte seine Ernennung zum Reserve-Assistenzarzt beim Infanterieregiment Erzherzog Joseph Nr. 37.[1]

Franzensbad – Trient – Wien

Seit 1900 arbeitete Fisch in den Monaten Mai bis Oktober im Kurort Franzensbad (heute: Františkovy Lázně) im „Palace Hotel“ als „Spezialarzt für Herz-. Nerven-, und Frauenkrankheiten“, und spezialisierte sich dort auf physikalische Behandlungsmethoden („Schott‘sche-schwedische Heilgymnastik, Oertel’sche Herzmassage, gynäkologische Massage nach Thure-Brandt, Herz-Gymnastik und Elektrotherapien). Zuletzt ordinierte er für seine internationalen Patienten in dem von ihm errichteten Kurhaus „Villa Dr. Fisch“. 1913 errichtete er in Franzensbad eine weitere diätisch-physikalische Heilanstalt.[2] Darüber publizierte er die Arbeiten „Die Behandlung von Herzkrankheiten in Franzensbad“ und „Combinirte Herztherapie“. 1908 publizierte er den Aufsatz „Balneotherapie bei durch Stoffwechselstörungen bedingten Herz- und Gefäßerkrankungen[3] und 1910 „Therapeutische Anwendung der Intensiv-Franklinisation mit dem Polyelektroid nach Dr. Fisch“.[4]

Polyelektroid: Medizinische Klinik, Nr. 35, 1910, S. 1377.

Ab 1901/02 arbeitete er in den Monaten von September bis Mai in Trient im Imperial Hotel Trento, wo er eine „Climatische Winterstation für Herz- und Nervenkranke“ zur Therapie betrieb.

Inserat: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 4, 1902, Sp. 208.

In diesem Zusammenhang entwickelte neben seiner kurärztlichen Praxis ein Kohlensäurebad unter dem Namen „Aphor“, das er in Hallein in Salzburg herstellen ließ. Darüber publizierte er die Arbeit „Dosirte (künstliche) Kohlensäure-Bäder (nach System Dr. Fisch) „Aphor““.

Fisch nahm als Vortragender u.a. 1904 am Österreichischen Balneologen-Kongress in Abbazia[5] (heute: Opatja/Kroatien) und 1905 am Berliner Balneologen-Kongress[6] sowie 1910 am 31. Balneologen-Kongress teil.[7]

Ab zirka 1905/06 lebte Fisch – außerhalb der Kursaison in Franzensbad – in Wien. Zunächst bot er in Wien I, Krugerstraße 5, danach am Getreidemarkt 14 Winterbadekuren an; ab etwa 1910 ordinierte er in Wien 9, Mariannengasse 2.

Ethische Gesellschaft – Fürsorgestelle für Kurbedürftige

Im Jahr 1905 initiierte Fisch innerhalb der 1894 gegründeten Ethischen Gesellschaft in einem im Auftrag der Gesellschaft gehaltenen Referat Überlegungen zu Maßnahmen der unentgeltlichen Unterbringung mittelloser Personen in Kurorten und Heilstätten mit dem Ziel einer nachhaltigen Fürsorge „unter Schonung ihres Ehrgefühles“.[8] Dies führte im April 1905 zur Konstituierung der „Fürsorgestelle für unbemittelte Kurbedürftige“.

Dem von der Gesellschaft nominierten Komitee gehörten neben Maurus Fisch der Mineraloge Aristides Brezina (1848-1909), der Philosoph und Freidenker Wilhelm Börner (1882-1951), die in der sozialen Fürsorge in Wien tätige Frauenrechtsaktivistin Berta Frankl-Scheiber (1863-1942), der Gynäkologe Hugo Klein (1863-1937), der Jurist und Sozialpolitiker Julius Ofner (1845-1924), der Radiologe Sigmund Schick (1868-1928), der Sozialmediziner Ludwig Teleky (1872-1957), die Philanthropin und Organisatorin von Fürsorgeeinrichtungen Rosa Wien (1847-1935) sowie der Finanzbeamte Theodor Wolf (1865-1941) an.[9]

Während seiner Jahre in Wien war Fisch Arzt des Verbandes der Genossenschafts-Krankenkassen Wiens[10] und ab etwa 1910 auch der Gremial-Krankenkassen der Wiener Kaufmannschaft.

Fisch war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte, der Hufelandschen balneologischen Gesellschaft in Berlin, des Zentralverbands der Balneologen Österreichs in Wien, der königlich-ungarischen balneologischen Gesellschaft in Budapest, der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde, und der Gesellschaft für physikalische Medizin in Wien. Publizistisch war er als Redakteur der Balneologischen Revue (Wien-Berlin) und der „Heilmittel-Revue“ sowie als Mitarbeiter der „Deutschen Ärzte-Zeitung“ in Berlin tätig.

In Franzensbad engagierte er sich als Vorstandsmitglied der lokalen Esperanto-Gruppe und fungierte als Konsul der Weltvereinigung esperantischer Ärzte (T.E.K.A.).

Maurus Fisch verstarb am 6. November 1917 in Budapest in Folge der Ausübung seines Dienstes als Militärarzt.

Fisch Maurus: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 9.11.1917, S. 14.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0452, Fisch Maurus (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-075b, Fisch Maurus alias Moriz (Rigorosum Datum: 27.9.1898).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0001, Fisch Moriz (Promotion Datum: 30.9.1898).

Literatur:

Fisch, Maurus: Die Behandlung von Herzkrankheiten in Franzensbad. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fisch, Maurus: Combinirte Herztherapie. Sonderdruck aus: Medicinische Blätter. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fisch, Maurus: Dosirte (künstliche) Kohlensäure-Bäder (nach System Dr. Fisch) „Aphor“. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: Druck von Carl Bellmann 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 16.12.1900. S. 49; Wiener Zeitung, 16.12.1900. Nr. 1.

[2] Egerer Anzeiger, 28.11.1913, S. 4.

[3] Medizinische Klinik, Nr. 23, 1908, S. 865-867

[4] Medizinische Klinik, Nr. 35, 1910, S. 1377-1378.

[5] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 16.10.1904, S. 9.

[6] Die Zeit, 14.3.1905, S. 8.

[7] Deutsch-Englischer-Reise Courier, Nr. 4, 1910, S. 9.

[8] Die Zeit, 5.4.1905, S. 4.

[9] Die Zeit, 12.4.1905, S. 6.

[10] Franzensbader Curliste, 1909.

