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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [355]: Galatti, Demetrio – Kinderarzt, Assistent an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Arzt am Leopoldstädter Kinderspital, dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim und dem Bettina-Spital

Galatti, Demetrio – Kinderarzt, Assistent an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Arzt am Leopoldstädter Kinderspital, dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim und dem Bettina-Spital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 12.01.2026

Keywords: Kinderarzt, Allgemeines Krankenhaus, Wiener Allgemeine Poliklinik, Leopoldstädter Kinderspital, Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim, Lucina, Bettina-Spital, Medizingeschichte, Wien

Demetrio (Demetrius, Demeter) Galatti wurde am 15. Juni 1853 als Sohn einer griechischen, der chiotischen Diaspora entstammenden Kaufmannsfamilie in Triest geboren. Nach dem Besuch der griechischen Schule (Unterstufe) und danach des deutschen Gymnasiums absolvierte er 1873 das Kommunal-Realgymnasium in Triest.

Im Anschluss daran studierte er an der Universität Wien Medizin. Er legte 1885 das Rigorosum ab und wurde am 26. März 1887 zum Doktor der Medizin promoviert. Bereits seit 1884 war er als Aspirant an der Kinderklinik bei Hermann Widerhofer (1832-1901) tätig. Zwei Jahre später arbeitete er als erster Sekundararzt unter dem Primarius Balthasar Unterholzner (1843-1907) am Leopoldstädter Kinderspital. Dort führte er die O’Dwyer‘sche Kehlkopfintubation ein und befasste sich insbesondere mit infektiösen Ausschlagerkrankungen sowie mit Fragen der Säuglingsernährung, zu denen er u.a. 1902 die Studie „Versuche über ein neues Kindernährmehl“ veröffentlichte.

Seit Mai 1892 führte Galatti eine private kinderärztliche Praxis in Wien I, Schottenring 14.

Leopoldstädter Kinderspital und Wiener Allgemeine Poliklinik

Im Anschluss an seiner Tätigkeit am Leopoldstädter Kinderspital wechselte Galatti 1889 als Assistent an die II. Kinderabteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik. Dort arbeitete er unter dem Dozenten Maximilian Herz (1837-1890), dem Abteilungsvorstand Ferdinand Frühwald (1854-1908) sowie dem Direktor der Poliklinik Alois Monti (1839-1909). In diesem Umfeld publizierte er 1890 „Versuche über Lipanin als Ersatzmittel für Leberthran“ und 1892 „Ueber Intubation“ und „O’Dwyer’s Intubation als Ersatz für die Tracheotomie bei der diphtherischen Larynxstenose“, 1894 „Versuche mit Ichthyol“, „Ein Fall von 436stündiger Intubation“, 1895 „Ueber einige Neuerungen im Intubationsverfahren“ sowie 1902 die Monografie „Das Intubationsgeschwür“.

Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim (Lucina) und Bettina-Spital

Neben seiner ärztlichen Praxis engagierte sich Galatti in vielfältiger karitativer Weise. Rund 25 Jahre wirkte er unentgeltlich an der von Hugo Klein (1863-1937) gegründeten Entbindungsanstalt „Lucina“, dem späteren Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim. Er gehörte dem Vereinsvorstand an und war seit 1932 hier als Konsiliararzt tätig.; zudem hielt er dort Kurse zur Säuglingspflege ab.[1] Aus dieser Arbeit gingen u.a. die Publikationen „Bericht über Säuglingserkrankungen der ersten Lebenstage (1903-1904)“ (1905) und „Einfluß der Entbindungsheime und der Stillfürsorge auf die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahre“ (1909) hervor. Daneben war Galatti noch vor dem Ersten Weltkrieg als Kinderarzt am Brigitta-Spital tätig[2] und gehörte dem Ausschuss des italienischen Wohltätigkeitsvereins in Wien sowie dem Verein zur Errichtung und Erhaltung von Seehospizen und Asylen an[3].

Weitere Arbeiten von Galatti befinden sich in der Separata-Sammlung an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin; darunter auch Beiträge, die er in italienischen Fachzeitschriften veröffentlichte. Zudem publizierte er im von Heinrich Adler (1849-1909) herausgegebenen „Taschenbuch für Cilviläzrte“, u.a. 1896 den Beitrag „Über künstliche Ernährung der Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr“.[4] Galatti war ferner Mitarbeiter der Fachzeitschrift „Archivio Italiano di Pediatria“ in Neapel sowie der in Rom erschienen „Igiene dell´infanzia a medicina preventiva“. Als Übersetzer brachte er 1889 eine autorisierte deutsche Ausgabe der Schrift „Der Irrsinn im Kindesalter“ des französischen Psychiaters Paul Moreau (1844-1908) heraus.

Galatti nahm 1895 am Internationalen Kongress für die Kindheit in Florenz mit einem Referat über Ferienkolonien und Kindergärten teil,[5] war 1899 auf dem Internationalen Kongress für Kinderschutz vertreten und nahm 1912 am Internationalen Kongress für Pädiatrie[6] in Paris teil.

Er war Mitglied der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde. 1899 erhielt Galatti den königlichen italienischen Kronenorden,[7] 1907 das Ritterkreuz des königlich griechischen Erlöserordens[8] und 1913 das Ritterkreuz des Ordens des Heiligen Grals, verliehen durch den griechischen Patriarchen in Konstantinopel.[9]

Gemeinsam mit Friedrich Karl von Rokitansky (1866-1942), einem Sohn des Gynäkologen Carl von Rokitansky (1839-1898) und Enkel des Pathologen Carl von Rokitansky (1804-1878), erhielt er 1894 vom Handelsministerium die Bewilligung zur Durchführung von Vorarbeiten für den Bau einer Schmalspurbahn von Gloggnitz nach Schottwien.[10]

Galatti verkehrte in den Wiener wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen des Fin de Siecle unter anderem im Umfeld von Gustav Mahler sowie den Familien Zuckerkandl und Rokitansky.

Demetrio Galatti verstarb am 28. Dezember 1933 in Wien.[11]

Bildnis: Galatti Demetrio, Wiener medizinische Wochenpresse, Nr. 4, 1934, S. 115.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-115a, Galatti Demetrius (Rigorosum Datum: 1885).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1970, Galatti Demeter (Promotion Datum: 26.3.1887).

