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Gastbeiträge

Gastautor Rector emeritus Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c Wolfgang Schütz: MEDICAL HUMANITIES

MEDICAL HUMANITIES

Autor: Rector emeritus Em.Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Wolfgang Schütz

Mit dem Begriff Medical Humanities wird ein multi- und interdisziplinäres Feld der Me­dizin be­zeichnet, das so­wohl die Naturwissenschaften, als auch die Geistes‑ und Sozial­wissen­schaften sowie die Künste umfasst. Das Konzept der Medi­cal Humanities berück­sich­tigt in der Me­di­zin auch die sozialen und kulturellen Kom­po­nenten, untersucht ihre Zusammenhänge und bindet ihre Erfahrungen ein. Die in vielen Län­dern schon etablierte Disziplin erlaubt den Blick über die natur­wissen­­schaftlich ge­prägte und Techno­logie-be­stimmte Medizin hinaus, zum Beispiel auf den kulturell geprägten Umgang mit Krank­heit und Tod.

Drei wesentliche Gründe lassen einen Fokus auf Medical Humanities auch in Österreich als notwendig er­scheinen:

    • Medizin wird in den Pflichtcurricula in Form streng strukturierter Module gelehrt, die nur we­nig Mög­lich­keiten bieten, auch deren Vernetzung mit Geistes‑ und Sozial­wissen­­schaf­ten sowie mit den Künsten zu beleuchten. Diese Strukturierung erwies sich im Rahmen der Er­stel­lung des Grundkonzepts für die der­­­zeitigen Curricula – im Zeit­raum 1998–2002 – als not­wen­dig, wo noch freier Zugang mit über 4.000 Studien­an­fängern herrschte (weit weniger als die Hälfte beendeten ihr Studium). Seit dem Jahr 2006 finden aber Aufnahmetests für eine vorgegebene Zahl von derzeit 1.620 Stu­­dien­plätzen statt, die nun durchwegs von Studierenden mit hoher Eignung für ein Stu­dium belegt sind. Damit den zukünftigen ÄrztInnen ein interdisziplinäres Medizinstudium nach inter­nationalen Standards angeboten werden kann, muss die bisherige strenge Struk­­turierung gelockert wer­den. Zusätzlich sol­len Medical Humanities auch ein Lehr‑ und Forschungsfeld für kultur- und sozial­wissen­schaftliche Studienrichtungen wer­den.
    • Das Credo der „Evidenz-basierten Medizin“, die den jeweiligen wissenschaftlichen Gold­­standard für die Hei­lung einer Krankheit definiert, wechselt immer mehr zu einem Credo der eng mit der Digitalisierung ein­hergehenden „Personalisierten Medizin“, wo die Hei­lung des Kranken im Mittelpunkt steht. Ihr Schwer­punkt liegt auf der gene­ti­schen Ausge­stal­tung (dem Genom) der PatientInnen, wobei so genannte Bio­marker Aus­kunft über den Zu­sam­menhang einzelner Gene sowie über Zellmerkmale ver­mit­teln. Viele ge­netische Da­ten sind aber von unklarer Relevanz oder erbringen für die Pa­tientInnen gar belastende In­formationen ohne Ein­griffsmöglichkeit. Auch droht ein Kon­trollverlust für die miss­bräuch­liche Ver­wen­dung von Pa­tientInnendaten von Arbeit­gebern und Versicherungen. Die Bezeichnung „per­so­nalisiert“ selbst ist irre­füh­rend, denn diese Medizin hat nichts mit mehr persönlicher Zu­wendung den Pa­tientIn­nen gegen­über zu tun, sie basiert vielmehr auf einer Hochtechno­logie, die dem Arzt-Pa­tienten-Verhältnis nicht för­der­lich ist. „Per­so­nalisierte Medi­zin“ oder „Präzisions­medi­zin“ wird zunehmend zur „Biomarker-Strati­fied Medicine“. Die Begriffe „Krank­heit“ und „Gesundheit“, die einem soziokulturellen Wandel unter­worfen sind, müssen da­her ständig neu definiert werden.
    • Die Spitäler in Europa entwickeln sich immer mehr zu globalen Orten. So haben auf den Am­bulanzen im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) bereits > 60% aller Pa­tien­tInnen einen Migrations­hinter­grund, etwa 20% sprechen gar nicht oder nur sehr ge­brochen deutsch. Dieser Anteil an Menschen mit Mi­­gra­tions­hintergrund in den Spitals­ambulanzen ist deutlich größer als deren Anteil inner­halb der Wie­ner Be­völ­kerung (43%) bzw. der gesamtösterreichischen Bevölkerung (28%). Es sind PatientIn­nen mit teil­weise nie­dri­gem Bil­dungsgrad, mit Gewalterfahrung, von ländlicher Her­kunft und mit patriar­cha­lischen Werte­­normen, die Religion hat einen ho­hen Stellen­wert. So entstehen Konflikte mit den modernen Krank­heits­auf­­fas­sungen von ÄrztIn­nen, Pflegekräften und PatientInnen aus verschiedensten Kulturkreisen.

Medical Humanities leisten für die Medizin einen wesentlichen Beitrag zur Responsible Science-Initiative der EU. „Responsible Science“, im EU-Kon­text auch als „Responsible Re­search and Innovation“ (RRI) bezeichnet, bindet die Gesellschaft aktiv in For­schungs- und In­novationsprozesse ein, um aktuelle Herausforderungen effektiver und im Einklang mit den Wer­ten, Erwartungen und Bedürfnissen der Gesellschaft bewältigen zu können. Ziel der Medi­cal Humanities ist, in medizinischen und Gesundheits­berufen einen ver­ant­wortungs­­vollen Umgang mit dem technisch-wissenschaftlichen Fort­schritt zu vermitteln und für die Bedeutung eines empathischen Arzt-Patienten-Ver­hält­nisses in der Behand­lung eines multikulturellen PatientInnen­-Kol­lek­tivs zu sensibilisieren.

Veranstaltungshinweis:

International Conference Medical Humanities – Interactions between Medicine and the Arts

Logo: MMag.Margrit Hartl

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Kunstlicht verursacht Schäden. Auch irreversible. Die Antwort darauf? LICHTHYGIENE

Kunstlicht verursacht Schäden. Auch irreversible. Die Antwort darauf?

LICHTHYGIENE

P Heilig

Lichthygiene als umfassendes Maßnahmenpaket wäre die  Antwort auf all die zunehmend potentiell „phototoxischen“ Licht-Belastungen. Erste Lichtschäden manifestieren sich bereits in den Augen von Kleinkindern. Blendende Intensitäten der Photoblitze in den Augen Neugeborener gefährden deren vulnerable, noch nicht ausgereiften Netzhäute. Regel Nummer eins: Blendung vermeiden – immer- und als Empfehlung: den direkten Blick auf – womöglich blendende – Lichtquellen vermeiden.

