Unter den am meisten vorgemerkten Büchern der letzten Buchausstellungen ist:
Spannende Fälle aus der Akutmedizin : Von der Notaufnahme zur Intensivstation
Spannende Fälle aus der Akutmedizin : Von der Notaufnahme zur Intensivstation
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Neuigkeiten Veranstaltungstermine etc.
Unter den am meisten vorgemerkten Büchern der letzten Buchausstellungen ist:
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NATURE REVIEWS CANCER(Journal Impact Factor: 72.5*)[en]
Die Universitätsbibliothek stellt die medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access (>>Anleitung ) zur Verfügung.
Das TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:
NATURE REVIEWS CANCER
Zu den Volltexten: Jg. 1, H. 1 (2001) –
Laut den Habilitationsrichtlinien der MedUni Wien werden die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes in den Journal Citation Reports als Top Journals gewertet. Die zwischen 20% und 60% liegenden Zeitschriften gelten als Standard Journals.
Mit dem 2023 Journal Impact Factor 72.5 ist NATURE REVIEWS CANCER ein Top-Journal in der Kategorie: ONCOLOGY
ISSN: 1474-1768
12 issues/year
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[en] The University Library offers top medical journals available on the MedUni Vienna campus and via Remote Access .
TOP JOURNAL of the month in the Van Swieten Blog is:
NATURE REVIEWS CANCER
To the fulltexts: Jg. 1, H. 1 (2001) –
According to the habilitation guidelines defined by MedUni Vienna, the first 20% of journals in a specific JCR category are classed as Top Journals. Journals positioned between 20% and 60% are classed as Standard Journals.
In the Impact Factor ranking with the 2023 Journal Impact Factor 72.5 is NATURE REVIEWS CANCER a Top Journal in the category: ONCOLOGY
ISSN: 1474-1768
12 issues/year
*2023 Journal Impact Factor
Habilitationsrichtlinien: https://www.meduniwien.ac.at/web/karriere/karriere-an-der-medizinischen-universitaet-wien/wissenschaftliche-karriere-an-der-meduni-wien/habilitation
habilitation guidelines:
https://www.meduniwien.ac.at/web/en/career/careers-at-the-medical-university-of-vienna/scientific-careers-at-the-meduni-vienna/venia-docendi/
Letzter Abruf: 21.01.2025
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Weiterlesen: Datenbank des Monats – Journal Citation Reports (JCR)
Foveale ‚Intelligenz‘
Autor: Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig
“Resolution is finer than single cone sampling limits“
Oszillierenden Fixationsbewegungen des Auges, scheinbar ungezielt und ungerichtet, wird ‚Absicht‘ unterstellt (1); dabei wird “sub-cone diameter resolution“ erzielt – eine unerwartet hohe Auflösung – “..exceeding what static sampling limits would predict – resolving spatial orientation of E optotypes smaller than a single photoreceptor diameter.“
Aus alter Gewohnheit wird hier der im ‚digitalen Zeitalter‘ gröblich mißbrauchte Begriff „Intelligenz“ verwendet – in Erinnerung an gemeinsame Arbeiten mit der Psychologie. Scherzhaft wurde damals von der Ophthalmologie keck behauptet: ‚die Netzhaut könne denken‘ und mache somit die Psychologie teilweise arbeitslos. Natürlich wäre ‚Denken‘ ein misnomer – andererseits wird dieser vorgelagerte, zum Teil ziemlich selbständig agierende Rindenanteilm – die Retina, sträflich unterschätzt.
Eine Art ‚Nonius‘ Sehschärfe – “subcone diameter resolution“ wurde nun dokumentiert – infolge komplexer Interaktionen zwischen Visuomotorik mit gezielten fixational drifts und retinaler Zellen-Topographie. Bisher stützte sich die Hypothese visueller Auflösungslimits auf histologische Daten (cone spacing etc.). Sehschärfe korrellierte mit ‚foveolar densitiy‘ und die Vergleiche mit dem Auflösungsvermögen einer Kamera schufen eine einfache, leicht zu verstehenden Welt (‚oversimplification‘ ). ‚Unschärfen‘ und Widersprüchliches wurden suboptimalen optischen Gegebenheiten des Auges samt retinalem Mosaik unterstellt (2,3), Asymmetrien, auch physiologische – ignoriert bis übersehen.