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Letzte Aktualisierung: 2026.02.16

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [358]: Borak, Jonas – Röntgenologe am Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, Primarius am Rothschild-Spital in Wien, NS-Verfolgter

Borak, Jonas – Röntgenologe am Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, Primarius am Rothschild-Spital in Wien, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 09.02.2026

Keywords: Röntgenologe, Zentralröntgeninstitut Allgemeines Krankenhaus Wien, Rothschild-Spital, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Jonas Borak wurde am 7. Jänner 1893 in Morszyn im Bezirk Lemberg in Galizien (heute: Lwiw/Ukraine) als Sohn des in Stryi in Galizien tätigen Industriellen Selig Borak (1859-1926) und Wittel (1861-?), geborene Fränkel, geboren. 1927 heiratete er Emilia Flintenstein (1897-1970).

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stryi studierte er ab 1911 in Leipzig, anschließend in Heidelberg und Berlin Philosophie, Physik und Geschichte. 1915 promovierte er bei dem Philosophen Paul Barth (1858-1922) mit der Dissertation zum Thema: Prinzip der Erhaltung der Energie. Bereits im Wintersemester 1914/15 inskribierte er an der Universität Wien das Studium der Medizin und schloss dieses am 18. März 1921 mit dem Rigorosum ab. Danach eröffnete er eine private Arztpraxis in Wien 8, Josefstädterstraße 23.[1]

Psychologische Abteilung des Physiologischen Instituts der Universität Wien und III. Medizinische Klinik

Bereits 1920 veröffentlichte er am Physiologischen Institut der Universität Wien gemeinsam mit dem Leiter der Psychologischen Abteilung, Rudolf Allers (1883-1963), den Aufsatz „Zur Frage des „Muskelsinnes“. Zugleich ein Beitrag zur Theorie der Amputation nach Sauerbach[2], und im selben Jahr „Zur Physiologie der Gewichtsempfindung auf Grund von Versuchen an Amputierten“. 1921 folgte der Aufsatz „Über die Empfindlichkeit für Gewichtsunterschiede bei abnehmender Reizstärke“,[3] und 1923 an der chemischen Abteilung des Instituts „Über den Einfluß des Säuren- und Basengehalts der Nahrung auf die Zusammensetzung des Harns wachsender Hunde“.

Daneben absolvierte er eine internistische Ausbildung an der III. Medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus. Laut Nachrufen gehörte Borak zu dieser Zeit dem Kreis um Sigmund Freud (1856-1939) an.

Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses

1923 wechselte Borak als Assistent von Guido Ludwig Holzknecht (1882-1931) an das Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses. Hier publizierte er eine Reihe von Arbeiten, darunter gemeinsam mit dem Radiologen Artur Kriser (1878-1938) „Zur Frage der Beziehung zwischen „Röntgenkater“ und Leberbestrahlung[4], sowie „Die Röntgentherapie der Erfrierungsdermatitis“,[5]Die Röntgenbehandlung der Raynaud’schen Krankheit“,[6] „Über die Cautard’sche Methode der Röntgenbehandlung des Krebses“,[7]Die diagnostische Auswertung von Röntgenbestrahlungseffekten“, „Untersuchungen bei röntgenbestrahlten Melanosarkomen“, „Der derzeitige Stand der Röntgentherapie der Basedowschen Krankheit“, oder „Jod und Basedow“.

Rothschild-Spital

Im August 1931 übernahm Borak als Nachfolger von Isak Robinson (1874-1932) die Leitung der Röntgenabteilung am Rothschild-Spitals.[8]

Hier publizierte er unter anderem „Zur Entstehungsart der Hauptpigmentierung nach Röntgenstrahlungen“,[9]Röntgentherapeutischer Erfolg in einem Falle von sogenannter Kalgicht“,[10]Die Röntgentherapie bei Knochenkarzinommetastasen“,[11]Wovon hängt die strahlentherapeutische Heilbarkeit einer Neubildung ab?“,[12]Die biologischen Grundlagen der fraktionierten Bestrahlungsmethode bösartiger Geschwülste“,[13]Über radiogene Hyperkeratosen der Schleimhaut“, „Über die epidermiolytische Bestrahlungsreaktion“ sowie „Die strahlentherapeutische Bedeutung der Epitheliolyse mit spezieller Berücksichtigung der oro-phary-laryngealen Karzinome“.

Borak unterrichtete seit den 1920er Jahren an den Internationalen Fortbildungskursen der Wiener Medizinischen Fakultät[14] und hielt Vorträge auf zahlreichen wissenschaftlichen Kongressen zur Röntgenologie, darüber hinaus hielt er regelmäßig populärwissenschaftliche Vorträge an den Wiener Volkshochschulen, darunter am Volksheim. Im Jänner 1938 wurde er sowie die österreichischen Röntgenologen Leopold Freund (1868-1943) und Max Saglitzer (1884-1973) auf der 15. Tagung der deutschen Röntgenologen in der Tschechoslowakei zu korrespondierenden Mitgliedern der Vereinigung gewählt.[15]

Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Bibliothek der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Borak war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien sowie Ehrenmitglied der griechischen Röntgengesellschaft.

Darüber hinaus positionierte sich Borak in politischen und gesellschaftlichen Fragen. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Ärzte in Wien[16] und unterstützte seit den 1920er Jahren den Verein Keren Kajemeth LeIsrael. 1935 hielt er bei der Gesellschaft für Soziologie und Anthropologie ein Referat zum Thema „Es gibt keine jüdische Rasse“[17], womit er einen Gegenentwurf zu den biologistischen Rassenlehren der 1930er Jahre entwickelte und sich damit die Gegnerschaft der Nationalsozialisten zuzog. Zu diesem Thema hielt er noch weitere Vorträge unter anderem auch am Weltkongress jüdischer Ärzte in Tel-Aviv.[18] 1937 veröffentlichte er zudem die „Aufklärungsschrift gegen den Antisemitismus“.[19]

New York, Eastern District Naturalization Petitions, Index, 1865-1957, Borak Jonas, 1944.

Borak und seine Ehefrau, die 1938 in Wien 1, Reichsratsstraße 11, wohnhaft waren, wurden nach dem „Anschluss“ im März 1938 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Nachdem Borak von der Gestapo achtundachtzig Tage inhaftiert worden war und die internationale Presse von seinem Suizid berichtet hatte, intervenierte die American Medical Association wegen seines angeblichen Suizides, was seine Freilassung zur Folge hatte.[20] Daraufhin erhielt er von der New Yorker Universität die Einladung zu mehreren Vorträgen in die USA. Borak emigrierte im März 1939 von Wien über Antwerpen und Le Havre in Frankreich mit der SS Paris nach New York, wo er am 6. April 1939 eintraf. Seiner Ehefrau gelang im Juni 1939 die Flucht über Antwerpen und England nach New York.