Auf energiereiches, grell bläulichweiß strahlendes Elektronik-‚Spielzeug‘ starrt schon die Kinder-Peergroup, aus kurzer Distanz, stundenlang.. Zu den oben erwähnten Lichtschäden-‚Starterpaketen‘ gesellen sich weitere unerwünschte Wirkungen, vor denen nicht gewarnt wird: „Wenn schwarzer Text auf weißem Hintergrund gelesen wird, reduziert dies nach einer Stunde die Dicke der Chorioidea; beim Lesen weißen Textes auf schwarzem Hintergrund nimmt die Aderhautdicke zu.“ Sowohl beim Menschen als auch im Tierexperiment konnte gezeigt werden, dass dünnere Chorioidea eine Myopie-Entwicklung begünstigt, während dickere Aderhaut dies verhindert: „Black text on white paper heavily overstimulated retinal OFF-pathways.“
(https://ub.meduniwien.ac.at//?p=31486)

Von Krabbelstuben über Kindergärten, Fabriken, Büros, Einkaufstempel, beim Sport („TV-taugliche High Intensity z.B. LEDs“), auf Bühnen, bei „Events“, in Discos, bis zu Alters- und Pflegeheimen etc. wird überdosiert blaustichiges, potentiell phototoxisches Licht in die Augen der nicht vorgewarnten Opfer gestrahlt. (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=22675)

Blendungen und Ablenkungen durch überdosiertes Kunstlicht nehmen zu, unsinnigerweise besonders im Straßenverkehr. Zunehmend wurde die Intensität von KFZ-Scheinwerfern, Tagfahrlichtern, Warn- und Signallichtern etc. gesteigert. Derartige, meist blaustichige ‚Blendlaternen‘ irritieren, blenden und verringern die Gesamt-Straßenverkehrsicherheit.  Mittlerweile klagen so gut wie alle befragten Patienten, aber auch junge Personen mit gesunden Augen, über Blendungen im Straßenverkehr. Verirrte Lichtstrahlen isotrop strahlender HI-LED-DRL-Leuchten sind kontraproduktiv. Die Licht-Intensitäten liegen oft weit über sinnesphysiologischen Erfordernissen.

Visuelle Systeme detektieren bereits einzelne (!) Photone. Retinale Adaptation ermöglicht Anpassung an einen ~1012 – fach höheren (d.h. helleren) Photonenfluss. Die Wieder-Erholungzeit nach Lichtstress (retinal recovery time) verlängert sich mit zunehmendem Alter, vor Allem dann, wenn die Netzhaut bereits irreversibel vorgeschädigt ist – z.B. aufgrund zeitlicher Summationen akuter und chronischer überdosierter Lichtbelastungen. Licht-‚Überakzentuierungen‘ (DRL z.B.) können vom retinalen Niveau über komplexe kognitive (störanfällige) Prozesse bis zur praefrontalen Verarbeitung schwerwiegende Wahrnehmungsausfälle (Inattentional Blindness etc.) samt möglicher fataler Folgen, in erster Linie  im Strassenverkehr, verursachen.

Die Zahl der bei Straßenverkehr-Unfällen verletzten und getöteten Kinder nimmt seit dem nicht ‚Evidenz-basierten‘ “Licht-am-Tag“ Modus bedenklich zu (Lichtquellen: KFZ- etc. -Scheinwerfer, Zusatzleuchten, Tagfahrlichter* = Daytime Running Lights/DRL). Derartige Licht-Stimuli bei Tageslicht lenken die Aufmerksamkeit der KFZ-Lenker von schwächeren Verkehrsteilnehmern unweigerlich ab (ganz besonders gefährdet: Kinder, besondes am ‚Schutz‘(!)weg). Die Erklärung: „Inattentional Blindness“ durch kapazitiven Overflow (Überstimulation) der Arbeits- und visuellen Kurzzeit-Speicher des ZNS samt begreiflicher Fehl-Urteile fehlinformierter Jurisprudenz – in Folge. 

Dauerlicht in Privat-Gärten schadet Flora und Fauna und hält keinen einzigen Einbrecher fern. Auch ‚Rottweilerlicht-Strahler‘  – maximal helle Scheinwerfer zum ‚Schutz‘ offenbar wertvoller Latifundien und Gebäude – schrecken Kriminelle keineswegs ab.

Nächtlich verirrtes Kunstlicht darf nicht von außen in Schlafräume eindringen („Light Trespassing“); selbst erstaunlich geringe Lichtintensitäten können „Chronodisruption“ mit unerwünschten (unter Anderem gesundheitlichen -) Folgen verursachen.

Lichtwerbung, besonders enervierend in „dynamisch“, blinkender Ausführung oder als ‚laufende Bilder‘, irritiert, lenkt ab, auch bei schwacher Lichtintensität – dies erweist sich als besonders problematisch am Straßenrand. Der ablenkend-aufmunternde, immerhin überschwellige Schriftzug – „Schau auf die Straße!“ – stimmt zumindest nachdenklich.

Straßenbeleuchtung: „Full-Cut-Off Leuchten“ (null UV-Emission und reduzierter Blau-Anteil), ohne aberirrende Lichtstrahlen über die Horizontale, werden gefordert. http://www.hellenot.org/themen/gesetz-norm-und-leitfaden/

Fahrrad-, E-Roller, „E-Toy“-Lichter sowie zahllose weitere unsägliche Light-Pollution- erzeugende „Contraptions“ im Straßenverkehr verstoßen gegen gesetzliche Bestimmungen, blinken, blenden und lenken zum Teil stärker ab als manch fehlentwickelte KFZ-Leuchte. Jeder Lichtstimulus, auch in periphere Gesichtsfeld-Anteile projiziert, löst zwangsläufig visuell-kognitive Prozesse aus, die im ZNS ‚verrechnet‘ werden: Worst case-scenario bzgl. Überdosis und Überstimulation: Inattentional Blindness. http://lightmare.org/

Der schlechte Ruf macher Statistik birgt einen kaum jemals erwähnten Systemfehler in sich (‚bias‘): „Near misses“, Beinahe-Kollisionen. Die jeweilige Analyse bedarf eines bis heutzutage noch nicht berücksichtigten Korrekturfaktors. Risikoforscher kalkulieren mit Risiko-Wahrscheinlichkeiten – aufgrund  von Wahrnehmungsforschungen (psychometrisches Paradigama). Konkret: Ablenkungen durch Licht- Überstimulation erhöhen signifikant das Risiko von Unfällen.

„Zeitgeberhygiene“, ein Terminus Technicus aus den Werkzeugkästen der Chronobiologen ließe auf einen etwas behutsameren Umgang mit chronobiologischen Erfordernissen hoffen; Im Klartext: Vermeiden von Chronodisruptionen; späterer Schulbeginn, zurück zur Natur, das hieße – dem ungestörten Dunkel der Nacht, zu Lichtintensitäten und Spektren, welche sinnesphysiologische Gegebenheiten und Kapazitäten berücksichtigen, dem Vermeiden verirrter Lichtstrahlen – zur Unzeit, am falschen Ort, zur falschen Zeit, in die falsche Richtung (Beispiel: isotrope DRL-Strahlen) etc.

Auch die mit Recht zu befürchtende epigenetische Prägung im Sinne weiterer Dosissteigerungen der grell-‚blaustichigen‘ Droge Kunstlicht blieben nächsten Generationen – wäre zu hoffen – erspart.

Lichthygiene könnte unbemerkte, unerwünschte Gewöhnungen dieser und auch folgender Generationen an immer höhere, unphysiologische, potentiell phototoxische  Lichtintensitäts-Niveaus verhindern – und damit auch den Faktor Lichtschäden als Noxe in der Pathogenese der Maculadegenerationen, aber vor Allem die weltweit sich besorgniserregend ausbreitende Myopie-Epidemie endlich eindämmen.

