Ein besonderer Schatz, der sich in der Zweigbibliothek für Zahnmedizin befindet, ist die Bibliothek der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ÖGZMK, gegründet 1861 als Verein).
Seit heute sind bedeutende Werke der Zahnmedizingeschichte aus diesem Bestand auch digital im Repositorium MedUni Wien ePub
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abrufbar. Die Sammlung Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde wird künftig regelmäßig erweitert und macht damit ein wichtiges Stück zahnmedizinischer Geschichte digital zugänglich.
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [356]: Braun, Michael – Marinestabsarzt und Ohrenarzt in Wien
Braun, Michael – Marinestabsarzt und Ohrenarzt in Wien
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 23.01.2026
Keywords: Militärarzt, Ohrenarzt, Allgemeines Krankenhaus, Medizingeschichte, Triest, Pula, Wien
Michael (Moritz, Moriz) Braun wurde am 25. Mai 1842 in Kaszo in Ungarn als Sohn eines Gutspächters geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums studierte er in Budapest und Wien Medizin, wo er das Studium mit dem Rigorosum und am 31. März 1868 mit seiner Promotion zum Doktor der Medizin und der Chirurgie abschloss.
Am 25. Jänner 1868 trat er als provisorischer Korvettenarzt in die österreichisch-ungarische Marine ein.[1] Zunächst wurde er im Seebezirk Triest der Panzerfregatte Salamander zugeteilt;[2] ab 1869 versah er seinen Dienst auf dem Schrauben-Kanonenboot „Herka“.[3] 1870 wurde er in den Seebezirk Pula überstellt. Dort war er bis 1871 auf der „Bellona“, 1871-1872 auf der „Dandolo“, 1875-1876 auf dem Dampfer „Andreas Hofer“,[4] 1876-1878 als Arsenalinspektionsarzt in Pula, 1879-1881 im Marinespital „Custoza“, 1881 auf dem Aviso-Schiff „Miramare“,[5] sowie 1881-1882 auf dem Schiff „Erzherzog Albrecht“ tätig.
Danach diente er erneut im Seebezirk Triest, zunächst im Matrosendetachement, [6] sodann auf dem Schiff „Novara“, und 1885 als Spitalsleiter in Dignano. 1886 wurde er dem Marinespital Pula zugewiesen und war im Anschluss daran als Assistenzarzt in Istrien tätig.[7] Im November 1871 erfolgte seine Ernennung zum Korvettenarzt,[8] 1876 zum Linienschiffs-Arzt.[9] Im April 1887 schied er aus dem aktiven Marinedienst (im Ruhestand) aus, und ließ sich als Facharzt in Triest nieder. 1895 erhielt den Titel eines Marinestabsarztes.[10]
In Triest entwickelte Braun die sogenannte Vibrationsmassage und veröffentlichte in den folgenden Jahren zahlreiche Arbeiten, darunter 1887 „Zur Kasuistik der Nasenrachentumoren“,[11] 1888, „Papilloma des linken Aryknorpels und der Intraarytenoideal-Schleimhaut“[12] sowie 1889 „Blutlose Operation eines Nasenrachenpolypen,“[13] „Hochgradiges Stottern, Schwerhörigkeit und intensive Kopfschmerzen mit Unvermögen die Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand durch längere Zeit zu concentrieren, geheilt durch Zerstörung adenoider Vegetationen im Nasenrachenraume“ und die Entgegnung „Erwiderung des Dr. Michael Braun aus Triest an den Herrn Professor O. Chiari in Wien.“
1890 erschienen in Triest zunächst im Selbstverlag die Monografie „Massage, beziehungsweise Vibrationen der Schleimhaut der Nase, des Nasenrachenraumes und des Rachens“ sowie im selben Jahr „Ueber Vibrationsmassage der oberen Atemwege“. Weitere Arbeiten zur Vibrationsmassage publizierte Braun 1897 „Vibrationsmassage der Schleimhaut, der oberen Luftwege mittels Sonden“[14] und 1925 „Behandlung der progressiven Schwerhörigkeit (Taubheit) durch manuelle Dauervibrationen“,[15] die er 1928 als Monografie im Verlag Moriz Perles herausgab.