In den USA erhielt Borak 1944 die US-Staatsbürgerschaft und arbeitete als Assistent und Röntgenologe am Goldwater Memorial Hospital, wo er 1945 den Aufsatz „Beneficial Effects of Roentgen Therapy in Advanced Cass of Rheumatoid Artritis“ publizierte, sowie am City Hospital in New York. An der New York Academy of Medicine sowie am New York University College of Medicine hielt er Vorlesungen. In den USA war er Mitglied der Fidelity Lodge der Free Sons of Israel.

Jonas Borak verstarb am 4. April 1949 in New York.

Find a grave: Borak Jonas, Emily.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0683, Borak Jonas (Nationalien Datum: 1914/15).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0061, Borak Jonas (Rigorosum Datum: 18.3.1921).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt., Zl. 23.927, Borak Jonas.

United States. Immigration and Naturalization Service, United States. National Archives and Records Administration, Passenger and crew lists of vessels arriving at New York, 1897-1942, Borak Jonas.

New York, Eastern District Naturalization Petitions, Index, 1865-1957, Borak Jonas, 1944.

Principal Akte verstorbener Ärzte der Vereinigten Staaten (AMA), 1864-1968, Deceased American Physicians: Vereinigte Staaten, Nachrufe, Borak Jonas.

Science, 13.5.1949, S. 503.

Literatur:

Borak, Jonas: Zur Physiologie der Gewichtsempfindung auf Grund von Versuchen an Amputierten. Aus dem physiologischen Institut der Universität Wien (Prof. Dr. A. Durig). Sonderdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien. Wien: In Kommission bei Alfred Hölder 1920.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Über den Einfluß des Säuren- und Basengehalts der Nahrung auf die Zusammensetzung des Harns wachsender Hunde. Aus der chemischen Abteilung des Wiener physiologischen Universitätsinstituts. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Braunschweig: Druck von Friedr. Vierweg & Sohn 1923.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas und Robert Lenk: Die diagnostische Auswertung von Röntgenbestrahlungseffekten. Aus dem Zentralröntgenlaboratorium des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (Vorstand: Prof. Dr. G. Holzknecht). Sonderdruck aus: Wiener Archiv für innere Medizin. Wien und Berlin: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas und Fritz Driak: Untersuchungen bei röntgenbestrahlten Melanosarkomen. Ein Beitrag zur Biologie der Strahlenwirkung. Aus dem Zentral-Röntgeninstitut des Allg. Krankenhauses (Prof. Holzknecht) und der III. medizinischen Klinik (Prof. Chvostek) Wien. Sonderdruck aus: Strahlentherapie. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Der derzeitige Stand der Röntgentherapie der Basedowschen Krankheit. Aus dem Zentral-Röntgeninstitut des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (Vorstand: Prof. Dr. G. Holzknecht). Sonderdruck aus: Strahlentherapie. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Jod und Basedow. Aus dem Zentral-Röntgeninstitut des Allgem. Krankenhauses in Wien (Vorstand: Prof. Dr. Holzknecht). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Buchdruckerei Bruno Bartelt 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Über radiogene Hyperkeratosen der Schleimhaut. Aus dem Röntgeninstitut des Spitals der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (Vorstand: J. Borak). Sonderdruck aus: Virchow’s Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin. Würzburg: Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz AG 1934.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Über die epidermiolytische Bestrahlungsreaktion. Aus dem Zentralröntgeninstitut des Allg. Krankenhauses, weiland Prof. Holzknecht (Stellvertr. Leiter: Doz. E.G. Mayer) und dem Röntgeninstitut des Spitals der israelitischen Kultusgemeinde (Primarius: Dr. J. Borak) in Wien. Sonderdruck aus: Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen. Leipzig: Verlag von Georg Thieme 1932.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Die strahlentherapeutische Bedeutung der Epitheliolyse mit spezieller Berücksichtigung der oro-phary-laryngealen Karzinome. Sonderdruck aus: Strahlentherapie. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1934.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 41, 1921, Sp. 1783.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1920, S. 1165-1168.

[3] Psychologische Forschung, 1921, S. 374-389.

[4] Medizinische Klinik, Nr. 19, 1923, S. 644.

[5] Medizinische Klinik, Nr. 5, 1925, S. 163-164.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 17, 1929, S. 536-537.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 51, 1931, S. 1677-1680; Nr. 52, 1931, S. 1703-1709.

[8] Der Tag, 7.8.1931, S. 4.

[9] Medizinische Klinik, Nr. 36, 1933, S. 1206-1208.

[10] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1934, S. 1012-1013.

[11] Medizinische Klinik, Nr. 24, 1935, S. 782-785.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1937, S. 62-67.

[13] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 27, 1937, S. 736-739.

[14] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 32, 1928, S. 1047; Medizinische Klinik, Nr. 18, 1931. S. 672.

[15] Gerechtigkeit, 7.1.1938, S. 4.

[16] Arbeiter Zeitung, 26.5.1924, S. 2.

[17] Gerechtigkeit, 14.11.1935, S. 4.

[18] Der Tag, 3.4.1936, S. 8.

[19] https://juedisches-laa.at/juedisches-weinviertel/bes-eintraege-kassabuch/ [08.02.2026].

[20] New York State Journal of Medicine, 1.5.1949, S. 1084.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [354]: Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Gynäkologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Maria-Theresia-Frauenspital, Diakonissenkrankenhaus, Medizingeschichte, Wien

Josef Wilhelm Fabricius (auch: Fabritius) wurde am 23. Jänner 1865 in Craiova in der Walachei (heute Rumänien) geboren. Sein Vater Josef Fabricius (Fabritius) (1830-1888) war Absolvent der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Promotion 1855) sowie Augenarzt und Oberphysikus in Kronstadt (heute Brasov/Rumänien). Seine Mutter hieß Heloise, geborene Bienek. Sein Bruder August Fabricius (Fabritius) (1857-1945) war ebenfalls als Augenarzt in Kronstadt tätig. Fabricius war mit Clara Stützner verheiratet, mit der er den Sohn und Dirigenten Josef Fabricius (1904-) hatte.

Nach Abschluss des Gymnasiums in Kronstadt studierte Fabricius Medizin an den Universitäten in Graz und Heidelberg sowie zuletzt an der Universität in Wien, wo er das Studium am 8. März 1890 mit der Promotion abschloss. Bereits während seiner Studienzeit war er in Graz als Operateur bei Anton Wölfler (1850-1917) tätig. Anschließend arbeitete er an der II. Chirurgischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Theodor Billroth (1829-1894). Hier veröffentlichte er 1892 in der Billroth gewidmeten Festschrift die Arbeit „Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien“. 1894 folgten die Publikationen „Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen“ sowie „Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien“.

Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, zunächst Teinfaltstraße 9, später in Spiegelgasse 21.

