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[en]:
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [284]: Hochsinger, Carl – Kinderarzt, Leiter des Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstituts, NS-Verfolgter

Hochsinger, Carl – Kinderarzt, Leiter des Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitut, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 03.06.2024

Keywords: Kinderarzt, Erstes Öffentliches Kinder-Krankeninstitut, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Carl (Karl) Hochsinger wurde als Sohn des Hermann Hochsinger (zirka 1830-1910, Kaufmann aus Pressburg) und der Henriette, geborene Frankl (zirka 1839-1863) am 12. Juli 1860 in Wien geboren. Seit 1888 war er mit Rosa Sternlicht verheiratet.

Nachdem Hochsinger 1877 die Matura am Schottengymnasium in Wien absolvierte hatte, begann er im Wintersemester 1879/80 mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien, das er am 17. Februar 1883 mit seiner Promotion abschloss. Danach arbeitete er bis 1888 als Sekundararzt an der chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien. Schon zuvor trat er 1883 als Assistent von Max Kassowitz (1842-1913) in das Erste Öffentliche Kinder-Krankeninstitut in Wien ein. Hier stieg er 1889 erst zum Abteilungsleiter und dann zum stellvertretenden Direktor auf. 1906 übernahm Hochsinger die Leitung[1] und 1913 die Funktion des Direktors des Institutes, die er sie bis zum „Anschluss“ im März 1938 behielt. Unter seiner Führung kam es zur Errichtung von einer Reihe medizinischer Spezialabteilungen und zur Ausgestaltung des Institutes zu einer Poliklinik, sowie zur Gründung eines Unterstützungsvereines „Verein zur Förderung des Ersten Öffentlichen Kinder-Kranken-Institutes“, um die Finanzierbarkeit des Institutes zu gewährleisten. Seit 1888 besaß er eine Arztpraxis in Wien 1, Börseplatz Nr. 6, 1906 habilitierte er sich an der Universität Wien im Fach Kinderheilkunde zum Privatdozenten.[2]

1913 gehörte Hochsinger dem Ehrenpräsidium des Vereins Augustineum in Wien an, der sich der Fürsorge verarmter körperbehinderter Kinder annahm.[3] 1914 rief er u.a. gemeinsam mit dem Schriftsteller Arthur Schnitzler (1862-1931) zur Gründung und dem Bau einer Waldschule für verarmte und schwächliche Kinder auf.[4]

Bild: Hochsinger, Carl: Die Geschichte des Ersten Öffentlichen Kinder-Kranken-Institutes in Wien während seines 150jährigen Bestandes 1788-1938. Wien Verlag des Kinder-Kranken-Institutes 1938.

Seit der Gründung des „Klubs der motorisierten Ärzte Österreichs“ im Jahr 1907 (seit 1921 „Ärztliche Kraftfahrvereinigung“) fungierte Hochsinger als dessen Präsident.

Allgemeine Automobil-Zeitung, 20.8.1911, S. 3.

Während des Ersten Weltkrieges war Hochsinger als Spitalskommandant dem Reservespital Nr. 2 in Wien zugeteilt, daneben organisierte er federführend die Durchführung der Verschickung verarmter Wiener Kinder in das neutrale Ausland, darunter vor allem die von ihm ins Leben gerufene Aktion „Österreichische Kinder nach Holland“. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich bei der Umsetzung verschiedener Kinderhilfsaktionen.

Nachdem es im Jahr 1919 wieder zur Aufnahme des Vollbetriebes des Krankeninstituts gekommen war, , wurde Hochsinger neuerlich zum Direktor gewählt .[5] Unter seiner Leitung wurde das Institut bis 1938 gemäß den Satzungen als Wohlfahrtseinrichtung weitergeführt, um Kindern aus mittellosen Familien eine unentgeltliche medizinische Behandlung anzubieten. Wie schon vor 1918 rekrutierte sich das durch den Weltkrieg und der Nachkriegsinflation stark verminderte Vermögen aus der Spendenbereitschaft verschiedenster privater Personen und Organisationen sowie öffentlicher Einrichtungen.

Hochsinger war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und der Gesellschaft für Kinderheilkunde in Wien. 1918 wurde ihm der Titel eines Regierungsrates verliehen.[6]

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zur Kinderheilkunde, insbesondere des Herzens und Herzerkrankungen des Kindes sowie der syphilitischen Infektion, darunter „Zwanzigjährige Dauerbeobachtung eines Falles von angeborener Syphilis (Paroxysmale Hämoglobinurie Aortitis – Infantilismus – Tabes)“, „Die Prognose der angeborenen Syphilis“ oder „Über Diagnostik angeborener Herzfehler bei Kindern: nebst Bemerkungen über Transposition der arteriellen Herzostien“ publizierte er 1896 die bis in die 1930er Jahre in mehreren Auflagen immer wieder erschienene Monografie „Die Gesundheitspflege des Kindes im Elternhaus“.

