Kategorie-Archiv: Josephinische Bibliothek

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [23]: Jakob Anton Neuner, Karl Ambros Bernard, Lorenz Rigler und Sigismund Spitzer: Mediziner des Josephinum im Dienste des Osmanischen Reiches zwischen 1839-1850

Jakob Anton Neuner, Karl Ambros Bernard, Lorenz Rigler und Sigismund Spitzer: Mediziner des Josephinum im Dienste des Osmanischen Reiches zwischen 1839-1850

In den Jahren 1830er Jahren kam es im Zuge der diplomatischen ABB-01_01_Mahmud_II-_LithoAnnäherung zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich zur Unterstützung der Monarchie bei den anstehenden militärischen Reformen des Osmanischen Reiches und in diesem Kontext auch der militärärztlichen Ausbildung. In dieser Hinsicht geriet die militärärztliche-josephinische Akademie zum Vorbild für die Modernisierung des osmanischen Sanitätswesens. Ab 1838 entsendete auf Ansuchen des Sultans Mahmud II. (1785-1839) das Josephinum Ärzte nach Konstantinopel, um im Zuge der Modernisierung der Armee, die Heranbildung von Militärärzten und Pharmazeuten in der Medizinschule in Galatasaray zu unterstützen.

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt die Arbeiten dieser Mediziner des Josephinums, die in den 1830er bis 1850er Jahre im Dienste des osmanischen Reiches an der Organisation des Sanitätswesens wirkten.

Einen kurzen Überblick darüber bietet der Aufsatz von Max Neuburger, verfasst im Jahr 1917:

Neuburger, Max: Österreichische Ärzte als Pioniere der wissenschaftlichen Medizin und des Sanitätswesen in der Türkei (1839-1856). In: Wiener medizinische Wochenschrift. (38) 1917.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 5179]

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http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1917&page=740&size=45&qid=NH2UUDYC02HVJK3RGFO8LMVX15VWOX

ABB-02_02_Friedrich_Jaeger_von_Jaxtthal

Mit der Auswahl der Mediziner für Sultan Mahmud II. war Friedrich Jäger von Jaxtthal (1784-1871), der als Vertrauter von Fürst Clemens von Metternich und dessen Leibarzt galt, und zwischen 1825 und 1848 als Professor für Ophthalmologie an der Josephinischen Akademie lehrte, betraut.

Die Wahl fiel zunächst auf zwei junge Mediziner und Absolventen der Josephinischen Akademie und zwar: Karl Ambros Bernard und Jakob Anton Neuner, die im Spätherbst 1839 nach Galatasaray aufbrachen.

Jakob Anton Neuner (*30.10.1806 Cilli/Untersteiermark (heute Slowenien), gest. 27.1.1842 Leoben) begann zunächst als feldärztlicher Gehilfe im Infanterieregiment 12 in Mailand und studierte danach in Wien an der Josephs-Akademie Medizin, das er 1834 mit dem Doktorat der Chirurgie und Magister der Augenheilkunde und Geburtshilfe abschloss.
ABB-03_D-3444_NeunerIm Anschluss daran unterrichtete er an der Lehrkanzel der theoretischen Medizin. Ende des Jahres 1838 ging er gemeinsam mit Karl Ambros Bernard nach Konstantinopel, um hier die Reformen im Spitals- und Apothekenwesen einzuleiten. Er wurde hier auch Leibarzt des Sultans, kehrte jedoch bereits nach dessen Tode 1839 nach Wien an das Josephinum zurück. 1840 wurde er zum Regimentsarzt und ein Jahr darauf zu einem Infanterieregiment nach Leoben bestellt.

Karl Ambros Bernard (19.12.1808 Starkenbach/Böhmen, gest. 2. 11. 1844/Konstantinopel) studierte in Prag Philosophie und danach in Wien am Josephinum Medizin, wo er den Titel Magister der Chirurgie erlangte. Danach diente er als Arzt in einem Infanterieregiment in Czernowitz/Bukowina, wo er an der Grenze zu Russland am Aufbau eines Sanitätskordons zur Bekämpfung der Cholera mitwirkte. Nach seiner Rückkehr nach Wien setzte er am Josephinum sein Studium fort, legte hier 1838 seine Dissertation vor und schloss sein Studium mit dem Titel Doktor der Medizin und Chirurgie sowie Magister der Geburtenhilfe und der Augenheilkunde ab.
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Bernard, Karl Ambros: De functionibus fluidi electrici prae reliquis corporis humani sub statu sano et morboso. Wien: typ. Ghelen 1838.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D2164]

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Histor.Diss_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1838/3]

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Bernard blieb fünf Jahre in Galatasaray als Direktor und Professor der „medizinischen Schule zu Galatasaray zu Konstantinopel“ und wirkte hier am Aufbau des medizinischen Unterrichts mit. Bernard veröffentliche 1844 – wenige Monate vor seinem Ableben – seinen Bericht über seine Tätigkeit und die Entwicklungen, zu denen der Aufbau eines Schulbetriebes und die nachhaltige Heranbildung eines Ärzte- und Lehrpersonales zählten.

Bernard, Karl Ambros: Die medicinische Schule zu Galata-Serai. In: Allgemeine Zeitung für Militair-Aerzte. (2) 1844. S. 141-142; 159-160; 165-167.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 38615]

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Einen Nekrolog zu Ambros Karl Bernard findet sich in der Wiener Zeitung, vom 13.1.1845, S. 3.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18450113&seite=3&zoom=33&query=%22ambros%2Bbernard%22&ref=anno-search

Der dritte Arzt, der Neuer und Bernard unmittelbar nachfolgte, war Lorenz Rigler (*20.9.1815 Graz, gest. 16.9.1862 Graz). Er begann 1833 mit dem Studium der Medizin an der Josephs-Akademie, das er 1838 als Doktor der Medizin und Chirurgie, Magister der Augenheilkunde und Geburtshilfe abschloss.
ABB-05_05_Lorenz_Rigler_LithoRigler, Lorenz: Über die Wuthkrankheit des Menschen. Wien: typ. Mechitaristen 1838.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek,  Sign.: D3722]

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ABB-06_D-3722_Rigler
ABB-07_D1838-1_Rigler1842 wurde er auf Ansuchen der osmanischen Regierung nach Konstantinopel gesandt, um das Spitalswesen zu reformieren. Bereits 1844 erfolgte seine Bestellung zum Generalinspektor sämtlicher Spitäler und zum Sanitätsreferenten im Kriegsministerium. 1852 erschien von ihm eine Monografie unter den Titel „Die Türkei und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, physiologischen und pathologischen Verhältnissen vom Standpunkte Constantinopels“, die sich – methodisch beeinflusst – an der von dem Statistiker und Militärarzt Francois Joesph Boudin (1806-1867) etablierten medizinischen Geografie orientierte. Rigler versuchte darin die lokalen Umwelteinflüsse mit medizinisch-statistischen Daten zu verbinden und damit Erklärungsmodelle für verschiedene Krankheiten zu entwerfen.[1]

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Rigler, Lorenz: Die Türkei und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, physiologischen und pathologischen Verhältnissen vom Standpunkte Constantinopels. Wien: Gerold 1852.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 297]

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Ein Jahr später verfasste er dazu noch einen Aufsatz:

Rigler, Lorenz: Beitrag zur medizinischen Geographie. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (3) 1853. Sp. 721-724; 737-741; 753-756.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/3]

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http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&qid=SGIDBBICJ21RGY9TVCFNWR3FCL3COQ&size=45&page=369

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&qid=SGIDBBICJ21RGY9TVCFNWR3FCL3COQ&size=45&page=377

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&qid=SGIDBBICJ21RGY9TVCFNWR3FCL3COQ&size=45&page=385

1856 kehrte er nach Graz zurück, wo er zum Professor für spezielle medizinische Pathologie und Therapie ernannt wurde.

1841 erschien in der Zeitung „Der österreichische Zuschauer. Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und geistiges Leben“ (Nr. 6, 13.1.1841, S. 9) ein Bericht über „Die medizinische Schule zu Konstantinopel“, der einen Einblick über die Arbeiten von Neuner, Bernard und Spitzer gibt.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=doz&datum=18410113&seite=9&zoom=33&query=%22dr.%2Bbernard%22&ref=anno-search

Der vierte Arzt, der in den Dienst des osmanischen Reiches trat, war der Anatom, Pathologe und langjährige Diplomat Sigismund Spitzer (*21.4.1813 Nikolsburg/Mähren, gest. 23. 12. 1894 Wien). Spitzer studierte zunächst in Wien an der militärärztlich-josephinischen Akademie Medizin, das er 1837 mit seiner Dissertation abschloss.