Im Mai 1902 übersiedelte Braun von Triest nach Wien, wo er zunächst in Wien 1, Kolowratring 14, eine private Arztpraxis für Erkrankungen der Nase, des Kehlkopfes und der Ohren eröffnete, die er später nach Wien 1, Stubenring 16 verlegte.

Braun Michael: Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 28.5.1929, S. 5.
Zum Kreis seiner Patienten zählten Kaiserin Elisabeth (1837-1898) und weitere Mitglieder des Kaiserhauses sowie u.a. Wilhelm von Tegetthoff (1827-1871), darüber hinaus erlangte Braun wegen seiner Behandlungsmethoden internationale Beachtung.
1894 erhielt Braun das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens,[16] 1899 den fürstlich montenegrinischen Danilo-Orden 4. Klasse,[17] 1901 den königlich serbischen St. Save Orden,[18] 1908 den Orden der Eisernen Krone[19] und im Februar 1914, mit Antritt seines Ruhestandes, das Offizierskreuz des Franz Josef-Orden[20]. Während des Ersten Weltkrieges – er meldete sich im August 1914 freiwillig aus dem Ruhestand zum Kriegsdienst – erhielt er das Offiziersehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration für besondere Verdienste um die militärische Sanitätspflege.[21]
Michael Braun verstarb am 14. Juli 1931 in Wien.

Michael Braun: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 15.7.1931, S. 4.
Quellen:
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-21a, Braun Moritz (Rigorosum Datum: 1867).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-214, Braun Moritz (Promotion Datum: 8.11.1867).
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Österreichische Soldatenfreund, 29.2.1868, S. 144.
[2] Neue militärische Zeitschrift, Nr. 3, 1868, S. 108.
[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1869, Sp. 564.
[4] Der Kamerad. Österreichisch-ungarische Wehr-Zeitung, 4.10.1876, S. 3.
[5] Österreichischer Soldatenfreund, 18.2.1881, S. 111.
[6] Österreichischer Soldatenfreund, 30.6.1882, S. 414.
[7] Danzers Armee-Zeitung, 28.8.1931, S. 6.
[8] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 7.11.1871, S. 372.
[9] Neue Freie Presse, 30.10.1876, S. 7.
[10] Die Presse, 16.3.1895, S. 4.
[11] Internationale klinische Rundschau, Nr. 27, 1887, Sp. 852.
[12] Internationale klinische Rundschau, Nr. 19, 1888, Sp. 714-715.
[13] Internationale klinische Rundschau, Nr. 11, 1889, S. 463-464.
[14] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 2.11.1897, S. 498.
[15] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1925, Sp. 2665-2668.
[16] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 49, 1894, Sp. 2119.
[17] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 3, 1899, S. 61.
[18] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 3, 1902, S. 133.
[19] Der Militärarzt, Nr. 9, 1908, Sp. 144.
[20] Der Militärarzt, Nr. 3, 1914, Sp. 68.
[21] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 47, 1915, Sp. 1756.
Normdaten (Person): : BBL: ; GND:
VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 48561 (23.01.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=48561
Letzte Aktualisierung: 2026.01.23
Scientific Writing Hacks: Ihr sucht einen ruhigen Ort zum Lernen an der MedUni Wien?
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„Ihr sucht einen ruhigen Ort zum Lernen an der MedUni Wien? In diesem MedHack (You Tube Shorts) könnt ihr erfahren, wo!“
Letzter Zugriff: 21.01.2026
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Im AKH Wien stehen auf Ebene 5C ein Studierendenlesesaal und auf 5E der Lesesaal der Hauptbibliothek mit über 300 Lern-und Leseplätzen zur Verfügung.
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It is also possible to renew an already active library card by email.
Scientific Writing Hacks: How to access Nature Masterclasses on-demand
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Letzter Zugriff: 14.01.2026
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [355]: Galatti, Demetrio – Kinderarzt, Assistent an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Arzt am Leopoldstädter Kinderspital, dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim und dem Bettina-Spital
Galatti, Demetrio – Kinderarzt, Assistent an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Arzt am Leopoldstädter Kinderspital, dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim und dem Bettina-Spital
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 12.01.2026
Keywords: Kinderarzt, Allgemeines Krankenhaus, Wiener Allgemeine Poliklinik, Leopoldstädter Kinderspital, Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim, Lucina, Bettina-Spital, Medizingeschichte, Wien
Demetrio (Demetrius, Demeter) Galatti wurde am 15. Juni 1853 als Sohn einer griechischen, der chiotischen Diaspora entstammenden Kaufmannsfamilie in Triest geboren. Nach dem Besuch der griechischen Schule (Unterstufe) und danach des deutschen Gymnasiums absolvierte er 1873 das Kommunal-Realgymnasium in Triest.