Weitere Arbeiten von Hochsinger sind „Die Phosphorbehandlung der Rachitis im Jahre 1884“, „Sterilisierte Milch und deren Anwendungsweise zur Säuglingsernährung“, „Eine neue Wärmekammer für lebensschwache Frühgeburten“. Darüber hinaus schrieb er populärwissenschaftliche Artikel in Zeitschriften wie der „Modernen Welt“ „Kinder, die nicht essen wollen“.[7] Seine letzte Arbeit „Über das Zyanose-Problem bei den angeborenen Herzfehlern der Frühkindheit“ veröffentlichte er anlässlich des bevorstehenden Jubiläums zur Feier des 150jährigen Bestandes des Institutes in der von ihm herausgegebenen 48-seitige Festschrift, die im März 1938 unter dem Titel „Die Geschichte des Ersten Öffentlichen Kinder-Kranken-Institutes in Wien während seines 150jährigen Bestandes 1788-1938“ erschien. Zum Zeitpunkt der Fertiggestellung des Buchprojektes im März 1938 hatten die Nationalsozialisten das Institut bereits geschlossen, die jüdischen Mitarbeiter:innen vertrieben und mit der Liquidierung dieser Institution begonnen.

Carl Hochsinger, der wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt, von seinen Funktionen am Institut enthoben und vertrieben worden war, wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau am 9. Oktober 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, und am 28. Oktober 1942 ermordet.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1860, Hochsinger Karl.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0126, Hochsinger Karl (Nationalien Datum 1878/79).

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0169, Hochsinger Karl (Nationalien Datum 1882/83).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-137a, Hochsinger Karl (Rigorosum Datum 1880).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1406, Hochsinger Karl (Promotion Datum 17.2.1883).

UAW, Rektoratsarchive, Akademischer Senat, Akten-Sonderreihe, Senat S 304.502, Hochsinger Karl (12.07.1860-1942; Kinderheilkunde).

WStLA, Hauptregistratur, A 47 – Department 1 – Stiftungen, Versorgungshäuser, Anstalten, L 21 340.520/1881.

WStLA, M.Abt. 212 A23, Ausgeschiedene Krankenanstalten 17/13, Kinder-Kranken-Institut (Statuten).

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 21.164, Hochsinger Carl.

Nationalarchiv Prag, Opferdatenbank, Ghetto Theresienstadt, Todesfallanzeige, Hochsinger Karl.

Literatur:

Hochsinger, Carl: Die Geschichte des Ersten Öffentlichen Kinder-Kranken-Institutes in Wien während seines 150jährigen Bestandes 1788-1938. Wien: Verlag des Kinder-Kranken-Institutes 1938.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 10087]

Hochsinger, Carl: Zwanzigjährige Dauerbeobachtung eines Falles von angeborener Syphilis (Paroxysmale Hämoglobinurie Aortitis – Infantilismus – Tabes). Aus dem I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitute in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hochsinger, Carl: Die Prognose der angeborenen Syphilis. Sonderdruck aus: Ergebnisse der Inneren Medizin und Kinderheilkunde. Berlin: Verlag von Julius Springer 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hochsinger, Carl: Über Diagnostik angeborener Herzfehler bei Kindern, nebst Bemerkungen über Transposition der arteriellen Herzostien. Sonderdruck aus: Wiener Klinik. Wien: Urban & Schwarzenberg 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hochsinger, Carl: Gesundheitspflege des Kindes im Elternause. Leipzig, Wien: Deuticke 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 53736]

Hochsinger, Carl: Die Phosphorbehandlung der Rachitis im Jahre 1884 (hierzu 1 Tafel). Aus dem ersten öffentlichen Kinder-Kranken-Institute. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1885.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hochsinger, Carl: Sterilisierte Milch und deren Anwendungsweise zur Säuglingsernährung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hochsinger, Carl: Eine neue Wärmekammer für lebensschwache Frühgeburten. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hochsinger, Carl: Über das Zyanose-Problem bei den angeborenen Herzfehlern der Frühkindheit. Aus dem ersten öffentlichen Kinderkranken-Institute in Wien aus Anlasß seines 150jahrigen Bestandes gewidmet. Sonderdruck. Wien: Gesellschaftsbuchdruckerei Brüder Holinek 1938.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Referenzen:

[1] Neues Wiener Journal, 9.7.1906, S. 2.

[2] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 31.7.1896, S. 359.

[3] Die Zeit, 8.8.1913, S. 6.

[4] Die Zeit, 14.6.1914, S. 8.

[5] Wiener Zeitung, 15.2.1919, S. 5.

[6] Neues Wiener Journal, 2.1.10918, S. 6.

[7] Moderne Welt, Juni 1922, S. 16.

Normdaten (Person):  Hochsinger, Carl: BBL:43823; GND: 126500177;

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  43823 (03.06.2024)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=43823

Letzte Aktualisierung: 2024 06 03

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TOP-JOURNAL des Monats: Nature Reviews Cancer (Journal Impact Factor: 78.5*)

TOP-JOURNAL des Monats: Nature Reviews Cancer (Journal Impact Factor: 78.5*) [en]

Die Universitätsbibliothek stellt die medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access  zur Verfügung.

Das  TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:

Nature Reviews Cancer

Zu den Volltexten: Jg. 1, H. 1 (2001) –

Laut den Habilitationsrichtlinien (https://www.meduniwien.ac.at/web/karriere/karriere-an-der-medizinischen-universitaet-wien/wissenschaftliche-karriere-an-der-meduni-wien/habilitation/) der MedUni Wien werden die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes in den Journal Citation Reports als Top Journals gewertet. Die zwischen 20% und 60% liegenden Zeitschriften gelten als Standard Journals.

Mit dem 2022 Journal Impact Factor 78.5 ist Nature Reviews Cancer ein Top-Journal in der Kategorie: ONCOLOGY – SCIE

ISSN: 1474-175X
12 issues/year

***

[en] The University Library offers top medical journals available on the MedUni Vienna campus and via Remote Access .

