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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [184]: Gertrud Bien – Kinderärztin am Karolinen-Kinderspital und Primarärztin an der Städtischen Kinderübernahmestelle in Wien

Gertrud Bien – Kinderärztin am Karolinen-Kinderspital und Primarärztin an der Städtischen Kinderübernahmestelle in Wien

Text: Dr. Walter Mentzel

Gertrud Bien wurde am 3. April 1881 als Tochter des aus Lemberg stammenden Rechtsanwaltes Friedrich Bien (1844-1913) und der aus Leipzig stammenden Gisela Wittner (zirka 1856-1920) in Wien geboren. Sie studierte an der Universität Wien Medizin und schloss – wie auch die Medizinerin Friederike Fränkel – das Studium im Dezember 1906 mit ihrer Promotion ab.[1] Schon während ihres Studiums veröffentlichte sie 1905 ihre erste wissenschaftliche Arbeit in den „Arbeiten aus dem Neurologischen Institute“ „Zur Anatomie des Zentralnervensystems einer Doppelmißbildung bei der Ziege“. Nach ihrer Promotion begann sie am Karolinen-Kinderspital in Wien bei dem seit 1901 als Direktor hier wirkenden Professor Wilhelm Knöpfelmacher (1866-1938) zunächst als dessen Assistentin und danach als Anstaltsärztin zu arbeiten. Hier publizierte sie 1913 „Über einen Fall von Illeus, hervorgerufen durch Obliteration eines Mekel’schen Divertikel“,[2] und gemeinsam mit Knöpfelmacher den im Jahr 1915 erschienenen Aufsatz „Untersuchung über die Nabelkoliken älterer Kinder“, der sich in der Separata-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet. Weiters publizierte sie noch vor dem Ersten Weltkrieg in den Anatomischen Heften die Arbeit „Zur Entwicklungsgeschichte des menschlichen Dickdarms“.

1912 wurde sie gemeinsam mit Dora Teleky (1879-1963) in die Gesellschaft der Ärzte in Wien aufgenommen[3] und 1913 erfolgte ihr Beitritt in die Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien.[4] Im selben Jahr nahm sie an der 85. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien als Referentin teil.[5] Neben ihrer Tätigkeit am Karolinen-Kinderspital war sie vor dem Ersten Weltkrieg neben Nikolaus Damianos und Yella Silbermark-Reissig auch noch als Sekundarärztin im Vereinsreservespital Nr. 1 des Patriotischen Hilfsvereines vom Roten Kreuz für Niederösterreich im Einsatz.[6] Im Ersten Weltkrieg erhielt sie 1918 das Kriegskreuz für Zivilverdienste verliehen,[7] und im Oktober 1918 war sie Teil jenes Kreises von Ärzten, dem auch Ludwig Teleky angehörte, die in einem Arbeitsausschuss an der Errichtung einer Kindererholungsstätte für unterernährte und blutarme Kinder im Meidlinger Kriegsspital wirkten.[8] Nach dem Krieg gehörte sie als Mitglied dem im Jahr 1920 in Wien gegründeten Zentral-Hilfskomitee der Ärzte Österreichs an.[9]

Primarärztin an der Städtischen Kinderübernahmestelle

1926 erfolgte ihre Berufung zur Primarärztin in die von der Gemeinde und vom Wiener Stadtrat für Wohlfahrts- und Gesundheitswesen, Julius Tandler (1869-1936), zwischen 1925 und 1927 in der Lustkandlgasse 50 errichtete und unter der Leitung von Leo Kundi (1888-1954) stehende Kinderübernahmestelle. Hier wurden alle der Gemeinde Wien übergebenen Säuglinge, Kinder und Jugendliche aufgenommen, beobachtet und weitere Fürsorgemaßnahmen eingeleitet. 1932 unterrichtete sie gemeinsam mit Knöpfelmacher das Fach Kinder- und Säuglingspflege an der Pflegerinnenschule des Rudolfinerhauses.[10] 1929 gab sie gemeinsam mit Charlotte Bühler (1893-1974) und Hildegard Hetzer (1899-1991) die in Leipzig erschienene Schriftenreihe „Psychologie der Fürsorge“ und den ersten Band „Kindheit und Armut“ heraus.

