Selig, Arthur – Herzspezialist, Balneologe, Kurarzt in Franzensbad
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 16.03,2026
Keywords: Balneologe, Herzspezialist, Kurarzt, Prag, Franzensbad, Medizingeschichte
Arthur Selig wurde am 4. Februar 1873 als Sohn von Jakob Selig (1842-1895) und Malvine Selig (1850-1914), geborene Hock, in Prag geboren. 1911 heiratete er Ella Janowitz (1889-ermordet zirka 1944 KZ Auschwitz), mit der er die Tochter Erika Franz (1921-ermordet 5.11.1942 KZ Auschwitz) hatte.
Arthur Selig studierte an der Deutschen Universität in Prag Medizin und promovierte im Juli 1898.[1] Während seines Studiums engagierte er sich im Unterstützungsverein für mittellose israelitische Universitätshörer in Prag, dessen Vereinsausschuss er 1898 angehörte,[2] sowie in der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag. Er war Mitglied des Vereins deutscher Ärzte in Prag.
Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Selig zunächst als Assistent an der Universitätspoliklinik in Prag bei Jakob Singer (1853-1926). Anschließend war er an der Medizinischen Klinik bei Rudolf von Jaksch (1855-1947) tätig und wechselte danach zu Ludolf Krehl (1861-1937) an der Universität in Straßburg,[3] wo er sich zum Herzspezialisten ausbilden ließ. Aus dieser Zeit stammen seine Publikationen „Beitrag zur Kenntnis der Herzdilatation“ und „Blutdruckapparate und Blutdruckmessungen“.
Kurarzt in Franzensbad
Seit 1905 war Selig als Kurarzt in Franzensbad tätig und widmete sich dort vor allem der Behandlung von Herz- Kreislauferkrankungen.[4] In Franzensbad war er Mitglied des Ärztlichen Vereins Franzensbad. Vor dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er unter anderem die Arbeiten „Die physikalische Behandlung der chronischen Herzkrankheiten und die Einrichtungen Franzensbads“, „Sport und Herz“, „Ueber den Herzschmerz, „Der Einfluss hydriatischer Prozeduren auf die Herzgrösse“, „Über den Elastin-, Fett- und Kalkgehalt der Aorta“, „Röntgenuntersuchungen des Herzens im Kohlesäurebad“,[5] „Zuckernahrung bei Herzkrankheiten“,[6] sowie „Ueber die Wirkung der Mistel (Viscum album) auf den Kreislauf“[7].
1910 veröffentlichte er die Arbeit „Ein Blutdruckapparat für die Praxis“ aus dem Ambulatorium des Vereins „Kinderambulatorium und Kindergrippe“. Gemeinsam mit Egmont Münzer (1865-1924) verfasste er 1914 die Studie „Vaskuläre Hypertonie und Schrumpfniere“.
Nach dem Ersten Weltkrieg erschienen von ihm 1925 die Arbeit „Zur Pathophysiologie und Therapie der paroxysmalen Tachykardie“[8] und 1926 „Zur Wirkung der Kohlensäurenbäder“.[9]
Arthur Selig verstarb am 11. August 1928 in Wien.

Selig Arthur: Todesanzeige, Prager Tagblatt, 15.8.1928, S. 13.
Quellen:
Matriken der IKG Wien, Sterbebuch, 1928, Selig Arthur.
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
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[1] Prager Tagblatt, 17.7.1898, S. 4.
[2] Prager Tagblatt, 4.3.1898, S. 6.
[3] Egerer Anzeiger, 13.5.1905, S. 5.
[4] Egerer Anzeiger, 3.5.1905, S. 4.
[5] Medizinische Klinik, Nr. 18, 1910, S. 709-710.
[6] Medizinische Klinik, Nr. 29, 1911, S. 1115-1116.
[7] Medizinische Klinik, Nr. 24, 1912, S. 991-992.
[8] Wiener Archiv für innere Medizin, 1925, S. 603-608.
[9] Wiener Archiv für innere Medizin, 1926, S. 207-226.
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Letzte Aktualisierung: 2026.03.12
