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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [386]: Karg, Michael – Leiter und Primararzt des Wiener Waisenhauses

Karg, Michael – Leiter und Primararzt des Wiener Waisenhauses

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Kinderarzt, Wiener Waisenhaus, Frauen-Wohltätigkeits-Verein für Wien und Umgebung, Medizingeschichte, Wien

Michael Karg wurde am 30. September 1811 in Nikolsburg in Mähren (heute: Mikulov/Tschechien) geboren.

Karg studierte an der Universität Wien Medizin. Am 19. Dezember 1836 wurde er zum Dokter der Medizin promovierte und erwarb den Grad eines Magisters der Geburtshilfe. Am 4. August 1839 folgte die Promotion zum Doktor der Chirurgie.

Anschließend war er als Privatarzt in Wien tätig, zunächst in Breitenfeld, Andreasgasse 15, danach in St. Ulrich, Neue Schottengasse Nr. 130.

K.k. Wiener Waisenhaus am Alsergrund

1851 wurde Karg zum Hausarzt und Ordinarius des k.k. Wiener Waisenhauses ernannt. Die 1742 gegründete Anstalt war 1785 unter Kaiser Joseph II (1741-1790) vom Rennweg in die Carlgasse Nr. 259-262 in der Alservorstadt verlegt worden.[1] Karg wohnte auch im Anstaltsgebäude.

1864 legte er dem Wiener Doktoren-Kollegium einen Entwurf zur Organisation der Waisenhäuser in sanitätspolizeilicher Hinsicht vor. [2] Seit etwa 1854 war er außerdem im Sanitäts-Department der niederösterreichischen Statthalterei in Verwendung. 1867 erhielt er den Titel eines Primararztes am Waisenhaus.[3]

Von Karg sind mehrere medizinische Veröffentlichungen überliefert. Dazu gehört die 1854 in der Wiener medizinischen Wochenschrift erschienene Artikelserie „Rückblick auf die Krankenbewegung in den niederösterreichischen Kranken- und Humanitätsanstalten im Jahre 1853“.[4] Im folgenden Jahr veröffentlichte er die „Darstellung der Masernepidemie unter den Zöglingen des k.k. Waisenhauses in den Monaten Jänner, Februar und März 1855“.[5]

1866 publizierte er die Schrift „Über Meningitis cerebro-spinalis und die Priorität ihrer Beobachtung im k.k. Waisenhaus für Knaben in Wien im Jahr 1863“. 1870 erschien in der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien sein „Hauptbericht über die vom 12. April bis Ende Mai 1869 unter den Zöglingen des k.k. Waisenhauses bestandenen Masernepidemie“.[6]

Im Anschluss an den Deutschen Krieg von 1866 wurde Karg 1867 mit dem Orden der Eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet.[7]

Frauen-Wohltätigkeits-Verein für Wien und Umgebung im Zweigverein Wien Rossau

Seit etwa 1851/52 war Karg als Vereinsarzt des Rossauer Zweigvereins des Frauen-Wohltätigkeits-Vereins für Wien und Umgebung tätig.[8]

Zentralverein für Kostkinder-Beaufsichtigung und Krippen

Spätestens seit 1858 gehörte Karg dem Zentralverein für Kostkinder-Beaufsichtigung und Krippen an. In dem im Jahr 1854 gegründeten Zweigverein in Lichtenthal, einem sozialen Brennpunkt im heutigen neunten Wiener Gemeindebezirks während der beginnenden Industrialisierung Wiens, wirkte er als Hausarzt beziehungsweise „besuchender Arzt“.[9]

Michael Karg verstarb am 1. August 1884 in Wien.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-115a, Karg Michael (Rigorosum Datum 1836).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 175-852, Karg Michael (Promotion Datum 19.12.1836).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 175-141, Karg Michael (Promotion/Chirurgie Datum 4.8.1839).

Rk-Erzdiözese Wien, Sterbebuch 09 Rossau, Sign. 03-09, 1.8.1884, Karg Michael

Literatur:

Karg, Michael: Ueber Meningitis cerebro-spinalis und die Priorität ihrer Beobachtung im k.k. Waisenhause für Knaben in Wien im Jahre 1863. Sonderdruck aus: Zeitschrift der k.k. Ärzte zu Wien. Wien: Druck von Carl Ueberreuter 1866.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 1, 1851, Sp. 16.

[2] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 7.6.1864, S. 181.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 19, 1867, Sp. 303.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 37, 1854, Sp. 587-589; Nr. 38, 1854, Sp. 605-606; Nr. 39, 1854, Sp. 622-623.

[5] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Nr. 35, 1855, S. 559-562; Nr. 36, 1855, S. 578-583.