Literatur:

Galatti, Demetrio: Versuche über eine neues Kindernährmehl. Sonderdruck aus: Archiv für Kinderheilkunde. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 50199]

Galatti, Demetrio: Versuche über Lipanin als Ersatzmittel für Leberthran. Aus der poliklinischen Abtheilung für Kinderkrankheiten des Docenten Dr. Maximilian Herz in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Kinderheilkunde. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Ueber Intubation. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Druck der Wiener Zeitung 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: O’Dwyer’s Intubation als Ersatz für die Tracheotomie bei der diphtherischen Larynxstenose. Vortrag, gehalten im ärztlichen Verein des VIII. Bezirkes in Wien am 3. October 1892. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Versuche mit Ichthyol. Sonderdruck aus: Medicinisch-chirurgisches Central-Blatt. Wien: Bruno Bartelt 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Ein Fall von 436stündiger Intubation. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Druck und Verlag von L. Bergmann & Comp. 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Ueber einige Neuerungen im Intubationsverfahren. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Druck und Verlag von L. Bergmann & Comp. 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Das Intubationsgeschwür und seine Folgen. Wien: Safar 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 62041]

Galatti, Demetrio: Bericht über Säuglingserkrankungen der ersten Lebenstage (1903-1904). Aus dem Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheim „Lucina“, Wien (Primarius Dr. Berthold Bosse). Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Gallati, Demetrio: Einfluß der Entbindungsheime und der Stillfürsorge auf die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahre. Aus dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim „Lucina“. Sonderdruck aus: Das Österreichische Sanitätswesen. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Die Zeit, 28.2.1911, S. 15.

[2] Neue Freie Presse, 6.6.1914, S. 11.

[3] Deutsches Volksblatt, 23.4.1904, S. 6.

[4] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 17.9.1895, S. 422.

[5] Neue Freie Presse, 27.12.1894, S. 4.

[6] Neue Freie Presse, 9.10.1912, S. 11.

[7] Wiener Zeitung, 6.10.1899, S. 1.

[8] Wiener Zeitung, 2.5.1907, S. 1.

[9] Wiener Allgemeine Zeitung, 7.11.1913, S. 3.

[10] Wiener Zeitung, 14.2.1894, S. 8.

[11] Nachruf: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1934, S. 114-115.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 2026.01.12

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [354]: Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Gynäkologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Maria-Theresia-Frauenspital, Diakonissenkrankenhaus, Medizingeschichte, Wien

Josef Wilhelm Fabricius (auch: Fabritius) wurde am 23. Jänner 1865 in Craiova in Siebenbürgen (heute Rumänien) geboren. Sein Vater Josef Fabricius (Fabritius) (1830-1888) war Absolvent der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Promotion 1855) sowie Augenarzt und Oberphysikus in Kronstadt (heute Brasov/Rumänien). Seine Mutter hieß Heloise, geborene Bienek. Sein Bruder August Fabricius (Fabritius) (1857-1945) war ebenfalls als Augenarzt in Kronstadt tätig. Fabricius war mit Clara Stützner verheiratet, mit der er den Sohn und Dirigenten Josef Fabrcius (1904-) hatte.

Nach Abschluss des Gymnasiums in Kronstadt studierte Fabricius Medizin an den Universitäten in Graz und Heidelberg sowie zuletzt an der Universität in Wien, wo er das Studium am 8. März 1890 mit der Promotion abschloss. Bereits während seiner Studienzeit war er in Graz als Operateur bei Anton Wöfler (1850-1917) tätig. Anschließend arbeitete er an der II. Chirurgischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Theodor Billroth (1829-1894). Hier veröffentlichte er 1892 in der Billroth gewidmeten Festschrift die Arbeit „Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien“. 1894 folgten die Publikationen „Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen“ sowie „Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien“.

Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, zunächst Teinfaltstraße 9, später in Spiegelgasse 21.

In weiterer Folge wandte er sich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu und setzte seine Ausbildung an der II. Frauenklinik bei Rudolf Chrobak (1843-1910) fort. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Publikationen „Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und dessen Umgebung“ und „Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube“.

Maria-Theresia-Fauenspital

1894 trat Fabricius in das Maria-Theresia-Frauenspital ein, wo er 1896 zum Vizedirektor ernannt wurde. Hier publizierte er unter anderem „Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome“, „Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation“, „Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide“, „Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparatomie“, „Ueber die operative Behandlung von Crualhernien“, „Beiträge zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität

Diakonissenkrankenhaus

1903 wurde Fabricius zum Primarius und Direktor des 1897 vom „Verein für die evangelische Diakonissensache“ gegründeten Diakonissenkrankenhaus bestellt, eine langjährige Funktion, die er bis zum Jahr 1932 ausübte. In diesen Jahren veröffentlichte er zahlreiche weitere Arbeiten, darunter 1907 „Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität“, 1914 „Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats“ sowie 1925 „Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien“. Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Sammlung und in der Neuburger-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Im Jahr 1902 habilitierte sich Fabricius an der Universität Wien mit der Arbeit zur Extrauteringravidität und wurde zum Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie ernannt.[1] 1914 erfolgte seine Ernennung zum Titular a.o. Professor.[2]

Fabricius war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.

Josef Fabricius verstarb am 12. Dezember 1933 in Maria-Lanzendorf in Niederösterreich.[3]

Josef Fabricius: Illustrierte Kronen Zeitung, 20.12.1933, S. 9.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-98a, Fabricius Josef (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2784, Fabricius Josef (Promotion Datum: 8.3.1890).

Literatur:

Fabricius, Josef: Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien. Eine Studie. Sonderdruck aus: Beiträge zur Chirurgie – Festschrift für Theodor Billroth. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen. Aus der chirurg. Universitäts-Klinik des Herrn Hofraths Prof. Dr. Th. Billroth. Sonderdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien. Sonderdruck aus: Centralblatt für Chirurgie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und desen Umgebung. Aus der gynäkologischen Klinik des Herrn Prof. R. Chorbak in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Druck bei L. Schumacher 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube. Aus dem Laboratorium der Klinik des Herrn Prof. Chorbak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide. Aus dem MariaTtheresia-Frauen-Hospital in Wien. Sonderdruck aus: Wien: Druck und Verlag von Plaut & Co. 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparatomie – Heilung. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. Hermann v. Erlach. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber die operative Behandlung von Crualhernien. Aus dem Maria Theresia-Frauenspital unter der direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien. Druck von Friedrich Jasper 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Diagnose und differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Aus dem Maria Theresia-Frauen-Hospital in Wien (Director: Primararzt Dr. Hermann v. Erlach). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde – Abteilung F. Chirurgie u. verw. Disciplinen. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Giestel & Cie 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Friedrich: Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Wien: Gedruckt von Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Mansche Buchdruckerei 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 28.10.1902, S. 466.

[2] Wiener Allgemeine Zeitung, 23.2.1915, S. 2.

[3] Medizinische Klinik (Nachruf), Nr. 5, 1943, S. 184.

 

 

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [353]: Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau

Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Frauenarzt, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, Mährisch-Ostrau, NS-Verfolgter

Julius Wechsberg wurde am 21. Dezember 1879 in Mährisch Ostrau (heute Ostrava: Tschechien) geboren. 1913 heiratete er Elsa Haas (1891-1941), aus der Ehe ging der Sohn Paul Heinz (1914-1992) hervor.[1]

Wechsberg studierte ab dem Wintersemester 1898/99 an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium am 13. März 1903 mit der Promotion ab. Anschließend führte er eine private Arztpraxis zunächst in Wien 9, Währinger Straße 55, und ab 1905 in Wien 9, Lichtensteinstraße 65a.

