Archiv der Kategorie: Medizingeschichte

Medizingeschichte Josephinische Bibliothek Obersteiner

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [103]: Hellwig, Christoph von: Fasciculus Unterschiedlicher alten raren und wahren Philosophischen Schrifften Vom Stein der Weisen…, 1719.

Zum 300. Jubiläum: Hellwig, Christoph von: Fasciculus Unterschiedlicher alten raren und wahren Philosophischen Schrifften Vom Stein der Weisen, Aus einem alten Lateinischen Manuscripto ins Teutsche übersetzet, Nebst einer curiosen Epistel, Von denen Duum Viris Hermeticis Fœderatis, und einer Vorrede von einem wunderbaren vermischten uncorrosivischen Menstruo ex Macro- & Microcosmo die Metallen zu solviren, Von Lic. Christoph von Hellwig, Med. Pract. Erff. Leipzig und Bremen: Verlegts Johann Andreas Grimm 1719.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 48935]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1     Hellwig, Christoph von

Christoph von Hellwig (*15.07.1663 Kölleda/Thüringen, gest. 27.05.1721 Erfurt) war ein deutscher Mediziner und zählt zu den Vertretern der medizinischen Frühaufklärung. Er studierte zunächst in Jena und Erfurt Philosophie, bevor er sich dem Medizinstudium zuwandte, das er 1688 abschloss. Noch im selben Jahr ließ er sich als Arzt in Weißensee (Thüringen) nieder, bevor er 1693 nach Frankenhausen (Thüringen, heute: Bad Frankenhausen) weiterzog. 1696 wurde er zum Stadtphysikus von Tennstedt in Thüringen ernannt. – In seiner Zeit in Tennstedt konzipierte er eine neuartige Zahnbürste, deren Griff aus Holz oder Metall bestand und deren Borsten aus Pferdehaar waren und brachte diese regional in Umlauf.

1712 zog Hellwig nach Erfurt, da er sich dort stärker auf seine publizistische Tätigkeit konzentrieren konnte. Er stellte zahlreiche kompilatorische Werke zusammen und publizierte für ein Publikum, das sowohl aus Fachleuten als auch aus Laien bestand, eine Fülle an Unterrichtswerken zur medizinisch-pharmazeutischen Selbsthilfe, die er zusätzlich mit hauswirtschaftlichen Publikationen flankierte. Um auch ein Laienpublikum für seine Schriften zu interessieren veröffentlichte er seine Werke auf Deutsch. „H[ellwig, Anm.] zählt zu den Vertretern der medizinischen Frühaufklärung, der sich insbesondere um die Durchsetzung der deutschen Sprache als Medium der Medizin und Naturkunde verdient machte.“[1]

Schon in seiner Tennstedter Zeit kam von Hellwig mit den Schriften von Mauritius Knauer (1613-1664) in Berührung. Knauer, der in Wien und Heiligenkreuz ausgebildet worden war, war von 1659 bis 1664 Abt des Zisterzienserklosters Langheim in Oberfranken im Erzbistum Bamberg. Knauer hatte mit seiner Schrift Calendarium Oeconomicum Perpetuum Practicum den Grundstein für den späteren Hundertjährigen Kalender gelegt. Dieses Calendarium […] sollte Knauer und seinen Mönchen dazu dienen das Wetter vorherzusagen um die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren. Knauer stützte sich dabei auf klassische astrologische Vorstellungen. Von Hellwig veröffentlichte dieses Calendarium erstmals 1700 – er ließ dabei die lateinischen Passagen einfach weg, verkürzte die von Abt Mauritius Knauer für 312 Jahre erstellte Planetentafel auf 100 Jahre (1701-1800) und behauptete das Calendarium sei 100 Jahre alt. 1704 erschien eine weitere Ausgabe und ab 1720 wurde es unter dem Titel Hundertjähriger Kalender veröffentlicht. Von Hellwig hatte sich intensiv mit medizinischen und astrologischen Schriften befasst – darunter auch mit Alchimie, also mit der Produktion des Steins der Weisen. 1719 gab er schließlich eine Kompilation der ihm bekannten Schriften zur Alchimie und der Produktion des Steins der Weisen heraus:

Hellwig, Christoph von: Fasciculus Unterschiedlicher alten raren und wahren Philosophischen Schrifften Vom Stein der Weisen, Aus einem alten Lateinischen Manuscripto ins Teutsche übersetzet, Nebst einer curiosen Epistel, Von denen Duum Viris Hermeticis Fœderatis, und einer Vorrede von einem wunderbaren vermischten uncorrosivischen Menstruo ex Macro- & Microcosmo die Metallen zu solviren, Von Lic. Christoph von Hellwig, Med. Pract. Erff. Leipzig und Bremen: Verlegts Johann Andreas Grimm 1719.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 48935]

Abb. 2    Titelblatt: Hellwig: Fasciculus […]. Leipzig und Bremen: 1719.

„Der Stein der Weisen (lat.: Lapis philosophorum) bezeichnet in der Alchemie die zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert entwickelte Vorstellung von einem „Stein“, Lapis philosophorum, der aus einer Substanz bestehen soll, die unedle Metalle in edle Metalle und vor allem in Gold und Silber verwandeln könne. Der Stein der Weisen stellt aber auch das Prinzip der Transmutation, der Heilung und Läuterung dar. Bestimmt für den Einsatz gegen vielfältige Mangelzustände und Disharmonien, gilt der Stein, dem auch eine verjüngende Wirkung zugeschrieben wird, als Allheilmittel von höchster Reinheitsstufe und als Symbol für die Umwandlung des niederen in das höhere Selbst.“[2]

Quellen:

Sander, Sabine: Hellwig, Christoph (von). In: Enzyklopädie Medizingeschichte. Hrsg. von Werner E. Grabek u.a. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2005. S. 566.

Hellwig, Christoph von, Mediziner, *15.7.1663 Kölleda (Thüringen), +27.5.1721 Erfurt. In: Deutsche biographische Enzyklopädie (DBE). Hrsg. von Walther Killy + und Rudolf Vierhaus. Band 4 Gies-Hessel. München u.a.: K. G. Saur 1996. S. 570.

[1] Hellwig, Christoph von, Mediziner, *15.7.1663 Kölleda (Thüringen), +27.5.1721 Erfurt. In: Deutsche biographische Enzyklopädie (DBE). Hrsg. von Walther Killy + und Rudolf Vierhaus. Band 4 Gies-Hessel. München u.a.: K. G. Saur 1996. S. 570.

[2] Wikipedia, Stand: 09.04.2019. https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_der_Weisen

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [102]: Barth, Joseph: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: bey Anton Gassler Buchhändler 1786.

Barth, Joseph: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: bey Anton Gassler Buchhändler 1786.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-842]

 Text: Dr. Walter Mentzel

   

 

Abb. 1    Portait: Joseph Barth

Joseph Barth (*18.10.1745 in La Valetta/Malta, gest. 07.04.1818 Wien) war Augenarzt und Anatom. In einem Nekrolog hieß es 1818 zu seiner sehr frühen Hinwendung auf die Anatomie, dass er „schon in seiner frühesten Jugend einen solchen unwiderstehlichen Hang zur Zergliederungskunst besaß, dass er schon damals kein Bedenken trug, sich auf alle Art und Weise nicht nur Tierkörpper, sondern auch menschliche Cadaver zu verschaffen“.[1]

Barth studierte zunächst in Rom und darauf in Wien Medizin, wo er das Studium 1772 abschloss und sich danach bei Michael John Baptiste de Wenzel (1724-1790) an der Universität Wien zum Staroperateur und durch Anton von Störck (1731-1803) zum Chirurgen ausbilden ließ. 1773 erhielt Barth das Lektorat und 1774 die ordentliche Professur in den Fächern Augenheilkunde und Anatomie; eine erstmalige öffentliche Professur in diesem Fach an einer Universität. Zwei Jahre später wurde er Leibarzt von Kaiser Joseph II (1741-1790) und eröffnete eine Augenheilanstalt an der er tausende Staroperationen durchführte. Daneben modernisierte er an der Universität Wien den anatomischen Unterricht u.a. schuf er eine Sezieranstalt zu Übungszwecken für Studierende, einen erstmals amphitheatralisch angelegten anatomischen Lehrsaal sowie eine Fachbibliothek, gespeist aus seiner Privatbibliothek und ein Museum, in dem er anatomisch-pathologische Präparate herstellte und sammelte und, die nach dem Ankauf von Joseph II den Kern der Anatomischen Sammlung der Universität Wien bildeten. Ebenso schuf er eine Sammlung chirurgischer Instrumente. 1789 begann Barth im Auftrag des Kaisers an der seit 1785 bestehenden k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Akademie (Josephinum) mit der Ausbildung von Augenärzten.

Abb. 2    Titelblatt: Barth: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: 1786.