[6] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Nr. 35 1870, S. 347-351; Nr. 36, 1870, 354-360; Nr. 37, 1870, S. 362-368.

[7] Die Presse, 2.3.1867, S. 14.

[8] Jahresbericht des Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines für Wien und Umgebung, Wien 1852, S. 10.

[9] Krippenkalender für das Jahr 1858. Jahrbuch für Frauen und Mütter, Wien 1858, S. 32.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

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BBL:  50197 (17.08.2026)
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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [385]: Berger, Arthur – Neuropathologe an der I. medizinischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Berger, Arthur – Neuropathologe an der I. medizinischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Neuropathologe, I. medizinische Klinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Arthur Berger wurde am 27. August 1871 als Sohn von Hermann Berger und dessen Ehefrau Julie (geb. 1840), geborene Kreuzer, in Wien geboren.

Er studierte an der Universität Wien Medizin und wurde am 19. Mai 1899 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Anschließend eröffnete er eine private Arztpraxis in Wien 2, Praterstraße 11[1] und später in Wien 1, Krugerstraße 13.

Daneben war Berger zunächst als Hospitant am Nervenambulatorium der I. medizinischen Klinik tätig, die von Hermann Nothnagel (1841-1905) und nach ihm von Carl von Noorden (1858-1944) geleitet wurde. Hier erschienen von ihm im Jahr 1900 die Arbeit „Ueber den Einfluss reiner Milchdiät bei Diabetes mellitus“, es folgten 1901 die Beiträge „Zur Frage der spinalen Blasenstörungen“ und „Zur Kenntnis der Athetose[2] sowie 1904 die Arbeit „Ein Fall von Tumor der Hypophysengegend mit Obductionsbefund“.

Foto: Berger Arthur, Österreichische Illustrierte Zeitung, 21.7.1907, S. 955.

Seit 1904 war Berger ordentliches Mitglied der Gesellschaft[3] der Ärzte in Wien, darüber hinaus gehörte er der Gesellschaft für innere Medizin in Wien an.

Arthur Berger verstarb am 14. Juli 1907 in Wien.

Posthum erschien 1909, auf der Grundlage seiner hinterlassenen Aufzeichnungen und redigiert von Otto Marburg (1874-1948) sein Aufsatz „Zur Frage der Tabes mit Hirnnervenlähmung“.[4]

Todesanzeige: Berger Arthur, Neue Freie Presse, 15.7.1907, S. 13.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1871, Berger Arthur.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0444, Berger Arthur (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-014b, Berger Arthur (Rigorosum Datum: 17.5.1899).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0135, Berger Arthur (Promotion Datum: 19.5.1899).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Berger Arthur.

Literatur:

Berger, Arthur: Ueber den Einfluss reiner Milchdiät bei Diabetes mellitus. Aus der I. medicinischen Klinik des Herrn Hofrathes Prof. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Rundschau. Wien: Verlag von Johann N. Nervay 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Berger, Arthur: Zur Frage der spinalen Blasenstörungen. Aus der I. med. Klinik des Herrn Hofrat Prof. Dr. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Leipzig: Verlag von F.C.W Vogel 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Berger, Arthur: Ein Fall von Tumor der Hypophysengegend mit Obductionsbefund. Aus der I. medicinischen Klinik des Herrn Hofrath Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medicin. Berlin: L. Schumacher 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1899, Sp. 1558.

[2] Wiener klinische Rundschau, Nr. 41, 1901, S. 751-752.

[3] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

[4] Wiener klinische Rundschau, Nr. 47, 1909, S. 743-749.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

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BBL:  50191 (17.08.2026)
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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [384]: Hamburger, Emil Wolfgang – Bade- und Brunnenarzt in Franzensbad

Hamburger, Emil Wolfgang – Bade- und Brunnenarzt in Franzensbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Badearzt, Medizingeschichte, Prag, Franzensbad

Emil Wolfgang Hamburger wurde am 17. April 1843 als Sohn des Arztes Wolf Hamburger und dessen Ehefrau Fridericka Hamburger, geborene Gosdorfer (1811-1879), in Deutsch Gabel bei Reichenberg in Böhmen (heute: Jablonné v Podještědí, Liberec/Tschechien) geboren. Er war mit Ida Frankenthal verheiratet; aus der Ehe ging die Tochter Elsa Hamburger hervor.

Hamburger studierte an der Universität Prag Medizin und promovierte 1867 zum Doktor der Medizin. 1868 erwarb er den Titel eines Magisters der Geburtshilfe und 1869 jenen eines Doktors der Chirurgie.[1] Anschließend arbeitete er als Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhaus in Prag.