In weiterer Folge wandte er sich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu und setzte seine Ausbildung an der II. Frauenklinik bei Rudolf Chrobak (1843-1910) fort. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Publikationen „Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und dessen Umgebung“ und „Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube“.

Maria-Theresia-Frauenspital

1894 trat Fabricius in das Maria-Theresia-Frauenspital ein, wo er 1896 zum Vizedirektor ernannt wurde. Hier publizierte er unter anderem „Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome“, „Zur Technik der Alexander-Alquié’schen Operation“, „Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide“, „Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparotomie“, „Ueber die operative Behandlung von Crualhernien“, „Beiträge zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität

Diakonissenkrankenhaus

1903 wurde Fabricius zum Primarius und Direktor des 1897 vom „Verein für die evangelische Diakonissensache“ gegründeten Diakonissenkrankenhaus bestellt, eine langjährige Funktion, die er bis zum Jahr 1932 ausübte. In diesen Jahren veröffentlichte er zahlreiche weitere Arbeiten, darunter 1907 „Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität“, 1914 „Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats“ sowie 1925 „Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien“. Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Sammlung und in der Neuburger-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Im Jahr 1902 habilitierte sich Fabricius an der Universität Wien mit der Arbeit zur Extrauteringravidität, und wurde zum Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie ernannt.[1] 1914 erfolgte seine Ernennung zum Titular a.o. Professor.[2]

Fabricius war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.

Josef Fabricius verstarb am 12. Dezember 1933 in Maria-Lanzendorf in Niederösterreich.[3]

Josef Fabricius: Illustrierte Kronen Zeitung, 20.12.1933, S. 9.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-98a, Fabricius Josef (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2784, Fabricius Josef (Promotion Datum: 8.3.1890).

Literatur:

Fabricius, Josef: Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien. Eine Studie. Sonderdruck aus: Beiträge zur Chirurgie – Festschrift für Theodor Billroth. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen. Aus der chirurg. Universitäts-Klinik des Herrn Hofraths Prof. Dr. Th. Billroth. Sonderdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien. Sonderdruck aus: Centralblatt für Chirurgie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und desen Umgebung. Aus der gynäkologischen Klinik des Herrn Prof. R. Chorbak in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Druck bei L. Schumacher 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube. Aus dem Laboratorium der Klinik des Herrn Prof. Chorbak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide. Aus dem MariaTtheresia-Frauen-Hospital in Wien. Sonderdruck aus: Wien: Druck und Verlag von Plaut & Co. 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparotomie – Heilung. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. Hermann v. Erlach. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber die operative Behandlung von Crualhernien. Aus dem Maria Theresia-Frauenspital unter der direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien. Druck von Friedrich Jasper 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Diagnose und differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Aus dem Maria Theresia-Frauen-Hospital in Wien (Director: Primararzt Dr. Hermann v. Erlach). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde – Abteilung F. Chirurgie u. verw. Disciplinen. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Giestel & Cie 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Friedrich: Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Wien: Gedruckt von Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Mansche Buchdruckerei 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 28.10.1902, S. 466.

[2] Wiener Allgemeine Zeitung, 23.2.1915, S. 2.

[3] Medizinische Klinik (Nachruf), Nr. 5, 1943, S. 184.

 

 

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [353]: Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau

Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Frauenarzt, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, Mährisch-Ostrau, NS-Verfolgter

Julius Wechsberg wurde am 21. Dezember 1879 in Mährisch Ostrau (heute Ostrava: Tschechien) geboren. 1913 heiratete er Else Haas (1891-1941), aus der Ehe ging der Sohn Paul Heinz (1914-1992) hervor.[1]

Wechsberg studierte ab dem Wintersemester 1898/99 an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium am 13. März 1903 mit der Promotion ab. Anschließend führte er eine private Arztpraxis zunächst in Wien 9, Währinger Straße 55, und ab 1905 in Wien 9, Lichtensteinstraße 65a.

Danach arbeitete Wechsberg an der I. Frauenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Rudolf Chrobak (1843-1910). 1906 publizierte er hier die Studie „Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität“, die er zuvor im Juni 1906 in der Gynäkologischen Gesellschaft in Wien vorgestellt hatte.

Etwa 1908/09 kehrte er nach Mährisch-Ostrau zurück, wo er sich als Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie niederließ und eine Privatpraxis führte. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Assistenzarzt außer Dienst der Landwehr. 1917 erfolgte seine Ernennung zum Landsturm-Oberarzt.[2] Neben seiner ärztlichen Tätigkeit engagierte er sich in den Vereinsorganen des Ostrauer Automobil-Clubs.

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren waren Julius Wechsberg und seine Familie wegen ihrer jüdischen Herkunft der NS-Verfolgung ausgesetzt. Nach seiner Deportation in das Ghetto Theresienstadt wurde er freigelassen und anschließend erneut in Mährisch Ostrau inhaftiert, wo er am 4. September 1941 im Gefängnis von deutschen Gefängniswärtern ermordet wurde.[3] Seine Ehefrau Else Wechsberg beging bereits am 1. März 1941 Suizid.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0549, Wechsberg Julius (Nationalien Datum: 1898/99).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-447b, Wechsberg Julius (Rigorosum Datum: 11.3.1903).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-1185, Wechsberg Julius (Promotion Datum: 13.3.1903).

Yad Vashem: Wechsberg Julius.

Arolsen-Archiv, Internierungsdokumente, Lager und Ghettos, Ghetto Theresienstadt, Wechsberg Julius.

Literatur:

Wechsberg, Julius: Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität. Aus der Klinik Chrobak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neue Freie Presse, 21.12.1913, S. 9.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 27, 1917, Sp. 1209

[3] Arolsen Archives, Internierungs- und Haftunterlagen zu Julius Wechsberg: „Datum a místo úmrtí: 4.9.1941, Mor. Ostrava“.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [352]: Wechsberg, Leo – Gynäkologe, Rothschild-Spital

Wechsberg, Leo – Gynäkologe, Rothschild-Spital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 15.12.2025

Keywords: Gynäkologe, I. Frauenklinik, Allgemeines Krankenhaus, Rothschild-Spital, Medizingeschichte, Wien

Leo Alfred Wechsberg wurde am 24. Mai 1875 in Orlova bei Mährisch-Ostrau in Österreichisch-Schlesien (heute: Orlova/Tschechien) als Sohn von Ferdinand Wechsberg und Rosa Wechsberg (1850-1910) geboren. Sein Bruder war der Internist Friedrich Emil Wechsberg (1873-1929). 1906 heiratete er Käthe Eisenstädter (1883-?), mit der er einen Sohn Franz (1910-?) hatte.

