Schlagwort-Archiv: NS-Verfolgte

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [376]: Deutsch, Eduard – Dermatologe, NS-Verfolgter

Deutsch, Eduard – Dermatologe, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.07.2026

Keywords:Dermatologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Eduard Deutsch wurde am 16. November 1865 als Sohn von Salomon Leopold Deutsch (1826-1899) und Marie Mina, geborene Ehrenreich, in Mieslitz in Mähren geboren.

1902 heiratete er die in Wien geborenen Elsbeth Brauchbar (1877-1941), mit der er die drei Kinder Margarethe (1903-?), Johannes Leopold (später: Dewton) (1905-1985) und Joseph (später: Dewton) (1909-2005) hatte.

Deutsch studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 29. Juli 1892. Seit 1893 führte er eine Arztpraxis in Wien 18, Kreuzgasse 33,[1] ab 1896 in Wien in Wien 1, Klosterneuburgerstraße 4,[2] ab 1897 in Wien 9, Alserstraße 4,[3] ab 1899 in Wien 7, Mariahilferstraße 22[4] später 82, und schließlich ab 1906 in Wien 1, Gonzagagasse 7.[5] Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde er 1895 zum Assistenzarzt der Reserve ernannt.[6]

  1. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er bis spätestens 1899 als Assistenzarzt von Eduard Lang (1841-1916) an der II. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, wo er seine fachärztliche Ausbildung für Dermatologie absolvierte. Hier veröffentlichte er 1899 die Arbeit „Die Behandlung des Lupus vulgaris und Lupus erythematodes mit dem Heissluftstrom“. Nach seinem Ausscheiden aus der Klinik wirkte er noch an der dritten Auflage von Langs Arbeit „Therapeutik für venerische und Hautkrankheit“ mit.

Nach dem Ende seiner Tätigkeit im Allgemeinen Krankenhaus war er in Wien als Facharzt tätig. Daneben publizierte er in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, darunter 1900 „Der derzeitige Stand der Quecksilbertherapie (mit besonderer Berücksichtigung der Intoxikationsformen und -Fälle)“ und „Das Langsche Spülcystoskop. Zur Desinfektion der Cystoskope“. Es folgte im Jahr 1903 die Arbeit „Zur Injectionstherapie der Syphilis“, 1904 „Syphilis, Schwangerschaft und Vererbung“ sowie 1907 der Aufsatz „Über den therapeutischen Wert des Urogosans bei Urethrozystitis“.[7]

Ärztekammer Wien

Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Deutsch in der ärztlichen Standesvertretung. Bei den Wahlen zur Ärztekammer Wien kandidierte er im Jänner 1904[8] und im Oktober 1907 für ein Mandat als Kammermitglied.[9]

Während des Ersten Weltkriegs war Deutsch als Militärarzt in der dem Reservespital Nr. 9 in Wien zugeteilten Filiale am Henriettenplatz in Wien 15 tätig.[10] 1916 erfolgte seine Beförderung zum Landsturm-Assistenzarzt,[11] 1918 erhielt er das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration.[12]

Seit 1900 war Deutsch Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.[13] 1922 trat er der Freimaurerloge B’nai Brith als Mitglied bei.

Eduard Deutsch und seine Familie waren jüdischer Herkunft und nach dem „Anschluss“ im März 1938 der Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt. Deutsch verlor die Berechtigung zur Ausübung seines Berufes und war schließlich aus Not gezwungen, sein Mobiliar zu verkaufen. Sein medizinisches Equipment sowie seine Fachbibliothek schenkte er dem Rothschild-Spital. Zuletzt lebte er mit seiner Ehefrau Elsbeth in einer sogenannten Sammelwohnung in Wien 1, Biberstraße 8/6. Von dort wurden beide am 28. November 1941 nach Minsk deportiert und ermordet. Den drei Kindern gelang die Flucht aus Österreich in die USA. Margarethe arbeitete bis 1938 als Röntgenschwester im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und wurde nach dem „Anschluss“ fristlos und ohne Abfertigung entlassen. 1948 leitete sie ein Verfahren zur Todeserklärung ihrer Eltern ein.[14]

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0234, Deutsch Eduard (Nationalien Datum: 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-64b, Deutsch Eduard (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 187-735, Deutsch Eduard (Promotion Datum: 29.7.1892).

IKG Wien, Auswanderungsabteilung, Auswanderungsanträge, 1938-1939, Deutsch Margarethe.

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt., VA, Zl. 33.273, Deutsch Eduard.

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Deutsch Eduard, Elsbeth.

Literatur:

Deutsch, Eduard: Die Behandlung des Lupus vulgaris und Lupus erythematodes mit dem Heissluftstrom. Aus der Abtheilung des Prof. E. Lang im k.k. allgemeinen Krankenhause in Wien. Sonderdruck aus: Klinisch therapeutische Monatsschrift. Wien: Buchdruckerei „Industrie“ 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Lang, Eduard: Therapeutik für venerische und Hautkranke. Mit textl. Beigabe v. Eduard Deutsch. Wien: Săfář 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64368]

Deutsch, Eduard: Der derzeitige Stand der Quecksilbertherapie (mit besonderer Berücksichtigung der Intoxikationsformen und -Fälle). Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Das Langsche Spülcystoskop. Zur Desinfektion der Cystoskope. Sonderdruck aus: Centralblatt für die Krankheiten der Harn- und Sexualorgane. Leipzig: Druck von C. Grumbach 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Zur Injectionstherapie der Syphilis. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Syphilis, Schwangerschaft und Vererbung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie. 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 19, 1893, Sp. 854.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1896, Sp. 2110.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1897, Sp. 1072.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1899, Sp. 1128.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1911, Sp. 2502.

[6] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 20.8.1895, S. 383.

[7] Wiener klinische Rundschau, Nr. 28, 1907, S. 451-453.

[8] Neue Freie Presse, 31.12.1903, S. 8.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 43, 1907, Sp. 2091.

[10] Neues Wiener Tagblatt, (Tages-Ausgabe), 4.7.1915, S. 14.

[11] Der Militärarzt, Nr. 12, 1916, Sp. 238.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 16, 1918, Sp. 678.

[13] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 14, 1900, S. 333.

[14] Wiener Zeitung, 8.8.1948, S. 6.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [375]: Langer-Zuckerkandl, Helene Wally – Biologin, NS-Verfolgte

Langer-Zuckerkandl, Helene Wally – Biologin, NS-Verfolgte

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.07.2026

Keywords: Biologin, Militärspital, Medizingeschichte, Prag, Knittelfeld, NS-Verfolgte

Helene Wally Langer-Zuckerkandl wurde am 14. Juli 1888 als Tochter des Unternehmers Maximilian Nothmann (1843-1894) und Clara Nothmann (1867-1939), geborene Stoll, in Petrópolis im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro geboren. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1894 übersiedelte ihre Mutter mit ihren Kindern nach Deutschland, während Helene zu ihrer Cousine Therese Zuckerkandl (1862-1942) und deren Ehemann, dem Juristen und Wirtschaftswissenschafter Robert Zuckerkandl (1856-1926) nach Prag kam und von ihnen adoptiert wurde. Robert Zuckerkandl war ein Bruder der Mediziner Emil Zuckerkandl (1849-1910) und Otto Zuckerkandl (1861-1921).

Nach der Matura im Jahr 1908 in Prag begann sie an der Deutschen Universität in Prag ein naturwissenschaftliches Studium mit den Schwerpunkten Pflanzenphysiologie und physikalische Chemie. 1912 promovierte sie im Fach Biologie. Im selben Jahr veröffentlichte sie die am Pflanzenphysiologischen Institut der Deutschen Universität in Prag entstandene Arbeit „Die Wirkung der Narkotica auf die Plasmastörung“.[1] Im Sommersemester 1913 setzte sie ihre Studien bei dem Botaniker Ernst Stahl (1848-1919) an der Universität Jena fort. Im August 1916 heiratete sie in Prag den Juristen und Techniker Wilhelm Viktor Gustav Langer (1887-1973). Aus der Ehe gingen die drei Kinder Emma (1919-1999), Herta (1921-1990) und Gerhard Lange (1923-2016) hervor.

