Schlagwort-Archiv: Balneologe

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [365]: London, Benjamin – Kurarzt in Karlsbad sowie Direktor und Chefarzt des Mayer-Rothschild-Spitals in Jerusalem

London, Benjamin – Kurarzt in Karlsbad sowie Direktor und Chefarzt des Mayer-Rothschild-Spitals in Jerusalem

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 19.03,2026

Keywords: Kurarzt, Mayer-Rothschild-Spital, Rudolfs-Spital, Medizingeschichte, Wien, Jerusalem, Karlsbad

Benjamin (Berthold) London wurde am 28. Dezember 1840 als Sohn des Privatiers Lazar London (zirka 1812-1887) und Maria, geborene Reismann, in Ungvár in Ungarn (heute: Uschhorod/Ukraine) geboren. 1867 heiratete er in Wien die Wienerin Jenny (Eugenie) Grünhut (1842-1909), mit der er die Kinder Charlotte (1872-?), den Mediziner August London (-1903) sowie Elsa, verheiratete Kraus (1875-1920), und Malwine, verheiratete Block (1870-?), hatte.

London studierte ab dem Wintersemester 1862/63 an der Universität Wien Medizin und promovierte am 17. Februar 1865 zum Doktor der Medizin sowie am 19. Juni 1866 zum Doktor der Chirurgie. Er war Schüler von Joseph Skoda (1805-1881) an der Klinik für Innere Medizin. Nach seiner Promotion arbeitete er als Sekundararzt am k.k. Rudolfs-Spital in Wien.[1] 1865 veröffentlichte er die Arbeit „Fall von akuter gelber Leber-Atrophie“[2] und „Die Cholera und deren Vorbeugung. Für Laien dargestellt“. Anschließend leistete er seinen Militärdienst als Oberarzt und schließlich als Regimentsarzt im Garnisons-Spital in St. Chiara in Venedig ab. Im Oktober 1866 wurde er an das Garnisonspital in Laibach versetzt.[3]

Rothschild-Spital in Jerusalem

Im Herbst 1866 wurde London von der Familie Rothschild als Arzt an das Mayer-Rothschild-Krankenhaus in Jerusalem berufen, wo er später als Nachfolger von Bernhard Neumann (1819-1881) als Direktor und Chefarzt tätig war. 1870 erhielt er dafür das Ritterkreuz des Franz-Josefs-Ordens verliehen.[4] 1873 erschien von ihm der „Ärztlicher Bericht aus dem Freiherr von Rothschild-Hospitale in Jerusalem vom Jahre 1871“. Weitere Arbeiten aus seiner Jerusalemer Zeit waren u.a. „Ein Fall von Ulcus perforans ventriculi“.[5] 1875 publizierte er in der Oesterreichischen Monatsschrift für den Orient des Orientalischen Museums, darunter „Ueber die Sanitätszustände in der Levante“.[6] Zudem hielt er dort Vorträge, etwa „Ueber die Acclimatisation und Colonisation der Oesterreicher in der Levante“.[7]

Kur- und Badearzt in Karlsbad

Um 1874/75 verließ London Jerusalem und kehrte nach Wien zurück. Dort führte er eine private Arztpraxis zunächst in Wien 8, Schmiedgasse 3, und danach in der Gonzagagasse 3. Bereits seit 1871 war er in den Sommermonaten als Kurarzt in Karlsbad (heute: Karlovy Vary/Tschechien) tätig. Zu seinem Patientenkreis in Karlsbad zählten vor allem Angehörige des internationalen Hochadels, des Großbürgertums sowie wohlhabende Kurgäste aus Mittel- und Osteuropa, deren Aufenthalte in den jährlich publizierten Karlsbader Kurlisten verzeichnet sind. Zu seinen balneologischen und klinischen Arbeiten zählten u.a. „Über den Einfluss des koch- und glaubersalzhaltigen Mineralwassers auf einige Factoren des Stoffwechsels“, „Beitrag zur Therapie der Dysenterie“ sowie „Das Blasenepithel bei verschiedenen Füllungszuständen der Blase“.[8]

London war seit 1875 Mitglied der k. k. Geographischen Gesellschaft in Wien sowie des Wiener Doctoren-Collegiums. 1891 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die königliche medizinische Gesellschaft in Lissabon aufgenommen.[9]

Er war Träger des königlich niederländischen goldenen Löwen-Ordens dritter Klasse,[10] des serbischen Takovo-Ordens,[11] des königlich spanischen Ordens Isabella der Katholischen[12] sowie des Offizierskreuzes vom Stern von Rumänien.[13]

Benjamin London starb am 5. Jänner 1914 in Frankfurt am Main.

London Berthold: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 9.1.1914, S. 20.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1867, London Benjamin, Grünhut Jenny.

UAW, Sign. 134-0007, London Benjamin (Nationalien Datum: 1862/63).

UAW, Sign. 170-149a, London Benjamin (Rigorosum Datum: 1864).

UAW, Sign. 181-1249, London Benjamin (Promotion Datum: 17.2.1865).

UAW, Sign. 182-45, London Benjamin (Promotion Datum/Chirurgie: 19.6.1866).

Literatur:

London, Benjamin: Über den Einfluß des koch- und glaubersalzhaltigen Mineralwassers auf einige Factoren des Stoffwechsels. Berlin: Schumacher o.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 46913]

London, Benjamin: Beitrag zur Therapie der Dysenterie. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Presse. Wien: 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Curliste Karlsbad, 1903 (Anhang), S. 13.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 39, 1865, Sp. 697-699.

[3] Österreichischer Soldatenfreund, 24.10.1866, S. 8.

[4] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien, 1870, S. 440.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 49, 1868, S. 792-794.

[6] Wiener Zeitung, 19.5.1875, S. 720.

[7] Neue Freie Presse, 24.10.1875, S. 6.

[8] Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Veterinärkunde, Bd. 56 (Analecten), 1881, S. 90-91.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1891, S. 59.

[10] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 20, 1885, Sp. 651.

[11] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 13, 1886, Sp. 475.

[12] Wiener Zeitung, 11.7.1890, S. 7.

[13] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 20, 1891, S. 386.