Kuranstalt Franzensbad

Im März 1869 ließ sich Hamburger als Badearzt in Franzensbad nieder. 1870 veröffentlichte er bei Sigmund Bensinger (1825-1896) in Prag die Monografie „Die Heilmittel von Franzensbad in ihrer Beziehung zu den Krankheiten des Weibes für gebildete Frauen populär dargestellt“, die 1877 in zweiter Auflage erschien. Seit 1875 gehörte Hamburger einem örtlichen Komitee an, das Geldmittel für die Abhaltung russisch-orthodoxer Gottesdienste und die beabsichtigte Errichtung einer orthodoxen Kirche in Franzensbad sammelte. Während seiner Tätigkeit als Arzt in Franzensbad veröffentlichte Hamburger mehrere wissenschaftliche Arbeiten. Dazu gehören die 1876 im Laboratorium von Professor Karl Hugo Huppert (1832-1904) an der Universität in Prag, entstandene Arbeit „Über die Resorption von Arzneistoffen durch die Vaginalschleimhaut“ sowie die und 1878 erschienene Untersuchung „Ueber die Aufnahme und Ausscheidung des Eisens“.

Österreichische Badezeitung

Ab April 1872 gab Hamburger gemeinsam mit dem Sanitätsrat und Brunnenarzt Friedrich Boschan (1818-1882) die „Oesterreichische Badezeitung. Organ für die Interessen der europäischen Kurorte und des Kurpublikums“ heraus.[2] Die Zeitung richtete sich über die Habsburgermonarchie hinaus an Badeärzte, Kurverwaltungen und Kurgäste im gesamten deutschsprachigen beziehungsweise europäischen Raum. Nach Boschans Rückzug aus der Herausgeberschaft redigierte Hamburger die Zeitschrift zunächst alleine und später gemeinsam mit dem Franzensbader Brunnenarzt Bernhard Raumann (1840-1886) weiter. Bis 1886 gehörte er zu ihren Herausgebern.

1878 wurde Hamburger als wirkliches Mitglied in die Gesellschaft der Ärzte in Wien aufgenommen.[3] 1883 erhielt er den Titel eines königlich preußischen Sanitätsrats.[4] In Franzensbad erwarb er das Bürgerrecht und wurde in den Stadtrat gewählt.

Emil Wolfgang Hamburger verstarb am 21. März 1888 in Wien.

Todesanzeige: Hamburger Emil Wolfgang, Neues Wiener Tagblatt (Tagesausgabe), 24.3.1888, S. 15.

Literatur:

Hamburger, Emil Wolfgang: Über die Resorption von Arzneistoffen durch die Vaginalschleimhaut. Aus dem Laboratorium des Professor Huppert in Prag. Sonderdruck aus: Prager Vierteljahrsschrift. Leipzig: Druck von J.B. Hirschfeld 1876.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hamburger, Emil Wolfgang: Ueber die Aufnahme und Ausscheidung des Eisens. Sonderdruck aus: Zeitschrift für physiologische Chemie. Strassburg: Karl J. Trübner 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Vierteljahrschrift für die praktische Heilkunde, Bd. 1, Misceellen, 1867, S. 5; Bd. 2, Miscellen, 1869, S. 6; Bd. 1, Miscellen, 1869, S. 8.

[2] Österreichische Badezeitung, Nr. 1 Probe-Nummer, 14.4.1872, S. 1.

[3] Fremden-Blatt, 3.4.1878, S. 12.

[4] Neue Freie Presse (Abend-Blatt), 8.11.1883, S. 1.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  50181 (17.08.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50181

Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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FRESH eBOOKS: Liste der kürzlich hinzugefügten eBooks: Kindergesundheit und Klimawandel u.v.m.

Alle aktuellen eBooks der Universitätsbibliothek können von MedUni Wien Angehörigen im Volltext  am Campus der MedUni Wien oder via Remote Access  abgerufen werden.

Externe Benutzer:innen können nach Erhalt der Bibliothekskarte über das WLAN MUW-Bibliothek im Lesesaal der UB eBooks downloaden.

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Fresh eBooks: recently added eBooks: Members of MedUni Vienna can get access to all current eBooks from the University Library in full text on the MedUni Vienna campus or via Remote Access . External users can download eBooks after receiving the library card via the MUW library WiFi in the UB reading room. Check out the list of the latest eBooks we’ve just added.