Dunkler Hintergrund, auf allen Monitoren, auch auf Smartphone-Displays, wird zum Gebot der Stunde. Blaue Schrift (S-cones fehlen im Netzhautzentrum) wird obsolet. Gelbliches Licht verbessert messbar das Kontrastsehen, streut und blendet weniger, ist kaum jemals potentiell phototoxisch (verglichen mit energiereichem kurzwellig dominiertem Licht) und – senkt, im Tierversuch gemessen, den Augendruck. (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=33336)

Epilog: Allgemein wäre wärmeres, niemals überdosiertes Kunstlicht wünschenswert. Die Augen der ganz Jungen und der Alten bedürfen besonders des Schutzes vor energiereichem bläulich-intensivem Licht (cave zeitliche Summation von Lichtnoxen). Der Trend zu aggressiv- kaltweißem Licht wird eines Tages in Vergessenheit geraten sein. Das oft überdosiert-intensive kurzwellige Ende des Spektrums – bis ~ 450 nm – wäre durchaus entbehrlich, vor Allem die ‚blue peaks‘ im Spektrum der meisten LEDs). Eines Tages wird auch die kontraproduktive ‚Light-Pollution‘ Geschichte sein – eines Tages – vielleicht.

*Licht-am-Tag/Tagfahrlicht gefährdet ALLE nichtmotorisierten Straßenverkersteilnehmer (v.A. Kinder): “Das Tagfahrlicht verstößt gegen The Convention Concerning The Power of Authority; The Law in Respect of the Protection of Infants (1969); The Bond of Protection; The Principle of Equality; Declaration of Human Rights (1948) Article 3; The Laws of Logic; Public Ethics and Morals.

Eine EU-Tagfahrlicht-Richtlinie wäre schwerlich mit der Erklärung der Rechte des Kindes von 1959 in Einklang zu bringen, nach der Kinder besonderen Schutz genießen. Auch Art. 2 Abs. 1 des Internationalen Paktes vom 19.12. 1966 über bürgerliche und politische Rechte räumt jedem Kind das Recht auf diejenigen Schutzmaßnahmen durch die Gesellschaft und den
Staat ein, die seine Rechtsstellung als Minderjähriger erfordert.

Eine Gefährdung insbesondere von Kindern durch das zwingende, staatlich angeordnete Fahren mit Taglicht könnte diesen Schutzpflichten und -rechten widersprechen“
(Attorney- at-Law Dr. G. G. Sander, M.A., Mag. rer. publ.).

Aleman AC et al (2018) Reading and Myopia: Contrast Polarity Matters. Scientific Reportsvolume 8, Article number: 10840.  doi: 10.1038/s41598-018-28904-x.

Interest: no

Gender: beyond

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: TiefseeTiefen

Marine Biome

Unzählige Mikroorganismen, insgesamt ~ 1030  Bakterien und Archaea, beeinflussen das Klima dieses Planeten seit etwa 3.8 Milliarden Jahren.  An die 1011  Menschen bewohnten bisher die Erde und verdank(t)en unter Anderem diesen Mikroorganismen ihr Leben.   DOI: 10.1038/s41579-019-0222-5. Nun warnt die Wissenschaft vor dem Klimawandel im Anthropozän und vor widrigen Einflüssen auf die „microbial unseen majority“. Unvorstellbar große Mengen von Mikroorganismen, die marinen Biome, breiten sich über ungefähr siebzig Prozent der Gesamtoberfläche dieses Planeten aus; sie werden im Zusammenhang mit Klima kaum jemals erwähnt, merkwürdigerweise.

Im ewigen eisigen Dunkel der Tiefsee sind hydrothermale Quellen,“schwarze Schlote“ verborgen – an den Schwachstellen der Erdkruste, dort wo Kontinentalplatten abtauchen oder auseinander driften. Glühendes Magma erhitzt Meerwasser und Schwefelverbindungen, Schwermetalle etc. auf hunderte Grade. In diesem lebensfeindlichen, sauren Milieu schwarzer – und weißer Raucher entstand das Leben. Thermopile chemoautotrophe Bakterien gewinnen Primärenergie durch Chemosynthese, reduzieren CO2 (http://www.geo.tu-freiberg.de/Hauptseminar/2008/antje_lenhart.pdf) und dienen Würmern, Muscheln, Crustaeae und sogar Fischen als Nahrung. Effektive symbiotische Bakterien-Lebens-Gemeinschaften optimieren und stabilisieren das Nahrungsangebot dieser Extrem-Zonen.

Erzschlämme an diesen Plattenrändern wecken Begierlichkeiten der „Deep Sea Miners“ (Tiefsee-Mineure); Polymetallknollen (v.A. in der Clarion-Clipperton-Zone), Mangan, Nickel, Kobalt, Kupfer, Massivsulfide, Schwermineralseifen, Molybdän, Selen etc. üben unwiderstehliche Anziehung auf Industrienationen  aus. Tonnenschwere Walzen- und Fräsen-Roboter brechen den Meeresboden auf. Aufgewühltes Schlamm/Metallgemisch, samt ‚Beifang‘, wird auf Aufbereitungschiffe gepumpt. Lärm, Vibrationen, Licht, Sedimentwolken, Schadstoffe (s. Nahrungskette) verursachen Schäden, deren Ausmaße nicht abschätzbar sind.  http://www.ozeanien-dialog.de/?p=1561

Methanhydrate aus der Tiefe sollen den globalen Energiehunger stillen. Von irreparablen Schäden an der Biodiversität abgesehen, drohen Methan-Freisetzungen mit unkalkulierbaren Klimaschaden-Risken. https://www.deepwave.org/nein-zum-raubbau-an-der-tiefsee/

Mikroben bauen bis zu 90 Prozent klimarelevanter Gase – in erster Linie Methan ab und verhindern dadurch schädliche Auswirkungen auf das globale Klima. Röhrenwürmer – bis zu 60 cm in den Boden gebohrt, pumpen Meerwasser in tiefere Schichten; dort verarbeiten Mikroorganismen Methan als biologische Filter für Treibhausgase. Dadurch entweicht kaum Gas ins Meereswasser – ein subtil aufeinander abgestimmtes  Equlibrium. Nach Zerstörung eines derartigen Öko-Gleichgewichtes kann bestenfalls nach Jahrzehnten – mit einer effizienten Wiederbesiedlung gerechnet werden. https://www.mpg.de/12419708/methan-filter-in-der-tiefsee-entsteht-erst-nach-jahrzehnten

Seismologie:

Änderungen der Scherspannung an Plattenrändern können  Scherbrüche und in der Folge Tsunamis induzieren. Anthropogen ausgelöste Änderungen tektonischer Coloumbspannungsraten sind auch in noch so raffiniert programmierten Seismizitätsmodellen schwer zu beurteilen und bezüglich einer Wahrscheinlichkeitsvorhersage extrem problematisch. Erdbeben auf Tag, Stunde und Magnitude genau zu prognostizieren, ist unmöglich.

