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Neuerwerbungen im August 2021

Der Bestand der Bibliothek wird durch zahlreiche interessante
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Recently Added on MedUni Wien ePup Repository

Das Repositorium der Medizinischen Universität Wien ist der Publikationsserver der MedUni Wien. Alle Einträge sind mit einem Volltext versehen. Mehr Infos »
Die aktuellen Neuzugänge im Repositorium der UB MedUni Wien ePup  sind:

 

 

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Peripheres Sehen, pseudophakes –

Peripheres Sehen, pseudophakes –

Peter Heilig

aus 6/2021 Concept Ophthalmologie

Geradezu ein Schattendasein führt das periphere Sehen; es ist scheinbar irrelevant, bleibt oft unbeachtet. Das periphere Gesichtsfeld wird bei Skotom-Verdacht geprüft, dann aber mit realitätsfremder Stimulation. Im Straßenverkehr und beim Sport werden die peripheren Sehfunktionen samt Kognition besonders gefordert; verbesserungswürdige Kunstlicht-Inszenierungen sind in diesem Zusammenhang jedoch selten hilfreich.

Störende optische Aberrationen nach IOL-Implantation oder cornealen Laserkorrekturen bleiben in den Untersuchungsräumen meist unbemerkt; es zählt ausschließlich der postoperative Visus centralis als verwertbares Qualitäts-Kriterium. Ein „signifikanter ‚Off – Axis Astigmatismus‘ im peripheren Strahlengang pseudophaker Augen reduziert jedoch deutlich die ‚Detection Sensitivity‘.“ Defokussierte Stimuli können oft unbemerkt unterschwellig werden. Dies impliziert eine höhere Fehleranfälligkeit samt Gefährdung der Sicherheit in Situationen, bei denen es besonders auf das periphere Sehen ankommt.

Basketballer, Handballer und Eishockey-Spieler etc. ‚leben vom peripheren Sehen“. Aufmerksame Beobachter bemerken, dass die Spieler im Ballbesitz nicht selten in eine andere Richtung schauen und erst nach einer ‚Finte‘ den Ball fehlerfrei in die Hände eines Mitspielers ‚passen‘, das heißt ihm exakt zuspielen. Dabei spielte der foveale Visus offenbar eine untergeordnete Rolle. Handball-Aktionen laufen ähnlich ab. Spitzensport-Beachballerinnen und -Netzspieler im Tennisdoppel haben Gegner, Partner, Netz und Linien ‚im Blick‘ , anscheinend auch ohne foveale Fixation. Diese hat der Ball ‚gepachtet‘, wie auf Sportreporter-Schnappschüssen leicht zu erkennen ist. 

Autofahrer auf mehrspurigen Autobahnen fahren weite Strecken ohne ihre ‚Nachbarn‘ auch nur ‚eines Blickes zu würdigen‘; die peripheren Seh-Eindrücke übernehmen diese Aufgabe. Foveal werden ‚Straßenkameraden‘ fixiert, falls sie verhaltensauffällig werden – dann aber mit strafendem Blick. Fußgänger am Straßenrand in der Nacht, bei Nebel oder Dämmerung können sich dem ‚Blick entziehen‘; dies liegt dann möglicherweise an suboptimalen, schlimmstenfalls unterschwelligen peripheren retinalen Abbildungen.

Strafrechtlich zieht bei daraus resultierenden möglichen Unfällen so gut wie immer der allenfalls Unschuldige die ‚rote Karte‘. Zusätzliche Blendungen, Überstimulationen (‚Distraction Blindness‘ durch z.B.Tagfahrlichter) und verschiedene IOL-Dysphotopsien lassen sich nur schwer ausschließen, werden aber in den Unfallprotokollen weder erfasst noch berücksichtigt. Die unterschätzten Multifokal-IOL-‚Handicaps‘ (besonders bei Blendung durch grell bläulichweißes KFZ-Licht, DRL oder tiefstehende Sonne) können hier nur am Rande erwähnt werden.