Im Anschluss daran studierte er an der Universität Wien Medizin. Er legte 1885 das Rigorosum ab und wurde am 26. März 1887 zum Doktor der Medizin promoviert. Bereits seit 1884 war er als Aspirant an der Kinderklinik bei Hermann Widerhofer (1832-1901) tätig. Zwei Jahre später arbeitete er als erster Sekundararzt unter dem Primarius Balthasar Unterholzner (1843-1907) am Leopoldstädter Kinderspital. Dort führte er die O’Dwyer‘sche Kehlkopfintubation ein und befasste sich insbesondere mit infektiösen Ausschlagerkrankungen sowie mit Fragen der Säuglingsernährung, zu denen er u.a. 1902 die Studie „Versuche über ein neues Kindernährmehl“ veröffentlichte.
Seit Mai 1892 führte Galatti eine private kinderärztliche Praxis in Wien I, Schottenring 14.
Leopoldstädter Kinderspital und Wiener Allgemeine Poliklinik
Im Anschluss an seine Tätigkeit am Leopoldstädter Kinderspital wechselte Galatti 1889 als Assistent an die II. Kinderabteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik. Dort arbeitete er unter dem Dozenten Maximilian Herz (1837-1890), dem Abteilungsvorstand Ferdinand Frühwald (1854-1908) sowie dem Direktor der Poliklinik Alois Monti (1839-1909). In diesem Umfeld publizierte er 1890 „Versuche über Lipanin als Ersatzmittel für Leberthran“ und 1892 „Ueber Intubation“ und „O’Dwyer’s Intubation als Ersatz für die Tracheotomie bei der diphtherischen Larynxstenose“, 1894 „Versuche mit Ichthyol“, „Ein Fall von 436stündiger Intubation“, 1895 „Ueber einige Neuerungen im Intubationsverfahren“ sowie 1902 die Monografie „Das Intubationsgeschwür“.
Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim (Lucina) und Bettina-Spital
Neben seiner ärztlichen Praxis engagierte sich Galatti in vielfältiger karitativer Weise. Rund 25 Jahre wirkte er unentgeltlich an der von Hugo Klein (1863-1937) gegründeten Entbindungsanstalt „Lucina“, dem späteren Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim. Er gehörte dem Vereinsvorstand an und war seit 1932 hier als Konsiliararzt tätig; zudem hielt er dort Kurse zur Säuglingspflege ab.[1] Aus dieser Arbeit gingen u.a. die Publikationen „Bericht über Säuglingserkrankungen der ersten Lebenstage (1903-1904)“ (1905) und „Einfluß der Entbindungsheime und der Stillfürsorge auf die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahre“ (1909) hervor. Daneben war Galatti noch vor dem Ersten Weltkrieg als Kinderarzt am Brigitta-Spital tätig[2] und gehörte dem Ausschuss des italienischen Wohltätigkeitsvereins in Wien sowie dem Verein zur Errichtung und Erhaltung von Seehospizen und Asylen an[3].
Weitere Arbeiten von Galatti befinden sich in der Separata-Sammlung an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin; darunter auch Beiträge, die er in italienischen Fachzeitschriften veröffentlichte. Zudem publizierte er im von Heinrich Adler (1849-1909) herausgegebenen „Taschenbuch für Civilärzte“, u.a. 1896 den Beitrag „Über künstliche Ernährung der Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr“.[4] Galatti war ferner Mitarbeiter der Fachzeitschrift „Archivio Italiano di Pediatria“ in Neapel sowie der in Rom erschienen „Igiene dell´infanzia a medicina preventiva“. Als Übersetzer brachte er 1889 eine autorisierte deutsche Ausgabe der Schrift „Der Irrsinn im Kindesalter“ des französischen Psychiaters Paul Moreau (1844-1908) heraus.