Danach arbeitete Wechsberg an der I. Frauenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Rudolf Chrobak (1843-1910). 1906 publizierte er hier die Studie „Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität“, die er zuvor im Juni 1906 in der Gynäkologischen Gesellschaft in Wien vorgestellt hatte.

Etwa 1908/09 kehrte er nach Mährisch-Ostrau zurück, wo er sich als Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie niederließ und eine Privatpraxis führte. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Assistenzarzt außer Dienst der Landwehr. 1917 erfolgte seine Ernennung zum Landsturm-Oberarzt.[2] Neben seiner ärztlichen Tätigkeit engagierte er sich in den Vereinsorganen des Ostrauer Automobil-Clubs.

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren waren Julius Wechsberg und seine Familie wegen ihrer jüdischen Herkunft der NS-Verfolgung ausgesetzt. Nach seiner Deportation in das Ghetto Theresienstadt wurde er freigelassen und anschließend erneut in Mährisch Ostrau inhaftiert, wo er am 4. September 1941 im Gefängnis von deutschen Gefängniswärtern ermordet wurde.[3] Seine Ehefrau Elsa Wechsberg beging bereits am 1. März 1941 Suizid.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0549, Wechsberg Julius (Nationalien Datum: 1898/99).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-447b, Wechsberg Julius (Rigorosum Datum: 11.3.1903).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-1185, Wechsberg Julius (Promotion Datum: 13.3.1903).

Yad Vashem: Wechsberg Julius.

Arolsen-Archiv, Internierungsdokumente, Lager und Ghettos, Ghetto Theresienstadt, Wechsberg Julius.

Literatur:

Wechsberg, Julius: Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität. Aus der Klinik Chrobak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neue Freie Presse, 21.12.1913, S. 9.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 27, 1917, Sp. 1209

[3] Arolsen Archives, Internierungs- und Haftunterlagen zu Julius Wechsberg: „Datum a místo úmrtí: 4.9.1941, Mor. Ostrava“.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [352]: Wechsberg, Leo – Gynäkologe, Rothschild-Spital

Wechsberg, Leo – Gynäkologe, Rothschild-Spital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 15.12.2025

Keywords: Gynäkologe, I. Frauenklinik, Allgemeines Krankenhaus, Rothschild-Spital, Medizingeschichte, Wien

Leo Alfred Wechsberg wurde am 24. Mai 1875 in Orlova bei Mährisch-Ostrau in Österreichisch-Schlesien (heute: Orlova/Tschechien) als Sohn von Ferdinand Wechsberg und Rosa Wechsberg (1850-1910) geboren. Sein Bruder war der Internist Friedrich Emil Wechsberg (1873-1929). 1906 heiratete er Käthe Eisenstädter (1883-?), mit der er einen Sohn Franz (1910-?) hatte.

Wechsberg absolvierte 1893 das Josefstädter Oberrealgymnasium in Wien[1] und begann anschließend an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 16. Juni 1899 mit der Promotion abschloss. Wie sein Bruder Friedrich Wechsberg war er während des Studiums Mitglied des Medizinischen Unterstützungsvereins an der Universität Wien und wurde 1897 in dessen Vereinsleitung gewählt.[2] Nach Abschluss des Studiums leistete er seinen Militärdienst im Garnisonsspital Nr. 2, beim Trainregiment Nr. 3 ab, den er mit der Ernennung zum Assistenzarzt der Reserve beendete.[3]

In der Folge arbeitete er an der I. Frauenklinik unter Friedrich Schauta (1849-1919) und trat 1902 als Sekundararzt in die neu errichtete gynäkologische Abteilung des Rothschild-Spitals bei Carl Fleischmann (1859-1941) ein.[4] Im selben Jahr publizierte er Arbeiten, die an der chirurgischen Abteilung des Kaiser Franz Joseph-Spitals unter den Primarius Julius Schnitzler (1865-1939), dem Bruder Arthur Schnitzlers (1862-1931), entstanden waren, darunter „Ueber einen Fall von Achsendrehung des Dünndarms“ und „Ein Beitrag zur Lehre vom Chloroformikterus“. 1903 folgte im Rothschild-Spital die Studie „Zur Histologie der hymenalen Atresie der Scheide“.

Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Wechsberg mit Vorträgen im Unterstützungsverein für Hebammen sowie im Neuen Frauenclub in Wien, wo er in Kontakt mit Auguste Fickert (1855-1910) stand.

Seit 1900 führte Wechsberg eine private Arztpraxis in Wien 9, Pelikangasse 5. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rothschild-Spital als emeritierter Assistent eröffnete er 1905 eine private fachärztliche Praxis für Frauenheilkunde in Wien 1, Stubenring 12,[5] die er 1911 nach Wien 9, Maria-Theresien-Straße 3, verlegte. Parallel dazu war er vor dem Ersten Weltkrieg weiterhin als Privatassistent von Carl Fleischmann tätig. In dieser Zeit erschienen mehrere Publikationen, darunter 1906 „Zur Indikation der Sectio caesarea“ und 1907 „Zur Verhütung des Zurücklassens von Kompressen in der Bauchhöhle“, beide an der gynäkologischen Abteilung des Rothschild-Spitals. 1909 veröffentlichte er die Arbeit „Vaginale Uterusamputation“, 1910 folgte in der Hebammen-Zeitung der Beitrag „Ueber die dritte Geburtsperiode und atonische Blutungen der Gebärmutter“.[6]

Am Ersten Weltkrieg nahm Wechsberg zunächst als Landsturmoberarzt (Ernennung 1914)[7] und ab 1915 als Landsturmregimentsarzt teil.[8]

Seit 1904 war Wechsberg Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien[9] sowie der Geburtshilflich-gynäkologischen Gesellschaft in Wien. Darüber hinaus gehörte er vor dem Krieg gemeinsam mit seiner Ehefrau Käthe als Mitglied dem „Österreichischen Patriotischen Hilfsverein, zugleich Landes- und Frauen-Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich“ an.[10]

Leo Wechsberg verstarb im Oktober 1934 in Wien.

Quellen:

Heiratsmatriken der IKG Wien, 1906, Wechsberg Leo, Eisenstädter Käthe.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0501, Wechsberg Leo (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-442b, Wechsberg Leo (Rigorosum Datum: 30.5.1899).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0185, Wechsberg Leo (Promotion Datum: 16.6.1899).

WStLA, 1.1.10.A1.28386/1934 – Totenbeschaubefund, Grabanweisung: Wechsberg Dr. Leo (Oktober 1934).

Literatur:

Wechsberg, Leo: Ueber einen Fall von Achsendrehung des Dünndarms. Aus der chirurgischen Abtheilung des k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Primarius Docent Dr. Julius Schnitzler). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Ein Beitrag zur Lehre vom Chloroformikterus. Aus der chirurgischen Abtheilung des k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Primarius Docent Dr. Julius Schnitzler). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Histologie der hymenalen Atresie der Scheide. Aus der gynäkologischen Abteilung des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (Primararzt Dr. Karl Fleischmann). Sonderduck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Kratz, Helf & Co. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Indikation der Sectio caesarea. Aus der gynäkologischen Abteilung der „Rothschild-Stiftung“ (Primarius: Dr. Karl Fleischmann) und dem Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheime „Lucina“ (Primarius: Dr. Berthold Bosse) in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Verhütung des Zurücklassens von Kompressen in der Bauchhöhle. Aus der gynäkologischen Abteilung der „Rothschildstiftung“ (Primarius Dr. Karl Fleischmann) in Wien. Sonderdruck aus: Zentralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Ambrosius Barth 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Vaginale Uterusamputation. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Jahresbericht Josefstädter Obergymnasium, Wien 1894, S. 52.

