Schlagwort-Archiv: Allgemeines Krankenhaus Wien

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [385]: Berger, Arthur – Neuropathologe an der I. medizinischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Berger, Arthur – Neuropathologe an der I. medizinischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Neuropathologe, I. medizinische Klinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Arthur Berger wurde am 27. August 1871 als Sohn von Hermann Berger und dessen Ehefrau Julie (geb. 1840), geborene Kreuzer, in Wien geboren.

Er studierte an der Universität Wien Medizin und wurde am 19. Mai 1899 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Anschließend eröffnete er eine private Arztpraxis in Wien 2, Praterstraße 11[1] und später in Wien 1, Krugerstraße 13.

Daneben war Berger zunächst als Hospitant am Nervenambulatorium der I. medizinischen Klinik tätig, die von Hermann Nothnagel (1841-1905) und nach ihm von Carl von Noorden (1858-1944) geleitet wurde. Hier erschienen von ihm im Jahr 1900 die Arbeit „Ueber den Einfluss reiner Milchdiät bei Diabetes mellitus“, es folgten 1901 die Beiträge „Zur Frage der spinalen Blasenstörungen“ und „Zur Kenntnis der Athetose[2] sowie 1904 die Arbeit „Ein Fall von Tumor der Hypophysengegend mit Obductionsbefund“.

Foto: Berger Arthur, Österreichische Illustrierte Zeitung, 21.7.1907, S. 955.

Seit 1904 war Berger ordentliches Mitglied der Gesellschaft[3] der Ärzte in Wien, darüber hinaus gehörte er der Gesellschaft für innere Medizin in Wien an.

Arthur Berger verstarb am 14. Juli 1907 in Wien.

Posthum erschien 1909, auf der Grundlage seiner hinterlassenen Aufzeichnungen und redigiert von Otto Marburg (1874-1948) sein Aufsatz „Zur Frage der Tabes mit Hirnnervenlähmung“.[4]

Todesanzeige: Berger Arthur, Neue Freie Presse, 15.7.1907, S. 13.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1871, Berger Arthur.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0444, Berger Arthur (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-014b, Berger Arthur (Rigorosum Datum: 17.5.1899).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0135, Berger Arthur (Promotion Datum: 19.5.1899).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Berger Arthur.

Literatur:

Berger, Arthur: Ueber den Einfluss reiner Milchdiät bei Diabetes mellitus. Aus der I. medicinischen Klinik des Herrn Hofrathes Prof. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Rundschau. Wien: Verlag von Johann N. Nervay 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Berger, Arthur: Zur Frage der spinalen Blasenstörungen. Aus der I. med. Klinik des Herrn Hofrat Prof. Dr. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Leipzig: Verlag von F.C.W Vogel 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Berger, Arthur: Ein Fall von Tumor der Hypophysengegend mit Obductionsbefund. Aus der I. medicinischen Klinik des Herrn Hofrath Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medicin. Berlin: L. Schumacher 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1899, Sp. 1558.

[2] Wiener klinische Rundschau, Nr. 41, 1901, S. 751-752.

[3] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

[4] Wiener klinische Rundschau, Nr. 47, 1909, S. 743-749.

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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [381]: Felsenreich, Anton – Professor für Geburtshilfe und Gynäkologe am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Felsenreich, Anton – Professor für Geburtshilfe und Gynäkologe am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.08.2026

Keywords: Gynäkologe, Allgemeine Krankenhaus Wien, III. geburtshilfliche Klinik, I. Gebärklinik, Medizingeschichte, Wien

Anton Gottfried Leopold Felsenreich wurde am 25. Mai 1848 als Sohn des k.k. Hofwundarztes Gottfried Felsenreich (1813-1871) und Leopoldine Josepha, geborene Preissler, in Wien geboren. Er war mit Rosa Maria Mayr verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Gustav Otto Felsenreich (1888-1949) hervor, der ebenfalls Mediziner wurde.

Felsenreich besuchte das Akademische Gymnasium in Wien und studierte anschließend an der Universität Wien Medizin. Am 30. Dezember 1873 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde. Nach der Ableistung seines militärärztlichen Dienstes wurde er als Assistenzarzt der Reserve 1876 zum Oberarzt ernannt und dem Garnisonsspital Nr. 1 zugewiesen.[1]

Nach Abschluss seines Studiums war Felsenreich zunächst außerhalb von Wien als Choleraarzt und als Vertretung von Landärzten tätig. Danach arbeitete er bis 1874 als Aspirant an der Laryngologischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien sowie an der II. chirurgischen Abteilung des Wiedner Krankenhauses. Bis 1875 war er Externist am St. Anna-Kinder-Spital und anschließend bis 1877/78 Sekundararzt an der niederösterreichischen Landes-Findel-Anstalt. Danach trat er als Assistent in die III. geburtshilfliche Klinik unter Gustav Braun (1829-1911) ein. Von 1881 bis 1883 arbeitete er als Assistent von Carl Braun (1822-1891) an der I. Gebärklinik.

Während seiner Tätigkeit an diesen beiden Kliniken veröffentlichte Felsenreich unter anderem 1879 „Hämophilie in der ersten Lebenswoche“, 1880 „Sectio caesarea nach E. Posso mit Erfolg für Mutter und Kind“ 1881 „Beitrag zur Behandlung der Uterusruptur durch Drainage“ und 1883 „Zur operativen Behandlung der hernia funiculi umbilicalis“.

Am 3. November 1883 habilitierte sich Felsenreich an der Universität Wien zum Privatdozenten im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie. Seinen Habilitierungsvortrag publizierte er im selben Jahr unter dem Titel „Carcinoma uteri als Komplikation von Schwangerschaft und Geburt“. 1898 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors.

Zu seinen weiteren wissenschaftlichen Arbeiten zählen die 1889 erschienenen Beiträge „Totalexstirpation des Uterus per vaginam wegen Carcinom des ganzen Cervix“, „Dystokie durch eine parametrane und peritoneale Exsudatschwiele“, und „Casuistische Beiträge zur Complication der Schwangerschaft durch Fibromyome“. 1891 folgte „Zur Interstitialschwangerschaft“, 1893 „Zur blutigen Erweiterung des Scheideneinganges während der Geburt“ und 1894 „Eine neue Verpackung sterilisirter Bruns’scher Watte für Geburtszwecke“.

Ein ausführliches Verzeichnis seiner wissenschaftlichen Publikationen findet sich in dem Band „Personalbibliographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905 mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Hauptarbeitsgebiete“. Einige seiner Arbeiten veröffentlichte Anton Felsenreich unter der Autorenbezeichnung „T. Felsenreich“.

1879 trat Felsenreich der Gesellschaft der Ärzte in Wien bei.

Anton Felsenreich verstarb am 2. Februar 1926 in Wien.[2]

Todesanzeige: Felsenreich Anton, Neue Freie Presse, 4.2.1926, S. 18.

Quellen:

Rk. Erzdiözese Wien. 02, St. Leopold, Taufbuch 01-28c, Folio 267, Felsenreich Anton.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-84a, Felsenreich Anton (Rigorosum Datum: 1873).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-34a, Felsenreich Anton (Promotion Datum: 30.12.1873).

Personalbibliographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905 mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Hauptarbeitsgebiete

Literatur:

Felsenreich, Anton: Hämophilie in der ersten Lebenswoche. Aus der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Sectio caesarea nach E. Posso mit Erfolg für Mutter und Kind. Aus der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: L.W. Seidl & Sohn 1880.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Beitrag zur Behandlung der Uterusruptur durch Drainage. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: L.W. Seidl & Sohn 1881.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Zur operativen Behandlung der hernia funiculi umbilicalis. Aus der Klinik des Hofr. Prof. Braun-Fernwald in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Carcinoma uteri als Komplikation von Schwangerschaft und Geburt. Habilitationsvortrag. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Totalexstirpation des Uterus per vaginam wegen Carcinom des ganzen Cervix. Vorläufig 3 Monate ohne Recidive. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Dystokie durch eine parametrane und peritoneale Exsudatschwiele. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Casuistische Beiträge zur Complication der Schwangerschaft durch Fibromyome. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Zur Interstitialschwangerschaft. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Zur blutigen Erweiterung des Scheideneinganges während der Geburt. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Eine neue Verpackung sterilisirter Bruns’scher Watte für Geburtszwecke. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Fremden-Blatt, 22.6.1876, S. 10.

[2] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 8, 1926, S. 224.

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Letzte Aktualisierung: 2026.09.06

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [378]: Munk, Heinrich – Frauenarzt und Badearzt in Karlsbad

Munk, Heinrich – Frauenarzt und Badearzt in Karlsbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 27.07.2026

Keywords: Frauenarzt, Badearzt, Karlsbad, Medizingeschichte

Heinrich Munk wurde am 24. September 1862 als Sohn von Gabriel Munk (1831-1896) und Anna Munk (1835-1881), geborene Frank, in Struharov bei Beneschau in Böhmen (heute: Struhařov u Benešova/Tschechien) geboren. Er war mit Charlotte Kraus (1871-1942) verheiratet, die aus einer Karlsbader Ärztefamilie stammte. Ihr Vater Ignaz Kraus (1837-1906) war Arzt und Mitglied des Ärztevereins in Karlsbad. Auch ihre Brüder Friedrich Kraus (1869-1938), der als Mediziner in Prag tätig war, und Emil Kraus (1873-1927), der in Wien praktizierte, waren Ärzte. Ein Sohn von Emil Kraus war der Wiener und spätere in New Yorker lebende Antiquar Hans Peter Kraus (1907-1988), der nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 zunächst nach Schweden flüchtete und danach in die USA emigrierte. Das „arisierte“ Warenlager seines Wiener Antiquariats war Gegenstand einer Restitution durch die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien.