Galatti nahm 1895 am Internationalen Kongress für die Kindheit in Florenz mit einem Referat über Ferienkolonien und Kindergärten teil,[5] war 1899 auf dem Internationalen Kongress für Kinderschutz vertreten und nahm 1912 am Internationalen Kongress für Pädiatrie[6] in Paris teil.
Er war Mitglied der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde. 1899 erhielt Galatti den königlichen italienischen Kronenorden,[7] 1907 das Ritterkreuz des königlich griechischen Erlöserordens[8] und 1913 das Ritterkreuz des Ordens des Heiligen Grals, verliehen durch den griechischen Patriarchen in Konstantinopel.[9]
Gemeinsam mit Friedrich Karl von Rokitansky (1866-1942), einem Sohn des Gynäkologen Carl von Rokitansky (1839-1898) und Enkel des Pathologen Carl von Rokitansky (1804-1878), erhielt er 1894 vom Handelsministerium die Bewilligung zur Durchführung von Vorarbeiten für den Bau einer Schmalspurbahn von Gloggnitz nach Schottwien.[10]
Galatti verkehrte in den Wiener wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen des Fin de Siecle unter anderem im Umfeld von Gustav Mahler sowie den Familien Zuckerkandl und Rokitansky.
Demetrio Galatti verstarb am 28. Dezember 1933 in Wien.[11]

Bildnis: Galatti Demetrio, Wiener medizinische Wochenpresse, Nr. 4, 1934, S. 115.
Quellen:
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-115a, Galatti Demetrius (Rigorosum Datum: 1885).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1970, Galatti Demeter (Promotion Datum: 26.3.1887).
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 50199]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
Galatti, Demetrio: Das Intubationsgeschwür und seine Folgen. Wien: Safar 1902.
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 62041]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Die Zeit, 28.2.1911, S. 15.
[2] Neue Freie Presse, 6.6.1914, S. 11.
[3] Deutsches Volksblatt, 23.4.1904, S. 6.
[4] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 17.9.1895, S. 422.
[5] Neue Freie Presse, 27.12.1894, S. 4.
[6] Neue Freie Presse, 9.10.1912, S. 11.
[7] Wiener Zeitung, 6.10.1899, S. 1.
[8] Wiener Zeitung, 2.5.1907, S. 1.
[9] Wiener Allgemeine Zeitung, 7.11.1913, S. 3.
[10] Wiener Zeitung, 14.2.1894, S. 8.
[11] Nachruf: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1934, S. 114-115.
Normdaten (Person): : BBL: ; GND:
VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 48559 (12.01.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=48559
Letzte Aktualisierung: 2026.01.12
Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [354]: Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus
Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 08.01.2026
Keywords: Gynäkologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Maria-Theresia-Frauenspital, Diakonissenkrankenhaus, Medizingeschichte, Wien
Josef Wilhelm Fabricius (auch: Fabritius) wurde am 23. Jänner 1865 in Craiova in der Walachei (heute Rumänien) geboren. Sein Vater Josef Fabricius (Fabritius) (1830-1888) war Absolvent der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Promotion 1855) sowie Augenarzt und Oberphysikus in Kronstadt (heute Brasov/Rumänien). Seine Mutter hieß Heloise, geborene Bienek. Sein Bruder August Fabricius (Fabritius) (1857-1945) war ebenfalls als Augenarzt in Kronstadt tätig. Fabricius war mit Clara Stützner verheiratet, mit der er den Sohn und Dirigenten Josef Fabricius (1904-) hatte.
Nach Abschluss des Gymnasiums in Kronstadt studierte Fabricius Medizin an den Universitäten in Graz und Heidelberg sowie zuletzt an der Universität in Wien, wo er das Studium am 8. März 1890 mit der Promotion abschloss. Bereits während seiner Studienzeit war er in Graz als Operateur bei Anton Wölfler (1850-1917) tätig. Anschließend arbeitete er an der II. Chirurgischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Theodor Billroth (1829-1894). Hier veröffentlichte er 1892 in der Billroth gewidmeten Festschrift die Arbeit „Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien“. 1894 folgten die Publikationen „Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen“ sowie „Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien“.
Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, zunächst Teinfaltstraße 9, später in Spiegelgasse 21.