TOP JOURNAL of the month in the Van Swieten Blog is:

Nature Reviews Cancer

To the fulltexts: J. 1, H. 1 (2001) –

According to the habilitation guidelines defined by MedUni Vienna (https://www.meduniwien.ac.at/web/en/career/careers-at-the-medical-university-of-vienna/scientific-careers-at-the-meduni-vienna/venia-docendi/), the first 20% of journals in a specific JCR category are classed as Top Journals. Journals positioned between 20% and 60% are classed as Standard Journals.

In the Impact Factor ranking with the 2022 Journal Impact Factor 78.5  is Nature Reviews Cancer a Top Journal in the category: ONCOLOGY – SCIE

ISSN: 1474-175X
12 issues/year

Datenbank des Monats – Journal Citation Reports (JCR)

*2022 Journal Impact Factor
letzter Abruf: 31.05.2024

Gastautor Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig: Die Farbe

Die Farbe

Autor: Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig

„Solange man nicht ein Grau gemalt hat, ist man kein Maler.“
Cézanne

„Nicht nur die Philosophie lässt sich unter dem Aspekt der Grautönigkeit neu lesen, auch die Politik kann man als Vorgang der Vergrauung verstehen.“
Sloterdijk

Gräulich: seit der ‚Neuen Rechtschreibung‘ – ein ‚zweidäutiges‘ Adjektiv.

Cézanne – exzentrischer (Post-) Impressionist, hatte übrigens ein Leben lang DAS Grau gesucht: „Das Grau muss man finden“ meinte er. Selbst in seinem ausschließlich in Brauntönen gehaltenen „Stilleben in Schwarz und Weiß“ (1871-72) ist kein Grau zu entdecken.

Gustav Fechner (1801-1887) prägte den traumwandlerisch korrekt gewählten Begriff Eigengrau (“intrinsic gray.”): What the frog’s eye tells the frog’s brain.“

Bei völliger Dunkelheit und geschlossenen Augen wird es nicht pechschwarz ‚vor den Augen‘ – auch Blinde berichten über Grau oder Licht(er):

Doch da war das Licht.. Es übte auf mich einen geradezu faszinierenden Zauber aus. Jeden Tag danke ich dem Himmel, dass er mich schon als Kind, im Alter von nicht ganz acht Jahren, blind werden ließ. Ich weiß, dass ich seit dem Tag, an dem ich blind wurde, niemals unglücklich gewesen bin.. Ich sah das Licht. Ich sah es, obwohl ich blind war. Auch die Farben – alle Farben des Prismas – bestanden weiterhin. Das Licht breitete seine Farben auf Dinge und Wesen. Sie waren alle in einer Weise farbig gegenwärtig, wie ich es niemals vor meiner Erblindung gesehen hatte. Das Licht war für mich der Grund des Lebens. Ich ließ es emporsteigen wie Wasser in einem Brunnen und ich freue mich ohne Ende.“ Lusseyran (1981) Das wiedergefundene Licht. Die Autobiographie eines Menschen, den seine Blindheit sehen lehrte. Klett-Cotta; Ullstein.

Wie ist dieses Phänomen zu erklären? Ganz einfach, durch Daueraktivität neuronaler Elemente. Die retinalen Ganglienzellen z.B. feuern unentwegt, senden ihre Signale in die Zentrale, daher wird praefrontal kein Schwarz wahrgenommen. „RGCs spike tonically in steady illumination and are suppressed by both increases and decreases in illumination.“

Die Daueraktivität (psychophysisch ‚Eigengrau‘) wird durch verschiedene sinnesphysiologische Stimuli frequenzmoduliert – diese Potentialfolgen werden weitertransportiert und dekodiert, gleichsam. Neben Mustern und Kontrasten werden auch monochrome Eindrücke wahrgenommen.

Das ‚ideale‘ – theoretisch isolierte Grau – von dem der Träumer Cézanne schwärmte, kam in seiner Welt – vordergründig – nicht vor, da es immer eingebettet war – in der ihm eigenen Welt der Farben. Chiaroscuro oder Hell/Dunkel Werke (Clair-obscur peinture), Beispiele für Simultankontrast, Buntkontrast, Polychromie etc lassen erkennen, wie Farben aufeinander wirken, auch als Bunt/Unbunt, etwa durch ‚Konturflanken‘ – somit Illusionen schaffend: siehe https://michaelbach.de/ot/index-de.

Die Forderung „need for efficient communication about color“ (Lindsey et al) bleibt Wunschdenken, denn: Jeder Mensch sieht anders, nimmt anders wahr, empfindet anders; der Seheindruck des führenden Auges unterscheidet sich von dem des Partnerauges – das Umgebungslicht spielt eine wichtige Rolle, auch der retinale Adaptationszustand, die Kontrastphänomene, die optischen Täuschungen und Illusionen etc. gaukeln dem Bewusstsein alles Mögliche vor, aber keine objektiven ‚Daten‘ – um es auch hier in der einzigen zurzeit verständlichen Sprache zu formulieren. Daher kann es nur Teilerfolge geben bei Versuchen einander ‚objektive‘ Farb-Eindrücke mitzuteilen.