ABB-09_D-4029_SpitzerSpitzer, Sigismund: De morbo Brighti. Wien: typ Congregatio Mechitaristica 1837.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D4029]

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Danach ging er an die militärisch-medizinische Schule in Galatasaray, wo er 1839 zum Professor für Anatomie ernannt wurde und zwischen 1846/47 und 1850 als Nachfolger von Bernard als Direktor die Schule leitete. 1845 wurde er zum Leibarzt und engen Vertrauten des Sultans Abdül-Medjid (1823-1861) bestellt. Er reformierte das medizinische Studium, führte das Sezieren an den Spitälern ein und errichtete ein anatomisches Museum, darunter finden sich von Josef Hyrtl  (1810-1894) gespendete Präparate. 1847 promovierten vier Studenten der Schule von Galatasaray an der Josephinischen Akademie in Wien.

Diese werden wie folgt genannt und beschrieben: „Mousa Effendi, Muselmann, Stefan Asbrian, Grieche, Nikolaus Aprillof, Armenier, Gregoir Ivovicz, Katholik“.

Spitzer trat 1850 in den diplomatischen Dienst des osmanischen Reiches ein und wurde bis 1856 zu dessen Botschaftsrat in Wien und darauf von 1857 bis 1860 zum Geschäftsträger in Neapel bestellt. Danach lebte er als Privatmann in Paris und Italien und zuletzt bis zu seinem Tod in Wien.

Literatur zu:

Lorenz Rigler – Primärliteratur:

Rigler, Lorenz: Antritts-Rede gehalten bei Gelegenheit der Übernahme der medizin. Klinik in Gratz am 8. Oktober 1856. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (6) 1856. Sp. 681-668.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/6]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8632356&pos=14&phys#

Rigler, Lorenz: Beitrag zur Geschichte der Cholera. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (5) 1855. Sp. 161-165; 177-180.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/5]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8632354&pos=12&phys#

Rigler, Lorenz: Beitrag zur medizinischen Geographie. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (3) 1853. Sp. 721-724; 737-741; 753-756.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/3]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8632355&pos=13&phys#

Rigler, Lorenz: Die Türkei und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, physiologischen und pathologischen Verhältnissen vom Standpunkte Constantinopels. Wien: Gerold 1852.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 297]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8632352&pos=8&phys#

Rigler, Lorenz: Über die Wuthkrankheit des Menschen. Wien: typ. Mechitaristen 1838.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D3722]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8420146&pos=1&phys#

Rigler, Laurenz: De rabie hominum morsu hydrophobico acquisita. Wien: typ. Congreg. Mechit. 1838.
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1838/1]

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Lorenz Rigler – Sekundärliteratur:

Kernbauer, Alois: Lorenz Rigler, Istanbul und die „Medizinische Geographie“ In: Österr.-türkische med. Beziehungen, Berichte des Symposions vom 28. u. 29.4.1986 in Istanbul. 1987. S. 121-142.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA915]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8595493#

Kernbauer, Alois: Zur Reorganisation der türkischen Medizin durch österreichische Ärzte um die Mitte des 19. Jh. Die medizinische Schule von Galatasaray in Istanbul im Spiegel der Berliner Allgemeinen Medicinischen Central-Zeitung. 7 S. (S. 175-181). Wien: Österr. Ges. f. Wissenschaftsgesch. 1993 (Mitt. d. öst. Ges. f. Wissenschaftsgesch. Jg 13, H. 1-2)

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 55.016/13, 1-2]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8595492#

Heschl, Richard Ladislaus: Prof. Dr Lorenz Rigler (+). In: Wiener medizinische Wochenschrift. (12/42) 1862. Sp. 667-669.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Abschr. 101]

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Karl Ambros Bernhard – Primärliteratur:

Bernard, Karl Ambros: Les Bains de Brousse, en Bythinie, Turquie d’Asie, avec une vue des bains et un plan des environs de Brousse. Constantinopel: Imprimerie de la Bonne Esperance 1842.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB2829]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172478&pos=13&phys=

Bernard, Karl Ambros: Die medicinische Schule zu Galata-Serai. In: Allgemeine Zeitung für Militair-Aerzte. (2) 1844. S. 141-142; 159-160; 165-167.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 38615]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8544598&pos=1&phys#

Bernard, Karl Ambros: De functionibus fluidi electrici prae reliquis corporis humani sub statu sano et morboso. Wien: typ. Ghelen 1838.

Histor.Diss_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D2164]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8416424&pos=2&phys#

Histor.Diss_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1838/3]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8416423&pos=1&phys#

Karl Ambros Bernhard – Sekundärliteratur:

Schmidt-Wyklicky, Gabriela: Dr. Karl Ambros Bernard nach österreichischen Quellen: Seine Verdienste als Arzt und Akademischer Lehrer. In: Acta Turcica Historiae Medicinae. Verhandlungen des V. Symposions über öst.-türk. mediz. Beziehungen II. 1995. S. 111-114.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA4582]

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Sehsuvaroglu, Bedi N.: Muallim-i evvel Ordiaryüs Profesör Dr. Charles Ambroise Bernard (1808-1844). In: Türk Istanbul’da tip ögretiminin 500. yildönümü. 1971. S. 62-70.

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8643932#

Eyice, Semavi: Mekteb-i Tibbiye’nin ilk müdürü Dr. Bernard’in Mezari. In: Tarih Dergisi. (2/3-4) 1952. S. 89-96.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 43774]

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Jakob Anton Neuner – Primärliteratur:

Neuner, Jakob Anton: De febri intermittente oculi larvata, sub forma ophthalmitidis adparente. Wien: typ. Grund 1834.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1834/2]

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D3444]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8419518&pos=1&phys#

Jakob Anton Neuner – Sekundärliteratur:

Holubar, Karl: Carl Ludwig Sigmund in der Türkei insbesondere seine Besuche in Istanbul im Mai, Juli und August 1849. In: Die hohe Medizinschule Galatasaray und ihre Bedeutung für die moderne türkische Medizin. 1993. S. 95-106.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA5169]

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Neuburger, Max: Österreichische Ärzte als Pioniere der wissenschaftlichen Medizin und des Sanitätswesens in der Türkei (1839-1856). In: Wiener medizinische Wochenschrift. (67/38) 1917.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 5179]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8566319#

Sigismund Spitzer – Primärliteratur:

Spitzer, Sigismund: De morbo Brighti. Wien: typ Congregatio Mechitaristica 1837.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D4029]

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Text: Walter Mentzel

[1] Kernbauer, Alois: Lorenz Rigler, Istanbul und die „Medizinische Geographie“ In: Österr.-türkische med. Beziehungen, Berichte des Symposions vom 28. u. 29.4.1986 in Istanbul. 1987. S. 121-142.

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Weitere Blogbeiträge u.a. zu
Friedrich Jäger von Jaxtthal (1784-1871):
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [21]: Berres Joseph (Christian)

Berres Joseph (Christian)

Joseph Berres (ab 1842 Edler von Perez) (*18.3.1796 in Göding/Mähren, gest. 24.12.1844 Wien) war ein österreichischer Arzt und Anatom. Berres1Berres war der Sohn eines Wundarztes und begann in Wien mit dem Studium der Chirurgie, das er 1816 mit der Promotion zum Magister chirurgiae und der Geburtshilfe abschloss. Während des Studiums und danach als Assistent am Allgemeinen Krankenhaus in Wien beschäftigte er sich mit der Anfertigung von Präparaten, die er als Sammlung dem Museum im Allgemeinen Krankenhaus übergab.

Berres und die Cholera in Lemberg

1817, erst 21 Jahre alt, wurde er mit Entschließung des Kaisers, zum Professor der Anatomie an die k.k. Franzens-Universität in Lemberg ernannt, wo er zunächst ein anatomisches Museum aufbaute und begann sich intensiv mit der mikroskopischen Anatomie zu beschäftigen.[1] Hier verfasste er seine ersten Arbeiten:

Berres, Joseph: Anthropotomie oder Lehre von dem Baue des menschlichen Körpers. Als Leitfaden zu seinen anatomischen Vorlesungen. Bd. 1: Wien: Heubner 1821. Bd. 2-4: Lemberg: typ. Piller 1826-1828.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB723]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172523&pos=1&phys=#

(2. Auflage 1835 gänzlich umgearbeitet aufgrund seiner mikroskopischen Forschungen) und:

Berres, Joseph: Über die Holzsäure und ihren Werth. Zum Gebrauche für Arzte, Wundärzte, Chemiker, Ökonomen und Technologen. Wien: typ. Wallishausser 1823.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 17.221]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8544792&pos=1&phys#

Berres zeichnete sich bei der 1829 in Indien ausgebrochenen Choleraepidemie, die sich 1831 über Russland nach Mittel- und Osteuropa ausbreitete, als Arzt und Organisator eines Cholera-Spitales aus. Auch bei der Bekämpfung der Epidemie sowie durch seine Aktivitäten bei der Spendensammlung für die Hinterbliebenen der Epidemie-Opfer in Lemberg spielte er eine wesentliche Rolle. Darüber verfasste er noch im selben Jahr in Lemberg eine Arbeit unter dem Titel: Berres, Joseph: Praktische Erfahrungen über die Natur der Cholera in Lemberg und Behandlungsart derselben. In: Cholera. (43) 1831.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 3285/43]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8544791&pos=0&phys#

Im Oktober 1831 wurde er durch Entschließung des Kaisers zum Professor der Anatomie in Wien berufen und 1834 ihm von der Universität Wien der Titel Dr. h.c. verliehen.

