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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Peripheres Sehen, pseudophakes –

Peripheres Sehen, pseudophakes –

Peter Heilig

aus 6/2021 Concept Ophthalmologie

Geradezu ein Schattendasein führt das periphere Sehen; es ist scheinbar irrelevant, bleibt oft unbeachtet. Das periphere Gesichtsfeld wird bei Skotom-Verdacht geprüft, dann aber mit realitätsfremder Stimulation. Im Straßenverkehr und beim Sport werden die peripheren Sehfunktionen samt Kognition besonders gefordert; verbesserungswürdige Kunstlicht-Inszenierungen sind in diesem Zusammenhang jedoch selten hilfreich.

Störende optische Aberrationen nach IOL-Implantation oder cornealen Laserkorrekturen bleiben in den Untersuchungsräumen meist unbemerkt; es zählt ausschließlich der postoperative Visus centralis als verwertbares Qualitäts-Kriterium. Ein „signifikanter ‚Off – Axis Astigmatismus‘ im peripheren Strahlengang pseudophaker Augen reduziert jedoch deutlich die ‚Detection Sensitivity‘.“ Defokussierte Stimuli können oft unbemerkt unterschwellig werden. Dies impliziert eine höhere Fehleranfälligkeit samt Gefährdung der Sicherheit in Situationen, bei denen es besonders auf das periphere Sehen ankommt.

Basketballer, Handballer und Eishockey-Spieler etc. ‚leben vom peripheren Sehen“. Aufmerksame Beobachter bemerken, dass die Spieler im Ballbesitz nicht selten in eine andere Richtung schauen und erst nach einer ‚Finte‘ den Ball fehlerfrei in die Hände eines Mitspielers ‚passen‘, das heißt ihm exakt zuspielen. Dabei spielte der foveale Visus offenbar eine untergeordnete Rolle. Handball-Aktionen laufen ähnlich ab. Spitzensport-Beachballerinnen und -Netzspieler im Tennisdoppel haben Gegner, Partner, Netz und Linien ‚im Blick‘ , anscheinend auch ohne foveale Fixation. Diese hat der Ball ‚gepachtet‘, wie auf Sportreporter-Schnappschüssen leicht zu erkennen ist. 

Autofahrer auf mehrspurigen Autobahnen fahren weite Strecken ohne ihre ‚Nachbarn‘ auch nur ‚eines Blickes zu würdigen‘; die peripheren Seh-Eindrücke übernehmen diese Aufgabe. Foveal werden ‚Straßenkameraden‘ fixiert, falls sie verhaltensauffällig werden – dann aber mit strafendem Blick. Fußgänger am Straßenrand in der Nacht, bei Nebel oder Dämmerung können sich dem ‚Blick entziehen‘; dies liegt dann möglicherweise an suboptimalen, schlimmstenfalls unterschwelligen peripheren retinalen Abbildungen.

Strafrechtlich zieht bei daraus resultierenden möglichen Unfällen so gut wie immer der allenfalls Unschuldige die ‚rote Karte‘. Zusätzliche Blendungen, Überstimulationen (‚Distraction Blindness‘ durch z.B.Tagfahrlichter) und verschiedene IOL-Dysphotopsien lassen sich nur schwer ausschließen, werden aber in den Unfallprotokollen weder erfasst noch berücksichtigt. Die unterschätzten Multifokal-IOL-‚Handicaps‘ (besonders bei Blendung durch grell bläulichweißes KFZ-Licht, DRL oder tiefstehende Sonne) können hier nur am Rande erwähnt werden.