Nach Abschluss seines Studiums der Medizin an der Deutschen Universität in Prag war Munk als Operateur und erster Assistent an der Geburtshilflich-Gynäkologischen Klinik der Deutschen Universität in Prag bei Professor Friedrich Schauta (1849-1919) tätig. Hier veröffentlichte er 1890 die Arbeit „Ein Beitrag zu den selteneren Indicationen für Sectio caesarea“. Daneben publizierte er regelmäßig in der Prager medizinischen Wochenschrift, darunter zahlreiche Rezensionen.

Nachdem er seinen Militärdienst absolviert hatte, wurde er 1888 als nichtaktiver Assistenzarzt der Reserve dem Garnisonsspitals Nr. 11 in Prag zugewiesen.[1] 1892 erfolgte seine Zuteilung zum Landwehr-Bataillon Nr. 57[2] und 1894 als nichtaktiver Oberarzt zum Landwehr-Bataillon Nr. 51 in Eger.[3] 1899 wurde er als in Evidenz geführter Oberarzt vom böhmischen Landwehr-Infanterieregiment Nr. 6 in Eger zum Landwehr-Infanterieregiment Nr. 7 in Pilsen versetzt.[4]

Badearzt in Karlsbad

Von 1893 bis zu seinem Tod arbeitete er in Karlsbad (heute: Karlovy Vary/Tschechien) als Badearzt und ordinierte im Haus „Billroth“.[5] Daneben engagierte er sich unter anderem als Ausschussmitglied im Ärztlichen Verein in Karlsbad und in der Karlsbader Sektion des Zentralvereins deutscher Ärzte in Böhmen. Außerdem gehörte er der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte sowie der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag an. 1902 veröffentlichte er seinen vor der Sektion Karlsbad des Vereins deutscher Ärzte in Böhmen gehaltenen Vortrag „Ein Beitrag zur Kenntnis und Behandlung des Pruritus vulvae“.

Bei den Wahlen zur deutschen Sektion der Ärztekammer für das Königreich Böhmen wurde Munk 1907 und 1911 zum Kammermitglied gewählt.[6]

Seit 1897 war er Träger des serbischen Ritterkreuzes des Sava-Ordens.[7]Während des Ersten Weltkrieges erhielt er das Ehrenzeichen II. Klasse vom Roten Kreuz.[8]

Heinrich Munk verstarb am 30. Dezember 1929 in Karlsbad. Seine Ehefrau Charlotte wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt, in das KZ Treblinka deportiert und dort im Oktober 1942 ermordet.

Literatur:

Munk, Heinrich: Ein Beitrag zu den selteneren Indicationen für Sectio caesarea. Aus Prof. Schauta´s geburtshilfl.-gynäkol. Klinik. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Munk, Heinrich: Ein Beitrag zur Kenntnis und Behandlung des Pruritus vulvae. Vortrag gehalten in der Section Karlsbad des Vereins deutscher Aerzte in Böhmen. Sonderdruck aus: Prager medicinische Wochenschrift. Prag: 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener Zeitung, 4.4.1888, S. 1.

[2] Prager Tagblatt, 2.1.1892, S. 4.

[3] Prager Tagblatt, 3.1.1894, S. 7.

[4] Prager Tagblatt, 8.9.1899, S. 6.

[5] Fremdenblatt. Internationales Bade- und Reisejournal, 14.5.1893, S. 8.

[6] Prager Tagblatt, 21.11.1907, S. 5, Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 11, 1911, Sp. 730.

[7] Prager Tagblatt, 12.9.1897, S. 7.

[8] Illustriertes Bade-Blatt, 15.2.1917, S. 4.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.27

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [377]: Unger, Ludwig – Professor für Kinderheilkunde am Allgemeinen Krankenhaus Wien und Abteilungsleiter am I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitut

Unger, Ludwig – Professor für Kinderheilkunde am Allgemeinen Krankenhaus Wien und Abteilungsleiter am I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitut

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.07.2026

Keywords: Kinderarzt, Allgemeines Krankenhaus Wien, I. öffentliche Kinder-Krankeninstitut, Medizingeschichte, Wien

Ludwig Unger wurde am 11. Oktober 1846 in Marienthal in Ungarn (heute: Marianka/Slowakei) geboren.

Nachdem er 1865 das deutsche Staatsgymnasium in Leutschau (heute: Levoča/Slowakei) absolviert hatte, begann er an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 23. Dezember 1870 mit seiner Promotion zum Doktor der Medizin und am 21. Februar 1871 zum Doktor der Chirurgie abschloss. Daneben leistete er als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst ab und wurde im Jänner 1871 zum Assistenzarzt ernannt und dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugeteilt.[1] Im Dezember 1871 erfolgte seine Ernennung zum Reserve-Oberarzt und seine Zuteilung zum Garnisonsspital Nr. 2 in Wien.[2]

Zwischen 1870 und 1875 war Unger als Sekundararzt am St.-Josef-Kinderspital bei dem Primararzt Willibald Edler von Gunz (1817-1883) tätig, wo er seine Fachausbildung in Kinderheilkunde erhielt.[3]

1875 unternahm er Studienreisen nach Frankreich, Italien, der Schweiz und Deutschland. Nach seiner Rückkehr nach Wien führte er als praktischer Kinderarzt eine Ordination in Wien Franzensring 22, und ab den frühen 1880er Jahren in der Renngasse 4, und zuletzt in Wien 9, Ferstlgasse 5.

In den späten 1870er Jahren war er vor allem am Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie in Wien wissenschaftlich tätig. Hier veröffentlichte er 1878 die Arbeit „Ueber amöboide Kernbewegungen in normalen und entzündeten Geweben“ und verfasste 1879 gemeinsam mit dem Leiter des Institutes, Professor Salomon Stricker (1834-1898), die Abhandlung „Untersuchung über den Bau der Großhirnrinde“, die in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien vorgestellt wurde.[4] Weitere Arbeiten waren die 1887 erschienene 50-seitige Abhandlung zur „Pädiatrie“ sowie die 1888 veröffentlichte Studie „Ueber Nephritis nach Varicellen“.

Im Jahr 1888 habilitierte er sich und wurde zum Privatdozenten im Fach Kinderheilkunde ernannt.[5] 1893 geriet er in einen Konflikt mit der Universität Wien, der nach einem Disziplinarverfahren zum Entzug seiner Venia legendi führte. Anlass war seine in der Wiener medicinischen Presse vom 29. Oktober 1892 unter dem Titel „Die Docenten-Misere“ geübte Kritik an den Arbeitsbedingungen von Dozenten an der Universität und das geringe Ausmaß deren Lehrbefugnisse. Der Entzug der Venia legendi bedeutete einen tiefen Einschnitt in seine akademische Laufbahn.

Ab 1896 arbeitete er am II. Anatomischen Institut bei Emil Zuckerkandl (1849-1910), wo er sich morphologischen und histologischen Fragen widmete, die von der k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien finanziell unterstützt wurden. 1906 veröffentlichte er die von Emil Zuckerkandl mit einem Vorwort versehene Studie zur „Untersuchungen über die Morphologie und Faserung des Reptiliengehirns. Mit Unterstützung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften“.[6]

Sein 1890 erschienenes „Lehrbuch der Kinderkrankheiten in kurzgefasster systematischer Darstellung zum Gebrauche für Studierende und Ärzte“, entwickelte sich zu seiner erfolgreichsten Arbeit. Es erschien in mehreren Auflagen (1901 in der 3. Auflage) und wurde unter dem Titel „Manuel de pédiatrie. Exposé concis et systématique des affections infantiles à l’usage des étudiants et des praticiens“ ins Französische übersetzt.

1900 veröffentlichte er die Arbeit „Die Pflege des kleinen Kindes in den Findelanstalten Österreichs“ und „Die Pflege des vorschulpflichtigen Kindes in Krippen, Kinderbewahranstalten und Kindergärten“. Im selben Jahr erschien von ihm ein Aufsatz zu den „Findelanstalten und Ammenanstalten in Österreich“,[7] der auf sein Referat anlässlich der 1898 stattgefundenen Kaiser Franz Joseph Jubiläums-Ausstellung in Wien im Rahmen der Österreichischen Wohlfahrts-Ausstellung über Findelanstalten und Kinderpflege Bezug nimmt.

Neben klinischen Arbeiten veröffentlichte Unger auch eine medizinhistorische Untersuchung, die 1904 erschienene kommentierte Edition samt historischer Einleitung des ersten in deutscher Sprache gedruckten Werkes über Kinderheilkunde des Stadtarztes in Augsburg, Bartholomäus Metlingers: „Das Kinderbuch des Bartholomäus Metlinger (1457-1476). Ein Beitrag zur Geschichte der Kinderheilkunde im Mittelalter“. [Link: ] Damit erschloss Unger eines der frühesten deutschsprachigen Werke zur Kinderheilkunde durch eine kommentierte Edition mit historischer Einleitung.