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Letzte Aktualisierung: 2026.03.19

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [364]: Selig, Arthur – Herzspezialist, Balneologe, Kurarzt in Franzensbad

Selig, Arthur – Herzspezialist, Balneologe, Kurarzt in Franzensbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 16.03,2026

Keywords: Balneologe, Herzspezialist, Kurarzt, Prag, Franzensbad, Medizingeschichte

Arthur Selig wurde am 4. Februar 1873 als Sohn von Jakob Selig (1842-1895) und Malvine Selig (1850-1914), geborene Hock, in Prag geboren. 1911 heiratete er Ella Janowitz (1889-ermordet zirka 1944 KZ Auschwitz), mit der er die Tochter Erika Franz (1921-ermordet 5.11.1942 KZ Auschwitz) hatte.

Arthur Selig studierte an der Deutschen Universität in Prag Medizin und promovierte im Juli 1898.[1] Während seines Studiums engagierte er sich im Unterstützungsverein für mittellose israelitische Universitätshörer in Prag, dessen Vereinsausschuss er 1898 angehörte,[2] sowie in der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag. Er war Mitglied des Vereins deutscher Ärzte in Prag.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Selig zunächst als Assistent an der Universitätspoliklinik in Prag bei Jakob Singer (1853-1926). Anschließend war er an der Medizinischen Klinik bei Rudolf von Jaksch (1855-1947) tätig und wechselte danach zu Ludolf Krehl (1861-1937) an der Universität in Straßburg,[3] wo er sich zum Herzspezialisten ausbilden ließ. Aus dieser Zeit stammen seine Publikationen „Beitrag zur Kenntnis der Herzdilatation“ und „Blutdruckapparate und Blutdruckmessungen“.

Kurarzt in Franzensbad

Seit 1905 war Selig als Kurarzt in Franzensbad tätig und widmete sich dort vor allem der Behandlung von Herz- Kreislauferkrankungen.[4] In Franzensbad war er Mitglied des Ärztlichen Vereins Franzensbad. Vor dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er unter anderem die Arbeiten „Die physikalische Behandlung der chronischen Herzkrankheiten und die Einrichtungen Franzensbads“, „Sport und Herz“, „Ueber den Herzschmerz, „Der Einfluss hydriatischer Prozeduren auf die Herzgrösse“, „Über den Elastin-, Fett- und Kalkgehalt der Aorta“, „Röntgenuntersuchungen des Herzens im Kohlesäurebad“,[5]Zuckernahrung bei Herzkrankheiten“,[6] sowie „Ueber die Wirkung der Mistel (Viscum album) auf den Kreislauf[7].

1910 veröffentlichte er die Arbeit „Ein Blutdruckapparat für die Praxis“ aus dem Ambulatorium des Vereins „Kinderambulatorium und Kindergrippe“. Gemeinsam mit Egmont Münzer (1865-1924) verfasste er 1914 die Studie „Vaskuläre Hypertonie und Schrumpfniere“.

Nach dem Ersten Weltkrieg erschienen von ihm 1925 die Arbeit „Zur Pathophysiologie und Therapie der paroxysmalen Tachykardie[8] und 1926 „Zur Wirkung der Kohlensäurenbäder“.[9]

Arthur Selig verstarb am 11. August 1928 in Wien.

Selig Arthur: Todesanzeige, Prager Tagblatt, 15.8.1928, S. 13.

Quellen:

Register jüdischer Religionsgemeinschaften in tschechischen Regionen, Prag – Gläubigenregister, 1912, Sign. 2708, Folio 64.

Matriken der IKG Wien, Sterbebuch, 1928, Selig Arthur.

Literatur:

Selig, Arthur: Beitrag zur Kenntnis der Herzdilatation. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig, Arthur: Blutdruckapparate und Blutdruckmessungen. Aus der medizinischen Universitätsklinik Prof. R. v. Jaksch. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag. Selbstverlag 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig: Arthur: Die physikalische Behandlung der chronischen Herzkrankheiten und die Einrichtungen Franzensbads. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: Selbstverlag 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig, Arthur: Sport und Herz. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Berlin: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig, Arthur: Ueber den Herzschmerz. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Berlin: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig, Arthur: Der Einfluss hydriatischer Prozeduren auf die Herzgrösse. Aus der hydratherapeutischen Anstalt der Universität Berlin (Leiter: Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Brieger). Sonderdruck aus: Berliner klinische Wochenschrift. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig, Arthur: Über den Elastin-, Fett- und Kalkgehalt der Aorta. Aus dem medizinisch-chemischen Institut in Prag. Prof. Dr. R. v. Zeynek. Sonderdruck aus: Verhandlungen des Deutsche Kongresses für innere Medizin. Wiesbaden: Verlag von J.F. Bergmann 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Selig, Arthur: Ein Blutdruckapparat für die Praxis. Aus dem Ambulatorium des Vereines „Kinderambulatorium und Kinderkrippe“ in Prag (Vorstand: Prof. Dr. Raudnitz). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Münzer, Egmont und Arthur Selig: Vaskuläre Hypertonie und Schrumpfniere. Gleichzeitig ein Beitrag zur Lehre von der vaskulären Hypertonie überhaupt. Sonderduck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: Selbstverlag 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Prager Tagblatt, 17.7.1898, S. 4.

[2] Prager Tagblatt, 4.3.1898, S. 6.

[3] Egerer Anzeiger, 13.5.1905, S. 5.

[4] Egerer Anzeiger, 3.5.1905, S. 4.

[5] Medizinische Klinik, Nr. 18, 1910, S. 709-710.

[6] Medizinische Klinik, Nr. 29, 1911, S. 1115-1116.

[7] Medizinische Klinik, Nr. 24, 1912, S. 991-992.

[8] Wiener Archiv für innere Medizin, 1925, S. 603-608.

[9] Wiener Archiv für innere Medizin, 1926, S. 207-226.

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Letzte Aktualisierung: 2026.03.16

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [359]: Fisch, Maurus – Kurarzt, Balneologe und Frauenarzt in Franzensbad und Wien

Fisch, Maurus – Kurarzt, Balneologe und Frauenarzt in Franzensbad und Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 16.02.2026

Keywords: Balneologe, Frauenarzt, Kurarzt, Medizingeschichte, Franzensbad, Wien

Maurus (Moriz) Fisch wurde am 17. Mai 1874 als Sohn von Bernat Fisch und Klara (zirka 1836-1909), geborene Kalman, in Lugoj in Ungarn (heute: Rumänien) geboren. 1909 heiratete er in Wien-Alsergrund die aus Neutra in Ungarn stammende Irene Pach (1889-?). Aus der Ehe ging der Sohn Hans Kurt Fisch (1911-1946) hervor, der ebenfalls Mediziner wurde und 1939 aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA flüchtete.