Die Photorezeptoren- Dichte nimmt peripher ab, parallel dazu die perimetrisch erfassbare retinale Sensitivität. IOL-Designer bemühen sich um hohe Abbildungsqualität, aber nur in einem deutlich eingeschränkten Bereich des hinteren Pols, ignorieren dadurch relevante Funktionen der Netzhaut-Peripherie wie das Dämmerungs- und Bewegungs-Sehen. Already for angles of 10° temporal retina and 15° nasal retina (!) the operated eyes had significantly more astigmatism.“  Mittlerweile wird eifrig (?) an der Optimierung peripherer Bildqualität in pseudophaken Augen gearbeitet. Harold Ridley hatte theoretisch recht, als er seiner Ur-Linse ihre damalige Gestalt gab – von technischen Problemen abgesehen. Doch ‚Lens-Refilling‘ (“ the ultimate goal „) ist nach wie vor ein ‚ungelegtes Ei‘.

Auch geringfügige Gesichtsfeld-Einschränkungen können sich im Straßenverkehr fatal auswirken. Oben erwähnte ‚Off – Axis – Astigmatismen im peripheren Strahlengang pseudophaker Augen‘ entziehen sich der Beurteilung zuständiger Experten: „This amount of astigmatism can reduce visual field sensitivity by 2.37 dB in the periphery“.

Die Natur kann bemerkenswert einfallsreich sein, wenn es darum geht die peripheren retinalen Stimuli unter ungünstigen Bedingungen (trübes, dunkles Wasser z.B.) zu optimieren. Speziell arrangierte Müller Zellen der Kaiman-Retinaperipherie, das Tapetum sowie Stäbchen-dominierte Retinae verbessern die ‚Signal-to-Noise Ratio‘, sodass Beute selbst unter ungünstigen Bedingungen aufgespürt wird, auch wenn grenzschwellig-lichtschwache Reize ausschließlich periphere Retina-Areale stimulieren.

Die Lichtindustrie produziert trotz besseren Wissens (zu -) viele suboptimale Lichtquellen, wie bläulichweiß-blendende KFZ-Scheinwerfer, isotrope Tagfahrlichter (s. Distraction Blindness), verbesserungwürdige Sportplatz- und unphysiologische Pisten-Beleuchtungen sowie manch fehlerhafte Innenbeleuchtung-Konstruktion samt -Design mit vermeidbar-kontraproduktiven Blend-Effekten.

Die scheinbar ‚antizipatorisch‘, wie reflexartig ablaufenden Reaktionen bei extrem schnellen Sportarten und in manch heiklen Straßenverkehrs-Situationen (‚near misses‘ z.B.) lassen sich allein mit trivialer Biophysik und Biochemie als Basis gedankenschnell- visueller und kognitiver Prozesse kaum erklären. Quantenphysikalische Prozesse, weitgehend unerforscht in diesem Zusammenhang, eröffnen neue Perspektiven, optimierte retinale (IOL-) Abbildungsqualität vorausgesetzt, zentral apriori, und unverzichtbar – auch PERIPHER.

Lit.:

Togka KA et al  (2020) Peripheral image quality in pseudophakic eyes. Biomed Opt Express 11;11(4):1892-1900

Agte S et al (2018) Muller glial cells contribute to dim light vision in the spectacled caiman (Caiman crocodilus fuscus): Analysis of retinal light transmission. Exp Eye Res. 2018 Aug;173:91-108

Wolfe B et al (2017) “More than the Useful Field: Considering peripheral vision in driving,” Appl. Ergon. 65, 316–325.

Jaeken B (2013) Comparison of the optical image quality in the periphery of phakic and pseudophakic eyes Comparative Study Invest Ophthalmol Vis Sci  1;54(5):3594-9.

Tabernero J et al (2012) Peripheral refraction in pseudophakic eyes measured by infrared scanning photoretinoscopy. Journal of Cataract and Refractive Surgery 38(5):807-815

Heilig P (2015) Quantenphysik und Auge. Concept Ophthalmol. 04/2015, 38-39 (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=16917)

Heilig P (2020) Distraction Blindness: Concept Ophthalmologie 9/2020 36-37     (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=36064)

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Interest.. übliche Formulierung

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Katharina und Peter Heilig
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https://youtu.be/k9k_wG5lacA

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Leseplätze in der Universitätsbibliothek über den Sommer 2021

Schmökern und Lesen – Bücherregale und Leseplätze der UB benutzbar!