Die Photorezeptoren- Dichte nimmt peripher ab, parallel dazu die perimetrisch erfassbare retinale Sensitivität. IOL-Designer bemühen sich um hohe Abbildungsqualität, aber nur in einem deutlich eingeschränkten Bereich des hinteren Pols, ignorieren dadurch relevante Funktionen der Netzhaut-Peripherie wie das Dämmerungs- und Bewegungs-Sehen. Already for angles of 10° temporal retina and 15° nasal retina (!) the operated eyes had significantly more astigmatism.“  Mittlerweile wird eifrig (?) an der Optimierung peripherer Bildqualität in pseudophaken Augen gearbeitet. Harold Ridley hatte theoretisch recht, als er seiner Ur-Linse ihre damalige Gestalt gab – von technischen Problemen abgesehen. Doch ‚Lens-Refilling‘ (“ the ultimate goal „) ist nach wie vor ein ‚ungelegtes Ei‘.

Auch geringfügige Gesichtsfeld-Einschränkungen können sich im Straßenverkehr fatal auswirken. Oben erwähnte ‚Off – Axis – Astigmatismen im peripheren Strahlengang pseudophaker Augen‘ entziehen sich der Beurteilung zuständiger Experten: „This amount of astigmatism can reduce visual field sensitivity by 2.37 dB in the periphery“.

Die Natur kann bemerkenswert einfallsreich sein, wenn es darum geht die peripheren retinalen Stimuli unter ungünstigen Bedingungen (trübes, dunkles Wasser z.B.) zu optimieren. Speziell arrangierte Müller Zellen der Kaiman-Retinaperipherie, das Tapetum sowie Stäbchen-dominierte Retinae verbessern die ‚Signal-to-Noise Ratio‘, sodass Beute selbst unter ungünstigen Bedingungen aufgespürt wird, auch wenn grenzschwellig-lichtschwache Reize ausschließlich periphere Retina-Areale stimulieren.

Die Lichtindustrie produziert trotz besseren Wissens (zu -) viele suboptimale Lichtquellen, wie bläulichweiß-blendende KFZ-Scheinwerfer, isotrope Tagfahrlichter (s. Distraction Blindness), verbesserungwürdige Sportplatz- und unphysiologische Pisten-Beleuchtungen sowie manch fehlerhafte Innenbeleuchtung-Konstruktion samt -Design mit vermeidbar-kontraproduktiven Blend-Effekten.

Die scheinbar ‚antizipatorisch‘, wie reflexartig ablaufenden Reaktionen bei extrem schnellen Sportarten und in manch heiklen Straßenverkehrs-Situationen (‚near misses‘ z.B.) lassen sich allein mit trivialer Biophysik und Biochemie als Basis gedankenschnell- visueller und kognitiver Prozesse kaum erklären. Quantenphysikalische Prozesse, weitgehend unerforscht in diesem Zusammenhang, eröffnen neue Perspektiven, optimierte retinale (IOL-) Abbildungsqualität vorausgesetzt, zentral apriori, und unverzichtbar – auch PERIPHER.

Lit.:

Togka KA et al  (2020) Peripheral image quality in pseudophakic eyes. Biomed Opt Express 11;11(4):1892-1900

Agte S et al (2018) Muller glial cells contribute to dim light vision in the spectacled caiman (Caiman crocodilus fuscus): Analysis of retinal light transmission. Exp Eye Res. 2018 Aug;173:91-108

Wolfe B et al (2017) “More than the Useful Field: Considering peripheral vision in driving,” Appl. Ergon. 65, 316–325.

Jaeken B (2013) Comparison of the optical image quality in the periphery of phakic and pseudophakic eyes Comparative Study Invest Ophthalmol Vis Sci  1;54(5):3594-9.

Tabernero J et al (2012) Peripheral refraction in pseudophakic eyes measured by infrared scanning photoretinoscopy. Journal of Cataract and Refractive Surgery 38(5):807-815

Heilig P (2015) Quantenphysik und Auge. Concept Ophthalmol. 04/2015, 38-39 (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=16917)

Heilig P (2020) Distraction Blindness: Concept Ophthalmologie 9/2020 36-37     (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=36064)

Gender: beyond

Interest.. übliche Formulierung

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Katharina und Peter Heilig
VIDEO ON DEMAND: KUNSTLICHT IN UNSEREN AUGEN:
https://youtu.be/k9k_wG5lacA

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Zum 150. Geburtstag von: Hilferding-Hönigsberg, Margarethe: Zur Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden. Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für innere Medizin in Wien.