1

 
 

2

 
 
E-Book

Anatomie : Mit Klinik, Topografie und Embryologie

Claassen, Horst [VerfasserIn]
2026
 

3

 
 
E-Book

Paediatric Neurorehabilitation

Mole, Tracey [HerausgeberIn]Martinuzzi, Andrea [HerausgeberIn]
2026
 

4

 
 
E-Book

Heilmittel-Report 2026 : Qualität der Heilmittelversorgung

Schröder, Helmut [HerausgeberIn]Kopkow, Christian [HerausgeberIn]Waltersbacher, Andrea [HerausgeberIn]Bachayov, Nadescha [HerausgeberIn]Schreyögg, Jonas [HerausgeberIn]
2026
 

5

 
 
E-Book

Kindergesundheit und Klimawandel

Holzinger, Dirk, 1976- [HerausgeberIn]
2026
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Logo Margrit Hartl

Letzte Aktualisierung: 13.08.2026

Scientific Writing Hacks: JoVE: Information Literacy: Plagiarism & Citation Ethics

Hack #91: JoVE: Plagiarism & Citation Ethics
Plagiat bedeutet die Übernahme fremder Worte, Ideen oder Daten ohne korrekte Quellenangabe und gilt als schwerer Verstoß gegen wissenschaftliche Integrität, der durch richtiges Zitieren und transparente Quellenarbeit vermieden werden muss.
JoVE: Video: https://www.jove.com/v/41462/plagiarism-citation-ethics

JoVE ist ein wissenschaftliches Journal mit Peer Review, das auf Video aufgezeichnete Experimente aus den Life Sciences publiziert (Video-Streaming-Portal). Zusätzlich zu den Videos sind auch die Anleitungen und Methoden zur Durchführung der Experimente als PDF verfügbar. Ziel ist es, die Reproduzierbarkeit und die Transparenz bei Experimenten zu verbessern.Die JoVE-Artikel, sind in allen relevanten Datenbanken (inklusive PubMed/MEDLINE, SciFinder, Scopus, Chemabstract und Web of Science) indiziert.

Letzter Zugriff: 30.06.2026
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Neues aus der Bibliothek: Universitätsbibliothek MedUni Wien nach ISO 9001:2015 rezertifiziert!

Qualitätsmanagement und Zertifizierung gemäß ISO 9001:2015 an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien!

Liebe Bibliotheksbenutzer:innen!

Seit ihrer Erstzertifizierung 2011 als erste wissenschaftliche Bibliothek Österreichs konnte sich die Universitätsbibliothek MedUni Wien mit Unterstützung durch Evaluation und Qualitätsmanagement im Rahmen der ISO-Zertifizierung qualifizieren. Auch heuer wurde die Universitätsbibliothek MedUni Wien nach erfolgreicher Absolvierung des internen und externen Audits nach DIN EN ISO 9001:2015 rezertifiziert!

Wichtige Punkte für die Zertifizierung sind:

Qualitätsmanagementhandbuch

Das Qualitätsmanagementhandbuch beinhaltet Informationen über die Organisation und thematisiert die Organisationspolitik, Vision und Leitbild der Organisation, messbare Ziele, Selbstverpflichtungserklärung der Leitung, Informationen über die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, die Dokumentenlenkung sowie das Management von Ressourcen, die Prozesslandkarte und die Prozesse sowie das einmal jährlich stattfindende Management Review.

Ziele der Organisation

Ein wesentlicher Punkt des Qualitätsmanagements ist die Festlegung von Organisationszielen und von Kenngrößen, deren Erreichen jährlich überprüft wird.

Prozessdokumentation

Sämtliche kund:innenrelevanten Prozesse sind zu erstellen und laufend zu überarbeiten und in die Prozesslandkarte der Organisation einzuarbeiten.

Dokumentenlenkung

Ein Kriterium für ein Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 9001:2015 ist die Etablierung einer Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen. Alle Schriftstücke sind mit Informationen über Version, Ersteller, Pfad, Erstellungsdatum und Druckdatum zu versehen.

Personelle Ressourcen

Auch im Bereich der personellen Ressourcen fordert die internationale Norm ISO 9001:2015 entsprechende Maßnahmen, wie die ständige Aktualisierung von Organigramm und Arbeitsplatzbeschreibungen, die regelmäßige Durchführung von Mitarbeiter:innengesprächen sowie geeignete Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiter:innen. Ein wesentlicher Aspekt ist in diesem Zusammenhang auch die Mitarbeiter:innenzufriedenheit.

Lieferant:innenbewertung

Ein weiteres Instrument für das Qualitätsmanagement ist eine regelmäßige Lieferant:innenbewertung.

Kund:innenzufriedenheit

Ein zentraler Aspekt für die ISO 9001:2015 ist die Kund:innenzufriedenheit. Die Ermittlung der Kund:innenanforderungen ist sicherzustellen und die Kund:innenzufriedenheit zu erhöhen.