Rückkehr nach Wien – Berres und die Mikroskopie und Daguerreotypie

Nach seiner Rückkehr nach Wien modernisierte er als Direktor des anatomischen „Museums und Theaters“ den Sezier-Saal und beschäftigte sich weiter intensiv mit der anatomischen Mikroskopie (er führte das Mikroskop in die anatomische Forschung ein), die ihn erstmals einem weiteren Kreis bekanntmachten. Zusätzlich widmete er sich der Herstellung aufwendiger Tafeln zu Unterrichtszwecken. Diese Arbeiten schlugen sich in seiner 1837 erschienen Veröffentlichung nieder: Berres, Joseph: Anatomie der mikroskopischen Gebilde des menschlichen Körpers/Anatomia partium microscopicarum corporis humani. Wien: Gerold 1837.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB6274]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172522&pos=0&phys#
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Berres wandte als einer der ersten künstliches Licht (Hydro-Oxygengas-Mikroskop) zur Herstellung von Mikrofotografien an, wobei er sich dabei dem sogenannten Plössl‘schen Mikroskop bediente (erstmalige Mikroaufnahme in Österreich). Dies führte ihn zu dem im August 1839 in Paris erstmals veröffentlichten Verfahren der Daguerreotypie, das einen Durchbruch in der Fototechnik brachte und zwischen 1839 und 1853 seinen Höhepunkt erlebte. Mit der Daguerreotypie gelang es Berres, die von ihm fotografierten mikroskopischen Gegenstände (Mikrofotografie) bildhaft zu fixieren und sie druckfähig zu reproduzieren („Phototypie“). Berres zählt damit zu den bedeutenden Pionieren der Geschichte der wissenschaftlichen Fotografie. Seit Ende 1839/Anfang 1840 unternahm er Versuche, diese neue Methode der Daguerreotypie für die medizinische Forschung nutzbar zu machen. Es gelang ihm die Daguerreotypien (auf Silberplatten) durch galvanische Ätzungen und durch Kupferabdrucke – womit er eine Verbesserung der Bildqualität der zu druckenden Fotoplatten erreichte – festzuhalten und sie vervielfältigbar zu machen. Unterstützt wurde er dabei vom österreichischen Kupferstecher Josef Axmann (*7.3.1793 Brünn, gest. 9.11.1873 Salzburg), der ihn dabei 1843 unterstütze und die Retuschierungen vornahm. Berres machte seine neue Methode am 5. März 1840 und am 30. April 1840 in den Sitzungen der Gesellschaft der Ärzte in Wien bekannt.[2] Im Dezember 1841 stellte Berres seine Arbeiten, die er mit der Daguerreotypie schuf, in der Pariser Akademie der Wissenschaft vor.[3]

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18420318&seite=3&zoom=33&query=%22berres%22&ref=anno-search

Polytechnisches Journal, Dezember 1841, S. 149. „Neue Aufschlüsse über das Daguerreotyp. Von Professor Dr. Berres“,

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ptj&datum=1841&page=1137&size=45&qid=HCYQM22W4EMYRIHMQSS4FAMIMZYYLO

Polytechnisches Journal, 1842, S. 274.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ptj&qid=I311MR2HXXC9DPZ7D3KTLK8QJZI1LY&datum=1842&page=323&size=45

Ein weiterer zeitgenössischer Artikel zu den Versuchen Berres findet sich in der Wiener Zeitung: 16.3.1842, S. 3-5 und 18.3.1842, S. 3-4.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18420316&seite=3&zoom=33

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ptj&qid=I311MR2HXXC9DPZ7D3KTLK8QJZI1LY&datum=1842&page=323&size=45

Die Wertschätzung und Bedeutung, die Joseph Berres in der wissenschaftlichen Fotografie-Historiografie wiederfuhr, widerspiegeln die Einhundertjahre später veröffentlichten Aufsätze des Fotochemikers und ehemaligen Leiters der Portraitsammlung an der Preußischen Staatsbibliothek, Erich Stenger: „Joseph von Berres und die Frühgeschichte der Photographie in Wien 1840-1841“ In: „Photographischen Korrespondenz“ (April 1932, S. 68-75) und „Frühgeschichte der Daguerreotypie in Wien“ (ebenda, Oktober 1933, S. 149-153).

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=phc&datum=1932&size=45&page=74

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=phc&qid=GAE1QZKETJ5S311XBC4BFK949U2NZY&datum=1933&page=257&size=45

Berres war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereine und Akademien, darunter der: k. k. Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Gesellschaft des böhmischen Museums, Ehrenmitglied des Atheneums in Venedig, korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und schönen Künste in Padua, Ehrenmitglied der kaiserlichen russisch-medizinischen-chirurgischen Akademie in St. Petersburg und der Gesellschaft Russischer Ärzte in St. Petersburg. Weiters korrespondierendes Mitglied des ärztlichen Vereins in München, der Gesellschaft zur Beförderung der Naturwissenschaften zu Freiburg und der physikalisch-medizinischen Gesellschaft in Erlangen, der Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste und Hilfswissenschaften in Frankfurt am Main, korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft zur Beförderung der Naturwissenschaften in Freiburg und der physikalisch-medizinischen Gesellschaft zu Bonn. Weiters war er Ehrenbürger der Stadt Lemberg.[4]

In einem Nekrolog über Joseph Berres hieß es 1845: „Berres war einer jener Charakter, die mitten unter einem kriechenden Geschlechte aufrechtstehen“.[5]

Literatur von Joseph Berres:

Berres, Joseph: Anthropotomie oder Lehre von dem Baue des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Wien: Gerold 1835-1841.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB724]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172524&pos=2&phys#

Gesellschaft_M-Hartl

[Zweigbibilothek für Geschichte der Medizin, Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18700/1-2]

http://search.obvsg.at/primo_library/libweb/action/search.do;jsessionid=40066D34473B42F3DB2E0EF2D55BCF01?fn=search&ct=search&initialSearch=true&mode=Basic&tab=default_tab&indx=1&dum=true&srt=rank&vid=UMW&frbg=&tb=t&vl%28freeText0%29=G%C3%84-18700*&scp.scps=scope%3A%28ACC_acc05_M900%29%2Cscope%3A%28UMW_aleph_acc%29%2Cscope%3A%28UMW_O_SFX%29

Berres, Joseph: Anatomie der mikroskopischen Gebilde des menschlichen Körpers/Anatomia partium microscopicarum corporis humani. Wien: Gerold 1837.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB6274]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172522&pos=0&phys#

Berres, Joseph: Praktische Erfahrungen über die Natur der Cholera in Lemberg und Behandlungsart derselben. In: Cholera. (43) 1831.

neuburger_m-hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 3285/43]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8544791&pos=0&phys#

Berres, Joseph: Anthropotomie oder Lehre von dem Baue des menschlichen Körpers. Als Leitfaden zu seinen anatomischen Vorlesungen. Bd. 1: Wien: Heubner 1821. Bd. 2-4: Lemberg: typ. Piller 1826-1828.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB723]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172523&pos=1&phys=#

Berres, Joseph: Über die Holzsäure und ihren Werth. Zum Gebrauche für Arzte, Wundärzte, Chemiker, Ökonomen und Technologen. Wien: typ. Wallishausser 1823.

neuburger_m-hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 17.221]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8544792&pos=1&phys#

Literatur zu Joseph Berres:

Goldinger, Walter: Zur Wissenschaftsförderung im österreichischen Vormärz. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. (71) 1963. S. 408-419.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 32675]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8576060#

Text: Walter Mentzel

[1] Lemberger Zeitung, 7.4.1817, S. 1; Wiener Zeitung, 31.1.1845, S. 5

[2] Wiener Zeitung, 9.3.1840, S. 3 und 3.5.1840, S. 3.

[3] Morgenblatt für gebildete Stände, 10.2.1842, S. 8.

[4] Wiener Zeitung, 31.12.1844, S. 4.