Bien als Frauenrechtsaktivistin

Vor dem Ersten Weltkrieg hielt Bien im Verein für erweiterte Frauenbildung in Wien Kurse ab.[11] Ebenso hielt sie im Athenäum (Verein für die Abhaltung von wissenschaftlichen Lehrkursen für Frauen und Mädchen) über einige Jahre hindurch Vorträge zur Säuglings- und Kinderpflege.[12] Wie ihre Mutter Gisela war sie in der Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs aktiv und gehörte hier vor dem Krieg jenem Komitee an, das sich gegen die Teuerung und deren sozialen Auswirkungen richtete. Gemeinsam mit der Vorsitzenden Dora Teleky und Gertrud Ceranke (1893-1956), Hedwig Fischer-Hofmann und Cornelie Much-Benndorf (1880-1962) war sie Mitglied der Kommission für Volksgesundheit im Bund österreichischer Frauenvereine[13] und nahm im September 1931 gemeinsam mit Teleky und Fischer-Hofmann an dem vom Bund österreichischer Frauenvereine organisierten 6. Internationalen Ärztinnenkongress teil.[14] Ebenso hielt sie Vorträge wie vor der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft der Sozialistischen Studentenschaft zum Thema Kinderasyle und Pädagogik.[15] Zu ihrem Freundeskreis zählte Adele Bloch-Bauer (1881-1925).

Bien gehörte wegen ihrer Nähe zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs sowie ihrer jüdischer Herkunft zu jener Gruppe von Ärzt*innen, die nach der Zerschlagung der Demokratie 1933/34 an ihrer Berufsausübung in den Wiener medizinischen Einrichtungen und Fürsorgestellen gehindert wurde. Im März 1934 erfolgte nach § 2 der „Verordnung des Bundeskommissärs für Wien betreffend die Erlassung einiger dienstrechtlicher Bestimmungen“ ihre Versetzung in den dauernden Ruhestand“. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurde sie wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Ihr gelang am 29. Dezember 1938 die Flucht nach England, wo sie in London lebte und im November 1939 in die USA emigrierte. Sie verstarb am 27. Februar 1940 in Manhattan in New York.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1881, Bien Gertrud.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0586, Bien Gertrud (Nationalien Datum 1902/03).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 190-0505, Bien Gertrud (Promotion Datum 22.12.1906).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0019, Bien Gertrud (Rigorosum 13.12.1906).

United Kingdom, Outgoing Passenger Lists, 1890-1960, Bien Gertrud, 1939.

Immigration, New York, New York, United States, NARA microfilm publication T715 (Washington, D.C.: National Archives and Records Administration, n.d.), New York, Passenger List, Bien Gertrud, 1939.

New York, New York City Municipal Death, 1795-1949, Bien Gertrud, 1940.

Aufbau Bd. 6, 15.3.1940 Nr. 11, S. 10 Spalte b (Todesnachricht Ende Februar 1940 in New York).

Literaturliste:

Bien, Gertrud: Zur Anatomie des Zentralnervensystems einer Doppelmißbildung bei der Ziege. Separat-Abdruck aus: Arbeiten aus dem Neurologischen Institute. Leipzig: Deuticke 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 22312]

Bien, Gertrud: Zur Entwickelungsgeschichte des menschlichen Dickdarmes. Separat-Abdruck aus: Anatomische Hefte. Wiesbaden: Bergmann 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 22493]

Knöpfelmacher, Wilhelm und Gertrud Bien: Untersuchungen über die Nabelkoliken älterer Kinder. Aus dem Karolinenspitale in Wien (Direktor: Prof. Dr. W. Knoepfelmacher). Separatabdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles k.u.k. Hofbuchhandlung 1915.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Keywords:

Gertrud Bien, Kinderärztin, Karolinen-Kinderspital, Städtische Kinderübernahmestelle Wien, NS-Verfolgte, Wien, Medizingeschichte, Ärztin

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe). 2.12.1906. S. 11.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 13. 1913. Sp. 824-827.

[3] Österreichische Frauenschau. Mitteilungen der Vereinigung der arbeitenden Frauen. H. Juni 1912. S. 5.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 32. 1913. Sp. 1995.

[5] Der Bund. Zentralblatt des Bundes österreichischer Frauenvereine. H. 9. 1913. S. 15.

[6] Rechenschafts-Bericht des österreichischen patriotischen Hilfsvereines vom Roten Kreuz für Niederösterreich 1913. S. 9.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 20. 1918. Sp. 927.

[8] Arbeiter Zeitung. 6.10.1918. S. 7.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 48. 1924. Sp. 2583.

[10] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 23. 1932. S. 707.

[11] Jahresbericht des Vereines für erweiterte Frauenbildung in Wien. Wien 1914. S. 17.

[12] Neues Wiener Journal. 27.10.1915. S. 10; Der Bund. Zentralblatt des Bundes österreichischer Frauenvereine. H. 8. 1917. S. 23 und H. 8. 1918, S. 20.

[13] Die Österreicherin. Nr. 1. 1931. S. 2.

[14] Das Wort der Frau. 13.9.1931. S. 1.