Bis auf weiteres stehen 50 Lern- und Leseplätze in der Universitätsbibliothek zur Verfügung – es ist keine Online-Reservierung erforderlich.

Auch die Regalzonen (Freihandbereich, Lehrbuchsammlung, Magazin) und die monatliche Buchausstellung der Neuerwerbungen sind wieder zugänglich – es kann also nach Herzenslust in den Büchern geschmökert werden.

Bitte beachten:

– Ein 3G-Nachweis ist notwendig, um die Bibliothek zu betreten!

– Während des gesamten Aufenthalts in der Bibliothek ist eine FFP2- Maske zu tragen.

Vor der Leseplatzbenutzung bitte zuerst beim Informations- und Entlehnschalter anmelden (Contact Tracing!).

– Der Zugang zur Bibliothek ist weiterhin nur über den Eingang an der Nordseite des AKH möglich.

Wegbeschreibung und weitere Informationen: https://ub.meduniwien.ac.at/ueber-uns/standorte/lageplan-hauptbibliothek/pop-up-counter/

 

 

„Aus den Büchern“ der medizinhistorischen Bibliotheken der Ub MedUni Wien [20]: Exlibris Hans Höferl

Im Van Swieten Blog werden exemplarisch digitalisierte Exlibris aus medizinhistorischen Büchern „Exlibris in situ“, der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, präsentiert, die im  Bibliothekskatalog recherchierbar sind.

Exlibris Hans Höferl


Memento mori Exlibris

Tondo: Im Zentrum liegt ein Totenkopf (Frontalansicht) mit einer durch Punktwolken angedeuteten Gloriole auf einer Hand, die diesen von hinten mit den Fingern am Kieferknochen umfasst, welche wiederum auf einem aufgeschlagenen Buch liegt. Im Reif oben steht „EXLIBRIS“. Die Versalien befinden sich in Auflösung dargestellt durch Punktwolken in dynamischer Bewegung. Im unteren Bereich des Reifs wird das Buch reliefartig in den Vordergrund gerückt und verleiht der Szenerie eine bedeutungsvolle Atmosphäre durch den lesbaren Satz: „Einstweilen bis der Bau der Welt Philosophie zusammenhält Erhält sie das Getriebe Durch Hunger und durchliebe“. Im Reif unten steht der Eignername „Hans Höferl“. Im Reif ist mittig rechts mit „Schaupp“ signiert. Rechts unten befindet sich ein Backenzahn mit einem eingeschriebenen „Z“.

Exlibris in situ:

Buch
Zahnersatz durch Kronen / Brücken und Kleinprothesen : 1. Die Grundlagen des Zahnersatzes und sein Entwurf
Koller, Karl Christian [VerfasserIn]
1943

Buch

Zahnersatz durch Kronen / Brücken und Kleinprothesen : 2. Die Ausführung des Zahnersatzes
Koller, Karl Christian [VerfasserIn]
1943

@Exlibris-Eigner, Dentist Hans Höferl in Anno: URL: https://anno.onb.ac.at (Stand: 21.06.2021)

@Exlibris-Künstler, Richard Schaupp im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: URL: https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&cqlMode=true&query=nid%3D127961887 (Stand: 21.06.2021)
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Ein Exlibris ist ein grafisch gestalteter Eigentumsvermerk, der entweder in Zettelform auf die Innenseite von Bucheinbänden geklebt oder eingestempelt wird. Bucheignerzeichen gibt es bereits seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Sie stellen neben ihrer kunst- und kulturhistorischen Bedeutung auch ein wichtiges Provenienzmerkmal dar, da der Weg eines Buches nachvollzogen werden kann. Aufgrund vielfältigster Exlibris von künstlerischem Wert sind diese auch begehrte Objekte von Sammlungen und buchkünstlerischer Betätigung „Exlibris-Kunst“ geworden.