Wechsberg absolvierte 1893 das Josefstädter Oberrealgymnasium in Wien[1] und begann anschließend an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 16. Juni 1899 mit der Promotion abschloss. Wie sein Bruder Friedrich Wechsberg war er während des Studiums Mitglied des Medizinischen Unterstützungsvereins an der Universität Wien und wurde 1897 in dessen Vereinsleitung gewählt.[2] Nach Abschluss des Studiums leistete er seinen Militärdienst im Garnisonsspital Nr. 2, beim Trainregiment Nr. 3 ab, den er mit der Ernennung zum Assistenzarzt der Reserve beendete.[3]

In der Folge arbeitete er an der I. Frauenklinik unter Friedrich Schauta (1849-1919) und trat 1902 als Sekundararzt in die neu errichtete gynäkologische Abteilung des Rothschild-Spitals bei Carl Fleischmann (1859-1941) ein.[4] Im selben Jahr publizierte er Arbeiten, die an der chirurgischen Abteilung des Kaiser Franz Joseph-Spitals unter den Primarius Julius Schnitzler (1865-1939), dem Bruder Arthur Schnitzlers (1862-1931), entstanden waren, darunter „Ueber einen Fall von Achsendrehung des Dünndarms“ und „Ein Beitrag zur Lehre vom Chloroformikterus“. 1903 folgte im Rothschild-Spital die Studie „Zur Histologie der hymenalen Atresie der Scheide“.

Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Wechsberg mit Vorträgen im Unterstützungsverein für Hebammen sowie im Neuen Frauenclub in Wien, wo er in Kontakt mit Auguste Fickert (1855-1910) stand.

Seit 1900 führte Wechsberg eine private Arztpraxis in Wien 9, Pelikangasse 5. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rothschild-Spital als emeritierter Assistent eröffnete er 1905 eine private fachärztliche Praxis für Frauenheilkunde in Wien 1, Stubenring 12,[5] die er 1911 nach Wien 9, Maria-Theresien-Straße 3, verlegte. Parallel dazu war er vor dem Ersten Weltkrieg weiterhin als Privatassistent von Carl Fleischmann tätig. In dieser Zeit erschienen mehrere Publikationen, darunter 1906 „Zur Indikation der Sectio caesarea“ und 1907 „Zur Verhütung des Zurücklassens von Kompressen in der Bauchhöhle“, beide an der gynäkologischen Abteilung des Rothschild-Spitals. 1909 veröffentlichte er die Arbeit „Vaginale Uterusamputation“, 1910 folgte in der Hebammen-Zeitung der Beitrag „Ueber die dritte Geburtsperiode und atonische Blutungen der Gebärmutter“.[6]

Am Ersten Weltkrieg nahm Wechsberg zunächst als Landsturmoberarzt (Ernennung 1914)[7] und ab 1915 als Landsturmregimentsarzt teil.[8]

Seit 1904 war Wechsberg Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien[9] sowie der Geburtshilflich-gynäkologischen Gesellschaft in Wien. Darüber hinaus gehörte er vor dem Krieg gemeinsam mit seiner Ehefrau Käthe als Mitglied dem „Österreichischen Patriotischen Hilfsverein, zugleich Landes- und Frauen-Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich“ an.[10]

Leo Wechsberg verstarb im Oktober 1934 in Wien.

Quellen:

Heiratsmatriken der IKG Wien, 1906, Wechsberg Leo, Eisenstädter Käthe.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0501, Wechsberg Leo (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-442b, Wechsberg Leo (Rigorosum Datum: 30.5.1899).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0185, Wechsberg Leo (Promotion Datum: 16.6.1899).

WStLA, 1.1.10.A1.28386/1934 – Totenbeschaubefund, Grabanweisung: Wechsberg Dr. Leo (Oktober 1934).

Literatur:

Wechsberg, Leo: Ueber einen Fall von Achsendrehung des Dünndarms. Aus der chirurgischen Abtheilung des k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Primarius Docent Dr. Julius Schnitzler). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Ein Beitrag zur Lehre vom Chloroformikterus. Aus der chirurgischen Abtheilung des k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Primarius Docent Dr. Julius Schnitzler). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Histologie der hymenalen Atresie der Scheide. Aus der gynäkologischen Abteilung des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (Primararzt Dr. Karl Fleischmann). Sonderduck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Kratz, Helf & Co. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Indikation der Sectio caesarea. Aus der gynäkologischen Abteilung der „Rothschild-Stiftung“ (Primarius: Dr. Karl Fleischmann) und dem Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheime „Lucina“ (Primarius: Dr. Berthold Bosse) in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Verhütung des Zurücklassens von Kompressen in der Bauchhöhle. Aus der gynäkologischen Abteilung der „Rothschildstiftung“ (Primarius Dr. Karl Fleischmann) in Wien. Sonderdruck aus: Zentralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Ambrosius Barth 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Vaginale Uterusamputation. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Jahresbericht Josefstädter Obergymnasium, Wien 1894, S. 52.

[2] Neues Wiener Journal, 20.11.1897, S. 5.

[3] Wiener Zeitung, 22.5.1900, S. 1.

[4] Die Neuzeit, 18.4.1902, S. 165.

[5] Wiener klinische Rundschau, Nr. 25, 1905, S. 449.

[6] Hebammen-Zeitung, 1.7.1910, S. 281-282.

[7] Der Militärarzt, Nr. 24, 1914, S. 472.

[8] Der Militärarzt, Nr. 8, 1915, Sp. 135.

[9] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

[10] Rechenschaftsbericht des Österreichischen Patriotischen Hilfsverein, zugleich Landes- und Frauen-Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich, Wien 1910, S. 32.

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Letzte Aktualisierung: 2025.12.15

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [351]: Wechsberg, Friedrich – Internist, Primararzt am Wilhelminenspital

Wechsberg, Friedrich – Internist, Primararzt am Wilhelminenspital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 11.12.2025

Keywords: Internist, I. Medizinische Klinik, Allgemeines Krankenhaus, Wilhelminenspital, Medizingeschichte, Wien

Friedrich Emil Wechsberg wurde am 22. November 1873 in Orlau bei Mährisch-Ostrau in Österreichisch-Schlesien (heute: Orlova/Tschechien) geboren. Seine Eltern waren Ferdinand Wechsberg und Rosa Wechsberg (1850-1910). Sein Bruder war der Gynäkologe Leo Alfred Wechsberg (1875-1934).

Wechsberg studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 6. März 1897. Bereits während des Studiums engagierte er sich im Medizinischen Unterstützungsverein, in dem er 1895 die Funktion eines Vizepräsidenten bekleidete,[1] sowie in der Wiener Rettungsgesellschaft, aus der er 1894 gemeinsam mit 32 weiteren Kollegen infolge der antisemitisch motivierten Personalpolitik ihres Leiters Wilhelm Vragassy (1851-1933) austrat.