Während des Ersten Weltkrieges war Helene Langer-Zuckerkandl zunächst als Krankenschwester in Prag und anschließend als Bakteriologin im bakteriologischen Labor des k.u.k. Spitals in Knittelfeld tätig. 1917 veröffentlichte sie die Arbeit „Ueber den Einfluß von Metallsalzen auf die Diastase in lebenden Pflanzenzellen“ sowie gemeinsam mit Arnold Baumgarten (1879-1939) die Studien „Ueber den Zuckergehalt der gebräuchlichen Nährböden und dessen Bedeutung für die Differentialdiagnose der Paratyphusbazillen“ und „Über elektive Choleranährböden“. Bereits 1916 hatte sie gemeinsam mit Baumgarten am Wissenschaftlichen Abend der Militärärzte der k.u.k. Armee (Feldpost 510) teilgenommen.[2]

Sie war Mitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft war Helene Langer-Zuckerkandl nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland zunehmend der Verfolgung ausgesetzt. Sie blieb in Deutschland, um ihre kranke Adoptivmutter Therese Zuckerkandl zu betreuen, zumal ihre Ehe mit einem nichtjüdischen Partner zunächst einen gewissen Schutz gewährte. Nach den Novemberpogromen vom 9. und 10. November 1938 wurde sie kurzzeitig verhaftet. Der Schutz, den ihr ihre brasilianische Staatsbürgerschaft, die sie seit ihrer Geburt besaß, zunächst gewährte, entfiel nach der Kriegserklärung Brasiliens an Deutschland im Jahr 1942.

Am 14. Juni 1944 erhielt sie von der Gestapo den Bescheid über ihre bevorstehende Deportation. Zwei Tage später, am 16. Juni 1944, beging sie im Jenaer Mühltal Suizid. Zum Gedenken an Helene Zuckerkandl-Langer wurde am 7. Mai 2008 in Jena vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Weinbergstraße 4a ein Stolperstein verlegt.

Quelle:

Jüdische Lebenswege in Jena. Erinnerungen, Fragmente, Spuren, Bd.18, Jena 2015, S .309-311.

Stolpersteine-Jena: Dr. Helene Wally Langer.

Find a grave: Helene Langer.

Literatur:

Zuckerkandl-Langer, Helene Wally: Ueber den Einfluß von Metallsalzen auf die Diastase in lebenden Pflanzanzellen. Aus dem bakteriologischen Laboratorium des k.u.k. Spitales Knittelfeld (Spitalskommandant Oberstabsarzt Prof. Dr. Arnold Wittek). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Baumgarten, Arnold und Helene Wally Zuckerkandl-Langer: Ueber den Zuckergehalt der gebräuchlichen Nährböden und dessen Bedeutung für die Differentialdiagnose der Paratyphusbazillen. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Baumgarten, Arnold und Helene Wally Zuckerkandl-Langer: Über elektive Choleranährböden. Aus dem bakteriologischen Laboratorium des k. u. k. Spitales Knittelfeld (Spitalskommandant Oberst.-Arzt Prof. Dr. Arnold Wittek). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten. Leipzig: Verlag von Veit & Comp. 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Biochemische Zeitschrift, Bd. 45, 1912, S. 412-451.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 12, 1917, Sp. 584.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.08

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [363]: Szamek, Leo – Frauenarzt, stellvertretender Direktor am Frauenkranken-Institut „Charite“, NS-Verfolgter

Szamek, Leo – Frauenarzt, stellvertretender Direktor am Frauenkranken-Institut „Charite“, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 12.03,2026

Keywords: Frauenarzt, Gynäkologe, Frauenkranken-Institut „Charite“, Medizingeschichte, Wien, New York. NS-Verfolgter

Leo Michael Szamek wurde am 7. März 1884 in Wien als Sohn des Weinhändlers Michael Szamek (1855-1928) und Rosa Szamek (1853-1886), geborene Singer, geboren. 1912 heiratete er die aus Temesvár (heute: Timișoara/Rumänien) stammende Barbara Boriska Stein. Aus der Ehe ging die Tochter Alice Rosa (1913-1987), verheiratete Babb, hervor. 1932 wurde die Ehe geschieden.

Szamek begann im Wintersemester 1902/03 mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien und promovierte am 1. Juni 1908 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Danach arbeitete er als Assistent an der Kuranstalt Gutenbrunn bei Baden in Niederösterreich.[1] Vor dem Ersten Weltkrieg führte er eine private Arztpraxis an mehreren Standorten in Wien (Wien 9, Hörlgasse 10, Wien 1, Sterngasse 1, Wien 9, Bleichergasse 18, Wien 1, Elisabethstraße 1).

Schiffsarzt auf der „Silesia“ und „Bregenz“

Im Dienst des Österreichischen Lloyd unternahm er als Schiffsarzt zwischen April 1909 und Mai 1910 zwei Reisen mit den Dampfern „Silesia“ und „Bregenz“ nach Bombay (Indien).

Im Mai 1914 erfolgte seine Ernennung zum Oberarzt der Reserve.[2] Während des Ersten Weltkrieges war er einer Krankenhaltungsstation an der nordöstlichen Front zugeteilt. 1916 erhielt er eine Anerkennung für „vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung“[3] und wurde noch im selben Jahr zum Regimentsarzt befördert.[4] 1917 wurde ihm das Offiziersehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen.[5]

Nach seiner Rückkehr aus dem Kriegsdienst nahm er seine Tätigkeit als praktischer Arzt in Wien 2, Praterstraße 33, wieder auf;[6] im September 1919 verlegte er seine Ordination nach Praterstraße 40.[7] Seit 1920 war Szamek Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.[8]

Frauenkranken-Institut „Charite“

Von 1926 bis März 1938 fungierte Szamek neben dem Direktor Josef Weinreb (1877-1942) als stellvertretender ärztlicher Direktor am Frauenkranken-Institut „Charite“ in Wien 2, Zirkusgasse 5a. An dieser Einrichtung arbeiteten u.a. auch Hugo Fasal (1873-1941), Klara Kohn-Liebmann (1896-1994), Koloman Freuder (1883-1946) und der frühere Präsident der Charite, Isidor Fischer (1868-1943), ehrenamtlich mit. Darüber hinaus hielt Szamek Vorträge zu frauenärztlichen Themen, unter anderem vor der Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs (ROhÖ).[9]

Publizistische Arbeiten

In den 1920er Jahren veröffentlichte Szamek mehrere wissenschaftliche Arbeiten, die im Umfeld des Bettina-Stiftungs-Pavillons unter dem Vorstand des Gynäkologen Wilhelm Latzko (1863-1945) sowie dessen Mitarbeiter, dem Dozenten Josef Schiffmann (1879-1944), entstanden. Gemeinsam mit Schiffmann publizierte er 1925 die Studien „Zur Kenntnis und Genese entzündlich-eitriger Veränderungen der Niere nach Ureter-Scheidenfisteln“ und „Ein hypernephroides Sarkom im kleinen Becken“. 1928 erschien seine Arbeit „Über Endometrium in der Tube“.

Konzertsänger, Schriftsteller und Conférencier

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit trat Szamek nach dem Ersten Weltkrieg auch als Konzertsänger auf, unter anderem im Wiener Konzerthaus, wo er beispielsweise 1921 eigene Konzertabende veranstaltete.[10] Er war Mitglied und Sänger im Rossauer Männergesangsverein[11] und vertonte 1928 den vom Vizepräsidenten der Charite, Bruno Jahoda (1880-?), verfassten Liedertexte zum „Neuen Naturfreundelied“.[12]

Darüber hinaus wirkte Szamek im Wiener Schriftstellerverein „Die Scholle“, der von dem Schriftsteller und Journalist Hans Margulies (1889-1960) gegründet worden war, als Gesangskünstler und Conférencier bei literarisch-musikalischen Veranstaltungen mit. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg verfasste er ein Bühnenmanuskript, das er in der Zeitschrift “Der Floh“ veröffentlichte.[13] 1902 schrieb er anlässlich der Allgemeinen Ärzteversammlung vom 13. Dezember 1902 die satirische Dichtung „Frei nach Heinrich Heine: Die Hungrigen und die Satten“,[14] 1909 den Beitrag „Zum Schülerkonzert einer Klavierschule“.[15]

Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 wurde Szamek aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Er verlor seine berufliche Stellung und flüchtete 1938 nach Großbritannien und arbeitete während des Krieges in Bombay (Indien) im British Medical Corps.[16]

Im August 1946 heiratete er in Bombay die in Wien geborene und ebenfalls vor den Nationalsozialisten geflohene Anna Emilia Henriette Marstaler (1898-1982). Im Jänner 1949 emigrierte das Ehepaar über Southampton in England mit der Queen Mary in die USA. Zunächst ließen sie sich in Green Springs in Ohio, später in New York nieder. Nach Ablegung der erforderlichen Prüfungen und der Zulassung zum Arztberuf arbeitete Szamek am Brunswick Hospital in Amityville sowie am Lakeside Memorial Hospital. Daneben eröffnete er eine private Fachpraxis für Gynäkologie. 1954 erwarb er die US-Staatsbürgerschaft.