In weiterer Folge wandte er sich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu und setzte seine Ausbildung an der II. Frauenklinik bei Rudolf Chrobak (1843-1910) fort. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Publikationen „Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und dessen Umgebung“ und „Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube“.
Maria-Theresia-Frauenspital
1894 trat Fabricius in das Maria-Theresia-Frauenspital ein, wo er 1896 zum Vizedirektor ernannt wurde. Hier publizierte er unter anderem „Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome“, „Zur Technik der Alexander-Alquié’schen Operation“, „Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide“, „Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparotomie“, „Ueber die operative Behandlung von Crualhernien“, „Beiträge zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität“
Diakonissenkrankenhaus
1903 wurde Fabricius zum Primarius und Direktor des 1897 vom „Verein für die evangelische Diakonissensache“ gegründeten Diakonissenkrankenhaus bestellt, eine langjährige Funktion, die er bis zum Jahr 1932 ausübte. In diesen Jahren veröffentlichte er zahlreiche weitere Arbeiten, darunter 1907 „Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität“, 1914 „Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats“ sowie 1925 „Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien“. Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Sammlung und in der Neuburger-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.
Im Jahr 1902 habilitierte sich Fabricius an der Universität Wien mit der Arbeit zur Extrauteringravidität, und wurde zum Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie ernannt.[1] 1914 erfolgte seine Ernennung zum Titular a.o. Professor.[2]
Fabricius war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.
Josef Fabricius verstarb am 12. Dezember 1933 in Maria-Lanzendorf in Niederösterreich.[3]

Josef Fabricius: Illustrierte Kronen Zeitung, 20.12.1933, S. 9.
Quellen:
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-98a, Fabricius Josef (Rigorosum Datum: 1889).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2784, Fabricius Josef (Promotion Datum: 8.3.1890).
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 28.10.1902, S. 466.
[2] Wiener Allgemeine Zeitung, 23.2.1915, S. 2.
[3] Medizinische Klinik (Nachruf), Nr. 5, 1943, S. 184.
Normdaten (Person): : BBL: ; GND:
VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 48557 (08.01.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=48557
Letzte Aktualisierung: 2026.01.08
Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [353]: Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau
Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 08.01.2026
Keywords: Frauenarzt, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, Mährisch-Ostrau, NS-Verfolgter
Julius Wechsberg wurde am 21. Dezember 1879 in Mährisch Ostrau (heute Ostrava: Tschechien) geboren. 1913 heiratete er Else Haas (1891-1941), aus der Ehe ging der Sohn Paul Heinz (1914-1992) hervor.[1]
Wechsberg studierte ab dem Wintersemester 1898/99 an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium am 13. März 1903 mit der Promotion ab. Anschließend führte er eine private Arztpraxis zunächst in Wien 9, Währinger Straße 55, und ab 1905 in Wien 9, Lichtensteinstraße 65a.
Danach arbeitete Wechsberg an der I. Frauenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Rudolf Chrobak (1843-1910). 1906 publizierte er hier die Studie „Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität“, die er zuvor im Juni 1906 in der Gynäkologischen Gesellschaft in Wien vorgestellt hatte.
Etwa 1908/09 kehrte er nach Mährisch-Ostrau zurück, wo er sich als Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie niederließ und eine Privatpraxis führte. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Assistenzarzt außer Dienst der Landwehr. 1917 erfolgte seine Ernennung zum Landsturm-Oberarzt.[2] Neben seiner ärztlichen Tätigkeit engagierte er sich in den Vereinsorganen des Ostrauer Automobil-Clubs.
Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren waren Julius Wechsberg und seine Familie wegen ihrer jüdischen Herkunft der NS-Verfolgung ausgesetzt. Nach seiner Deportation in das Ghetto Theresienstadt wurde er freigelassen und anschließend erneut in Mährisch Ostrau inhaftiert, wo er am 4. September 1941 im Gefängnis von deutschen Gefängniswärtern ermordet wurde.[3] Seine Ehefrau Else Wechsberg beging bereits am 1. März 1941 Suizid.
Quellen:
UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0549, Wechsberg Julius (Nationalien Datum: 1898/99).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-447b, Wechsberg Julius (Rigorosum Datum: 11.3.1903).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-1185, Wechsberg Julius (Promotion Datum: 13.3.1903).
Yad Vashem: Wechsberg Julius.