Der grob vereinfachte Vergleich mit der Kamera hinkt in mancherlei Hinsicht. Allein schon das ’stabilisierte Netzhautbild‘ (steady state stimulation) z.B., die Angioskotome, wäre ein ‚Haar in der Suppe‘ dieser allzu simplen Modellierung. Die Neuronale Aktivität kann durch die Fixationsbewegungen nicht gestört werden – im Gegenteil: “refreshing neural activity und structuring it“ – und all dies unter ständiger zentraler Kontrolle.
Besonders fallen die Unterschiede zwischen den dominanten – und ihren Partner-Augen auf – etwa: “lower thresholds with their dominant eyes – (dominant eyes had a median of 78 cones/deg2 higher densities compared to their fellow eyes). Wie werden die Resultate bei amblyopen Augen aussehen (2) – Drift-motions, -lengths, – precision etc.? Die Längen und Richtungen der Drifts werden sich deutlich von denen emmetroper normal-sichtiger Augen unterscheiden. Was ist daraus zu lernen? Vielleicht gibt es eines Tages brauchbare Denkanstöße zum Problem der Legasthenien/Maxwell spots (4) und zu den geänderten Fixations-Suchbewegungsmustern bei diversen Skotomen, einem gezielt ‚intelligenten‘ Optimieren physiologisch funktionierender Gesichtsfeldanteile (5,6).
Die hohe Schule des Sehens beginnt in der Retina; schon in dieser ersten Station startet hochkomplexes Aufarbeiten des Lichtreizes, ‚processing‘ – die Phototransduktion mit den Ionenkanälen und Membranpotentialen, De- und Hyperpolarisierungen, biochemischen Prozessen etc. Die Aktionspotentiale, frequenzmoduliert, Träger retinal aufgearbeiteter Informationen, zwängen sich durch den Flaschenhals Opticus; im lateralen Kniehöcker und in der Sehrinde entstehen die Vorstufen der bewegten Bilder, welche ausgeklügelt in den komplexen kognitiven Prozessen ergänzt, korrigiert, angepasst um schließlich bottom up–top down weiter ‚auf Hochtouren gebracht‘ werden. Abgeglichen mit den Daten der visuellen Erinnerungszentren und gleichsam gewürzt mit dem thalamischen Menue der Sinneseindrücke werden komplexe Seh- und Wahrnehmungs-Potentiale Praefrontalen Instanzen kredenzt.
All dies geschieht in Gedankenschnelle – sogar die ‚filling in-Prozesse‘ fehlender Inputs, ohne welche die Seh-Eindrücke höchst unvollständig, geradezu verstümmelt wären (7,8, 9), wie unser blaues, physiologisches Zentralskotom. Dermaßen unsichtbar (bzw. nicht wahrnehmbar) wurde es à la longue, sodass Webdesigner blaue Schrift für besonders Wichtiges und Überschriften verwenden (9), allerdings schafft dies Probleme im ‚Dark Mode‘.. Der blinde Fleck (papilla n. optici) ist länger bekannt: Wie ein Magier ließ Edme Mariotte im Jahre 1660 – am französischen Hof – eine kleine Münze ‚verschwinden‘ (10).
Die Komplexität sowie die unvorstellbare Geschwindigkeit der oben erwähnten Prozesse überfordern ‚triviale Biochemie und Biophysik‘ – ohne Halbgott Newton zu ignorieren – doch die verblüffende – an Gleichzeitigkeit grenzende – Vorgänge sprengt den Rahmen (11,12).
Epilog: “Currently, the usage of quantum biology in ophthalmology remains an alien concept to most ophthalmologists and ophthalmic researchers“ und – “quantum biology can potentially lead to the development of non-invasive ophthalmic therapeutic devices and new drugs to heal the eye“ (12)
1 Witten JL et al (2024) Sub-cone visual resolution by active, adaptive sampling in the human foveola. Elife;13:RP98648.
2 Sampson DM et al (20219 Retinal Differential Light Sensitivity Variation Across the Macula in Healthy Subjects: Importance of Cone Separation and Loci Eccentricity. Transl Vis Sci Technol;10(6):16.