Hier ein Beispiel für hochdifferenzierte Symbiose im Ozean:

Kentrophoros, eine Riesenzelle, in sandigen Meeresböden beheimatet, beherbergt Milionen schwefeloxydierender Symbionten – Wimpertierchen/Kentron-Bakterien, welche Abfallprodukte ihrer Wirte in Biomasse umwandeln können. Damit ist verbunden: die Fixierung von CO2. DOI: 10.1128/mBio.01112-19

Circulus vitiosus-‚Symbiosen‘:

Symbiosen zwischen Wirtschaft und Ressourcenverschwendender Rüstungsindustrie sind en vogue. Prosperierende BIP-Wirtschaftwachstumspiralen (Biswanger) gedeihen gut auf seltenen Erden und seltener werdenden Metallen – in Zukunft aus den Tiefen der Meere? Prospektoren, Spezialisten für „Abbauwürdigkeit“ von Lagerstätten läuteten einen ‚deep layer gold rush‘ ein – „Tiefsee-Goldrausch“ samt irreparabler Kollateralschäden: Die Zerstörung von Biotopen samt Aufwirbelns potentiell toxischer Abraum-Sedimentwolken; diese werden durch Meeres-Strömungen unkontrollierbar verteilt. Weiters sind zusätzliche massive  Gefährdungen des bereits bedrohten Fischbestandes zu befürchten.

Geschädigte marine Biome schaden dem Klima und Ökosystemen im Anthropozän-Circulus Vitiosus und – der Klimawandel schadet vice versa den den Mikroorganismen.  

https://dredging.org/news/news/ceda-deep-sea-mining-information-portal-goes-live/detail_news=0048_000334_000000

http://nabf219anw2q7dgn1rt14bu4.wpengine.netdna-cdn.com/files/2016/06/Resource_Roulette-1.pdf

https://dev.deepwave.org/environmental-groups-call-for-a-u-turn-on-deep-sea-mining/

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: MRGC, eine retinale Schlüssel-Zelle

In Concept Ophthalmologie 6/2019:

MRGC, eine retinale Schlüssel-Zelle

Peter Heilig

Geblendetes, „blindes“Mäuschen Illustrationen: PeterHeilig

Intrinsisch photosensitive Melanopsin exprimierende retinale Ganglienzellen haben Schutzfunktionen.

Zapfen und Stäbchen neugeborener,
noch blinderMäuse sind auch
elektrophysiologisch stumm.
Dennoch meiden die Tiere grelles
Licht (light aversion), denn die
MRGC (Melanopsin exprimierenden
retinalen Ganglienzellen)
bzw. ipRGC (intrinsisch photosensitive
Melanopsin exprimierende
retinale Ganglienzellen) sind in
dieser frühen Phase bereits depolarisierend
aktiv und werden
damit einer besonderen Aufgabe
gerecht:demSchutzderNetzhaut
vor Lichtschäden.

In chronobiologischen Studien
haben diese Zellen manch tückischen
Streich gespielt: In klinisch
blinden Vergleichsgruppen fanden
sich Retinae mit intakten
MRGC; dies verwässerte die Resultate
circadianer Studien (circadian
photoentrainment) durch Melatonin-
Suppression (Hannibal et al.
2004), denn die widerstandsfähigen
MRGCs (Cui et al. 2015) können
unter anderem hereditäre
mitochondriale Neuropathien
überleben, z. B. Lebersche Hereditäre
Opticus-Neuropathie LHON),
AD-Opticusatrophie, retinale Dystrophien
(Keeler prophezeite die
Funktionen der MRGCs bereits im
Jahre 1928, Sekaran et al. 2003,
Warren et al. 2006, Li et al. 2008).

Fünf Untergruppen derMRGC waren
bekannt, bis nun eine sechste,
die M6-Zelle, entdeckt wurde
(Quattrochi et al. 2019). MRGCEigenschaften
wurden gelegentlich
vereinfacht dargestellt, jedoch:
„… signal transduction in
ipRGCs ismore complex than originally
thought“, kritisierte Detwiler
(2018, Sonoda et al. 2018) mit
Recht. Ein Beispiel: „Polychromatisches
Licht war wirkungsvoller in
der Unterdrückung nächtlichen
Melatonins als monochromatisches
blaues Licht“ (Revell et al.
2007, Souman et al. 2018). Synaptische
Inputs über die Verdrahtung
mit Stäbchen und Zapfen machen
dieses Phänomen verständlich.

Einige ausgewählte MRGC-Funktionen:
Photoentrainment (nonimage
forming visual functions),
Pupillar-Reflex, grobes Formensehen
(pattern vision), die Fähigkeit
der MRGC-Dendriten, direkt
auf Licht zu reagieren (Berson et
al. 2002), Kontrastsehen (Potackal
et al. 2018). Große Bereiche von
Hell- und auffällig langsamer
Dunkeladaptation: „Dark adaptation
in ipRGCs ismuch slower than
in rods and cones. Even after one
hour, ipRGCs appear to continue
todarkadapt –anexact timepoint
for full dark adaptation is not feasible
with electrophysiological
approaches … the authors estimate
the time course to be at least
several hours“ (Wong et al. 2005).
Die „langsamen elektrophysiologischen
Potentiale“, wie die klinischer
Elektro-Okulogramme (Thaler,
Heilig 1974), stehen offenbar
mit diesen trägen adaptativen
MRGC-Prozessen in Verbindung.

Farbsehen – „changes in light colour,
not intensity, are the primary
determinants of natural circadian
activity“ (Pauers et al. 2012, Stabio
et al. 2018), auch „low level light
detection“, „Raumgeber“ (Spitschan
et al. 2017), Kontrastfunktionen
und Regulierung des Augendrucks:
Gelbfilter (465-480 nm) reduzierten
im Tierexperiment den
Augendruck um erstaunliche 45
Prozent via Melanopsin-Melatonin-
Einfluss auf die Kammerwasser-
Produktion (Lledo et al. 2019).

Degeneration und Verlust von
MRGCs kann circadiane Funktionen
in Form von Schlafstörungen
beeinträchtigen (Ortuno-Lizaran
et al. 2018), z. B. durch Morbus
Parkinson,Diabetesmellitus,Morbus
Alzheimer, Smith-Margenis
Syndrome (Barboni et al. 2018),
weit fortgeschrittenes Glaukom
(Obara et al. 2016). Retinale Lichtschäden
werden passager (?) von
reduzierten Melanopsin-Expressionen
(down regulation) begleitet
(Garcia-Ayuso et al. 2017).

Eine subretinale humane Melanopsin-
Gentherapie (ectopic expression
of melanopsin) in Endstadien
retinaler Dystrophien
und -Degenerationen wird weiterhin
als eine vielversprechende
mögliche Option – „Longterm-
Restauration“ – erforscht (De Silva
et al. 2017, Ameline et al.
2017).

Epilog: Scheinbar Widersprüchliches
erinnert an Teilchen- und
Wellencharakter des Photons; je
nach Untersuchungsmethode
und Interpretation offenbaren
sich verschiedene Facetten der
MRGC-Familie (expression of
mRGSc). Anatomische Asymmetrien
und Dynamik in Krankheitsverläufen,
z. B. „Ab-accumulation
bei Morbus Alzheimer (La
Morgia et al. 2015) oder Experimenten
wie chronische (LP-OHT)
oder akute (A-OHT) okuläre Hypertension
und nach intraorbitalerOpticNerve
Transection (ONT)
oder Crush (ONC ;Vidal Sanz et al.
2017, Sanchez Migallion et al.
2018), Ischämie, Lichtschäden,
vergleichende Forschung (Jeong
et al. 2018), genetisch-selektive
Melanopsin-Deletion (Wang et
al. 2017) etc. eröffnen immer
neue Aspekte samt zukünftigen
therapeutischen und prophylaktischen
Möglichkeiten.