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [132]:

Zum 150. Geburtstag von: Hilferding-Hönigsberg, Margarethe: Zur Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden. Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für innere Medizin in Wien. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, k. und k. Hofbuchhandlung 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 23277]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Margarethe Hilferding-Hönigsberg

Margarethe Hilferding-Hönigsberg wurde am 20. Juni 1871 als Margarete Hönigsberg in Wien geboren. „Sie gehörte zu den Medizinerinnen der ersten Stunde, die in Wien mit einigen wenigen Gleichgesinnten hartnäckig gekämpft hat, den Beruf zu erlernen und auszuüben, der ihrer wahren Neigung entsprach – ohne Rücksicht und Furcht, dabei in eine klassische Männerdomäne einzudringen. Die Geduld hat sich gelohnt. Die Pionierinnen des Medizinstudiums widerlegten mit Leichtigkeit die Mythen von der weiblichen Unfähigkeit zur Wissenschaft, die durch die Köpfe der Gesellschaft geisterten.“[1] – Noch in den 1880er Jahren wurde die „zerebrale Unterkapazität“ von Frauen als wissenschaftlich ausgewiesenes Argument gegen ihre Zulassung zum Studium vorgebracht.

Margarethe Hönigsberg stammte aus einer jüdischen Familie in Hernals, der Vater Paul Hönigsberg (1834-1921) war Arzt und Gemeinderat in Hernals. Die Mutter, Emma Hönigsberg, geborene Breuer (1851-1927), war Sozialdemokratin und betätigte sich als Rechtsberaterin im Ottakringer Arbeiterheim. Sie wuchs mit ihrem Bruder Otto (1870-1942) und den beiden jüngeren Schwestern Adele (1873-1910) und Clara (1879-1942), die später ebenfalls Medizin studierten, auf. Da das „Frauenstudium“ an der Universität Wien erst im Studienjahr 1897/98 – und zunächst auch nur an der Philosophischen Fakultät – eingeführt wurde, besuchte Margarethe Hönigsberg von 1889 bis 1893 die k.k. Lehrerinnenbildungsanstalt, wo sie die Reifeprüfung ablegte, die „zur provisorischen Anstellung als Unterlehrerin oder Lehrerin an öffentlichen Volksschulen und als Lehrerin für weibliche Handarbeiten an allgemeinen Volks- und Bürgerschulen mit deutscher Unterrichtssprache“[2] befähigte. Danach arbeitete sie als „provisorische Unterlehrerin“ an einer allgemeinen Volksschule in Gleichenberg und im Anschluss daran zwei Jahre an einer privaten Volksschule in Wien. 1897 legte sie die Lehrbefähigungsprüfung für allgemeine Volksschulen ab, die zum selbständigen Lehramt an allgemeinen Volksschulen berechtigte. 1898 absolvierte sie die Matura als Externistin. Schon im Wintersemester 1897/98 inskribierte sie als außerordentliche Hörerin an der Philosophischen Fakultät und wurde nach zwei Semestern, als sie die Matura hatte, als ordentliche Hörerin zugelassen, wo sie noch weitere vier Semester verblieb. Im Gegensatz zu anderen Frauen, wie Gabriele Possanner von Ehrenthal, die ins Ausland zum Medizinstudium gingen und dann als Nostrifikantinnen zurückkamen, hoffte Margarete Hönigsberg auf ein baldiges Öffnen des Medizinstudiums für Frauen auch in Wien und besuchte in der Zwischenzweit medizinische Vorlesungen als Hospitantin. Am 3. September 1900 wurde im Parlament endlich die Zulassung von Frauen zum Medizinstudium beschlossen und sie konnte endlich ihren langegehegten Traum vom Medizinstudium in die Tat umsetzen. Die Anrechnung ihrer bereits als Hospitantin absolvierten Lehrveranstaltungen ermöglichten ihr bereits im Jahr 1903 die Promotion an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

