Schlagwort-Archiv: Badearzt

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [380]: Wasserthal, Ignaz – Balneologe in Karlsbad

Wasserthal, Ignaz – Balneologe in Karlsbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 27.07.2026

Keywords: Balneologe, Badearzt, Karlsbad, Medizingeschichte, Wien

Ignaz (Ignacy Izaak Aron) Wasserthal wurde am 10. Juli 1840 in Krakau in Galizien (heute: Kraków/Polen) im Kaisertum Österreich als Sohn von Dawid Leibel Wasserthal (1812-1898) und Ester (1810-1875), geborene Lefler, geboren. Seit 1873 war er mit Chana Anna Najman (Neuman) (1855-1919) verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Jakub (Jakób) Wasserthal (1874-1943) hervor.

Wasserthal studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 5. November 1872 zum Doktor der gesamten Heilkunde und am 2. Juli 1873 zum Doktor der Chirurgie.

Anschließend übersiedelte Wasserthal nach Tschenstochau (heute: Częstochowa/Polen) in Russisch-Polen. Dort war er als Fabrikarzt der Jutespinnerei und Weberei „Warta“ tätig und führte daneben eine ärztliche Privatpraxis.

Karlsbad (Karlovy Vary)

Seit etwa 1900 war Wasserthal während der Sommermonate auch als Kur- und Badearzt in Karlsbad tätig. Dort spezialisierte er sich auf Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie der Nieren und Harnwege. Aus dieser Tätigkeit gingen mehrere wissenschaftliche Arbeiten hervor, darunter „Über die Bedeutung von Flagellaten im Stuhl bei Achylia gastrica“, „Sur la valeur de la reaction de Molliere (violet de methyle) pour deceler l`acide chlorhydrique libre dans l’estomac“(1907 und 1908), „Ueber Zylindrurie im eiweissfreien Harn und ihre Beziehungen zur chronischen Obstipation“ (1909), sowie kurz vor seinem Tod „Bemerkungen zur Balneotherapie der Harnkrankheiten“.

Posthum erschienen noch „Recherches sur l’adsorption des ferments digestifs par les poudres usitées en therapeutique“, Les mátieres dialysables du contenu stomacal décelables par la réaction de la ninhydrine“ sowie 1913 eine weitere Fassung von „Recherches sur l’adsorption des ferments digestifs par les poudres usiteés en therapeutique“ und „L’examen microscopique des feces au polariscope“, die er gemeinsam mit René Goiffon (1882-1964) verfasste, der im Laboratorium des Gastroenterologen Albert Mathieu (1855–1917) in Saint-Antoine tätig war. Albert Mathieu, in dessen Laboratorium die Arbeiten entstanden, hatte am Hôpital Saint-Antoine in Paris eine der führenden Schulen der Gastroenterologie begründet und 1907 die Fachzeitschrift Archives des maladies de l’appareil digestif ins Leben gerufen.

Neben der häufig unentgeltlichen Behandlung mittelloser Patienten und Fabrikarbeiter:innen engagierte er sich beim Aufbau von Ferien- und Sommerkolonien für Kinder aus verarmten Elternhäusern in Częstochowa, die er auch medizinisch betreute, um der weit verbreiteten Tuberkulose und Unterernährung entgegenzuwirken.

Wasserthal war Mitglied in regionalen Ärztegesellschaften wie der Ärzteschaft des Gouvernements Piotrków und hielt regelmäßig Fachvorträge.

Wasserthal verstarb am 21. Dezember 1910 während eines Behandlungsaufenthaltes in Berlin, wo er am städtischen jüdischen Friedhof (Berlin-Weißensee) beigesetzt wurde.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0085, Wasserthal Isak (Nationalien Datum: 1870/71).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-1166, Wasserthal Isak (Promotion Datum: 5.11.1872).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-828, Wasserthal Isak (Promotion/Chirurgie Datum: 2.7.1873).