2021-07: FRESH eBOOKS: Trends in Cerebrovascular Surgery and Interventions; Digitale Volumentomographie; Viszeralchirurgische Operationen und technische Varianten : Ösophagus – Leber – Pankreas – Endokrine Chirurgie – Metabolische Chirurgie…

Alle aktuellen eBooks der Universitätsbibliothek können im Volltext  am Campus der MedUni Wien oder via Remote Access (OFF Campus) abgerufen werden.


Kürzlich lizenzierte eBooks:

1
E-Book

Trends in Cerebrovascular Surgery and Interventions

Esposito, Giuseppe [HerausgeberIn]Regli, Luca [HerausgeberIn]Cenzato, Marco [HerausgeberIn]Kaku, Yasuhiko [HerausgeberIn]Tanaka, Michihiro [HerausgeberIn]Tsukahara, Tetsuya [HerausgeberIn]
2021
 
2
E-Book

Generationenmanagement in Arzt- und Zahnarztpraxis : Von Jung bis Alt ein starkes Team

Lütkehaus, Isabell [VerfasserIn]Kock, Stephan F [VerfasserIn]

2021

 

3
4
5
E-Book

Making Healthcare Safe : The Story of the Patient Safety Movement

Leape, Lucian L [VerfasserIn]

2021

 

6
 
7
E-Book

Digitale Volumentomographie

Lübbers, Heinz-Theo [HerausgeberIn]Dula, Karl [HerausgeberIn]

2021

 

8
E-Book

Viszeralchirurgische Operationen und technische Varianten : Ösophagus – Leber – Pankreas – Endokrine Chirurgie – Metabolische Chirurgie

Korenkov, Michael [HerausgeberIn]Germer, Christoph-Thomas [HerausgeberIn]Lang, Hauke [HerausgeberIn]

2021

 

9
E-Book

Benigne Ösophaguserkrankungen : Operative und endoskopische Therapie

Gockel, Ines [HerausgeberIn]

2021

 10

E-Book

Die neurologische Untersuchung : Schneller Überblick – spezielle Fragestellungen

Kermer, Pawel [HerausgeberIn]Rohkamm, Reinhard [HerausgeberIn]
2021
 

Covid-19-bedingte ÖFFNUNGSZEITEN/Leseplätze

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Senden Sie bitte folgende Unterlagen in eingescannter oder fotografierter Form (gut leserlich!) an bibliothek@meduniwien.ac.at:

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Anmeldeformular
  • Zusätzlich müssen alle Personen, die keine MedUni Wien Studierende/Angehörige sind eine aktuelle Meldebescheinigung und ggf. Studierendenausweis, -bestätigung, Schüler*innenausweis, Bestätigung einer aktuellen Ausbildung, etc. (siehe https://ub.meduniwien.ac.at/services/benutzung-bibliothekskarte/ ) übermitteln.

Auch die Verlängerung einer bereits aktiven Bibliothekskarte ist per E-Mail möglich.

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Hier finden Sie die genaue Anleitung, wie Sie die gewünschten Medien über Ihr »Benutzer*innenkonto vormerken können »PDF

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Herausragende Publikationen der MedUni Wien

Die Universitätsbibliothek stellt DIE medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access  zur Verfügung. Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR (geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Exemplarisch werden hier Arbeiten der MedUni Wien, die in Top-Journalen publiziert worden sind, zum Nachlesen präsentiert:

Andreas Greinacher, Thomas Thiele, Theodore E. Warkentin, Karin Weisser, Paul A. Kyrle, Sabine Eichinger
N Engl J Med. 2021 Apr 9 : NEJMoa2104840. Published online 2021 Apr 9. doi: 10.1056/NEJMoa2104840
PMCID:
PMC8095372
 