1904 heiratete Margarethe Hönigsberg Rudolf Hilferding (*10.08.1877 Wien, gest. 11.02.1941 Paris), den sie in der „Freien Vereinigung Sozialistischer Studenten“ kennengelernt hatte. Rudolf Hilferding, der ebenfalls aus einer Wiener jüdischen Familie stammte und 1901 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien zum Dr.med. promoviert worden war, arbeitete bis 1906 als Arzt. Schon während seines Studiums der Medizin hatte er sich mit Nationalökonomie und Finanzwirtschaft beschäftigt. „Hilferding stand in engem Kontakt zu Viktor Adler und wurde durch die Beschäftigung mit der Nationalökonomie zum bedeutenden Finanzpolitiker und führenden Theoretiker des Austromarxismus. 1906 von der SPD an die Parteischule nach Berlin berufen, blieb er ab 1907 ständig in Deutschland, wo er überwiegend als Redakteur tätig war.“[3] Von 1915 bis 1918 war er Feldarzt im Sanitätswesen der Österreichisch-Ungarischen Streitkräfte. In der Weimarer Republik bekleidete er zweimal das Amt des Finanzministers, im Kabinett Stresemann I im Jahr 1923 und im Kabinett Müller II von 1928 bis 1930. Er war von 1924 bis 1933 Abgeordneter für die SPD im Reichstag. Nach seiner Ausbürgerung ging er zunächst nach Zürich und lebte ab 1938 in Frankreich. Rudolf Hilferding wurde zusammen mit Rudolf Bretscheid (*02.11.1874 Köln, gest. 24.08.1944 KZ Buchenwald) im Februar 1941 in Marseille verhaftet und der Gestapo übergeben und am 11. Februar 1941 von den Nationalsozialisten ermordet.

Abb. 2    Margarethe und Rudolf Hilferding

Margarethe Hilferding-Hönigsberg lebte einige Jahre gemeinsam mit ihrem Mann in Berlin. 1909 kehrte sie mit den gemeinsamen Söhnen Karl und Peter zurück nach Wien. Die Ehe mit Rudolf Hilferding wurde 1922 geschieden. Ab 1910 arbeitete sie in Wien Favoriten als Kassenärztin und ab 1922 zusätzlich auch als Schulärztin. 1911 war sie als erste Frau für einige Monate auf Vorschlag von Paul Federn (*13.10.1871 Wien, gest. 04.05.1950 New York) Mitglied der sogenannten „Mittwoch-Gesellschaft“ (später: Wiener Psychoanalytische Vereinigung) von Sigmund Freud (*06.05.1856 Freiberg in Mähren/heute Příbor, gest. 23.09.1939 London). Am 11. Jänner 1911 hielt sie dort ihren ersten Vortrag zum Thema „Zur Grundlage der Mutterliebe“. Margarethe Hilferding-Hönigsberg war mit Alfred Adler (*07.02.1870 Wien, gest. 28.05.1937 Aberdeen/Schottland) und seiner Frau Raissa (09.11.1872 Moskau, gest. 21.04.1962 New York) befreundet. Mit Alfred Adler trat sie gemeinsam aus der „Mittwoch-Gesellschaft“ aus und war danach Mitglied im Verein für psychoanalytische Forschung (Verein für Individualpsychologie Alfred Adler) – zeitweise war sie auch dessen Präsidentin. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie Leiterin einer im Rahmen der Wiener Schulreform errichteten individualpsychologischen Erziehungsberatungsstelle. Darüber hinaus arbeitete sie auch am Mariahilfer Ambulatorium. 1926 erschien ihr wichtigstes Werk „Geburtenregelung“. Darin setzte sie sich für eine Liberalisierung der Abtreibung ein. Von 1927 bis 1934 engagierte sie sich neben ihrer Tätigkeit als Ärztin auch als Bezirksrätin in Wien Favoriten und war auch Präsidentin des Arbeiter-Samariterbundes.

Der ausgewiesenen Sozialdemokratin Hilferding-Hönigsberg wurde 1934 im Austrofaschismus ihr Kassenvertrag vom Dollfuß-Regime gekündigt, wodurch sie nur noch Privatpatienten behandeln konnte. Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 arbeitete sie bis 1941 im Wiener Rothschildspital unter der Leitung von Viktor Frankl (*26.03.1906 Wien, gest. 02.09.1997 Wien.)

Nach dem sie aus ihrer Wohnung vertrieben worden war, bezog sie zuerst eine Armenwohnung in der Grünentorgasse 6 und war zuletzt im jüdischen Altersheim in Wien IX, in der Seegasse gemeldet. Am 28. Juni 1942 wurde Margarethe Hilferding-Hönigsberg ins KZ Theresienstadt deportiert und starb während des Weitertransportes in das Vernichtungslager Mały Trostinec am 23.09.1942 – laut DÖW (Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes) wurde sie am 23.09.1942 ins Vernichtungslager Treblinka überstellt und kurz darauf ermordet. Ihr Sohn Karl (1905-1942) wurde nach seiner Emigration in die Niederlande ins KZ Auschwitz deportiert. Er wurde im Lager Groß-Strelitz (Strzelce Opolskie) ermordet. Ihrem Sohn Peter Milforfd-Hilferding (*13.01.1908 Wien, gest. 27.11.2007 Wien) gelang mit Hilfe Karl Poppers (*28.07.1902 Wien, gest. 17.09.1994 London) die Emigration nach Neuseeland. Der Ökonom kehrte nach Kriegende zurück nach Wien und war im WIFO-Institut, der Arbeiterkammer Wien und verschiedenen Institutionen der Sozialpartnerschaft tätig.