Fisch begann im Wintersemester 1894/95 mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien und promovierte am 30. September 1898. Seine weitere Ausbildung erhielt er als Operationszögling an der I. Chirurgischen und Gynäkologischen Abteilung bei Albert Mosetig von Moorhof (1838-1907), als Aspirant an der Klinik für Dermatologie und Syphilis bei Moriz Kaposi (1837-1902) sowie als Hospitant an der Internen Abteilung der I. Medizinischen Universitätsklinik bei Hermann Schlesinger (1866-1934) und an der Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik bei Emil Redlich (1866-1930). Danach war er als Hilfsarzt an der I. Frauenklinik bei dem Gynäkologen Julius Neumann (1868-1926) tätig.

Im Dezember 1900 erfolgte seine Ernennung zum Reserve-Assistenzarzt beim Infanterieregiment Erzherzog Joseph Nr. 37.[1]

Franzensbad – Trient – Wien

Seit 1900 arbeitete Fisch in den Monaten Mai bis Oktober im Kurort Franzensbad (heute: Františkovy Lázně) im „Palace Hotel“ als „Spezialarzt für Herz-. Nerven-, und Frauenkrankheiten“, und spezialisierte sich dort auf physikalische Behandlungsmethoden („Schott‘sche-schwedische Heilgymnastik, Oertel’sche Herzmassage, gynäkologische Massage nach Thure-Brandt, Herz-Gymnastik und Elektrotherapien). Zuletzt ordinierte er für seine internationalen Patienten in dem von ihm errichteten Kurhaus „Villa Dr. Fisch“. 1913 errichtete er in Franzensbad eine weitere diätisch-physikalische Heilanstalt.[2] Darüber publizierte er die Arbeiten „Die Behandlung von Herzkrankheiten in Franzensbad“ und „Combinirte Herztherapie“. 1908 publizierte er den Aufsatz „Balneotherapie bei durch Stoffwechselstörungen bedingten Herz- und Gefäßerkrankungen[3] und 1910 „Therapeutische Anwendung der Intensiv-Franklinisation mit dem Polyelektroid nach Dr. Fisch“.[4]

Polyelektroid: Medizinische Klinik, Nr. 35, 1910, S. 1377.

Ab 1901/02 arbeitete er in den Monaten von September bis Mai in Trient im Imperial Hotel Trento, wo er eine „Climatische Winterstation für Herz- und Nervenkranke“ zur Therapie betrieb.

Inserat: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 4, 1902, Sp. 208.

In diesem Zusammenhang entwickelte neben seiner kurärztlichen Praxis ein Kohlensäurebad unter dem Namen „Aphor“, das er in Hallein in Salzburg herstellen ließ. Darüber publizierte er die Arbeit „Dosirte (künstliche) Kohlensäure-Bäder (nach System Dr. Fisch) „Aphor““.

Fisch nahm als Vortragender u.a. 1904 am Österreichischen Balneologen-Kongress in Abbazia[5] (heute: Opatja/Kroatien) und 1905 am Berliner Balneologen-Kongress[6] sowie 1910 am 31. Balneologen-Kongress teil.[7]

Ab zirka 1905/06 lebte Fisch – außerhalb der Kursaison in Franzensbad – in Wien. Zunächst bot er in Wien I, Krugerstraße 5, danach am Getreidemarkt 14 Winterbadekuren an; ab etwa 1910 ordinierte er in Wien 9, Mariannengasse 2.

Ethische Gesellschaft – Fürsorgestelle für Kurbedürftige

Im Jahr 1905 initiierte Fisch innerhalb der 1894 gegründeten Ethischen Gesellschaft in einem im Auftrag der Gesellschaft gehaltenen Referat Überlegungen zu Maßnahmen der unentgeltlichen Unterbringung mittelloser Personen in Kurorten und Heilstätten mit dem Ziel einer nachhaltigen Fürsorge „unter Schonung ihres Ehrgefühles“.[8] Dies führte im April 1905 zur Konstituierung der „Fürsorgestelle für unbemittelte Kurbedürftige“.

Dem von der Gesellschaft nominierten Komitee gehörten neben Maurus Fisch der Mineraloge Aristides Brezina (1848-1909), der Philosoph und Freidenker Wilhelm Börner (1882-1951), die in der sozialen Fürsorge in Wien tätige Frauenrechtsaktivistin Berta Frankl-Scheiber (1863-1942), der Gynäkologe Hugo Klein (1863-1937), der Jurist und Sozialpolitiker Julius Ofner (1845-1924), der Radiologe Sigmund Schick (1868-1928), der Sozialmediziner Ludwig Teleky (1872-1957), die Philanthropin und Organisatorin von Fürsorgeeinrichtungen Rosa Wien (1847-1935) sowie der Finanzbeamte Theodor Wolf (1865-1941) an.[9]

Während seiner Jahre in Wien war Fisch Arzt des Verbandes der Genossenschafts-Krankenkassen Wiens[10] und ab etwa 1910 auch der Gremial-Krankenkassen der Wiener Kaufmannschaft.

Fisch war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte, der Hufelandschen balneologischen Gesellschaft in Berlin, des Zentralverbands der Balneologen Österreichs in Wien, der königlich-ungarischen balneologischen Gesellschaft in Budapest, der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde, und der Gesellschaft für physikalische Medizin in Wien. Publizistisch war er als Redakteur der Balneologischen Revue (Wien-Berlin) und der „Heilmittel-Revue“ sowie als Mitarbeiter der „Deutschen Ärzte-Zeitung“ in Berlin tätig.

In Franzensbad engagierte er sich als Vorstandsmitglied der lokalen Esperanto-Gruppe und fungierte als Konsul der Weltvereinigung esperantischer Ärzte (T.E.K.A.).

Maurus Fisch verstarb am 6. November 1917 in Budapest in Folge der Ausübung seines Dienstes als Militärarzt.