Besonders eindrucksvoll ist die
signifikante Reduktion der
Kammerwasserproduktion
durch Gelbfilter (Lledo et al. 2019) – ein
weiterer Hinweis auf die potienziell
schädigende nicht nur phototoxische
Wirkung kurzwellig
dominierenden Kunstlichts (blue
enriched glaringwhite light).

Literatur:
1. Quattrochi LE et al. (2019) The
M6 cell: A small-field bistratified
photosensitive ganglion cell. J
CompNeurol 1;527 (1): 297-311
2. Lledo VE et al. (2019) Yellow Filter
Effect on Melatonin Secretion
in the Eye: Role in IOP Regulation.
J Current Eye Research 44
(6):614-618

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: SPACE POLLUTION

SPACE POLLUTION

Licht-, Wasser-, Boden-, Luft-Verschmutzung und Weltraumschrott (Space debris)

„Macht euch die Erde untertan“ Gen, 1,28

Nur drei Sekunden lang, gemessen auf der 24-Stunden-Skala einer „Evolutionsuhr“, treibt der homo sapiens auf diesem Planeten sein Unwesen. Unsensibel und kurzsichtig hatte die ‚Krone der Schöpfung‘, der homo sapiens sapiens das Antlitz der Erde mit dem „Fußabdruck“ verändert  – vom tiefsten Grund des Meeres über die höchsten Gipfel hinaus, bis ins Weltall; dort aber mit Weltraumschrott (Space Debris)‘, der mit nahezu zweihunderttausend Stundenkilometer im Orbit brandgefährlich unterwegs ist. Diverse Satelliten blinken und strahlen gleißend, sehr zum Ärger der Astronomen. Unzählige neue Satelliten sollen nun zusätzlich in ihre Umlaufbahnen gebracht werden, als weitere deplatzierte Störfaktoren im Weltkultur-Erbe Sternenhimmel.
cave Atom-Satelliten (USA 1965) und „Entsorgung“ von Atom-Müll im All..

Hunderte Millionen derartiger Sondermüll-Geschoße („space trash particle“) bedrohen alles was ihre Bahn kreuzt. Bereits im Jahre 1996 kollidierten (französische) Raketentrümmer mit einem französischen Satelliten („friendly fire“). Raumstation – Fenster mussten wegen wiederholter Einschlag-Krater ausgetauscht werden – (high velocity particle impact; mission STS-50 etc.). Sobald unser Heimatplanet abgewohnt sein wird, kann die „Weltraumkolonisierung“ (‚Space Colonization‘) hoffnungsfroher Zukunft-Forscher in die Tat umgesetzt werden – als ultima ratio.

Der geosynchrone Orbit wird aber schlussendlich unpassierbar im gnadenlosen ‚Space debris‘- Kugelhagel. Als problematisch erweisen sich besonders kleine Bruchstücke, da sie nicht geortet werden können aber zu groß für Schutzschilde sind (debris shields – geeignet für maximal 1 cm Ø Brocken), „unausweichlich“ unterwegs sind und katastrophale Schäden verursachen können: „We have generated a global problem..”

„Anti-Satelliten“ vermehren die Zahl rasender Weltraumschrott-Partikel jeweils um tausende neuer unerwünschter Geschoße (China 2007), siehe Kessler Syndrom („collisional cascading“). Die „Pizza Box“, eine imaginäre Weltraumschrott – freie Zone soll die Raumfähre vor Treffern schützen – wie denn? Mission Control Centers in Houston und Moskau versuchen ständig das Schlimmste zu verhindern: Mehrere ‚Debris avoiding maneuvers‘ waren während der letzten Jahre die letzte Rettung.

“Post mission disposal: Schutz – Zonen, “Low Earth Orbit” (LEOIADC) und “Geostationary Orbit” (GEOIADC), “should be cleared from permanent or (quasi-) periodic presence of non-functional man-made objects” – d‘accord..

EPILOG: Von ungeahnten – unlösbaren (?) technischen Problemen (Space debris capture and orbital removal) abgesehen, stellt sich die Frage: „Wer soll das bezahlen ?“ Jupp Schmitz 1949

ad: „untertan?“ – die Erde oder gar die Frauen? („.. seid euren Männern untertan..“ NT Kol 3,18) als Arbeitshypothese drängt sich hier auf: Soo kann dies keinesfalls gemeint gewesen sein.   

https://www.theguardian.com/science/2017/mar/26/weve-left-junk-everywhere-why-space-pollution-could-be-humanitys-next-big-problem

https://www.hq.nasa.gov/office/hqlibrary/pathfinders/debris.

https://www.space.com/24895-space-junk-wild-clean-up-concepts.html

https://www.sdo.esoc.esa.int/environment_report/Space_Environment_Report_latest.pdf

https://www.spiegel.de/video/satelliten-sollen-weltraumschrott-aufraeumen-video-99027087.html

file:///C:/Users/User1/Downloads/Legal%20Narrative.pdf

http://stuffin.space/

Interest: no

Gender: beyond

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Einladung: DAS DRITTE AUGE MYTHEN MÄRCHEN MEDIZYN

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Technik und Auge

Die Industrie übertrifft sich geradezu selbst mit spektakulären ‚Optimierungen‘ auf dem Gebiet visueller Medien und künstlicher Beleuchtung. Super Hi-Vision, Imax-Level, „mesmerizingly beautiful“, Full-HD und HD-TV, 8 K-Fernseher (dreiunddreißig Millionen Pixel) – obwohl 8K-Kameras und deren  8K-HD-Bilder schwer im Handel zu finden sind. Die hohen Datenmengen benötigen spezielle Satelliten-8K-Receiver; abgesehen davon sind 4K-Geräte, 4K-Ausstrahlungen (für 2022 geplant) etc. noch rar. Bit-Raten im Internet hinken nach. Auch Blue-Ray-UHD Produkte kommen für Fans zu spät; die Auswahl ist bescheiden. Eine maximal erhöhte ‚Bildqualität‘ stößt beim Auflösungsvermögen der Netzhaut an sinnesphysiologische Grenzen. Betrachter, welche ihren Super-Monitor (189″ Diagonale) in etwas komfortablem Abstand als ~1.25 m genießen wollen, dürfen sich die Investition (s. oben) sparen.

Ein Wort zur Ästhetik: Von der SuperHighFullHDUHDKn-etc.-‚Vision‘ unterscheidet sich der natürliche Seh-Eindruck wesentlich: Wie aquarelliert verlieren sich klare Umrisse in der Ferne, in zartem Blau schimmern Berge kulissenhaft oder es scheint das Meer mit einem fernen Himmel zu verschmelzen. Ein Hauch von Astigmatismus mixtus mit dazugehöriger großer Tiefenschärfe (falls nicht restlos herausgelasert) lässt Dreidimensionales noch plastischer erscheinen. Und im Sturm’schen Konoid spielt dessen geometrische Farbverteilung eine ganz besondere Rolle. Das Flache im Flachbildschirm mit ubiquitär extrem scharf abgebildeten Details in allen (jedoch schwer erkennbaren) Tiefen-Ebenen wirkt hingegen alles Andere als natürlich. Abgesehen davon bettelt so manche schonungslose Großaufnahme um einen barmherzigen Weichzeichner. Eines Tages wird die Industrie vielleicht ihre Produkte in weiser Voraussicht mit ’natural view‘ anstelle der  marktschreierischen ‚Super Duper-Vision‘ bewerben.