Erst im November 1906 erfolgte an ihm durch Entschließung Kaiser Franz Josephs die Verleihung eines außerordentlichen Universitätsprofessoren-Titels[8] mit einem Lehrauftrag für Schutzpockenimpfung.[9] 1908 erhielt er den Titel eines ordentlichen Professors. Unger machte sich um das Impfwesen verdient, sprach sich im Fall der Blattern für eine Impfpflicht aus, und hielt u.a. an der Medizinischen Fakultät Vorträge zur Impfkunde und der Schutzpockenimpfung. 1917 publizierte er den von ihm gehaltenen Vortrag zur „Morphologie und Klinik der Vaccination“.[10]

Seit spätestens 1904 war Unger auch noch am I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitut tätig, wo er seit etwa 1910 als Vorstand der Abteilung für innere Krankheiten fungierte.

Unger war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und hatte hier ab 1892 die Funktion eines zweiten[11] und ab 1893 bis 1910 eines ersten Bibliothekars der Bibliothek übernommen. Ebenso war er Mitglied der Morphologisch-physiologischen Gesellschaft zu Wien, der Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien, wo er auch die Funktion des Vermögensverwalters einnahm,[12] sowie der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Seit 1901 war er ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Wiener klinische Rundschau.[13]

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagierte sich Unger im evangelischen Frauen-Wohltätigkeitsverein in Wien, wo er unentgeltlich erkrankte Kinder behandelte, als Referent bei den von der Universität Wien durchgeführten öffentlichen Vorlesungen sowie den Ferialkursen der Medizinischen Fakultät. 1907 gehörte er zu den Teilnehmern des Protestes an der Universität Wien gegen die wissenschaftsfeindliche Rede des Wiener Bürgermeisters Lueger am Katholikentag.[14]

Die letzten Lebensjahre verbrachte Unger in großer materieller Bedrängnis und in Armut. Erst durch das Eingreifen von Julius Tandler (1869-1936) erhielt er eineinhalb Jahre vor seinem Tod eine Unterbringungsmöglichkeit im Krankenhaus Lainz. Unger teilte damit das Schicksal vieler älterer Akademiker:innen, Beamt:innen und Pensionist:innen in Wien der frühen 1920er Jahre, die in existenzielle Not gerieten, weil ihre Einkünfte mit der Geldentwertung nicht Schritt hielten. Zu seiner prekären wirtschaftlichen Lage dürften neben der allgemeinen Nachkriegsinflation auch seine unstete Erwerbsbiografie sowie sein langjähriges wissenschaftliches und karitatives Engagement beigetragen haben.

Ludwig Unger verstarb am 4. Jänner 1924 in Wien. Sein Tod fand nicht nur in der internationalen Presse Beachtung, sondern auch im Wiener Feuilleton, wo Ernst Decsey (1870-1941) in einem Artikel mit dem Titel „Der Fluch des Alters“ auf die spezifische Situation des Nachkriegsösterreichs einging und in der Verarmung Ungers den Typus der Nachkriegsgreise sah.[15]

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-275a, Unger Ludwig (Rigorosum Datum: 1870).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-697, Unger Ludwig (Rigorosum Datum: 23.12.1870).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-473, Unger Ludwig (Promotion Datum: 21.2.1871).

Literatur:

Atuanyia, Egwuatu: Personalbiographien der Professoren und Dozenten der Kinderklinik an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Wien von 1850 bis 1920. Erlangen: 1972.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: WM038]

Unger, Ludwig: Ueber amöboide Kernbewegungen in normalen und entzündeten Geweben. Aus dem Institute für allgemeine u. experiment. Pathologie in Wien. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbücher. Wien: Wilhelm Braumüller, k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Unger, Ludwig: Pädiatrie. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Unger, Ludwig: Ueber Nephritis nach Varicellen. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1888.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Unger, Ludwig: Lehrbuch der Kinderkrankheiten in kurzgefasster systematischer Darstellung. Zum Gebrauche für Studirende und Ärzte. 1. Hälfte. Leipzig: Deuticke 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-20152]

Unger, Ludwig: Manuel de pédiatrie. Exposé concis et systématique des affections infantiles à l’usage des étudiants et des praticiens. Lierre: Joseph van In et Cie 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18870]

Unger, Ludwig: Die Pflege des kleinen Kindes in den Findelanstalten Österreichs. Wien: 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 69015]

Unger, Ludwig: Die Pflege des vorschulpflichtigen Kindes in Krippen, Kinderbewahranstalten und Kindergärten. Wien: 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 69013]

Metlinger, Bartholomäus: Ein Regiment, wie man junge Kinder halten soll von mutterleyb bis zu siben jaren mit essen, trinken, paden etc. Hg.: Ludwig Unger. Leipzig, Wien: Deuticke 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 1193]

[1] Die Presse, 24.1.1871, S. 16.

[2] Wiener Zeitung, 10.12.1871, S. 1.

[3] Ärztlicher Bericht des k. k. Bezirks-Krankenhauses Wieden. Wien: 1872. S. 274.

[4] Wiener Zeitung, 19.7.1879, S. 3.

[5] Internationale klinische Rundschau, 2.9.1888, S. 1424.

[6] Untersuchungen über die Morphologie und Faserung des Reptiliengehirns. Mit Unterstützung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Aus dem I. Anatomisches Institut der Wiener Universität. In: Anatomische Hefte, Bd. 31, Wien 1906, S. 269-341.

[7] Soziale Verwaltung in Österreich am Ende des 19. Jahrhunderts. Aus Anlass der Weltausstellung Paris 1900, Wien 1900, S. 33-45.

[8] Wiener Zeitung, 8.12.1906, S. 2.

[9] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 11.12.1906, S. 577.

[10] Medizinische Klinik, Nr. 3, 1917, S. 60-65 und Nr. 4, 1917, S. 91-94.

[11] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 14, 1892, Sp. 566.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 12, 1919, Sp. 601.

[13] Wiener klinische Rundschau, Nr. 42, 1901, S. 798.

[14] Neue Freie Presse, 26.11.1907, S. 2.

[15] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 13.1.1924, S. 7.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [376]: Deutsch, Eduard – Dermatologe, NS-Verfolgter

Deutsch, Eduard – Dermatologe, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.07.2026

Keywords:Dermatologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Eduard Deutsch wurde am 16. November 1865 als Sohn von Salomon Leopold Deutsch (1826-1899) und Marie Mina, geborene Ehrenreich, in Mieslitz in Mähren geboren.

1902 heiratete er die in Wien geborene Elsbeth Brauchbar (1877-1941), mit der er die drei Kinder Margarethe (1903-?), Johannes Leopold (später: Dewton) (1905-1985) und Joseph (später: Dewton) (1909-2005) hatte.

Deutsch studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 29. Juli 1892. Seit 1893 führte er eine Arztpraxis in Wien 18, Kreuzgasse 33,[1] ab 1896 in Wien 20, Klosterneuburgerstraße 4,[2] ab 1897 in Wien 9, Alserstraße 4,[3] ab 1899 in Wien 7, Mariahilferstraße 22[4] später 82, und schließlich ab 1906 in Wien 1, Gonzagagasse 7.[5] Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde er 1895 zum Assistenzarzt der Reserve ernannt.[6]

  1. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er bis spätestens 1899 als Assistenzarzt von Eduard Lang (1841-1916) an der II. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, wo er seine fachärztliche Ausbildung für Dermatologie absolvierte. Hier veröffentlichte er 1899 die Arbeit „Die Behandlung des Lupus vulgaris und Lupus erythematodes mit dem Heissluftstrom“. Nach seinem Ausscheiden aus der Klinik wirkte er noch an der dritten Auflage von Langs Arbeit „Therapeutik für venerische und Hautkrankheit“ mit.

Nach dem Ende seiner Tätigkeit im Allgemeinen Krankenhaus war er in Wien als Facharzt tätig. Daneben publizierte er in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, darunter 1900 „Der derzeitige Stand der Quecksilbertherapie (mit besonderer Berücksichtigung der Intoxikationsformen und -Fälle)“ und „Das Langsche Spülcystoskop. Zur Desinfektion der Cystoskope“. Es folgte im Jahr 1903 die Arbeit „Zur Injectionstherapie der Syphilis“, 1904 „Syphilis, Schwangerschaft und Vererbung“ sowie 1907 der Aufsatz „Über den therapeutischen Wert des Urogosans bei Urethrozystitis“.[7]

Ärztekammer Wien

Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Deutsch in der ärztlichen Standesvertretung. Bei den Wahlen zur Ärztekammer Wien kandidierte er im Jänner 1904[8] und im Oktober 1907 für ein Mandat als Kammermitglied.[9]

Während des Ersten Weltkriegs war Deutsch als Militärarzt in der dem Reservespital Nr. 9 in Wien zugeteilten Filiale am Henriettenplatz in Wien 15 tätig.[10] 1916 erfolgte seine Beförderung zum Landsturm-Assistenzarzt,[11] 1918 erhielt er das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration.[12]

Seit 1900 war Deutsch Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.[13] 1922 trat er der Freimaurerloge B’nai B’rith als Mitglied bei.

Eduard Deutsch und seine Familie waren jüdischer Herkunft und nach dem „Anschluss“ im März 1938 der Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt. Deutsch verlor die Berechtigung zur Ausübung seines Berufes und war schließlich aus Not gezwungen, sein Mobiliar zu verkaufen. Sein medizinisches Equipment sowie seine Fachbibliothek schenkte er dem Rothschild-Spital. Zuletzt lebte er mit seiner Ehefrau Elsbeth in einer sogenannten Sammelwohnung in Wien 1, Biberstraße 8/6. Von dort wurden beide am 28. November 1941 nach Minsk deportiert und ermordet. Den drei Kindern gelang die Flucht aus Österreich in die USA. Margarethe arbeitete bis 1938 als Röntgenschwester im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und wurde nach dem „Anschluss“ fristlos und ohne Abfertigung entlassen. 1948 leitete sie ein Verfahren zur Todeserklärung ihrer Eltern ein.[14]

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0234, Deutsch Eduard (Nationalien Datum: 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-64b, Deutsch Eduard (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 187-735, Deutsch Eduard (Promotion Datum: 29.7.1892).