Ankit Bharat, Tiago N Machuca, Melissa Querrey, Chitaru Kurihara, Rafael Garza-Castillon, Jr, Samuel Kim, Adwaiy Manerikar, Andres Pelaez, Mauricio Pipkin, Abbas Shahmohammadi, Mindaugas Rackauskas, Suresh Rao KG, K R Balakrishnan, Apar Jindal, Lara Schaheen, Samad Hashimi, Bhuvin Buddhdev, Ashwini Arjuna, Lorenzo Rosso, Alessandro Palleschi, Christian Lang, Peter Jaksch, G R Scott Budinger, Mario Nosotti, Konrad Hoetzenecker
Lancet Respir Med. 2021 May; 9(5): 487–497. Published online 2021 Mar 31. doi: 10.1016/S2213-2600(21)00077-1
PMCID:
PMC8012035
 
Isabelle Weinhofer, Paulus Rommer, Bettina Zierfuss, Patrick Altmann, Martha Foiani, Amanda Heslegrave, Henrik Zetterberg, Andreas Gleiss, Patricia L. Musolino, Yi Gong, Sonja Forss-Petter, Thomas Berger, Florian Eichler, Patrick Aubourg, Wolfgang Köhler, Johannes Berger
Nat Commun. 2021; 12: 1816. Published online 2021 Mar 22. doi: 10.1038/s41467-021-22114-2
PMCID:
PMC7985512
 
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Yevgeniy Gindin, Chuhan Chung, Zhaoshi Jiang, Jing Zhu Zhou, Jun Xu, Andrew N. Billin, Robert P. Myers, Zachary Goodman, Abdolamir Landi, Michael Houghton, Richard M. Green, Cynthia Levy, Kris V. Kowdley, Christopher L. Bowlus, Andrew J. Muir, Michael Trauner
Hepatology. 2021 Mar; 73(3): 1105–1116. Published online 2021 Feb 28. doi: 10.1002/hep.31488
PMCID:
PMC8048608
 
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Ausstellung und Verlängerung der Bibliothekskarte per E-Mail

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  • Vollständig ausgefülltes und unterschriebenes
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    aktuelle Meldebestätigung und ggf. Studierendenausweis, -bestätigung, Schüler*innenausweis, Bestätigung einer aktuellen Ausbildung, etc. (siehe https://ub.meduniwien.ac.at/services/benutzung-bibliothekskarte/ ) erforderlich.

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Kriegsgötterdämmerung

Kriegsgötterdämmerung

„Intitolata Bonaparte von Luigi van Beethoven“ stand am Titelblatt der „Sinfonia Eroica, composita per festiggiare il sovvenire di un grand´uomo“.*

Beethovens Tilgung dieser Widmung rüttelte auf aus Lethargie wie Haydns ‚Paukenschlag‘, erschütterte wie ein Donnerkeil Jupiters. Verachtung trat an die Stelle von Bewunderung. Vergessen waren ‚liberté, égalité und fraternité‘ – für Europa, wie vergeblich erhofft. Dem ‚großen Mann‘ stand der Sinn nach noch ‚Höherem‘.

„Ist er auch nichts anderes wie ein gewöhnlicher Mensch? Nun wird er alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen, er wird sich nun höher als alle anderen stellen, ein Tyrann werden!“  (Ferdinand Ries: Beethovens Stoßseufzer).

Gesalbt (Pius VII), gekrönt (Selbst) und bejubelt (- vom Mosaik-Monster Klerus/Adel/Militär) missbrauchte der neue ‚Kaiser der Franzosen‘ die selbstgebastelte Macht; nach gnadenloser Ausbeutung geknechteter Länder rekrutierte er seine Soldaten aus diesen. Höchste Ämter und Titel wurden disponiblen Subalternen verliehen, vor Allem auch Verwandten – im Sinne reibungsloser Vetternwirtschaft (Nepotismus), mit bewährter Erfolgs-orientierter Heiratspolitik. Der Tross des ‚commandant suprême‘ bestand aus einer sechs(!)spännigen Kutsche, zwei Butlern, drei Köchen, sechs Dienern und acht Pferdeknechten, zweiundfünfzig Kutschen seines Stabes, ungezählten Versorgungs-Fuhrwerken sowie einem prachtvoll ausgestatten ‚Garderobewagen‘.