Barth, Joesph: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: bey Anton Gassler Buchhändler 1786.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-842]

Abb. 3    Barth: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: 1786. Tafel II.

Abb. 4    Barth: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: 1786. Tafel II.

Zu seinen berühmtesten Schülern zählen Johann Adam Schmidt (1759-1809) und Georg Joseph Beer (1763-1821). Beer begründete 1812 die erste ordentliche Lehrkanzel für Augenheilkunde im Allgemeinen Krankenhaus sowie die erste Universitäts-Augenklinik der Welt. Beer fertigte auch die Vorlagen (61 gezeichnete Tafeln) zum Hauptwerk von Barth „Anfangsgründe der Muskellehre“ aus dem Jahr 1786 an. Nach der von ihm angestrebten Beendigung seiner universitären Lehrtätigkeit 1791, im Todesjahr von Joseph II, widmete sich Barth nur mehr seiner privaten Anstalt. Joseph Barth starb am 7. April 1818 in Wien.

Abb. 5    Barth: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: 1786. Tafel VI.

Abb. 6    Barth: Anfangsgründe der Muskellehre. Wien: 1786. Tafel VI.

Quellen:

Barth, Joseph, Ophthalmologe, Archäologe, *18.10.1745 La Valetta (Malta), +7.4.1818 Wien. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. Hrsg. von Dietrich von Engelhardt. Bd. 1. A-Q. München: K. G. Saur 2002. S. 34.

Beer, Joseph Georg: Nekrolog. In: Vaterländische Blätter. 29.4.1818. S. 1.

[1] Vaterländische Blätter, 29.4.1818, S. 1.

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Zum 175. Todestag: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [101]: Wirer, Franz von: Ischl und seine Heilanstalten. Ein Handbuch für Aerzte und Laien, welche diesen Kurort und seine Umgebung in heilstättiger oder pittoresker Beziehung zu kennen oder besuchen wünschen. 1842

Zum 175. Todestag: Wirer, Franz von: Ischl und seine Heilanstalten. Ein Handbuch für Aerzte und Laien, welche diesen Kurort und seine Umgebung in heilstättiger oder pittoresker Beziehung zu kennen oder besuchen wünschen. Wien: Verlag der Buchhandlung Pfautsch & Companie 1842.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-2796]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1     Franz von Wirer, 1835 [Lithographie von Josef Kriehuber (1800-1876)]

Franz von Wirer (*2.4.1771 Korneuburg, gest. 30.3.1844 Wien), dessen Todestag sich im März 2019 zum 175 Mal jährt, war ein österreichischer Leibarzt von Kaiser Franz II./I. (1768-1835), Rektor der Universität Wien und gilt als Begründer der Solebadekur in Bad Ischl.

Franz von Wirer war der Sohn eines Wundarztes und studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien seit 1787 Medizin. Zu seinen wichtigsten Lehrern zählte Maximilian Stoll (1742-1787), der 1776 die Nachfolge Anton de Haens (1704-1776) als Leiter der Ersten medizinischen Klinik der Universität Wien angetreten hatte. Von Wirer trat schon während seines Studiums in ein Militärspital ein und wurde 1789 mit der Leitung eines Spitals in der Walachei beauftragt. Nach dem Frieden von Sistowa am 4. August 1791 im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg wurde er mit der Rückführung sämtlicher österreichischen Kriegsgefangenen aus Konstantinopel betraut. Danach diente er bis 1798 als Bataillonsarzt in der österreichischen Armee. Im Anschluss daran setzte er seine Studien an der 1785 gegründeten k.k. medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie fort, wo er 1799 zum Doktor der Chirurgie und 1800 zum Doktor der Medizin promoviert wurde. Von Wirer erlangte als konsultierender Arzt in Wien bald hohes Ansehen und zählte neben vielen hochgestellten Persönlichkeiten auch Mitglieder des Kaiserhauses zu seiner Klientel und wurde einer der Leibärzte von Kaiser Franz I.

Nachdem der ehemalige Militärarzt Josef Götz (1774-1839), der als Salinenpysikus 1807 nach Bad Ischl gekommen war, seine therapeutischen Erfolge mit Solebädern publiziert hatte, wurde von Wirer auf ihn aufmerksam. Wirer hatte die Idee in Bad Ischl, das sich auch wegen seiner schönen Lage und guten Klimas, hervorragend dazu eignete, ein Solebad zu errichten. Er entwickelte dieses Vorhaben generalstabmäßig: einerseits ließ er 1823 gemeinsam mit Josef Götz die erste österreichische Solebadeanstalt und andere Kurzwecken dienende Institutionen errichten, andererseits kümmerte er sich auch, eine Ganzheitstherapie propagierend, um gastronomische Infrastruktur – so holte er den Wiener Konditor Johann Zauner (1803-1868) nach Ischl. Erst durch Wirers Renommee gelang Ischl der Durchbruch als Kurbad, wobei seine Verbindungen ins Kaiserhaus besonders hilfreich waren. Der Ruf von Bad Ischl verbreitete sich in Windeseile in ganz Europa – schon im Gründungsjahr sollen über 10.000 Kurgäste nach Ischl gekommen sein. Neben dem „Wirerspital“ wurden ein Dampfbad und ein Schlammbad errichtet, der Kurpark eröffnet, ein Theater gebaut. Bad Ischl entwickelte sich damit zu dem Treffpunkt der Wiener und internationalen Gesellschaft.

1842 erschien von Wirers Werk über die Bad Ischler Heilanstalten:

Wirer, Franz von: Ischl und seine Heilanstalten. Ein Handbuch für Aerzte und Laien, welche diesen Kurort und seine Umgebung in heilstättiger oder pittoresker Beziehung zu kennen oder besuchen wünschen. Wien: Verlag der Buchhandlung Pfautsch & Companie 1842.

Abb. 2    Titelblatt: Wirer: Ischl und seine Heilanstalten […]. Wien: 1842.

Franz von Wirer gehörte der Medizinischen Fakultät der Universität Wien an und war 1836/37 Rektor der Universität Wien. Er gehörte zu den Mitinitiatoren und Gründungsmitgliedern der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Franz von Wirer starb hochangesehen am 30. März 1844 in Wien und liegt in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof begraben.

Quellen:

Wirer, Franz Ritter von Rettenbach, österr. Mediziner, Kurarzt, *1771 Korneuburg (Niederösterreich), +30.3.1844 Wien. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. Hrsg. von Dietrich von Engelhardt. Bd. 2. R-Z Register. München: K. G. Saur 2002. S. 688.

Wirer, Franz W. Ritter von Rettenbach. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. 2. Auflage. Fünfter Band Sambucus-Zypern mit 64 Bildnissen. Berlin und Wien: Urban & Schwarzenberg: 1934. S. 967-968.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [100]: Rückschau und Vorschau

Aus den medizinhistorischen Beständen der UB MedUni Wien: Rückschau und Vorschau

Text von Harald Albrecht, BA und Dr. Walter Mentzel

Seit Oktober 2017 werden von den beiden Mitarbeitern der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, Harald Albrecht und Walter Mentzel wöchentlich Blogbeiträge zu medizinhistorischen Büchern aus dem Bestand der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien präsentiert. Damit soll der vielfältige und inhaltlich differenzierte Bücherbestand, der sich über eine mehr als zweihundertjährige Periode hindurch kontinuierlich und Großteils aus Schenkungen zusammengefügt hatte, dargestellt werden. Damit sollten auch die vielfältigen Entwicklungen der Medizingeschichte, wie Forschungseinrichtungen, die Sanitätsverwaltung, die Gründung medizinischer Bibliotheken und die medizinische Forschung generell bespielhaft angerissen werden. Dies gilt ebenso für die Dokumentation des medizinischen Studienfaches an der ehemaligen Medizinischen Fakultät der Universität Wien, der Sanitätsentwicklung der Stadt Wien aber auch der Ausbreitung der „Wiener medizinischen Schulen“ in den Kronländern der ehemaligen Habsburgermonarchie. Parallel dazu kam es zu einer erstmaligen Tiefenerschließung des Bibliotheksbestandes, der neben der historischen Kontextualisierung des Bücherbestandes auch Recherchen zu den Autoren der Bücher einbezog um vorhandene biografische Lücken zu schließen. Um der Diversität des Bibliotheksbestandes gerecht zu werden wurde versucht Schwerpunkte und Themencluster zu setzten, die künftig in der Blogserie erweitert werden sollen. Dazu zählen:

  • Einen Schwerpunkt der Blogbeiträge bilden Büchersammlungen, die wegen ihrer inhaltlichen Thematik eine Einheit bilden, heute jedoch nur mehr virtuell identifizierbar sind. Dazu gehören u.a. die zirka 200 Bucheinheiten umfassende Sammlung „Cholera-Epidemie 1831-1832“.
  • Büchersammlungen die aus Schenkungsvorgängen von MedizinerInnen von Kliniken und Instituten und von Mitarbeitern der ehemaligen Medizinischen Fakultät stammen. Darunter die Büchersammlung von Heinrich von Bamberger, der zwischen 1872 und 1888 an der II. medizinischen Klinik im AKH Wien wirkte und spätestens 1913 die historische Klinikbibliothek Max Neuburger überließ, der zu dieser Zeit mit dem Aufbau einer künftigen Institutsbibliothek begonnen hatte. Ebenso die sogenannte „Nothnagel-Bibliothek“, des ehemaligen Leiters der I. medizinischen Klinik am AKH in Wien, dem Internisten und Förderer wissenschaftlicher Bibliotheken, Hermann Nothnagel.
  • Dazu gehören auch die durch Schenkungen in den Besitz der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin gekommenen privaten Bibliotheken aus der Provenienz von Ärztinnen und Ärzten, wie sie beispielhaft am Fall einer privaten Ärztebibliothek der beiden Wiener Mediziner aus dem 19. Jahrhundert „Thomas und Camill Lederer“ dargestellt wurde.
  • Einen zentralen Schwerpunkt bildeten die als Fragmente überlieferten, heute nicht mehr existierenden medizinischen Bibliotheken in Wien, die aber die Entwicklungen der medizinischen Bibliothekseinrichtungen dokumentieren. Dazu wurden als Beispiele gewählt: die frühere Bibliothek des „Ärztlichen Lesezimmer im Allgemeinen Krankenhaus in Wien“, die als Vorläufereinrichtung der heutigen Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität zu gelten hat. Weiters die Anfänge der Bibliotheksgeschichte des späteren Bibliothek des I. neurologischen Institutes (Obersteiner-Bibliothek) in Form der noch erhaltenen Bücher der von Bruno Goergen an der Privat-Heilanstalt für „Gemüthskranke in Wien um 1820 errichteten Bibliothek. Dazu zählt auch die „Sammlung chirurgische Gremien“, die die Bibliotheksentwicklung medizinischer Einrichtungen vor 1800 bekundet.
  • Die an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität durchgeführte NS-Provenienzforschung und die bislang durchgeführten Restitutionen bilden eine eigene Serie im Blog. Dokumentiert wurden die Restitutionen an die ErbInnen und RechtsnachfolgerInnen von Carl Julius Rothberger, oder Stefan Auspitz von Artenegg. Die nationalsozialistische Periode zwischen 1938 und 1945 war neben der Provenienzforschung ein vom Bearbeiter der NS-Provenienzforschung Dr. Walter Mentzel gesetztes Thema im Blog. Dazu zählt ein Beitrag über den zwischen 1940 und 1945 am ehemaligen Institut für Geschichte der Medizin amtierende Medizinhistoriker und Leiter des Institutes, Fritz Lejeune. Weitere Ergebnisse der Provenienzforschung und zum NS-Bücherraub wurden in Form von Artikeln in dem von der Kommission für Provenienzforschung beim Bundeskanzleramt projektierte seit 2018 existierende Online- Lexikon der Provenienzforschung publiziert und sind hier abrufbar.
  • In diesem historischen Kontext wurden auch Bücherschenkungen von 1938 geflüchteten Medizinern thematisiert, die ihre privaten Bibliotheken – in manchen Fällen – schon seit den 1920er Jahren universitären Einrichtungen wie der ehemaligen Medizinischen Fakultät in Wien durch Schenkungen übergeben hatten. Dazu zählen Bücher aus der Privatbibliothek des Psychiaters Wilhelm Stekel, die sich heute an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befinden.
  • Bücher, die die Entwicklung und Geschichte des ehemaligen Institutes für Geschichte der Medizin, als Keimzelle der heutigen Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, thematisieren, sowie Bücher und Schriften von Personen, die am Standort des Josephinum bzw. am ehemaligen Institut für Geschichte der Medizin als Mitarbeiter, Forschende oder Bibliothekare wirkten. Dazu zählen Beiträge zum Gründer des Institutes Max Neuburger und seine dem Institut durch drei Tranchen als Schenkung überlassene und in den Bibliothekskorpus einverleibten medizinhistorischen Privatbibliothek, oder die am Josephinum wirkenden Mediziner, Medizinhistoriker und Bibliothekar wie im 19. Jahrhundert Burkard Eble, oder im 20. Jahrhundert Emanuel Berghoff, dem zwei Blogs gewidmet wurden [1, 2].
  • Einen weiteren Schwerpunkt bilden Frauen in der Medizin und Naturwissenschaft: Hier wurde versucht einen möglichst weiten Bogen von frühen Autorinnen aus dem 17./18. Jahrhundert bis zu den Pionierinnen der modernen Medizin im 20. Jahrhundert zu spannen. Neben dem Herbarium von Elizabeth Blackwell wurden Publikationen von Marie Fouquet, Justine Siegemund, Angélique Marguerite Le Boursier Du Coudray, Elizabeth Nihell und Marie-Anne-Victoire Boivin Zu den portraitierten Pionierinnen im 20. Jahrhundert, die alle aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt wurden zählen: Dora Brücke-Teleky, Anna Simona Spiegel-Adolf, Helene Wastl und Klara Weingarten.
  • Eine eigene Serie bilden Bücher vor 1800, wie etwa einige unserer historischen Highlights. Aus diesem Kreis gab es Beiträge zu Andreas Vesalius berühmten anatomischen Werk aus dem Jahr 1555: „De Humani Corporis Fabrica Libri Septem“, Girolamo Gabuccinis „De Comitiali Morbo Libri III“ aus dem Jahr 1564, das eine unserer insgesamt fünf Aldinen darstellt, Paulus Aeginetas „Pavli Aeginetae Medici Opera“, Anton de Haens „[…] De Magia Liber“ aus dem Jahr1774 oder die wunderschöne, handkolorierte Ausgabe des Professors der k.k. chirurgischen Josephsakademie im Josephinum, Joseph Jacob von Plencks „[…] Icones Plantarum Medicinalium […] aus dem Jahr 1788. 
  • Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzten wir unter anderen mit mehreren Beiträgen zu den Anfängen der modernen Sexualwissenschaft. Hierzu gab es einen Beitrag über den Pionier der Sexualwissenschaft und gleichzeitig ersten Aktivisten für die Gleichstellung von Homosexuellen, Karl Heinrich Ulrichs. Neben Richard von Krafft-Ebings erfolgreichen Standardwerk „Psychopatia sexualis“ aus dem Jahr 1886, stellten wir auch den Berliner Sexualforscher und Begründer des ersten Instituts für Sexualwissenschaften, Magnus Hirschfeld, und sein „Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen […]“, vor. Dazu kamen Beiträge über die Sexualwissenschaftler Wilhelm Stekel und Eugen Steinach.
  • Nicht fehlen durften Beiträgen über die Begründer der Zweiten Wiener medizinischen Schule – die ja das eigentliche historische Erbe der heutigen Medizinischen Universität Wien darstellen. Hier wurden Beiträge zu deren wichtigsten Vertretern publiziert, unter anderen über: Joseph Skoda, Carl von Rokitansky und Ferdinand von Hebra.
  • Nach dem Schwerpunkt über den Anfang der weltberühmten Wiener medizinischen Schule war auch eine Auseinandersetzung mit ihrem tragischen Ende unausweichlich. Da etwa die Hälfte der Lehrenden an der Wiener medizinischen Fakultät 1938 jüdischer Herkunft waren, und deshalb von den Nationalsozialisten ihre Venia legendi entzogen bekamen sowie verfolgt, vertrieben und/oder ermordet wurden, setzte ein Brain-Drain ein, von dem sich die Wiener Medizin nie wieder restlos erholen sollte. Diesem dunkelsten Kapitel der Wiener Medizin widmeten wir Beiträge unter andrem über: Leopold Freund, Isidor Fischer, Stefan Jellinek, Rudolf Neurath, …
  • Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Geschichte der medizinischen Verwaltung der Stadt Wien, der Aufbau des Spitalswesens und der medizinischen Organisationen und Verwaltungsstrukturen im Kontext der Entwicklung Wiens zu einer modernen europäischen Metropole Ende des 19. Jahrhunderts. Dazu zählt der Mediziner, spätere Dekan der Medizinischen Fakultät in Wien und Sanitätsbeamte in Wien, Joseph Johann Knolz, der im Vormärz eine wesentliche Rolle bei der medizinischen Organisation und Verwaltung der sich in der beginnenden Phase der Industrialisierung befindenden Stadt Wien einnahm. Ähnlich versuchte der langjährige Primararzt am Israelitischen Spital in Wien Zacharias Wertheim mit seiner 1810 herausgegebenen reportageähnlichen Arbeit zur „medizinischen Topografie von Wien“ erstmals statistische Daten zur medizinischen Situation Wiens zu erheben. Mit Franz Innhauser, Eduard Neusser, Emil Kammerer u.a wurden die ersten „Stadtphysiker“ nach der Sanitätsreform der Gemeinde Wien im Jahr 1864 vorgestellt. Ein Blog widmete sich dem vor dem „austrofaschistischen“ Regime 1934 geflohenen Wiener Mediziner Sigismund Peller und seiner Studie über die Ernährungsverhältnisse der Wiener Arbeiterschaft im Jahre 1925.
  • 2018 war auch das Gedenkjahr der „1848er Revolution“, der mit der Serie „Vertriebene Mediziner 1848“ einen Schwerpunkt gesetzt wurde. Hier kam es zur Vorstellung jener meist junge Mediziner, die aktiv an der Revolution teilnahmen und nach deren Niederschlagung vertrieben wurden oder die zur Flucht gezwungen waren. Eine Sammlung einer bislang noch wenig erforschten Wissenschaftscommunity, von der heute die Zweigbibliothek zumeist nur mehr ihre kurz zuvor am Josephinum abgelegten Abschlussarbeiten besitzt. Darunter: Nikodem Betkowski, Moritz Kálazdy, der Balneologe Joseph Segen, Siegfried Kapper, Richard Comfort, Ernst Krackowitzer, Adolf Fischhof. Mit August Fischer wurde ein Absolvent des Josephinum vorgestellt, der 1848 als Militärarzt am Feldzug in Italien teilnahm und hier verstarb.
  • Weitere Schwerpunkte bildeten Bücher zu Themen der Technisierung und Technikgeschichte in der medizinischen Forschung und Lehre. Darunter der Mediziner Joseph Berres, der sich im frühen 19. Jahrhundert mit der mikroskopischen Forschung und der Daguerreotypie beschäftigte. Die Entwicklung der Fotografie in der medizinischen Forschung wird im Blog repräsentiert durch die „Gastrofotografie in Wien (Heilpern, Porges und der Fotograf Franz Gerhard Back), oder der medizinische Film an Beispielen des ersten wissenschaftlichen Dokumentarfilms von Ludwig Braun in Wien im Jahr 1896, des Mediziners und Lehrfilmers Friedrich Dimmer, oder zum sogenannten „Steinach-Film“. In einem Beitrag wurde auch der erst in den USA bekannt gewordene und bis heute dort rezipierte Pionier des wissenschaftlichen Films Adolf Nichtenhauser, mit seinem bis heute unveröffentlichten Manuskript „A history of motion pictures in medicine“ behandelt.
  • Geburts- und Todestage als Gedenktage waren ebenfalls Anlass und Gelegenheit Repräsentanten der „Wiener Medizinischen Schule“ vorzustellen. Dazu wurden unter anderem veröffentlicht: zum 100. Todestag von Julius Mauthner, zum 150. Geburtstag von Julius Tandler, zum 100. Todestag von Friedrich Schauta, zum 100. Todestag von Victor Adler, zum 200. Todestag von Johann Valentin von Hildenbrand,…
  • Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bildeten Bücher von Autoren, die ihre Lehrjahre und ihr Studium der Medizin in Wien absolvierten und darauf in und außerhalb Österreichs ihre Karriere begannen oder fortsetzten. Sie dokumentieren die „Wiener Medizinischen Schulen“ als ein regional übergreifendes Projekt einer Wissensmigration und eines Wissenschaftstransfers. Die ersten exemplarischen Schwerpunkte wurden mit der Auswahl zu einzelnen Kronländern gesetzt, darunter das seit 1772 zur Habsburgermonarchie gehörende Kronland Galizien, das seit 1775 dazu gehörende Kronland Bukowina, sowie das seit 1878 unter österreichisch-ungarischer Verwaltung stehende Bosnien-Herzegowina. Aus den Beständen wurden dazu ausgewählte Bücher des in Wien geborenen und in Sarajewo wirkenden Mediziners Josef Preindelsberger und dessen Ehefrau Milena Preindlsberger-Mrazović, die als Schriftstellerin über die Probleme der Durchsetzung der medizinischen Versorgung in Bosnien-Herzegowina berichtete, vorgestellt. Weiters Bücher des Leiters des Landesspitals in Sarajewo Leopold Glück, von Adam Barach eine Monografie über die Heilquellen in Iwonicz, sowie die Arbeiten des Militärarztes Franz Apt, oder Karl Denarowski, der eine erstmals taugliche Visualisierung des Sanitätswesens in der Bukowina vorgenommen hatte. Weiters finden sich Beiträge von MedizinerInnen im Blog, die nach ihrer Ausbildung am Josephinum im Ausland wirkten. Darunter jene Ärzte, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts in den Dienst des osmanischen Reiches stellten und am Aufbau eines modernen Sanitätswesens maßgeblich Einfluss nahmen, oder der in Serbien wirkende österreichische Mediziner, Emerich Lindenmayr, der Autor des Buches „Serbien, dessen Entwicklung und Fortschritt im Sanitätswesen“ war.
  • Eine eigene Blogserie widmet sich den in zahlreichen Büchern sich befindenden Exlibris, die sowohl medizin- wie kulturhistorischen bedeutsam sind. Sie wurden dokumentiert in Beiträgen zu Karl Albert Lanna und Ernst Ludwig Heim. Eine Vielzahl von Exlibris „erzählen“ auch von längst vergessenen medizinischen Einrichtungen und ihren Bibliotheken wie jene „chirurgischen Lesegesellschaften“ von Georg Mojsisovics von Mojsvar.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [99]: Franz Herbich (1791-1865): Mediziner, Militärarzt, Botaniker und Phytologe