IKG Wien, Auswanderungsabteilung, Auswanderungsanträge, 1938-1939, Deutsch Margarethe.

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt., VA, Zl. 33.273, Deutsch Eduard.

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Deutsch Eduard, Elsbeth.

Literatur:

Deutsch, Eduard: Die Behandlung des Lupus vulgaris und Lupus erythematodes mit dem Heissluftstrom. Aus der Abtheilung des Prof. E. Lang im k.k. allgemeinen Krankenhause in Wien. Sonderdruck aus: Klinisch therapeutische Monatsschrift. Wien: Buchdruckerei „Industrie“ 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Lang, Eduard: Therapeutik für venerische und Hautkranke. Mit textl. Beigabe v. Eduard Deutsch. Wien: Săfář 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64368]

Deutsch, Eduard: Der derzeitige Stand der Quecksilbertherapie (mit besonderer Berücksichtigung der Intoxikationsformen und -Fälle). Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Das Langsche Spülcystoskop. Zur Desinfektion der Cystoskope. Sonderdruck aus: Centralblatt für die Krankheiten der Harn- und Sexualorgane. Leipzig: Druck von C. Grumbach 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Zur Injectionstherapie der Syphilis. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Syphilis, Schwangerschaft und Vererbung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie. 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 19, 1893, Sp. 854.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1896, Sp. 2110.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1897, Sp. 1072.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1899, Sp. 1128.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1911, Sp. 2502.

[6] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 20.8.1895, S. 383.

[7] Wiener klinische Rundschau, Nr. 28, 1907, S. 451-453.

[8] Neue Freie Presse, 31.12.1903, S. 8.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 43, 1907, Sp. 2091.

[10] Neues Wiener Tagblatt, (Tages-Ausgabe), 4.7.1915, S. 14.

[11] Der Militärarzt, Nr. 12, 1916, Sp. 238.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 16, 1918, Sp. 678.

[13] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 14, 1900, S. 333.

[14] Wiener Zeitung, 8.8.1948, S. 6.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [374]: Welponer, Egidio – Gynäkologe, Assistenzarzt an der III. geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Gründer des Sanatorio Triestino in Triest

Welponer, Egidio – Gynäkologe, Assistenzarzt an der III. geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Gründer des Sanatorio Triestino in Triest

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.07.2026

Keywords: Gynäkologe, Hebammen-Klinik, III. geburtshilflichen Klinik, Allgemeinen Krankenhaus Wien, Sanatorio Triestino, Medizingeschichte, Wien, Triest

Egidio (Egid) Welponer wurde am 26. November 1848 in Triest im österreichischen Küstenland (heute: Italien) geboren. Er war mit Laura Braun von Fernwald (1857-), einer Tochter des Gynäkologen Carl Braun von Fernwald (1822-1891), Professors an der I. Geburtshilflichen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Welponer studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 2. Juli 1873. Anschließend leistete er als Reserve-Oberarzt seinen Militärdienst ab,[1] und eröffnete in Wien 9, Alserstraße 4, eine Privatpraxis. Nach seiner Promotion trat Welponer in die von Gustav August Braun (1829–1911), dem jüngeren Bruder Carl Braun von Fernwalds, geleitete Hebammenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien ein. Nach deren Umbenennung in die III. Geburtshilfliche Klinik war er dort seit etwa 1875 bis zu seiner Berufung nach Triest im April 1881 als Assistent von Braun tätig. Während dieser Zeit veröffentlichte er mehrere wissenschaftliche Arbeiten, darunter „Beitrag zur Schatz’schen Umwandlung von Gesichtslage zu Hinterhauptslage durch äussere Handgriffe“, „Klinischer Bericht der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun für das Jahr 1874“, „Ueber die Anwendung der Induktions-Elektrizität zur Einleitung der künstlichen Frühgeburt“, „Zur Pilocarpinfrage bezüglich der Einleitung der künstlichen Frühgeburt“ sowie „Exstirpation beider Ovarien wegen Hystero-Epilepsie. Heilung“.[2] Neben seiner Tätigkeit an der Klinik hielt er Vorträge vor dem Unterstützungsverein für Hebammen.

Hebammen-Lehranstalt in Triest

Im Jahr 1896 gründete er gemeinsam mit dem aus Triest stammenden Chirurgen Theodor Escher das 1897 eröffnete Sanatorio Triestino, eine angesehene Privatklinik für Chirurgie und Gynäkologie. Von 1905 bis 1908 stand er als Präsident der Associazione Medica Triestina an der Spitze der Triester Ärzteschaft.

Im April 1881 wurde Welponer zum Professor der Geburtshilfe an der Hebammen-Lehranstalt in Triest ernannt;[3] seit 1892 gehörte er dem Landes-Sanitätsrat des österreichischen Küstenlandes an.[4]

Welponer wirkte an der Herausgabe des „Centralblatt für die gesammte Therapie“ mit und war Mitglied des Triester Zweigvereins der k.k. Gesellschaft zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheiten.[5] 1906 wurde ihm der Titel eines Regierungsrates verliehen.[6]

Egidio Welponer verstarb am 19. Juli 1933 in Triest.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-428a, Welponer Egid (Rigorosum Datum: 1872).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-44, Welponer Egid (Promotion Datum: 2.7.1873).

Literatur:

Welponer, Egidio: Beitrag zur Schatz’schen Umwandlung von Gesichtslage zu Hinterhauptslage durch äussere Handgriffe. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Welponer, Egidio: Klinischer Bericht der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun für das Jahr 1874. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Welponer, Egidio: Ueber die Anwendung der Induktions-Elektrizität zur Einleitung der künstlichen Frühgeburt. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Welponer, Egidio: Zur Pilocarpinfrage bezüglich der Einleitung der künstlichen Frühgeburt. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: bei L.W. Seidl & Sohn 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Der Militärarzt, Nr. 18, 1873, Sp. 140.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr.30, 1879, Sp.803-806.

[3] Wiener Zeitung, 13.4.1881, S. 8.

[4] Rundschau. Wochenschrift für die Interessen der Pharmazie, Chemie, Hygiene und der verwandten Fächer, 1892, S. 434.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr.28, 1914, Sp. 1610.

[6] Wiener Zeitung, 4.9.1906, S. 1.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.06

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [373]: Nather, Karl – Chirurg an der I. chirurgischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Leiter der chirurgischen Abteilung am Städtischen Krankenhaus in St. Pölten

Nather, Karl – Chirurg an der I. chirurgischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Leiter der chirurgischen Abteilung am Städtischen Krankenhaus in St. Pölten

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 24.06.2026

Keywords: Chirurg, Krebsforscher, I. chirurgischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus, Städtische Krankenhaus St. Pölten, Medizingeschichte, Wien, St. Pölten

Karl Wilhelm Nather wurde am 1. April 1893 als Sohn von Karl Nather und Maria, geborene Kiesler, in Wien geboren. Seit 1927 war er verheiratet.

Nather studierte Medizin an der Universität Wien und promovierte am 31. Jänner 1919. Danach führte er eine private Arztpraxis in Wien III., Erdbergstraße 21,[1] und arbeitete an der I. Chirurgischen Universitätsklinik bei Anton Eiselsberg (1860-1939). Aus dieser Zeit stammt die gemeinsam mit Viktor Orator (1894-1954) 1922 verfasste Arbeit „Refraktometrische Serumuntersuchungen über Krebskrankheit und Disposition“.

Chirurgische Klinik der Universität Zürich

Seit 1922 war Nather Assistent des österreichischen Chirurgen Paul Clairmont (1875-1942) an der Chirurgischen Universitätsklinik Zürich. Während seines Aufenthalts in Zürich beschäftigte er sich insbesondere mit modernen Methoden der Bluttransfusion, die er nach seiner Rückkehr nach Wien weiter propagierte. Gemeinsam mit anderen Medizinern der Klinik veröffentlichte er eine Reihe von Studien, darunter mit dem amerikanischen Chirurgen Alton Ochsner (1896-1981) die Arbeit „Die Bluttransfusion nach Percy“[2], „Erfahrungen mit der Bluttransfusion nach Percy: Untersuchungen über die hämostatische Wirkung der Bluttransfusion“[3] sowie „Der Douglasabszess im Gefolge der geschlossenen Peritonitisbehandlung“.[4] Gemeinsam mit Max Meyer publizierte er „Refraktometrische Serumuntersuchungen über Krebskrankheit und Disposition“[5]. Weiters veröffentlichte er 1923 die Arbeit „Meningitis posttraumatica oder suburales Hämatom?“.[6]

  1. Chirurgische Klinik im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Nach seiner Rückkehr nach Wien nahm er seine Tätigkeit als Assistent von Anton Eiselsberg wieder auf. In Wien setzte er sich für die Verbreitung moderner Bluttransfusionsmethoden ein, mit denen er während seiner Assistentenzeit in Zürich vertraut geworden war. Neben seiner klinischen Tätigkeit hielt er im Rahmen des Fortbildungskurses der Wiener medizinischen Fakultät Vorträge u.a. zu Themen wie „Über Bluttransfusion“.[7] Im April 1925 veröffentlichte er im Neuen Wiener Tagblatt den Artikel „Die Bedeutung der Bluttransfusion“.[8] Im selben Jahr unternahm er eine Studienreise nach London; darüber entstand die Arbeit „Ueber die neueste Krebsforschung in London: Bericht über eine Studienreise“.