Fisch Maurus: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 9.11.1917, S. 14.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0452, Fisch Maurus (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-075b, Fisch Maurus alias Moriz (Rigorosum Datum: 27.9.1898).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0001, Fisch Moriz (Promotion Datum: 30.9.1898).

Literatur:

Fisch, Maurus: Die Behandlung von Herzkrankheiten in Franzensbad. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fisch, Maurus: Combinirte Herztherapie. Sonderdruck aus: Medicinische Blätter. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fisch, Maurus: Dosirte (künstliche) Kohlensäure-Bäder (nach System Dr. Fisch) „Aphor“. Sonderdruck aus: Prager medizinische Wochenschrift. Prag: Druck von Carl Bellmann 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 16.12.1900. S. 49; Wiener Zeitung, 16.12.1900. Nr. 1.

[2] Egerer Anzeiger, 28.11.1913, S. 4.

[3] Medizinische Klinik, Nr. 23, 1908, S. 865-867

[4] Medizinische Klinik, Nr. 35, 1910, S. 1377-1378.

[5] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 16.10.1904, S. 9.

[6] Die Zeit, 14.3.1905, S. 8.

[7] Deutsch-Englischer-Reise Courier, Nr. 4, 1910, S. 9.

[8] Die Zeit, 5.4.1905, S. 4.

[9] Die Zeit, 12.4.1905, S. 6.

[10] Franzensbader Curliste, 1909.

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Letzte Aktualisierung: 2026.02.16

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [311]: Fellner, Leopold – Balneologe, Kurarzt in Franzensbad

Fellner, Leopold – Balneologe, Kurarzt in Franzensbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 14.01.2025

Keywords: Balneologe, Kurarzt, Medizingeschichte, Wien, Franzensbad

Leopold Fellner wurde am 10. August 1840 in Ratzpeter (heute: Újpetre) in Ungarn geboren. Seit 1872 war er mit Emilie Singer verheiratet, mit der der sechs Kinder, darunter die späteren Mediziner Ottfried Fellner (1873-1942) und Bruno Fellner (1879-1919), hatte.

Nachdem Fellner 1859 das Gymnasium in Fünfkirchen (heute: Pécs) abgeschlossen hatte, begann er im Wintersemester 1860 das Studium der Medizin an der Universität Wien. Am 4. Juni 1867 promovierte er zum Doktor der Medizin sowie zum Magister der Geburtshilfe und am 31. Dezember 1867 zum Doktor der Chirurgie. Danach war er zunächst als Aspirant und später als Sekundararzt am Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Zudem führte er eine Arztpraxis in der Wiener Innenstadt, zunächst am Franz-Josefs-Kai 19, dann in der Grünangergasse 2, später in der Elisabethstraße 8, und zuletzt wieder am Franz-Josefs-Kai 19.

Kurarzt in Franzensbad

Seit 1868 arbeitete er in den Sommermonaten als Kurarzt in Franzensbad und betrieb dort eine private Arztpraxis. In Franzensbad war er Mitbegründer des Waisenhauses „Aeskulap“ und beteiligte sich an der Sammlung zum Bau des „Kaiser Franz Josef-Jubiläumsspitals“. Zudem fungierte er als Präsident des Vereins zur Errichtung eines Ärzteheimes sowie des Zweigvereins der österreichischen Gesellschaft des Weißen Kreuzes in Franzensbad. Für seine Verdienste erhielt er die Ehrenbürgerschaft von Franzensbad. In mehreren Publikationen widmete er sich balneologischen Themen sowie der Entwicklung der Kuranstalt Franzensbad. Im Jahr 1869/70 veröffentlichte er die Monografie „Franzensbad und seine Heilmittel“, die 1871 auch in französischer Sprache erschien. Diese Arbeit erlebte mehrere Auflagen darunter eine zweite und zuletzt eine dritter Auflage im Jahr 1914, ebenfalls unter dem Titel „Franzensbad und seine Heilmittel“.

Weitere Arbeiten von ihm umfassen 1879 die Veröffentlichung „Klinische Beobachtungen und experimentelle Studien über die Wirkung der Moorbäder“ sowie 1902 die Studien „Beitrag zu den Indicationen des elektrischen Zweizellenbades (System Prof. Gaertner) und „Ueber Dysmenorrhoe und deren Balneotherapie“. Im Jahr 1903 folgte die Arbeit „Zur physiologischen Wirkung der Moorbäder“, und 1904 erschien die Untersuchung „Über die Wirkung der Franzensbader Moorbäder auf den Blutdruck“. Fünf Jahre später, 1909, veröffentlichte er „Neue Untersuchungen über die physiologische Wirkung der Kohlensäuregasbäder“. Darüber hinaus sind seine balneologischen Arbeiten „Wirkung der Moorbäder“ (1879) sowie „Chemische Untersuchungen der Stadt Eger Neuquelle zu Franzensbad“ (1886) zu erwähnen.

Außerdem veröffentlichte er die Vorträge, die er auf balneologischen Kongressen gehaltenen hatte, darunter 1905 „Zur physiologischen Wirkung der Kohlesäurebäder“, 1910 „Sind Moorbäder bei Fibromyoma uteri angezeigt?“ und 1912 „Zur physikalischen Behandlung der Wanderniere“. Schließlich hielt er 1916 im Rahmen des 5. Kriegsärztlichen Abends in Franzensbad einen Vortrag mit dem Titel „Beitrag zu den Kriegsschädigungen des Nervensystems“.

1888 studierte er in Stockholm bei Thure Brandt (1819-1895) Massagetechniken, die er anschließend in Franzensbad in Kombination mit Moorbädern einführte.[1] 1890 veröffentlichte er dazu „Klinische Beiträge zur Thure-Brandt’schen Behandlung der weiblichen Sexualorgane“ und 1896 die Studie „Ueber Wanderniere und deren Behandlung mittelst Thur Brandt’scher Massage“.