Auch Phänomene, wie – „Computational studies show that strikingly human-like similarities“, welche in die immer mehr anthropomorphisierte AI/KI Welt hineininterpretiert werden, halten keiner kritischen Prüfung stand. Demnach kann das Kunstprodukt virtuelle ‚Wirklichkeit‘ nur als Modellierung bezeichnet werden – eine  Näherung bestenfalls: “any similarities are therefore purely coincidental.“ – zu hart formuliert? Mag sein.

ROT:

am langwelligen Ende des sichtbaren Spektrums (mit fließendem Übergang zum Infrarot (~ 780 -1000 nm)), welches via „two-photon absorption“ über einen ’nonlinearen Prozess‘ auch humane retinale Rezeptoren aktivieren kann – “a finding that has not received a satisfactory physical explanation“..

Palczewska G et al (2014) Human infrared vision is triggered by two-photon chromophore isomerization. Proc Natl Acad Sci U S A;111(50):E5445-54.

‚Langwellen-Stimulationen‘ (650 – 900 nm) verbesserten in humanen ‚aged‘ retinae die Funktion durch “improved aged mitochondrial function“ sowie 

“increasing ATP production and reducing ROS“ (Single exposures to 670 nm light delivered in the morning, at only 8 mW/cm2). Über erste Erfolge wurde auch hierzulande berichtet. Shinhmar H et al (2021) Week-long improved colour contrasts sensitivity after single 670 nm exposures associated with enhanced mitochondrial function. Sci Rep;11(1):22872.

Besonders aufhorchen ließ eine ‚angekündigte‘ Rotlicht-Myopie-Prophylaxe (Repeated low-level red-light (RLRL)): „Evidence has suggested that RLRL may inhibit myopia progression“. Klingt vielversprechend – abwarten.. Zhu Q et al (2023) Repeated Low-Level Red-Light Therapy for Controlling Onset and Progression of Myopia-a Review. Int J Med Sci 4;20(10):1363-1376

 “670 nm red light has potential for medical applications. For example, 670 nm light could protect neuronal cells under treatment of cyanide, protect photoreceptors in rat and promote wound healing in primate retina, increase of mitochondrial metabolism, decrease of retinal inflammation, and reduction of oxidative cell stress may be achieved probably by changes of respiratory chain complex I, II and IV to affect cytochrome c oxidase (CCO), resulting in better energy metabolism within mitochondria. 670 nm red light may be used as a neuroprotectant against other light caused damage and certain toxins. Treatment with 670 nm red light decreases retinal inflammation by increasing mitochondria membrane potential, improves retinal healing, such as reducing raised intracellular pressure in rat retina, retards aging retinal functions. 670 nm LED may regulate inflammation and immunity in the retina of a mouse with macular degeneration, likely through promoting CCO expression, along with reduced inflammation. Respiration in aged retinal mitochondria may be enhanced by 670 nm light, showing better mitochondrial functions and inflammation reduction through activation of CCO. In fact, aged retina may possess a progressive oxidation increase by 670 nm light in 5 minutes. 670 nm light can improve oxygen-mediated degeneration within retina in mouse, showing decreased oxidative stress marker expression and reduction in hyperoxia. 670 nm light treatment may significantly retard lipid peroxidation, complement propagation in retina degeneration. Low levels of 670 nm light may prevent retinopathy by oxygen induction and lung damage by excessive oxygen and modulate expression of genes involved with inflammation, oxidative metabolism and apoptosis. Evidence has indicated that CCO is the primary photo receptor , promoting oxidative metabolism and increase ATP production, and is probably linked to increased CCO and reduced acrolein expression through the reparative and/or the protective mechanism. In fact, abundant research results supports its potential benefits in retinal diseases, stroke, neurodegeneration, neuromuscular disorders, hair regrowth, memory and mood disorders“.

Rotes Licht zeichnet sich durch besonders niedrige Energie aus: es hat halb so viele Elektronenvolt (eV) wie kurzwelliges, potentiell phototoxisches Licht.

BLAU: fließender Übergang zum Ultraviolett, potentiell phototoxisch – aus kurzer Distanz (und extrem hell), abhängig von Dauer der Expositionen und Intensität – cave zeitliche Summation. Blaulicht-Stimulationen: werden nicht empfohlen. Auch nicht die ‚blaue Schrift im Blauskotom‘ – im Maxwell spot. https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=31486. Üblicherweise droht kaum Gefahr durch ‚Blue Hazard‘ (https://michaelbach.de/2020/04/07/blauer-bloedsinn.html), abgesehen von Tagfahrlichtern und allen überdosierten, oft fehlentwickelten Scheinwerfern (auch Fahrrad, e-Bike, e-Scooter etc. als „little blinders“ neuerdings zynisch angepriesen) sowie gutgemeinten, aber blendenden Verkehrslichtern – sie provozieren erhöhte Unfallgefahr.

GRÜN: Labsal für alle Migräne-Patienten – als beruhigend und entspannend sowie konzentrationsfördernd beschrieben. „Blaues Licht ist die Hölle“ klagen viele geplagte Patienten (https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=38643

GELB: „wirke prächtig und edel und mache einen warmen und behaglichen Eindruck“ meinte der berühmte Meister der Farbenlehre (JW Goethe). Selbst die berechtigte, strenge Kritik Newtons ließ diesen Satz unkorrigiert stehen. Gelb verbessert die Kontrast- Sensitivität und reduziert vor Allem die Blaulicht blendungen. Rieger G. (1992) Improvement of contrast sensitivity with yellow filter glasses. Can J Ophthalmol;27(3):137-8.