1926 erschienen die gemeinsam von ihm mit dem Chirurgen Johann (Hans) Schnitzler (1895-1967) – Neffe des Schriftstellers und ebenfalls Arztes Arthur Schnitzler (1862-1931) – verfassten Arbeiten „Experimentelle Untersuchungen zur Frage des Teercarcinoms“, „Zum Problem der Krebsmetastasen“, und „Immunisierungsversuche beim Mäusekrebs“. Im selben Jahr veröffentlichte Nather die Darstellung „Der heutige Stand der Bluttransfusion“.[9] In einem Vortrag vor der Wiener Gewerkschaftskommission warb er für die Bluttransfusion und schlug die Einrichtung einer Blutspenderorganisation vor.[10]

Nachdem sein Assistentenvertrag an der I. Chirurgischen Universitätsklinik im Jänner 1927 nicht verlängert worden war, erhob Nather beim Bundesministerium für Unterricht Beschwerde gegen seine Nichtweiterbestellung. In diesem Zusammenhang machte er geltend, dass gegen ihn von anderen Assistenten das Gerücht einer Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei verbreitet worden sei. Die Nichtverlängerung seines Vertrages wurde jedoch vom Ministerium bestätigt; eine dagegen eingebrachte Beschwerde wies der Verfassungsgerichtshof im März 1928 ab.[11]

Städtisches Krankenhaus in St. Pölten

Seit Juli 1927 war Nather Leiter der chirurgischen Abteilung des städtischen Krankenhauses in St. Pölten.

Nather war Mitglied der Gesellschaft für Tuberkuloseforschung, der Gesellschaft der Ärzte in Wien, sowie der Freien Vereinigung der Chirurgen Wiens.

Karl Nather verstarb am 15. Juli 1932 bei einem Flugzeugabsturz in Salzburg.

Illustrierte Kronen Zeitung, 4.8.1932, S. 7.

Quellen:

Erzdiözese Wien, Rk, 03, Erdberg, St. Peter und Paul, 1893, Taufbuch, 32, Folio 66, Nather Karl Wilhelm.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0510, Nather Karl (Rigorosum Datum: 28.1.1919).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 191-1468, Nather Karl (Promotion Datum: 31.1.1919).

Friedhofsdatenbank: Bestattung: 19.7.1932 Zentralfriedhof

Literatur:

Nather, Karl und Viktor Orator: Refraktometrische Serumuntersuchungen über Krebskrankheit und Disposition. Aus der I. Chirurgischen Universitätsklinik in Wien (Vorstand: Prof. A. Eiselsberg). Sonderdruck aus: Mitteilungen aus den Grenzgebieten der Medizin und Chirurgie. Jena: Verlag von Gustav Fischer 1922.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Nather, Karl: Ueber die neueste Krebsforschung in London. Bericht über eine Studienreise. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Julius Springer 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Nather, Karl und Hans Schnitzler: Experimentelle Untersuchungen zur Frage des Teercarcinoms. Aus der Ersten Chirurgischen Universitätsklinik Wien (Vorstand: Prof. Dr. A. Eiselsberg). Sonderdruck aus: Zeitschrift für die gesamte experimentelle Medizin. Berlin: Verlag von Julius Springer 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Nather, Karl und Hans Schnitzler: Zum Problem der Krebsmetastasen. Aus der I. Chrirurgischen Universitätsklinik in Wien (Vorstand: Prof. E. Eiselsberg). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Julius Springer 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Nather, Karl und Hans Schnitzler: Immunisierungsversuche beim Mäusekrebs. Aus der I. Chirurgischen Universitätsklinik in Wien (Vorstand: Prof. E. Eiselsberg). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Julius Springer 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 19, 1919, Sp. 960.

[2] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 36, 1923, S. 687-692.

[3] Archiv für klinische Chirurgie 132, 1924, S. 420-469.

[4] Deutsche Zeitschrift für Chirurgie 188, 1924, S. 124–149.

[5] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 22, 1922, S. 382-384.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 6, 1923, Sp. 282-288.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1925, Sp. 2137.

[8] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 11.4.1925, S. 8.

[9] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 37, 1926, S. 203.

[10] Arbeiter-Zeitung, 11.2.1927, S. 7.

[11] Neues Wiener Journal, 24.3.1928, S. 12.

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Letzte Aktualisierung: 2026.06.24

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [366]: Schlesinger, Hermann – Internist, Neurologe im Franz Josefs-Ambulatorium, Franz-Josefs-Spital und Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Schlesinger, Hermann – Internist, Neurologe im Franz Josefs-Ambulatorium, Franz-Josefs-Spital und Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 09.04,2026

Keywords: Internist, Neurologe, Franz Josefs-Ambulatorium, Franz-Josefs-Spital, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Hermann Schlesinger wurde am 2. Juni 1866 als Sohn von Max Jakob Marcus Schlesinger (1835-1919) und Katharina (zirka 1841-1907), geborene Weiss, in Pressburg in Ungarn (heute: Bratislava/Slowakei) geboren. 1899 heiratete er Bertha Angeline Pollack von Parnau (1877-1958). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Eva Helene (1900-1930), verheiratete Pollak, Friedrich (1904-1971) und Andrea (?).

Schlesinger absolvierte 1884 das k.k. Maximiliangymnasium[1] in Wien (9. Bezirk) und begann anschließend das Studium der Medizin an der Universität Wien, das er am 25. Jänner 1890 mit der Promotion abschloss. Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde er im April 1890 zum militärärztlichen Eleven der Reserve beim Garnisonsspital Nr. 2 in Wien ernannt.[2] Danach führte er eine ärztliche Praxis in Wien 9, Alserstraße 4, und später in Wien 1, Ebendorferstraße 10.

Seine Ausbildung begann Schlesinger in weiterer Folge als Aspirant an der I. Psychiatrischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien bei Theodor Meynert (1833-1892). Noch im selben Jahr wechselte er als Assistent zu Hermann Nothnagel (1841-1905) an die I. Medizinische Klinik und wurde 1892 Sekundararzt bei Leopold Schrötter (1837-1908) an der III. Medizinischen Klinik. Zu seinen weiteren Lehrern zählten der Ophthalmologe Ernst Fuchs (1851-1930), der Dermatologe Moritz Kaposi (1837-1902) und Heinrich Obersteiner jun. am Neurologischen Institut, der maßgeblich sein Interesse an der Neurologie prägte.

Bereits früh trat Schlesinger mit zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten hervor. 1891 veröffentlichte er die Studie „Ueber einoge Symptome der Tetanie“, gefolgt von der 1892 herausgegebenen Arbeit an der dermatologischen Klinik „Beiträge zu den Sensibilitäts-Anomalien bei Lupus“. Am Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitut publizierte er gemeinsam mit August Hock (1865-1932) die Untersuchung „Blutuntersuchungen bei Kindern“. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten neurologische Erkrankungen des Rückenmarkes, insbesondere Syringomyelie, zu der er mehrere Studien vorlegte, die erstmals 1892 in der Monografie „Die Syringomyelie“ zusammengefasst wurden; eine zweite, erweiterte Auflage erschien 1902 unter denselben Titel. Mit dem „Aerztlichen Handbüchlein für hygienisch-diätetische, hydrotherapeutische, mechanische und andere Verordnungen“ veröffentlichte Schlesinger 1894 ein praxisorientiertes Werk, das bis in die 1920er Jahre wiederholt neu aufgelegt wurde und 1921 seine 12. Auflage erreichte.

Ab 1894 war Schlesinger als Assistent an der III. medizinischen Klinik tätig, wo er sich im Fach innere Medizin habilitierte und im Dezember 1895 als Privatdozent bestätigt wurde.[3] Im November 1902 wurde ihm als Privatdozent die Titularprofessur verliehen;[4] 1920 erfolgte seine Ernennung zum a.o. Professor an der Universität Wien.[5]

Franz Josefs-Ambulatorium und Franz-Josefs-Spital

Seit 1899 war er zunächst am Franz-Josefs-Ambulatorium (Mariahilfer Ambulatorium) tätig. In der Folge wirkte er als Primarius und wurde 1901 zum Vorstand der II., ab 1905 der III. Medizinischen Abteilung Franz-Josefs-Spitals bestellt. In diesem Umfeld entstanden mehrere klinische Arbeiten darunter „Hydrops hypostrophos – Ein Beitrag zur Lehre der acuten angioneurotischen Oedeme“, „Über Meningitis cerebrospinalis epidemica im höheren Lebensalter“, „Die Spitalsbehandlung der Lungentuberkulose“ sowie „Magenblutungen im Verlaufe des Typhus abdominalis“.

