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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [357]: Syrski, Simon – Zoologe und Mediziner in Triest und Lemberg

Syrski, Simon – Zoologe und Mediziner in Triest und Lemberg

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 02.02.2026

Keywords: Mediziner, Zoologe, Ichthyologe, Medizingeschichte, Triest, Lemberg, Wien

Simon (Szymon) Syrski wurde am 24. Oktober 1824 in Lubnie in Galizien (heute: Lubny/Ukraine) geboren. Er besuchte Schulen in Jaslo, Przemysl und Krakau und studierte anschließend an den Universitäten in Krakau (1853-1858), London sowie Wien (ab 1859/60) Medizin. Sein Studium schloss er am 19. Mai 1865 an der Universität Wien mit der Promotion ab. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem der Leiter des Zootomischen Instituts Carl Bernhard Brühl (1820-1899) sowie der Anatom Josef Hyrtl (1810-1894). Bereits während seines Studiums unternahm Syrski zu Ausbildungszwecken Reisen nach Italien und Paris, wo er unter anderem bei dem Zoologen André Marie Constant Duméril (1774-1860) und Henri Milne Edwards (1800-1885) studierte. Über diese Aufenthalte berichtete er 1865 in einer Artikelserie in der Wiener medizinischen Wochenschrift unter dem Titel „Medicinisches aus Italien und Frankreich“.[1]

Museo Civico di Storia Naturale, Triest

Nachdem Syrski 1866 für kurze Zeit an der Universität in Warschau vergleichende Anatomie gelehrt hatte, wurde er noch im selben Jahr zum Konservator und Vorstand des städtischen naturhistorischen Museums in Triest bestellt, wo er eine Sammlung aufbaute. Von dort aus widmete er sich mit Forschungen zur Adelsberger Grotte (heute: Postojna/Slowenien), zur Landwirtschaft im Karstgebiet, zur Austernkultur an der adriatischen Küste sowie zu Algen und Fischen. 1874 publizierte er für die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien die Arbeit „Über die Reproductions-Organe der Aale“, auf die sich 1876 Sigmund Freud bei seinen Studien zur Reproduktion von Aalen bei seinem Aufenthalt in Triest bezog. 1868 nahm er auf dem Schiff Fiume an der Erforschung der adriatischen Küste teil.[2] In Triest war er zudem auch Mitglied des Triester adriatisch-naturwissenschaftlichen Vereins und bis 1874 Präsident der adriatisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaft.

Simon Syrski: Wedrowiec, Serya 3, Nr. 1, 1877, S. 1.

Österreichisch-ungarische Ostasien-Expedition (1868–1871)

Im Oktober 1868 nahm Syrski von Triest aus als Berichterstatter an der ersten österreichischen ostasiatischen Expedition auf der Fregatte „Donau“ teil. Als Mitglied des Expeditionsteams wirkte er an der Vorbereitung der wirtschaftlichen Interessen der Habsburgermonarchie mit, insbesondere im Hinblick auf landwirtschaftliche Produktion, den Abschluss von Handelsverträgen und den Ausbau von Handelsbeziehungen mit den asiatischen Staaten Siam, China und Japan sowie den südamerikanischen Ländern Peru und Chile. Sein fachlicher Schwerpunkt lag auf der chinesischen Seidenraupenzucht sowie der Berichterstattung zur Landwirtschaft und Agrarproduktion, einschließlich der Analyse der Produktionsbedingungen, Ertragsmethoden und Exportfähigkeit. Diese Aufgaben erhielt er aufgrund seiner einschlägigen Erfahrungen mit der Seidenraupenzucht, die er zuvor zweieinhalb Jahre auf dem Gut des Grafen Maran Hutten-Czapski (1816-1875) in Wolhynien gesammelt hatte.[3] Zu den publizistisch-wissenschaftlichen Akteuren zählten unter anderem Karl von Scherzer (1821-1903) (Koordinator und Herausgeber der Berichte) sowie Simon Syrski, der insbesondere Beiträge zur Landwirtschaft und Seidenkultur verfasste. Ein zentraler Bericht über die die Expedition und Syrskis Beiträge erschien unter dem Titel „Fachmännische Berichte über die österreichisch-ungarische Expedition nach Siam, China und Japan. (1868-1871). Im Auftrage des k.k. Handelsministeriums redigirt und herausgegeben von Dr. Karl von Scherzer, Stuttgart 1872“. Eine weitere Darstellung der Expedition wurde 1872/72 in dem Journal Österreichische botanische Zeitschrift veröffentlicht.[4] Für seine Tätigkeit während der Expedition erhielt Syrski 1871 das Ritterkreuz des Franz-Josef-Orden verliehen.[5]