3 Heilig P, Thaler A (2023) A-Symmetrisches. Concept Opth 2/2023 Sinnesphysiologie 1-2 cpt_202302_med_asymmetrien (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=40483)
4 Verghese P et al (2023) Eye movements in visual impairment. Vision Res;211:108296.
5 Heilig P et al (2023) A-Symmetrisches. Concept Opth 2/2023 Sinnesphysiologie 1-2 cpt_202302_med_asymmetrien https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=40483
6 Yu H et al (2023) Altered Eye Movements During Reading With Simulated Central and Peripheral Visual Field Defects. Invest Ophthalmol Vis Sci;64(13):21.
7 Zur D et al (2003) Filling-in of retinal scotomas. Vision Re;43(9):971-82.
8 Peli E (2023) The Invisibility of Scotomas I: The Carving Hypothesis. Optom Vis Sci; 100(8):515-529.
9 Heilig P (2018) Blaue Schrift im Blauskotom https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=31486
10 Grzybowski A et al (2007) Edme Mariotte (1620-1684): Pioneer of Neurophysiology. Surv Ophthalmol. Jul-Aug;52(4):443-51.
11 Waisberg E et al (2024) Quantum biology in ophthalmology. Eye (Lond);38(16):3040-3041.
12 Heilig P (2013) Quantum satis est https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=16917
Gender : beyond. Interest: no conflict
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Einladung
ALLOTRIA
p heilig UND*
ZEIT: am Dienstag, 10. Oktober 2025 um 19 Uhr
ORT: Otto-Mauer-Zentrum
Einladung: PDF
Nähere Infos: Einladung.pdf
_________________________
Interessenkonflikt:
Der Autor erklärt, dass bei der Erstellung
des Beitrags kein Interessen –
konflikt im Sinne der Empfehlung des
International Committee of Medical
Journal Editors bestand.
Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig
Augenheilkunde und Optometrie
peter.heilig@univie.ac.at
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Boxer, Siegfried – Frauenarzt, Leiter des Frauen-Krankeninstituts Charité, Primararzt im Wöchnerinnenheim „Lucina“, NS-Verfolgter
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 28.01.2025
Keywords: Frauenarzt, Primararzt, Frauen-Krankeninstitut Charité, Wöchnerinnenheim „Lucina“, NS-Verfolgter, Medizingeschichte, Wien
Siegfried Boxer wurde am 23. August 1877 in Wien als Sohn von Maier Boxer und Jeanette Betthauer geboren. Seit 1906 war er mit Ella Weinberger (1883-?) verheiratet. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Oswald (1907), Hans (1916), Herbert Ernst (1920) und Harry (1920) hervor.
Nachdem er das Akademisches Gymnasium abgeschlossen hatte, studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 16. Mai 1902. Im Anschluss daran absolvierte er seinen Militärdienst und wurde als Reserve-Assistenzarztstellvertreter dem Garnisonsspital Nr. 1 zugeteilt.[1]
Danach war er zunächst Sekundararzt und anschließend als Assistent an der gynäkologischen Abteilung der k.k. Krankenanstalt Rudolfstiftung beschäftigt. Hier veröffentlichte er 1905 „Blutnährboden zur Differenzierung der Streptokokken und Pneumokokken“, 1906 „Ueber das Verhalten von Streptokokken und Diplokokken auf Blutnährböden“ und 1909 „Beitrag zur Kenntnis des Tubenkarzinom“. Danach setzte er seine Tätigkeit als Operateur an der II. Frauenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien unter der Leitung von Alfons von Rosthorn (1857-1909) fort, wo er 1910 die Arbeiten „Zur Casuistik der Dermoidcysten und ihrer Metastasen“ und „Experimentelle Untersuchungen über Drainage“ publizierte. Zudem führte er eine Arztpraxis als Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe in Wien 1, Salztorgasse 2 und später in Wien 3, Landstraße Hauptstraße Nr. 5.