Franz Herbich (1791-1865): Mediziner, Militärarzt, Botaniker und Phytologe

Text: Dr. Walter Mentzel

Franz (Franciszek) Herbich wurde am 8. Mai 1791 als Sohn des Chirurgen und Wundarztes in einem Wiener Findelhaus,[1] Laurenz Herbich (geb. 3.6.1757),[2] und dessen Frau Phillippina Herbich, in der „Alservorstadt“ in Wien geboren.[3] Er diente seit 1809 als Arzt und seit 1814 als Oberarzt im österreichischen Militär und begann währenddessen mit dem Studium der Medizin am Josephinum in Wien, das er 1816 mit dem „Doctor medicinae“ abschloss.

Als Militärarzt beteiligte er 1815/16 am Feldzug in Frankreich, wo er ein Feldspital in Hagenau im Elsass leitete, und war danach zunächst bis 1818 in Wien und darauf in Preßburg stationiert. 1820 nahm er als Oberarzt bei dem Infanterieregiment Alexander Nr. 2 an der Niederschlagung der italienischen Aufstandsbewegungen in Süditalien teil und blieb zwischen 1821 und 1824 in Neapel. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahre 1824 kam er bereits 1825 nach Galizien, wo er zwischen Mai 1825 und September 1832 als Regiments- und Chefarzt in Tarnow, 1832 bis 1834 in Stanislawow und ab 1834 in Czernowitz als Regimentsarzt beim „Linien-Infanterieregiment Nr. 24 Herzog von Lucca“ seinen Dienst als Militärarzt versah.

Abb. 1 Franz Herbich, 1865

Während seines Aufenthaltes in Italien, vor allem aber in Galizien und der Bukowina beschäftigte sich Herbich mit botanischen und phytologischen Fragen, die auch zu einer reichen Sammlung konservierter Pflanzen und Pflanzenteile führten und sich in der Veröffentlichung zahlreicher Artikel und Aufsätzen niederschlugen. 1823 erschien erstmals von ihm ein Reisebericht über seinen „Botanischen Ausflug nach dem Agano-See der Solfatara Pozzuoli und dem Monte nuovo“,[4] nachdem er in der Region um Neapel botanische Studien durchgeführt und im Kloster St. Catherina a Formella einen botanischen Garten angelegt, dazu eine umfassende Planzen-Sammlung aufgebaut sowie ein Verzeichnis erstellt hatte.[5] Ein weiterer Reisebericht erschien 1824 nach einem Ausflug nach Capri,[6] ein verspätet abgedruckter Bericht im Jahr 1833 über seine Exkursion über den Vesuv nach Ollazano,[7] und ein weiterer über die „Straßen-Flora von Neapel bis Villach“ im Jahr 1834.[8]

Diese Arbeiten aus seiner Zeit in Italien veröffentlichte er in der Form von Reiseberichten für die königlich bayrische Botanische Gesellschaft in der Zeitschrift „Flora oder Botanische Zeitung“. Nachdem er 1825 nach Galizien versetzt worden war, schloss er an seine Tätigkeit in Italien an und unternahm zahlreiche ausgedehnten Reisen, die ihn in bis dahin aus botanischer Sicht unbekannte Gebiete führte, darunter die nordöstlichsten Teile der Karpatengebirge, wie u.a. Czerna Góra, wo er erstmals Pflanzenarten feststellte, sie bestimmte und deren genauen Standort beschrieb. Auch aus dieser Zeit stammen von ihm verfasste Berichte, die er in der Zeitung „Flora oder Botanische Zeitung“ (auch: Allgemeine botanische Zeitung) veröffentlichte. Darunter 1834 über seinen „botanischen Ausflug in die Galizisch-carpatischen Alpen des Sandezer Kreis“[9], 1836 über seine Exkursion in das Hochgebirge der Bukowina,[10] oder im Jahr 1862 „Über die Verbreitung der in Galizien und der Bukowina wildwachsenden Pflanzen“.[11] Bei seinen Forschungstätigkeiten wurde er auch von dem österreichischen Botaniker und Professor an der Universität in Lemberg Alexander Johann Anton Zawadzki (1798-1868) begleitet.