[5] Österreichisches Morgenblatt – Zeitschrift für Vaterland, Natur und Leben, 4.1.1845, S. 2.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [19]: Burkard Eble: Mediziner, Autor und Bibliothekar am Josephinum

Burkard Eble: Mediziner, Autor und Bibliothekar am Josephinum

Burkard Eble (*6.11.1799 Weil der Stadt/Baden-Württemberg, gest. 3.8.1839 Wien) wurde als Sohn seines gleichnamigen Vater, eines Wundarztes und Magistratsrates, in Weil der Stadt in Baden-Württemberg geboren. Nach seinem Schulabschluss am Lyceum in Rastatt im Großherzogtum Baden, das bis heute wegen seiner historischen Bibliothek, die bis in das Jahr 1716 reicht bekannt ist, kam er 1816 nach Wien, wo er – wie seine beiden älteren Brüder Dominik und Ferdinand Eble zuvor – an der medizinisch-chirurgischen Josephsakademie einen zweijährigen Kurs absolvierte. Danach trat er als Unterfeldarzt in das in Wien stationierte 2. Feldartillerie-Regiment ein und setzte ab 1818 neben dem Studium der Philosophie jenes der Medizin an der Universität Wien fort, das er 1827 mit der Promotion zum Doktor der Medizin abschloss. (Eble, Burkard: Commentatio De Studio Anatomico. Vindobonae: Heubner 1827). Währen seines Studiums war er bereits als Oberarzt im Wiener Garnisons-Spital tätig, wo er sich auch intensiv mit der Augenheilkunde beschäftigte und ab 1821 dem Wiener Garnisons-Artilleriedistrikt zugeteilt wurde.

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1822 wurde er zum Prosector an der medizinisch-chirurgischen Josephsakademie ernannt und übte diese Position bis 1832 aus. In dieser Funktion war er auch Leiter des Museums und der Bibliothek an der medizinisch-chirurgischen Josephsakademie.

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1830 promovierte er zum Doktor der Chirurgie und erhielt das Diplom eines Magisters der Augenheilkunde und der Geburtenhilfe.

1832 ereilte ihn die Beförderung zum Regiments-Arzt. Im selben Jahr übernahm er schließlich die Leitung der Bibliothek und des Museums am Standort des heutigen Josephinum, die er bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden am 10. Juli 1837 bekleidete.

Hier arbeitete er als Autor an seinen wissenschaftlichen Studien. In nur wenigen Jahren legte er hier mehrere – darunter auch historische – Monografien vor. Bekannt wurde er mit seinen Arbeiten „Die sogenannte contagiöse oder ägyptische Augenentzündung“ aus dem Jahr 1839, oder „Ueber die in der belgischen Armee herrschende Augenkrankheit“ aus dem Jahr 1836, die noch Jahrzehnte später rezipiert worden sind,[1] oder die historische Arbeit „Versuch einer pragmatischen Geschichte der Anatomie und Physiologie vom Jahre 1800-1825“ aus dem Jahr 1836, die ein Selbstbildnis von ihm enthält.

Max Neuburger (1868-1955) bezeichnete Burkard Eble als einen Militärarzt und Bibliothekar, der den „Ruf der österreichischen medizinischen Geschichtsschreibung begründete“[2].

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Eble war Mitglied mehrerer nationaler und internationaler medizinischer Gesellschaften. Darunter der physikalisch-medizinischen Gesellschaft Erlangen (1833)[3], der Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolingischen Akademie der Naturforscher in Breslau, die Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden (1833)[4], die Med. Chirurgica Provinciale des Sciences etc. à Mons, die Soc. Littéraire à Mons, der Cercle médical à Montpellier (1837), die Provincial medical et surgical association in Bath (183?), die Soc. de médecine de Lyon (1839) und die Gesellschaft der Ärzte in Wien (1839).[5]

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Literatur von Burkard Eble:

Sprengel, Kurt Polykarp Joachim und Burkard Eble: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Arzneikunde. Bd. 1-6. Bd. 6 fortgesetzt von Burkard Eble. Bd. 1-5 Halle: Gebauer 1800-1803/Bd. 6 Wien: Gerold 1837-1840

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB5698]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6182727#

neuburger_m-hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliohtek, Sign.: MG021]

http://search.obvsg.at/

Eble, Burkard: Die sogenannte contagiöse oder ägyptische Augenentzündung. Stuttgart: Imle & Liesching 1839.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB4266]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174641#

Eble, Burkard: Taschenbuch der Physiologie nach dem neuesten Standpunkte dieser Wissenschaft und zunächst für praktische Ärzte entworfen. 2. Aufl. Wien: Gerold 1837.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB975]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174656#

Gesellschaft_M-Hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18715]

http://search.obvsg.at/

Eble, Burkard: Ueber die in der belgischen Armee herrschende Augenkrankheit. Als Commentar zu Prof. Dr. Johann Christian Jüngkens Schrift über denselben Gegenstand. Wien: Gerold 1836.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB4264]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174642#

neuburger_m-hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliohtek, Sign.: 45911]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8562808&pos=0&phys=#

Eble, Burkard: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Anatomie und Physiologie vom Jahre 1800-1825. Wien: Gerold 1836.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB734]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174657#

neuburger_m-hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliohtek, Sign.: AN006]

http://search.obvsg.at/

Eble, Burkard: Considérations sur la blépharophthalmie catarrhale des armées qui règne épidémiquement parmi les troupes Belges. Bruxelles: Tircher/Louvain: Massar-Meyer 1836.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB4265]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174643#

neuburger_m-hartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliohtek, Sign.: 47037]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8562807&pos=1&phys=

Eble, Burkard: Encyclopädisches Handbuch für angehende Wundärzte. Wien: Gerold 1834.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: WOB-116]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174648#

Eble, Burkard: Methodologie oder Hodegetik als Einleitung in das gesamte medizinisch-chirurgische Studium. Wien: Gerold 1834.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB5520]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174651#

Eble, Burkard: Die Bäder zu Gastein. Wien: typ. Grund 1834.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB2781]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174644#

Eble, Burkard: Taschenbuch der allgemeinen Pathologie und Therapie mit Inbegriff der Semiotik nach dem neuesten Standpunkte dieser Wissenschaften und zunächst für praktische Ärzte entworfen. Wen: Gerold 1833.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB1140]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174655#

Eble, Burkard: Das Wildbad Gastein in seinen Beziehungen zum menschlichen Organismus und die neu errichtete Filial-Bad-Anstalt zu Hof-Gastein. Wien: typ. Sollinger 1832.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB2780]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174647#

Eble, Burkard: Das Strahlenband im Auge. Dresden: typ. Ramming 1832.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB4263]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174653#

Eble, Burkard: Taschenbuch der Anatomie und Physiologie nach dem neuesten Standpuncte beider Wissenschaften und zunächst für practische Ärzte entworfen. Wien: Gerold 1831.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB369]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174654#

Eble, Burkard: Die Lehre von den Haaren in der gesammten organischen Natur. Wien: Heubner 1831.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB4707]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6174650#

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Wolf Bibliothek, Sign.: JB4707]

http://search.obvsg.at/

Eble, Burkard: Über den Bau und die Krankheiten der Bindehaut des Auges, mit besonderem Bezuge auf die contagiöse Augenentzündung. Nebst einem Anhange über den Verlauf und die Eigentümlichkeiten der letzteren unter der Garnison von Wien vom Jahre 1817-1827. Wien: Heubner 1828.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB4262]

http://search.obvsg.at/

Eble, Burkard: Commentatio de studio anatomico. Vindobonae: Heubner 1827.

Joseph_MHartl

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB638]

http://search.obvsg.at/

Quellen:

Medizinisch chirurgische Zeitung, 2.1.1840, S. 10-11.

Populäre österreichische Gesundheits-Zeitung, 25.11.1839, S. 6-7.

Nachruf von Ernst Freiherr von Feuchtersleben in: Wiener-Zeitung, 11.10.1839, S. 3.

Text: Walter Mentzel

Burkard Eb le, Feldarzt, Garnisons-Spital, Josephinum, K.K. Medizinisch-Chirurgische Josephs-Akademie, Militärarzt, Ophthalmologie

[1] Wiener Medizinische Wochenschrift, 5.1.1918, S. 98-102.

[2] Wiener Medizinische Wochenschrift, 1.1.1921, S. 69-70.

[3] Neue Militärische Zeitschrift, H. 12, 1834, S. 95.

[4] Wiener Zeitung, 11.9.1834, S. 3.

[5] Medizinisch chirurgische Zeitung, 2.1.1840, S. 10-11.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [18]: Skoda, Joseph: Abhandlung über Perkussion und Auskultation. Wien: Bei J. G. Ritter von Mösle’s Witwe & Braumüller 1839.