[2] Neues Wiener Journal, 20.11.1897, S. 5.

[3] Wiener Zeitung, 22.5.1900, S. 1.

[4] Die Neuzeit, 18.4.1902, S. 165.

[5] Wiener klinische Rundschau, Nr. 25, 1905, S. 449.

[6] Hebammen-Zeitung, 1.7.1910, S. 281-282.

[7] Der Militärarzt, Nr. 24, 1914, S. 472.

[8] Der Militärarzt, Nr. 8, 1915, Sp. 135.

[9] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

[10] Rechenschaftsbericht des Österreichischen Patriotischen Hilfsverein, zugleich Landes- und Frauen-Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich, Wien 1910, S. 32.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [351]: Wechsberg, Friedrich – Internist, Primararzt am Wilhelminenspital

Wechsberg, Friedrich – Internist, Primararzt am Wilhelminenspital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 11.12.2025

Keywords: Internist, I. Medizinische Klinik, Allgemeines Krankenhaus, Wilhelminenspital, Medizingeschichte, Wien

Friedrich Emil Wechsberg wurde am 22. November 1873 in Orlau bei Mährisch-Ostrau in Österreichisch-Schlesien (heute: Orlova/Tschechien) geboren. Seine Eltern waren Ferdinand Wechsberg und Rosa Wechsberg (1850-1910). Sein Bruder war der Gynäkologe Leo Alfred Wechsberg (1875-1934).

Wechsberg studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 6. März 1897. Bereits während des Studiums engagierte er sich im Medizinischen Unterstützungsverein, in dem er 1895 die Funktion eines Vizepräsidenten bekleidete,[1] sowie in der Wiener Rettungsgesellschaft, aus der er 1894 gemeinsam mit 32 weiteren Kollegen infolge der antisemitisch motivierten Personalpolitik ihres Leiters Wilhelm Vragassy (1851-1933) austrat.

Nach Abschluss des Studiums leistete er seinen Militärdienst im Garnisonsspital Nr. 2 in Wien ab und wurde im Juni 1898 zum Assistenzarzt der Reserve ernannt.[2] Zugleich war er als Assistent von Hermann Nothnagel (1841-1905) an der I. Medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, Universitätsstraße 11.

Während dieser Tätigkeit führte er am königl. Preußischen Institut für experimentelle Therapie in Frankfurt am Main unter der Leitung von dessen Direktor Paul Ehrlich (1854-1915) experimentalpathologische Untersuchungen durch, aus denen die in den Jahren 1901 und 1902 erschienen Arbeiten „Ueber bactericide Heilsera“ und „Zur Lehre von der natürlichen Immunität und über baktericide Heilsera“ hervorgingen. Am Senckenberg’schen pathologisch-anatomischen Institut in Frankfurt publizierte er 1901 zudem die Arbeit „Beitrag zur Lehre von der primären Einwirkung des Tuberkelbacillus“. Daneben unternahm er auch noch Forschungen am staatlichen serotherapeutischen Institut in Wien unter der Leitung von Richard Paltauf (1858-1924), die sich in den Publikationen „Ueber die Wirkung bactericider Immunsera“, „Weitere Untersuchungen über die Wirkung bactericider Immunsera“ und „Zur Lehre von den antitoxischen Seris“ niederschlugen.

Nach dem Tod von Hermann Nothnagel übernahm Wechsberg mit Beschluss des Professorenkollegiums der Medizinischen Fakultät im Juli 1905 als bisheriger Erster Assistent interimistisch die Leitung der Klinik,[3] die er bis zur Nachbesetzung durch Professor Carl von Noorden (1858-1944) für die Dauer eines Jahres innehatte. Im Jahr 1906 habilitierte er sich für das Fach Innere Medizin und wurde im April desselben Jahres zum Privatdozenten für Innere Medizin ernannt. 1907 verließ er die I. Medizinische Klinik.

Wilhelminenspital

Im Jahr 1912 übernahm Wechsberg als Primarius die Leitung der internen Abteilung am Wilhelminenspital,[4] die er bis zu seinem Tod 1929 ausübte.

Während des Ersten Weltkrieges erfolgte im August 1914 seine Ernennung zum Oberarzt,[5] 1917 zum Regimentsarzt.[6]

Wechsberg war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, des Vereins für innere Medizin sowie des Vereins für Neurologie und Psychiatrie. 1924 erhielt er den Titel eines Hofrates.[7]

Friedrich Wechsberg verstarb am 15. Juli 1929 in Wien.

Todesanzeige: Neue Freie Presse, 18.7.1929, S. 17.

Quellen:

Geburtsbuch 1873, Orlová, Karviná, Moravskoslezský kraj, Czech Republic (Republik Tschechien),

Regional Archives in Opava, S. 335, Wechsberg Friedrich.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0501, Wechsberg Friedrich (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-441a, Wechsberg Friedrich (Rigorosum Datum: 8.2.1897).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 188-785, Wechsberg Friedrich (Promotion Datum: 6.3.1897).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Wechsberg Friedrich.

Literatur:

Wechsberg, Friedrich: Ueber bactericide Heilsera. Aus dem kgl. preussischen Institut für experimentelle Therapie (Director: Geh.Rath. Prof. Dr. Ehrlich). Sonderdruck aus: Wiener klinische Rundschau. Wien: Druck von Hermann Gresser 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Zur Lehre von der natürlichen Immunität und über baktericide Heilsera. Aus dem königl. Institut für experim. Therapie zu Frankfurt a./M. (Director: Geh.Rath Prof. Ehrlich). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Hygiene und Infectionskrankheiten. Leipzig: Verlag von Veit & Comp. 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Beitrag zur Lehre von der primären Einwirkung des Tuberkelbacillus. Aus dem Senckenberg’schen pathologisch-anatomischen Institute in Frankfurt a.M. Sonderdruck aus: Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie. Naumburg a/S.: Lippert & Co. (G. Plätz’sche Buchdr.) 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Ueber die Wirkung bactericider Immunsera. Aus dem staastlichen serotherapeutischen Institute in Wien (Vorstand: Prof. R. Paltauf). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Weitere Untersuchungen über die Wirkung bactericider Immunsera. Aus dem staatlichen serotherapeutischen Institute in Wien (Vorstand: Prof. R. Paltauf). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Friedrich: Zur Lehre von den antitoxischen Seris. Aus dem staatlichen serotherapeutischen Institute in Wien (Vorstand: Prof. Dr. R. Paltauf). Sonderdurck aus: Centralblatt für Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten – Erste Abteilung: Mediz.-hygien. Bakteriologie u. tier. Parasitenkunde. Jena: Frommansche Buchdruckerei (Hermann Pohle) 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neue Freie Presse, 13.11.1895, S. 5.