Epilog: Farben sind das Leben für Maler. Sie dekorieren und würzen quasi das Menü der Sinneseindrücke, welches im Thalamus aufbereitet wird, bevor es den ‚höheren Instanzen‘ kredenzt wird – unserem Bewusstsein.

Farben – Philosophie: Sloterdijk P (2022) Wer noch kein Grau gedacht hat. Eine Farbenlehre. Suhrkamp

Lettvin JY et al (1959) What the frog’s eye tells the frog’s brain. Proc Inst Radio Eng.;47:1940–1951.

Heilig P et al (1968) Die Spontanaktivität von Einzel-Fasern des Nervus opticus der Katze bei Hypothermie. Gem. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Biophysik und der Österreichischen Gesellschaft für Reine und Angewandte Biopysik (1968) R.A.B Wr Med Akad 45-48

Heilig P 82018) Der blinde Mann, der sehen kann. Der Zauber des Lichts. https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=31273https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=31273

Jacoby J (2015) An Amacrine Cell Circuit for Signaling Steady Illumination in the Retina. Cell Rep;13(12):2663-70.

Lindsey DT et al (2021) Lexical Color Categories. Annu Rev Vis Sci;7:605-631: „ the need for efficient communication about color“

 Spence C (2023) On the manipulation, and meaning(s) of color in food: A historical perspective. J Food Sci;88(S1):5-20.

de Mejia EG et al (2020) The Colors of Health: Chemistry, Bioactivity, and Market Demand for Colorful Foods and Natural Food Sources of Colorants. Annu Rev Food Sci Technol;11:145-182: „Betalains, carotenoids, phycocyanins, and anthocyanins are major food colorants used in the food industry that have documented biological effects, particularly in the prevention and management of chronic diseases such as diabetes, obesity, and cardiovascular disease.“

Zha J et al (2020) Making brilliant colors by microorganisms. Curr Opin Biotechnol;61:135-141: „anthocyanins have demonstrated medicinal roles in humans and animals, such as the strong absorption of ultraviolet light and the prevention of cancer, cardiovascular diseases, neurodegenerative diseases, obesity, and diabetes.“

Meruvu H (2021)et al Colors of life: a review on fungal pigments. Crit Rev Biotechnol;41(8):1153-1177 “Fungi are paramount sources of natural pigments.“

Nascimento SMC et al (2021) Naturalness and aesthetics of colors – Preference for color compositions perceived as natural. Vision Res;185:98-110.

Jonauskaite D et al (2020) Universal Patterns in Color-Emotion Associations Are Further Shaped by Linguistic and Geographic Proximity. Psychol Sci; 31(10):1245-1260.

Pene CHM, Muramatsu A, Matsuzawa T. Color discrimination and color preferences in Chimpanzees (Pan troglodytes). Primates;61(3):403-413.

Von allen Formen esoterischer Licht- ‚Philosophie‘ wird Abstand genommen.

Gender: beyond

Interest: no conflict

*************************

Interessenkonflikt:
Der Autor erklärt, dass bei der Erstellung
des Beitrags kein Interessen –
konflikt im Sinne der Empfehlung des
International Committee of Medical
Journal Editors bestand.

Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig
Augenheilkunde und Optometrie
peter.heilig@univie.ac.at

Veranstaltung:

Wahrgenommen
15.10.24 um 19.00 h

im Otto-Mauer-Zentrum – KAVÖ
Währinger Str. 2-4  A-1090 Wien

Veranstaltung Wahrgenommen

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [283]: Kassowitz, Max – Kinderarzt, Leiter des Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstituts in Wien

Kassowitz, Max – Kinderarzt, Leiter des Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstituts in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 29.05.2024

Keywords: Kinderarzt, Erstes Öffentliches Kinder-Krankeninstitut, Medizingeschichte, Wien

Max Kassowitz wurde als Sohn von Ignaz Kassowitz (1817-1875) und Katherina (1829-1878), geborene Pollak, am 14. August 1842 in Pressburg in Ungarn (heute: Bratislava/Slowakei) geboren. Seit 1876 war er mit Emilie Rosenthal (1854-1938) verheiratet, die als Frauenrechtsaktivistin und Schriftstellerin den Verein abstinenter Frauen gegründet hatte und der Antialkohol-Kommission des Bundes Österreichischer Frauenvereine angehörte. Unter den gemeinsamen fünf Kindern war sein Sohn Karl Kassowitz (1886-1978), der bis 1938 als Kinderarzt in Wien arbeitete, und seine Tochter Julie, verheiratete Schall (1882-1924), eine Biologin, die sich wie ihre Eltern in der Antialkoholbewegung und im Bund Österreichischer Frauenvereine einsetzte.

Nachdem Kassowitz in Pressburg das Gymnasium absolviert hatte, studierte er an der Universität Wien Medizin und promovierte am 11. November 1863 und am 24. Mai 1864 im Fach Chirurgie. Danach arbeitete er als Aspirant und Sekundararzt an verschiedenen Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses in Wien.