Niemand sollte genialen Kriegsheroen ihre taktisch-strategischen Schachzüge kleinreden – aber um Schachfiguren handelte es sich eben doch nicht bei ‚Bauern- (und anderen) Opfern. Francisco de Goya schrieb Geschichte mit ‚Les désastres de la guerra‘, auch Callot mit ‚Les Grandes Misères de la guerre‘ und nicht zuletzt Picasso mit seiner unsterblichen ‚Guernica‘. Als ehernes Gesetz folgt jeder Apotheose der Denkmalsturz; dies lehrt die Geschichte. Alexander, Caesar, Augustus, auch Kaiserinnen wurden zeremoniell zu ‚Göttern erhoben‘ – passager. Sämtliche neuzeitlichen trüben Epigonen verdienen nicht erwähnt zu werden: Folg‘ nur dem alten Spruch und meiner Muhme, der Schlange. Dir wird gewiß einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange!“ 
JW Goethe Faust I, Studierzimmer.

Nikita Chruschtschow prangerte in einer mehrstündigen Philippika Personenkult, Genozide, Terror, Liquidierungen und Massendeportationen an. Danach wurde ihm ein Zettel gereicht – mit der Frage: ‚Was tatest Du, als ‚jener‘ diese Verbrechen beging? Chruschtschow las die Frage vor und sagte: „Ich bitte den Fragesteller aufzustehen.’ Niemand rührte sich. ‚Das’ sagte Chruschtschow, ‚ist nämlich genau das, was ich getan habe, während ‚jener‘ an der Macht war.“ Nikita C. wurde zur ‚Unperson‘ erklärt und an der Kremlmauer (posthumer ‚walk of fame‘) fand sich auch kein Platz, im Gegensatz zu ‚jenem‘.

Kriegshelden treiben weiter ihr Unwesen. „Ihre eigene Haut steht nicht auf dem Spiel. Sie tragen mit krimineller Politik vielmehr die Haut anderer zu Markte.“ (N. Taleb). Unglaublich – kein einziger Tag verging auf diesem Planeten ohne Säbelrasseln. Euphorisiert, vernebelt von hohlen Phrasen und Parolen zogen irregeführte ‚Hurra-Patrioten‘ in den Krieg, Blümchen-geschmückt, jubelnd und singend, mit Kampfliedern, wie etwa „Die Brust im Gefechte gelüftet“ – als Kanonenfutter – siehe ‚Forlorn Hope‘-Kompanien (Les Enfants perdus, Schweizer Knabenschaften etc.).

Das toxischeste aller ‚Entlaubungsmittel‘2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD)‚Agent orange‘ – Beispiel für die ‚chemische Kriegsführung‘: Insgesamt wurden  45.677.937 Liter TCDD über Vietnam versprüht (zuletzt Jan. 1971), zusätzlich zahllose andere toxische Chemikalien. Bis heute leiden Millionen Menschen an diesen Spätfolgen einer besonders infamen Art der Gewalt. Kriegs- und andere Verbrechen sowie Gewalt gegen Frauen etc. ‚perpetuieren‘ sich, es sei denn, der homo sapiens sapiens findet ‚Zurück zur Vernunft‘ (Rust H (2002): Wenn Gurus, Powertrainer und Trendforscher nicht mehr weiterhelfen. Gabler) oder – es entstehen neue ‚Schulen der Diktatoren‘ (Erich Kästner, Lustspiel:

„Das Stück wurde 1957 in den Kammerspielen München uraufgeführt. Diese satirische Komödie gehört zu den wichtigen antitotalitären Werken der Weltliteratur. In einem imaginären Staat fällt ein auf Lebenszeit installierter Diktator einem Attentat zum Opfer und wird von seinen Satrapen durch immer neue Imitationen ersetzt, ohne daß das Volk etwas davon merkt“). So unwahrscheinlich dies klingt – ut fama loquitur (oder doch nur ein Gerücht?) – es soll tatsächlich vorgekommen sein..