SMS Donau

Nach seiner Rückkehr nach Triest veröffentlichte er eine weitere Artikelserie unter dem Titel „Europäische Medizin in Japan“.[6]

Das „Wiener Aquarium“ auf der Weltausstellung 1873

Im Februar 1872 wurde Syrski als Mitglied in das Ausstellungskomitee zur Weltausstellung (Ausstellungskommission im Küstenland) auf dem Gelände des Wiener Praters berufen,[7] zumal er bereits Pläne für ein unterseeisches Aquarium im Rahmen einer geplanten zoologischen Beobachtungsstation in Triest entworfen hatte. Das Wiener Aquarium und Vivarium entstand am Beginn der Prater-Hauptallee, wofür Syrski auch eine Sammlung präparierter Meerestiere aus dem Museum in Triest zur Verfügung stellte. Das Schauaquarium bestehend aus einer Süß- und einer Seewasserabteilung mit insgesamt 41 Wasserbehältern wurde am 29. Juni 1873 eröffnet.

Wiener Aquarium, Wiener Weltausstellungs-Zeitung, Nr. 7, 1873, S. 109.

Für diese Arbeit er hielt Syrski im Oktober 1873 die Nobilitierung „österreichischer Adel mit Nachsicht der Taxen“.[8] Im September 1875 nahm er an einer geologischen und botanischen Forschungsreise auf der Inselgruppe Pelagosa (heute Palagruza/Kroatien) teil.[9]

Mit Entschließung vom 25. Dezember 1875 wurde Syrski zum ordentlichen Professor der Zoologie an der Universität in Lemberg ernannt.[10] Dort lehrte er bis zu seinem Tod 1882. Darüber hinaus übernahm der ab 1878 die Leitung des zoologischen Museums der Universität Lemberg, betreute das naturhistorische Kabinett der Universität und unterrichtete an der chemischen Abteilung der Technischen Hochschule. Zusätzlich war er in Lemberg als Referent des Pädagogischen Vereins tätig, unter anderem im Rahmen populärwissenschaftlicher Vortragsreihen für Frauen,[11] sowie Mitglied und der Realschul-Prüfungskommission.[12]

Ab 1865 war er Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien, ab 1877 der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Krakau und Mitglied der polnisch naturwissenschaftlichen Nikolaus Kopernikus Gesellschaft.

Simon Syrski verstarb am 13. Jänner 1882 in Lemberg.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 181-1284, Syrski Simon (Promotion Datum: 19.5.1865).

Literatur:

Syrski, Simon: Über die Reproductions-Organe der Aale. Vorgelegt in der Sitzung am 16. April 1874. Sonderdruck aus: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien: In Commission bei Carl Gerold’s Sohn 1874.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 89, 1865, Sp. 1617-1620; Nr. 100, 1865. Sp. 1803-1806; Nr. 101, 1865, Sp. 1823-1825; Nr. 102, 1865, Sp. 1839-1842.

[2] Neue Freie Presse, 4.3.1868, S. 6.

[3] Die Presse, 1.10.1868, S. 8.

[4] Österreichische botanische Zeitschrift, Nr. 1, 1872, S. 24-32; Nr. 6, 1872, S. 198-201.

[5] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 4.10.1871, S. 2.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 31, 1870, Sp. 704.

[7] Neue Freie Presse, 22.2.1872, S. 13.

[8] Wiener Zeitung, 1.11.1873, S. 390.

[9] Neues Fremden-Blatt, 23.9.1875, S. 1.

[10] Neue Freie Presse, 7.1.1876, S. 2.

[11] Allgemeine Zeitschrift für Lehrerinnen, 5.9.1877, S. 5.

[12] Wiener Zeitung, 22.11.1880, S.3.

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BBL:   48563 (02.02.2026)
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Letzte Aktualisierung: 2026.02.02

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It is also possible to renew an already active library card by email.

Datenbank des Monats – Cite them right online

Datenbank des Monats –  Cite them right online

Cite them right online – die Informations- und Lernplattform bietet Einstiege ins Regelwerk von unterschiedlichen Zitationsstilen, wie APA, Chicago, Harvard, IEEE und MLA sowie Zitationsvorlagen, Lernvideos und dieses interaktive Tutorial zur Vermeidung von Plagiaten und zur Unterstützung in Fragen der akademischen Integrität.

>>Zur Datenbank

>>https://www.citethemrighttutorial.com/course-modules

Cite Them Right“ können Sie auf allen PCs, die mit dem Computernetz der MedUni Wien verbunden sind, nutzen.  Der Zugang via Remote Access (Fernzugriff) ist ebenso möglich. 

Sie finden den Link zur Plattform auch in der Liste der Datenbanken (DBIS) der Universitätsbibliothek.