Arolsen-Archiv, Internierungsdokumente, Lager und Ghettos, Ghetto Theresienstadt, Wechsberg Julius.
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Neue Freie Presse, 21.12.1913, S. 9.
[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 27, 1917, Sp. 1209
[3] Arolsen Archives, Internierungs- und Haftunterlagen zu Julius Wechsberg: „Datum a místo úmrtí: 4.9.1941, Mor. Ostrava“.
Normdaten (Person): : BBL: ; GND:
VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 48555 (08.01.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=48555
Letzte Aktualisierung: 2026.01.08
TOP-JOURNAL des Monats: LANCET NEUROLOGY
LANCET NEUROLOGY (2024 Journal Impact Factor: 45.5)[en]
Die Universitätsbibliothek stellt medizinische Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access (>>Anleitung
) zur Verfügung.
Das TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:
LANCET NEUROLOGY
Zu den Volltexten: Jg. 1, H. 1 (2002) –
Laut den Habilitationsrichtlinien der MedUni Wien werden die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes in den Journal Citation Reports als Top Journals gewertet. Die zwischen 20% und 60% liegenden Zeitschriften gelten als Standard Journals.
Mit dem 2024 Journal Impact Factor 45.5 ist LANCET NEUROLOGY ein Top-Journal in der Kategorie: CLINICAL NEUROLOGY
ISSN:1474-4422
12 issues/year
***
[en] The University Library offers top medical journals available on the MedUni Vienna campus and via Remote Access .
TOP JOURNAL of the month in the Van Swieten Blog is:
LANCET NEUROLOGY
To the fulltexts: Jg. 1, H. 1 (2002)
According to the habilitation guidelines defined by MedUni Vienna, the first 20% of journals in a specific JCR category are classed as Top Journals. Journals positioned between 20% and 60% are classed as Standard Journals.
In the Impact Factor ranking with the 2024 Journal Impact Factor 45.5 is LANCET NEUROLOGY a Top Journal in the category: CLINICAL NEUROLOGY
ISSN: 1474-4422
12 issues/year
Habilitationsrichtlinien: https://www.meduniwien.ac.at/web/karriere/karriere-an-der-medizinischen-universitaet-wien/wissenschaftliche-karriere-an-der-meduni-wien/habilitation
habilitation guidelines:
https://www.meduniwien.ac.at/web/en/career/careers-at-the-medical-university-of-vienna/scientific-careers-at-the-meduni-vienna/venia-docendi/
Letzter Abruf: 08.01.2026
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Weiterlesen:
Datenbank des Monats – UpToDate – auch mittels App benutzbar!
Datenbank des Monats – UpToDate
UpToDate ist ein evidenzbasiertes englischsprachiges Clinical Decision Support System und umfassendes praxisbezogenes medizinisches Nachschlagewerk. Ca. 7.000 praktisch tätige Mediziner als Autoren liefern Übersichtsarbeiten zu den behandelten Themen. Die Artikel durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren. Laut Angabe des Anbieters werden alle 4 Monate ca. 40-50% der Übersichtsarbeiten aktualisiert. Für viele Fragestellungen werden evidenzbasierte Empfehlungen nach dem GRADE-System gegeben. In der Rubrik Neuigkeiten / Whats new werden fortlaufend Zusammenfassungen neuer Erkenntnisse nach Fachgebieten präsentiert, zudem in der Rubrik Praxisrelevante News / Practice Changing UpDates neue Erkenntnisse, die die klinische Praxis verändern.
Neben den Volltexten sind Abbildungen, Röntgen- und CT-Bilder enthalten. Ausserdem enthalten: Lexicomp® (Datenbank zu Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, Suchmenue Drug Interactions), Patienteninformationen, medizinische Rechenfunktionen.
Die Inhalte von UpToDate sind in englischer Sprache. Die Suche kann auch auf deutsch erfolgen, Begriffe werden automatisch übersetzt. Die Recherche-Zeit in UpToDate kann für CME-Punkte angerechnet werden.
Für den Campus der MedUni Wien lizenziert und freigeschaltet.
https://www.uptodate.com
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Dazu gibt es nun eine kompakte Anleitung als PDF:
UpToDate Registrierungsanleitung
Letzter Zugriff: 08.01.2026