Skoda, Joseph: Abhandlung über Perkussion und Auskultation. Wien: Bei J. G. Ritter von Mösle’s Witwe & Braumüller 1839.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 3243]

http://search.obvsg.at/

Aufgegeben sei der Gedanke, die Grunderscheinung des Lebens zu enthüllen – ein Lebensprinzip aufzustellen –, da die Erfahrung nirgends eine solche Fundamentalerscheinung nachweise; und bei der Erforschung der Gesetze des tierischen Organismus seien dieselben Hilfsmittel anzuwenden, welche Physik und Chemie zur Ermittlung der Gesetze der anorganischen Welt anzuwenden pflegen.[1] [Aus der Antrittsrede Joseph Skodas 1846]

Skoda

Abb. 1    Joseph Skoda. Josephinum – Medizinische Sammlungen, MedUni Wien. Sign.: MUW-FO-IIR-000149-0007-001

Joseph Ritter von Skoda (*10.12.1805 Pilsen, gest. 13.06.1881 Wien) gilt als Begründer der physikalischen Diagnostik sowie, zusammen mit Ferdinand von Hebra (1816-1880) und Carl von Rokitansky (1804-1878), als Begründer der II. Wiener Medizinischen Schule. Er wurde als Sohn eines Schlossers in Pilsen geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in großer Armut. 1825 begann er mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien, was nur durch die Unterstützung der Wiener Seidenzeugfabrikantin Anna Bischoff möglich war. Nebenbei belegte er auch bei Andreas von Baumgartner (1793-1865) und Andreas von Ettingshausen (1796-1878) Physik und Mathematik, was für die Richtung seiner späteren Forschungen bestimmend sein sollte. Nachdem er das Studium im Juli 1831 abgeschlossen hatte, trat er im selben Jahr eine Arbeitsstelle als Choleraarzt in Böhmen an, die er nach einem Jahr wieder aufgab, um nach Wien zurückzukehren. Dort arbeitete er von 1832 bis 1837 als unbesoldeter Sekundararzt am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien. Skoda, der noch nach der Humoralpathologie (Vier-Säftelehre) im Geiste Maximilian Stolls (1742-1787) und Johann Valentin von Hildenbrands (1763-1881) ausgebildet worden war stand dieser jedoch kritisch gegenüber und verließ sich nur auf seine selbst beobachteten Ergebnisse. Dies erzeugte natürlich Missfallen bei den Hütern der Tradition. Schon ein kleiner Verstoß, die ungenehmigte Tracheotomie bei einem Erstickenden, brachte ihm ein Jahr Strafdienst in der Irrenabteilung ein. Skoda ließ sich jedoch nicht beirren und arbeitete an der Weiterentwicklung der Perkussion (Abklopfen der Körperoberfläche zu diagnostischen Zwecken) von Leopold von Auenbrugger (1722-1809) und Auskultation (Abhören des Körpers) von René Théophile Hyacinthe Laënnec (1781-1826), dem Erfinder des Stethoskops. 1839 veröffentlichte Škoda sein wohl bekanntestes und wichtigstes Werk, Abhandlung über Perkussion und Auskultation, das seinen Weltruhm begründen sollte. „Percussion of the chest, introduced by the Austrian L. Auenbrugger in his book, published in 1771 in Latin, remained unnoticed in his country. It was promoted, on the other hand, by J. N. Corvisart (1755-1821) in Paris, and together with auscultation, introduced by R. T. H. Laennec (1748-1822), the French clinicians moved ahead of the old Austrian school. Their diagnostic conclusions, however, were reached intuitively, and percussion or auscultation phenomena were ascribed as typical for specified organ disease (liver, lung, tuberculosis, etc.) Skoda reimported Auenbrugger’s use of percussion. His approach – in contrast to that of the French colleagues – was based solely on the objective description of physical signs. To him, the acoustic phenomena produced by percussion were not specific for a given organ, but for the amount of air or fluid; hollow, empty, tympanic, high, deep, clear, dull. Based on acoustic phenomena, Skoda tried to explain the physical changes in an organ and then, from the anatomical and pathologic possibilities, he reached a clinical diagnostic conclusion.”[2]

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Abb. 2    Titelblatt: Skoda, Joseph: Abhandlung über Perkussion und Auskultation. Wien: Bei J. G. Ritter von Mösle’s Witwe & Braumüller 1839.

Nachdem er ab 1838 eine Arbeitsstelle als Armenarzt in St. Ulrich (Wien-Neubau) angenommen hatte, kehrte er 1840 als Leiter an die neu eingerichtete Abteilung für Brustkranke im Allgemeinen Krankenhaus Wien zurück, die von Ludwig von Türkheim (1777-1846) eigens für ihn geschaffen worden war. Im selben Jahr gelang, zusammen mit Franz Schuh (1804-1865), die Punktion eines Herzbeutels. 1841 wurde Skoda zum Primar ernannt und stand neben der Abteilung für Brustkranke auch den Abteilungen für Innere Medizin sowie Hautkrankheiten vor. In den folgenden Jahren scheiterten Bewerbungen für Professuren in Prag und Wien, bis er schließlich 1846 zum Professor und Vorstand der Klinik für Innere Medizin in Wien ernannt wurde. Joseph Skoda hat ebenso wie Carl von Rokitansky eine Vielzahl von Schülern ausgebildet, mit denen die Wiener Primariate und internistischen Lehrkanzeln von Innsbruck und Graz versorgt wurden. Sein bedeutendster Schüler war Leopold Schrötter von Kristelli (1837-1908), der das klinische und sozialhygienische Erbe seines Lehrers antrat. Im Dezember 1871 wurde Skoda emeritiert, blieb allerdings weiterhin in diversen Ehrenämtern, u. a. als Ehrenpräsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Bereits zu Lebzeiten spendete Skoda sein Vermögen diversen Armenhäusern und karitativen Einrichtungen.

Quellen:

Ehrlich, Anna: Ärzte, Bader, Scharlatane. Die Geschichte der Heilkunst in Österreich. Wien: Amalthea 2007.

Fejfar, Zdeněk und Ludmilla Hlavačkova: Joseph Skoda. In: Clinical cardiology. (20) 1997. S. 740-741.

Wyklicky, Helmut: Die Vollendung der Erfindungen von Auenbrugger und Laennec durch Josef Skoda. In: Wiener klinische Wochenschrift. (93) 1981/Nr. 15. S. 501.

Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrundert. (= Studien zur Geschichte der Universität Wien, Bd. 6). Graz und Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965.

Lesky, Erna: Joseph Skoda. In: Wiener klinische Wochenschrift. (68) 1956/Nr. 38/39. S. 726-729.

Text: Harald Albrecht

[1] Wyklicky, Helmut: Die Vollendung der Erfindungen von Auenbrugger und Laennec durch Josef Skoda. In: Wiener klinische Wochenschrift. (93) 1981/Nr. 15. S. 501.

[2] Fejfar, Zdeněk und Ludmilla Hlavačkova: Joseph Skoda. In: Clinical cardiology. (20) 1997. S. 740.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [17]: Bibliothek Heinrich von Bamberger – Ein Teilbestand an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

Bibliothek Heinrich von Bamberger – Ein Teilbestand an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

An der Neuburger Lesky Bibliothek
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an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet sich als Teilsammlung die ehemaligen Bibliothek des zwischen 1872 und 1888 der II. medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien vorstehenden Prof. Heinrich von Bamberger. Bamberger1Diese Bibliothek wurde spätestens 1913 von Max Neuburger am provisorischen Standort an der I. medizinischen Klinik für den Aufbau der Institutsbibliothek am Josephinum einverleibt. Sie gehört damit zu den ältesten Bibliotheksbeständen der heutigen Neuburger Lesky Bibliothek und umfasst zirka 600 Bände. Darunter befindet sich folgendes Werk aus dem Jahr 1521:
Ferrari de Gradi, Giovanni Matteo: Practica Jo. Matthei de gradi Cum tabula. Praxis in Nonvm Almansoris: omnibus medicine studiosis apprime necessaria: profundissimi artium & medicine doctoris dñi Joannis Matthei de gradi mediolanēsis: que a vertice ad plantam pedis vnius cuiusq particularis egritudinis signa: cuasas: & curas absolutissime discutit: nouissime post oēs īpressiones vbiq terraruz excussas: collatis multis exēplarib‘ affatim recognita: cūctisq mendis: & errorib‘ expurgata: ad ditis in margine qplurib‘ vtilissimis apostilis: nec nō reformato insigni repertorio qď oīa notabilia: distinctiones: & qq digna cognitu optime demōstrat. Adiūcto insup denuo singularissimo tractatu de febrib‘ dñi Antonij de gradi mediolanēsis: totā febriū materiā ad vnguē cōplectēte: quē in alijs Matthei de gradi practicis hactenus impressis non reperies. Venedig: Impressa mādato & expensis nobilis viri dñi Luceantonii de Giunta Florentini 1521.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Josephinische Bibliothek, Sign.: JB 442]