Fehler- und Verbesserungsmanagement

Ein weiterer zentraler Punkt der internationalen Norm ISO 9001:2015 ist das Streben der Organisation nach ständiger Verbesserung. Es ist sicherzustellen, dass eine geeignete Infrastruktur für das Beschwerde- und Fehlermanagement geschaffen wird, die einen wichtigen Beitrag zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess liefert und ein Element des betrieblichen Vorschlagswesens bildet.

Mit der ISO-Zertifizierung wurde ein Ziel des aktuellen Entwicklungsplans der Medizinischen Universität Wien für die Universitätsbibliothek erneut erreicht.

Die Bibliotheksleitung

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [383]: Weinstein, Nathan – Städtischer Armenarzt in Wien Leopoldstadt und der Brigittenau

Weinstein, Nathan – Städtischer Armenarzt in Wien Leopoldstadt und der Brigittenau

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.08.2026

Keywords: Armenarzt, Städtische Bürger-Versorgungsanstalt, Medizingeschichte, Wien

Nathan Weinstein wurde am 2. März 1858 in Wien als Sohn des aus Ratzersdorf in Ungarn (ungarisch Recse, heute Raca, ein Stadtteil von Bratislava) stammenden Schächters und Beamten der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Julius Weinstein (1821-1895) und dessen Ehefrau Rosalie (1827-1901), geborene Kurzweil, geboren. Seit 1893 war er mit der aus Krakau in Galizien stammenden Regine Rebekka Rittermann (1872-1952) verheiratet.

Weinstein studierte an der Universität Wien Medizin und wurde am 18. Februar 1882 promoviert. Im selben Jahr veröffentlichte er den Aufsatz „Zur Kasuistik der Hirntumoren“, der aus der von Anton Drasche (1826-1904) geleiteten Krankenabteilung des Allgemeinen Krankenhauses hervorging.

Im Herbst 1882 trat Weinstein als Einjährig-Freiwilliger in den militärärztlichen Dienst ein.[1] Im November 1883 wurde er als Assistenzarzt der Reserve dem Garnisonsspital Nr. 1 zugewiesen[2] und im Dezember desselben Jahres zum Oberarzt des Feldjägerbataillons Nr. 3 ernannt.[3] Danach gehörte er als nichtaktiver Oberarzt der k.k. Landwehr zunächst dem galizischen Landwehr-Infanterie-Bataillon Stryj und danach dem galizischen Landwehr-Infanterie-Bataillon Nr. 65 in Kolomea an.[4] Zuletzt war er dem Landwehr-Infanterie-Bataillon Korneuburg Nr. 2 zugeteilt.

Nach seinem Studienabschluss führte Weinstein eine private Ordination, zunächst in der elterlichen Wohnung in Wien 2, Antonsgasse 30. Danach ordinierte er in Wien 9, Alser Straße 4, und später an mehreren Adressen in der Brigittenau: Wallensteinstraße 50, 18, Nr. 20 und Nr. 56. Ab etwa 1893 befand sich seine Ordination in der Rauscherstraße 16, ab etwa 1895 wieder in der Wallensteinstraße 56 und ab etwa 1902 auf Nr. 52.

Armenarzt in der Leopoldstadt und der Brigittenau sowie Hilfsarzt im der Städtischen Bürger-Versorgungsanstalt

Ab zirka 1888 war Weinstein als Hilfsarzt in der Städtischen Bürger-Versorgungsanstalt in Wien 9, Spitalgasse 23, tätig.[5] Daneben arbeitete er als städtischer Armenarzt der Gemeinde Wien in der Leopoldstadt beziehungsweise im Bezirksteil Zwischenbrücken.[6] Im Jahr 1892 übertrug ihm der Wiener Gemeinderat zusätzlich eine Armenarztstelle in der Brigittenau.[7]

In den 1880er und 1890er Jahren war Weinstein außerdem als Arzt der Kranken-Unterstützungs-Abteilung des Wiener kaufmännischen Vereins tätig. Im Jahr 1926 erhielt er den Titel eines Medizinalrates.[8]

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit engagierte sich Weinstein im Israelitischen Bethaus-Verein Brigittenau.[9] Er gehörte dessen Vorstand an und ist 1898 als Bethausverwalter nachgewiesen. Obmann des Vereins war Hermann Ellbogen. Der Verein betrieb die Errichtung des späteren Brigittenauer Tempels in der Kluckygasse 11, der 1900 eingeweiht wurde.

Weinstein gehörte zum Bekanntenkreis des Mediziners und Schriftstellers Arthur Schnitzler (1862-1931). Vermutlich nahm er auch an der sogenannten Riedhof-Runde teil, einem geselligen Kreis von Wiener Ärzten und Angehörigen des akademischen Milieus.

Nathan Weinstein verstarb am 13. Oktober 1927 in Wien

Todesanzeige, Nathan Weinstein: Neue Freie Presse, Neue Freie Presse, 14.10.1927, S. 17.