Weitere Arbeiten von ihm entstanden im Laboratorium des Physiologen Samuel Siegfried Basch (1837-1905). Dazu gehören die gynäkologischen Studien aus den Jahren 1884 bis 1906: 1884 „Die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Rectums“, 1885 „Die physiologische Wirkung einiger Präperate der Hydrastis Canadensis (Golden Seal)“, 1887 „Ueber die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Uterus“, 1888 „Mitteilung über die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Rectums“, 1894 „Weitere Mittheilungen über die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Rectums“, 1897 „Experimentieller Beitrag zur Wirkung der Hydrastis canadensis und dem Ergotins auf dem Uterus“ sowie 1906 „Ueber die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Uterus“.

Zusätzlich publizierte er weitere Arbeiten zu gynäkologischen Fragen am embryologischen Institut des Physiologen und Embryologen Samuel Leopold Schenk (1840-10ß2), darunter 1875 „Beitrag zur Lehre von der Entwicklung der Kloake“ sowie 1906 „Der Einfluss der Uterusnerven auf die Atonie des nicht-puerperalen Uterus“ und „Zur physiologischen Wirkung der Hydrastic canadensis und des Ergotins auf die Circulationsorgane und die Uterusmuskulatur“.

1913 erhielt er den Titel eines Medizinalrats verliehen,[2] seit 1877 gehörte er der Freimaurerloge Johannislogen Humanitas im Orient an, die sich vor allem der Unterstützung von Bedürftigen insbesondere Waisenkindern, dem Kampf gegen den Antisemitismus sowie dem Eintreten für Frauenrechte und Friedensaktivitäten widmete. Diese Loge hatte ihren Sitz in Neudörfl an der Leitha, im ungarischen Reichsgebiet. Darüber hinaus war er Träger des Offizierskreuzes des serbischen Takovo-Ordens sowie des Abzeichens des russischen Roten Kreuzes.

Leopold Fellner verstarb am 8. April 1919 in Graz.

Fellner Leopold: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 10.4.1919, S. 18.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1872, Fellner Leopold, Singer Emilie.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign 134-0003, Fellner Leopold (Nationalien Datum 1862/63).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-64a, Fellner Leopold (Rigorosum Datum 1866).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-173, Fellner Leopold (Promotion Datum 4.6.1867).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-165, Fellner Leopold (Promotion, Chirurgie Datum 31.12.1867).

Literatur:

Fellner, Leopold: Franzensbad und seine Heilmittel. 3. umgearbeitete Auflage. (= Braumülller’s Bade-Bibliothek/112). Wien und Leipzig: Braumüller 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 49196/112,3.Aufl.]

Fellner, Leopold: Klinische Beobachtungen und experimentielle Studien über die Wirkung der Moorbäder. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von G. Gistel & Co. 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Beitrag zu den Indicationen des elektrischen Zweizellenbades (System Prof. Gaertner). Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles, k. und k. Hofbuchhandlung 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Ueber Dysmenorrhoe und deren Balneotherapie. Sonderdruck aus: Prager medicinische Wochenschrift. Prag: Druck von Carl Bellmann 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Zur physiologischen Wirkung der Moorbäder. Entgegnung auf einen das ähnliche Thema behandelden Vortrag von Dr. L. Nenadovics. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spiess Co. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Über die Wirkung der Franzensbader Moorbäder auf den Blutdruck. Sonderdruck aus: Wiener allgemeine medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Neue Untersuchungen über die physiologische Wirkung der Kohlensäuregasbäder. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Berlin: gedruckt bei Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Zur physiologischen Wirkung der Kohlesäurebäder. Vortrag, gehalten auf der 26. öffentl. Versammlung der balneologischen Gesellschaft in Berlin, 9.-18. März 1905. Sonderdruck aus: Berliner medizinische Wochenschrift. Berlin: Druck von L. Schumacher 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Sind Moorbäder bei Fibromyoma uteri angezeigt? Vortrag, gehalten auf dem VI. Kongreß der Balneologen Österreichs in Salzburg im Oktober 1910. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles k.u.k. Hofbuchhändler 1911.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Zur physikalischen Behandlung der Wanderniere. Vortrag, gehalten auf dem VII. Kongreß der Balneologen Österreichs in Meran am 11. Oktober 1912. Sonderdruck aus: Zeitschrift für Balneologie, Klimatologie und Kurort-Hygiene. Berlin: Druck von Leonhard Simion Nf. 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Beitrag zu den Kriegsschädigungen des Nervensystems. Aus dem V. Kriegsärztlichen Abend in Franzensbad, 21. April 1915. Sonderdruck aus: Der Militärarzt. Wien: Gesellschafts-Buchdruckerei Brüder Hollinke 1916.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Klinische Beiträge zur Thure-Brandt’schen Behandlung der weiblichen Sexualorgane. Wien: Braumüller 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 12067/1]

Fellner, Leopold: Ueber Wanderniere und deren Behandlung mittelst Thur Brandt’scher Massage. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag Moritz Perles 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Rectums – mit 4 Tafeln. Aus dem Laboratorium des Prof. v. Basch. Sonderdruck aus: Medicinische Jahrbücher. Wien: C. Ueberreuter’sche Buchdruckerei (M. Salzer) 1884.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopld: Die physiologische Wirkung einiger Präperate der Hydrastis Canadensis (Golden Seal), hierzu Tavel XXII-XXVI. Aus dem Laboratorium des Prof. von Basch in Wien. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbücher der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien. Wien: Wilhelm Braumüller 1885.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Ueber die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Uterus. Aus dem laboratorium des Prof. v. Basch. Sonderdruck aus: Centralblatt für die medicinischen Wissenschaften. Berlin: gedruckt bei L. Schumacher 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Mitteilung über die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Rectums. Aus dem Laboratorium des Prof. v. Basch. Sonderduck aus: C. Ueberreuter’sche Buchdruckerei (M. Salzer) 1888.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Weitere Mittheilungen über die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Rectums. Aus dem Laboratorium weiland des Prof. von Basch in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für die gesamte Physiologie. Bonn: Verlag von Emil Strauss 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Aus dem Laboratorium des Prof. v. Basch in Wien, Experimentieller Beitrag zur Wirkung der Hydrastis canadensis und dem Ergotins auf dem Uterus. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Ueber die Bewegungs- und Hemmungsnerven des Uterus. Aus dem Laboratorium weiland des Prof. von Basch, Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Beitrag zur Lehre von der Entwicklung der Kloake (mit 1 Tafel). Aus dem embryologischen Institute des Prof. Schenk in Wien. Sonderdruck aus: Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, III. Abteilung. Wien: k.k. Hof- und Staatsdruckerei 1875.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Der Einfluss der Uterusnerven auf die Atonie des nicht-puerperalen Uterus. Sonderdruck aus: Zentralblatt für die Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Ambrosius Barth 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fellner, Leopold: Zur physiologischen Wirkung der Hydrastic canadensis und des Ergotins auf die Circulationsorgane und die Uterusmuskulatur. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Referenzen:

[1] Egerer Anzeiger, 13.4.1919, S. 2.