Abb. 3    Titelblatt: Hilferding-Hönigsberg: Zur Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden. Wien: 1912.

Margarethe Hilferding-Hönigsberg gilt als eine der einflussreichsten Individualpsycholog*innen der Zwischenkriegszeit. Sie engagierte sich in der Sozial- und Bildungspolitik des Roten Wiens, insbesondere in den Bereichen Frauenfragen, Sexualität, Geburtenregelung, Aufklärung und Erziehung. Darüber hinaus war sie in der sozialistischen Frauenorganisation als Vortragende und Publizistin in den Bereichen Sozialmedizin und Berufskrankheiten tätig. Von Bedeutung ist auch ihr Auftritt auf dem in Wien stattgefundenen 4. Kongress der Weltliga für Sexualreform. Dort sprach sie nicht nur vor großem Publikum, sondern nahm auch eine Vermittlerrolle zwischen Psychoanalytikern/Individualpsychologen und sozialdemokratischen Politikern ein. „2003 wurde in Wien-Floridsdorf der Hilferdingweg nach der Familie Hilferding – nach Margarethe Hilferding, Rudolf Hilferding und ihrem gemeinsamen Sohn Karl – benannt. Am 20. Juni 2006 wurde in Wien 10, Leebgasse 100 eine kommunale Wohnhausanlage nach der ehemaligen Favoritener Bezirksrätin bennant (Margarethe-Hilferding-Hof).“[4]

Quellen:

List, Eveline: Margarethe Hilferding-Hönigsbeg: Die erste psychoanalytische Theorie der Mutterliebe. In: Jüdinnen und Psyche. (= Schriftenreihe Medizin und Judentum/13) Frankfurt am Main: Mabuse-Verlag 2016. S. 29-37.

Hilferding Margarethe, geb. Hönigsberg, Margarethe Hilferding-Hönigsberg; Ärztin und Individualpsychologin. In: biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1 A-H. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2016. S. 1298-1299.

4175 Hilferding, Margarethe (geb. Margarethe Hönigsberg, Margarethe Hilferding-Hönigsberg) * 20.6.1871 Wien/Niederösterreich, Δ 23.9.1942 VL Mały Trostinec/Polen. In: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 1 A-I 1-4541. München: K.G. Saur 2002. S. 548.

Stipsits, Sonja: Margarete Hönigsberg – aus dem Leben einer Pionierin. Unter Einbeziehung der lebensgeschichtlichen Erinnerungen ihres Sohnes Peter Milford. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 45-53.

List, Eveline: Mutterliebe und Geburtenkontrolle – zwischen Psychoanalyse und Sozialismus. Die Geschichte der Margarethe Hilferding-Hönigsberg. Wien: Mandelbaum-Verlag 2006.

[1] Stipsits, Sonja: Margarete Hönigsberg – aus dem Leben einer Pionierin. Unter Einbeziehung der lebensgeschichtlichen Erinnerungen ihres Sohnes Peter Milford. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 45.

[2] Stipsits, Sonja: Margarete Hönigsberg […]. In: Töchter des Hippokrates. […] Wien: 2000. S. 46.

[3] Hilferding Margarethe, geb. Hönigsberg, Margarethe Hilferding-Hönigsberg; Ärztin und Individualpsychologin. In: biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1 A-H. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2016. S. 1298.

[4] Hilferding Margarethe, geb. Hönigsberg, […]. In: biografiA […]. Wien […]: 2016. S. 1299.

 »Bio-bibliografisches Lexikon/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Leseplätze in der Universitätsbibliothek über den Sommer 2021

Schmökern und Lesen – Bücherregale und Leseplätze der UB benutzbar!

Bis auf weiteres stehen 50 Lern- und Leseplätze in der Universitätsbibliothek zur Verfügung – es ist keine Online-Reservierung erforderlich.