[15] Arbeiter-Zeitung. 24.2.1933. S. 9.

Normdaten (Person) Bien, Gertrud: BBL: 39493; GND: 1266885145

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 39493 (22.08.2022); Letzte Aktualisierung: 2022 08 22
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [164]: Gertrud Ceranke – Ärztin, Volksbildnerin, Aktivistin in der Wiener Frauenrechtsbewegung und NS-Verfolgte

Gertrud Ceranke – Ärztin, Volksbildnerin, Aktivistin in der Wiener Frauenrechtsbewegung und NS-Verfolgte

Text: Dr. Walter Mentzel

Gertrud Ceranke wurde am 19. März 1893 als Tochter des Frauenarztes und Gynäkologen Emil Ekstein und Olga, geborene Jontof, in Teplitz-Schönau in Böhmen geboren. Sie studierte an der Universität Wien Medizin [1] und rückte zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Studentin gemeinsam mit ihrem Vater als dessen Assistentin als Militärärztin zum Kriegsdienst ein, später war sie während des Krieges als Unterärztin an der königl. Charité in Berlin tätig.[2] 1918 heiratete sie den Mediziner Paul Ceranke und legte im Juli 1919 ihr Rigorosum an der Universität Wien ab. Danach arbeitete sie als praktische Ärztin in Wien.

Gertrud Ceranke als Volksbildnerin und in der Frauenbewegung

Ab Mitte der 1920er Jahre trat Ceranke vor allem als Volksbildnerin öffentlich in Erscheinung. Zunächst referierte sie zu frauen- und kindermedizinischen Themen wie u.a. zur Sexualaufklärung, dem § 144 (Schwangerschaftsabbruch) und zu Fragen der Hygiene vor allem in sozialdemokratischen Organisationen, wie den Freidenkern oder in Bezirks- und Frauenorganisationen in Wien, später auch als Referentin des Wiener Stadtschulrates.[3] Als Publizistin verfasste sie Artikel in der sozialdemokratischen Zeitung „Die Unzufriedene“[4] oder in der „Hebammen-Zeitung[5], dem Organ des von ihrem Vater unterstützen und mitaufgebautem Reichsverband der Hebammen Österreichs. Ihre Vortragstätigkeit zu medizinischen Themen behielt sie bis zum „Anschluss“ im März 1938 bei, zuletzt vermehrt im Rahmen der volkstümlichen Universitätskurse oder an Wiener Volkshochschulen wie zuletzt im Februar 1938 an der Volkshochschule Volksheim.[6]

Ihre spezifischen medizinischen Themen brachte Ceranke seit den frühen 1920er Jahren auch in die Wiener Frauenrechtsbewegung ein. Während sie vorerst in einem Naheverhältnis zur sozialdemokratischen Frauenbewegung gestanden sein dürfte, engagierte sie sich später im Wiener Frauenverband und danach – wie auch Frieda Becher von Rüdenhof – als aktives Mitglied in der 1929 von Marianne Hainisch gegründeten Österreichischen Frauenpartei (ÖPF), und nach dessen Liquidierung ab 1934 in der Nachfolgeorganisation, dem Verein Österreichische Frauenschaft.[7] Hier fungierte sie als Referentin und als Leiterin der „zweiten Stunde für Volksgesundheit“, bzw. übernahm sie hier die Eheberatung.[8] Daneben war sie in den 1930er Jahren als Mitglied, Referentin und Kursleiterin zum Kurslehrgang Hygiene in der 1901 gegründeten „Vereinigung der arbeitenden Frauen“ tätig.[9]

Neben Gertrud Bien, Hedwig Fischer-Hofmann, und der Professorin Cornelie Much-Benndorf gehörte sie noch als Mitglied der Kommission für Volksgesundheit in der Bundeskommission des Bundes österreichischer Frauenvereine (BÖFV) an, der Dora Brücke-Teleky als Kommissionsvorsitzende vorstand.[10]

Von Gertrud Ceranke besitzt die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin in der Separata-Bibliothek die von ihr 1929 in der Wiener medizinischen Wochenschrift publizierte Arbeit „Über den Heileffekt der künstlichen Höhensonne“.

Ceranke war jüdischer Herkunft und nach dem „Anschluss“ im März 1938 durch die 4. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. Juli 1938 und dem Erlöschen der Approbation jüdischer Ärzt*innen mit 30. September 1938 mit einem Berufsverbot belegt. Sie überlebte dem Holocaust und verstarb im Oktober 1956 in Wien.