[2] Wiener Zeitung, 12.11.1913, S. 1.

Normdaten (Person): Fellner, Leopold: BBL: 45858; GND: 127512330;

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [243]: Pollatschek, Arnold – Balneologe und Kurarzt in Karlsbad

Pollatschek, Arnold – Balneologe und Kurarzt in Karlsbad

Autor: Walter Mentzel

Published online: 27. 09. 2023

Keywords: Arnold Pollatschek, Balneologe, Arzt, Medizingeschichte, Wien, Karlsbad

Arnold Pollatschek wurde am 28. Jänner 1846 als Sohn des Landesrabbiners von Caslau, Chrudim und Polna , Philipp Pollatschek (1817-1911), und Agnes (1817-1893), geborene Kraus, der Schwester der beiden Mediziner Leopold Gottlieb Kraus (1824-1901) und Bernhard Kraus (1829-1887), in Polna in Böhmen (heute: Tschechien) geboren. Er war mit Flora Mandl (1854-1929) verheiratet.

Pollatschek studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 24. Oktober 1870. Während des Studiums gehörte er der medizinisch-naturwissenschaftlichen Sektion des akademischen Lesevereins in Wien an.[1] Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Demonstrator bei dem Chirurgen Karl von Patruban (1816-1880) und danach als Herrschaftsarzt und Comitatsphysikus in Bellatinc in Ungarn (heute: Belatinci/Slowenien), wo er 1873 den Titel eines Oberphysicus erhielt.[2] In dieser Zeit publizierte er „Beobachtungen über Carbunkelkrankheit beim Menschen“[3] und „Ein Fall von motorischer und sensitiver Lähmung der unteren Körperhälfte“.[4] Danach wirkte er bis zum Ersten Weltkrieg als Oberphysikus, praktischer Arzt und Kurarzt in Karlsbad. Hier publizierte er 1886 „Ueber das Vorkommen der Albuminurie bei Diabetes mellitus“ 1887 „Beiträge zur Pathologie und Diätetik der Zuckerruhr nebst Mittheilungen über das Fahlberg´sche Sccharin“ und 1889 „Alkohol in der Diät des Diabetes mellitus“. 1891 publizierte er „Zur Behandlung der chronischen Diarrhöe“.

Pollatschek war Mitglied des Zentralverbandes der Balneologen und gewähltes Ausschussmitglied, seit 1898 korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien,[5] weiters Ehrenmitglied der Academica fisico-chimica in Palermo, von der er 1907 die Medaille für wissenschaftliche und humanitäre Verdienste erhielt,[6] und seit 1889 Herausgeber und Bearbeiter des Jahrbuchs „Die therapeutischen Leistungen des Jahres […]. Ein Jahrbuch für praktische Ärzte“.

1893 nahm er am 12. Kongress für innere Medizin in Wiesbaden teil, wo er ein Referat mit dem Titel „Haben die Karlsbader Wässer ekkoprotische Wirkung?“[7] hielt, das er in der Wiener medizinischen Wochenschrift publizierte.[8] 1896 veröffentlichte er den Aufsatz „Zur Pathologie und Therapie der chronischen Diarrhoeen“,[9] 1899 erschien von ihm der Aufsatz „Die Frühdiagnose der Cholelithiasis“ und 1901 die beiden Aufsätze „Balneologische Erfahrungen“ und „Zur Aetiologie des Diabetes mellitus“. 1912 nahm am Balneologen-Kongress in Meran teil.[10]

Während des Ersten Weltkrieges übersiedelte er nach Wien, wo er zuletzt als praktischer Arzt in Wien 19, Sieveringer Straße 34 lebte.

Arnold Pollatschek verstarb am 1. Juni 1923 in Wien.

Quellen:

UAW, Dekanat, Med. Fak., Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0036, Pollatschek Arnold (Nationalien Datum: 1866/67).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-201r, Pollatschek Arnold (Rigorosen Datum: 1879).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-680, Pollatschek Arnold (Promotion Datum: 24.10.1870).

Friedhofsdatenbank der Gemeinde Wien: Pollatschek Arnold.

Literatur:

Pollatschek, Arnold: Ueber das Vorkommen der Albuminurie bei Diabetes mellitus. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medicin. Berlin: L. Schuhmacher 1886.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Beiträge zur Pathologie und Diätetik der Zuckerruhr nebst Mittheilungen über das Fahlberg’sche Sacharin. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medizin. Wien: Im Selbstverlage des Verfassers: Druck von R. Spies & Co. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Alkohol in der Diät des Diabetes mellitus. Sonderdruck aus: Wiener Medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Zur Behandlung der chronischen Diarrhöe. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1891.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Zur Pathologie und Therapie der chronischen Diarrhoeen. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Die Frühdiagnose der Cholelithiasis. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Balneologische Erfahrungen. Sonderdruck aus: Centralblatt für die gesammte Therapie. Wien: Verlag von Moritz Perles, k. und k. Hof- und Universitätsbuchhandlung 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Pollatschek, Arnold: Zur Aetiologie des Diabetes mellitus. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medicin. Berlin: Druck von L. Schumacher 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 17.3.1868, S. 95.

[2] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 3.6.1873, S. 351.

[3] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 29.12.1874, S. 448-449.

[4] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 11.6.1872, S. 205.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 13, 1898, Sp. 621.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 17, 1907, Sp. 850.

[7] Internationale klinische Rundschau, 1893, S. 834.

[8] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 30, 1893, Sp. 1290-1291; Nr. 31, 1893, Sp. 1325-1327.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 20, 1896, Sp. 857-863.

[10] Teplitz-Schönauer Anzeiger, 12.10.1912, S. 6.