Auch die Regalzonen (Freihandbereich, Lehrbuchsammlung, Magazin) und die monatliche Buchausstellung der Neuerwerbungen sind wieder zugänglich – es kann also nach Herzenslust in den Büchern geschmökert werden.

Bitte beachten:

– Ein 3G-Nachweis ist notwendig, um die Bibliothek zu betreten!

– Während des gesamten Aufenthalts in der Bibliothek ist eine FFP2- Maske zu tragen.

Vor der Leseplatzbenutzung bitte zuerst beim Informations- und Entlehnschalter anmelden (Contact Tracing!).

– Der Zugang zur Bibliothek ist weiterhin nur über den Eingang an der Nordseite des AKH möglich.

Wegbeschreibung und weitere Informationen: https://ub.meduniwien.ac.at/ueber-uns/standorte/lageplan-hauptbibliothek/pop-up-counter/

 

 

Open Access Publikationen von Angehörigen der MedUni Wien [84]: Verlag Wiley

Open AccessOpen Access Publikationen von Angehörigen der MedUni Wien: Verlag Wiley

Für Wissenschaftler*innen der MedUni Wien besteht die Möglichkeit, als Corresponding Author in ca. 1.300 Zeitschriften des Verlages Wiley ohne zusätzliche Bezahlung von Article Processing Charges (APCs) Open Access zu publizieren.  Mehr Infos–>

Im Van Swieten Blog können Sie  kontinuierlich die Open Access Publikationen von Angehörigen der MedUni Wien nachlesen:

Fibrinolysis and bleeding of unknown cause

Dino Mehic, Ingrid Pabinger, Cihan Ay, Johanna Gebhart

Res Pract Thromb Haemost. 2021 May; 5(4): e12511. Published online 2021 Apr 7. doi: 10.1002/rth2.12511

PMCID:

PMC8117813

ArticlePubReaderPDF–777KCite

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Neprilysin inhibition does not alter dynamic of proenkephalin‐A 119‐159 and pro‐substance P in heart failure

Henrike Arfsten, Georg Goliasch, Philipp E. Bartko, Suriya Prausmüller, Georg Spinka, Anna Cho, Johannes Novak, Julia Mascherbauer, Helmuth Haslacher, Guido Strunk, Martin Hülsmann, Noemi Pavo

ESC Heart Fail. 2021 Jun; 8(3): 2016–2024. Published online 2021 Mar 20. doi: 10.1002/ehf2.13278

PMCID:

PMC8120349

ArticlePubReaderPDF–1.1MCite

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„Aus den Büchern“ der medizinhistorischen Bibliotheken der Ub MedUni Wien [20]: Exlibris Hans Höferl

Im Van Swieten Blog werden exemplarisch digitalisierte Exlibris aus medizinhistorischen Büchern „Exlibris in situ“, der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, präsentiert, die im  Bibliothekskatalog recherchierbar sind.

Exlibris Hans Höferl


Memento mori Exlibris

Tondo: Im Zentrum liegt ein Totenkopf (Frontalansicht) mit einer durch Punktwolken angedeuteten Gloriole auf einer Hand, die diesen von hinten mit den Fingern am Kieferknochen umfasst, welche wiederum auf einem aufgeschlagenen Buch liegt. Im Reif oben steht „EXLIBRIS“. Die Versalien befinden sich in Auflösung dargestellt durch Punktwolken in dynamischer Bewegung. Im unteren Bereich des Reifs wird das Buch reliefartig in den Vordergrund gerückt und verleiht der Szenerie eine bedeutungsvolle Atmosphäre durch den lesbaren Satz: „Einstweilen bis der Bau der Welt Philosophie zusammenhält Erhält sie das Getriebe Durch Hunger und durchliebe“. Im Reif unten steht der Eignername „Hans Höferl“. Im Reif ist mittig rechts mit „Schaupp“ signiert. Rechts unten befindet sich ein Backenzahn mit einem eingeschriebenen „Z“.