Ihre Tochter Susanne Ceranke, geboren am 1. Oktober 1921 in Wien, maturierte im März 1939 in Wien und legte zwischen April und September 1939 den verpflichtenden Reichsarbeitsdienst in Freilassing in Bayern ab. Im Wintersemester 1939/40 begann sie mit dem Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Da sie im Nationalsozialismus als „Mischling 1. Grades“ galt, konnte sie ihr Studium zunächst aufnehmen, musste jedoch im 1. Trimester 1940 um ihre weitere Studienzulassung beim Reichserziehungsministerium in Berlin ansuchen. Nach der Ablehnung des Gesuches im Juni 1940 blieb sie von der weiteren Inskription ausgeschlossen. Sie konnte erst nach der Befreiung Österreichs im April 1945 ihr Studium wiederaufnehmen und als mittlerweile verheiratete Susanne Höfermayer das Studium am 15. Juni 1949 mit ihrer Promotion abschließen. Zunächst arbeitete sie als Hilfsärztin an der Psychiatrisch-Neurologischen Universitäts-Klinik. In ihrer zweiten Ehe war sie mit dem Privatdozent Prof. Dr. Ottokar Arnold (1917-2008) verheiratet. Susanne Arnold verstarb am 9. März 2002 in Wien.

Quellen:

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 196-0108, Ceranke, geb. Ekstein Gertrud (Rigorosum 23.7.1919).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 469, Ceranke Gertrud.

Datenbank Friedhöfe Wien: Ceranke Gertrud.

Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938: Ceranke Susanne.

Arias, Ingrid: „… und bietet Gewähr sich jederzeit rückhaltlos einzusetzen …“ Kontinuitäten und Brüche in den Karrieren des ärztlichen Personals im Altersheim Lainz 1938-1950. In: In der Versorgung. Vom Versorgungshaus Lainz zum Geriatriezentrum „Am Wienerwald“. Hg.: Ingrid Arias, Soni Horn Sonia und Michael Hubenstorf Michael. Wien: Verl.-Haus d. Ärzte 2004. S. 219-224.

Literaturliste

Ceranke, Gertrud: Über den Heileffekt der künstlichen Höhensonne. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1929.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Keywords:
Frauenrechtsbewegung, Gertrud Ceranke, Volksbildung, Wien, Ärztin

[1] Teplitz-Schönauer Anzeiger. 25.2.1915. S. 5.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 10. 1916. Sp. 381.

[3] Kleine Volks-Zeitung. 5.2.1932. S. 7.

[4] Die Unzufriedene. 14.8.1926. S. 7

[5] Hebammen-Zeitung. 1.1.1926. S. 5; 1.11.1926. S. 3; 1.1.192. S. 15.

[6] Das kleine Volksblatt. 22.2.1938. S. 14; 13.10.1932.

[7] Das Wort der Frau. 24.1.1932. S. 4.

[8] Neue Freie Presse. 6.10.1931. S. 5.

[9] Österreichische Frauenrundschau (Mitteilungen der Vereinigung der arbeitenden Frau). H. Februar. 1935. S. 3.

[10] Die Österreicherin. Nr. 1. 1931. S. 2.

Normdaten (Person) Ceranke, Gertrud: BBL: 38690; GND:1254723439

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 38690 (28.03.2022); Letzte Aktualisierung: 2022 03 28
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„1. Weltkrieg & Medizin“ [44]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.1 – Ärztinnen und Ärzte

„1. Weltkrieg & Medizin“ [42]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.1 – Ärztinnen und Ärzte

Zum Abschluss werden in den folgenden Beiträgen die Ärztinnen und Ärzte, die während des Krieges im Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2 tätig waren, kurz vorgestellt.

Verwendet wurden dabei ungedruckte Namensverzeichnisse, die vom Korpskommando Nr. 9 in Leitmeritz    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Korps_der_%C3%96sterreichisch-Ungarischen_Armee#9._Korpskommando  zusammengestellt worden waren.

Daneben wurden zahlreiche gedruckte Quellen wie Adressbücher, Zeitungsartikel etc. zum Zweck der Recherche (siehe ANNO http://anno.onb.ac.at/) herangezogen.

Für die Ärztinnen war die ergiebigste Quelle die Dissertation von Angelika STADLER (Ärztinnen im Krieg am Beispiel der Ärztinnen Österreich-Ungarns, Graz 2003).

Generell wird besonderes Augenmerk auf die Tätigkeit der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Ersten Weltkriegs gelegt. Es finden aber auch Angaben zur weiteren beruflichen Tätigkeit vor bzw. nach dem Ersten Weltkrieg sowie vereinzelt – soweit bekannt – Sterbedaten Eingang.

Das Verzeichnis stellt einen momentanen Wissensstand dar, ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben.