Setowski Juliusz: Wassertal (Wasserthal), https://www.czestochowajews.org/wp-content/uploads/WASSERTAL-Ignacy-pp-462-462.pdf

Literatur:

Wasserthal, Ignaz: Über die Bedeutung von Flagellaten im Stuhl bei Achylia gastrica. Sonderdruck aus: Archiv für Verdauungskrankheiten. Berlin: Verlag von S. Karger 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wassertahl, Ignaz: Sur la valeur de la reaction de Molliere (violet de methyle) pour deceler acide chlorhydrique libre dans l’estomac. Sonderdruck aus: Archives des maladies de l’appareil digestiv et de la nutrition. O.O.: 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wasserthal, Ignaz: Ueber Zylindrurie im eiweissfreien Harn und ihre Beziehungen zur chronischen Obstipation. Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: Druck von L. Schumacher 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wasserthal, Ignaz: Bemerkungen zur Balneotherapie der Harnkrankheiten. Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: Druck von L. Schumacher 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wasserthal, Ignaz und René Gioffon: Recherches sur l’adsorption des ferments digestifs par les poudres usitees en therapeutique. Sonderdruck aus: Archives des maladies de l’appareil digestiv et de la nutrition. Paris: Imprimerie Ch. Herissey, Paul Herissey 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wasserthal, Ignaz: Les matieres dialysables du contenu stomacal decelables par la reaction de la ninhydrine. Sonderdruck aus: Archives des maladies de l’appareil digestiv et de la nutrition. Paris:
Imprimeri Ch. Herissey 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wasserthal, Ignaz und René Gioffon: Recherches sur l’adsoption des ferments digestifs par les poudres usitiees en therapeutique. Laboratoire du Dr. A. Mathieu a Sint-Antoine. Sonderdruck aus: Archives des maladies de l’appareil digestiv et de la nutrition. Paris: Imprimeri Ch. Herissey, Paul Hersissey 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wasserthal, Ignaz und René Gioffon: L’examen microscopique des feces au polariscope. Travail du laboratoire de M. le Dr. A. Mathieu a Saint-Antoine. Sonderdruck aus: Archives des maladies de l’appareil digestiv et de la nutrition. Paris: Imprimerie Ch. Herrissey, Paul Herissey 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.27

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [378]: Munk, Heinrich – Frauenarzt und Badearzt in Karlsbad

Munk, Heinrich – Frauenarzt und Badearzt in Karlsbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 27.07.2026

Keywords: Frauenarzt, Badearzt, Karlsbad, Medizingeschichte

Heinrich Munk wurde am 24. September 1862 als Sohn von Gabriel Munk (1831-1896) und Anna Munk (1835-1881), geborene Frank, in Struharov bei Beneschau in Böhmen (heute: Struhařov u Benešova/Tschechien) geboren. Er war mit Charlotte Kraus (1871-1942) verheiratet, die aus einer Karlsbader Ärztefamilie stammte. Ihr Vater Ignaz Kraus (1869-1938) war Arzt und Mitglied des Ärztevereins in Karlsbad. Auch ihre Brüder Friedrich Kraus (1869-1938), der als Mediziner in Prag tätig war, und Emil Kraus (1873-1927), der in Wien praktizierte, waren Ärzte. Ein Sohn von Emil Kraus war der Wiener und spätere in New Yorker lebende Antiquar Hans Peter Kraus (1907-1988), der nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1838 zunächst nach Schweden flüchtete und danach in die USA emigrierte. Das „arisierte“ Warenlager seines Wiener Antiquariats war Gegenstand einer Restitution durch die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien.

Nach Abschluss seines Studiums der Medizin an der Deutschen Universität in Prag war Munk als Operateur und erster Assistent an der Geburtshilflich-Gynäkologischen Klinik der Deutschen Universität in Prag bei Professor Friedrich Schauta (1849-1919) tätig. Hier veröffentlichte er 1890 die Arbeit „Ein Beitrag zu den selteneren Indicationen für Sectio caesarea“. Daneben publizierte er regelmäßig in der Prager medizinischen Wochenschrift, darunter zahlreiche Rezensionen.