Quellen:

Matriken der IKG, Heiratsbuch 1893.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0142, Weinstein Nathan (Nationalien Datum: 1878/79).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-433b, Weinstein Nathan (Rigorosum Datum: 1879).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1309, Weinstein Nathan (Promotion Datum: 18.2.1882).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien: Weinstein Nathan.

Literatur:

Weinstein, Nathan: Zur Kasuistik der Hirntumoren. K.k. allgemeines Krankenhaus, Abtheilung des Prof. Drasche in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1882.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neue Freie Presse, 22.9.1882, S. 19.

[2] Fremdenblatt, 17.11.1883, S. 15.

[3] Wiener Zeitung, 1.12.1883, S. 1.

[4] Österreichischer Soldatenfreund, 24.1.1888, S. 6.

[5] Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch, Wien 1888, S. 1380.

[6] Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch, Wien 1895, S. 130.

[7] Amtsblatt der k.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, Nr. 78, 4.10.1892, S. 2384.

[8] Illustrierte Kronen-Zeitung, 25.12.1926, S. 7.

[9] Die Neuzeit, 7.1.1898, S. 9.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  50093 (06.08.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50093

Letzte Aktualisierung: 2026.09.06

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [382]: Lanzer, Oskar – Militärarzt, Konsular-Arzt in Wien

Lanzer, Oskar – Militärarzt, Konsular-Arzt in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.08.2026

Keywords: Militärarzt, Medizingeschichte, Wien

Oskar Lanzer wurde am 16. September 1851 als Sohn von Ignaz Lanzer und Amalie Lanzer, geborene Eisner, in Ustron in Österreichisch-Schlesien (heute: Ustroń/Polen) geboren. Er war mit Charlotte Tugendhat (1860-1933) verheiratet, mit der er die Tochter Ella Hilda Winternitz hatte (1883-nach 1944), die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und nach 1944 im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Nach der Absolvierung des Gymnasiums in Teschen (heute: Cieszyn/Polen) studierte Lanzer an der Universität Wien Medizin und promovierte am 14. Juli 1876 zum Doktor der gesamten Heilkunde.

Anschließend war er als praktischer Arzt in Wien tätig. Seine Ordination befand sich zunächst in Wien 7, Burggasse 35, später in der Kirchengasse 34, danach in der Siebensterngasse 32-34 und zuletzt in der Westbahnstraße 20.

Neben seiner ärztlichen Praxis beschäftigte sich Lanzer mit Fragen des militärärztlichen Sanitätswesens und des freiwilligen Sanitätshilfsdienstes. Nach Ableistung seines Militärsanitätsdienstes wurde er 1876 zum Assistenzarzt ernannt und dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugewiesen.[1] 1882 wurde er als nichtaktiver Militärarzt im Rang eines Bataillonsarzt mit Oberarztrang vom niederösterreichischen Landwehr-Schützenbataillon Wien Nr. 1 zum schlesischen Landwehr-Infanterie-Bataillon nach Teschen transferiert.[2] 1884 erfolgte seine Ernennung zum Regimentsarzt.[3]

Darüber hinaus engagierte sich Lanzer im österreichischen Militärveteranenwesen. Er war u.a. Vereinsarzt des Militär-Veteranen-Vereins „Feldmarschall Fürst Edmund zu Schwarzenberg“ und wirkte auch in dessen Vereinsleitung mit.[4]

1885 veröffentlichte er das vom k.k. Kriegsministerium approbierte „Lehrbuch zum Unterrichte im freiwilligen Sanitäts-Hilfsdienst auf dem Kriegsschauplatz“, das in mehreren Auflagen erschien. Die 1889 im Auftrag des k.k. Ministeriums des Inneren herausgegebene dritte Auflage „Lehrbuch zum Unterrichte im freiwilligen Sanitäts-Hilfsdienste auf dem Kriegsschauplatze. Mit einer Skizze und 131 Illustrationen“ war ein Sonderdruck der vom Ministerium veröffentlichten Schrift: „Gemeinverständliche Belehrung über Cholera und Cholera-Maßnahmen“. Mit dem Lehrbuch verfolgte Lanzer das Ziel, eine einheitliche Ausbildung der Sanitätsabteilungen im freiwilligen Sanitätshilfsdienst zu fördern.