Alphabetisches Verzeichnis der Ärztinnen im „Kriegsnotspital/Reservespital  Nr.2„ http://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=24880

Bei Übernahme des Kriegsnotspitals als Reservespital Nr. 2 in die Heeresverwaltung wurden die sogenannten „landsturmpflichtigen“ (=militärpflichtigen) Ärzte dem k. u. k. Kriegsministerium zur Verfügung gestellt.

Die Dienstverträge der übrigen Ärztinnen und Ärzte wurden erneuert bzw. gekündigt. 

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Die Ärztinnen im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

ANTLER, Gustava

Geboren 1888, heimatzuständig (http://www.zwittau.de/verweise/ff/heimatschein.htm) in MONASTYRYSKA https://de.wikipedia.org/wiki/Monastyryska.

Sie studierte an der medizinischen Fakultät in Wien und Prag und promovierte 1915.

Seit 30. Dezember 1915 war sie im Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig und versah ihren Dienst in der 1. Abteilung/Sektion.

BOBKOVSKA, Helena[e]

Geboren 1882, heimatzuständig: KRAKAU    https://de.wikipedia.org/wiki/Krakau

Sie studierte an der medizinischen Fakultät der Universität in Krakau, an der sie am 31. Juli 1914 promovierte.

  1. August 1914 bis 15. August 1915: tätig im Allgemeinen Krankenhaus in Krakau.
  2. August 1915 bis 30. Juni 1916: Arbeit im Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 1. Abteilung/Sektion.

Ihr Ansuchen um Versetzung an die Südwestfront (Italien) zog sie zurück, da sie seit 15. Juli 1916 im Reservespital TARNOW    https://de.wikipedia.org/wiki/Tarn%C3%B3w angestellt war.

1922 war sie als Ärztin wieder in Krakau tätig.

CELAREK, Marie Agnes

Geboren 1884, heimatzuständig: CHRZANOW https://de.wikipedia.org/wiki/Chrzan%C3%B3w

Nach Kriegsbeginn arbeitete sie im Epidemiespital Nr. 2 in Krakau.

Seit 2. August 1915 war sie im Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 1. Abteilung/Sektion tätig.

 HALPERN, Regina

Geboren am 16. Februar 1884, heimatzuständig ZALOSCE   https://de.wikipedia.org/wiki/Saliszi

Nach Kriegsbeginn war sie – nach eigenen Angaben – in folgenden Militärspitälern tätig:

  1. Dezember 1914 – 1. März 1915: Reservespital in TULLN
  2. März 1915 – 28. September 1916: K. u. k. Militärbeobachtungsspital, dann k. u. k. Reservespital in STERNBERG/MÄHREN https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%A0ternberk
  3. September 1916 – 16. Jänner 1917: K. u. k. Epidemiespital in WADOWICE https://de.wikipedia.org/wiki/Wadowice
  4. Jänner 1917 – April 1918: K. u. k. Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ – hier war sie der 5. Abteilung/Sektion zugeteilt.

Im Juli 1917 erhielt sie ein Angebot im besetzten Albanien „zur Behandlung der malariakranken mohammedanischen Bevölkerung“ zu arbeiten; sie lehnte die Stelle aber ab.

Am 25. Dezember 1917 suchte sie um Versetzung nach Wien an, wobei sie folgendes in ihr Gesuch an das Kriegsministerium schrieb:

„…Während der ganzen Kriegsdauer von der Familie, welche in Wien lebt, getrennt, will Gesuchstellerin wieder mit den Angehörigen zusammenleben, zumal die kranke Mutter deren Anwesenheit in Wien erfordert und das nur durch eine Transferierung nach Wien möglich ist…Ich war im Laufe der Zeit sowohl auf internen wie chirurgischen Abteilungen tätig…“

Da eine Versetzung nicht bewilligt wurde, kündigte Regina Halpern schließlich am 15. April 1918 ihren Vertrag mit dem Reservespital Nr. 2 in Pardubitz.

Siehe auch:

Im November 1914 ließ sie über eine Annonce in der Zeitung ihre Schwiegereltern suchen, die aus Lemberg vor den Russen geflüchtet waren. Dazu siehe: http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19141101&seite=40&zoom=33&query=%22regina%2Bhalpern%22&ref=anno-search

HAMMERSCHLAG, Therese

Geboren 1888, heimatzuständig WIEN

Nach Beendigung ihres Studiums arbeitete sie als Aspirantin im Allgemeinen Krankenhaus in Wien.

Seit 5. Oktober 1915 war sie im Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 3. Abteilung/Sektion tätig.