Aus dieser Zeit in Galizien und der Bukowina stammen auch seine Monografien, darunter:

Herbich Franz: Nachricht über die in Gallizien im Sandecer Kreis befindlichen Szczawnicer Gesundbrunnen. Gedruckt bei Ferdinand Ullrich: Wien 1831.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: 2803]

Abb. 2    Titelblatt: Herbich: Nachricht über die in Gallizien […]. Wien: 1831.

Abb. 3    Frontispiz: Herbich: Nachricht über die in Galizien […]. Wien: 1831.

Herbich Franz: Additamentum Ad Floram Galiciae. Leopoli, Stanislavoviae et Tarnoviae: Apud Kuhn Et Millkowski/Przemysliae: Apud C. Wenzel 1831.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 29376]

Abb. 4    Titelblatt: Herbich: Additamentum ad floram Galiciae. Leopoli […]: 1831.

Abb. 5    Herbich: Additamentum ad floram Galiciae. Leopoli […]: 1831.

Herbich Franz: Selectus Plantarum Rariorum Galiciae et Bucovinae. Czernovicii: Typis Petri Et Joannis Eckhardt 1836.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 14515]

Abb. 6    Titelblatt: Herbich: Selectus Plantarum […]. Czernovicii: 1836.

Abb. 7    Herbich: Selectus Plantarum […]. Czernovicii: 1836.

Handschrift:

Herbich Franz: Beobachtungen über die im Militär Spitale zu Czernowitz vom 1tn bis 1tn September 1841 angewendeten modificirten englischen Krætzen Behandlungs Methode. Czernowitz: 1840.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: II45107]

Abb. 8    Titelblatt der Handschrift: Herbich: Beobachtungen über die im Militär Spitale […]. Czernowitz: 1840.

1841 erschien von ihm die handschriftlich verfasste Arbeit:

Herbich, Franz: Denkwürdige medizinisch-practische Wahrnehmungen. o.O.: 1841.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 45101]

Abb. 9    Titelblatt der Handschrift: Herbich: Denkwürdige medizinisch-practische Wahrnehmungen […]. o.O. 1841.

Herbich war seit 1833 Mitglied der physikalischen Gesellschaft zu Zürch,[12] der königlich-bayrischen botanischen Gesellschaft zu Regensburg, der wissenschaftlichen Gesellschaften in Halle, Hanau, Altenburg, seit 1836 der Wetterauischen Gesellschaft der Naturforcher[13] und seit 1840 der Naturforscher-Gesellschaft zu Iassy.[14] 1838 erhielt er ein Diplom der physikalisch-medizinischen Gesellschaft zu Elangen.[15] Nach seiner Pensionierung als Regimentsarzt 1. Klasse im Jahr 1845, lebte Herbich zunächst weiterhin in Czernowitz und zuletzt seit 1856 in Krakau, wo er am 20. September 1865 verstarb. Sein Sohn Franz Herbich (1821-1887) war ein österreichischer Geologe und Paläontologe.

Quellen:

Archiv der Universität Wien. Dekanat. Med. Fak. Med. 9,1-256.

Index der katholischen Taufen von Wien und Umgebung zwischen 1585 und 191. Erzdiözese (östliches Niederösterreich und Wien) Matriken 1788-1792. Alservorstadtpfarre Wien, 1791. Taufbuch 3. Folio 181.

Flora oder Botanische Zeitung.

Lemberger Zeitung.

Medizinisch chirurgische Zeitung.

Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien.

Wiener Zeitung.

[1] Wiener Zeitung. 14.6.1823. S. 1.

[2] Archiv der Universität Wien, Dekanat. Med. Fak. Med. 9,1-256.

[3] Index der katholischen Taufen von Wien und Umgebung zwischen 1585 und 191. Erzdiözese (östliches Niederösterreich und Wien) Matriken 1788-1792, Alservorstadtpfarre Wien, 1791. Taufbuch 3. Folio 181.

[4] Flora oder Botanische Zeitung. 21.2.1823. S. 98-110. Flora oder Botanische Zeitung. 28.12.1823. S. 136.

[5] Flora oder Botanische Zeitung. 21.2.1823. S. 106-108.

[6] Flora oder Botanische Zeitung. 21.8.1824. S. 481-488.

[7] Weiters Allgemeine botanische Zeitung. 21.12.1833. S. 737-749.

[8] Flora oder Botanische Zeitung. 28.12.1834. S. 186.

[9] Flora oder Botanische Zeitung. 28.9.1834. S. 561-575 und 7.10.1843. S. 577-587.

[10] Flora oder Botanische Zeitung. 28.10.1836, S. 625-640 und 7.11.1836. S. 641-653.

[11] Verhandlungen. der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 11, 1861. S. 33-70.

[12] Wiener Zeitung. 25.4.1833. S. 1.

[13] Lemberger Zeitung. 23.9.1836. S. 4.

[14] Wiener Zeitung. 11.4.1840. S. 1.

[15] Medizinisch chirurgische Zeitung. 20.8.1838. S. 240.

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Blogserie Vertrieben 1938 – Biografien entlassener Mediziner*innen der Medizinischen Fakultät der Universität Wien UPDATE

UPDATE: 12. März 2018 bis 12.03.2019

Von März bis bis November 2008 haben wir in der Sonderblog-Serie „Vertrieben 1938“ die 1938 entlassenen Professoren und Dozenten der Medizinischen Fakultät der Universität Wien vorgestellt und wichtige Informationsquellen zu deren Person bzw. wissenschaftlicher Bedeutung, überwiegend frei zugänglich, zusammengetragen.

Die enorm hohe Nutzung der einzelnen Blogbeiträge in den vergangenen zehn Jahren hat uns bestärkt, im Hinblick auf das aktuelle Gedenkjahr die Beiträge zu aktualisieren und insbesondere Links zu neuen frei verfügbaren Online-Quellen zu ergänzen.
Ab 12. März 2018 werden deshalb in Erinnerung an die von der Medizinischen Fakultät der Universität Wien 1938 vertriebenen Professoren und Dozenten im Van Swieten Blog die Beiträge sowie Links zu weiterführenden Informationsquellen gepostet.

Projekt „Vertrieben 1938 – Biographien entlassener Professoren und Dozenten der Medizinischen Fakultät der Universität Wien“ im Van Swieten Blog: Informationen der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien.

Logo: MMag.Margrit Hartl

Sonderblog-Serie Vertrieben 1938 – Biografien entlassener Professoren und Dozenten der Medizinischen Fakultät der Universität Wien UPDATE

Vertrieben 1938 – Biographien entlassener Professoren und Dozenten der Medizinischen Fakultät der Universität Wien

Blogserie Vertrieben 1938 – UPDATE: Herbert OREL (1898-1976), Hans Gallus PLESCHNER (1883-1950), Georg POLITZER (1898-1956), Eugen POLLAK (1891-1953), Carl Julius ROTHBERGER (1871-1945), Ludwig J. K. SALLMANN (1892-), David SCHERF (1899-1977), Emil SCHLANDER (1888-1978), Alexander SPITZER (1868-1942?), Fritz STARLINGER (1895-1988), Georg STEIN (1891-), Erwin STENGEL (1902-1973), Richard ÜBELHÖR (1901-1977), Wolfgang WIESER (1887-1945), Camillo WIETHE (1899-1949), Erich ZDANSKY (1893-1978)

UPDATE:

Von März bis bis November 2008 haben wir in der Sonderblog-Serie „Vertrieben 1938“ die 1938 entlassenen Professoren und Dozenten der Medizinischen Fakultät der Universität Wien vorgestellt und wichtige Informationsquellen zu deren Person bzw. wissenschaftlicher Bedeutung, überwiegend frei zugänglich, zusammengetragen.