Natürliches Licht, die Conditio sine qua non für optimiertes Sehen und Wahrnehmung, kam aus der Mode. Blau-dominiertes überdosiert helles bis blendendes Kunstlicht foltert das Auge im Straßenverkehr, auf Sportplätzen, Nacht-Skipisten, in Innenräumen, über ‚Smart’phones, Tablets, Monitore etc. Via Phylogenetik entwickelte sich das visuelle System über Millionen Jahre bis zur humanen Ontogenese unter dem Einfluß von Temperaturstrahlern (Sonne, Fackel, Kerze.. Glühbirne etc.). Unzählige Experimente dieses Licht technisch zu ‚verbessern‘ schlugen fehl. Das kontinuierliche Spektrum des Glühfadens – in der Glühbirne zum Beispiel – kommt der Idealvorstellung am nächsten. Das fehlende totale Erlöschen des Glühfadens während des Nullphasendurchgangs (bei Wechselstrom) verhindert übrigens störendes Flackerlicht.

‚Löcherige‘ Leuchtstoffröhren- oder Energiesparlampen-Spektra sind ’nicht das Gelbe vom Ei‘. Mit 50 oder 100 Hertz flackernde Kunstlichtquellen, bläulichweiss blendende KFZ-Scheinwerfer, intermittierend abstrahlende Lichter (dynamische Werbung, E-Toys-Lichtbehübschungen im Straßenverkehr etc.) harmonieren eher dissonant mit unseren visuellen und kognitiven Prozessen – im schlimmsten Fall: Inattentional Blindness samt potentiell fatalen Folgen – Beispiel: nicht wahrgenommenes Kind am Schutzweg durch Tagfahrlicht (DRL)-Überstimulation trotz ausreichend hellen Tagslichts.

LED: Entbehrliche blaue Buckel (peaks) dominieren die Spektralverteilungskurven der Licht-Emittierenden Dioden. Mit einigem Aufwand – dies schlägt sich jedoch im Kaufpreis nieder, wird versucht das ‚Tageslichtspektrum‘ zu simulieren und unphysiologisches, potentiell phototoxisches Blau zu filtern. Käufer haben jedoch keine Möglichkeit die Qualität des Gebotenen verlässlich zu überprüfen. Auch Kelvin-Angaben bzw. die Bezeichnung ‚warmweiß‘ helfen kaum weiter. Das Desideratum: Tageslichtspektrum. 

Vor etwa 600 Millionen Jahren entstanden die ersten lichtempfindlichen Augenflecken, später Pigment-Becheraugen, Lochblendenaugen und das Linsenauge, welche das Licht zentral bündelt. Phototoxisches Ultraviolett wird von Hornhaut und Linse gefiltert, jedoch gelangt energiereiches Blau des sichtbaren Spektrums bis in die Retina. Nicht viel mehr als fünf Prozent aller Zapfen sind blau-empfindlich (S-cones) – im Zentrum der Netzhaut fehlen sie zur Gänze. Warum wohl? Wenn es keine teleologische Erklärung gibt, dann wäre eine Hypothese schwer zu widerlegen, welche besagte, dass diese Rezeptoren, ‚Blau-Lichtfallen‘, im Laufe der Evolution gar nicht – oder rück-gebildet worden wären. Andernfalls erlitten foveale S-cones zentral gebündeltem potentiell phototoxischem Licht im Laufe der langen Lebenserwartung des Menschen unvermeidlich Lichtschäden.

Obwohl in der Natur offenbar „weise eingerichtet“, kümmert dies die Technik wenig. „Blue-enriched-white-glare“ scheint sich als Qualitätsmerkmal verkaufen zu lassen. Auch wenn mit gelbem Licht das Kontrastsehen (ohne ‚blue blur‘) signifikant besser ist, Blendung und Ablenkung geringer sind, potentielle retinale Lichtschäden später bis möglicherweise gar nicht auftreten, läuft die Entwicklung weiter in die falsche Richtung. Licht-Hygiene ist auch in der Medizin noch immer ein Fremdwort, für die Technik – kein Vorwurf! – umso mehr.

Epilog:

Informationsaustausch, interdisziplinärer Dialog und Öffentlichkeitsarbeit sind erforderlich. Kinder und Jugendliche, ausgeliefert einer aggressiven Werbungsmaschinerie, nehmen deren Botschaft auf und geben sie nicht selten ungefiltert – kaum bewusst – weiter, auch an kommende Generationen – via Epigenetik.

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Einladung: DAS DRITTE AUGE MYTHEN MÄRCHEN MEDIZYN

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: „ANIMA“ HERBARUM ET ARBORUM

Es sind die gleichen ordnenden Kräfte, welche die Natur in all ihren Formen gebildet haben und für die Struktur unserer Seele, also auch unseres Denkvermögens verantwortlich sind.
Werner Heisenberg

Derart ordnende Kräfte formen und ‚beseelen‘ die Welt der Pflanzen. Dryaden aus der Mythologie, Baum-Seelen oder Baumnymphen, genossen große Verehrung. Kein Baum durfte gefällt oder verletzt werden ohne vorherige Anrufung der Baumnymphen. Als ‚thaumaturgische Dynamos‘, wundertätig-magische Wesen beschworen sie in Tanz-Ritualen uralten Zauber herauf. Die Tiroler Fangga, die Schweizer Fenggen (Fangge, Fänke, Fanggin), Waldfrauen oder Baumgöttinen, die mythische Bregostàna im Ladinischen, gute Geister aller Natur im Wald, verfügen über geheimes Wissen und beherrschen Respekt- und Angst-einflößende Magie.

Charles Darwin* beschrieb als Erster, welch erstaunliche Fähigkeiten die Pflanzen besitzen. Er hielt „Pflanzen für die außergewöhnlichsten Lebewesen, die ihm je begegnet seien“. Von Seele, Intelligenz oder Bewusstsein ist – anthropomorphisierend – in den Schriften von Wissenschaftlern und Philosophen die Rede. Bereits auf der Stufe von Einzellern fällt ein Vergleich (Paramaecium und Euglena z.B.) zu Gunsten der Pflanze aus; ein rudimentäres Sinnesorgan, Urform des Auges ermöglicht Phototropie samt optimierter Photosynthese mit nahezu hundertprozentiger Effizienz – aufgrund quantenphysikalischer Prozesse – welche auch in den Seh- und Kognitions-Prozessen höher differenzierter Augen (Wirbeltiere) eine entscheidende Rolle spielen.

Mit ausgefeilten Strategien arrangieren sich Pflanzen in Symbiosen mit Bakterien, Pilzen und  Tieren. Sie gehen soweit Insektenpartner an der Nase herumzuführen, mit Mimikri und Mimese, ahmen Formen und Pheromone nach und lassen Tiere listig in Fallen gehen. Erst wenn die Bestäubung geklappt hat, wird das gefoppte Opfer freigelassen, wie z.B. Drosophila nach einer Nacht im Gefängnis des Aronstabes Arum palaestinum. Mit Nektar, Früchten und Attraktivität locken sie, machen abhängig und schrecken nicht einmal vor dem Töten von Tieren zurück (Nepenthes-Arten, ‚Mega-Fleischfresser‘, auch Ratten als Opfer).