Im Jahr 1919 engagierte er sich als Vertreter des jüdischen Humanitätsvereines „B’nai B’rit Wien für die österreichischen Kriegsgefangenen in Russland.[2]
Frauenkranken-Institut „Charité“ und Wöchnerinnenheim „Lucina“
Im Jahr 1920 erfolgte seine Bestellung zum Direktor des 1890 vom Verein Charité gegründeten Frauenkranken-Institutes „Charité“.[3] Hier wirkte er auch bis 1938 als Vorstandsmitglied neben Hugo Fasal (1873-1941), Koloman Freuder (1883-1946), oder Klara Liebmann (1896-1994).[4] 1925 erhielt er die Ernennung zum Primararzt des von Hugo Klein (1863-1937) 1896 gegründeten Wöchnerinnenheimes „Lucina“,[5] eine Funktion, die er bis 1937 innehatte. 1931 publizierte er „Der kombinierte Gummi-Thermophor“.[6] Anschließend arbeitete er bis zum „Anschluss“ als Facharzt in seiner Arztpraxis.
Boxer war seit 1904 Mitglied der Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien,[7] weiters der Gesellschaft der Ärzte in Wien sowie der Geburtshilflich-Gynäkologischen Gesellschaft in Wien.
Die Familie Boxer war aufgrund ihrer jüdischen Herkunft der Verfolgung der Nationalsozialisten ausgesetzt. Ihnen gelang im Februar 1939 die Flucht nach England, wo Siegfried Boxer zwischen Oktober 1939 und März 1940 interniert wurde. Nach seiner Freilassung emigrierte er mit seiner Familie im März 1940 an Bord der SS Samaria von Liverpool in die USA. Noch im selben Jahr suchte er um die US-Staatsbürgerschaft an, die ihm 1945 verliehen wurde. Zuletzt war er als medizinischer Direktor des Outpatient Department of Gouverneur Hospital in New York City tätig.[8]
New York, Southern District Naturalization Index
Siegfried Boxer verstarb am 7. Juli 1949 in New York.[9]
Quellen:
Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1877, Boxer Siegfried.
UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0510, Boxer Siegfried (Nationalien Datum 1898/99).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-018b, Boxer Siegfried (Rigorosum Datum 1898/99).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0971, Boxer Siegfried (Promotion Datum 16.5.1902).
Auswanderungsabteilung der IKG, Fürsorge-Zentrale, Boxer Siegfried.
New York, New York Passenger and Crew Lists, 1909, 1925-1958, Entry for Siegfried Boxer, 1940.
New York, Southern District Naturalization Index, 1917-1950, Entry for Siegfried Boxer, from 1917 to 1950.
United States Deceased Physician File (AMA), 1864-1968, Boxer Siegfried.
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
Referenzen:
[1] Die Zeit, 29.5.1903, S. 4.
[2] Wiener Morgenzeitung, 20.12.1919, S. 4.
[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1920, Sp. 2046.
[4] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 28.5.1937, S. 32.
[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 47, 1925, Sp. 2617.
[6] Pharmazeutische Rundschau, 25.11.1931, S. 8-9.
[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 4, 1904, Sp. 177.
[8] The New York Times, 8.7.1949, S. 18.
[9] Das Journal der American Medical Association, Volume 141, Nr. 5, 1.10.1949, S. 342.
Normdaten (Person): Boxer, Siegfried: BBL: 46593; GND: 1354540530;
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BBL: 46593 (28.01.2025)
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Letzte Aktualisierung: 28.01.2025
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Aktuelle Neuzugänge im Repositorium der UB MedUni Wien ePub sind/New Additions of the UB MedUni Vienna ePub repository are:
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Hack #60:
Für die Erstellung Ihrer perfekten Abschlussarbeit wird auf der Website ein äußerst hilfreiches, kommentiertes Muster in MS Word zum Download zur Verfügung gestellt, welches aktualisiert wurde.
Hack #59:
Leitfäden zur Erstellung von Hochschulschriften
Die aktualisierten Leitfäden fassen alle aktuellen und wichtigen Themen zum Erstellen von Masterarbeit, Diplomarbeit und Dissertation zusammen, u.a. wissenschaftlich Schreiben
und AI, die Themen Plagiat, Qualitäts-Check, Datenschutz, Urheberrecht, Ethik und weiterführende Informationen und Links.