Erstes Öffentliches Kinder-Krankeninstitut

1869 trat Kassowitz als Sekundararzt in das Erste Öffentliche Kinder-Krankeninstitut in Wien ein, und übernahm 1882 als Nachfolger von Leopold Maximilian Politzer (1814-1888) die Leitung des Institutes. Kassowitz entwarf eine Instruktionsverordnung für die Direktion des Institutes, mit er die Aufgabengebiete des Institutes regelte, sowie 1904 das „Statut für das Erste Öffentliche Kinder-Krankeninstitut in Wien“. Unter seiner Direktion erfuhr das Institut eine massive Steigerung der Zahl an Patient:innen und eine räumliche Erweiterung und Spezialisierung, die sich in der Einrichtung verschiedener medizinischer Abteilungen niederschlug. Zu seinen Schülern am Institut gehörte neben Sigmund Freud (1856-1939), sein späterer Nachfolger Carl Hochsinger (1860-1942), Leopold Königstein (1850-1924) und Julius Drey (1858-1939).

Kassowitz als Wissenschaftler und Schriftsteller

1886 habilitierte sich Kassowitz an der Universität Wien im Fach Kinderheilkunde zum Privatdozenten, 1891 erfolgte seine Ernennung zum a.o. Professor.[1]

Neben seiner Tätigkeit am Institut, wo er auch die institutseigene Zeitschrift „Beiträge zur Kinderheilkunde aus dem Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitutin Wien“ herausgab, beschäftigte er sich u.a. mit der Erforschung der hereditären Syphilis und der Pathophysiologie der Rachitis und entwickelte eine Phosphorbehandlung mit Lebertran bei Kindern mit Rachitis. Dazu publizierte er 1881 „Syphilis und Rachitis“, 1883 „Die Phosphorbehandlung der Rachitis“, 1889 „Zur Theorie und Behandlung der Rachitis“ und 1901 „Über Phosphorlebertran“. Ein weiteres Forschungsfeld lag auf der Behandlung der Diphterie, zu der er u.a. 1895 „Wie steht es mit der Serumbehandlung der Diphterie“, 1900 in der Wiener medizinischen Wochenschrift die Artikelserie „Kritisches über Diphteriebacillen und Heilserum“ publizierte.[2]

Zu seinen Hauptwerken zählen neben der 1876 veröffentlichen Arbeit „Vererbung der Syphilis“, und „Die Phosphorbehandlung der Rachitis“, die 1910 erschienene Publikation „Praktische Kinderheilkunde in 36 Vorlesungen für Studierende und Ärzte“. Zahlreiche seiner wissenschaftlichen Aufsätze befinden sich in der Separata-Bibliothek an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien und an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Bild aus: Hochsinger: Die Geschichte des Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitutes […]. Wien: Verlag 1938.

Biologie und Naturphilosophie

Neben seinen medizinischen Forschungen beschäftigte sich Kassowitz mit Fragen der Biologie, die er u.a. unter dem Titel „Biologische Probleme“ in mehrere Arbeiten zur organischen Stoffumwandlung,  erschienen von ihm vier Bände „Allgemeine Biologie“, deren ersten Band er 1898 im Wiener physiologischen Klub vorstellte und dessen Vortrag in der Wiener medizinischen Wochenschrift unter dem Titel „Die Einheit der Lebenserscheinungen“ abgedruckt wurde.[3] Beide Reihen befinden sich in der Separata-Bibliothek. 1908 veröffentlichte er in der Zeitschrift für Psychologie und Neurologie den Aufsatz „Körper und Seele[4] und im selben Jahr seine naturphilosophisch angelegte Monografie „Welt, Leben, Seele. Ein System der Naturphilosophie in gemeinfasslicher Darstellung“.

Zivilgesellschaftliche Aktivitäten: Antialkoholkampagne, Schule, Frauenrechte

Neben seiner ärztlichen und wissenschaftlichen Arbeit waren Kassowitz und seine Familie in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen aktiv, was sich auch in seiner regelmäßigen und über viele Jahre erfolgten Referententätigkeit an den Wiener Volksbildungseinrichtungen wie dem Volksheim, der Urania, oder dem Wiener Volksbildungsverein niederschlug. Er engagierte sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Emilie und seine Tochter Julie in der Antialkoholbewegung, wozu er neben seinen Vorträgen zu diesem Thema auch zahlreiche Artikel verfasste. Darunter in Zeitungen wie 1901 in den sozialdemokratischen Publikationsorganen „Arbeiterwille“[5] und der „Arbeiterinnen Zeitung“ („Gebt den Kindern keinen Alkohol“)[6] und in Fachzeitschriften, wie im „Jahrbuch für Kinderheilkunde und physische Erziehung“ mit dem Aufsatz „Alkoholismus im Kindesalter“,[7] der auf seinem 1900 gehaltenen Vortrag am 8. Internationalen Kongress gegen Alkoholismus in Wien, beruhte. 1904 erschien von ihm der Artikel „Der Arzt und der Alkohol“.[8]

Weiters unterstützte er den Verein „Ferienheim. Verein für israelitische Ferienkolonien“,[9] der Kindern aus verarmten jüdischen Familien einen Ferienaufenthalt organisierte, oder seit seiner Gründung 1905 den Verein „Freie Schule“. Kassowitz gehörte auch zu jener Gruppe von Mitstreitern, die aus medizinischen Gründen eine Reform der Frauenkleidung anstrebten, wozu er die Sozialarbeiterin und Frauenrechtlerin Marie Lang (1858-1934) durch ein Gutachten für deren von ihr herausgegebenen Zeitschrift Dokumente der Frauen“,[10] sowie den vom Gynäkologen Hugo Klein (1863-1937) gegründeten „Verein zur Verbesserung der Frauenkleidung“ unterstützte. 1904 beurteilte er in der von der Frauenrechtsaktivistin Auguste Fickert (1855-1910) herausgegeben Zeitschrift „Neues Frauenleben“ die seit 1897 schrittweise Zulassung von Frauen zum Studium als positiv und sprach sich gegen jegliche weitere Beschränkung aus.[11]

Kassowitz war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und der Russischen Gesellschaft für Kinderheilkunde in St. Petersburg.