Dass Pflanzen, etwa seit dem Neolithikum –  siehe Ackerbau, Gärten etc., Menschen manipulieren, wird von der Krone der Schöpfung gerne vergessen. Nicht vergessen wurde jedoch der erste Börsencrash in der Weltgeschichte (1632 -1637) und die überzogenen Spekulationen, welche die legendäre ‚Tulpenblase‘ verursachten. Am Höhepunkt des ‚overtradings‘ (Smith 1811) kostete eine Tulpenzwiebel bis zu zehntausend Gulden, soviel wie ein respektables Bürgerhaus im Zentrum Amsterdams. Psychoaktive und toxische Pflanzenwirkungen schrieben Geschichte und füllen wissenschaftliche, belletristische und kriminologische Bibliotheken. Rationale Phytotherapie ist eine wertvolle Stütze historischer und gegenwärtiger Medizin.   

In weiser Voraussicht konzentrieren Pflanzen lebenswichtigen Funktionen nicht in verletzlichen Organen, wie dies im Tierreich der Fall ist. Mehr als neunzig Prozent Verlust (Schnitt, Ernte, Planzenfresser etc.) überleben diese Lebewesen; bisweilen gehen sie sogar gestärkt daraus hervor. Ernährung ohne Gastrointestinaltrakt, Atmung ohne Lungen, Reaktionen auf die Schwerkraft und auf elektromagnetische Felder, Temperatur, Feuchtigkeit, Wind, Chemie, Licht, Schallschwingungen, CO2, O2, Toxine etc. all das ohne ZNS und hochdifferenzierte Sinnesorgane, lokalisiert in Millionen Wurzelspitzen. Diese, im Verband, von den Pflanzen-Neurobiologen als ‚Datenverarbeitungszentren‘ klassifiziert, können kommunizieren und vor Fressfeinden warnen sowie Abstände respektieren (siehe Schwarmverhalten). Sie arbeiten strategisch gezielt, modular in Netzen zusammen, fällen Entscheidungen – auch wenn beträchtliche Anteile entfernt werden oder zugrunde gehen – vergleichbar den Zielvorstellungen der Internet-Gründer (Defense Advanced Research Project Agency, DARPA).

 * „Es ist kaum eine Übertreibung, wenn man sagt, dasz die in dieser Weise ausgerüstete Spitze eines Würzelchens (‚Kommandozentrale‘), welche das Vermögen die Bewegungen der benachbarten Theile zu leiten hat, gleich dem Gehirn eines der niederen Thiere wirkt.“
C. Darwin: (1880) The Power of Movements in Plants.

„Pflanzen sind intelligente Lebewesen“  F Darwin: (1908) Brit. Assoc. for the Adv. of Science.

Diese Aussage löste einen Sturm der Entrüstung aus. Darwins Sohn Francis ließ sich dadurch nicht davon abhalten diese Thematik zu publizieren (Science 18.9. 1908, 353 – 362).

drys (gr.): Baum, Eiche.

Maeterlink M (2018) Die Intelligenz der Blumen. Westend

Mancuso F, Viola A (2015) Die Intelligenz der Pflanzen. Kunstmann

M Pollan (2001) The Botany of Desire. A Plant’s Eye View of the World. NY

Lohkämper J, Jentschura P (2016) Die Pflanze unsere Lehrmeisterin. Jentschura

Wink M et al (2008) Handbuch der giftigen und psychoaktiven Pflanzen. Wiss.Verl.Ges.

Interest: no

Gender: beyond

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: „NONOBELPRIZE“

Der Nobelpreis wurde nicht vergeben an:

Dimitri Mendelejew: Er wurde nominiert, ging aber leer aus.

Erwin Chargaff: „Mit Glück und kaum Sachverstand“ entdeckten Francis Crick und James Watson 1953 die Struktur des Erbguts; als Belohnung gab es den Nobelpreis. Chargaff (Entdecker der Basenkomplementarität der DNA) und Rosalind Franklin (Mit-Entdeckerin der DNA) wurden nicht berücksichtigt.

 

Nikola Tesla: „Wenn wir Öl für unsere Energiegewinnung nutzen, dann leben wir von unserem Kapital. Diese Methode ist barbarisch.“

Lise Meitner: „Lise Meitner war die geistig Führende in unserem Team gewesen“ (F. Strassmann). Sie wurde  achtundvierzigmal (!) für den Nobelpreis in Physik und in Chemie eingereicht. „Ihre Arbeit ist gekrönt worden mit dem Nobelpreis für Otto Hahn“ (R. Feyl).

Mahatma Gandhi: Er wurde insgesamt zwölf Mal für den Friedensnobelpreis nominiert. „Auge um Auge. Und die ganze Welt wird blind sein.“

Jorge Luis Borges: „Wir sind unsere Erinnerung, dieses chimärische Museum inkonstanter Formen, dieser Haufen zerbrochener Spiegel“.

Irena Sendler:  Mehr als 2500 Kinder (!) hatte sie unter ständiger Lebensgefahr aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt. 2007 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert; sie ging leer aus. Al Gore erhielt ihn – und ein wenig später Barack Obama.

„2018 wird wegen der Krise in der Schwedischen Akademie kein Literatur-Nobelpreis verliehen.“


Apropos Ehrungen: Wien ließ keine Gasse nach Kurt Gödel benennen – einem strahlenden Fix-Stern am Himmel der Mathematik, dem „größten Logiker des 20. Jahrhunderts“, einem „mathematischen Mythos;    sein Name ist für immer mit Wien verbunden“

„The answer, my friend, is blowin‘ in the wind“. (Bob Dylan, Literatur-Nobelpreisträger, geehrt von Friedens-Nobelpreisträger Obama.)

Epilog: Kurt-Gödel-Gasse? „Keine entsprechende Gasse in dieser Stadt.“ Auch Lise-Meitner-Gasse, -Platz oder -Weg fehlen in Wien. Deutschland, Villach und Zwentendorf erinnern mit Namensgebungen an ‚unsere Madame Curie‘, auf die man hierzulande mit Recht stolz ist .

Eine Aberkennung des Friedensnobelpreises ist nicht möglich, denn „die Statuten müssten geändert werden“

Anna Mieszkowska (2006) Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto. DVA München

Interest: no

Gender: beyond

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Einladung

zu einem kleinen imaginären Ausflug, begleitet von ein paar musikalischen Schmankerln

am Donnerstag, 4. 4. 2019, um 19 Uhr

in das Otto-Mauer-Zentrum

Währinger Str. 2-4 1090 Wien

 

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Teratologie, die Lehre von den Missbildungen

Teratologie wurde von Prof. Hartmann in der ‚guten alten Zeit‘ samstags (!) unterrichtet. Er verstand es seine Vorlesung so perfekt zu gestalten, dass ihm die studentische Anhängerschaft eisern die Treue hielt – bis zum Ende des Semesters. Seine Anekdote eines Mannes mit zwei Köpfen blieb lebendig in Erinnerung: Dieser Bedauernswerte fand keine geregelte Arbeit – verständlicherweise – und sah sich daher gezwungen im Zirkus aufzutreten. Im Brief an einen Zirkusdirektor, mit dem er ein Rendezvous vereinbart hatte, schrieb er „Erkennungsmerkmal: Blume im Knopfloch“.

 

Kongenitale Dysmorphien, angeborene Missbildungen, erinnern an ‚Inborn Errors‘ der Welt der Wirtschaft, ‚Monströsitäten‘ gleich, vergleichbar mit Spaltungs- bzw. Trennungsmissbildungen oder pathologischen Fusionen, kaum kompensierbar – in merkantilen ‚WeltKriegen‘ ungeeignet für ‚adaptive Spezialisierung‘; siehe ‚Survival of the Fittest‘ (H. Spencer, 1864).