Auf der Website werden die aktualisierten Leitfäden zur Erstellung von Hochschulschriften für Studierende und Betreuer:innen zum Download angeboten:
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Letzter Zugriff: 23.01.2025
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Weinberger Maximilian – Primararzt, Internist, NS-Verfolgter
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 23.01.2025
Keywords: Internist, Primararzt und Vorstand der Medizinischen Abteilung im Rudolfspital und an der IV. Medizinischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, Facharzt für Lungen- und Herzkrankheiten, Interne Diagnostik und Therapie, NS-Verfolgter, Medizingeschichte, Wien
Maximilian Weinberger wurde am 4. Juni 1875 in Schaffa in Mähren (heute: Šavov/Tschechien) als Sohn von Alois Weinberger (1847-?) und Julia, geborene Sinaiberger (1857-?), geboren. Im Jahr 1923 heiratete er die Wienerin Hermine Schereschewsky (1884-1985).
Weinberger besuchte das Staatsgymnasium in Znaim, wo er 1892 die Matura ablegte und begann im Wintersemester 1892/93 an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin. Am 21. Dezember 1898 promovierte er. Bereits seit März 1898 gehörte er als Aspirant dem Personalstand des Allgemeinen Krankenhauses in Wien an. Hier durchlief er zur Ausbildung eine Reihe von Kliniken, darunter die Dermatologische Klinik von Eduard Lang (1841-1916), an der er 1899 „Die perinale Hodenverlagerung“ veröffentlichte. Ab Oktober 1898 war er zudem auch an der III. Medizinischen Klinik von Leopold Schrötter (1837-1908) tätig, wo er von Juli 1900 bis Dezember 1901 als unbesoldeter klinischer Assistent und anschließend von 1901 bis 1909 als besoldeter Assistent arbeitete. Während dieser Jahre widmete er sich vornehmlich der Tuberkulose und der Röntgendiagnostik und publizierte zahlreiche Arbeiten darunter „Eine seltene Form von Aneurysma der Aorta thorica descendens“, „Ueber die Röntgenographie des normalen Mediastinum“, „Atlas der Radiographie der Brustorgane“, „Ueber Diagnostik und klinischen Verlauf der mykotisch-embolischen Aneurysmen und Gefässrupturen sowie der Influenzaendokarditis“, „Ueber eine seltenere Ursache der rechtsseitigen Recurrenslähmung. (Aneurysma der Arteria anonyma dextra nach Tuberculose derselben mit folgender allgemeiner acuter Miliartuberculose)“, „Ueber fortgepflanzte Tuberculose der Kieferhöhle“, „Ueber periphere Verengerung der Pulmonalarterie und die klinischen Zeichen derselben“, sowie „Über lymphoides und myeloides Chlorom, sowie dessen Beziehung zur Lymphoiden und myeloiden Leukämie“.
Nach seiner Habilitation im Fach Innere Medizin im Jahr 1908 und seiner Ernennung zum Privatdozenten war er von Februar 1909 bis 1932 Primararzt und Leiter der Medizinischen Abteilung im Krankenhaus Rudolfstiftung. Anschließend arbeitete er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1936 als Vorstand an der IV. Medizinischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien. Am 22. Juli 1921 erhielt er den Titel eines a.o. Professors verliehen. In dieser Zeit publizierte er u.a. „Über neuere Ergebnisse der Diagnostik der Lungentuberkulose. Neue Perkussionsmethoden, Röntgen-Diagnostik und Tuberkulindiagnostik“, „Allgemeininfektion durch Sproßpilze (generalisierte Blastomykose) mit tödlichem Ausgang“, „Über eine chronisch verlaufende Polymyositis mit Ausgang in progressive Muskelatrophie“ sowie „Chinintherapie der Pneumonien“.