Nachdem er seinen Militärdienst absolviert hatte, wurde er 1888 als nichtaktiver Assistenzarzt der Reserve dem Garnisonsspitals Nr. 11 in Prag zugewiesen.[1] 1892 erfolgte seine Zuteilung zum Landwehr-Bataillon Nr. 57[2] und 1894 als nichtaktiver Oberarzt zum Landwehr-Bataillon Nr. 51 in Eger.[3] 1899 wurde er als in Evidenz geführter Oberarzt vom böhmischen Landwehr-Infanterieregiment Nr. 6 in Eger zum Landwehr-Infanterieregiment Nr. 7 in Pilsen versetzt.[4]

Badearzt in Karlsbad

Von 1893 bis zu seinem Tod arbeitete er in Karlsbad (heute: Karlovy Vary/Tschechien) als Badearzt und ordinierte im Haus „Billroth“.[5] Daneben engagierte er sich unter anderem als Ausschussmitglied im Ärztlichen Verein in Karlsbad und in der Karlsbader Sektion des Zentralvereins deutscher Ärzte in Böhmen. Außerdem gehörte er der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte sowie der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag an. 1902 veröffentlichte er seinen vor der Sektion Karlsbad des Vereins deutscher Ärzte in Böhmen gehaltenen Vortrag „Ein Beitrag zur Kenntnis und Behandlung des Pruritus vulvae“.

Bei den Wahlen zur deutschen Sektion der Ärztekammer für das Königreich Böhmen wurde Munk 1907 und 1911 zum Kammermitglied gewählt.[6]

Seit 1897 war er Träger des serbischen Ritterkreuzes des Sava-Ordens.[7]Während des Ersten Weltkrieges erhielt er das Ehrenzeichen II. Klasse vom Roten Kreuz.[8]

Heinrich Munk verstarb am 30. Dezember 1929 in Karlsbad. Seine Ehefrau Charlotte wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt, in das KZ Treblinka deportiert und dort im Oktober 1942 ermordet.

Literatur:

Munk, Heinrich: Ein Beitrag zu den selteneren Indicationen für Sectio caesarea. Aus Prof. Schauta´s geburtshilfl.-gynäkol. Klinik. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Munk, Heinrich: Ein Beitrag zur Kenntnis und Behandlung des Pruritus vulvae. Vortrag gehalten in der Section Karlsbad des Vereins deutscher Aerzte in Böhmen. Sonderdruck aus: Prager medicinische Wochenschrift. Prag: 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener Zeitung, 4.4.1888, S. 1.

[2] Prager Tagblatt, 2.1.1892, S. 4.

[3] Prager Tagblatt, 3.1.1894, S. 7.

[4] Prager Tagblatt, 8.9.1899, S. 6.

[5] Fremdenblatt. Internationales Bade- und Reisejournal, 14.5.1893, S. 8.

[6] Prager Tagblatt, 21.11.1907, S. 5, Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 11, 1911, Sp. 730.

[7] Prager Tagblatt, 12.9.1897, S. 7.

[8] Illustriertes Bade-Blatt, 15.2.1917, S. 4.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.27

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [224]: Favarger, Heinrich – Kurarzt in San Remo und Bad Aussee

Favarger, Heinrich – Kurarzt in San Remo und Bad Aussee

Autor: Walter Mentzel

Affiliation: Medizinische Universität Wien, Universitätsbibliothek, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich

Published online: 06.07. 2023

Keywords: Favarger Heinrich, Kurarzt, Badearzt, Bad Aussee, San Remo, Arzt, Medizingeschichte, Wien

Heinrich Favarger wurde als Sohn des Triestiner Verlegers Heinrich Franz Favarger und Anna Maria (1819-1897), der Tochter des Buchdruckers und Verlagsbuchhändlers Carl Gerold, am 11. Juni 1848 in Triest geboren. Er kam mit seiner verwitweten Mutter und seinen Geschwistern in den frühen 1860er Jahren nach Wien und absolvierte hier 1869 das Akademische Gymnasium.[1] Danach studierte er an der Universität Wien Medizin, promovierte am 29. Jänner 1875, und arbeitete zunächst als praktischer Arzt am Standort seiner elterlichen Wohnung in Wien 1, Postgasse 6. Favarger war mit Bernardine Schmidt (gest. 14.7.1924) verheiratet. Mit ihr hatte er die Töchter, Rosa Elisabeth „Lily“ (1880-1973), verehelicht mit dem Botaniker Karl Rechinger, Frieda Favarger, und Johanna, verehelicht mit Rechtsantwalt, CSP-Politiker und späteren Präsidenten der österreichischen Nationalbank Viktor Kienböck (1873-1956).