http://search.obvsg.at/primo_library

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Der Pathologe Heinrich von Bamberger (*27.12.1822 Ivonarka bei Prag, gest. 9.11.1888 Wien) war der Sohn von Koppel Dormitzer aus Rakonitz, einem Rabbi. Bamberger3Bamberger studierte Medizin an der Medizinischen Fakultät in Wien und Prag. Zu seinen Lehrern gehörten Josef von Škoda (1805-1881) und Carl von Rokitansky (1804-1878). Nach seiner Promotion 1847 arbeitete er zunächst am Allgemeinen Krankenhaus in Prag 1849/50 und danach zwischen 1851 bis 1854 als Assistent bei Johann von Oppolzer (1808-1871) in Wien. 1854 wurde er an die Universität Würzburg und 1872 zum Universitätsprofessor in Wien berufen, wo er als Nachfolger seines Lehrers Oppolzer bis 1888 als Professor und Vorstand der zweiten Medizinischen Universitätsklinik in Wien tätig war. Er war gemeinsam mit Ernst Fuchs (1851-1930) 1887 Mitbegründer der „Wiener klinischen Wochenschrift“ und ab 1886 Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Sein Sohn Eugen von Bamberger (*5.9.1858 Würzburg, gest. 4.10.1921 Wien) war ebenfalls Mediziner, zunächst Assistent unter Carl Wilhelm Hermann Nothnagel (1841–1905) und ab 1891 als Primararzt der Internen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung tätig.

Der Nachruf zu Heinrich Bamberger in: Neue Freie Presse vom 10.11.1888. S. 6.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18881110&seite=6&zoom=33&query=%22bamberger%22&ref=anno-search

und S. 18.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18881110&seite=18&zoom=33&query=%22bamberger%22&ref=anno-search

Literatur von Heinrich Bamberger an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Bamberger, Heinrich: Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie (bearbeitet von Bamberger Heinrich u.a., red. Von Rudolf Virchov). Erlangen: Enke 1854-1876.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 2017]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8581288&pos=0&phys=

Bamberger, Heinrich: Antrittsrede, gehalten […] am 22. April 1872. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (22) 1872. Sp. 415-417.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/22]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540538&pos=8&phys=

Bamberger, Heinrich: Lehrbuch der Krankheiten des Herzens. Braumüller: Wien 1857.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 860]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540547&pos=1&phys=

Bamberg Heinrich: Manuale delle malattie del cuore e delle arterie. Padova: 1859.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 49297]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540549&pos=10&phys=

Bamberg Heinrich: Krankheiten des chylopoetischen Systems. (= Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie, hrsg. von Rudolf Virchow, Bd. 6,1). Erlangen: Enke 1855.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign. 2017/6,1]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540544#

Literatur:

Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. (= Studien zur Geschichte der Universität Wien, Bd. 6). Wien: Böhlau 1965. S. 310 ff.

Neuburger, Max: Heinrich von Bamberger, der Begründer der Wiener klinischen Wochenschrift. In: Wiener klinische Wochenschrift. (50) 1937. S. 2-4.

Quellen:

Neue Freie Presse. 14. Mai 1914. S. 9.

Neues Wiener Journal. 16.12.1920. S. 3.

Die Neuzeit. 10.11.1888. S. 3.

Text: Walter Mentzel

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [15]: Joseph Johann Knolz (Knolc, Knoltz): Sanitätsbeamter, Fachautor und Mediziner

Joseph Johann Knolz (Knolc, Knoltz): Sanitätsbeamter, Fachautor und Mediziner

Joseph Johann Knolz (*02.03.1791 Ljutomer/Slowenien [Luttenberg/Südsteiermark], gest. 12.06.1862 Wien) war Arzt (Allgemeine Pathologie, Pharmakologie, und experimentelle Pharmakologie) und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien.

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Knolz studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte im Jahr 1820 und war im Anschluss daran Assistent an der medizinischen Klinik für Wundärzte in Wien. Zwischen 1821 und 1830 war er als Professor der theoretischen und praktischen Medizin an der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt des k.k. Lyzeums, als Arzt im Johannes-Spitals und der Irrenanstalt in Salzburg tätig. Seine ersten Publikationen aus dieser Zeit finden sich heute an der Neuburger-Lesky Bibliothek der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Knolz, Joseph Johann: Naturhistorische Abhandlung über die Blutegel und ihren medicinischen Gebrauch. Wien: Heubner 1820.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 47190]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=11951948&pos=14&phys=

Knolz, Joseph Johann: Systematische Einteilung der Fieber, als Leitfaden zur Diagnostik derselben am Krankenbett. Salzburg: typ. Duyle 1827. [Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 16022]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597457&pos=9&phys=

Knolz, Joseph Johann: Darstellung der Medicinal-Verfassung in den k.k. Staaten Österreichs, in Beziehung auf den Wirkungskreis der Kreiswundärzte, der Civil-, Stadt- und Landwundärzte, öffentliche Sanitäts-Invaliden, Ärzte, Dominien, Kreisämter und Behörden überhaupt. Wien: Mechiaristen-Congregations-Buchhandlung 1829.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 3165, Josephinische Bibliothek, Sign.: JB 5460]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597454&pos=6&phys=

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6177913&pos=2&phys=

1830 kehrte er nach Wien zurück, wo er als ordentlicher Professor der Allgemeinen Pathologie, Therapie und Pharmakologie an der Universität Wien wirkte. 1831 wurde Knolz zum Referenten der k.k. Niederösterreichischen Landesregierung (für Cholera-Angelegenheiten) und 1833 zum Sanitäts-Referenten, wirklichen Regierungsrat und Protomedicus bestellt. In dieser Funktion beschäftigte er sich auch publizistisch mit den zu dieser Zeit bedrohlichen Cholera-und Ruhrepidemien, die durch die beginnende Urbanisierung und den daraus resultierenden Massenelendsquartieren zu immer bedrohlicher werdenden sanitären Zuständen für die Bevölkerung führten. 1843 war Knolz auch Direktor der Haupt-Schutzpockenimpfanstalt in Wien. Mitte der 1830er Jahre war er noch Superintendent der „Geislerischen Stiftung“, der „Goldbergischen Stiftung“ sowie der „Sorbaitschen Stiftung“.

Knolz, Joseph Johann: Darstellung der Brechruhr-Epidemie in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien, wie auch auf dem flachen Lande in Österreich unter der Enns in den Jahren 1831 und 1832, nebst den dagegen getroffenen Sanitäts-polizeylichen Vorkehrungen. Wien: Mayer 1834 (Cholera, Nr. 111).

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 3285/111]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597452&pos=4&phys=

Knolz, Joseph Johann: Vorschriften über das bey Epidemien überhaupt und bey der Brechdurchfalls-Epidemie insbesondere von den Kreisämtern, Dominien, Ortsobrigkeiten, Pfarrern, Kreis-Districts-Aushilfsärzten und Wundärzten zu beobachtenden Verfahren. Wien 1836.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB 6476]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6177915&pos=4&phys=

Knolz, Joseph Johann: Beobachtungen über die Brechruhr-Epidemie und ihre Behandlungsweise während des dreimaligen Erscheinens derselben in den Jahren 1830, 1831 und 1836 in der Haupt- und Residenzstadt Wien mit Angabe des eigenthümlichen Verhaltens und den erwähnenswerten Heilarten während ihres gegenwärtigen in Galizien aus amtlichen Quellen geschöpft und zusammengestellt. Wien: Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei 1849. (Cholera, Nr. 159).

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 3285/159]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597451&pos=3&phys=

Von ihm redaktionell betreut stammen die in den „Wiener medizinische Notizenblätter“ enthaltenen Mittheilungen über das Verhalten der Cholera-Epidemien und ihre Heilart (Redaktion Joseph Johann Knolz), Jg. 1854/1-12 Wien 1854.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 3633]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8620224&pos=0&phys=

Knolz nutzte aber vor allem seine Stellung als hoher Sanitätsbeamter zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Sanitätsverwaltung, die sich in zahlreichen Publikationen und durch seine Herausgeberschaft von Publikationsreihen zur Gesetzgebungen auf dem Gebiet der Medizin und den Sanitätsverordnungen niederschlugen. Sie geben nicht nur einen kompakten Überblick über den Stand und der Entwicklung medizinsicher Einrichtungen im Vormärz bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und der medizinischen Versorgung und Verwaltung dieser Epoche, sondern sie stellen auch eine aus der Perspektive der medizinischen Verwaltung wichtige sozialhistorische Quelle dar.