Sie verstarb Ende November 1920 in Wien. (Siehe: Wiener Medizinische Wochenschrift vom 4. Dezember 1920, S. 2141)

HELLER, Ester/Else  (geborene CHAZREWIN)

Geboren 1886 in WITEBSK/Weißrussland    https://de.wikipedia.org/wiki/Wizebsk, studierte Medizin in Zürich, wo sie 1910 promovierte (Thema ihrer Dissertation: Klinische Studien über den Gelenkrheumatismus); im selben Jahr heiratete sie Dr. phil. Robert Heller (in Österreich geboren, war er noch vor dem Krieg Schweizer Staatsbürger geworden).

Sie war bei Übernahme des Kriegsnotspitals in die Heeresverwaltung in der 4. Abteilung/ Sektion tätig bis ins Jahr 1918 hinein.

Siehe auch:

Vermählungsanzeige 1910

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19100724&seite=20&zoom=33&query=%22esther%2Bheller%22&provider=P03&ref=anno-search

Promotion ihres Mannes in Prag 1916 

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19161121&query=%22dr+robert+heller%22&ref=anno-search&seite=20

Verkauf der Ordination ihres Mannes 1931

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19310524&query=%22mudr+heller%22&ref=anno-search&seite=25

KRAUPA, Marta (geborene RUNK)

Geboren in TROPPAU https://de.wikipedia.org/wiki/Opava  am 21. Jänner 1887

Sie studierte Medizin an der Deutschen Universität in Prag, wo sie am 13. Juni 1914 promovierte.

Wohnhaft in TEPLITZ https://de.wikipedia.org/wiki/Teplice, meldete sie sich (Schreiben vom 31. Oktober 1916) freiwillig für den Dienst im Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, für eine „augenärztliche Tätigkeit“, wie sie schrieb.

Ihr Ansuchen wurde im November 1916 vom k. u. k. Kriegsministerium in Wien befürwortet.

Vermählungsanzeige vom 18. Mai 1914

KASZUBSKA-KUCZKOVSKA/KASENUBSKA-KUCZOWSKA, Vanda/Wanda

Geboren 1884, heimatzuständig WARSCHAU.

Mit Kriegsbeginn tätig in:

Kriegsbeginn 1914 – 5. Juli 1915: Reservespital Nr. 2 in Prag

  1. Juli 1915 – 4. August 1916: Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz (im Ambulatorium für Schwestern und Pflegerinnen)

August 1916 – 15. März 1917: Gynäkologische Abteilung des Barackenlagers Deutsch Brod

https://de.wikipedia.org/wiki/Havl%C3%AD%C4%8Dk%C5%AFv_Brod (Barackenlager für Flüchtlinge aus dem Süden, vor allem für Italiener)

  1. Juni – 8. November 1917: Venerologische Abteilung des Rot Kreuz Spitals in Lublin

Am 11. November 1917 meldete sie sich in einem Schreiben beim k. u. k. Kriegsministerium, Abteilung 14, in Wien für eine Stelle in TRIENT, dort war im September 1917 eine Venerologin angefordert worden.

In ihrem Schreiben gibt sie an, dass sie ihre derzeitige Stellung bereits gekündigt habe. Aus der Aktenlage ist leider nicht zu erkennen, ob sie dort auch wirklich ärztlich tätig wurde.

Mit Stand vom 5. Juli 1918 wurde sie im k. u. k. Reservespital in Leipnik

https://de.wikipedia.org/wiki/Lipn%C3%ADk_nad_Be%C4%8Dvou  als „secundär Ärztin“ der internen Abteilung der Baracken 8, 9, 10, 12, 13 geführt. Sie wird auch als Sekundarärztin der 3. Abteilung/Sektion (Internistin), später Zivil-Ärztin der 3. Internen Abteilung für „Allgemeine Heilkunde nebst Chirurgie“ geführt.

ROTHFELD, Franziska (geborene RAFF)

Geboren in PRZEMYSL 1884,  heimatzuständig in ROHATYN/Galizien https://de.wikipedia.org/wiki/Rohatyn.

Sie studierte Medizin in Lemberg, wo sie am 3. April 1909 promovierte.

Tätigkeit vor und im Krieg:

  1. April 1909 – 1. September 1911: Allgemeines Krankenhaus in Lemberg auf der chirurgischen Abteilung
  2. September 1911 – 1. September 1912: Praktikum der Zahnheilkunde in den Kliniken in Wien und Berlin

September 1912 – zum August 1914:  praktische Ärztin in Lemberg

  1. Oktober 1914 bis Ende Dezember 1914 im Epidemiespital in KASCHAU https://de.wikipedia.org/wiki/Ko%C5%A1ice

Jänner 1915 – 1. November 1915: K. k. Beobachtungsstation in NYÍREGYHÁZA (chirurgische Abteilung) https://de.wikipedia.org/wiki/Ny%C3%ADregyh%C3%A1za,

  1. November 1915 – 1. Juli 1916: Kriegsnotspital/Reservespital Nr. 2, Dienst in der 2. Abteilung/Sektion

RUBLIC-POSVAR/Rublicova-Posvarova, Aloisia/Aloisie

Geboren 1889

Sie studierte Medizin an der böhmischen Universität in Prag, wo sie 1913 auch promovierte.