In den USA war er Mitglied der Suffolk County Medical Society, der Medical Society of the State of New York und der American Medical Association.

Leo Szamek starb am 5. März 1967 in Amityville, Suffolk County, New York.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1908, Szamek Leo.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0582, Szamek Leo (Nationalien Datum: 1902/03).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0703, Szamek Leo (Rigorosum Datum: 18.5.1908).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 190-0771, Szamek Leo (Promotion Datum: 1.6.1908).

United States, Social Security Death Index, Leo Szamek, März 1967; (= U.S. Social Security Administration, Death Master File.

Ohio, Naturalization Records, 1848-1951, Anna Emilia Henriette Szamek, Leo Michael Szamek, 8. März 1950.

United States, Census, 1950, Leo Szamek and Anne Szamek, 10. April 1950.

New York, County Naturalization Records, 1791-1980, Leo M Szamek, 1954.

United States, Deceased Physician File (AMA), 1864-1968, Leo Michael Szamek, 5. März 1967.

New York State Journal of Medicine, 15.6.1967, S. 1786 (Nachruf).

Literatur:

Josef, Schiffmann und Leo Szamek: Zur Kenntnis und Genese entzündlich-eitriger Veränderungen der Niere nach Ureter-Scheidenfisteln. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Manz’sche Buchdruckerei 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Schiffmann, Josef und Leo Szamek: Ein hypernephroides Sarkom im kleinen Becken. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Leipzig: Druck der Spammerschen Buchdruckerei 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Szamek, Leo: Über Endometrium in der Tube. Aus dem Bettina-Stiftungspavillon in Wien (Vorstand: Prof. Dr. Latzko). Sonderdruck aus: Zentralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1928.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek

[1] Medizinische Klinik, 21.3.1909, S. 2.

[2] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 12.5.1914, S. 196.

[3] Fremdenblatt, 18.2.1916, S. 3.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 52, 1916, Sp. 1999.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1917, Sp. 1449.

[6] Neues Wiener Journal, 1.12.1918, S. 9.

[7] Neues Wiener Journal, 29.9.1919, S. 12.

[8] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 12, 1920, S. 260.

[9] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 12.1.1935, S. 10.

[10] Neue Freie Presse, 20.2.1921.

[11] Wiener Morgenzeitung, 3.3.1922, S. 4.

[12] Der Naturfreund, Wien, 1928, S. 45.

[13] Der Floh, Nr. 7, 1908, S. 4; Nr. 24, 1908, S. 3-6; Nr. 25, 1908, S. 3.

[14] Der Floh, Nr. 50, 1902, S. 5.

[15] Der Floh, Nr. 15, 1909, S. 2-3.

[16] Indian trade journal, 15.4.1943, S. 292.

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Letzte Aktualisierung: 2026.03.12

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [342]: Flach, Auguste – Mitarbeiterin von Karl Bühler am Psychologischen Institut der Universität Wien, NS-Verfolgte

Flach, Auguste – Mitarbeiterin von Karl Bühler am Psychologischen Institut der Universität Wien, NS-Verfolgte

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 29.09.2025

Keywords: Psychologin, Psychologisches Institut, Verein für angewandte Psychopathologie und Psychologie, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgte

Auguste Flach (geb. Tänzer) wurde am 20. März 1891 als Tochter des aus Miklos in Ungarn stammenden Kaufmanns David Tänzer (1861-1932) und Sofie (1865-1942), geborene Berdach, der Schwester von Carl Berdach (1863-1943), in Wien geboren. Im Jahr 1910 heiratete sie den Ingenieur Artur Flach (1882-1963), mit dem sie zwei Söhne Sohn Georg (1912-?) und Robert (1923-2010) hatte.

Seit 1910 widmete sich Flach den Fächern Psychologie, Psychiatrie und der Biologie. Ab den frühen 1920er Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit Ausdrucks- und Bewegungspsychologie und verfasste mehrere wissenschaftliche Arbeiten, die – trotz ihrer ungewöhnlichen akademischen Biografie – rasch internationale Beachtung fanden und bis heute rezipiert werden.[1] Obwohl ihr ein formaler Studienabschluss fehlte, war sie eng in das wissenschaftliche Leben der Universität Wien eingebunden. Sie arbeitete als Schülerin und Mitarbeiterin von Karl Bühler (1879-1963), der seit 1922 als Professor für Psychologie, Philosophie und experimentelle Pädagogik an der Universität Wien das neu gegründete Psychologische Institut leitete und ihre Studie betreute, sowie in enger Kooperation mit Universitätsprofessoren wie Erwin Stransky (1877-1962) und Otto Pötzl (1877-1962).

1925 erschien am Psychologischen Institut der Universität Wien unter der Leitung von Karl Bühler Flachs Studie „Über symbolische Schemata im produktiven Denkprozess“, die im Archiv für die gesamte Psychologie (Bd.52, S. 369-440) veröffentlicht wurde. Jean Paul Sartre (1905-1980) griff bereits 1926 in seiner Examensarbeit dieser Publikation auf. Die Auseinandersetzung mit Flachs Überlegungen zur Einbildungskraft floss auch in seine späteren Studien zur Kunst und Ästhetik ein, wo er ihre Arbeit an zentraler Stelle rezipierte.

1928 folgte ihre Arbeit „Die Psychologie der Ausdrucksbewegung“, die sie 1930 auf der I. Internationalen Tagung für angewandte Psychopathologie und Psychologie in Wien erneut vorstellte.[2] In einer Rezension würdigte Erwin Stransky sie als „hochbegabte Verfasserin“.[3] Flach war zudem aktives Mitglied im Verein für angewandte Psychopathologie und Psychologie in Wien, der bis 1935 von Martin Pappenheim (1881-1943) und anschließend von Stransky geleitet wurde.

Im Sommersemester 1934 initiierte Karl Bühler eine Zusammenarbeit mit der Wiener psychiatrisch-hirnpathologischen Schule unter Otto Pötzl. Daraus entstand an der Psychiatrischen Klinik der Universität Wien eine „Seminaristische Arbeitsgemeinschaft“ unter dem Vorsitz von Erwin Stransky. Neben Flach nahmen daran u.a. Egon Brunswik (1903-1955), Otto Kauders (1893-1949), Paul Federn (1871-1950) sowie Else Frenkel (1908-1958), Mitarbeiterin von Karl und Charlotte Bühler und spätere Ehefrau von Brunswik teil. Über die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft berichteten 1935 Flach und Karl Theodor Dussik (1908-1968) im Auftrag des Vereins in der Wiener medizinischen Wochenschrift.[4] Ebenfalls aus dem Jahr 1934 stammt Flachs Arbeit „Psychomotorische Gestaltbildung im normalen und pathologischen Seelenleben“.