[2] Neue Freie Presse, 3.6.1898, S. 21.

[3] Die Zeit, 12.7.1905, S. 3.

[4] Wiener klinische Rundschau, Nr. 22, 1912, S. 350.

[5] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 27.8.1914, S. 5.

[6] Wiener Zeitung, 4.3.1917, S. 3.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 20, 1924, Sp. 1036.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [350]: Brunner, Max – Praktischer Arzt, Schriftsteller, Freidenker, Volksbildner, NS-Verfolgter

Brunner, Max – Praktischer Arzt, Schriftsteller, Freidenker, Volksbildner, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 28.11.2025

Keywords: Praktischer Arzt, Schriftsteller, Monismus, Volksbildung, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Maximilian (Max) Brunner wurde am 11. Juni 1871 in Wien geboren. Er war der Sohn des Pädagogen und Schriftstellers Philipp Brunner (1839-1904), Leiter einer städtischen Mädchenschule in Wien, und dessen Ehefrau Franziska (Fanny) (1846-1932), geborene Singer. Brunner entstammte einer stark bildungsbürgerlich geprägten Familie: Sein Bruder Georg Brunner wirkte als Sekundararzt am Maria Theresia-Seehof San Pelagio in Rovinj (heute: Kroatien), sein zweiter Bruder Armin war Schriftsteller und Redakteur der „Neuen Freien Presse“, während sein dritter Bruder Emil als Buchhändler tätig war. Seit 1907 war Max Brunner mit Madeleine Schreiber verheiratet.

Brunner studierte an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium am 23. Mai 1896 mit der Promotion ab. Anschließend eröffnete er eine Privatpraxis in Wien 19, Döblinger Hauptstraße 14.[1] In den folgenden Jahren wechselte er mehrfach den Standort seiner Ordination: zunächst 1897 nach  Wien 9, Müllnergasse 6, dann 1901 nach Wien 16, Hasnerstraße 71, später nach Wien 5, Siebenbrunnengasse 64 und zuletzt – noch vor dem Ersten Weltkrieg nach Wien 5, in die Reinprechtsdorferstraße 29, wo er bis zu seiner Verfolgung im März 1938 praktizierte und wohnhaft war. Während des Ersten Weltkrieges fungierte er zudem im Bezirk als Polizeiarzt der Sicherheitswachabteilung 5.

Brunner als Schriftsteller, Volksbildner und Vertreter des Monismus

Max Brunner trat als Freidenker hervor und engagierte sich in freidenkerischen Organisationen der Monisten, die nach 1900 besonders unter Ärzten, Heilpraktikern, Hygienikern, Lehrern und Volksbildnern attraktiv war. Diese Organisation war 1906 in Jena von Ernst Haeckel (1834-1919) gegründet worden und erhielt 1909 mit Bildung einer Ortsgruppe in Wien einen Ableger. Im Juni 1913 konstituierte sich diese Wiener Ortsgruppe durch eine Statutenänderung zum „Monistenbund in Österreich“, dessen Geschäftsstelle sich im Anzengruber Verlag – Buchhandlung-Antiquariat-Leihbibliothek Brüder Suschitzky in Wien 10, Favoritenstraße 57 befand; einem Verlag und einer Buchhandlung mit Nähe zur Freidenker- und Friedensbewegung sowie der österreichischen Sozialdemokratie, der sich auch auf monistische Literatur spezialisierte, eine eigene Verlagslinie (Verlag für monistische Naturphilosophie) etablierte und zum Zentrum österreichischer Monisten aufstieg. Zwischen 1913 und 1920 stand der Soziologe, Sozialreformer und Sozialdemokrat Rudolf Goldscheid (1870–1931) dem Monistenbund als Präsident vor. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem die Friedensaktivistin Olga Misar (1876-1950), die sich zeitgleich in dem von Hugo Klein initiierten Österreichische Bund für Mutterschutz engagierte, der Kinderarzt Josef Karl Friedjung (1871-1946), Friedrich Jodl (1849-1914), oder Ernst Mach (1838-1916), Eugen Steinach (1861-1944), Wilhelm Fliess (1858-1928) und Magnus Hirschfeld (1868-1935). Zu den weiteren Sympathisantenkreisen zählten die Vertreter des Wiener Kreises Otto Neurath (1882-1945) und Moritz Schlick (1882-1936) oder Max Adler (1873-1937) oder Julius Tandler (1869-1936).

Brunners Engagement zielte darauf, den Monismus nicht nur als philosophische Weltanschauung, sondern als gesellschafts- und bildungspolitisches Programm zu etablieren, das in der Volksbildung, der Medizin und im Bereich der Sozialreformen praktisch zur Anwendung kommen sollte.

Bereits 1911 hielt Brunner in Wien einen Vortrag über „Entwicklung, Wesen und Ziele des Monismus“.[2] 1912 folgte im „Monistisch-belletristischen Verlag“ die gleichnamige Monografie. Ein Jahr später folgte im Anzengruber-Verlag der Brüder Suschitzky die Schrift „Darwinismus und Lamarckismus“, in der Brunner dem „ultradarwinistischen“ Prinzip des Kampfes ums Dasein das Prinzip der gegenseitigen Hilfe gegenüberstellte. Eine ausführliche Rezension durch den Biologen und ebenfalls Mitglied des Österreichischen Monistenbundes, Paul Kammerer (1880-1926), erschien im September 1913 in der Neuen Freien Presse.[3]

Brunners Vortragstätigkeit erstreckte sich über mehrere intellektuelle Milieus, die zwischen Volksaufklärung, Sozialreform und freidenkerisch-sozialdemokratischem Engagement angesiedelt waren: 1916 propagierte er seine monistische Weltanschauung in dem Aufsatz „Medizin und Weltanschauung“,[4] in dem er die Medizin als Bestandteil einer sozialen Kulturarbeit definierte und sich gegen Strömungen der Naturheilkunde und gegen Impfskepsis wandte. Im selben Jahr sprach er vor der „Sozialpädagogischen Gesellschaft“ am Anatomischen Institut der Universität Wien; der Vortrag[5] erschien 1917 in der Reihe „Flugschriften der Sozialpädagogischen Gesellschaft in Wien“ unter dem gleichnamigen Vortragstitel „Wege zum neuen Menschentum“.