Nach Abschluss des Studiums leistete er seinen Militärdienst im Garnisonsspital Nr. 2 in Wien ab und wurde im Juni 1898 zum Assistenzarzt der Reserve ernannt.[2] Zugleich war er als Assistent von Hermann Nothnagel (1841-1905) an der I. Medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, Universitätsstraße 11.

Während dieser Tätigkeit führte er am königl. Preußischen Institut für experimentelle Therapie in Frankfurt am Main unter der Leitung von dessen Direktor Paul Ehrlich (1854-1915) experimentalpathologische Untersuchungen durch, aus denen die in den Jahren 1901 und 1902 erschienen Arbeiten „Ueber bactericide Heilsera“ und „Zur Lehre von der natürlichen Immunität und über baktericide Heilsera“ hervorgingen. Am Senckenberg’schen pathologisch-anatomischen Institut in Frankfurt publizierte er 1901 zudem die Arbeit „Beitrag zur Lehre von der primären Einwirkung des Tuberkelbacillus“. Daneben unternahm er auch noch Forschungen am staatlichen serotherapeutischen Institut in Wien unter der Leitung von Richard Paltauf (1858-1924), die sich in den Publikationen „Ueber die Wirkung bactericider Immunsera“, „Weitere Untersuchungen über die Wirkung bactericider Immunsera“ und „Zur Lehre von den antitoxischen Seris“ niederschlugen.

Nach dem Tod von Hermann Nothnagel übernahm Wechsberg mit Beschluss des Professorenkollegiums der Medizinischen Fakultät im Juli 1905 als bisheriger Erster Assistent interimistisch die Leitung der Klinik,[3] die er bis zur Nachbesetzung durch Professor Carl von Noorden (1858-1944) für die Dauer eines Jahres innehatte. Im Jahr 1906 habilitierte er sich für das Fach Innere Medizin und wurde im April desselben Jahres zum Privatdozenten für Innere Medizin ernannt. 1907 verließ er die I. Medizinische Klinik.

Wilhelminenspital

Im Jahr 1912 übernahm Wechsberg als Primarius die Leitung der internen Abteilung am Wilhelminenspital,[4] die er bis zu seinem Tod 1929 ausübte.

Während des Ersten Weltkrieges erfolgte im August 1914 seine Ernennung zum Oberarzt,[5] 1917 zum Regimentsarzt.[6]

Wechsberg war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, des Vereins für innere Medizin sowie des Vereins für Neurologie und Psychiatrie. 1924 erhielt er den Titel eines Hofrates.[7]

Friedrich Wechsberg verstarb am 15. Juli 1929 in Wien.

Todesanzeige: Neue Freie Presse, 18.7.1929, S. 17.

Quellen:

Geburtsbuch 1873, Orlová, Karviná, Moravskoslezský kraj, Czech Republic (Republik Tschechien),

Regional Archives in Opava, S. 335, Wechsberg Friedrich.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0501, Wechsberg Friedrich (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-441a, Wechsberg Friedrich (Rigorosum Datum: 8.2.1897).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 188-785, Wechsberg Friedrich (Promotion Datum: 6.3.1897).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Wechsberg Friedrich.

Literatur:

Wechsberg, Friedrich: Ueber bactericide Heilsera. Aus dem kgl. preussischen Institut für experimentelle Therapie (Director: Geh.Rath. Prof. Dr. Ehrlich). Sonderdruck aus: Wiener klinische Rundschau. Wien: Druck von Hermann Gresser 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Zur Lehre von der natürlichen Immunität und über baktericide Heilsera. Aus dem königl. Institut für experim. Therapie zu Frankfurt a./M. (Director: Geh.Rath Prof. Ehrlich). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Hygiene und Infectionskrankheiten. Leipzig: Verlag von Veit & Comp. 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Beitrag zur Lehre von der primären Einwirkung des Tuberkelbacillus. Aus dem Senckenberg’schen pathologisch-anatomischen Institute in Frankfurt a.M. Sonderdruck aus: Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie. Naumburg a/S.: Lippert & Co. (G. Plätz’sche Buchdr.) 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Ueber die Wirkung bactericider Immunsera. Aus dem staastlichen serotherapeutischen Institute in Wien (Vorstand: Prof. R. Paltauf). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Weitere Untersuchungen über die Wirkung bactericider Immunsera. Aus dem staatlichen serotherapeutischen Institute in Wien (Vorstand: Prof. R. Paltauf). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Zur Lehre von den antitoxischen Seris. Aus dem staatlichen serotherapeutischen Institute in Wien (Vorstand: Prof. Dr. R. Paltauf). Sonderdurck aus: Centralblatt für Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten – Erste Abteilung: Mediz.-hygien. Bakteriologie u. tier. Parasitenkunde. Jena: Frommansche Buchdruckerei (Hermann Pohle) 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neue Freie Presse, 13.11.1895, S. 5.

[2] Neue Freie Presse, 3.6.1898, S. 21.

[3] Die Zeit, 12.7.1905, S. 3.

[4] Wiener klinische Rundschau, Nr. 22, 1912, S. 350.

[5] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 27.8.1914, S. 5.

[6] Wiener Zeitung, 4.3.1917, S. 3.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 20, 1924, Sp. 1036.

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Letzte Aktualisierung: 2025.12.11

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [346]: Braun von Fernwald, Richard Albert – Frauenarzt, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie am Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Braun von Fernwald, Richard Albert – Frauenarzt, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie am Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 03.11.2025

Keywords: Frauenarzt, Gynäkologe, Geburtshilfliche Klinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Richard Albert Braun von Fernwald wurde am 25. November 1866 in Dornbach, einem damals selbständigen Vorort von Wien, geboren. Er war der Sohn von Carl Braun von Fernwald (1823-1891), Professor an der I. Geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und später Dekan der Medizinischen Fakultät, und dessen Ehefrau Johanna Julia Elisabeth, geborene Stockher (1831-1902). Sein Onkel war der Gynäkologe Professor Gustav August Braun (1829-1911), einer der führenden Vertreter der Wiener geburtshilflichen Schule. Einer seiner Brüder, Egon August Gustav Braun von Fernwald (1862-1926), war ebenfalls als Mediziner tätig. Richard Braun von Fernwald war mit Klementina Helene Aloisia Edlen von Frankl (1873-1956) verheiratet.