Zu seinem 70. Geburtstag erschien 1912 eine von Benjamin Gomperz (1861-1935) und Carl Hochsinger und Rudolf Neurath herausgegebene Festschrift.

Kassowitz verstarb am 23. Juni 1913 in Wien.

1914 gab seine Tochter Julie Kassowitz-Schall (1882-1924) die „Gesammelten Abhandlungen von Max Kassowitz: mit einem vollständigen Verzeichnis der Arbeiten des Verfassers“ heraus.

1914 erschien von ihm noch posthum „Die Gesundheit des Kindes. Belehrung für junge Eltern“.

Max Kassowitz, Todesanzeige, Neue Freie Presse, 23.6.1913, S. 13

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-006, Kassowitz Max (Nationalien Datum: 1862/63).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-131a, Kassowitz Max (Rigorosum Datum: 1863).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 181-1124, Kassowitz Max (Promotion Datum: 24.11.1863).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 181-624, Kassowitz Max (Promotion Datum: 24.5.1864).

UAW, Rektoratsarchive, Akademischer Senat, Akten-Sonderreihe, S. 304 Personalblätter, Senat S 304.585 Kassowitz Max (14.08.1842-23.06.1913; Kinderheilkunde).

Literatur:

Kassowitz, Max und Carl Hochsinger: Statut für das Erste Öffentliche Kinder-Krankeninstitut in Wien. (Xerokopie). Wien: typ. Engel 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: SA-522]

Kassowitz, Max: Syphilis und Rachitis. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Verlag von L. Bergmann & Comp. 1881.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Kassowitz, Max: Die Phosphorbehandlung der Rachitis. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medizin. Wien: 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 51083]

Kassowitz, Max: Zur Theorie und Behandlung der Rachitis. Aus dem I. Öffentlichen Kinder-Krankeninstitute in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, Buchhandlung 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Kassowitz, Max: Über Phosphorlebertran. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 25915]

Kassowitz, Max: Wie steht es mit der Serumbehandlung der Diphtherie? Vortrag. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: Abschr.48]

Kassowitz, Max: Die Vererbung der Syphilis. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbücher. Wien: Braumüller 1876.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 4328]

Kassowitz, Max: Praktische Kinderheilkunde in 36 Vorlesungen für Studierende und Ärzte. Berlin: Springer 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 61367]

Hochsinger, Carl: Die Geschichte des Ersten Öffentlichen Kinder-Krankeninstitutes in Wien, während seines 150jährigen Bestandes 1788-1938. Wien: Verlag des Kinder-Krankeninstitutes 1938.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 10087]

Kassowitz, Max: Allgemeine Biologie. 4 Bände. Wien: Perles 1899-1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 30161]

Kassowitz, Max: Welt – Leben – Seele. Ein System der Naturphilosophie in gemeinfasslicher Darstellung. Wien: Perles 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 56373]

Max Kassowitz zur Feier seines siebzigsten Geburtstages von Schülern, Freunden und Verehrern gewidmete Festschrift. Hrsg.: Benjamin Gomperz, Carl Hochsinger und Rudolf Neurath. Berlin: Springer 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 62274]

Kassowitz, Max: Gesammelte Abhandlungen von Max Kassowitz. Mit einem vollständigen Verzeichnis der Arbeiten des Verfassers, einem Portrait und 2 Figuren im Text. Hrsg.: Julie Kassowitz-Schall und August Büttner. Berlin: Springer 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 1930]

Referenzen:

[1] Wiener Zeitung, 22.5.1891, S. 1.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1899, Sp. 1737-1739; Nr. 49, Sp. 2265-2268 und 1900; Nr. 8, Sp. 361-365; Nr. 9, 1900, Sp. 418-422

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1898, Sp. 2265-2270; Nr. 49, Sp. 2325-2332; Nr. 50, Sp. 2368-2373; Nr. 51

[4] Zeitschrift für Psychologie und Neurologie, H 1/2, 1908, S. 82-95.

[5] Arbeiterwille, 22.12.1901, S. 5.

[6] Arbeiterinnen-Zeitung, Nr. 12, 1901, S. 5-6.

[7] Jahrbuch für Kinderheilkunde und physische Erziehung, 1901, Alkoholismus im Kindesalter, S. 512-541.

[8] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1904, Sp. 101-107; Nr. 4, Sp. 166-171; Nr. 5, Sp. 225-231; Nr. 6, Sp. 273-279; Nr. 7, Sp. 301-307; Nr. 8, Sp. 349-352.

[9] Die Presse, 30.4.1896, S. 3.

[10] Dokumente der Frauen, Bd. 6, Nr. 22, S. 671.

[11] Neues Frauenleben, März 1904, S. 6.