Normdaten (Person): Pollatschek, Arnold : BBL: 42002; GND: 1223034712;

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [200]: Zink, August – Gründer des gymnastisch-orthopädischen Institutes in der Alser Vorstadt in Wien

Zink, August– Gründer des gymnastisch-orthopädischen Institutes in der Alser Vorstadt in Wien

Text: Walter Mentzel

August Zink wurde zwischen am 6. Juni 1781[1] in Spremberg in Sachsen geboren. Im April 1801 wurde er im Kaisertum Österreich zum feldärztlichen Dienst eingezogen. 1808 erfolgte seine Graduierung an der k.k. medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie zum Doktor der Medizin und am 22. Mai 1809 promovierte er zum Doktor der Chirurgie. Danach war er korrespondierendes Mitglied der Akademie. Nachdem er im April 1809 zum Spitals-Oberarzt ernannt worden war, trat er 1810 den Dienst als Oberarzt im Infanterieregiment Nr. 20 von Franz Wenzel von Kaunitz-Rietberg (1742-1825) an, machte mehrere Feldzüge im Zuge der Koalitionskriege mit, bis er im Juli 1812 auf sein Ansuchen hin entlassen wurde. Seit spätestens 1815 war er als Arzt in Fulnek in Mähren (heute: Tschechien) tätig.

Die von der Josephs-Akademie an ihn gestellte Aufgabe zur Erstellung einer medizinisch-topographischen Studie, führte Zink 1811 in die Region Gesenke in Österreichisch-Schlesien und Nordmähren, um hier die Heilquellen- und Bäder vom medizinischen Standpunkt zu untersuchen. 1816 veröffentlichte er die Ergebnisse der Arbeit unter dem Titel „Beschreibung der Heilquellen des Gesenkes und ihres zweckmäßigen Gebrauchs“.[2] Danach war er wechselnd an verschiedenen Orten als Arzt tätig. 1822 erschien hier von ihm „Bemerkungen über die dem Nervenfieber ähnlichen Krankheiten im Sommer 1822“.[3] 1824 nahm er an einem von der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft initiierten Preisausschreiben teil, die die Frage nach den Ursachen der Drehkrankheit bei Schafen und Heilungsmöglichkeiten beantworten sollte.[4] Seine Ergebnisse publizierte er 1827 als „Abhandlung über die Erkenntnis und Cur der Drehkrankheit bey den Schafen. Ein Versuch die von der k.k. Landwirthschaftsgesellschaft in Wien, am 19. Januar 1824 über diesen Gegenstand aufgestellten Preisfragen zu beantworten“.[5] 1828 trat er als Stadt- und Lokal-Physikus der in Nordmähren liegenden Stadt Fulnek zurück,[6] und bekleidete danach bis 1831 das Amt eines k.k. Titular- Hofarztes und Leibarztes des Kardinal und Fürsterzbischof von Olmütz Erzherzog Rudolf von Österreich.

Cholera-Epidemie in Wien 1831

Noch in Olmütz verfasste Zink 1831 die Publikation „Geschichtliche Bemerkungen über die epidemische Cholera während ihres Eintrittes und Herrschens in Wien, nebst einem Versuch des aetiologische Verhältnis derselben aufzuklären.“, die sich in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet.

Orthopädische Heilanstalt (für Schiefwachsende und medizinischer Gymnastik) in der Alser Vorstadt in Wien

1838 trat Zink der Medizinischen Fakultät der Universität Wien bei. Im selben Jahr gründete er, nachdem er am 22. März 1838 durch ein Regierungsdekret die Bewilligung erteilt bekommen hatte, gemeinsam mit dem aus Fulnek stammenden Mediziner Dr. Daniel August Zimmer (1806-1838) das erste orthopädische Institut in Wien in der Alser Vorstadt. Nachdem Zimmer bereits im September 1838 verstarb, leitete Zink als Direktor alleine die Heilanstalt weiter. Der Standort des Institutes lag zunächst in der Adlergasse 157 (heute: Mariannengasse 32), später in Wien 1, Obere Bäckerstraße 767 im kleinen Federlhof 1. Stock. In den Sommermonaten stand eine Dependance in Heilgenstadt, Herrngasse 6 zur Verfügung.

Wiener Zeitung, 18.10.1838, S. 1442.

Diese Einrichtung wandte sich vor allem an Kinder und Jugendliche beider Geschlechter, um vorbeugend orthopädische Fehlentwicklungen während des Wachstumsprozesses durch medizinische Gymnastik und physikalische Übungen auszugleichen und der Kräftigung des Körpers vorzubeugen. Das Angebot richtete sich auch an Erwachsene, denen ein eigenes Fecht, Exerzier- und Tanzunterrichtsprogramm als Therapie angeboten wurde. Eine kurze Darstellung über die Anstalt findet sich auch im zeitgenössischen Fremdenführer Wiens aus dem Jahr 1844.[7] Die Anstalt war umfangreich und modern ausgestattet und mit einer orthopädischen Werkstatt, in der mechanische Apparaturen, wie künstliche Arme hergestellt werden konnten, sowie mit einem Badehaus und einer Gartenanlage versehen. Die hier zur Anwendung gelangten Therapien zeichneten sich durch die Verbindung der Orthopädie mit der Gymnastik aus. Dazu wurde der Turnpädagoge Albert von Stephani (1810-1844) hinzugezogen. Im Dezember 1838 veröffentlichte Zink in der Gesundheitszeitung einen Artikel unter dem Titel „Das orthopädische Institut und die medicinische Gymnastik in Wien“, in dem er seine Beweggründe zur Errichtung dieser Anstalt vorstellte. Seine Therapieansätze und Heilungsmethoden besprach er in mehreren Artikelserien unter den Titeln „Das Schiefwachsen der Kinder“,[8] „Beschreibung der am öftesten vorkommenden Art des Schiefwachsens beim weiblichen Geschlecht“,[9] und „Bemerkungen über die relative Schwäche der linken Seite des Körpers bei Kindern als eine Ursache der seitlichen Verbeugung des Rückgraths“.[10] 1849 publizierte er in der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien den Aufsatz „Die Turnübung als Schutz- und Heilmittel gegen Krankheiten“, mit der er auf die von der Sektion für Hygiene innerhalb der Gesellschaft der Ärzte in Wien ihm zur Beantwortung zugewiesenen Frage inwieweit Turnübungen als Schutz gegen Krankheiten angesehen werden könnten, antwortete. [11] In seiner Stellungnahme sprach er sich für ausreichende Gymnastik für Kinder sowie frühe Bewegungsübungen schon im Kleinkindalter aus, wies auf die Gefahren hin, die durch die Bewegungsarmut hervorgerufen durch langes Sitzen in der Schule den Kindern drohten und trat gegen die Praktiken des Festwickeln auf. Sein dazu geplanter Vortrag in der Sektion für Hygiene an der Gesellschaft der Ärzte entfiel wegen der ausbrechenden Revolution im März 1848.