 

Buchtipp:

 

Cite them right : the essential referencing guide

Pears, Richard [VerfasserIn]Shields, Graham J., 1953- [VerfasserIn]
2022
Standortnummer/Signatur BK-02.13-165 /<12> 
 

Letzte Aktualisierung: 2026 02 02

Neuerwerbungen: Februar 2026

Der Bestand der Bibliothek wird durch zahlreiche interessante Neuerwerbungen laufend erweitert. Stöbern Sie in unserer virtuellen Buchausstellung, lesen Sie die eBooks. Ein Großteil der neu erworbenen Literatur wird in der Buchausstellung im Lesesaal präsentiert. Diese Bücher können Sie vormerken und nach der Ausstellung ausleihen.
[en]  Interesting new acquisitions expand our library’s collection. Browse through our virtual book exhibition and read the eBooks! Most of the books are presented in the book exhibition in the reading room, where they can be reserved and borrowed after the exhibition.

>>Neuerwerbungen Februar 2026

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Gastautor Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig: WELT DER TRAEUME – TRAEUME DER WELT

WELT DER TRAEUME – TRAEUME DER WELT
Autor: Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig

 

„Denn ein Traum ist alles Sein. Und die Träume selbst sind Traum.“
(Pedro Calderón de la Barca y Barreda González de Henao Ruiz de Blasco y Riaño)

Wie schwerelose Wolken im Wind schweben die Tagträume über uns, als Wünsche, Pläne und verträumte Sehnsüchte. Manche gehen tatsächlich in Erfüllung (1), anders als die nächtlichen ‚Mainstream‘- Träume; diese sind zumeist ohne Sinn und Bedeutung. Stimmt das und – warum träumen wir?

„Vielleicht ist es gar nicht der Schlaf, den wir brauchen, sondern der Traum“ (2,3).

Das Träume- ‚Ruhezustand- Netzwerk‘ (Default- Mode- Network) ist jedoch alles andere als ruhig, ähnlich wie beim Charles-Bonnet-Syndrom (4), wenn visuelle Stimuli komplett oder teilweise fehlen. Es wird in vielen ZNS-Regionen aktiv (5) und bereitet gewissermaßen den Boden für Kreativität und neue Ideen (1,6). Der zu Unrecht in Verruf geratene Müßiggang – „aller Laster Anfang“ – wird hiermit, nicht nur von Bertrand Russell (7), quasi aufgewertet.

Die Hypothese eines nicht-lokalen Bewusstseins (non-local consciousness), welches demnach nicht auf den physischen Körper beschränkt wäre, besagt, dass Informationen von ‚außerhalb‘ ihren Weg in unsere Traumwelten fänden: „..the possibility that human emotions and behaviors can be entangled with past transgenerational traumas. If cell-cell communication mediates between local and non-local states of consciousness – then it may be plausible for these pathways to be employed to change epigenetic marks for clients whose ancestors suffered from the ravages of recent history.“ (8).

Darüber hinaus können derartige Wahrnehmungen, bei ‚vollem Bewusstsein‘ – nicht nur während des Schlafes, sondern auch im Wachzustand bis zum praefrontalen Cortex vordringen und sich dort als wahre Begebenheit – falsifizierbar quasi, manifestieren.

Beispiele:

Eine Mutter schreckt aus tiefem Schlaf hoch: „Ein Autounfall, mein Sohn hat einen Unfall! “ So war es auch.
Besagter Sohn sprang einmal mitten in einer Besprechung – kreidebleich im Gesicht – auf, raste wie verrückt zum Haus und rettete seine Mutter vor einer Schar übler Gesellen.

Ein Verwandter berichtete, er hätte seine Mutter an der Tür klopfen gehört. Er stand sofort auf um zu öffnen, doch niemand stand vor der Tür.
Damals starb seine Mutter – in Europa; er träumte jedoch nächtens – in Denver (Co).

etc..

 

Der Begriff „entangled“: verschränkt, verknüpft, verbunden etc. wird auch in der Quantenphysik verwendet um mittels „entanglement“ von zwei Teilchen die „spooky action at a distance“ zu beschreiben (A. Einstein).
Besagte zwei Teilchen befänden sich in einem Zustand, welcher „als EIN System zu beschreiben sei.“ (C. Fabjan). Die Einheit Mutter-Kind erinnert daran – sie überwindet Zeit und Raum.

 

TRAEUME DER WELT: In that city, then, there shall be free will, one in all the citizens, and indivisible in each, delivered from all ill. Filled with all good, enjoying indefeasibly the delights of eternal joys, oblivious of sins, oblivious of sufferings, and yet not so oblivious of its deliverance as to be ungrateful to its Deliverer“.
(
De civitate Dei.  Augustinus.)

….. dem ist nichts hinzuzufügen!