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Zum Internationalen Frauentag: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [98] Boivin, Marie-Anne-Victoire: Handbuch der Geburtshülfe, nach den Grundsätzen der Entbindungs-Anstalt zu Paris, und denen der berühmtesten in- und ausländischen Geburtshelfer, 1829

Zum Internationalen Frauentag: Boivin, Marie-Anne-Victoire: Handbuch der Geburtshülfe, nach den Grundsätzen der Entbindungs-Anstalt zu Paris, und denen der berühmtesten in- und ausländischen Geburtshelfer. Mit 106 lithographirten Abbildungen, welche die Behandlung aller Arten der Entbindung zeigen, 6 synoptischen Tabellen, das Ergebniß von 24,214 Fällen darbietend, und einem Anhange: die Aphorismen von Mauriceau und Drazio Valota enthaltend. Nach der 3ten Ausgabe des Originals. Cassel und Marburg: bei Johann Christian Krieger 1829.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-3998]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1       Marie-Anne-Victoire Boivin

Marie-Anne-Victoire Boivin (*09.04.1773 Montreuil bei Versailles, gest. 16.05.1841 Paris) war eine der bekanntesten französischen Hebammen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde als Marie-Anne-Victoire Gillain in Montreuil bei Versailles geboren. Schon als 20-jährige ließ sie sich in Étampes, im heutigen Département Essonne, in einem von Nonnen geführten Hospital als Hebamme ausbilden. Ihre medizinische Ausbildung wurde 1797 durch ihre Eheschließung mit Louis Boivin, einem Staatsbeamten, vorerst beendet. Ihr Ehemann, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hatte, verstarb allerdings sehr früh und die junge Witwe entschied sich ihre Studien wieder aufzunehmen.

Dafür ging sie nach Paris um am renommierten Hôtel-Dieu ihre Kenntnisse bei der weithin anerkannten Marie Louise Lachapelle (1769-1821) zu vertiefen. Lachapelle war eine der NachfolgerInnen der berühmten Angélique Marguerite Le Boursier Du Coudray (1712-1794), die seit 1743 leitende accoucheuse (Hebamme) des Hôtel-Dieu war. Die ebenfalls mit einer Tochter sehr jung verwitwete Marie Louise Lachapelle wurde ihre Mentorin und Freundin. Im Jahr 1800 erhielt sie nach Beendigung ihrer Ausbildung ihr Diplom und ließ sich in Versailles nieder um dort zu praktizieren. Nur ein Jahr später, nach dem frühen Tod ihrer Tochter, kehrte sie zurück nach Paris und wurde Lachapelles Assistentin und Stellvertreterin am neugegründeten L’hospice de la Maternité. Im Laufe der Zeit entwickele sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Mme Boivin und Dr. François Chaussier (1746-1828), dem Chefgeburtshelfer des L’hospice de la Maternité in Paris. Dies führte zu immer größeren Spannungen zwischen Mme Boivin und Mme Lachapelle, die auf die Beziehung zwischen Boivin und Chaussier höchst eifersüchtig reagierte. Mme Boivin beendete schließlich 1811 ihre Tätigkeit an der La Maternité und nahm „[…] im Hospital zu Poissy eine zwar bescheidene, dafür aber unangefeindete Stellung […]“[1] an.

„Nevertheless, in 1812 the Hospice de la Maternité published the first edition of her famous Mémorial de l’Art des Accouchements, which contained the notes she had taken there as she followed Mme Lachapelle’s teaching and practice. The manual for midwives contained a folding table and 133 full-page, simple wood engravings from drawings made by the author, notably showing the application of forceps and the various positions of the fetus in the womb.”[2] Das Buch sollte ihr Hauptwerk werden. Es erlebte von 1812 bis 1836 vier französische Auflagen sowie 1822 eine italienische und 1829 eine deutsche. Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt die deutschsprachige Ausgabe ihres Werkes aus dem Jahr 1829, das eine Übersetzung der dritten französischsprachigen Auflage aus dem Jahr 1824 darstellt:

Boivin, Marie-Anne-Victoire: Handbuch der Geburtshülfe, nach den Grundsätzen der Entbindungs-Anstalt zu Paris, und denen der berühmtesten in- und ausländischen Geburtshelfer. Mit 106 lithographirten Abbildungen, welche die Behandlung aller Arten der Entbindung zeigen, 6 synoptischen Tabellen, das Ergebniß von 24,214 Fällen darbietend, und einem Anhange: die Aphorismen von Mauriceau und Drazio Valota enthaltend. Nach der 3ten Ausgabe des Originals. Cassel und Marburg: bei Johann Christian Krieger 1829.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-3998]

Abb. 2    Titelblatt: Boivin: Handbuch der Geburtshülfe […]. Cassel, Marburg: 1829.

Zwischen 1812 und 1833 erschien eine Reihe von Publikationen und Entwicklungen medizinischer Instrumente, wie etwa dem Pelvimeter (Beckenmesser) von Mme Boivin. „She wrote widely on midwifery, devised the first bivalve vaginal speculum in 1825 […]. She also wrote one of the early classic descriptions of hydatidiform mole, pointing out that it was of chorionic origin.“[3] „In 1833 Boivin (1773-1841) and [Antoine, Anm.] Dugès (1798-1835) reported amputation of the cervix for chronic ulceration. They also in the same work recorded for the first time cancer of the female urethra (Boivin and Duges, 1833).[4] Mme Boivin benütze als eine der ersten das Stethoskop um die Herztöne von Föten im Mutterleib zu kontrollieren. Viele europäische Höfe umwarben Marie-Anne-Victoire Boivin vergeblich mit Angeboten. Sie blieb trotzdem in Frankreich, obwohl sie ihre höchsten Auszeichnungen aus dem Ausland erhielt. Sie soll verbittert darüber gewesen sein, dass sie weder einen Doktorgrad einer französischen Universität erhalten hatte noch von der Akademie der Wissenschaft in Paris akzeptiert wurde. Ihre höchste Auszeichnung erhielt sie, als ihr 1827 von der Universität Marburg die Doktorwürde verliehen wurde. In ihrem Dankesbrief an die dortige medizinische Fakultät schrieb sie:

„Meine Herren Professoren! Wenn man alles, was das Leben schmücken und verschönern kann, zum Opfer bringt, um sich fortwährend den Mühseligkeiten des Studiums, den Unannehmlichkeiten der Praxis, den Beschwerlichkeiten des Unterrichts in der Heilkunde zu unterziehen, so hat man nur seine Pflicht als Arzt erfüllt; wenn man aber zu gleicher Zeit einen glühenden Wetteifer bei denen anfacht, welche denselben Weg oder wenigstens einige Seitenpfade, die zum nämlichen Ziele führen, verfolgen; wenn man denen, die sich durch ihren Eifer oder durch die Wichtigkeit ihrer Arbeit auszeichnen, eine ehrenvolle Anerkennung gewährt; wenn man bei der Verteilung der Belohnung jedes Vorurteil in Beziehung auf den Stand, das Vaterland und das Geschlecht verbannt, dann zeigt man sich als wahrer Philosoph und Menschenfreund, dann erwirbt man sich die begründeten Rechte und die Achtung und Dankbarkeit derer, die sich des Beweises einer so schönen Humanität rühmen können. Dies, meine Herren, sind die Gefühle der Achtung und Dankbarkeit, die ich für die Doktorwürde in der Heilkunde und Geburtshilfe, deren sie mich zur Belohnung meiner schwachen Arbeiten gewürdigt haben, ihnen darzubringen mich gedrungen fühle.“[5]

Abb. 3    Boivin: Handbuch der Geburtshülfe […]. Cassel, Marburg: 1829. Tafel 84.

Abb. 4    Boivin: Handbuch der Geburtshülfe […]. Cassel, Marburg: 1829. Tafel 91.

Abb. 5    Boivin: Handbuch der Geburtshülfe […]. Cassel, Marburg: 1829. Tafel 95.

Quellen:

Burton, June K: Napoleon and the woman question. Discourses of the other sex in French education, medicine and medical law 1799-1815. Lubbock/Tx: Texas Tech University Press 2007.

Boivin, Marie anne Gillain 1773-1841. In: In: Women in medicine: an encyclopedia. Hrsg.: Laura Lynn Windsor. Santa Barbara/Cal.: ABC-CLIO 2002. S. 35-36.

Boivin, Marie Anne Victoire (1733-1841). In: On the shoulders of giants: eponyms and names in obstetrics and gynaecology. Hrsg.: Thomas F. Basket. London: RCOG Press 1996. S. 23-24.

O’Dowd, Michael J. und Elliot E. Philipp: The history of obstetrice and gynaecology. New York and London: The Parthenon Publishing Group 1994.

Schönfeld, Walter: Frauen in der abendländischen Heilkunde vom klassischen Altertum bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Mit 26 Abbildungen. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag 1947.

[1] Schönfeld, Walter: Frauen in der abendländischen Heilkunde vom klassischen Altertum bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Mit 26 Abbildungen. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag 1947. S. 142.

[2] Burton, June K: Napoleon and the woman question. Discourses of the other sex in French education, medicine and medical law 1799-1815. Lubbock/Tx: Texas Tech University Press 2007. S. 104.