In den folgenden Jahren arbeitete sie eng mit der Psychiaterin und Neurologin Christine Palisa-Mlitz (1910-) zusammen. Gemeinsam veröffentlichten sie 1935 „Zur Psychopathologie des Zeiterlebens im postencephalitischen Blickkrampf“[5], 1936 „Zum Problem der Verarbeitung organischer Symptome bei Schizophrenie“[6] sowie 1938 die Studien „Insulin and the Cirkulation[7] und „Zur Frage der hirnpathologischen Erscheinungen des Insulinshocks“[8]. Parallel dazu war sie zwischen 1934 und 1938 als Mitarbeiterin an der Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik tätig. Ebenfalls 1938 erschien – gemeinsam mit dem Psychiater Alfred Auersperg (1899-1968), dem späteren Nationalsozialisten und SS-Arzt – die Publikation „Zur Symptomatologie der Delirien bei occipitoparietalen Herden“.[9]

Auguste Flach und ihr Ehemann Artur waren wegen ihrer jüdischen Herkunft nach dem „Anschluss“ im März 1938 der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Im selben Jahr gelang ihnen die Flucht nach Australien. Dort arbeitete Auguste zunächst in Hobaert, ab 1951 in Launceston und schließlich ab 1958 in Melbourne als Psychologin. Aus dieser Zeit stammt die 1949 “, gemeinsam mit dem Politikwissenschafter W. A. Townsley verfasst Arbeit „On Freedom“.[10]

Auguste Flach verstarb am 15. November 1972 in Caulfield, Victoria, in Australien.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1891, Tänzer Auguste.

Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1910, Tänzer Auguste, Flach Artur.

In Australien, Victoria Sterbeverzeichnis, 1836-1985.

Australia, Victoria, Index to Probate Registers, 1841-1989, Entry for Auguste Flach, 05 Mar 1973.

Friedrich Jannette, Auguste Flach (1891-1972) – die Entdeckung einer ungewöhnlichen Biographie, in: Psychologische Rundschau, 76(1), 2025, S. 21—22.

Literatur:

Flach, Auguste: Die Psychologie der Ausdrucksbewegung. Sonderdruck aus: Archiv für die gesamte Psychologie. Wien: Gerold & Co. Universitäts-Buchhandlung 1928.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Flach, Auguste: Psychomotorische Gestaltbildung im normalen und pathologischen Seelenleben. Sonderdruck aus: Archiv für die gesamte Psychologie. Köthen/Anhalt: Großdruckerei Paul Dünnhaupt 1934.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Herrmann Theo, Psychologie der kognitiven Ordnung, Berlin 1965. Loquens Manus, Medium der Geste, Gesten der Medien, Köln 2003.

[2] I. Internationale Tagung für angewandte Psychopathologie und Psychologie, Wien 5.-7. Juni 1930, Referate und Vorträge, Hg. von Hartmann H., Pappenheim M., Stransky E., Berlin 1931, S. 202-209.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 28, 1929, S. 918.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 9, 1935, S. 234-237.

[5] Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie, 154, 1935, S. 599-620.

[6] Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie, 156, 1936, S. 274-286.

[7] Insulin and the Cirkulation, in: The Treatment of Schizophrenia Isulin Shock. Cardiazol sleep Treatment, aus: The American Journal of Psychiatrie, Nr. 94, Mai 1938 (Supplement), S. 96-108.

[8] Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten, 108 (5), 1938, S. 633-660.

[9] Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten, 107, 1938, S. 616-635.

[10] Townsley W. A., Flach Auguste, On Freedom, in: The Australian

Quarterly, 21 (3), 1949, S. 45-56.

Normdaten (Person): Flach, Auguste: BBL: ; GND:

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Letzte Aktualisierung: 2025.09.29

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [329]: Lehndorff-Stauber, Alice – Dermatologin, Ärztin bei der Genossenschaftskrankenkasse Wien, Leiterin des Ambulatoriums für Psychotherapie am Ersten Wiener Kinderkranken-Institut, NS-Verfolgte

Lehndorff-Stauber, Alice – Dermatologin, Ärztin bei der Genossenschaftskrankenkasse Wien, Leiterin des Ambulatoriums für Psychotherapie am Ersten Wiener Kinderkranken-Institut, NS-Verfolgte

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 26.05.2025

Keywords: Dermatologin, Erste Wiener Kinderkranken-Institut, Ambulatorium für Psychotherapie, Medizingeschichte, Verein für Individualpsychologie, Wien, NS-Verfolgte

Alice Stauber wurde am 29. August 1881 als Tochter des Arztes Adalbert (Bela) Stauber (1847-1909) und Johanna (1856-1930), geborene Kohn, in Wien geboren. Seit 1912 war sie mit dem Kinderarzt Heinrich Alfred Lehndorff (Löwy) (1877-1965) verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hatte.

Stauber besuchte das Mädchen-Lyceum des Wiener Frauen-Erwerb-Vereines[1] und begann im Wintersemester 1902/03 an der Universität Wien mit den Studium der Medizin, das sie am 13. Dezember 1907 mit der Promotion abschloss. Ihre erste Publikation veröffentlichte sie 1906 am Physiologischen Institut der Universität Wien „Über das embryonale Auftreten diastalischer Fermente“. Nach dem Studium führte sie eine Arztpraxis in Wien 3, Rudolfsgasse 25, und arbeitete als Assistenzärztin am Rudolf-Spital, wo sie ihre Fachausbildung für Dermatologie erhielt und 1910 die Arbeit „Zur Frage des Eiweißabbaues im menschlichen Darme“ veröffentlichte. Danach eröffnete sie eine Ordination für Hautkrankheiten bei Frauen in Wien 1, Rathausstraße 8, und arbeitete daneben als Ärztin der Genossenschaftskrankenkassen Wiens und Niederösterreichs.

Volksbildung

Alice Lehndorff-Stauber war regelmäßig in der Wiener Volksbildung als Referentin tätig. Ab dem Herbst 1914 hielt sie Lichtbildvorträge zu Schutzvorkehrungen gegen Kriegsseuchen,[2] ab 1915 zu „Krieg und Geschlechtskrankheiten“,[3] im Jahr 1918 erhielt sie dafür das Ehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration für besondere Verdienste um die militärische Sanitätspflege im Krieg.[4] Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sie ihre Vortragsreihen zu medizinischen Themen in populärwissenschaftlicher Form in den Wiener Volksbildungsinstitutionen wie der Wiener Urania oder der Vereinigung der arbeitenden Frauen fort. Ihre thematischen Schwerpunkte waren dabei ab Mitte der 1920er Jahre Mutterschutz und Kinderpflege sowie Körperpflege und Hygiene.

1920 beschäftigte sie sich an der Kinder-Klinik im Allgemeinen Krankenhaus bei Clemens Pirquet (1874-1929) mit der Morphium-Allergie der Haut.[5]

Verein für Individualpsychologie

Ab spätestens 1930 war sie im Verein für Individualpsychologie u.a. als Vorstandsmitglied tätig. Hier leitete sie von 1932 bis 1933 mit Matha Holub (1887-1942) die Arbeitsgemeinschaft „Einführung in die Individualpsychologie durch Übungen und Interpretationen“ und hielt Vorträge, darunter 1933 „Das äußere der Frau und ihr Charakter“,[6] 1934 „Wenn wir altern“,[7] 1935 „Die nervöse Frau“[8] 1936 „Berufswahl der Frau“.[9]

Erstes Öffentliche Kinder-Kranken-Institut

Seit spätestens 1924 arbeitete sie in dem am Ersten Wiener Kinderkranken-Institut eingerichteten Ambulatorium für Psychotherapie in Wien 1, Kleeblattgasse, das sie gemeinsam mit Erwin O. Krausz (1887-1968) und später bis 1935 mit dem Vorstandsmitglied des Vereins für Individualpsychologie, Luise (Luna) Reich (1891-1967), leitete.

New York Petitions for Naturalization, 1897-1944. Records of District Courts of the United States, 1685-2009, RG 21. National Archives at New York.

Alice Lehndorff-Stauber, ihr Ehemann und ihre Kinder waren jüdischer Herkunft und nach dem „Anschluss“ im März 1938 der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Ihnen gelang die Flucht nach England, wo Alice Lehndorff-Stauber nach Kriegsausbruch interniert wurde. Im Dezember 1939 emigrierten sie und ihre Familie mit der SS Georgic von Liverpool in die USA, wo sie im Jänner 1940 in New York ankamen. Sie arbeitete in New York als Social Service Auxiliary am Mount Sinai Hospital.[10] Lehndorff-Stauber verstarb am 22. Juni 1960 in New Rochelle, Westchester, New York.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch, 1881, Stauber Alice.