In den folgenden Jahren berichtete er hier auch über die Tätigkeit an diesem Institut unter den Titeln „Bericht über die Leistungen des orthopädischen Instituts und der medizinischen Gymnastik in Wien“,[12] und „Die Leistungen des gymnastisch-orthopädischen Instituts in Wien“.[13] Eine weiterer Darstellung über diese Anstalt stammt von […] Hermann H. Beer (1798-1873).[14] Bereits 1842 schloss das Institut, das zuletzt zwischen 1841 und 1842 von Leopold Dittel (1815-1898) geleitet wurde. Eine Ansicht der Heilanstalt ist durch die Lithografie von Franz Wolf (1795-1859) erhalten.

Bis zu seinem Tod war er in Wien 1, Bauernmarkt 585 wohnhaft, wo er auch seine Arztpraxis führte.

Weiters erschien von ihm 1845 eine Abhandlung „Der animalische Magnetismus“, die er in der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien publizierte und die sich heute an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet. 1847 publizierte er den Aufsatz „Über die Pflanzenlaugen- und Moorschlamm-Bäder im Moosthale bei Salzburg“,[15]und 1849 wiederum in der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien den Artikel „Die Turnübung als Schutz- und Heilmittel gegen Krankheiten“.[16]

Zink war Mitglied der med. Fakultät und der Gesellschaft der Ärzte und der k.k. Landwirtschafts-Gesellschaft sowie des Unterstützungs-Vereines für aus der hiesigen k.k. Irrenheil-Anstalt geheilt entlassenen hilflosen Individuen.[17]

August Zink verstarb am 3. April 1855 in Wien.

Quellen:

ÖStA, KA (Kriegsarchiv), MBeh (Militärbehörden) OFD (Oberfeldärztliche Direktion), Buch 12, Nationalien der im April 1891 eingezogenen Ärzte, Zink August.

Österreichische Zeitschrift für praktische Heilkunde (herausgegeben vom Doctoren-Collegium der medizinischen Fakultät in Wien red. Von Joseph Johann Knolz) 1. Jahrgang, Wien 1855, Band 1, S. 123.

Matriken der Lutheranischen Stadtkirche, Sterbebuch, Wien, Innere Stadt, Sign STBO7, Folio 22, Nr. 112, Zink August.

Literatur:

Zink, August: Beschreibung der Heilquellen des Gesenkes und ihres zweckmäßigen Gebrauches. Brünn: gedruckt bey Joseph Georg Traßler 1816.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-2743]

Zink, August: Geschichtliche Bemerkungen über die epidemische Cholera während ihres Eintrittes und Herrschens in Wien, nebst einem Versuche das aetiologische Verhältnis derselben aufzuklären. Wien: Gedruckt und im Verlage bey Carl Gerold 1832.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 3285/110]

Zink, August: Der animalische Magnetismus. Sonderdruck aus: Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien. Wien:Ueberreuter 1845.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 51431]

Keywords:

Zink August, Balneologe, Cholera, Orthopäde, Physikalische Medizin, Therapie, Heilgymnastik, Turnwesen, Kinderarzt, Arzt, Medizingeschichte, Wien

[1] Berlin, Brandenburg, schlesische Oberlausitz: Landeskirchliches Archiv in Berlin, Spremberg, Kreuzkirche, Gesamtkirchenbuch, 1707-1800, Zinck August. Österreichische Zeitschrift für praktische Heilkunde (Hrsg. vom Doctoren-Collegium der Medizinischen Fakultät in Wien Joseph Knolz), 1855, Bd. 1, S. 124. ÖStA, KA (Kriegsarchiv), MBeh (Militärbehörden) OFD (Oberfeldärztliche Direktion), Buch 12, Nationalien der im April 1891 eingezogenen Ärzte, Zink August.

[2] Vaterländische Blätter, 6.9.1817, S. 5.

[3] Literarische Annalen der gesammten Heilkunde. In Verbindung mit mehreren Gelehrten (Hrsg. von Hecker Justus Friedrich Carl), Berlin 1827, S. 183.

[4] Allgemeines Repertorium der neuesten in- und ausländischen Literatur für 1828, Leipzig 1828, Bd. 4 (Teil Medizin), S. 253.

[5] Wiener Zeitung, 6.4.1827, S. 550.

[6] Kaiserlich-königlich Schlesische Troppauer Zeitung, 8.2.1828, S. 122

[7] Der wohlunterrichtete Fremden-Führer in der kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Wien und ihren nahen Umgebungen. Ein vollständiges und zuverlässiges Auskunfts- und nachschlagebuch für Fremde und Einheimische, welche die Merkwürdigkeiten in der kürzesten Zeit sehen und kennen lernen wollen. (Friedrich Koch), 2. Aufl. 1844.

[8] Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 23.4.1838, S. 269-272 und 10.5.1838, S. 318-319 und 17.5.1838, S. 333-336 und 21.5.1838, S. 340-341.

[9] Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 5.7.1838, S. 441-444.

[10] Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 13.12.1838, S. 821-823.

[11] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien, 1849, S. 424-435.

[12] Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 23.5.1839, S. 344-346.

[13] Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 20.1.1840, S. 45-48 und 23.1.1840. S. 53-58.

[14] Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 17.6.1839, S. 401-403.

[15] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien, Wien 1847, S. 194-202.

[16] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien, Wien 1849, S. 424-435.

[17] Wiener Zeitung, 21.9.1851, S. 2738.

Normdaten (Person) Zink, August: BBL: 40251; GND: 1157548466;

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 40251 (15.12.2022); Letzte Aktualisierung: 2022 12 19
Online unter der URL: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=40251

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