Knolz, Joseph Johann: Institutiones medicae hygienes, semiotices et therapiae generalis usui academico adcommodatae. Viennae: typ. Mechithaisten 1835.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 27282]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597458&pos=10&phys=

Knolz, Joseph Johann: Darstellung der Humanitäts- und Heilanstalten im Erzherzogthume Österreich unter der Enns, als Staatsanstalten und Privatwerke, nach ihrer dermaligen Verfassung und Einrichtung. Wien: Mechiaristen-Congregations-Buchhandlung 1840.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: HB28952, Josephinische Bibliothek, Sign.: JB 5654]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597453&pos=5&phys=

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6177912&pos=1&phys=

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Abbildung 2 und 3: Knolz, Joseph Johann: Darstellung der Humanitäts- und Heilanstalten im Erzherzogthume Österreich unter der Enns […] Wien: Mechitaristen 1840.

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Abbildung 4: Handschriftliche Widmung von Knolz an Ludwig Türck (22.07.1810-25.02.1868)

Knolz, Joseph Johann: Vortrag gegen Kurpfuscher, Wundärzte und ausländische Ärzte, gehalten in der allgemeinen Versammlung der medizinischen Fakultät Wien am 27. Jänner 1842. In: Universität Wien. Acta decanatus. Vol. 3, S. 281ff.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Abschr1078]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597463&pos=15&phys=

Gemeinsam mit Eduard Vinzenz Guldener von Lobes (1763-1827) und Heinrich Böhm war Knolz Mitherausgeber der Publikationsreihe: „Sammlung der Sanitätsverordnungen für das Herzogtum Österreich unter der Enns“, Wien: 1798-1846.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 3592]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8636609&pos=17&phys=

Zwischen 1856 und 1865 arbeitete er mit Georg Preyss (1810-1884) und Carl von Patruban (1816-1880) u.a. in der Redaktion der vom Doctoren-Collegium der medizinischen Fakultät in Wien herausgegeben Zeitschrift „Österreichische Zeitschrift für praktische Heilkunde“, Wien: 1855-1873. [Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: Z2302]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8667443&pos=18&phys=

Jahres-Bericht über die Leistungen der Medicinal-Verwaltung und Gesetzgebung in der Provinz Österreich unter der Enns, Wien: Kaulfuß & Pradel 1844 (= Sammlung der Sanitätsverordnungen für das Herzogtum Österreich unter der Enns, Bd. 10)

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign. K3592/10, Josephinische Bibliothek,  Sign.: JB 5442]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8590700&pos=1&phys=

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6177480&pos=0&phys=

Seine Arbeiten widmeten sich auch den zeitgenössischen Fragen: den unmittelbaren Folgen und Auswirkung auf die, durch jene im Vormärz von der durch rasanten industriellen Aufschwung und der Technisierung der Wirtschaft sowie durch die desolaten Arbeits- und Wohnverhältnisse (u.a. in der Textilindustrie) betroffenen Bevölkerung. Diese Publikationen spiegeln auch die in der zeitgenössischen Medizin vorherrschenden und durch Obrigkeitsdenken und patriarchalischen Strukturen bestimmten Zugänge zu den neuen Arbeits- und Überlebensformen und stehen thematisch am Beginn der das 19. Jahrhundert dominierenden „sozialen Frage“.

Knolz, Joseph Johann: Darstellung der Verfassung und Einrichtung der Baumwoll-Spinnerei-Fabriken in Niederösterreich. Mit besonderer Beziehung auf die moralisch-intellectuelle und physische Erziehung der daselbst verwendeten Kinder und die diessfalls bestehenden gesetzlichen Vorschriften. Wien: Kaulfuss & Prandl 1843.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 50485]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597455&pos=7&phys=

Knolz, Joseph Johann: Über den gesundheitsschädlichen Einfluss des Wienflusses und der mangelhaften Wasserversorgungsanstalten in der k.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Wien: typ. typogr.-liter.-art. Anstalt um 1858.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 17882]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597456&pos=8&phys=

Weitere Publikationen von Johann Joseph Knolz:

Knolz, Joseph Johann: Über die Leistungen Valentin’s von Hildebrand als praktischer Arzt, Staatsbeamter und klinischer Lehrer an der Wiener Hochschule. Vortrag: In: Wiener medizinische Wochenschrift. Jg. 3/1853. Nr. 25, S. 391ff.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Abschr20]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597459&pos=11&phys=

Knolz, Joseph Johann: Vortrag über den Einfluss vorausgegangener medicinischer Systeme auf den dermaligen Zustand der Medicin als Kunst und Wissenschaft, Wien: 1856.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 5092]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8597462&pos=14&phys=

Text: Walter Mentzel

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [13]: Bruno Georgen und die Privat-Heilanstalt für „Gemüthskranke“ (Wien 1820) und die Anfänge der Bibliothek des Neurologischen Institutes – „Obersteiner Bibliothek“

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Bruno Georgen und die Privat-Heilanstalt für „Gemüthskranke“ (Wien 1820) und die Anfänge der Bibliothek des Neurologischen Institutes – „Obersteiner Bibliothek“

Im Jahr 1820 erschien bei Franz Wimmer in Wien eine zweisprachige (deutsch-französische) Publikation des in Wien lebenden und praktizierenden Arztes Bruno Goergen. Dieses Buch beschreibt die von ihm ein Jahr zuvor 1819 eröffnete „Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke“ und behandelt, die von ihm forcierten fortschrittlichen und reformorientierten Methoden und Arbeitsweisen in seiner von ihm geschaffenen und geleiteten Anstalt: einer Musteranstalt der Psychiatrie.

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Abb. 1     Goergen, Bruno: Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke. Wien: Wimmer 1820.

Goergen, Bruno: Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke. Wien: Wimmer 1820. [auch auf franz.]
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB 4.562]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6175983&pos=0&phys=

Bruno Goergen wurde am 24.8.1777 in Trier als Sohn eines Architekten geboren und absolvierte in Wien ein Medizinstudium, das er 1800 mit seiner Promotion abschloss. Danach arbeitete er zwischen 1805 und 1808 als Primararzt und „Irrenarzt“ am Allgemeinen Krankenhaus in Wien („Narrenturm“). Hier entwickelte er sich zum Kritiker der von Inhumanität und durch Exklusion gekennzeichneten Verhältnisse psychiatrischer Anstalten. Sein Vorbild waren damals die humanen und reformorientierten Anstalten und Behandlungsmethoden von Philippe Pinel (*20.04.1745 Jonquières/Tarn, gest. 25.10 1826 Paris) in Paris und jene in Großbritannien.

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Abb. 2     Obersteiner Heinrich, Bruno Görgen, in: Kirchhoff Theodor (Hg.), Deutsche Irrenärzte. Einzelbilder ihres Lebens und Wirkens. Band 1. Berlin: Springer 1921, S. 104.

1813 bot sich ihm die Gelegenheit Pläne und Gutachten für eine, seinen Reformvorstellungen gerecht werdenden modernen psychiatrischen Anstalt, für die Hofkanzlei zu erstellen. Im selben Jahr erhielt er die Konzession zu Errichtung einer solchen, scheiterte jedoch zunächst an deren Verwirklichung wegen einer entsprechenden Lokalität. Erst 1819 eröffnete er, nachdem er in Gumpendorf, einer damals vor Wien gelegenen Vorstadt, im Mollardschlössel (Palais Windischgrätz; heute: Gumpendorfer Straße 104) einen geeigneten Platz gefunden hatte, seine Anstalt und nahm im Juli 1819 die ersten Patienten auf. Hier praktizierte und übte er frei von Zwangs- und Erniedrigungsmaßnahmen, ohne Ketten und Gurte auch neue Behandlungsmethoden und setzte vor allem auf das Prinzip der Gewährung größtmöglicher Bewegungsfreiheit seiner Patienten. Er wandte verschiedenen Arten der Beschäftigungstherapien wie Werkstätten an, setzte vor allem Musik aber auch Sport als eine Therapiemöglichkeit ein und versuchte insgesamt die Betreuung und Therapie den Anlagen und Bedürfnissen der Patienten entgegen zu kommen und auf sie abzustimmen. Dementsprechend anspruchsvoll war das Anforderungsprofil und streng die Auswahlkriterien bei der Rekrutierung seines Pflegepersonals, das ein hohes Bildungsniveau samt musischer Begabungen (Musik- und Sprachkenntnisse) vorweisen musste und als Freund und Gesellschafter die Patienten begleiten sollte.