[3] Boivin, Marie Anne Victoire (1733-1841). In: On the shoulders of giants: eponyms and names in obstetrics and gynaecology. Hrsg.: Thomas F. Basket. London: RCOG Press 1996. S. 23.

[4] O’Dowd, Michael J. und Elliot E. Philipp: The history of obstetrice and gynaecology. New York and London: The Parthenon Publishing Group 1994. S. 409.

[5] Schönfeld, Walter: Frauen in der abendländischen Heilkunde vom klassischen Altertum bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Mit 26 Abbildungen. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag 1947. S. 142-143.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [97]: Apt, Franz: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit eines Truppenarztes, 1910.

Apt, Franz: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit eines Truppenarztes (nach einem Vortrage im Wissenschaftlichen Vereine der Militärärzte der Garnison Przemyśl.) Przemyśl: als Manuskript gedruckt 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 14722]

Text: Dr. Walter Mentzel

Im Jahr 1910 erschien im Selbstverlag das Manuskript des im Militärspital in Przemyśl in Galizien dienenden Militärarztes, Psychiaters und Schülers von Julius Wagner-Jauregg (1857-1940), Franz Abt. In dieser ihm seit 1909 als Vorlage bei seinen Vorträgen dienenden Arbeit, hatte Apt ein Konzept zur größtmöglichen Identifizierung unter Einbeziehung der Verwaltung und der Bevölkerung zur Erfassung geistig kranker Personen, um deren gezielten Aussondierung vor deren Einziehung in den Militärdienst zu erwirken, entwickelt.

Abb.: 1   Titelblatt mit Widmung: Apt: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit […]. Przemyśl: 1910. Handschriftlich Widmung des Autors: „Herrn RA Dr. Albrecht/in Freundschaft überreicht/Dr. Apt“

Apt, Franz: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit eines Truppenarztes (nach einem Vortrage im Wissenschaftlichen Vereine der Militärärzte der Garnison Przemyśl.) Przemyśl: als Manuskript gedruckt 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 14722]

Franz Apt (*21.06.1874 Budapest, gest. 12.12.1910 Przemyśl/heute Polen) verfolgte das Ziel, zunächst durch eine psychiatrische Schulung des Militärpersonals diese in die Lage zu versetzen eine psychiatrisch-verwaltungstechnische Koordinierungsfunktion zu übernehmen, um danach durch die Einbeziehung der zivilen Verwaltungsebenen und der Polizeibehörden, diese mittels vorgedruckter Formulare bei der Erfassung, Ausforschung und Registrierung psychisch kranken und jene als „Kranke interniert gewesene Leute“ zu unterstützen. Zur Verwirklichung einer vollständigen Erfassung von „geistig“ kranken Personen sollten möglichst breite Teile der Gesellschaft, die bislang schon eine gesellschaftliche Kontrollfunktion wahrnahmen, wie Irrenanstalten, Lehrer aber auch „vertrauenswürdige Personen“ wie „Nachbarn, Ärzte, Bürgermeister, Dorfschullehrer, Geistliche, Amtspersonen, Notare“ zur Erstellung von verschriftlichten Zeugnissen und Einschätzungen über Personen wie u.a. Schülern an Hilfsschulen in das Ausforschungssystem einbezogen und zur Anmeldepflicht angehalten werden. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, eine weitestgehende Störung des Militärdienstes zu verhindern und einen reibungslosen Ablauf der Kriegsführung zu gewährleisten. Seine Vorstellungen entsprachen der in der Vorkriegszeit in Europa sich zunehmend durchsetzenden Ideen, der Unterordnung und der Militarisierung der zivilen Verwaltungen und des zivilen Lebens unter militärische Nützlichkeitserwägungen. Letztlich weist sein Konzept auf eine vollständige Identifizierung und Erfassung durch die Zuweisung der Beurteilungskompetenzen in psychiatrischen Fragen an die Zivilbehörden hin. Apt und seine Arbeit gerieten rasch und bis heute in Vergessenheit, während sie noch vor dem Ersten Weltkrieg Interesse der französischen Armee fanden.

Franz Apt wurde am 21. Juni 1874 als Sohn eines Ministerialrates in Budapest geboren. Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Budapest, wo er am 25. Februar 1898 zum Doktor der gesamten Heilkunde promovierte. Während des Studiums trat er am 20. Jänner 1894 als einjährig Freiwilliger „auf eigene Kosten“ in das Infanterieregiment Nr. 86 der k.k. Armee ein und begann nach Absolvierung seines Studiums 1898 seine Karriere als Militärarzt im Probedienst im Garnisonsspital Nr. 17 in Budapest, wo er im Juni 1898 zum Oberarzt ernannt wurde. 1899 wechselte er zum (bosnisch-herzegowinischen[1]) Infanterieregiment Nr. 3, das in Budapest stationiert war, und wo er 1901 zum Regimentsarzt ernannt wurde. Im selben Jahr begann er eine Ausbildung an der Klinik für Psychiatrie bei Professor Julius Wagner-Jauregg in Wien, die ihn in den folgenden Jahren zur Leitung psychiatrischer Abteilungen in Militärspitälern befähigte. Nach Abschluss seiner Arbeit bei Wagner-Jauregg arbeitete er ab 1902 wieder als Militärarzt im Garnisonsspital Nr. 7 in Graz, von wo er 1905 in das Garnisonsspital in Temeswar (heute: Timișoara/Rumänien) und 1906 zum Garnisonsspital Nr. 21 im Temeswar wechselte, wo er die Position des Chef- und Instruktionsarztes ausübte und der Abteilung für psychiatrischen Krankenfälle zugeteilt war. Hier war er auch Kommissionsmitglied der ambulanten Stationskommission und Chefarzt der chirurgischen Abteilung. Danach war er ab 1907 dem Garnisonspital Nr. 3 des 10. Armeekorps in Przemyśl zugeteilt und zuletzt von 1908 bis 1910 als Chefarzt der 5. Geistes- Nerven- und Arrestanten-Abteilung und daneben der der 2. Augen- und Ohrenabteilung tätig. Seine Vorgesetzten bescheinigten ihm, dass unter seiner Führung die psychiatrische Abteilung in Przemyśl sich zu einer „Musterabteilung“ entwickelt hatte, nachdem er sie neu organisiert hatte, moderne psychiatrische Ansätze einführte und vor allem eine stärkere Individualisierung der Krankenbehandlung hinsichtlich der Diagnostik in der Militärpsychiatrie einleitete. In Przemyśl heiratete er im Jahr 1908 und hatte seit 1909 einen Sohn. 1909 und 1910 hielt er vor dem „Wissenschaftlichen Verein der Militärärzte der Garnison Przemyśl“ Vorträge mit Titel seines 1910 von ihm herausgegebenen Buches („Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit des Truppenarztes […]“),[2] und im Oktober 1910 nahm er am 4. internationalen Kongress zur Fürsorge für Geisteskranke in Berlin teil, wo er einen Vortrag über die „klinische Anamnese in der Militärpsychiatrie. Bedeutung und Beschaffung“ hielt.[3] Franz Apt, der vor seinem Tode vor weiteren Karrieresprüngen als Militärpsychiaters stand, verstarb am 12. Dezember 1910 in Przemyśl.

Abb.: 2   Auskunftsbogen aus dem Garnisonspital Nr. 3 in Przemyśl vor 1914. In: Apt: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit […]. Przemyśl: 1910.

Abb.: 3   Beilage: Apt: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit […]. Przemyśl: 1910.

Abb.: 4   Musteransuchen. In: Apt: Einige Worte über die psychiatrische Tätigkeit […]. Przemyśl: 1910.

Quellen:

Österreichisches Staatsarchiv. Kriegsarchiv. Qualifikationslisten. Franz Apt.

Der Militärarzt. Zeitschrift für das gesamte Sanitätswesen der Armeen (Beilage der Wiener

medizinischen Wochenschrift Nr. 8) 4. 17.2.1911. Sp. 56.

Der Militärarzt. 9. 13.5.1910. Sp. 135.

Literatur:

Derrien. Marie: Éliminer ou récupérer ? L’armée française face aux fous du début du XXe siècle à la Grande Guerre. In: Le Mouvement Social 2015/4 (Nr. 253). S. 13-29.

Dieselbe: « La tête en capilotade » Les soldats de la Grande Guerre internés dans les hôpitaux

psychiatriques français (1914-1980). (Thèse pour l’obtention du doctorat d’histoire) Lyon 2015.

[1] Wiener Zeitung: 1.5.1901: S. 14.

[2] Der Militärarzt. Zeitschrift für das gesamte Sanitätswesen der Armeen (Beilage der Wiener medizinischen Wochenschrift Nr. 8). 4. 17.2.1911. Sp. 56; Der Militärarzt. 9. 13.5.1910. Sp. 135.

[3] Österreichisches Staatsarchiv. Kriegsarchiv. Qualifikationslisten. Franz Apt.