1877 trat Favarger als Nachfolger des verstorbenen Arztes Julius Loewy (1846-1877) die Stelle eines Kurarztes in San Remo an,[2] die er bis zirka 1881 in den Wintermonaten ausübte.

Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 42, 1879, Sp. 1117.

Von 1878 bis zu seinem Tod wirkte er in den Sommermonaten als Kurarzt in Bad Aussee im Salzkammergut, wo er in der Braungasse 194 eine eigene Villa besaß. Er war in Bad Aussee Mitglied der „freien Vereinigung der Ärzte des Ausseer Tales“ und seit 1906 deren gewählter Obmann,[3] und gehörte gemeinsam mit u.a. Prof. Heinrich Obersteiner jun. der Curkommission von Bad Aussee an. 1900 nahm er am 2. Österreichischen Balneologen-Kongress in Ragusa (heute: Dubrovnik) teil.[4] Weiters war er Mitarbeiter der Zeitung Steirische Alpenpost.

1884 publizierte Favarge eine von ihm in San Remo durchgeführte Untersuchung „Ein Fall von Tetanus traumaticus“.[5] Seit den 1880er Jahren beschäftigte er sich mit den Auswirkungen des Nikotin- und Tabakkonsums. 1887 veröffentlichte er „Ueber die chronischen Tabakvergiftung und ihren Einfluss auf das Herz und den Magen“, 1906 eine am Institut für allgemeine und Experimentelle Pathologie in Wien unter dem Vorstand Prof. Richard Paltauf durchgeführte Studie „Zur Frage der chronischen Tabakvergiftung“ und 1914 den Aufsatz „Experimentelle und klinische Beiträge zur chronischen Tabakvergiftung“.

1901 publizierte er einen von ihm untersuchten Fall „Eine in Obersteiermark beobachtete autochthone Elephantiasis“. 1905 veröffentlichte er „Beitrag zur Aetiologie der Herzmuskelschwäche. (Myasthenia cordis.)

Favarger war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, 1885 bekam das Ritterkreuz des kaiserlich brasilianischen Ordens der Rose verliehen.

Favarger verstarb am 2. April 1916 in Wien.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle, Sign. 186-228, Favarger Heinrich (Promotion Datum: 29.1.1875).

Sterbebuch, Wien, Evangelische Kirche, H.B., Innere Stadt (Reformierte Stadtkirche), Sign. STB11, 1916, Folio 64, Favarger Heinrich.

Friedhofsdatenbank Wien: Favarger Heinrich.

Sterbebuch, Wien, Evangelische Kirche, H.B., Innere Stadt (Reformierte Stadtkirche), Sign. STB08, 1897, Folio 143, Favarger Anna Maria.

Literatur:

Favarger, Heinrich: Ueber die chronische Tabakvergiftung und ihren Einfluss auf das Herz und den Magen. Vortrag gehalten in der Sitzung der k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien am 18. Februar 1887. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Favarger, Heinrich: Zur Frage der chronischen Tabakvergiftung. Aus dem Institute für allgemeine und experimentelle Pathologie in Wien (Vorstand: Prof. Dr. R. Paltauf). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Favarger, Heinrich: Experimentelle und klinische Beiträge zur chronischen Tabakvergiftung. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Baumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Favarger, Heinrich: Eine in der Obersteiermark beobachtete autochthone Elephantiasis. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Favarger, Heinrich: Beiträge zur Aetiologie der Herzmuskelschwäche. (Myasthenia cordis.) Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Referenzen:

[1] Jahresbericht Akademisches Gymnasium Wien, Wien 1869, S. 55.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1877, Sp. 810.

[3] Steirische Alpenpost, 14.7.1906, S, 270.

[4] Neue Freie Presse, 29.3.1900, S. 5.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 49, 1884, Sp. 1463-1465.