Ebenso zeichnete sich seine Anstalt durch einen hohen Personalaufwand (100 Patienten zu 70, bis 80 Pfleger und Wärter: 1847 betrug das Verhältnis 25 Patienten zu 20 Pfleger) aus. Er setzte sich aber gleichzeitig zum Ziel eine Anstalt ohne Wärterpersonal zu kreieren. Seine Anstalt galt in den 1830er Jahren im deutschsprachigen Raum als einzigartig (Medizinisch-chirurgische Zeitung, 5.12.1831, S. 9). Diese Anstalt, deren Patienten sich vor allem aus dem zahlungskräftigen Publikum des Hochadels und des Großbürgertums der österreichisch-ungarischen Monarchie rekrutierten, freute sich in diesen Kreisen zunehmender Beliebtheit. Ab 1821 bot er auch Patienten mit einem geringeren Einkommen Platz in seiner Anstalt an.

Auf der Suche nach einem besseren Standort, der seinen Vorstellung einer Betreuung gerecht werden und vor allem seinen Anspruch nach einer offenen, ruhigen, von einer Parkanlage umgebenen Anstalt genügen sollte, fand er diesen in Ober-Döbling bei Wien. Die neue Anstalt wurde nach umfangreichen Umbauarbeiten 1831 bezogen und bestand als sogenannte „Döblinger Privatanstalt“ bis zum Jahr 1917.

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bild_04_weblog-13_30023_02Abb. 3 und 4
Die Privatheilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke zu Ober-Döbling bei Wien seit ihrer Gründung 1819 nebst einen Berichts über ihre Leistungen in der fünfzehnjährigen Periode vom 1. Juli 1860 bis 30. Juni 1875. Wien: Czermak 1876.

Goergen verstarb am 29. Mai 1842 in Ober-Döbling. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn, der Mediziner Gustav Görgen, der selbst zuvor im Ausland „Irrenanstalten“ studiert hatte, bis 1860 die Leitung der Anstalt. Ihm folgten, nachdem er die Leitungsfunktion zurückgelegt hatte, als Eigentümer Maximilian Leidesdorf und Heinrich Obersteiner sen. und ab 1872 Heinrich Obersteiner jun. Damit begann auch die Erweiterung der heutigen „Obersteiner-Bibliothek“, die heute an ihrem Standort an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin auch über die ersten Entwicklungen der modernen Psychiatrie Aufschluss gibt.

Literatur:

Obersteiner, Heinrich: Bruno Görgen. In: Kirchhoff, Theodor (Hg.): Deutsche Irrenärzte. Einzelbilder ihres Lebens und Wirkens. Band 1. Berlin: Springer 1921. S. 103 ff.
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 5.196]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8620602&pos=0&phys=

Die Privatheilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke zu Ober-Döbling bei Wien seit ihrer Gründung 1819 nebst einen Berichts über ihre Leistungen in der fünfzehnjährigen Periode vom 1. Juli 1860 bis 30. Juni 1875. Wien: Czermak 1876.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/ Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 30.023]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8628144&pos=2&phys=

Skopec, Manfred: Bruno Görgen (1877-1842). In: Straßennamen. Wien 1978 (= Arzt, Presse, Medizin Nr. 11. 11./16. März 1978).

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 46.470/44]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8650395&pos=1&phys=

Englisch, Franz: Die Döblinger Privatirrenanstalt. Ein Beitrag zur Geschichte der Wiener Pflegeanstalten für Geisteskranke. In: Wiener Geschichtsblätter 1969. Nr. 1.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: SA 237]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8565012&pos=0&phys=

Quellen:

Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bestand 2.9.4.3. – Krankenhaus Obersteinergasse 1824-1982.

Österreichischer Beobachter, 11.2.1821, S. 4.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obo&datum=18210211&seite=4&zoom=64&query=%22goergen%22&ref=anno-search

Wiener Zeitung, 24.6.1824, S. 6.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18240624&seite=6&zoom=33&query=%22goergen%22&ref=anno-search

Medizinisch-chirurgische Zeitung, 5.12.1831, 10.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mcz&datum=18311205&query=%22goergen%22&ref=anno-search

Wiener Zeitung, 10.5.1832, S. 11.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18320510&seite=11&zoom=33&query=%22goergen%22&ref=anno-search

Text: Walter Mentzel

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [5]: Exlibris: „A: Lanna“ (Karl Adalbert Lanna) und der Mediziner Ernst Ludwig Heim

Exlibris: „A: Lanna“ (Karl Adalbert Lanna) und der Mediziner Ernst Ludwig Heim

Keßler, Georg Wilhelm: Der alte Heim. Leben und Wirken Ernst Ludwig Heim’s, königl. preußischen Geheimen-Raths und Doctor der Arzneiwissenschaft. Aus hinterlassenen Briefen und Tagebüchern. Zweite, mit zusetzen vermehrte Auflage. Leipzig: Brockhaus 1846.
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign. JB 5.727]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6177802&pos=0&phys=

Das ExLibris verweist auf den früheren Besitzer des Buches, Karl Adalbert (Vojtech) Lanner, hin.

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Lithographie von Josef Manes (*12.5.1820 Prag/Böhmen, gest. 9.12.1871 Prag/Böhmen) Kunstmaler.

Karl Adalbert Lanner (*23.4.1805 Budweis/Böhmen, gest. 15.1.1866 Prag/Böhmen) Bauunternehmer, Industrieller, Kunstsammler. Lanner studierte zunächst ab 1820 in Prag an der technischen Universität und arbeitete danach im Schifffahrts-Unternehmen seines Vaters an der Moldau. Ab den 1840er Jahren stieg er zu einem Industriellen auf, der u.a. die Gmunden-Linz-Budweiser-Pferdeeisenbahn übernahm und zahlreiche Bautätigkeiten wie u.a. 1847/48 die Kettenbrücke in Prag durchführte. Um 1850 war er an der Gründung der Schwerindustrie in Kladno (heute Tschechien) beteiligt, an der Gründung der Prager Eisenhüttengesellschaft sowie an am Ausbau zahlreicher Eisenbahnlinien in Böhmen, Mähren und Schlesien, sowie an Flussregulierungen. Die von ihm gegründete und entworfene Kaiser-Franz-Josephs-Bahn wurde erst nach seinem Tode fertig gestellt. Lanna der in den Ritterstand erhoben wurde, war darüber hinaus auch noch Mitglied des Herrenhauses im österreichischen Reichsrat.

Karl Adalbert Lanner galt als ein Förderer und Mäzen von Kunst und Kunstgewerbe und besaß eine wertvolle Kunstsammlung, darunter eine Glas-Porzellan- und Tonarbeiten-Sammlung, sowie eine reiche Bibliothek. Seine noch heute erhaltene Denkmalanlage (Villa Lanna) in Gmunden/OÖ zählt zu den bedeutendsten Vermächtnissen des österreichischen Historismus.

Teile seiner Kunstsammlung übergab er schon zu Lebzeiten den von ihm geförderten Museen wie dem Prager Kunstgewerbemuseum. Nach seinem Tod wurden seine Sammlungen von seinem Sohn Adalbert von Lanna (19.5.1836 Prag, gest. 31.12.1909 Meran) versteigert und befinden sich heute verstreut über die ganze Welt u.a. in Paris und New York. Ebenso ist heute seine Bibliothek aus seinem Nachlass verstreut.

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Ernst Ludwig Heim (*22.7. 1747 Solz/Thüringen, gest. 15.9.1834 Berlin) war ein deutscher Arzt. Nach seinem Studium der Medizin (Promotion 1772) wurde er 1776 zum Stadt- und später zum Kreisphysikus des Havellandes/Brandenburg ernannt. 1783 eröffnete er eine Arztpraxis in Berlin, wo er rasch als Armenarzt, u.a. wegen seiner kostenlosen Behandlungstätigkeiten in Spandau, Potsdam und Berlin Popularität gewann. Er führte als erster Arzt die Pockenimpfung in Berlin ein, unterrichtete den jungen Alexander von Humboldt (*14.9.1769 Berlin, gest. 6.5.1859 Berlin) und gilt als Mitbegründer des modernen Gesundheitswesens in Berlin.

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Ernst Ludwig Heim.

Von Georg Wilhelm Keßler besitzt die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin ein weiteres Buch über Ernst Ludwig Heim unter dem Titel:

Keßler, Georg Wilhelm: Nachrichten von dem Leben des Königlich Preußischen Geheimen-Rathes und Doctors der Arzneiwissenschaften Ernst Ludwig Heim, gesammelt zur Feier seines 50 jährigen Doktor-Jubiläums, den 15. April 1822, 2. Aufl., Berlin: Herbig 1823.

[Zweigbibilothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign. JB 5.756]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6177803&pos=1&phys=

Weiters im Bestand der Zweigbibliothek :

Heim, Ernst Ludwig: Vermischte medicinische Schriften. Im Auftrag des Verfassers nach hinterlassenen Papieren gesammelt und herausgegeben von August Paetsch. Leipzig: Brockhaus 1836.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign. 48.705]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8583137&pos=7&phys=

Text: Walter Mentzel

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