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Zum 150. Geburtstag: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [96]: Neurath, Rudolf: Die nervösen Komplikationen und Nachkrankheiten des Keuchhustens. Klinische und anatomische Studien. 1904.

Zum 150. Geburtstag von: Neurath, Rudolf: Die nervösen Komplikationen und Nachkrankheiten des Keuchhustens. Klinische und anatomische Studien. Mit 2 Textfiguren. Leipzig und Wien: Franz Deuticke 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 53678]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1     Rudolf Neurath. Josephinum, Ethik, Sammlungen, und Geschichte der Medizin, MedUni Wien, FO-IR-003126-0001.

Rudolf Neurath (*17.02.1869 Wien, gest. 14.10.1947 New York), dessen Geburtstag sich im Februar 2019 zum 150. Mal jährte, war ein österreichischer Pädiater. Er wurde in Wien als Sohn von Michael Neurath und Leontine Reiß geboren und war jüdischer Herkunft. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Wien studierte er ab 1887 Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Am 11. März 1893 schloss er das Studium erfolgreich mit seiner Promotion ab. Er absolvierte seine Ausbildung zum Kinderarzt an mehreren Wiener Kliniken wo er bei Hermann Nothnagel (1841-1905), Theodor Escherich (1857-1911), Heinrich Obersteiner (1847-1922) und anderen lernte. Von 1894 bis 1897 war er Sekundararzt am Karolinen Kinderspital in Wien und von 1898 bis 1918 Abteilungsvortand des I. Öffentlichen Kinderkrankeninstituts. 1913 habilitierte sich Neurath im Fach Kinderheilkunde.

Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 wurde Rodolf Neurath bis 1938 Leiter des Kinderambulatoriums der Wiener Arbeiterkrankenkasse und Facharzt für Kinderkrankheiten des Wiener städtischen Jugendamtes. 1927 wurde er zum tit. a.o. Professor ernannt. Neuraths wissenschaftliche Schwerpunkte bildeten die Grenzgebiete zwischen Neurobiologie und Pädiatrie, Forschungen zur Pubertät und endokrinologische Fragen. Neurath war unter anderem Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, des Vereins für Neurologie und Psychiatrie und der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft trat er 1934 aus der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde (DGfK) aus um einer zwangsweisen Streichung seiner Mitgliedschaft durch die in Deutschland mittlerweile an die Macht gekommen Nationalsozialisten zuvor zu kommen: „Aussagen wie die des Schriftführers [der DGfK, Anm.] Goebel [Prof. Fritz Goebel (1888-1950) Anm.] vom Januar 1936 – ,Wie zu erwarten sind eine Anzahl von nichtarischen Austritten erfolgt und ich glaube dass wir bald rein arisch sein werden. Diesen Weg der freiwilligen Selbstaustritte finde ich viel glücklicher, als wenn wir irgendeinen Druck ausgeübt hätten.‘ – legen nahe, dass Juden in der DGfK unerwünscht waren und durchaus ein Druck zum ,freiwilligen Austritt‘ bestand. So schrieb auch der Wiener Professor für Kinderheilkunde Rudolf Neurath am 11. Januar 1934 nicht ohne Selbstbewusstsein: ,Sehr geehrter Herr Prof. Goebel! Ich melde meinen Austritt aus der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde, da, wie ich vermute, meine Mitgliedschaft der Gesellschaft ebenso unerwünscht sein dürfte, wie mir selbst. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung‘. Der Austritt wurde ansonsten oft wortlos, manchmal auch unter Angabe ,wirtschaftlicher Gründe‘ oder der bevorstehenden Emigration erklärt.“[1]

Nachdem „Anschluss“ 1938 wurde Rudolf Neuraths Venia legendi entzogen und am 1. Juli 1938 wurde ihm seine Mitgliedschaft in der Wiener Ärztekammer, die er seit 1894 besaß, entzogen.[2] Aufgrund seiner jüdischen Herkunft musst Neurath seine Wohnung in der Lange Gasse 70 in der Wiener Josefstadt verlassen und aus Österreich fliehen. Rudolf Neurath gelang die Flucht in die USA, wo er am 14. Oktober 1947 in New York City verstarb. In der wissenschaftlichen Sitzung der Gesellschaft der Ärzte in Wien am 28. November 1947 wurden die erschienen Mitgliedern vom Tod Rudolf Neuraths durch den Vorsitzenden Erwin Stransky (1877-1962) informiert. Stransky erwähnte das Neurath widerfahrene Unrecht mit keinem Wort, wie der in der Wiener klinischen Wochenschrift abgedruckte Sitzungsbericht zeigt: „Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung, begrüßt die Erschienen und bringt dem Plenum zur Kenntnis, daß vor kurzem in New York Prof. Dr. Rudolf Neurath verstorben ist. Er war seit 1896 Mitglied unserer Gesellschaft. Mit ihm ist ein hervorragender Vertreter der Wiener Pädiaterschule dahingegangen. Neurath hat eine Reihe bemerkenswerter wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht, insbesondere auch in pädiatrisch-neurologischen Grenzgebieten, so über zerebrale Veränderungen beim Keuchhusten u.a. als Arzt wie als Kollege hat er sich allgemeiner Wertschätzung erfreut; wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.“[3]

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt eine Ausgabe von Neuraths oben erwähnter 1904 erschienen Monografie über den Keuchhusten. Das Exemplar stammt ursprünglich aus der Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte in Wien (GdÄW) und kam im Zuge einer Dauerleihgabe im Jahr 1976 in die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin. Das Exemplar weist am Buchdeckel eine leider nicht mehr zur Gänze lesbare handschriftliche Widmung Rudolf Neuraths an die Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte auf: „[Der B]ibliothek der k.k. Gesellschaft der Aertze/vom Verf.“

Abb. 2    Handschriftliche Widmung am Buchdeckel von Rudolf Neurath an die Bibliothek der GdÄW

Neurath, Rudolf: Die nervösen Komplikationen und Nachkrankheiten des Keuchhustens. Klinische und anatomische Studien. Mit 2 Textfiguren. Leipzig und Wien: Franz Deuticke 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 53678]

Abb. 3    Titelblatt: Neurath: Die nervösen Komplikationen […]. Leipzig […]: 1904.

Abb. 4    Neurath: Die nervösen Komplikationen […]. Leipzig […]: 1904. S. 72.

Quellen:

Neurath, Rudolf (17.2.1869-14.10.1947 New York City) tit. a.o. Prof. Dr. med., Kinderarzt. In: Jüdische Kinderärzte 1933-1945. Entrechtet/geflohen/ermordet. Hrsg.: Eduard Seidler. Erweiterte Neuauflage. Basel u.a.: Karger 2007.

Visus und Vision. 150 Jahre DOG. Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Hrsg: DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Köln: Biermann Verlag 2007.

7480 Neurath, Rudolf. In: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Hrsg.: Österreichische Nationalbibliothek. Band 2. J-R. 4542-8922. München: K.G. Saur 2002. S. 982-983.

Neurath, Rudolf, österr. Pädiater, *17.21869 Wien, +14.10.1947 New York. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. Hrsg. von Dietrich von Engelhardt. Bd. 2. R-Z Register. München: K. G. Saur 2002. S. 437.

Feikes, Renate: Emigration Wiener jüdischer Ärzte ab 1938 in die USA, speziell nach New York. Wien: Univ.-Diss. 1999.

Rudolf Neurath (1869 Wien – 1948). In: Dokumentation Vertriebene Intelligenz 1938. Der Verlust geistiger und menschlicher Potenz an der Universität Wien von 1938 bis 1945. Hrsg.: Kurt Mühlberger. 2. verb. u. verm. Auflage. Wien: Archiv der Universität Wien 1993. S. 28.

Neurath, Rudolf: In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre (=Zugleich Fortsetzung des Biographischen Lexikons der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker). Zweite und dritte, unveränderte Auflage. Zweiter Band Kon-Zweig Nachträge und Berichtigungen, mit 80 Bildnissen. München und Berlin: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1962. S. 1112.

Verhandlungen ärztlicher Gesellschaften und Kongreßberichte. Offizielles Protokoll der Gesellschaft der Ärzte in Wien. In: Wiener klinische Wochenschrift. (60/1) 1948. S. 22.

[1] Visus und Vision. 150 Jahre DOG. Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Hrsg: DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Köln: Biermann Verlag 2007. S. 57.

[2] Vgl.: Feikes, Renate: Emigration Wiener jüdischer Ärzte ab 1938 in die USA, speziell nach New York. Wien: Univ.-Diss. 1999. Bd. 2. S. 133.

[3] Verhandlungen ärztlicher Gesellschaften und Kongreßberichte. Offizielles Protokoll der Gesellschaft der Ärzte in Wien. In: Wiener klinische Wochenschrift. (60/1) 1948. S. 22.

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