Richard Braun studierte an der Universität Wien Medizin und schloss sein Studium am 22. September 1890 sub auspiciis Imperatoris mit der Promotion ab. Bereits während des Studiums arbeitete er an mehreren Kliniken, darunter bei Heinrich von Bamberger (1822-1888), Edmund von Neusser (1852-1912), Otto Kahler (1849-1893), Theodor Billroth (1829-1894) und Rudolf Chrobak (1843-1910), sowie an der geburtshilflichen Klinik für Hebammen seines Onkels Gustav Braun, bei dem er auch nach seiner Promotion als klinischer Assistent tätig war. Im November 1890 beendete er seinen Militärdienst als Eleve erster Klasse im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien und wurde zum Marine-Assistenz-Arzt der Reserve ernannt.[1]

In den folgenden Jahren publizierte Braun als Assistent an der Klinik seines Onkels mehrere Arbeiten darunter „Zur Symphyseotomiefrage“, „Ueber die in letzten 10 Jahren ausgeführten Sectiones caesareae“ und „Zur Casuistik der Complication von Schwangerschaft durch einen Ovarialtumor“. Diese Schriften befinden sich heute in der Separata-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

1894 erschien von ihm die 104 Seiten umfassende Monografie „Der Kaiserschnitt bei engen Becken“ sowie die 83-seitige Studie „Über Uterusruptur“. 1898 folgte die Monografie „Ueber den Einfluss der modernen Gynäkologie auf die Geburtshilfe

Nach seiner Habilitation für Geburtshilfe und Gynäkologie im Jahr 1895 und seiner Ernennung zum Privatdozenten[2] erfolgte im November 1902 seine Ernennung zum a.o. Professor für Gynäkologie an der Universität Wien.[3]

Während des Ersten Weltkrieges war Braun als Oberstabsarzt dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugeteilt, wo er als Chefarzt einer chirurgischen Abteilung tätig war. Er war Träger des Kommandeurkreuzes des bulgarischen Nationalen Zivilverdienstordens in Brillanten.[4]

Braun engagierte sich über viele Jahre regelmäßig im Unterstützungs-Verein für Hebammen, in dessen Rahmen er Vorträge, etwa zum Thema „Schutz des Kindes vor Erkrankungen“[5] hielt. Darüber hinaus war er Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und Vorstandsmitglied der Ärztlichen Kraftfahrvereinigung Österreichs unter deren Präsidenten Karl Hochsinger (1860-1942).[6]

Neben seiner Tätigkeit am Allgemeinen Krankenhaus in Wien führte er eine private Arztpraxis in Wien 4, Rainerplatz 7 (ab 1919 Suttnerplatz, heute: Rilkeplatz).

Richard Braun-Fernwald verstarb am 25. August 1955 in Wien.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-30a, Braun Ritter von Fernwald Richard (Rigorosum Datum: 1887).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2979, Braun Ritter von Fernwald Richard (Promotion Datum: 1887).

Friedhofsdatenbank Wien: Braun-Fernwald, Richard.

Literatur:

Braun von Fernwald, Richard: Zur Symphyseotomiefrage. Aus der geburtshilflichen Klinik des Hofrathes Prof. Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Wilhelm Braumüller, k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun von Fernwald, Richard: Ueber die in letzten 10 Jahren ausgeführten Sectiones caesareae. Aus der Klinik des Herrn Hofraths Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für die Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun von Fernwald, Richard: Zur Casuistik der Complication von Schwangerschaft durch einen Ovarialtumor. Originalarbeiten. Sonderdruck aus: Monatsschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie. Berlin: Verlag von S. Karger 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun von Fernwald, Richard: Der Kaiserschnitt bei engem Becken. Wien: Safar 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 2268]

Braun von Fernwald, Richard: Über Uterusruptur. Wien: Safar 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 51011]

Braun von Fernwald, Richard: Ueber den Einfluss der modernen Gynäkologie auf die Geburtshilfe. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, Buchhandlung 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 13.11.1890, S. 3.

[2] Wiener klinische Rundschau, Nr. 38, 1895, S. 608.

[3] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 2.12.1902, S. 8.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1914, Sp. 1496.

[5] Hebammen-Zeitung, , 30.12.1897, S. 1-3; 15.1.1898, S. 1-2.

[6] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 19.12.1925, S. 12.

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Letzte Aktualisierung: 2025.11.03

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [344]: Singer, Mathias – Sekundararzt an der Abteilung für Syphilis im Allgemeinen Krankenhaus Wien sowie Chefarzt und Direktor des Krankenhauses in Szegedin

Singer, Mathias – Sekundararzt an der Abteilung für Syphilis im Allgemeinen Krankenhaus Wien sowie Chefarzt und Direktor des Krankenhauses in Szegedin

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 09.10.2025

Keywords: Chirurg, Augenarzt, Abteilung für Syphilis, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, Szegedin

Mathias Singer wurde am 6. Februar 1829 in Szegedin in Ungarn als Sohn des Arztes Wilhelm Singer (?-1885) geboren. Singer studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 13. Juli 1852 zum Doktor der Medizin und Magister der Geburtshilfe. Am 21. Juli 1853 erlangte er als Schüler der Operateurschule bei Franz Schuh (1804-1865), den Doktortitel der Chirurgie.

1852 trat Singer als Operateur in den Dienst des Allgemeinen Krankenhauses ein. Im Juli 1855 erfolgte seine Bestellung zum Sekundararzt an der Syphilis-Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus in Wien bei Professor Karl Ludwig Sigmund (1810-1883).[1]

In dieser Zeit veröffentlichte er eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, darunter 1856 „Ein Fall von angeborener vollständiger Verrenkung beider Kniescheiben nach Aussen, bei gutem Gebrauch der Gliedmassen“, 1857 „Die Behandlung der Sypilis ohne Mercur“,[2] 1858 „Herpes Zoster, entsprechend den Zweigen des dritten Astes vom Nervus trigeminus“ und 1861 „Ein Beitrag zur Lehre vom Harnröhrentripper des Weibes[3] sowie „Laryngostenose; Perichondritis laryngea; Laryngo-Tracheotomie; Heilung[4] und „Cystosarcom inder Augenhöhle – Verdrängung des Augapfels nach aussen – Exstirpation der Geschwulst – Heilung[5].

1862 wurde Singer zum Chefarzt des öffentlichen Krankenhauses in Szegedin berufen, wo er zunächst als Operateur und Augenarzt tätig war. Dort publizierte er 1864 „Zwei Fälle von Pyramidenstaar, nebst Bemerkungen über diese Staarform[6] sowie 1865 „Herpes Zoster, entsprechend den Zweigen des dritten Astes vom Nervus trigeminus“.[7] Neben seiner Tätigkeit als Chefarzt fungierte er als Direktor des Krankenhauses Szegedin, das unter seiner Leitung eine bauliche Erweiterung erfuhr.