Trauungsbuch, Wien. Kirchliche Heiratsurkunden, 1912, Österreich Evangelisch-Lutherische Kirchenbücher 1783-1991, Heinrich Lehndorf and Alice Stauber (5.5.1912).

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0587, Stauber Alice (Nationalien Datum 1902/03).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0795, Stauber Alice (Rigorosum Datum 6.12.1907).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 190-0669, Stauber Alice (Promotion Datum 13.12.1907).

Internees at Liberty in the UK, Home Office: Aliens Department, Internees Index, 1939-1947 Prisoners of War, Alice Lehndorff, 1939-1942.

United Kingdom, Outgoing Passenger Lists, 1890-1960, Alice Lehndorff, 23 Dec 1939.

New York, New York Passenger and Crew Lists, 1925-1958, Lehndorff, 1939.

New York Petitions for Naturalization, 1897-1944. Records of District Courts of the United States, 1685-2009, RG 21. National Archives at New York.

New York, State Health Department, Genealogical Research Death Index, 1957-1963, 22 Jun 1960.

Alice Lehndorff-Stauber: AlfredAdler.at.

Literatur:

Lehndorff-Stauber, Alice: Über das embryonale Auftreten diastalischer Fermente. Aus dem physiologischen Institut der Universität Wien. Sonderdruck aus: Archiv für die gesamte Physiologie. Altenburg: Pierer’sche Hofbuchdruckerei. Stephan Geibel & Co. 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Lehndorff-Stauber, Alice: Zur Frage des Eiweißabbaues im menschlichen Darme. Aus dem pathologischen Laboratorium der k.k. Krankenanstalt „Rudolf-Stiftung“, Wien. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Leipzig: Druck von Gustav Brandstetter 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Siebzehnter Jahresbericht Mädchen-Lyceum des Wiener Frauen-Erwerb-Vereines, Wien 1896, S. 35.

[2] Arbeiter Zeitung, 14.10.1914, S. 7.

[3] Arbeiter Zeitung, 21.10.1915, S. 8.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 15, 1918, Sp. 678.

[5] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 47, 1920, S. 1024.

[6] Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 1933: Band 11, S. 14.

[7] Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 1934: Band 12, S. 61

[8] Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 1935: Band 13, S. 62

[9] Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 1936: Band 14, S. 62

[10] Annual report by Mount Sinai Hospital (New York, N.Y.), 1948, S. 179.

Normdaten (Person):  Lehndorff-Stauber, Alice: BBL: ; GND:

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Letzte Aktualisierung: 2025.05.26

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [310]: Goldhammer, Helene – Chemikerin, Physiologin, NS-Verfolgte

Goldhammer, Helene – Chemikerin, Physiologin, NS-Verfolgte

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 20.11.2024

Keywords: Chemikerin, Physiologisches Institut, Neurologisches Institut, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgte

Helene Goldhammer wurde als Tochter des Rechtsanwaltes Arthur Goldhammer (1875-1929) und Zlotka (1863-1937), geborene Herzig, am 16. Oktober 1902 in Sanok in Galizien (heute: Polen) geboren. 1903 übersiedelte ihre Familie nach Lemberg und kam zu Kriegsausbruch im Jahr 1914 nach Wien.

Goldhammer studierte an der Universität Wien Chemie mit den Spezialfächern physiologische und biologische Chemie und promovierte am 22. Dezember 1925 mit der am II. Chemischen Institut fertiggestellten Dissertation zum Thema „Über den Diphenyloxyazetaldehyd“. 1929 publizierte sie mit ihrem ehemaligen Betreuer Ernst Zerner (1884-1966) gemeinsam unter demselben Titel („Über den Diphenyloxyazetaldehyd“) in den Monatsheften für Chemie einen Aufsatz.[1] Sie befasste sich ab 1927 mit endokrinologischen Fragestellungen. In den folgenden Jahren arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Neurologischen Institut bei Otto Marburg (1874-1948) und an der der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten und am Physiologischen Institut auf der Serodiagnostischen Station und publizierte eine Reihe von Studien. Darunter 1935 „Folikelreifungshormon im Harn von vegetativ-stigmatisierten jungen Männern mit Potenzstörung“.

Goldhammer, die jüdischer Herkunft und nach dem März 1938 von den Nationalsozialisten verfolgt worden war, wurde nach dem „Anschluss“ von der Universität Wien vertrieben und lebte danach in Wien, Hoher Markt 9, vom Erlös ihrer Möbel. Am 30. Juni 1938 gab sie bei der Auswanderungsstelle der IKG Wien als Ausreiseziel Australien und als Referenzen die Professoren Arnold Durig (1872-1961), Otto Marburg und Wolfgang Pauli (1869-1955) an. Nach ihrer Flucht nach Australien arbeitete sie als Wissenschaftlerin am Department of Biological Science, N.S.W. an der University of Technology in Sydney und setzte unter dem Namen Helen Goldhammer ihre Publikationstätigkeit, darunter in der Zeitschrift Nature, fort.

Goldhammer verstarb am 31. August 1988 in Sydney.[2]

Quellen:

Fürsorge-Zentrale der IKG Wien, Auswanderungsabteilung, Goldhammer Helene.

Soukup Rudolf Werner/Zachl Sarah Julia, „Fräulein Doktor“. Lebenswege von Chemikerinnen, die zwischen 1902 und 1933 an der Universität Wien dissertierten.  Biografische und bibliografische Daten sowie eine kollektiv-biographische Analyse, Wien 2021.

Literatur:

Goldhammer, Helene und Paul Loewy: Folikelreifungshormon im Harn von vegetativ-stigmatisierten jungen Männern mit Potenzstörung. Aus dem physiologischen Institut der Universität Wien. Sonderdruck aus: Klinische Wochenschrift. Leipzig: Druck der Spammer A.-G. 1935.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Referenzen:

[1] Monatshefte für Chemie, Hauptteil Teil 3, 1929, S. 485-492.

[2] The Sydney Morning Herald, 3.9.1988, S. 144.

Normdaten (Person): Goldhammer, Helene: BBL: 45254; GND: 1348793600;

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Letzte Aktualisierung: 2024 11 20

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [228]: Hirsch, Ada – Kinder- und Jugendärztin am Jugendamt der Gemeinde Wien, NS-Verfolgte

Hirsch, Ada – Kinder- und Jugendärztin am Jugendamt der Gemeinde Wien, NS-Verfolgte

Autor: Walter Mentzel

Affiliation: Medizinische Universität Wien, Universitätsbibliothek, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich

Published online: 20.07.2023

Keywords:  Ada Hirsch, Ada Hirsch-Elias, Kinderärztin, Jugendamt der Gemeinde Wien, NS-Verfolgte, Ärztin, Wien, Medizingeschichte

Ada Hirsch wurde am 28.4.1885 in Wien als Tochter des aus Proßnitz bei Olmütz in Mähren stammenden Buchhalters und späteren Vizepräsidenten und leitenden Verwaltungsrates der Prager Papierfabrik A.G., Emil Hirsch (geb. 10.8.1850 in Prostějov, Olomouc/Tschechien, gest. 8.3.1919 in Prag) und der Wienerin Katharina, geborene Eckstein (geb. 1.3.1862 in Wien, gest. 28.1.1924 in Wien), geboren.

Ada begann 1904 ihr Studium der Medizin an der Universität Prag und führte es an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien bis zu ihrer Promotion fort. Schon vor ihrer Promotion, am 25.11.1910, war sie als Hospitantin an der II. Medizinischen Universitätsklinik tätig, wo sie die mit dem Assistenzarzt Richard Bauer (1879-1959) gemeinsam durchgeführten Untersuchungen 1912 im Aufsatz „Beitrag zum Wesen der Wassermannschen Reaktion“ publizierte. 1913 nahm sie als Referentin an der Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien teil.[1] Im selben Jahr veröffentlichte sie, die an der Kinderklinik von Professor Clemens von Pirquet (1874-1929) und an der I. Frauenklinik bei Friedrich Schauta (1849-1919) am Allgemeinen Krankenhaus Wien durchgeführte Studie „Die physiologische Ikterusbereitschaft des Neugeborenen“.