Weitere Vorträge hielt er im Rahmen des Wiener sozialdemokratischen Organisationsbereiches wie der Sozialistischen Vereinigung geistiger Arbeiter“ (SOVEGA) („Menschheit Zukunft“[6]) oder des Verbandes der sozialistischen Arbeiterjugend („Naturwissenschaft und Weltanschauung“[7]). Auch feministische und freidenkerische Vereinigungen traten als Veranstalter auf, wie etwa der Neue Frauenklub („Mechanistischer oder spiritueller Monismus“[8]) sowie die Wiener Freidenkervereine „Verein der Freidenker“ und „Bereitschaft“. Im Wiener Volksbildungsverein Stöbergasse leitete er zudem 1925 einen Kurs zu „Aufbau und Lebenstätigkeit des menschlichen Körpers“.[9]

Daneben unterstützte Brunner vor dem Ersten Weltkrieg als Mitglied den „Israelitischen Wohltätigkeits-Verein für Wieden und Margareten“.[10]

Max Brunner und seine Ehefrau wurden nach dem „Anschluss“ im März 1938 wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Im Juli 1938 verlor Brunner seine Kassenzulassung als auch die Approbation des akademischen Titels – die Berufsausübung wurde ihm damit gänzlich untersagt. Seine Ehefrau Madeleine Brunner verstarb am 26. September 1941 in Wien. Brunner selbst wurde zuletzt in eine Sammelwohnung in Wien 2, Hammer-Purgstall-Gasse 3, deportiert. Dort beging er am 7. Jänner 1942 Suizid.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1871, Brunner Maximilian.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0361, Brunner Max (Nationalien Datum: 1890/91).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-41b, Brunner Max (Rigorosum Datum: 1893).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 188-524, Brunner Max (Promotion Datum: 23.5.1896).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 43.155, Brunner Maximilian.

Friedhofsdatenbank der IKG Wien: Brunner Max, Madeleine.

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Opfer-Datenbank: Brunner Max.

Literatur:

Brunner, Max: Wege zum neuen Menschentum. Vortrag, gehalten am 24. Oktober 1916 in der Sozialpädagogischen Gesellschaft in Wien. Sonderdruck aus: Flugschriften der Sozialpädagogischen Gesellschaft in Wien. Wien: Verlag von Josef Grünfeld 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

 

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 30, 1896, Sp. 1355.

[2] Deutsches Volksblatt, 6.12.1911, S. 12.

[3] Neue Freie Presse, 15.9.1912, S. 13.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 24, 1916, Sp. 909-912.

[5] Neue Freie Presse, 22.10.1916, S. 17.

[6] Arbeiter Zeitung, 11.11.1919, S. 7.

[7] Arbeiter Zeitung, 18.10.1921, S. 7.

[8] Arbeiter Zeitung, 8.10.1919, S. 7.

[9] Nationalsozialismus & Volkshochschulen. Gedenken an die Opfer. https://www.vhs.at/files/downloads/TRPDgRjj8NVqr1UO3QG4qv9mdbKLqr1OgLNvs0iU.pdf [Stand: 28.11.2025]

[10] Jahresbericht des Isr. Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines für Wieden und Margarethen, Wien 1903, S. 9.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [349]: Braun von Fernwald, Egon August Gustav – Frauenarzt, Gynäkologe

Braun von Fernwald, Egon August Gustav – Frauenarzt, Gynäkologe

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 28.11.2025

Keywords: Frauenarzt, Gynäkologe, I. Geburtshilfliche Klinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Egon Braun von Fernwald wurde am 18. Mai 1862 in Wien als Sohn des Gynäkologen und Dekans der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, Karl Rudolf Braun von Fernwald (1823-1891), und seiner Ehefrau Johanna Julia Elisabeth (1831-1902), geborene Stockher, geboren. Sein Bruder war der Gynäkologe Richard Braun von Fernwald (1866-1955). Seit 1888 war er mit Gabriele (Jella) Emilie Rudolfine Edle von Vivenot (1862-1929) verheiratet, mit der er die Kinder Gabriele (1894-1965) und Thea Braun hatte.

Braun von Fernwald studierte an der Universität Wien Medizin und engagierte sich während des Studiums – gemeinsam mit seinem Bruder, dem Medizinstudenten Lothar Braun von Fernwald (1864-1887) – im Verein und in der Vereinsleitung des Asylvereins der Wiener Universität.[1]

Nach seiner Promotion am 13. März 1886 war er als Assistent an der I. Geburtshilflichen Klinik tätig, die unter der Leitung seines Vaters Karl Rudolf Braun von Fernwald stand. 1889 publizierte er gemeinsam mit Professor Karl August Herzfeld (1861-1926) die Arbeit „Der Kaiserschnitt und seine Stellung zur künstlichen Frühgeburt, Wendung, atypische Zangenoperation, Craniotomie und zu den spontanen Geburten bei engem Becken“, 1890 folgte die Publikation „Ueber die antiseptische Excochleatio uteri bei Endometritis puerperalis“.

Egon Braun von Fernwald: Sport und Salon, 21.12.1901, S. 7.

Im Jahr 1891 habilitierte er sich zum Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie und übernahm nach dem Tod seines Vaters noch im selben Jahr für wenige Monate interimistisch die Leitung der Klinik. Nach der Übernahme der Klinikleitung durch Professor Friedrich Schauta (1849-1919) war er bei diesem noch einige Zeit als Assistent tätig. Anschließend führte er bis zu seinem Tod eine eigene Privatpraxis in Wien 6, Mariahilferstraße 33.

1899 veröffentlichte er die Arbeit „Ein Fall von Prolapsus uteri inversi post partum[2] und 1904 die „Beiträge zur Pathologie und Therapie der Fibromyome des schwangeren Uterus“.

Egon Braun von Fernwald engagierte sich über viele Jahre als Mitglied des Unterstützungs-Vereines für Hebammen, hielt dort regelmäßig Vorträge und unterstützte die Vereinsarbeit. 1904 erhielt Braun von Fernwald den Franz-Josefs-Orden verliehen,[3] 1913 den Titel eines Medizinalrates.[4] Weiters war er um 1900 in der Deutschliberalen Partei in Wien aktiv.

Egon Braun von Fernwald verstarb am 22. August 1926 in Weidling bei Klosterneuburg.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-25a, Braun Ritter von Fernwald Egon (Rigorosum Datum: 1883).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1779, Braun Ritter von Fernwald Egon (Promotion Datum: 13.3.1886).

Literatur:

Fernwald, Egon Braun von und Karl von Herzfeld: Der Kaiserschnitt und seine Stellung zur künstlichen Frühgeburt, Wendung, atypischen Zangenoperation, Craniotomie und zu den spontanen Geburten bei engem Becken. In 6 Beiträgen. Wien: Hölder 1888.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 47088]

Fernwald, Egon Braun von: Ueber die antiseptische Excochleatio uteri bei Endometritis puerperalis. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Leipzig: A.Th. Engelhardt 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fernwald, Egon Braun von: Beiträge zur Pathologie und Therapie der Fibromyome des schwangeren Uterus. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien und Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Das Vaterland, 4.2.1883, S. 5.

[2] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 16, 1899, S. 438-439.

[3] Hebammen-Zeitung, 30.8.1904, S. 124.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 7, 1913, Sp. 482.