 

Zum Unterschied zu embryonalen Dysmorphien richten Mega-Konzern-Monster in unseliger Symbiose mit Spekulanten und Lobbyisten irreparable grenzüberschreitende Schäden an. Wie einst Pythia, jedoch ohne benebelnde Dämpfe, orakeln Rating-Equilibristen dazu. Kakophone Klänge der Spekulations- und Finanzmarktorientierten Wirtschaft (‚bubble economy‘) untermalen neogriechische und andere Tragödien.  

Mega-Pharmakonzerne trennen sich sehr ungern von manch toxischem aber umso lukrativerem Produkt – abgesehen von den anhängigen Millionenklagen. Dies erinnert an ‚Trennungsmissbildungen‘. Ein führender Toxikologe bemerkte dazu trocken: „Wenn das Zeug (Glyphosat) nicht toxisch wäre, könnte es nicht wirken.“

Boomende Rüstungs- und Kriegs-Industrien (‚vibrant economy‘) leben letztendlich vom Geschäft mit dem Tod, auch wenn entlang der ‚Achsen des Bösen‘ kein satisfaktionsfähiger Feind gefunden wurde. In diesem Zusammenhang: „Liebe Landsleute, vor kurzem habe ich erfahren, dass ich, wie Millionen anderer .. an der Alzheimer-Krankheit leide.“ (Nomina sunt odiosa). Exkulpiert. Nicht exkulpiert sind jedoch ‚Berater‘, welche gute Miene zum bösen Spiel machen.

„Senatores boni viri, senatus autem mala bestia“ (Die Senatoren sind brave Männer, der Senat ist jedoch eine niederträchtige Bestie) Cicero

‚Traffic Light Pollution‘ (TLP): Die KFZ-‚Camarilla‘ trennt sich partout nicht von bläulich-gleissend-schmucken ‚Tagfahrlichtern‘, Daytime-Running-Lights, DRL), obwohl diese alle Nichtmotorisierten gefährden, besonders die Kinder, sogar am ‚SCHUTZ‘-Weg. In Asien werden DRL-behübschte ‚fancy cars‘ nun nachgebaut (sie verkaufen sich besser). Auch die zahllosen beliebten ‚E-Toys‘ beteiligen sich mit ihren rundum blendenden Dauerlichtern effizient an ‚TLP‘ –  auf allen möglichen und unmöglichen Verkehrsflächen. Sie überfordern dabei visuelle Kurzzeitspeicher des ZNS (Inattentional Blindness) – nicht minder als dies Licht-am-Tag-KFZs tun – samt möglicher fataler Folgen.

Existenzvernichtende Umweltzerstörungen, wie radikale Rodungen, Dürrekatastrophen, Pestizid- und Schadstoff-Rückstände – verseuchtes Trinkwasser, Miliarden Hektar massiv degradierten Landes – Bodenerosionen, Versalzung, erbarmungslose Ausbeutung aller Bodenschätze, einbrechende Erträge in Fischfanggebieten . . . in der Folge Hunger, Armut, Kriege, Seuchen und – Flüchtlinge..

Fazit: Überregionale Ethik-Kommissionen, ähnlich wie in der Medizin, könnten Schäden – prophylaktisch – minimieren. AI-and NI-Diagnosestraßen, verpflichtend vor Präsidentenwahlen z.B., detto.

https://psychcentral.com/news/2014/07/14/retina-screening-may-detect-alzheimers/72468.html

 Epilog: “ It is the suffering of the many which pay for the luxuries of the few. . We have come here to let you know that change is coming, whether you like it or not. “       
Greta Thunberg, Dec 14 2018, Katowice

Fehrenbach TR (196) The Gnomes of Zurich: The Inside Story of The Swiss Banks. L Frewin

Weik M, Friedrich M (2017) Kapitalfehler. Kriminelle Spekulanten und ahnungslose Politiker. Bastei, Lübbe

Sedlacek T, Tanzer O (2015) Lilith und die Dämonen des Kapitals. Die Ökonomie auf Freud’s Couch. Hanser

AI: Artificial ‚Intelligence‘ (Künstliche ‚Inselbegabung‘), NI: Natural Intelligence

Gender: beyond

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zu einem kleinen imaginären Ausflug, begleitet von ein paar musikalischen Schmankerln

am Donnerstag, 4. 4. 2019, um 19 Uhr

in das Otto-Mauer-Zentrum

Währinger Str. 2-4 1090 Wien

 

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Die merkwürdige Konstanz kosmologischer Konstanten

“ Es geht darum, möglichst viel zu wissen und gut zu den Menschen zu sein. Und: sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.“ Heinz Oberhummer

Heinz Oberhummer (1941 -2015), nobelpreisverdächtig,* humorbegabt, plauderte einst im Extrastüberl ’seines‘  Heurigen in Perchtoldsdorf scherzend über seine bemerkenswerten ‚Hobbies‘, wie kosmologische Konstanten, aber auch über Conan, das Bakterium (Deinococcus radiourans, überlebt auch intensive Gammastrahlung) – im Enddarm der Alpacas (Vicugna pacos). Herzhaft gelacht wurde an diesem unvergessenen Abend.

 

Über den Kosmos, die Photonen und die schwer vorstellbare Quantenphysik unterhielt sich die kleine Runde. Einige Weltprobleme wurden immerhin ‚angekratzt‘. Offen blieben – was denn sonst – die ersten und letzten Fragen.

Die unerklärlich hohe Ordnung und ihre Konstanz – ohne eine regulierende übergeordnete Intelligenz bleibt rätselhaft. Auch nur geringe Abweichungen dieser Konstanten bedeuteten unweigerlich das Ende eines höchst komplexen Systems.    

Eine übergeordnete Instanz, als teleologische Hypothese, ließ der große Meister aller Skeptiker nicht gelten. Was bleibt? ‚Zufall‘, Koinzidenz, ein ‚treffender‘ Begriff, das Zusammentreffen der ‚verursachenden‘ Teilchen auf Quantenniveau – zu Ende gedacht.. Demnach wäre der Ur-Impuls eines Gedankens zum Beispiel, einer, der sich ‚zufällig‘ ereignet – in Ermangelung einer besseren Erklärung. Daraus ergäbe sich – horribile dictu – das Aus für den ‚freien Willen‘. Demnach hätte man sich bei dem erbitterten Streit um diesen – zum Beispiel Erasmus von Rotterdam versus Luther, ganz entspannt, sine ira et studio, eines Tages einigen können auf: „Wir wissen es nicht.“ anstelle von: „Du willst immer recht behalten, Sokrates!“ (Platon) – und dies trotz seiner berühmten Aussage: „Scio me nihil scire“.

„Was nun ist der Zweck meiner Rede?“ – „Mein übriges Leben würdiger zu verleben“ (Eutyphron, Sokrates). Zum Ausklang, übergangslos – scheinbar ohne Zusammenhang:

„An seinen Feinden rächt man sich dadurch, dass man besser wird als sie“ (Diogenes)

derstandard.at/1303291243635/Rational-betrachtet-gilt-Jeder-Mensch-ist-eine-Null

https://www.volksliederarchiv.de/vernehmt-o-leut-die-moritat/

Platon, Sechster Brief, Aufforderung zur Freundschaft

*Beistrich: optional

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am Donnerstag, 4. 4. 2019, um 19 Uhr

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