Im Ersten Weltkrieg wurde Weinberger für seine Tätigkeit an der Rudolfstiftung im Jahr 1916 mit dem Offiziersehrenzeichen des Roten Kreuzes mit Kriegsdekoration ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er sowohl die Preußische Rote Kreuzmedaille 2. und 3. Klasse als auch 1917 das Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens mit Kriegsdekoration verliehen. Weinberger war zudem Mitglied mehrerer Gesellschaften, darunter der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Gesellschaft für Innere Medizin, der Neurologisch-psychiatrischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, der Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, sowie der Tuberkulose-Gesellschaft. Darüber hinaus war er gerichtlich beeideter Sachverständiger für innere Medizin und engagierte sich als Mitglied in der Vereinigung Sozialdemokratischer Ärzte.[1]
Maximilian Weinberger lebte im Jahre 1938 mit seiner Familie in Wien 4, Brucknerstraße 4. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft waren er und seine Familie der NS-Verfolgung ausgesetzt. Am 22. April 1938 wurde er von seinem Amt an der Universität Wien enthoben und vertrieben. Am 26. Juni 1941 flüchtete er zusammen mit seiner Ehefrau über Lissabon, Portugal, mit der SS Mouzinho in die USA, wo er in New York City eine Arztpraxis eröffnete und die US-Staatsbürgerschaft erhielt. Bis zu seinem Tod im Jahr 1954 lebte er wegen seines nie überwundenen Verlustes seiner Heimat völlig zurückgezogen. Seine Ehefrau Hermine verstarb am 25.2.1985 in Chicago, Illinois. Seine Schwester Adele Reismann und deren Tochter Julie Reismann wurden im Ghetto Theresienstadt ermordet.
Das gesamte Vermögen der Familie Weinberger wurde durch den Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg-Vermögensverwertungsstelle aufgrund der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941 (RGBl. I, 722) eingezogen. Während das bewegliche Inventar im Dorotheum Wien zur Veräußerung kam, dürfte seine private Bibliothek vor der Flucht zwangsverkauft oder ihm zur Bedeckung der ihm auferlegten „Reichsfluchtsteuer“ entzogen worden sein. Drei Bücher aus seiner ehemaligen privaten Bibliothek konnten im Bestand der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin an der Medizinischen Universität Wien identifiziert werden. Diese Bücher wurden 1941 vom ehemaligen Institut für Geschichte der Medizin von einem Wiener NS-Antiquariat angekauft. Derzeit erfolgt die Suche nach Erb:innen zum Zweck der Restitution.
Quellen:
Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1923, Weinberger Maximilian, Schereschewski Hermine.
UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 143-0602, Weinberger Maximilian (Nationalien Datum 1894/95).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-441b, Weinberger Maximilian (Rigorosum Datum 8.3.1898).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0057, Weinberger Maximilian (Promotion Datum 21.12.1898).
UAW, Med. Fak., Senat, Personalblätter, S 304, Sign. 1350, Maximilian Weinberger.
ÖStA, AdR, E-uReang, FLD, Zl. 6595, Hermine Weinberger.
ÖStA, AdR, E-uReang, FLD, Zl. 7603, Maximilian Weinberger.
ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 29926, Hermine Weinberger.
ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 29927, Maximilian Weinberger.
ÖStA, AdR, E-uReang, Hilfsfonds, Abgeltungsfonds, Zl. 7.655, Hermine Weinberger.
ÖStA, AdR, E-uReang, Hilfsfonds, Sammelstellen A und B, Negativ-Akten Handel und Gewerbe, N 126, Maximilian Weinberger.
llinois, District and Circuit Court Naturalization Records, 1856-1991, Maximilian und Hermine Weinberger, 28. October 1941.
Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 45, 1954, S. 874.
Find a grave, Hermine Weinberger.
Lexikon der Provenienzforschung: Walter Mentzel, Weinberger Maximilian: https://www.lexikon-provenienzforschung.org/weinberger-maximilian
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 32366]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-17797]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
Referenzen:
[1] Tagblatt, 22.5.1924, S. 5.
Normdaten (Person): Weinberger, Maximilian: BBL: 45866; GND: 1354044150;
VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 45866 (23.01.2025)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=45866
Letzte Aktualisierung: 23.01.2025
Folgende Punkte sollten VOR dem Hochladen einer Diplomarbeit/Masterarbeit gecheckt werden (aus der QualtätsCheckliste*):
» Seiten der Hochschulschrift durchnummeriert?
» Seiten des Anhangs mit römischen Ziffern (i, ii, iii, iv, …) versehen?
» Formatvorgaben eingehalten?
» Struktur der Diplomarbeit nach Vorgaben
» Alle Kapitel im Inhaltsverzeichnis angegeben?
» Alle Abbildungen/Tabellen/Grafiken/Formeln
nummeriert und standardgemäß beschriftet?
» Veränderte Abbildungen/Tabellen/Grafiken kenntlich gemacht (modifiziert von, adaptiert von, etc.)?