Exlibris in situ:

Buch
Zahnersatz durch Kronen / Brücken und Kleinprothesen : 1. Die Grundlagen des Zahnersatzes und sein Entwurf
Koller, Karl Christian [VerfasserIn]
1943

Buch

Zahnersatz durch Kronen / Brücken und Kleinprothesen : 2. Die Ausführung des Zahnersatzes
Koller, Karl Christian [VerfasserIn]
1943

@Exlibris-Eigner, Dentist Hans Höferl in Anno: URL: https://anno.onb.ac.at (Stand: 21.06.2021)

@Exlibris-Künstler, Richard Schaupp im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: URL: https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&cqlMode=true&query=nid%3D127961887 (Stand: 21.06.2021)
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Ein Exlibris ist ein grafisch gestalteter Eigentumsvermerk, der entweder in Zettelform auf die Innenseite von Bucheinbänden geklebt oder eingestempelt wird. Bucheignerzeichen gibt es bereits seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Sie stellen neben ihrer kunst- und kulturhistorischen Bedeutung auch ein wichtiges Provenienzmerkmal dar, da der Weg eines Buches nachvollzogen werden kann. Aufgrund vielfältigster Exlibris von künstlerischem Wert sind diese auch begehrte Objekte von Sammlungen und buchkünstlerischer Betätigung „Exlibris-Kunst“ geworden.

2021-07: FRESH eBOOKS: Trends in Cerebrovascular Surgery and Interventions; Digitale Volumentomographie; Viszeralchirurgische Operationen und technische Varianten : Ösophagus – Leber – Pankreas – Endokrine Chirurgie – Metabolische Chirurgie…

Alle aktuellen eBooks der Universitätsbibliothek können im Volltext  am Campus der MedUni Wien oder via Remote Access (OFF Campus) abgerufen werden.


Kürzlich lizenzierte eBooks:

1
E-Book

Trends in Cerebrovascular Surgery and Interventions

Esposito, Giuseppe [HerausgeberIn]Regli, Luca [HerausgeberIn]Cenzato, Marco [HerausgeberIn]Kaku, Yasuhiko [HerausgeberIn]Tanaka, Michihiro [HerausgeberIn]Tsukahara, Tetsuya [HerausgeberIn]
2021
 
2
E-Book

Generationenmanagement in Arzt- und Zahnarztpraxis : Von Jung bis Alt ein starkes Team

Lütkehaus, Isabell [VerfasserIn]Kock, Stephan F [VerfasserIn]

2021

 

3
4
5
E-Book

Making Healthcare Safe : The Story of the Patient Safety Movement

Leape, Lucian L [VerfasserIn]

2021

 

6
 
7
E-Book

Digitale Volumentomographie

Lübbers, Heinz-Theo [HerausgeberIn]Dula, Karl [HerausgeberIn]

2021

 

8
E-Book

Viszeralchirurgische Operationen und technische Varianten : Ösophagus – Leber – Pankreas – Endokrine Chirurgie – Metabolische Chirurgie

Korenkov, Michael [HerausgeberIn]Germer, Christoph-Thomas [HerausgeberIn]Lang, Hauke [HerausgeberIn]

2021

 

9
E-Book

Benigne Ösophaguserkrankungen : Operative und endoskopische Therapie

Gockel, Ines [HerausgeberIn]

2021

 10

E-Book

Die neurologische Untersuchung : Schneller Überblick – spezielle Fragestellungen

Kermer, Pawel [HerausgeberIn]Rohkamm, Reinhard [HerausgeberIn]
2021
 

Covid-19-bedingte ÖFFNUNGSZEITEN/Leseplätze

Der Zugang erfolgt über die Nordseite des AKH (im Außenbereich vom Haupteingang links!).
Lageplan:

Covid-19- bedingte Öffnungszeiten

MO, MI, FR: 8-16 Uhr
DI + DO: 8-20 Uhr

Bitte beachten Sie:

3G-NACHWEIS ZUM BETRETEN DER BIBLIOTHEK ERFORDERLICH!

Während des gesamten Aufenthalts in der Bibliothek ist eine FFP2- Maske zu tragen.

Infos zu Leseplätzen

Die Ausstellung der Bibliothekskarte per E-Mail ist möglich:

Senden Sie bitte folgende Unterlagen in eingescannter oder fotografierter Form (gut leserlich!) an bibliothek@meduniwien.ac.at:

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Anmeldeformular
  • Zusätzlich müssen alle Personen, die keine MedUni Wien Studierende/Angehörige sind eine aktuelle Meldebescheinigung und ggf. Studierendenausweis, -bestätigung, Schüler*innenausweis, Bestätigung einer aktuellen Ausbildung, etc. (siehe https://ub.meduniwien.ac.at/services/benutzung-bibliothekskarte/ ) übermitteln.

Auch die Verlängerung einer bereits aktiven Bibliothekskarte ist per E-Mail möglich.

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