 

Normdaten (Person):  : BBL: ; GND:

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BBL: 47089 (28.11.2025)
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Letzte Aktualisierung: 2025.11.28

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [348]: Salom, Josef – Frauenarzt und Geburtshelfer, NS-Verfolgter

Salom, Josef – Frauenarzt und Geburtshelfer, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 20.11.2025

Keywords: Frauenarzt, Gynäkologe, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Josef Salom wurde am 9. September 1874 als Kind einer sephardisch-jüdischen Familie in Sarajewo in Bosnien-Hercegowina geboren. Sein Vater war Isaac Salom (1851-1933), seine Mutter Sara, geborene Levi. Salom war mit Betty Biro (1885-1942) verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder: Alma, verheiratete Cohen (1909-?), und Stella (1914-1943, ermordet).

Salom studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 9. Mai 1901. Im Anschluss daran war er am Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig, wo er an der II. Frauen-Klinik bei Rudolf Chrobak (1843-1910) arbeitete. 1904 veröffentlichte er dort die Arbeit „Ueber Heißluftbehandlung einiger Krankheiten der Genitalorgane“.

Während des Ersten Weltkrieges war Salom zunächst dem Vereinsreservespital Nr. 3 in Wien zugeteilt[1] sowie zwischen 1914 und 1916 als Hilfsarzt dem Rudolfinerhaus.[2]

Seit 1911 war er Mitglied der Gesellschaft für physikalische Medizin.[3] Daneben engagierte er sich in einer der ältesten sephardischen Gemeinden der Habsburgermonarchie, in der seit 1737 in Wien bestehenden türkisch-israelitischen Gemeinde „Sephardim“ (Wien 2, Zirkusgasse 22), in deren Vereinsorganen er als Beirat fungierte.

Josef Salom führte in Wien 1, Rotenturmstraße 19, seine private Arztpraxis, unter derselben Adresse war er mit seiner Familie bis 1938 wohnhaft. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde die Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Josef und seine Ehefrau Betty Salom wurden aus Wien in den unter der Ustascha-Herrschaft stehenden „Unabhängigen Staat Kroatien“ (NDH) deportiert: Josef Salom wurde am 23. März 1942 im Lager Jasenovac, seine Ehefrau Betty am 20. Juni 1942 in dem insbesondere für jüdische Frauen und Kinder eingerichteten Lager Djakovo ermordet.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0539, Salom Josef (Nationalien Datum: 1898/90).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-341b, Salom Josef (Rigorosum Datum: 2.5.1901).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0756, Salom Josef (Promotion Datum: 9.5.1901).

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Opfer-Datenbank: Salom Josef, Betty.

Literatur:

Salom, Josef: Ueber Heißluftbehandlung einiger Krankheiten der Genitalorgane. Aus der Klinik Chorbak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Kratz, Helf & Comp. 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener Zeitung, 16.10.1915, S. 2.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1932, S. 704.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 12, 1911, Sp. 790.

Normdaten (Person):  : BBL: ; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  47087 (20.11.2025)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=47087

Letzte Aktualisierung: 2025.11.20

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [347]: Lichtenstern, Robert – Chirurg, Urologe, NS-Verfolgter

Lichtenstern, Robert – Chirurg, Urologe, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 19.11.2025

Keywords: Urologe, Chirurg, Rothschild-Spital, Krankenhaus der Wiener Kaufmannschaft, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Robert Lichtenstern wurde am 2. Februar 1874 in Prag als Sohn von Wilhelm Lichtenstern (1847-1918) und Wilhelmine, geborene Lichtenstern (1853-1903), geboren. Im Jahr 1909 heiratete er in Wien Vilma Kende (1885-1927), mit der er den Sohn Franz Josef Oktavian (1911-) hatte.

Im Jahr 1893 absolvierte Lichtenstern das k.k. Staats-Obergymnasium in Prag-Neustadt. Anschließend studierte er Medizin an der Deutschen Universität in Prag und wurde dort 1899 promoviert. Danach war er am Pathologischen Institut in Prag tätig. Nach seiner Übersiedlung nach Wien arbeitete er zunächst an der Gynäkologischen Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus bei Ernst Wertheim (1864-1920) und seit 1902 als Assistent an der Urologischen Abteilung des Rothschild-Spitals bei Otto Zuckerkandl (1861-1921). Im Jahr 1911 wurde er zum urologischen Konsilarius an der Abteilung ernannt.

Lichtenstern veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur Nierenfunktion und Nierenchirurgie sowie zur Prostata- und Hodenchirurgie. Darunter 1905 „Die Wandlung in der funktionellen Nierendiagnostik“,[1] 1908 „Ein seltener Fall genitaler Missbildung“.[2] Vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete er eng mit dem Leiter des chemischen Laboratoriums, Arthur Katz (1863-1917), mit dem er 1906 die Studie „Über funktionelle Nierendiagnostik und Phloridzindiabetes“, 1911 „Experimentelle Studien zur Nierenfunktion II“ und 1914 „Über eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels nach Laparotomie“ publizierte.

Zudem arbeitete er mit dem Physiologen und Sexualforscher Eugen Steinach (1861-1944) an dessen Konzept der Verjüngung des Menschen durch die Verpflanzung der Hoden und führte mit ihm 1918 die erste derartige Operation (Eugen Steinach-Operation) in Wien durch. Im selben Jahr publizierten beide den Aufsatz „Umstimmung der Homosexualität durch Austausch der Pubertätsdrüsen“.

Im Ersten Weltkrieg leistete er seinen Militärdienst als Landsturm-Assistenzarzt in der Chirurgischen Abteilung im Reservespital Nr. 1 in der Stifts-Kaserne in Wien[3] und zuletzt im k.k. Landwehr-Marodenhaus II in Wien, wo er 1918 die Arbeit „Einseitige Pyonephrose nach Schußverletzung der Blase“ veröffentlichte.[4] 1921 erschien von ihm der Artikel „Zur Therapie weit vorgeschrittener Fälle von Tuberkulose des Harntraktes“.[5]

Krankenhaus der Wiener Kaufmannschaft

Im Jahr 1922 wurde Lichtenstern zum Primararzt und Vorstand der Urologischen Abteilung am Krankenhaus der Wiener Kaufmannschaft berufen. Dort veröffentlichte er 1925 „Die Überpflanzung der männlichen Keimdrüsen“, 1930 „Über Dauererfolge bei Hodentransplantation[6] und 1935 die Monografie „Urologische Operationslehre“.

Er war seit 1910 Mitglied der Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien[7] sowie seit 1904 der Gesellschaft der Ärzte in Wien.[8]

Lichtenstern war aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach dem „Anschluss“ der Nationalsozialistischen Verfolgung ausgesetzt. Gemeinsam mit seinem Sohn Franz Josef floh er 1938 in die Schweiz und emigrierte im Dezember desselben Jahres über Cherbourg mit der „SS Express of Britain“ in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Robert Lichtenstern verstarb am 3. August 1955 in Los Angeles, Kalifornien.

Quellen:

Fischer Isidor (Hg.), Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre, Bd. 2, Berlin-Wien 1933, S. 911.

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 44.963, Lichtenstern Robert.

New York, Passenger and Crew List, 1925-1958.

USA, Declaration of intention, Lichtenstern Robert.

California death certificates, Lichtenstern Robert.