Ab zirka 1915 arbeitete sie am Karolinen-Kinderspital und betrieb daneben in Wien 9, Spitalgasse 27 eine Ordination als Kinderfachärztin. Sie war Mitglied der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien.

Erster Weltkrieg

Ada Hirsch nahm am Ersten Weltkrieg als freiwillige Ärztin nordöstlich von Lemberg im Epidemiespital in Beresteczko (heute: Berestetschko/Ukraine) teil, wofür sie im Juli 1916 als erste von zwei Frauen das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen bekam.[2] Weiters war sie während des Krieges unterstützendes Mitglied der Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegsinvalide.[3]

Kinder- und Jugendärztin am Jugendamt der Gemeinde Wien

Nach dem Krieg gehörte sie 1919 zu den Mitgründerinnen der Organisation der Ärztinnen Wiens, und nahm neben der Vorsitzenden Dora Brücke-Teleky (1879-1963) und Alfreda Seidl (verh. Widerhofer, geb. 1887) sowie Pauline Feldmann (1884-1986) die Funktion einer Schriftführerin ein.[4] Ebenfalls 1919 erhielt sie mit Beschluss des Gemeinderats-Ausschusses der Stadt Wien das Heimat- und Bürgerrecht der Stadt verliehen.[5] Seit spätestens 1925 war sie am Bezirksamt Leopoldstadt neben Professor August Reuss (1879-1954) im Jugendamt II als Leiterin und für die ärztliche Beratung für Säuglinge und Kleinkinder tätig.[6] Daneben arbeitete sie als Fachärztin der Krankenfürsorgeanstalt der Gemeinde Wien und veranstaltete an der Allgemeinen Poliklinik Säuglingspflegekurse.[7] Ab Mitte der 1920er Jahre übernahm sie noch den schulärztlichen Dienst am Mädchen-Realgymnasium in Wien.[8] 1926 publizierte sie an der I. medizinischen Klinik der Deutschen Universität in Prag „Die Wirkung der parenteralen Einverleibung von Proteinkörpern auf das neutrophile Kernbild“.[9]

1936 heiratete sie den Internisten und Professor an der Medizinischen Fakultät in Wien, Herbert Elias (1885-1975), und verlegte ihre Arztpraxis nach Wien 1, Rathausstraße 15.

Ada und ihr Ehemann Herbert Elias, die beide wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, flüchteten nach dem „Anschluss“ über Antwerpen nach Frankreich, von wo sie im Februar 1939 mit der SS Washington in die USA emigrierten und sich in New York niederließen.

New York, U.S. District Court Naturalization Records, 1824-1991, Petitions for naturalization and petition evidence 1944

Sie unterstütze während des Zweiten Weltkrieges u.a. den Pressefonds und die Organisation der österreichischen Sozialisten in den USA, das Austrian Labor Committee.[10]

Ada Elias-Hirsch verstarb am 7. April 1975 in New York.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1885, Hirsch Ada.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0225, Hirsch Ada (Rigorosum Datum: 23.11.1910).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 190-1159, Hirsch Ada (Promotion Datum: 25.11.1910).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 10.615, Elias Ada.

ÖStA, AdR, E-uReang, Hilfsfonds, Abgeltungsfonds, Zl. 10.614, Elias Ada Dr.

ÖStA, AdR, E-uReang, Hilfsfonds, Sammelstellen A und B SSt, Zl. 6.758, Elias Ada Dr.

WStLA, VEAV, MA. 1.3.2.119.A41 I-67, Bezirk: 5, Elias Ada Dr.

New York, U.S. District Court Naturalization Records, 1824-1991, Petitions for naturalization and petition evidence 1944 box 905, no 478651-478850; NARA microfilm publication M1972, Southern District of New York Petitions for Naturalization, 1897-1944. Records of District Courts of the United States, 1685 – 2009, RG 21. National Archives at New York, Elias Ada.

Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI), Elias Ada.

Literatur:

Bauer, Richard und Ada Hirsch: Beitrag zum Wesen der Wassermannschen Reaktion. Aus der II. medizinischen Universitätsklinik in Wien (Vorstand: Hofrat Prof. E. v. Neusser). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hirsch, Ada: Die physiologische Ikterusbereitschaft des Neugeborenen. Aus der Neugeborenenstation der Kinderklinik (Prof. v. Priquet) an der I. Frauenklinik (Hofrat Prof. Schauta) in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für Kinderheilkunde. Leipzig: Druck der Spamerschen Buchdruckerei 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Referenzen:

[1] Medizinische Klinik, 7.9.1913, S. 2049.

[2] Prager Abendblatt, 27.7.1916, S. 4; Teplitz-Schönauer Anzeiger, 29.7.1916, S. 3.

[3] Neue Freie Presse, 11.8.1915, S. 11.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 14, 1919, Sp. 714-715.

[5] Amtsblatt der Stadt Wien, Wien 1919, S. 2438.

[6] Lehmann, Adressbuch, Wien, 1925, Gewerbebehörden, 1925, S. 35.

[7] Die Mutter Halbmonatsschrift für alle Fragen der Schwangerschaft, 1.12.1925, S. 6.

[8] Jahresbericht des Vereines für realgymnasialen Mädchenunterricht Wien 8, Albertgasse, Wien 1927, S. 6

[9] Wiener Archiv für innere Medizin, Hauptteil Teil 1, 1926, S. 453-468.

[10] Austrian Labor Information, H. 7, 1942, S. 11.

Normdaten (Person): Hirsch, Ada: BBL: 41524; GND: 1296850315;

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Letzte Aktualisierung: 2023 07 31

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [213]: Fasal, Paul – Dermatologe – Lepraforscher, NS-Verfolgter

Fasal, Paul– Dermatologe – Lepraforscher, NS-Verfolgter

Text: Walter Mentzel

Paul Fasal wurde am 9. Oktober 1904 als Sohn des Dermatologen Hugo Fasal (1873-1941) und Betti Pollak von Rudin in Wien geboren. Er war mit der in Kremsmünster in Oberösterreich geborenen Medizinerin Elfriede Hitzler (*30.8.1909) verheiratet. Nachdem er das Akademische Gymnasium in Wien besucht hatte, studierte er seit 1924 an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium am 4. März 1929 mit seiner Promotion ab. Danach arbeitete er als Hilfsarzt an der Universitätsklinik für Syphilidologie und Dermatologie unter dem Vorstand Professor Wilhelm Kerl (1880-1945). 1929 publizierte er gemeinsam mit Emmerich Farkas am Pathologischen Institut der Poliklinik in Wien unter dessen Vorstand Professor Carl Sternberg (1872-1935) die Studie „Über die körnchenförmigen Kalkeinlagerungen in der Arterienmedia“, 1932 erschien von ihm an der Universitätsklinik der Aufsatz „Experimentelle Untersuchungen über die Resorption salbeninkorportierten Schwefels und klinische Ergebnisse bei Verwendung einer neuen Schwefelsalbe“,[1] und 1934 die Arbeit „Experimentelle Untersuchungen über die Resorption salbeninkorporierten Schwefels und klinische Ergebnisse bei Verwendung einer neuen Schwefelsalbe“.

1933 wurde er zunächst zum Assistenten und danach im Juni 1935 zum interimistischen Leiter der Dermatologischen Abteilung des Krankenhauses Wieden ernannt.[2] Seine letzte Veröffentlichung in Österreich erschien 1938 als Sonderdruck der Zeitschrift „Der Chirurg“ aus der Dermatologischen Abteilung des Krankenhaus Wieden in Wien über die „Versorgung und Behandlung von Brandwunden“. Vor seiner Flucht aus Österreich entwickelte er die Brandsalbe „Tebege“, die während des Zweiten Weltkrieges in den Luftschutzapotheken des Deutschen Reiches Anwendung fand. Er war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.