Für sein Engagement wurde Lanzer mehrfach ausgezeichnet. 1891 erhielt er als Regimentsarzt erster Klasse, der in der Evidenz des Landwehrbataillons Wien Nr. 1 geführt wurde, „in Anerkennung seines gemeinnützigen und patriotischen Wirkens“ das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens.[5] 1900 wurde ihm das Ritterkreuz erster Klasse des königlich sächsischen Albrechts-Ordens verliehen.[6] Die Auszeichnung erfolgte aufgrund seiner seit etwa 1887 ausgeübten Tätigkeit als Arzt des Deutschen Hilfsvereins in Wien,[7] eines Unterstützungsvereins für in Wien lebende deutsche Staatsangehörige. 1903 erhielt er den Titel eines königlich-bayrischen Medizinallrates[8] und 1905 den königlich-preußischen Roten-Adler-Orden.[9] 1912 wurde ihm der Titel eines Medizinalrates verliehen.[10]

1896 veröffentlichte Lanzer noch die Arbeit „Erfahrungen über Creosotal-Kefir und Guajacolcarbonat-Kefir“.

Neben seiner Tätigkeit als praktischer Arzt und Militärarzt war Lanzer Chefarzt der Hilfskasse „Einigkeit“,[11] eines Selbsthilfevereins und einer privaten Sozialversicherung für kaufmännische Angestellte und Handlungsgehilfen. Außerdem fungierte er als Arzt des Deutschen Konsulats in Wien.

Oskar Lanzer verstarb am 18. Jänner 1914 in Wien.

Oskar Lanzer: Todesanzeige: Neue Freie Presse, 19.1.1914, S. 13.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0066, Lanzer Oskar (Nationalien Datum: 1870/71).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-218a, Lanzer Oskar (Rigorosum Datum: 1874).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-461, Lanzer Oskar (Promotion Datum: 14.7.1876).

Friedhofsdatenbank Wien, Lanzer Oskar.

Literatur:

Lanzer, Oskar: Lehrbuch zum Unterrichte im freiwilligen Sanitäts-Hilfsdienste auf dem Kriegsschauplatze. Zum Gebrauche für die Sanitäts-Abtheilungen der österr. Militär-Veteranen- und Kriegercorps. Mit einer Skizze und 131 Illustrationen. 2. Aufl. Wien: Anger 1886.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 41483]

Lanzer, Oskar: Lehrbuch zum Unterrichte im freiwilligen Sanitäts-Hilfsdienste auf dem Kriegsschauplatze. Mit einer Skizze und 131 Illustrationen. 3. unveränderte Aufl. Wien: Hölder 1889.

[Zweigbibliothek für Zahnmedizin/ÖGZMK, Sign.: G-0153]

Lanzer, Oskar: Erfahrungen über Creosotal-Kefir und Guajacolcarbonat-Kefir. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener Zeitung, 30.8.1876, S. 2.

[2] Österreichischer Soldatenfreund, 2.5.1882, S. 6.

[3] Neue Freie Presse, 13.11.1884, S. 20.

[4] Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe), 14.2.1885, S. 9.

[5] Wiener Zeitung, 16.5.1891, S. 1.

[6] Wiener klinische Rundschau, Nr. 37, 1900, S. 748.

[7] Deutsches Volksblatt, 24.4.1900, S. 6.

[8] Wiener klinische Rundschau, Nr. 36, 1903, S. 662.

[9] Wiener Zeitung, 17.9.1905, S. 1.

[10] Wiener klinische Rundschau, Nr. 28, 1912, S. 445.

[11] Kaufmännische Zeitung, 15.4.1903, S. 61.

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Letzte Aktualisierung: 2026.09.06

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [381]: Felsenreich, Anton – Professor für Geburtshilfe und Gynäkologe am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Felsenreich, Anton – Professor für Geburtshilfe und Gynäkologe am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.08.2026

Keywords: Gynäkologe, Allgemeine Krankenhaus Wien, III. geburtshilfliche Klinik, I. Gebärklinik, Medizingeschichte, Wien

Anton Gottfried Leopold Felsenreich wurde am 25. Mai 1848 als Sohn des k.k. Hofwundarztes Gottfried Felsenreich (1813-1871) und Leopoldine Josepha, geborene Preissler, in Wien geboren. Er war mit Rosa Maria Mayr verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Gustav Otto Felsenreich (1888-1949) hervor, der ebenfalls Mediziner wurde.

Felsenreich besuchte das Akademische Gymnasium in Wien und studierte anschließend an der Universität Wien Medizin. Am 30. Dezember 1873 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde. Nach der Ableistung seines militärärztlichen Dienstes wurde er als Assistenzarzt der Reserve 1876 zum Oberarzt ernannt und dem Garnisonsspital Nr. 1 zugewiesen.[1]

Nach Abschluss seines Studiums war Felsenreich zunächst außerhalb von Wien als Choleraarzt und als Vertretung von Landärzten tätig. Danach arbeitete er bis 1874 als Aspirant an der Laryngologischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien sowie an der II. chirurgischen Abteilung des Wiedner Krankenhauses. Bis 1875 war er Externist am St. Anna-Kinder-Spital und anschließend bis 1877/78 Sekundararzt an der niederösterreichischen Landes-Findel-Anstalt. Danach trat er als Assistent in die III. geburtshilfliche Klinik unter Gustav Braun (1829-1911) ein. Von 1881 bis 1883 arbeitete er als Assistent von Carl Braun (1822-1891) an der I. Gebärklinik.