Normdaten (Person): Heinrich Favarger: BBL: 41350; GND: 1254313168;

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 41350 (06.07.2023);  Letzte Aktualisierung: 2023 07 06
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [190]: Sterk, Julius – Balneologie und Kurarzt in Marienbad

Sterk, Julius – Balneologie und Kurarzt in Marienbad

Text: Walter Mentzel

Julius Sterk wurde am 7. August 1835 als Sohn von Dr. Hermann Armin Sterk und Eleonore Leonora Wolf in Pest in Ungarn geboren. 1875 heiratete er die in Wien geborene Jenny Eugenie Bettelheim.

Ab 1854 studierte er zunächst in Pest und danach an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium 1859 mit dem Magister der Gynäkologie und am 16. März 1860 mit dem Doktor der Chirurgie ab. Danach arbeitete er als praktischer Arzt u.a. in Wien 9, Berggasse 4, danach in Wien Neubau, Feldgasse 3.[1] Daneben beschäftigte er sich mit der Balneologie und nahm 1873 eine Stelle als Badearzt in Marienbad in Böhmen an, die er in den Sommermonaten ausübte und ihm von prominenten Kurgästen eine Reihe Ordensverleihungen einbrachte. Unter anderen erhielt er 1878 den Ritter des königl. Ordens des Sterns von Rumänien[2] und 1885 von König Milan von Serbien den Commandeur des königl. Serbischen Takovaorden[3].

Sterk war ständiger Mitarbeiter der „Medizinisch-chirurgischen Rundschau“ und der „Zeitschrift für die gesammte praktische Heilkunde“. 1881 erschien von ihm die Arbeit „Ueber den schädlichen Einfluss der chronischen Stuhlverhaltung auf den Gesammtorganismus“ als Sonderdruck der Wiener medizinischen Presse. Sein Hauptwerk, das auch rasch in mehrere Sprachen übersetzt wurde, war die 1876 im Selbstverlag publizierte die Badeschrift „Marienbad. Handbuch für Kurgäste“.

Sterk verstarb am 14. Jänner 1900 in Budapest.

Neue Freie Presse. 16.1.1900. S. 17

Quellen:

UAW, Medizinische Fakultät, Rigorosenprotokolle, Sign. 170-243r, Sterk Julius.

UAW, Rektorat, Medizinische Fakultät, Promotionsprotokolle, Sign. 181-404, Sterk Julius.

Literaturliste:

Sterk, Julius: Ueber den schädlichen Einfluss der chronischen Stuhlverhaltung auf den Gesammtorganismus. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1881.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Keywords:

Badearzt, Balneologie, Julius Gyula Sterk, Kurarzt, Marienbad, Arzt, Medizingeschichte, Wien

[1] Frommes Wiener Auskunftskalender. Handbuch des öffentlichen und geschäftlichen Verkehrs. Wien: 1894.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 48. 1878. Sp. 1283.

[3] Teplitz-Schönauer Anzeiger. 8.8.1885. S. 6.

Normdaten (Person) Sterk, Julius Gyula: BBL: 39815; GND: 117496642

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 39815 (04.10.2022); Letzte Aktualisierung: 2022 10 04
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [129]: Ignaz Steinschneider – Balneologe und Dermatologe

Ignaz Steinschneider – Balneologe und Dermatologe

Text: Dr. Walter Mentzel

Ignaz Steinschneider wurde am 28. Juni 1844 in Kremsier in Mähren (heute: Kroměříž/Tschechien) geboren. 1862 begann er in Wien an der Medizinischen Fakultät mit dem Studium der Medizin, das er 1867 mit dem Rigorosum und 1868 mit seiner Promotion zum Doktor der Medizin und Chirurgie abschloss. In den 1870er Jahren führte er als Arzt in Wien, wo er bis 1882 wohnhaft war, eine Ordination.[1] Daneben arbeitete er von 1869 bis 1879 als ärztlicher Leiter des Kurortes und „Stahlbades“ Karlsbrunn in Schlesien (heute: Karlova Studánka/Tschechien),[2] und danach im Kurhaus in Franzensbad.[3] Hier entstanden eine Reihe von Aufsätze wie 1886 „Bade-Specula im Moorbade“,[4] 1888 „Moor und Moorsalz“,[5] und die in der Separata-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin verfügbaren Arbeiten Wie sollen Moorbäder gebraucht werden aus dem Jahr 1892[6] und jener 1901 publizierte Aufsatz über die Behandlung chronischer Nierenkrankheiten in Franzensbad.