Literatur:

Lichtenstern, Robert und Arthur Katz: Über funktionelle Nierendiagnostik und Phloridzindiabetes. Vortrag, gehalten auf der 77. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Meran. Aus der chirurgischen Abteilung (Vortstand: Prim. Privatdoz. Dr. Otto Zuckerkandl) und dem chemischen Laboratorium (Vorstand: Privatdoz. Dr. Arthur Katz) der Rothschild-Stiftung in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, k. und k. Hofbuchhandlung 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 12902]

Katz, Arthur und Robert Lichtenstern: Experimentelle Studien zur Nierenfunktion II. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller, Hof- und Universitäts-Buchhändler 1911.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Katz, Arthur und Robert Lichtenstern: Über eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels nach Laparotomie. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Berlin: Verlag von Julius Springer 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Steinach, Eugen und Robert Lichtenstern: Umstimmung der Homosexualität durch Austausch der Pubertätsdrüsen. Sonderdruck aus: Münchener medizinische Wochenschrift. München: Verlag von J.F. Lehmann 1918.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 13717]

Lichtenstern, Robert: Urologische Operationslehre. Berlin und Wien: Urban & Schwarzenberg 1935.

[Universitätsbibliothek Medizinische Universität Wien/Magazin, Sign.: 1998-05407]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 24, 1905, Sp. 1201-1206.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 36, 1908, Sp. 1969-1972.

[3] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 1.10.1914, S. 2.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 16, 1918, Sp. 694-697.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 39/40, 1921, Sp. 1701-1705.

[6] Wiener Archiv für innere Medizin, 1931, Teil 1, S. 319-322.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 6, 1910, Sp. 344.

[8] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

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Letzte Aktualisierung: 2025.11.19

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [346]: Braun von Fernwald, Richard Albert – Frauenarzt, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie am Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Braun von Fernwald, Richard Albert – Frauenarzt, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie am Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 03.11.2025

Keywords: Frauenarzt, Gynäkologe, Geburtshilfliche Klinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Richard Albert Braun von Fernwald wurde am 25. November 1866 in Dornbach, einem damals selbständigen Vorort von Wien, geboren. Er war der Sohn von Carl Braun von Fernwald (1823-1891), Professor an der I. Geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und später Dekan der Medizinischen Fakultät, und dessen Ehefrau Johanna Julia Elisabeth, geborene Stockher (1831-1902). Sein Onkel war der Gynäkologe Professor Gustav August Braun (1829-1911), einer der führenden Vertreter der Wiener geburtshilflichen Schule. Einer seiner Brüder, Egon August Gustav Braun von Fernwald (1862-1926), war ebenfalls als Mediziner tätig. Richard Braun von Fernwald war mit Klementina Helene Aloisia Edlen von Frankl (1873-1956) verheiratet.

Richard Braun studierte an der Universität Wien Medizin und schloss sein Studium am 22. September 1890 sub auspiciis Imperatoris mit der Promotion ab. Bereits während des Studiums arbeitete er an mehreren Kliniken, darunter bei Heinrich von Bamberger (1822-1888), Edmund von Neusser (1852-1912), Otto Kahler (1849-1893), Theodor Billroth (1829-1894) und Rudolf Chrobak (1843-1910), sowie an der geburtshilflichen Klinik für Hebammen seines Onkels Gustav Braun, bei dem er auch nach seiner Promotion als klinischer Assistent tätig war. Im November 1890 beendete er seinen Militärdienst als Eleve erster Klasse im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien und wurde zum Marine-Assistenz-Arzt der Reserve ernannt.[1]

In den folgenden Jahren publizierte Braun als Assistent an der Klinik seines Onkels mehrere Arbeiten darunter „Zur Symphyseotomiefrage“, „Ueber die in letzten 10 Jahren ausgeführten Sectiones caesareae“ und „Zur Casuistik der Complication von Schwangerschaft durch einen Ovarialtumor“. Diese Schriften befinden sich heute in der Separata-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

1894 erschien von ihm die 104 Seiten umfassende Monografie „Der Kaiserschnitt bei engen Becken“ sowie die 83-seitige Studie „Über Uterusruptur“. 1898 folgte die Monografie „Ueber den Einfluss der modernen Gynäkologie auf die Geburtshilfe

Nach seiner Habilitation für Geburtshilfe und Gynäkologie im Jahr 1895 und seiner Ernennung zum Privatdozenten[2] erfolgte im November 1902 seine Ernennung zum a.o. Professor für Gynäkologie an der Universität Wien.[3]

Während des Ersten Weltkrieges war Braun als Oberstabsarzt dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugeteilt, wo er als Chefarzt einer chirurgischen Abteilung tätig war. Er war Träger des Kommandeurkreuzes des bulgarischen Nationalen Zivilverdienstordens in Brillanten.[4]

Braun engagierte sich über viele Jahre regelmäßig im Unterstützungs-Verein für Hebammen, in dessen Rahmen er Vorträge, etwa zum Thema „Schutz des Kindes vor Erkrankungen“[5] hielt. Darüber hinaus war er Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und Vorstandsmitglied der Ärztlichen Kraftfahrvereinigung Österreichs unter deren Präsidenten Karl Hochsinger (1860-1942).[6]

Neben seiner Tätigkeit am Allgemeinen Krankenhaus in Wien führte er eine private Arztpraxis in Wien 4, Rainerplatz 7 (ab 1919 Suttnerplatz, heute: Rilkeplatz).

Richard Braun-Fernwald verstarb am 25. August 1955 in Wien.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-30a, Braun Ritter von Fernwald Richard (Rigorosum Datum: 1887).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2979, Braun Ritter von Fernwald Richard (Promotion Datum: 1887).

Friedhofsdatenbank Wien: Braun-Fernwald, Richard.

Literatur:

Braun von Fernwald, Richard: Zur Symphyseotomiefrage. Aus der geburtshilflichen Klinik des Hofrathes Prof. Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Wilhelm Braumüller, k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun von Fernwald, Richard: Ueber die in letzten 10 Jahren ausgeführten Sectiones caesareae. Aus der Klinik des Herrn Hofraths Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für die Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun von Fernwald, Richard: Zur Casuistik der Complication von Schwangerschaft durch einen Ovarialtumor. Originalarbeiten. Sonderdruck aus: Monatsschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie. Berlin: Verlag von S. Karger 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun von Fernwald, Richard: Der Kaiserschnitt bei engem Becken. Wien: Safar 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 2268]

Braun von Fernwald, Richard: Über Uterusruptur. Wien: Safar 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 51011]

Braun von Fernwald, Richard: Ueber den Einfluss der modernen Gynäkologie auf die Geburtshilfe. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, Buchhandlung 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 13.11.1890, S. 3.

[2] Wiener klinische Rundschau, Nr. 38, 1895, S. 608.

[3] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 2.12.1902, S. 8.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1914, Sp. 1496.

[5] Hebammen-Zeitung, , 30.12.1897, S. 1-3; 15.1.1898, S. 1-2.

[6] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 19.12.1925, S. 12.

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