Sie arbeitete vor dem Krieg im böhmischen Kinderspital in Prag und war 1915 als niedergelassene Ärztin in Prag II, Tyrsova ul., gemeldet.

Ab 23. Oktober 1915 in der Verwundeten- und Krankenstation in Kolin tätig, findet man sie als Ärztin im Jahr 1916 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, in der 4. Abteilung/ Sektion.

SCHÄRF, Josefine

Geboren 1884 in SELETIN/Bukowina   https://de.wikipedia.org/wiki/Seljatyn,  heimatzuständig in Wien, Tochter eines angesehenen Holzhändlers.

Sie studierte an der medizinischen Fakultät der Universität in Wien, wo sie am 18. November 1911 promovierte. Danach als Sekundarärztin im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig; Seit 5. Oktober 1915 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz.

Im August 1917 arbeitete sie im Krankenhaus Rudolfstiftung in Wien. Hier war sie von 1913 bis 1922 an folgenden Adressen gemeldet: 1090, Meynertgasse 6; 1090, Alserstraße 4; 1090,Höfergasse 18; 1180, Messerschmidtgasse 46; 1030, Rudolfsgasse 25.

Sie und ihre drei Schwestern waren vor 1914 zum Studium nach Wien gekommen, zwei von ihnen sollten den Kriegsbeginn nicht erleben!

Lesen sie bitte folgende Artikel:

Doppelselbstmord zweier Studentinnen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wsz&datum=19131215&seite=6&zoom=33&query=%22josefine%2Bsch%C3%A4rf%22&provider=P03&ref=anno-search

oder

Tragödie zweier Studentinnen – Doppelselbstmord aus unbekannten Gründen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dmo&datum=19131215&query=%22frau+dr+sch%c3%a4rf%22&ref=anno-search&seite=5

oder

Tragödie zweier Studentinnen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wnm&datum=19131215&seite=2&zoom=48&query=%22josefine%2Bsch%C3%A4rf%22&provider=P03&ref=anno-search

und

Die Tragödie zweier Studentinnen – gemeinsam beerdigt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=19131217&query=%22anna+sch%c3%a4rf%22&ref=anno-search&seite=52

SCHNEIDER, Marie (geborene KALMUS/KALMUß/KALMUß-SCHNEIDER)

Geboren 1879, zuständig ZNIESIENIE [Vorort von Lemberg] https://pl.wikipedia.org/wiki/Zniesienie_(Lw%C3%B3w)

Sie arbeitete vor dem Krieg als praktische Ärztin in Lemberg.

Seit 22. September 1915 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig.  

Sie gehörte 1909 der „Österreichischen Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels“ an?

http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_SIAK/4/2/1/2011/ausgabe_2/files/Nautz_2_2011.pdf

Siehe auch:

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=bol&datum=19110004&query=((text:%22dr+kalmus%22))&ref=anno-search&seite=29

SEIDMANN, Susanne/Suzanne/Susanna 

Geboren 1888 in CZERNOWITZ, heimatzuständig in Czernowitz.

Sie studierte an der medizinischen Fakultät der Universität Wien, wo sie am 3. Juli 1914 promovierte.

Tätigkeit im Kriege nach ihren eigenen Angaben:

Sie war Aspirantin im Rudolfspital in Wien; sie erwarb sich Kenntnisse auf dem Gebiet der internen Medizin und arbeitete eineinhalb Jahre auf der Infektionsabteilung in der Verwundeten- und Krankenstation in MÄHRISCH-WEISSKIRCHEN https://de.wikipedia.org/wiki/Hranice_na_Morav%C4%9B

Anschließend war sie zwei Jahre in einer chirurgischen Abteilung tätig [wahrscheinlich im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz].

In Pardubitz war sie seit 5. Oktober 1915 – 7. Oktober 1917 in der 3. Abteilung/Sektion [siehe blog-Beitrag Folge 5.3  https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=25431] tätig (da hat sie ihren Vertrag gelöst). Sie hatte bereits im September 1917 um Zuweisung in ein Spital nach Czernowitz angesucht. Nach zwei Tagen Dienst im Reservespital in Czernowitz kündigte sie aber wieder.