Paul Fasal, der jüdischer Herkunft war, flüchtete mit seiner Familie 1938 aus Österreich nach Britisch-Malaya, wo er im Auftrag der britischen Regierung am Institute for Medical Research in Kuala Lumpur arbeitete und zur Tropendermatologie forschte. Auf der Insel Penang studierte er die Filariose und in der Leprakolonie von Sungei Buloh die Lepra. 1941 emigrierte er mit seiner Familie in die USA und arbeitete zunächst als Assistenzarzt im Hahnemann Hospital. 1943 erhielt er sein State Board Examination, eröffnete ein Jahr darauf in San Francisco eine Privatpraxis und arbeitete von 1945 bis 1948 als Teilzeitarzt an der San Francisco City Clinic. 1948 wurde Fasal im Rang eines Diplomaten in das Board of Dermatology and Syphilology aufgenommen und 1949 zum Zivilberater für Pathologie und Dermatopathologie am Letterman Army Hospital ernannt. 1950 trat er der Abteilung für Dermatologie an der University of California Medical School in San Francisco als Clinical Instructor bei, danach wurde er zum Clinical Associate Professor of Dermatology an der Standford University, School of Medicine, ernannt. 1954 war er Berater für Lepra am Department of Public Health des Staates Kalifornien, und zwischen 1960 bis 1978 Leiter des Lepradienstes des United States Public Health Service Hospital in San Francisco.

Fasal war viele Jahre Mitglied des Gremiums für Dermatopathologie der American Academy of Dermatology und der Pacific Dermatological Association, 1954 Sekretär des medizinischen Personals am Marin General Hospital, Chief of Specialties am Ross General Hospital, 1957 Chief of Medicine am San Rafael General Hospital und zwischen 1954 und 1958 beratendes Mitglied des Marin County Tumor Board. Er gehörte zu den international renommiertesten Lepraforschern und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1969 die Outstanding Civilian Service Medal der US-Armee und 1972 vom Präsidenten Richard Nixon (1912-1994) den Distinguished Service Award des Ministeriums für Gesundheit, Bildung und Soziales der US-Regierung.

Sein schon in seiner frühen Kindheit gepflegtes Hobbie der Fotografie wandte er in seinem Fach der Dermatologie an. Seine Illustrationen wurden in zahlreichen Publikationen und Lehrbüchern verwendet.

Paul Fasal verstarb am 14. November 1991 in San Mateo, Kalifornien.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1904, Fasal Paul.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 197-0143, Fasal Paul (Rigorosum Datum: 5.2.1929)

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 193-2589 (Promotion Datum: 4.3.1929), Fasal Paul.

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt., VA, Zl. 761, Fasal Paul.

United States Social Security Death Index,  Paul Fasal, 14 Nov. 1991; U.S. Social Security Administration, Death Master File, (Alexandria, Virginia: National Technical Information Service).

California Death Index, 1940-1997, Paul Fasal, 14 Nov. 1991; Department of Public Health Services, Sacramento.

Literatur:

Farkas, Emmerich und Paul Fasal: Über die körnchenförmigen Kalkeinlagerungen in der Arterienmedia. Aus dem pathologischen Institut der Poliklinik Wien. (Vorstand: Prof. Carl Sternberg) (Mit 2 Abbildungen im Text) Sonderdruck aus: Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie. Jena: Verlag von Gustav Fischer 1929.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fasal, Paul: Experimentelle Untersuchungen über die Resorption salbeninkorporierten Schwefels und klinische Ergebnisse bei Verwendung einer neuen Schwefelsalbe. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1934.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fasal, Paul: Versorgung und Behandlung von Brandwunden. Aus der Dermatologischen Abteilung des Krankenhauses Wieden in Wien (Vorstand: Primararzt Dr. J. Konrad) Sonderdruck aus: Der Chirurg. Berlin: Verlag von Julius Springer 1938.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Keywords:

Fasal Paul, Dermatologie, Lepraforschung, Krankenhaus Wieden, San Francisco, Kalifornien, USA, Medizingeschichte, Wien,  Arzt

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 6, 1932, S. 191-193.

[2] Der Tag, 1.6.1935, S. 7.

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Normdaten (Person) Fasal, Paul: BBL: 40858; GND: 1284122093;

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 40858 (23.03.2023); Letzte Aktualisierung: 2023 03 27
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Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. „Who was who in nursing history“.

Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. „Who was who in nursing history“. Band 10, Hungen: Verlag hpsmedia 2022.

Mit dem von Hubert Kolling herausgegebenen und 2022 erschienen zehnten Band des Biografischen Lexikons zur Pflegegeschichte wird gleichzeitig auch das 25-jährige Jubiläum, der seit 1997 bestehenden Schriftenreihe, begangen. Bislang konnten mit diesem Projekt mehr als 1.400 Personen aus dem Bereich der Pflegeberufe und Institutionen sowie der Pflegewissenschaft portraitiert werden. Der vorliegende Band, an dem neben dem Herausgeber 20 Autor:innen aus dem In- und Ausland mitwirkten, enthält 60 biografisch-bibliographische Porträts – fünf davon in einer überarbeiteten Auflage – zu Personen aus dem Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Neben der üblichen Schwerpunktsetzung auf den deutschsprachigen Raum, finden sich wieder Beiträge zu Personen aus Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Kroatien, Polen, Saudi-Arabien, Slowenien, USA und Tschechien.

Die Artikel bestechen wie schon in den Bänden zuvor durch ihre umfangreichen biografischen Details und ihrer Informationsdichte, die weit über die gewohnt stichwortartigen Beiträge in einschlägigen Lexika hinausgehen und damit neben dem Gebrauchswert eines Nachschlagewerkes auch ein Lesevergnügen bereiten. Dazu zählen u.a. exemplarisch die kulturhistorischen Ausführungen im Beitrag von Kolling zur Krankenpflegerin im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Albine Pecher, der anlässlich ihres Todes vom Wiener Volksliedsänger Josef Hornig ein vierstrophiges Lied gewidmet wurde, das sich im Artikel auch abgedruckt findet. Die einzelnen Abhandlungen sind wie bisher durch zahlreiche Querverweise mit jenen in den anderen Bänden miteinander verbunden, sodass eine rasche Orientierung gewährleistet ist.

Die Beiträge insgesamt bieten mit diesem gewählten biografischen Zugang gleichsam einen breiten Überblick über die Geschichte und die Entwicklungslinien des Pflegeberufes, der auch die vielfältigen Problemfelder, die diesen Beruf über lange Zeiträume begleiten, thematisiert und damit die Sensibilisierung der heute wieder aktuellen Debatte zum Berufsbild, der Finanzierungthematik und der Wertschätzung des Pflegepersonals insgesamt ermöglicht.

Auch in diesem Band wird an den diese Reihe auszeichnenden und umfassend konzipierten Pflegebegriff fortgesetzt und die verschiedensten an der Pflege mitwirkenden Personengruppen vorgestellt. Dazu zählen Biografien von Menschen im Pflegeberich aus der Zeit des Mittelalters, Gewerkschafter:innen, Adelige, Direktor:innen von Pflegeeinrichtungen, Pflegehistoriker:innen, Gründer:innen von Hospitälern, Krankenpflegeorden oder Mutterhäuser, die allesamt in ihrem politischen und sozioökonomischen Kontext dargestellt werden. Aus dem unmittelbaren Pflegebereich werden anhand von Personen die vielfältigen Aufgabengebiete vorgestellt, wie Krankenfürsorgerin, Hebammen oder Personen, die im Bereich der Behindertenpflege, der Psychiatrie- und Neurologie (Georg Stutz), Kriegslazarette (Alicia Loyd Still), in Internierungslagern und in Flüchtlingshilfswerken, sowie in der Pflege von Lepra-Erkrankten (Anna Russ) arbeiteten. Daneben werden Pflegepersonen vorgestellt, die während des nationalsozialistischen Regimes als Täter („Euthanasie“) involviert waren, oder durch ihre Widerstandsbereitschaft hervorstachen. Hinzu kommen zahlreiche Personengruppen aus dem Umfeld der Pflegeeinrichtungen wie jene, die durch ihre Herausgeberschaft oder als Redakteure von Fachzeitschriften in Erscheinung traten, oder in Berufs- und Verbandsorganisationen wirkten.

Abgeschlossen werden die biografischen Beiträge durch umfangreiche Quellen- und Literaturangaben, die eine weitere Recherche und thematische Vertiefung erleichtern.

Neben dem gebührenden Platz in Forschung und Lehre ist auch diesem Band zu wünschen, dass damit ein kleiner Beitrag geleistet werden kann, um der geringen Wertschätzung des Pflegeberufs entgegenwirkt und – wie Kolling im Vorwort anmerkt – eine notwendige Identitätsstiftung unterstützt.