‚Verursacher‘, in imperialer Aura ihres ‚Gottesgnadentums‘, erklärten den Krieg, bewaffnet mit einem Federkiel dazumals, wie der „Gute Alte Kaiser“, auf Sommerfrische weilend, in Bad Ischl. Rasches Handeln tat not – um „einer Friedensinitiative (horribile dictu) der Triple-Entente zuvorzukommen“. Das Weltreich Alexanders ‚des Großen‘ zerfiel durch die Händel seiner „Diadochen“. Sogar das Land, ‚in dem die Sonne nie unterging‘, schrumpfte auf eine überschaubare ‚Größe‘ – immerhin finden dort Atomverhandlungen statt – allerdings nur ‚bedingt‘..

„Als zum erstenmal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: Wir haben verdient! Lasst uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!“ (Karl Kraus)

EPILOG: Wer wird die Kinder beschützen? – und deren Kinder? – und . . ?

Epigenetische Prägung: „Es kann mehrere Generationen dauern um epigenetischen Folgen von Armut, Krieg und Vertreibung zu ‚heilen‘ (EBM).

*„Heldensymphonie, niedergeschrieben um das Andenken an einen großen Mann zu feiern“. Beethoven hielt die Eroica für sein bedeutendstes Werk.

Gottesgnadentum: „himmlischer Wille vertraue alles Irdische zur ‚Lenkung‘ an“  (”curae nutu suo caelesti terrena omnia moderanda commisit”)

Ares, der Ur-Kriegsgott hatte keine guten Karten, auch keine gute Presse. Als er beim Techtelmechtel mit Aphrodite in flagranti erwischt wurde, gefangen im kunstvoll gestalteten Netz des Hephaistos (ihr Gatte), erscholl vom Olymp ‚homerisches Gelächter‘. Vor Troja unterliegt er, ein simpler ‚Haudrauf‘, der ‚mit Besonnenheit‘ kämpfenden Athene. Als Ares wütend zu seinem Vater eilte, um sich über das Vorgehen Athenes zu beschweren, begegnete ihm Zeus mit eisiger Ablehnung. „Ares kannte kein Erbarmen, war aggressiv, blutrünstig und grausam. Es war ihm ein Vergnügen in die Schlachten der Menschen einzugreifen und sie gegeneinander aufzuhetzen. Besondere Freude bereiteten ihm Massaker, Plünderungen sowie das Brechen von Knochen“.   https://griechische-goetter.info/ares/

alternative Fakten: Ares „wurde mit Aphrodite (seine Halbschwester) vermählt“. Hunger H (1959) Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Hollinek. Wie heute, so auch in grauer Vorzeit, ließ die Qualität seriöser und zuverlässiger Berichterstattung sehr zu wünschen übrig.

H Maier (2014) Apotheose und Denkmalsturz. Diktatoren im 20. Jahrhundert

http://hhmaier.de/wp-content/uploads/2014/11/Diktatoren_im_20_Jahrhundert.pdf

Tuchman B (2001) Die Torheit der Regierenden. Von Troja bis Vietnam. Fischer. (im Original: „The March of Folly“ )

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Leseplätze in der Universitätsbibliothek über den Sommer 2021

Bis auf weiteres stehen 50 Leseplätze in der Bibliothek zur Verfügung – es ist keine Reservierung erforderlich.

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Die Leseplätze stehen über den Sommer jedem/jeder BibliothekbenutzerIn zur Verfügung.