Infolge einer Erkrankung an der Lunge wurde sie im November/Dezember 1917 in der Lungenheilanstalt STERNBERG in Mähren behandelt. https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%A0ternberk

Zur Verwundeten- und Krankenstation in Mährisch-Weisskirchen siehe:

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mtb&datum=19141019&query=%22m%c3%a4hrisch+weisskirchen%22+%22krankenstation%22&ref=anno-search&seite=4

TRYB(OVA), Marie ( geborene VEYBORNY (VEYBORNA)

Sie stammte aus KREMSIER https://de.wikipedia.org/wiki/Krom%C4%9B%C5%99%C3%AD%C5%BE

Sie studierte an der tschechischen Universität in Prag Medizin, wo sie am 21. März 1914 zum Doktor der gesamten Heilkunde promovierte.

Im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 arbeitete sie in der 4. Abteilung/Sektion.

Promotion 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tsa&datum=19140321&seite=4&zoom=33&query=%22marie%2Btryb%22&provider=P02&ref=anno-search

WEISS/WEISZ, Malvine/Malwine

Geboren 1885 in KASCHAU https://de.wikipedia.org/wiki/Ko%C5%A1ice, heimatzuständig nach BJELINA/Bosnien https://de.wikipedia.org/wiki/Bijeljina

Sie studierte an der medizinischen Fakultät der Universität in Wien und promovierte hier am 10. Juni 1910.

1915 war sie in Wien als praktische Ärztin im neunten Bezirk, Alserstraße 4, gemeldet.

Nach Kriegsbeginn arbeitete sie zunächst in der Kranken- und Verwundetenstation in CHRUDIM  https://de.wikipedia.org/wiki/Chrudim und ab 12. Februar 1916 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz.

Am 19. November 1917 erging vom k. u. k. Kriegsministerium der Befehl sie zur 1. Isonzoarmee an die Südwestfront zu entsenden. Daraufhin wandte sie sich mit der Bitte in Pardubitz verbleiben zu dürfen an das Armeeoberkommando (AOK), wo ein entsprechendes Telegramm am 12.12.1917 eintraf. Tags darauf, am 13.12.1917, wandte sich das AOK an das zuständige Militärkommando in Leitmeritz und teilte mit, dass die Entscheidung Frau Dr. Weiss zu entsenden, nicht mehr rückgängig gemacht werden könne.

In einer Mitteilung vom Militärkommando Leitmeritz wird allerdings am 18.12.1917 mitgeteilt, dass die Ärztin ohnehin bereits am 28.11.1917 zur Personalsammelstelle LAIBACH gefahren sei.

Text: Reinhard Mundschütz

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Dr. Uta Maria Langer: Körperlandschaft – Landschaftskörper

Liebe LeserInnen unseres

Van Swieten-Blogs Logo Margrit Hartls,

dem Weblog der Universitätsbibliothek der MedUni Wien!

Wir freuen uns, Ihnen als nächste Künstlerin

Frau Uta Maria Langer, die Ärztin

für Allgemeinmedizin ist, vorstellen zu dürfen.

Langer

In Wien geboren. Während des Medizinstudiums Ausbildung an der Kunstschule Wien.

Mehrjährige Auslandsaufenthalte in Portugal, England und der Schweiz.
Danach zehnjährige Ausbildung in Aktmalerei und Aktzeichnen bei Alfred Kornberger.
Zahlreiche Kunstseminare, unter anderem bei: Peter Bischof, Karl Korab, Peter Sengl, Gerhard Almbauer usw.

Uta Maria Langer ist Ärztin für Allgemeinmedizin in Wien und Gründungsmitglied des Österreichischen Ärztekunstvereines.

Dr. Uta Maria Langer: „Über die Grundlage der gegenständlichen Akt- und Landschaftsmalerei hinaus habe ich mich in den letzten Jahren hauptsächlich mit abstrakter Malerei beschäftigt, immer den Menschen und sein Umfeld, die Elemente, die uns umgeben, vor Augen. Es entstanden Bildzyklen über Landschaften (Ausstellung: „Landschaftskörper, Körperlandschaften“) Bäume (Ausstellung: „Bäuminnen und Bäume“) und immer wieder Wasserbilder. –>LINK zur Website
Wenn mich ein Thema beschäftigt, entstehen nicht nur farbige Bilder in meinem Kopf, es bilden sich dazupassende Wortmelodien und Texte, oft gereimt, die ihrerseits wieder neue Farbkompositionen entstehen lassen; so kann eine Einheit entstehen.“

im rhythmus der felder
tanzt der tag
lachend auf höhen
stolpernd im tal
hüpfend am bach
ich sehe uns

Langer

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Langer

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Langer

Weitere Beiträge:

Dr. Werner Horvath: Bilder – Figuren – Porträts


Gast-Contributor: Dr. Piero Lercher