Steinschneider, Ignaz: Casuistische Mittheilung über die Behandlung chronischer Nierenkrankheiten in Franzensbad. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Neben seiner Tätigkeit in Franzensbad publizierte Steinschneider am dermatologischen Institut an der Universität in Breslau unter Professor Albert Neisser (1855-1916) Abhandlungen auf dem Gebiet der Dermatologie und Syphilogie, wovon sich einige Publikationen an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin in ihrer Separata-Bibliothek befinden:

Steinschneider, Ignaz: Ueber den Sitz der gonorrhoischen Infection beim Weibe. Aus der Klinik des Herrn Professor Dr. Neisser in Breslau. Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: gedruckt bei L. Schumacher 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Zur Differenzierung der Gonokokken. Aus der Königlichen Universitätsklinik für Haut- und venerische

Krankheiten in Breslau. Sonderdruck aus: Berliner klinische

Wochenschrift. Berlin: gedruckt bei L. Schumacher 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Ueber die Cultur der Gonokokken. Aus der Königl. Hautklinik des Herrn Professor Neisser in Breslau. (Zum Vortrag angemeldet für den gynäkologischen Congess in Breslau, aber wegen Zeitmangels nicht vorgetragen). Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: gedruckt bei L. Schumacher 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Zur Biologie der Gonokokken. (Vorgetragen in der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur in Breslau am 8. März 1895). Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: gedruckt bei L. Schumacher 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Ueber die Differenzierung der Gonokokken durch das Züchtungsverfahren und das Färbungsverfahren. Aus der königl. Hautklinik des Herrn Geheimen Medizinalrathes Professor Dr. Neisser in Breslau. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Eidotteragar, ein Gonokokken-Nährboden. Vorläufige Mittheilung. Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: gedruckt bei L. Schumacher 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Ueber den forensischen Werth der Gonokokken-Differenzierung durch mikroskopische Untersuchung, besonders bei Vulvovaginitis kleiner Mädchen. Aus der Königlichen Hautklinik des Herrn Geheimen Medizinalrathes Professor Dr. Neisser in Breslau. Sonderdruck aus: Ärztliche Sachverständigen-Zeitung. Berlin: Schoetz 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Steinschneider, Ignaz: Über ein einfaches, selbsthaltendes Speculum. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Druck von Breitkopf & Härtel 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

Abb. 1    Widmung von Ignaz Steinschneider

Abb. 2    Widmung von Ignaz Steinschneider

Ab 1884 fungierte Steinschneider noch als Herausgeber des in Franzensbad erscheinenden „Ärztlichen Taschenkalender“, der im Verlag Moritz Perles in Wien herausgegeben wurde.[7]

Steinschneider verstarb am 15. Dezember 1917 in seinem Winterdomizil in Breslau.

Quellen:

UAW, Sign. 134, Zl. 12, Steinschneider Ignaz (Nationalien Datum).

UAW, Sign. 134, Zl. 141, Steinschneider Ignaz (Nationalien Datum).

UAW, Sign. 134, Zl. 42, Steinschneider Ignaz (Nationalien Datum).

UAW, Sign. 170, Zl. 251, Steinschneider Ignaz (Rigorosum: 1867).

UAW, Sign. 182, Zl. 543, Steinschneider Ignaz (Promotion: 26.5.1871).

Prager Tagblatt, 14.2.1917, S. 10.

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe). 15.11.1873. S. 19.

[2] Der Militärarzt. 8.5.1869. Sp. 135.

[3] Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 18. 1880. Sp. 510.

[4] Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 27. 1886. Sp. 958-959.

[5] Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 32. 1888. Sp. 1086-1089.

[6] Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 25. 1892. Sp. 1007-1010.

[7] Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 18. 1884. Sp. 560.

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