III. Medizinische Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Im Jahr 1908 kehrte er an das Allgemeine Krankenhaus zurück, wo er als Nachfolger von Professor Norbert Ortner (1865-1935) die Leitung der III. medizinischen Abteilung übernahm.[6]

Während des Ersten Weltkrieges veröffentlichte Schlesinger eine Reihe von Arbeiten, darunter „Über Sensibilitätsstörungen von spino-segmentalem Typus bei Hirnrindenläsionen nach Schädelschußverletzungen“, „Der klinische Verlauf der Tuberkulose bei Soldaten“ die zweibändige Monografie „Die Krankheiten des höheren Lebensalters“. „Erkrankungen des Nervensystems durch Nährschaden und Hunger“. Für seine Verdienste wurde ihm 1916 das Offiziersehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen.[7]

Während und nach dem Krieg widmete sich Schlesinger verstärkt der Tuberkulosebekämpfung. Seit 1919 gehörte gemeinsam mit Ludwig Teleky (1872-1957), Alfred Götzl (1873-1946), Franz Vollbracht (1870-1932) und Sigmund Tennenbaum (1857-1923) dem Vollzugsausschuss für Tuberkulosefürsorge an.[8]

Mitte der 1920er Jahre veröffentlichte er eine dreibändige Monografie unter dem Titel „Syphilis und innere Medizin“. Seine umfangreiche wissenschaftliche Produktion – sie umfasst mehr als 400 Publikationen – wird heute in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin aufbewahrt. Nach seinem Tod ging zudem seine private Bibliothek als Nachlass an die Gesellschaft der Ärzte in Wien über.

Darüber hinaus war Schlesinger als Vortragender in Fortbildungskursen für praktische Ärzte sowie für die Krankenpflege sowohl am Franz Josefs-Spital als auch am Allgemeinen Krankenhaus engagiert. Er fungierte als Mitherausgabe des „Zentralblattes für die Grenzgebiete zwischen innerer Medizin und Chirurgie“ sowie des „Wiener Archivs für innere Medizin“ und war zudem als Bibliothekar des Ärztlichen Lesezimmers im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig.[9]

Schlesinger trat auch als Initiator und Begleiter im Bereich des Krankenhausausbaues hervor. So war er am Ausbau des Franz-Josefs-Ambulatoriums, am 1906 erfolgten Bau des Kinderpavillons im Franz-Josefs-Spital sowie am Spital der Wiener Kaufmannschaft beteiligt. Während des Ersten Weltkrieges wirkte er maßgeblich an der Errichtung einer Heilanstalt für tuberkuloseerkrankte Soldaten im Anschluss an das Sanatorium in Pernitz im Wienerwald mit,[10] die im Juni 1916 eröffnet wurde.[11]

Seit 1890 war Schlesinger Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Darüber hinaus gehörte er der Gesellschaft für innere Medizin in Wien, dem Verein für Psychiatrie und Neurologie in Wien, der Gesellschaft für Neurologie in Moskau sowie der Gesellschaft deutscher Nervenärzte an. Er war korrespondierendes Mitglied der Societé de Neurologie de Paris und Ehrenmitglied der Gesellschaft der Ärzte in Athen. Zudem war er als Mitglied im Verein „Viribus unitis“ Hilfsverein für Lungenkranke aktiv.[12]

Gemeinsam mit Max Herz (1865-1956) war er 1892 Mitbegründer und Präsident des Wiener Medizinischen Clubs, aus dieser Vereinigung ging später die Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde hervor. Schlesinger war Träger des Ottomanischen Mecidiye-Ordens;[13] 1919 wurde ihm der Titel eines Hofrates verliehen.

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit publizierte Schlesinger regelmäßig in Tageszeitungen und äußerte sich dort zu medizinischen und gesundheitspolitischen Fragen. Darüber hinaus war Mitglied der Künstler- und Gesellschaftsvereinigung Schlaraffia.

Hermann Schlesinger verstarb am 29. März 1934 in Wien.

Schlesinger Hermann: Die Stunde, 31.3.1934, S. 3.

Nach seinem Tod erschien 1936 sein von Fritz Redlich (1910-2004) überarbeitetes Manuskript „Nährschäden des Nervensystems“.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1866, Schlesinger Hermann.

Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1899, Schlesinger Hermann, Pollak Bertha.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0318, Schlesinger Hermann (Nationalien Datum: 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-370b, Schlesinger Hermann (Rigorosum Datum: 1887).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2762, Schlesinger Hermann (Promotion Datum: 25.1.1890).

Literatur:

Schlesinger, Hermann: Ueber einoge Symptome der Tetanie. Aus der medicinischen Klinik des Herrn Hofrath Prof. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medizin. Berlin: Gedruckt bei L. Schumacher 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Beiträge zu den Sensibilitäts-Anomalien bei Lupus. Aus der dermatologischen Klinik des Herrn Prof. Kaposi in Wien. Sonderdruck aus: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Leipzig: Verlag von F.C.W. Vogel 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hock, August und Hermann Schlesinger: Blutuntersuchungen bei Kindern (vorläufige Mittheilung). Aus dem I. öffentlichen Kinderkrankeninstitut in Wien (Direktor: Prof. Kassowitz). Sonderdruck aus: Centralblatt für klinische Medicin. Leipzig: Druck und Verlag von Breitkopf und Härtel 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann. Die Syringomyelie. Eine Monographie. Leipzig: Deuticke 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 11080]

Schlesinger, Hermann: Die Syringomyelie. Eine Monographie. 2. vollst. umgearb. u. bedeut. verm. Aufl. Leipzig, Wien: Deuticke 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 3027]

Schlesinger, Hermann: Aerztliches Handbüchlein für hygienisch-diätetische, hydrotherapeutische, mechanische und andere Verordnungen. Eine Ergänzung zu den Arzneivorschriften; für den Schreibtisch des praktischen Arztes. 5. Aufl. Frankfurt a.M.: Alt 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-20155]

Schlesinger, Hermann: Hydrops hypostrophos – Ein Beitrag zur Lehre der acuten angioneurotischen Oedeme. Aus dem Kaiser Franz Joseph-Ambulatorium in Wien. Sonderdruck aus: Münchener medicinische Wochenschrift. München: E. Mühlthaler’s kgl. Hof-Buchdruckerei 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Über Meningitis cerebrospinalis epidemica im höheren Lebensalter. Aus dem k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitale in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, k. und k. Hofbuchhandlung 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Die Spitalsbehandlung der Lungentuberkulose. Aus der II. medizinischen Abteilung des k. k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Vorstand Prof. H. Schlesinger). Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles k.u.k. Hofbuchhandlung 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Magenblutungen im Verlaufe des Typhus abdominalis. Aus dem k.k. Kaiser Franz Josef-Spitale in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Verdauungskrankheiten mit Einschluss der Stoffwechselpathologie und der Diätetik. Berlin. Verlag von S. Karger 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Über Sensibilitätsstörungen von spino-segmentalem Typus bei Hirnrindenläsionen nach Schädelschußverletzungen. Aus der III. medizinischen Abteilung des Prof. Dr. H. Schlesinger im k. k. Allgemeinen Krankenhause in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles k.u.k. Hofbuchhandlung 1915.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Der klinische Verlauf der Tuberkulose bei Soldaten. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Gesellschafts-Buchdruckerei Brüder Hollinek 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Die Krankheiten des höheren Lebensalters. Bande 1 und 2. Wien: Hölder 1914-1915.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18062]

Schlesinger, Hermann: Erkrankungen des Nervensystems durch Nährschaden und Hunger. Aus dem neurologischen Institut (Vorstand: Prof. O. Marburg) und der III. medizinischen Abteilung des allgemeinen Krankenhauses in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie. Leipzig: Druck der Spamerschen Buchdruckerei 1920.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schlesinger, Hermann: Syphilis und innere Medizin. Band 1 bis 3. Wien: Springer 1925-1928.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-21339]

Schlesinger, Hermann: Nährschäden des Nervensystems. Das Manuskript von Professor Hermann Schlesinger ist nach seinem Tode von Dr. Fritz Redlich in Wien überarbeitet worden. Sonderdruck aus: Handbuch der Neurologie. Berlin: Verlag von Julius Springer 1936.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Jahresbericht des k.k. Maximilian-Gymnasiums in Wien, Wien 1884, S. 38.

[2] Wiener Zeitung, 1.4.1890, S. 3.

[3] Neue Freie Presse, 20.12.1895 (Abend-Ausgabe), S. 1.

[4] Wiener Zeitung, 25.11.1902, S. 1.

[5] Medizinische Klinik, 29.1.1920, S. 4.

[6] Die Zeit, 5.5.1908, S. 3.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 22, 1916, Sp. 851.

[8] Arbeiter Zeitung, 10.12.1909, S. 5.

[9] Neue Freie Presse, 3.8.1894, S.

[10] Neue Freie Presse, 23.3.1916, S. 10.

[11] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 11.6.1916, S. 19.

[12] Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinzausgabe), 5.6.1916, S. 11.

[13] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 14.7.1914, S. 286.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [359]: Fisch, Maurus – Kurarzt, Balneologe und Frauenarzt in Franzensbad und Wien

Fisch, Maurus – Kurarzt, Balneologe und Frauenarzt in Franzensbad und Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 16.02.2026

Keywords: Balneologe, Frauenarzt, Kurarzt, Medizingeschichte, Franzensbad, Wien

Maurus (Moriz) Fisch wurde am 17. Mai 1874 als Sohn von Bernat Fisch und Klara (zirka 1836-1909), geborene Kalman, in Lugoj in Ungarn (heute: Rumänien) geboren. 1909 heiratete er in Wien-Alsergrund die aus Neutra in Ungarn stammende Irene Pach (1889-?). Aus der Ehe ging der Sohn Hans Kurt Fisch (1911-1946) hervor, der ebenfalls Mediziner wurde und 1939 aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA flüchtete.