Während seiner Tätigkeit an diesen beiden Kliniken veröffentlichte Felsenreich unter anderem 1879 „Hämophilie in der ersten Lebenswoche“, 1880 „Sectio caesarea nach E. Posso mit Erfolg für Mutter und Kind“ 1881 „Beitrag zur Behandlung der Uterusruptur durch Drainage“ und 1883 „Zur operativen Behandlung der hernia funiculi umbilicalis“.

Am 3. November 1883 habilitierte sich Felsenreich an der Universität Wien zum Privatdozenten im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie. Seinen Habilitierungsvortrag publizierte er im selben Jahr unter dem Titel „Carcinoma uteri als Komplikation von Schwangerschaft und Geburt“. 1898 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors.

Zu seinen weiteren wissenschaftlichen Arbeiten zählen die 1889 erschienenen Beiträge „Totalexstirpation des Uterus per vaginam wegen Carcinom des ganzen Cervix“, „Dystokie durch eine parametrane und peritoneale Exsudatschwiele“, und „Casuistische Beiträge zur Complication der Schwangerschaft durch Fibromyome“. 1891 folgte „Zur Interstitialschwangerschaft“, 1893 „Zur blutigen Erweiterung des Scheideneinganges während der Geburt“ und 1894 „Eine neue Verpackung sterilisirter Bruns’scher Watte für Geburtszwecke“.

Ein ausführliches Verzeichnis seiner wissenschaftlichen Publikationen findet sich in dem Band „Personalbibliographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905 mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Hauptarbeitsgebiete“. Einige seiner Arbeiten veröffentlichte Anton Felsenreich unter der Autorenbezeichnung „T. Felsenreich“.

1879 trat Felsenreich der Gesellschaft der Ärzte in Wien bei.

Anton Felsenreich verstarb am 2. Februar 1926 in Wien.[2]

Todesanzeige: Felsenreich Anton, Neue Freie Presse, 4.2.1926, S. 18.

Quellen:

Rk. Erzdiözese Wien. 02, St. Leopold, Taufbuch 01-28c, Folio 267, Felsenreich Anton.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-84a, Felsenreich Anton (Rigorosum Datum: 1873).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-34a, Felsenreich Anton (Promotion Datum: 30.12.1873).

Personalbibliographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905 mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Hauptarbeitsgebiete

Literatur:

Felsenreich, Anton: Hämophilie in der ersten Lebenswoche. Aus der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Sectio caesarea nach E. Posso mit Erfolg für Mutter und Kind. Aus der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: L.W. Seidl & Sohn 1880.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Beitrag zur Behandlung der Uterusruptur durch Drainage. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: L.W. Seidl & Sohn 1881.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Zur operativen Behandlung der hernia funiculi umbilicalis. Aus der Klinik des Hofr. Prof. Braun-Fernwald in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Carcinoma uteri als Komplikation von Schwangerschaft und Geburt. Habilitationsvortrag. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Cie. 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Totalexstirpation des Uterus per vaginam wegen Carcinom des ganzen Cervix. Vorläufig 3 Monate ohne Recidive. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Dystokie durch eine parametrane und peritoneale Exsudatschwiele. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Casuistische Beiträge zur Complication der Schwangerschaft durch Fibromyome. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Zur Interstitialschwangerschaft. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Zur blutigen Erweiterung des Scheideneinganges während der Geburt. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Felsenreich, Anton: Eine neue Verpackung sterilisirter Bruns’scher Watte für Geburtszwecke. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Fremden-Blatt, 22.6.1876, S. 10.

[2] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 8, 1926, S. 224.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  50076 (06.08.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50076

Letzte Aktualisierung: 2026.09.06

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Scientific Writing Hacks: JoVE: Information Literacy: Reading Research Papers

Hack #90: JoVE: Video zum Thema Information Literacy: Reading Research Papers
Wissenschaftliche Artikel lassen sich effizient lesen, indem man zunächst Titel, Abstract und Autoren prüft und anschließend Einleitung, Methodik, Ergebnisse, Diskussion sowie Quellen kritisch auswertet, um Relevanz, Qualität und Aussagekraft der Studie zu beurteilen.
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Letzter Zugriff: 30.06.2026
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