» Copyrights vorhanden?
» Qualitäts-Check der zitierten Quellen
» Überprüfung des Literaturverzeichnisses auf Vollständigkeit der zitierten Quellen
» Überprüfung der Einträge des Literaturverzeichnisses auf Einheitlichkeit und Korrektheit
» Überprüfung von URLs bzw. Links im Literaturverzeichnis auf Funktionalität
» Überprüfung, ob personenbezogene Daten durchgehend entfernt oder geschwärzt wurden
» Alle verwendeten Hilfsmittel ausgewiesen (z.B. KI, …)?
» Daten in MedCampus überprüfen und ggf. aktualisieren/korrigieren:
*aus dem Leitfäden zur Erstellung von Hochschulschriften
Auf der Website werden die aktualisierten Leitfäden zur Erstellung von Hochschulschriften für Studierende und Betreuer:innen zum Download angeboten:
ub.meduniwien.ac.at/leitfaeden
Letzter Zugriff: 27.01.2025
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Folgende Punkte sollten
IM Schreibprozess
einer Diplomarbeit/Masterarbeit beachtet werden (aus der QualtätsCheckliste*):
» Vollständig und korrekt dem Zitierstil entsprechend zitieren, sowohl im Text als auch im Literaturverzeichnis
» Gedruckte Handbücher der Fachgesellschaften zu Zitierstilen finden Sie unter anderem in der Universitätsbibliothek.
» „Cite and Write“ – relevante Quellenangaben unmittelbar direkt beim Schreiben notieren (ggf. seitengenau)
» Von anderen übernommene Gedanken/ Inhalte/ Ideen als solche ausweisen
» Zitieren an der relevanten Textstelle (nicht nur am Absatzende)
» Konkrete Zahlen nachvollziehbar ihrer Quelle zuordnen
» Konkret angesprochene Studien immer zitieren (Ausnahme: Sekundärzitat)
» Direktes Zitat mit Anführungszeichen kennzeichnen und seitengenau zitieren. Text original- und buchstabengetreu übernehmen, editorische Änderungen durch [ ] kennzeichnen.
» 1:1 übersetzte Textstellen sind wie ein Direktzitat zu kennzeichnen/zitieren (zzgl. Anmerkung, wer/was übersetzt hat)
» Textstelle mit starker Nähe zum Originaltext mit Seitenangabe zitieren
» Seitengenaues Referenzieren von Abbildungen/Tabellen/ Grafiken/ Formeln (oder ggf. Angabe der originalen Abb.-/Tab.-/Grafik-/Formel-Nummer)
» Nummerierung der Abbildungen/ Tabellen/ Grafiken/ Formeln
» Veränderungen an Abbildungen/ Tabellen/ Grafiken anmerken (z.B. adaptiert von, modified from, …) und beim Verlag/Rechteinhaber um eine Lizenz zur Bearbeitung der Abbildung ansuchen.
» Quellenbezug und Einverständniserklärung des Verlages (Identifikatoren z.B. Rechnungsnummer, Lizenznummer, Datum der Einwilligung) müssen vorhanden sein und darauf referenziert werden z.B. im Abbildungsverzeichnis oder bei der jeweiligen Abbildung, Lizenzbestimmungen lesen und befolgen!
» Website zum Einholen von Genehmigungen: www.copyright.com
» Gegebenenfalls für die Abschlussarbeit das rahmengebende Forschungsprojekt erwähnen.
» Bereits erfolgte (Teil-)Publikationen der Abschlussarbeit anführen (inkl. Posterpräsentationen, Abstracts), Textübernahmen umformulieren und relevante Stellen ggf. seitengenau zitieren.
» Methodenteil: möglichst eigene Worte – kein copy/paste aus veröffentlichten Publikationen/ anderen Hochschulschriften.
» KI-Verwendung ausweisen, Prompts und KI-Ausgabe speichern, mittels Hilfsmitteltabelle dokumentieren und Überarbeitungsgrad beschreiben
*aus dem Leitfäden zur Erstellung von Hochschulschriften
Auf der Website werden die aktualisierten Leitfäden zur Erstellung von Hochschulschriften für Studierende und Betreuer:innen zum Download angeboten:
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Letzter Zugriff: 27.01.2025
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