Fisch begann im Wintersemester 1894/95 mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien und promovierte am 30. September 1898. Seine weitere Ausbildung erhielt er als Operationszögling an der I. Chirurgischen und Gynäkologischen Abteilung bei Albert Mosetig von Moorhof (1838-1907), als Aspirant an der Klinik für Dermatologie und Syphilis bei Moriz Kaposi (1837-1902) sowie als Hospitant an der Internen Abteilung der I. Medizinischen Universitätsklinik bei Hermann Schlesinger (1866-1934) und an der Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik bei Emil Redlich (1866-1930). Danach war er als Hilfsarzt an der I. Frauenklinik bei dem Gynäkologen Julius Neumann (1868-1926) tätig.

Im Dezember 1900 erfolgte seine Ernennung zum Reserve-Assistenzarzt beim Infanterieregiment Erzherzog Joseph Nr. 37.[1]

Franzensbad – Trient – Wien

Seit 1900 arbeitete Fisch in den Monaten Mai bis Oktober im Kurort Franzensbad (heute: Františkovy Lázně) im „Palace Hotel“ als „Spezialarzt für Herz-. Nerven-, und Frauenkrankheiten“, und spezialisierte sich dort auf physikalische Behandlungsmethoden („Schott‘sche-schwedische Heilgymnastik, Oertel’sche Herzmassage, gynäkologische Massage nach Thure-Brandt, Herz-Gymnastik und Elektrotherapien). Zuletzt ordinierte er für seine internationalen Patienten in dem von ihm errichteten Kurhaus „Villa Dr. Fisch“. 1913 errichtete er in Franzensbad eine weitere diätisch-physikalische Heilanstalt.[2] Darüber publizierte er die Arbeiten „Die Behandlung von Herzkrankheiten in Franzensbad“ und „Combinirte Herztherapie“. 1908 publizierte er den Aufsatz „Balneotherapie bei durch Stoffwechselstörungen bedingten Herz- und Gefäßerkrankungen[3] und 1910 „Therapeutische Anwendung der Intensiv-Franklinisation mit dem Polyelektroid nach Dr. Fisch“.[4]

Polyelektroid: Medizinische Klinik, Nr. 35, 1910, S. 1377.

Ab 1901/02 arbeitete er in den Monaten von September bis Mai in Trient im Imperial Hotel Trento, wo er eine „Climatische Winterstation für Herz- und Nervenkranke“ zur Therapie betrieb.

Inserat: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 4, 1902, Sp. 208.

In diesem Zusammenhang entwickelte neben seiner kurärztlichen Praxis ein Kohlensäurebad unter dem Namen „Aphor“, das er in Hallein in Salzburg herstellen ließ. Darüber publizierte er die Arbeit „Dosirte (künstliche) Kohlensäure-Bäder (nach System Dr. Fisch) „Aphor““.

Fisch nahm als Vortragender u.a. 1904 am Österreichischen Balneologen-Kongress in Abbazia[5] (heute: Opatija/Kroatien) und 1905 am Berliner Balneologen-Kongress[6] sowie 1910 am 31. Balneologen-Kongress teil.[7]

Ab zirka 1905/06 lebte Fisch – außerhalb der Kursaison in Franzensbad – in Wien. Zunächst bot er in Wien I, Krugerstraße 5, danach am Getreidemarkt 14 Winterbadekuren an; ab etwa 1910 ordinierte er in Wien 9, Mariannengasse 2.

Ethische Gesellschaft – Fürsorgestelle für Kurbedürftige

Im Jahr 1905 initiierte Fisch innerhalb der 1894 gegründeten Ethischen Gesellschaft in einem im Auftrag der Gesellschaft gehaltenen Referat Überlegungen zu Maßnahmen der unentgeltlichen Unterbringung mittelloser Personen in Kurorten und Heilstätten mit dem Ziel einer nachhaltigen Fürsorge „unter Schonung ihres Ehrgefühles“.[8] Dies führte im April 1905 zur Konstituierung der „Fürsorgestelle für unbemittelte Kurbedürftige“.

Dem von der Gesellschaft nominierten Komitee gehörten neben Maurus Fisch der Mineraloge Aristides Brezina (1848-1909), der Philosoph und Freidenker Wilhelm Börner (1882-1951), die in der sozialen Fürsorge in Wien tätige Frauenrechtsaktivistin Berta Frankl-Scheiber (1863-1942), der Gynäkologe Hugo Klein (1863-1937), der Jurist und Sozialpolitiker Julius Ofner (1845-1924), der Radiologe Sigmund Schick (1868-1928), der Sozialmediziner Ludwig Teleky (1872-1957), die Philanthropin und Organisatorin von Fürsorgeeinrichtungen Rosa Wien (1847-1935) sowie der Finanzbeamte Theodor Wolf (1865-1941) an.[9]

Während seiner Jahre in Wien war Fisch Arzt des Verbandes der Genossenschafts-Krankenkassen Wiens[10] und ab etwa 1910 auch der Gremial-Krankenkassen der Wiener Kaufmannschaft.

Fisch war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte, der Hufelandschen balneologischen Gesellschaft in Berlin, des Zentralverbands der Balneologen Österreichs in Wien, der königlich-ungarischen balneologischen Gesellschaft in Budapest, der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde, und der Gesellschaft für physikalische Medizin in Wien. Publizistisch war er als Redakteur der Balneologischen Revue (Wien-Berlin) und der „Heilmittel-Revue“ sowie als Mitarbeiter der „Deutschen Ärzte-Zeitung“ in Berlin tätig.

In Franzensbad engagierte er sich als Vorstandsmitglied der lokalen Esperanto-Gruppe und fungierte als Konsul der Weltvereinigung esperantischer Ärzte (T.E.K.A.).

Maurus Fisch verstarb am 6. November 1917 in Budapest in Folge der Ausübung seines Dienstes als Militärarzt.

Fisch Maurus: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 9.11.1917, S. 14.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0452, Fisch Maurus (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-075b, Fisch Maurus alias Moriz (Rigorosum Datum: 27.9.1898).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0001, Fisch Moriz (Promotion Datum: 30.9.1898).

Literatur:

Fisch, Maurus: Die Behandlung von Herzkrankheiten in Franzensbad. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fisch, Maurus: Combinirte Herztherapie. Sonderdruck aus: Medicinische Blätter. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fisch, Maurus: Dosirte (künstliche) Kohlensäure-Bäder (nach System Dr. Fisch) „Aphor“. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: Druck von Carl Bellmann 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 16.12.1900. S. 49; Wiener Zeitung, 16.12.1900. Nr. 1.

[2] Egerer Anzeiger, 28.11.1913, S. 4.

[3] Medizinische Klinik, Nr. 23, 1908, S. 865-867

[4] Medizinische Klinik, Nr. 35, 1910, S. 1377-1378.

[5] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 16.10.1904, S. 9.

[6] Die Zeit, 14.3.1905, S. 8.

[7] Deutsch-Englischer-Reise Courier, Nr. 4, 1910, S. 9.

[8] Die Zeit, 5.4.1905, S. 4.

[9] Die Zeit, 12.4.1905, S. 6.

[10] Franzensbader Curliste, 1909.

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Letzte Aktualisierung: 2026.02.16

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [358]: Borak, Jonas – Röntgenologe am Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, Primarius am Rothschild-Spital in Wien, NS-Verfolgter

Borak, Jonas – Röntgenologe am Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, Primarius am Rothschild-Spital in Wien, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 09.02.2026

Keywords: Röntgenologe, Zentralröntgeninstitut Allgemeines Krankenhaus Wien, Rothschild-Spital, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Jonas Borak wurde am 7. Jänner 1893 in Morszyn im Bezirk Lemberg in Galizien (heute: Lwiw/Ukraine) als Sohn des in Stryi in Galizien tätigen Industriellen Selig Borak (1859-1926) und Wittel (1861-?), geborene Fränkel, geboren. 1927 heiratete er Emilia Flintenstein (1897-1970).

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stryi studierte er ab 1911 in Leipzig, anschließend in Heidelberg und Berlin Philosophie, Physik und Geschichte. 1915 promovierte er bei dem Philosophen Paul Barth (1858-1922) mit der Dissertation zum Thema: Prinzip der Erhaltung der Energie. Bereits im Wintersemester 1914/15 inskribierte er an der Universität Wien das Studium der Medizin und schloss dieses am 18. März 1921 mit dem Rigorosum ab. Danach eröffnete er eine private Arztpraxis in Wien 8, Josefstädterstraße 23.[1]

Psychologische Abteilung des Physiologischen Instituts der Universität Wien und III. Medizinische Klinik

Bereits 1920 veröffentlichte er am Physiologischen Institut der Universität Wien gemeinsam mit dem Leiter der Psychologischen Abteilung, Rudolf Allers (1883-1963), den Aufsatz „Zur Frage des „Muskelsinnes“. Zugleich ein Beitrag zur Theorie der Amputation nach Sauerbach[2], und im selben Jahr „Zur Physiologie der Gewichtsempfindung auf Grund von Versuchen an Amputierten“. 1921 folgte der Aufsatz „Über die Empfindlichkeit für Gewichtsunterschiede bei abnehmender Reizstärke“,[3] und 1923 an der chemischen Abteilung des Instituts „Über den Einfluß des Säuren- und Basengehalts der Nahrung auf die Zusammensetzung des Harns wachsender Hunde“.

Daneben absolvierte er eine internistische Ausbildung an der III. Medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus. Laut Nachrufen gehörte Borak zu dieser Zeit dem Kreis um Sigmund Freud (1856-1939) an.

Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses

1923 wechselte Borak als Assistent von Guido Ludwig Holzknecht (1882-1931) an das Zentralröntgeninstitut des Allgemeinen Krankenhauses. Hier publizierte er eine Reihe von Arbeiten, darunter gemeinsam mit dem Radiologen Artur Kriser (1878-1938) „Zur Frage der Beziehung zwischen „Röntgenkater“ und Leberbestrahlung[4], sowie „Die Röntgentherapie der Erfrierungsdermatitis“,[5]Die Röntgenbehandlung der Raynaud’schen Krankheit“,[6] „Über die Cautard’sche Methode der Röntgenbehandlung des Krebses“,[7]Die diagnostische Auswertung von Röntgenbestrahlungseffekten“, „Untersuchungen bei röntgenbestrahlten Melanosarkomen“, „Der derzeitige Stand der Röntgentherapie der Basedowschen Krankheit“, oder „Jod und Basedow“.

Rothschild-Spital

Im August 1931 übernahm Borak als Nachfolger von Isak Robinson (1874-1932) die Leitung der Röntgenabteilung am Rothschild-Spitals.[8]

Hier publizierte er unter anderem „Zur Entstehungsart der Hauptpigmentierung nach Röntgenstrahlungen“,[9]Röntgentherapeutischer Erfolg in einem Falle von sogenannter Kalgicht“,[10]Die Röntgentherapie bei Knochenkarzinommetastasen“,[11]Wovon hängt die strahlentherapeutische Heilbarkeit einer Neubildung ab?“,[12]Die biologischen Grundlagen der fraktionierten Bestrahlungsmethode bösartiger Geschwülste“,[13]Über radiogene Hyperkeratosen der Schleimhaut“, „Über die epidermiolytische Bestrahlungsreaktion“ sowie „Die strahlentherapeutische Bedeutung der Epitheliolyse mit spezieller Berücksichtigung der oro-phary-laryngealen Karzinome“.

Borak unterrichtete seit den 1920er Jahren an den Internationalen Fortbildungskursen der Wiener Medizinischen Fakultät[14] und hielt Vorträge auf zahlreichen wissenschaftlichen Kongressen zur Röntgenologie, darüber hinaus hielt er regelmäßig populärwissenschaftliche Vorträge an den Wiener Volkshochschulen, darunter am Volksheim. Im Jänner 1938 wurde er sowie die österreichischen Röntgenologen Leopold Freund (1868-1943) und Max Saglitzer (1884-1973) auf der 15. Tagung der deutschen Röntgenologen in der Tschechoslowakei zu korrespondierenden Mitgliedern der Vereinigung gewählt.[15]

Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Bibliothek der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Borak war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien sowie Ehrenmitglied der griechischen Röntgengesellschaft.

Darüber hinaus positionierte sich Borak in politischen und gesellschaftlichen Fragen. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Ärzte in Wien[16] und unterstützte seit den 1920er Jahren den Verein Keren Kajemeth LeIsrael. 1935 hielt er bei der Gesellschaft für Soziologie und Anthropologie ein Referat zum Thema „Es gibt keine jüdische Rasse“[17], womit er einen Gegenentwurf zu den biologistischen Rassenlehren der 1930er Jahre entwickelte und sich damit die Gegnerschaft der Nationalsozialisten zuzog. Zu diesem Thema hielt er noch weitere Vorträge unter anderem auch am Weltkongress jüdischer Ärzte in Tel-Aviv.[18] 1937 veröffentlichte er zudem die „Aufklärungsschrift gegen den Antisemitismus“.[19]

New York, Eastern District Naturalization Petitions, Index, 1865-1957, Borak Jonas, 1944.

Borak und seine Ehefrau, die 1938 in Wien 1, Reichsratsstraße 11, wohnhaft waren, wurden nach dem „Anschluss“ im März 1938 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Nachdem Borak von der Gestapo achtundachtzig Tage inhaftiert worden war und die internationale Presse von seinem Suizid berichtet hatte, intervenierte die American Medical Association wegen seines angeblichen Suizides, was seine Freilassung zur Folge hatte.[20] Daraufhin erhielt er von der New Yorker Universität die Einladung zu mehreren Vorträgen in die USA. Borak emigrierte im März 1939 von Wien über Antwerpen und Le Havre in Frankreich mit der SS Paris nach New York, wo er am 6. April 1939 eintraf. Seiner Ehefrau gelang im Juni 1939 die Flucht über Antwerpen und England nach New York.

In den USA erhielt Borak 1944 die US-Staatsbürgerschaft und arbeitete als Assistent und Röntgenologe am Goldwater Memorial Hospital, wo er 1945 den Aufsatz „Beneficial Effects of Roentgen Therapy in Advanced Cass of Rheumatoid Artritis“ publizierte, sowie am City Hospital in New York. An der New York Academy of Medicine sowie am New York University College of Medicine hielt er Vorlesungen. In den USA war er Mitglied der Fidelity Lodge der Free Sons of Israel.

Jonas Borak verstarb am 4. April 1949 in New York.

Find a grave: Borak Jonas, Emily.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0683, Borak Jonas (Nationalien Datum: 1914/15).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0061, Borak Jonas (Rigorosum Datum: 18.3.1921).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt., Zl. 23.927, Borak Jonas.

United States. Immigration and Naturalization Service, United States. National Archives and Records Administration, Passenger and crew lists of vessels arriving at New York, 1897-1942, Borak Jonas.

New York, Eastern District Naturalization Petitions, Index, 1865-1957, Borak Jonas, 1944.

Principal Akte verstorbener Ärzte der Vereinigten Staaten (AMA), 1864-1968, Deceased American Physicians: Vereinigte Staaten, Nachrufe, Borak Jonas.

Science, 13.5.1949, S. 503.

Literatur:

Borak, Jonas: Zur Physiologie der Gewichtsempfindung auf Grund von Versuchen an Amputierten. Aus dem physiologischen Institut der Universität Wien (Prof. Dr. A. Durig). Sonderdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien. Wien: In Kommission bei Alfred Hölder 1920.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Über den Einfluß des Säuren- und Basengehalts der Nahrung auf die Zusammensetzung des Harns wachsender Hunde. Aus der chemischen Abteilung des Wiener physiologischen Universitätsinstituts. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Braunschweig: Druck von Friedr. Vierweg & Sohn 1923.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas und Robert Lenk: Die diagnostische Auswertung von Röntgenbestrahlungseffekten. Aus dem Zentralröntgenlaboratorium des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (Vorstand: Prof. Dr. G. Holzknecht). Sonderdruck aus: Wiener Archiv für innere Medizin. Wien und Berlin: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas und Fritz Driak: Untersuchungen bei röntgenbestrahlten Melanosarkomen. Ein Beitrag zur Biologie der Strahlenwirkung. Aus dem Zentral-Röntgeninstitut des Allg. Krankenhauses (Prof. Holzknecht) und der III. medizinischen Klinik (Prof. Chvostek) Wien. Sonderdruck aus: Strahlentherapie. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Der derzeitige Stand der Röntgentherapie der Basedowschen Krankheit. Aus dem Zentral-Röntgeninstitut des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (Vorstand: Prof. Dr. G. Holzknecht). Sonderdruck aus: Strahlentherapie. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Jod und Basedow. Aus dem Zentral-Röntgeninstitut des Allgem. Krankenhauses in Wien (Vorstand: Prof. Dr. Holzknecht). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Buchdruckerei Bruno Bartelt 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Über radiogene Hyperkeratosen der Schleimhaut. Aus dem Röntgeninstitut des Spitals der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (Vorstand: J. Borak). Sonderdruck aus: Virchow’s Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin. Würzburg: Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz AG 1934.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Über die epidermiolytische Bestrahlungsreaktion. Aus dem Zentralröntgeninstitut des Allg. Krankenhauses, weiland Prof. Holzknecht (Stellvertr. Leiter: Doz. E.G. Mayer) und dem Röntgeninstitut des Spitals der israelitischen Kultusgemeinde (Primarius: Dr. J. Borak) in Wien. Sonderdruck aus: Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen. Leipzig: Verlag von Georg Thieme 1932.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Borak, Jonas: Die strahlentherapeutische Bedeutung der Epitheliolyse mit spezieller Berücksichtigung der oro-phary-laryngealen Karzinome. Sonderdruck aus: Strahlentherapie. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1934.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 41, 1921, Sp. 1783.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1920, S. 1165-1168.

[3] Psychologische Forschung, 1921, S. 374-389.

[4] Medizinische Klinik, Nr. 19, 1923, S. 644.

[5] Medizinische Klinik, Nr. 5, 1925, S. 163-164.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 17, 1929, S. 536-537.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 51, 1931, S. 1677-1680; Nr. 52, 1931, S. 1703-1709.

[8] Der Tag, 7.8.1931, S. 4.

[9] Medizinische Klinik, Nr. 36, 1933, S. 1206-1208.

[10] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1934, S. 1012-1013.

[11] Medizinische Klinik, Nr. 24, 1935, S. 782-785.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1937, S. 62-67.

[13] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 27, 1937, S. 736-739.

[14] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 32, 1928, S. 1047; Medizinische Klinik, Nr. 18, 1931. S. 672.

[15] Gerechtigkeit, 7.1.1938, S. 4.

[16] Arbeiter Zeitung, 26.5.1924, S. 2.

[17] Gerechtigkeit, 14.11.1935, S. 4.

[18] Der Tag, 3.4.1936, S. 8.

[19] https://juedisches-laa.at/juedisches-weinviertel/bes-eintraege-kassabuch/ [08.02.2026].

[20] New York State Journal of Medicine, 1.5.1949, S. 1084.

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