Singer war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und Budapest und des Wiener medizinischen Professorenkollegiums. Für seine Verdienste während der Hochwasserkatastrophe in Szegedin wurde er 1879 mit dem Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens ausgezeichnet. 1888 erhielt er den Titel eines königlichen Rates,[8] und 1903 wurde ihm das Eiserne Kreuz dritter Klasse verliehen.[9] Bereits 1878 erfolgte seine Ernennung zum Mitglied des ungarischen Landessanitätsrates.[10]

Mathias Singer verstarb am 5. November 1912 in Wien.

Singer Mathias: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 6.11.1912, S. 26.

 

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign., 170-235a, Singer Mathias (Rigorosum Datum: 1852).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign., 176-959, Singer Mathias (Promotion Datum: 13.7.1852).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign., 176-0530, Singer Mathias (Promotion/Chirurgie Datum: 21.7.1852).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Singer Mathias.

Literatur:

Singer, Mathias: Die Behandlung der Syphilis ohne Mercur etc. Von Dr. Josef Herman. Besprechung. Sonderdruck aus: Österreichische Zeitschrift für practische Heilkunde. Wien: typ. Zamarski 1857.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 16028]

Singer, Mathias: Herpes Zoster, entsprechend den Zweigen des dritten Astes vom Nervus trigeminus. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von Carl Finsterbeck 1858.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 31, 1855, S. 496.

[2] Österreichische Zeitschrift für practische Heilkunde, Nr. 18, 19, 20, 1857.

[3] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 2.4.1861, S. 107-108; 9.4.1861, S. 114.

[4] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 13.8.1861, S. 271-273; 20.8.1861, S. 279-281.

[5] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 12.11.1861, S. 379-381.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 14, 1864, Sp. 213-216; Nr. 15, 1864, Sp. 228-231; Nr. 16, 1864, Sp. 244-247; Sp. Nr. 17, 1864, Sp. 261-264; Nr. 18, 1864, Sp. 292-296; Nr. 20, 1864, Sp. 307-310.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 56, 1865, Sp. 1029-1033; Nr. 57, 1865, Sp. 1045-1048; Nr. 58, 1865, Sp. 1064-1067; Nr. 59, 1865, Sp. 1085-1089.

[8] Internationale klinische Rundschau, Nr. 12, 1888, Sp. 421.

[9] Neue Freie Presse, 2.3.1903, S. 5.

[10] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 44, 1878, Sp. 1178.

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Letzte Aktualisierung: 2025.10.09

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [343]: Gold, Ernst Bernhard – Chirurg und Primararzt am Krankenhaus Wieden in Wien, NS-Verfolgter

Gold, Ernst Bernhard – Chirurg und Primararzt am Krankenhaus Wieden in Wien, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.10.2025

Keywords: Chirurgie, I. Chirurgische Universitätsklinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Krankenhaus Wieden, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Ernst Bernhard Gold wurde am 12. Juli 1891 in Wien als Sohn des aus Pápa in Ungarn stammenden Armenarztes Alexander Gold (1842-1901) und seiner Ehefrau Marie (1858-1928), geborene Wachsmann, geboren.

Nach dem Erwerb der Matura am Staatsrealgymnasium in Wien III im Jahr 1909 sowie einer anschließenden Ergänzungsmatura für Realschulabsolventen im Sommer 1910 begann er im Wintersemester 1910 an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 20. Dezember 1915 mit der Promotion abschloss.

Seit 1919 führte Ernst Bernhard Gold eine Arztpraxis in Wien 3, Stammgasse 11,[1] und war als Assistent von Anton von Eiselsberg (1860-1939) sowie dessen Nachfolger Egon Ranzi (1875-1939) an der I. Chirurgischen Universitätsklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Dort erhielt er eine pathologisch-anatomische Ausbildung, beschäftigte sich mit der Unfallschirurgie und Knochenerkrankungen.

Im Juni 1933 habilitierte er sich mit seiner Habilitationsschrift „Die Chirurgie der Wirbelsäue“ im Fach Chirurgie und wurde zum Dozenten an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien ernannt.[2] Diese Arbeit befindet sich heute in der Separata-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin. Weitere seiner wissenschaftlichen Arbeiten befinden sich an der Neuburger-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Im Dezember 1935 wurde Gold zum Primarius der Chirurgischen Abteilung des Wiedner Krankenhauses ernannt und trat damit die Nachfolge von Julius Schnitzler (1865-1939) an.[3]

Zwischen 1916 und 1933 veröffentlichte Gold insgesamt 51 wissenschaftliche Publikationen. Eine vollständige, bis zum Jahr 1933 reichende Publikationsliste, liegt in seinem Personaldatenblatt im Archiv der Universität Wien auf.

Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurde Ernst Gold wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Nachdem seine Venia legendi widerrufen und er von der Universität vertrieben worden war, gelang ihm die Flucht nach England. Hier wurde er Mitglied des Royal College of Physicians (LRCP), des Royal College of Surgeons of Edinburgh und Royal College of Physicians and Surgeons of Glasgow. Im Oktober 1940 emigrierte Gold mit der SS Bayano in die USA und ließ sich in New York nieder. Dort arbeitete er am Madison Avenue Hospital. 1947 heiratete er in New York Bessie Rosenfeld.

Ernst Bernhard Gold verstarb am 11. Jänner 1967 in New York.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1891, Gold Ernst Bernhard.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0638, Gold Ernst (Nationalien Datum 1910/11).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0189, Gold Ernst (Rigorosum Datum 17.12.1915).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 191-0982, Gold Ernst (Promotion Datum 20.12.1915).

UAW, Rektoratsarchive und Studierendenevidenz, Senat Akademischer Senat, Senat S Akten-Sonderreihe des Akademischen Senats, Senat S 304.363 Gold, Ernst (12.07.1891-1967; Chirurgie).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 22.786, Gold Ernst.

United States Border Crossings from Canada to United States, 1895-1956, Ernest B Gold, 1940.

United States, Deceased Physician File (AMA), 1864-1968, Gold Ernst.

United States Social Security Death Index, Ernest Gold, Jan 1967; (U.S. Social Security Administration, Death Master File, database (Alexandria, Virginia: National Technical Information Service).

Literatur:

Gold, Ernst: Die Chirurgie der Wirbelsäule. Mit 239 teils farbigen Textabbildungen. (= Neue deutsche Chirurgie/54) Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1933.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 55916/54]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 30, 1919, Sp. 1500.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 29, 1933, S. 828.

[3] Medizinische Klinik, Nr. 5, 1936, S. 172.

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BBL:  47077 (06.10.2025)
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Letzte Aktualisierung: 2025.10.06

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