Normdaten (Person): Kassowitz, Max: BBL: 43821; GND: 116119675;

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BBL:  43821 (29.05..2024)
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Letzte Aktualisierung: 2024 05 29

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SCIENTIFIC WRITING HACKS: ZITIERFÄHIGKEIT VON GRAUER LITERATUR

Hack #28: Unter Grauer Literatur versteht man Quellen, die nicht über Verlage veröffentlicht werden. Dazu zählen u.a. unveröffentlichte Berichte, klinische Studien und Konferenzbeiträge, sowie Blog-Beiträge, Hochschulschriften etc. Sie stellen eine wertvolle Ergänzung zu Verlagspublikationen dar und sind v.a. für Evidenzsynthesen (Systematic Reviews) unverzichtbare Zusatzquellen. Da diese Quellen teilweise keiner institutionalisierten Begutachtung (z.B. Peer Review) unterzogen wurden, muss die eigene Evaluierung umso gründlicher ausfallen. Die AACODS-Checkliste liefert Ansatzpunkte zur Überprüfung der Zitiertauglichkeit jeglicher Literaturquellen.

Weiterführende Links zur Definition von Grauer Literatur und möglichen Suchwerkzeugen für diese Literaturform:

Tutorial der Cornell University Library: Evaluating Information – Gray Literature

Research Guide der University of California Irvine zu Grauer Literatur in Systematic Reviews & Evidence Synthesis Methods

LibGuide der Royal Roads University zu Grauer Literatur

Research Guide der University of Michigan Library zu Grauer Literatur

Informationen des Massachusetts General Hospitals zu Grauer Literatur

LibGuide der Illinois University Library zu Grauer Literatur

Interaktiver Research Guide der Vanderbilt University Library zu Grauer Literatur

(letzter Abruf jeweils am 24.05.2024)

SCIENTIFIC WRITING HACKS: NEU: GESETZESÄNDERUNG ZUR NUTZUNG VON KI IM WISSENSCHAFTSBETRIEB

Hack #27:

Ein Beitrag unter Mitwirkung von Hermann Hayn, Katharina Fuchs und Roman Lampl.

Das Hochschulrechtspaket 2024 wurde am  17.4.2024 durch den Nationalrat beschlossen und am 30.04.2024 im Bundesgesetzblatt kundgemacht. Wissenschaftliche und künstlerische Integrität ist nun für alle Hochschulen im Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz (HS-QSG) verankert. Integrität im wissenschaftlichen und künstlerischen Studien-, Lehr- und Forschungsbetrieb umfasst, „eine Kultur der wissenschaftlichen oder künstlerischen Redlichkeit und Qualität“ (§ 2a Abs. 1 HS-QSG).

Im Zuge des Hochschulrechtspakets 2024 wurde die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel um die missbräuchliche Nutzung von Anwendungen Künstlicher Intelligenz erweitert. Die missbräuchliche Nutzung von solchen Anwendungen ist nun auch gesetzlich als wissenschaftliches oder künstlerisches Fehlverhalten zu werten (§ 2a Abs. 3 Z 2 HS-QSG).

Während die UG-Novelle überwiegend mit 1.5.2024 in Kraft trat, treten die Änderungen im HS-QSG mit 1.7.2024 in Kraft.

Link zum Bundesgesetzblatt I Nr. 50/2024: BGBLA_2024_I_50

Empfehlungen zur integren Ausweisung von KI Verwendung in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten siehe auch

Link zu Final_thesis_submisssion_Checklist: Final_thesis_submission_checklist_22.04.2024-1

Link zu Latest_authorized_Thesis_outline: Latest_authorized_Thesis_Outline_29.04.2024

https://www.meduniwien.ac.at/web/studierende/mein-studium/phd-programme-un094/forms/

EN:

A contribution with the participation of Hermann Hayn, Katharina Fuchs and Roman Lampl.

The Higher Education Law Package 2024 was passed by the National Council on April 17, 2024 and published in the Federal Law Gazette on April 30, 2024. Academic and artistic integrity is now enshrined in the Higher Education Quality Assurance Act (HS-QSG) for all universities. Integrity in academic and artistic study, teaching and research activities includes „a culture of academic or artistic honesty and quality“ (Section 2a (1) HS-QSG).

As part of the Higher Education Law Package 2024, the use of unauthorized aids was expanded to include the misuse of artificial intelligence applications. The misuse of such applications is now also legally considered scientific or artistic misconduct (Section 2a para. 3 no. 2 HS-QSG).

While the UG amendment mainly came into force on May 1, 2024, the amendments to the HS-QSG come into force on July 1, 2024.

Link to the Federal Law Gazette I No. 50/2024: BGBLA_2024_I_50

Recommendations for the integral designation of AI use in scientific theses see also

Link to Final_thesis_submission_checklist: Final_thesis_submission_checklist_22.04.2024-1

Link to Latest_authorized_Thesis_outline: Latest_authorized_Thesis_Outline_29.04.2024

https://www.meduniwien.ac.at/web/studierende/mein-studium/phd-programme-un094/forms/

Translated with DeepL.com (free version) May 29, 2024

Webinar: Erfolgreich Publizieren, 15. 5. 2024, 16-17Uhr

 

 

 

Dieses Webinar beschäftigt sich mit der zentralen Bedeutung der Wissenschaftskommunikation für die Publikation. Die Teilnahme ist kostenlos.

Agenda:
1. Begrüßung und Einführung
2. Wissenschaftskommunikation und Outreach Einführung
3. Warum Öffentlichkeitsarbeit wichtig ist – Beispiele aus der Praxis
4. Präsentation und Live-Fragerunde mit einem Experten für Öffentlichkeitsarbeit
5. Karger’s Angebote für akademische Einrichtungen und Forscher
6. Schlussbemerkungen

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