Gewidmet ist der Band durch den Herausgeber der 2020 verstorbenen Schweizer Krankenschwester, Ordensfrau und Dozentin Liliane Juchli (1933-2020), die wesentlich zur Professionalisierung des Pflegeberufes beitrug.

Hubert Kolling: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Band 10, 2022.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [212]: Fasal, Hugo – Dermatologe, Abteilungsleiter an der Allgemeinen Wiener Poliklinik, NS-Verfolgter

Fasal, Hugo – Dermatologe, Abteilungsleiter an der Allgemeinen Wiener Poliklinik, NS-Verfolgter

Text: Walter Mentzel

Hugo Fasal wurde am 10. November 1873 in Freiheitsau in Österreichisch-Schlesien (heute: Háj ve Slezsku/Tschechien) als Sohn von Ferdinand Fasal (1842-1906) und Fanni, geborene Noe (1848-1906), geboren. Seit 1903 war er mit der Tochter des Großindustriellen Alfred Pollak, Betty Pollak von Rudin, verheiratet (1882-1963), mit der er den Sohn Paul Fasal (1904-1991) hatte. Die Ehe wurde 1923 geschieden.

Fasal studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 27. Mai 1898. Im selben Jahr erfolgte seine Ernennung zum Assistenzarzt-Stellvertreter beim Feldjäger Bataillon Nr. 10, danach gehörte er als Militärarzt dem Infanterieregiment Edler von Krieghammer Nr. 11 beim Garnisonsspital Nr. 10 an. Im Mai 1899 wurde er zum Oberarzt im Aktivstand ernannt.[1]

Seine ärztliche Karriere begann Fasal an der Allgemeinen Poliklinik in Wien an der Abteilung für Dermatologie als Assistenzarzt von Professor Eduard Spiegler (1860-1908). Nach dem Tod von Spiegler erfolgte seine Bestellung zum Leiter der Abteilung für Hautkrankheiten.[2] Bald danach wechselte er an das von Sigmund Fraenkel (1868-1939) geleitete und von Eduard Spiegler 1904 im Wege einer Stiftung gegründete und nach dessen Bruder und Vorstandsmitglied Ludwig Spiegler (1853-1924) benannte Ludwig Spiegler-Laboratorium in Wien. Hier publizierte er eine Reihe von Studien wie u.a. 1910 „Über carcinomatöse Hautmetastasen[3] und im selben Jahr die Studie „Serologische Untersuchungsergebnisse mit Rücksicht auf vorausgegangene Therapie und präventive Behandlung“, die in Zusammenarbeit mit dem pathologischen Institut und seinem Vorstand Professor Dr. H. Albrecht und der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten unter dem Vorstand des Dozenten Gabor Nobl (1864-1938) an der allgemeinen Poliklinik in Wien entstand. Nach einem Vortrag am Internationalen Kongress für Dermatologie in Rom im April 1912 publizierte er am Ludwig Spiegler Laboratorium die „Beiträge zur Chemie der Verhornung“,[4] sowie danach „Über die Ursachen der verschiedenen Haarfarben“.[5] Dieses Thema beschäftigte ihn auch 1913 in den „Studien über Pigment“ aber auch noch in den 1920er und 1930-er Jahren u.a. in den Arbeiten „Haarwuchs und seine Schädigungen,[6] oder 1932 „Zur Beeinflussung des Haarwuchses“. Weitere Arbeiten von Fasal befinden sich in der Separata-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Neben diesen Tätigkeiten führte Fasal als Facharzt für Dermatologie an seinem Wohnort in Wien 1, Tegetthoffstraße 1, seine Ordination.

Illustriertes Wiener Extrablatt, 10.12.1901, S. 5.

Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Landsturm-Oberarzt ernannt[7] und war dem Transport-Überwachungskommando in Oderberg in Böhmen zugeteilt.[8] 1916 erhielt er die preußische Rote Kreuzmedaille 3. Klasse.[9]

Fasal gehörte bis zu seinem Austritt im Jänner 1912 als Mitglied und Inspektionsarzt der Wiener Rettungsgesellschaft an. 1903 wurde er Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien,[10], war Funktionär in der „Wirtschaftlichen Organisation der Ärzte Wiens“ und nahm an den Ärztekammerwahlen teil. 1922 bekam er vom Bundespräsidenten der Republik Österreich den Titel eines Regierungsrates verliehen.[11] Fasal hielt in den Wiener Volksbildungsvereinen wie dem Verein Volksheim u.a. Vorträge über Geschlechtskrankheiten,[12] sowie in den 1920er Jahren im Radio Wien in der „Stunde der Frau“.

Frauenkrankeninstitut „Charite“

Seit Ende der 1920er Jahre arbeitete er wie Clara Kohn-Liebmann (1896-1994) und Koloman Freuder (1883-1946) ehrenamtlich als Dermatologe im Frauenkrankeninstitut „Charite“ in Wien Leopoldstadt.[13]

NS-Verfolgung

Hugo Fasal und sein Sohn Paul, der ebenfalls als Arzt in Wien lebte, waren jüdischer Herkunft und nach dem „Anschluss“ im März 1938 von der NS-Verfolgung betroffen. Fasal gelang 1940 die Flucht in die USA, von wo er im Dezember 1940 zu seinem zuvor aus Österreich nach Britisch-Malaysia geflohenen Sohn, der in Kuala Lumpur als Dermatologe arbeitete, reiste. Am 17. Jänner 1941 verstarb er bei dieser Fahrt auf dem Schiff. Pauls Mutter zog nach Peking und kehrte nach dem Krieg nach Wien zurück.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0451, Fasal Hugo (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-072b, Fasal Hugo (Rigorosum Datum: 24.5.1898).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 188-1156, Fasal Hugo (Promotion Datum: 27.5.1898).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt. VA, Zl. 9.831, Fasal Hugo.

New York, New York Passenger and Crew Lists, vol. 14035-13037, Jan 23, 1941; NARA microfilm publication T715 (Washington, D.C.: National Archives and Records Administration, n.d.).

Literatur:

Arzt, Leopold und Hugo Fasal: Serologische Untersuchungsergebnisse mit Rücksicht auf vorausgegangene Therapie und präventive Behandlung. Aus dem pathologischen Institut (Vorstand: Professor Dr. H. Albrecht) und der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Vorstand Vorstand Dozent Dr. G. Nobl) der allgemeinen Poliklinik in Wien. Sonderduck aus: Monatshefte für praktische Dermatologie. Hamburg, Leipzig: Verlag von Leopold Voss 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fasal, Hugo: Studien über Pigment. Über eine neue Darstellungsmethode des Pigments und den Vergleich verschiedenfarbigel Haarpigmente. Aus dem Laboratorium der Ludwig Spiegler-Stiftung in Wien. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Berlin: Verlag von Julius Springer 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fasal, Hugo: Zur Beeinflussung des Haarwuchstums. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1932.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Keyword:

Fasal Hugo, Dermatologie, Allgemeine Poliklinik Wien, Ludwig Spiegler Laboratorium, Frauenkrankeninstitut „Charite“, NS-Verfolgter, Arzt, Medizingeschichte, Wien

[1] Wiener Zeitung, 17.5.1899, S. 2.; Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 23.5.1899, S. 240.

[2] Internationale klinische Rundschau, Nr. 19, 1909, S. 302.

[3] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 25, 1911, S. 1612.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 22, 1912, Sp. 1488-1490.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1913, Sp. 2404-2407.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 24, 19936, S. 654-654.

[7] Wiener Zeitung, 19.2.1915, S. 26.

[8] Wiener Zeitung, 6.7.1915, S. 5.

[9] Der Militärarzt, Nr. 26, 1916, S. 600.

[10] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1903, S. 459.

[11] Wiener Zeitung, 22.6.1922, S. 1.

[12] Die Zeit, 1.9.1908, S. 5.

[13] Der Tag, 12.4.1927, S. 5; Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 20.3.1929, S. 21.

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Normdaten (Person) Fasal, Hugo: BBL: 40813; GND: 1283871998;

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 40813 (20.03.2023); Letzte Aktualisierung: 2023 03 20
Online unter der URL: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=40813

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