Esoterik: auch dieser Begriff erlitt die übliche Bedeutungsverschlechterung. Ursprünglich Gegenpol der Exoterik – auch in der traditionellen indischen Philosophie.
Empfohlen wird Distanzierung von jeglicher ‚Fake-Esoterik‘.

Navneet, R. (2025). Traditionelle indische Philosophie als Leitbild für eine zeitgenössische Weltanschauung.
In: Sahni et al (eds): Spiritualität und Management.
Springer VS, Singapore.
https://doi.org/10.1007/978-981-97-9358-7_5

 

Literaturangaben

1 Heilig P (2017): Academia di Fantasia
https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=27103

2 Mutti C et al (2025): Dreaming conundrum.
Journal of Sleep Research, 34(2),e14338.
https://doi.org/10.1111/jsr.14338

3 Jandial R (2024): Warum wir träumen.
Rowohlt Verlag

4 Heilig P (2021): Die Kunst und Charles Bonnet
https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=37223

5 E Said S et al (2025): Multi-region processing during sleep for memory and cognition.
Proc Jpn Acad Ser B Phys Biol Sci.;101(3):107-128.
https://dx.doi.org/10.2183/pjab.101.008

6 Fayed Mret al (2024): Sleep and quiet wakefulness signify an idling brain hub for creative insights.
Philos Trans R Soc Lond B Biol Sci;379:20230226.
https://royalsocietypublishing.org/rstb/article-lookup/doi/10.1098/rstb.2023.0226

7 Russell, B (1950, Jahr des Nobelpreises): Lob des Müßiggangs. Verlag Coron, Zürich.

8 Cohen D (2024): Family Constellation therapy: A nascent approach for working with non-local consciousness in a therapeutic container. Prog Biophys Mol Biol;186:33-38.
https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0079-6107(23)00101-3

 

Gender: beyond
Interest: no conflict
AI/KI – free wording

_________________________

Veranstaltungseinladung:

WELT DER TRAEUME, TRAEUME DER WELT
                                    (EINTRITT FREI)

Etwa fünf Prozent der ‚Wirklichkeit‘ stehen zur Verfügung; doch mit dunkler Energie und dunkler Materie haben wir nichts am Hut. Nur etwa 4,9% ‚Masse‘ besteht aus Standard-Teilchen. Gesehen und wahrgenommen wird allerdings auch nur ein Teil; aus diesem gilt es das Beste zu machen. Traumhaft – na-hoffen-wir-doch!

Magier (P. Wurnig), Dichter, Musikanten, Maler,
Philosophen und Spaßmacher.

ZEIT: Mittwoch 15. April 2026 um 19 Uhr c.t..
ORT: Otto-Mauer-Zentrum, (Halbstock links; Lift).
Währinger Straße 2-4, A-1090 Wien

Einladung als PDF:
TRAEUME Einladung

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Interessenkonflikt:
Der Autor erklärt, dass bei der Erstellung
des Beitrags kein Interessen –
konflikt im Sinne der Empfehlung des
International Committee of Medical
Journal Editors bestand.

Gastautor:
Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heilig
Augenheilkunde und Optometrie
peter.heilig@univie.ac.at
_________________________

Weitere Beiträge »

Scientific Writing Hacks: FAQ Open Access

Hack #83:

FAQ Open Access auf der Website der Ub MedUni Wien

Die FAQ‐Seite zum Thema Open Access ist besonders nützlich, weil sie verständlich wichtige Begriffe, Konzepte und Regeln rund ums Open Access‐Publizieren erklärt – von der Grundidee über Publikationsmodelle bis hin zu rechtlichen und technischen Aspekten. Sie hilft Autor:innen dabei, schnell Orientierung zu bekommen, z. B. welche OA-Modelle es gibt, wie Lizenzen funktionieren oder was Begriffe wie Preprint/Postprint bedeuten. Gleichzeitig wird erklärt, wie OA an der MedUni Wien umgesetzt wird.

https://ub.meduniwien.ac.at/services/open-access-publizieren/faq-open-access/

Letzter Zugriff: 29.01.2026
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Neu im Repositorium der UB MedUni Wien ePub: Sammlung „Österreichische Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“

Ein besonderer Schatz, der sich in der Zweigbibliothek für Zahnmedizin befindet, ist die Bibliothek der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ÖGZMK, gegründet 1861 als Verein).
Seit heute sind bedeutende Werke der Zahnmedizingeschichte aus diesem Bestand auch digital im Repositorium MedUni Wien ePub
>>https://repositorium.meduniwien.ac.at/
abrufbar. Die Sammlung Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde wird künftig regelmäßig erweitert und macht damit ein wichtiges Stück zahnmedizinischer Geschichte digital zugänglich.

MedUni Wien ePub ist der Publikationsserver der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, über den Sie Einsicht in digitalisierte Materialien vornehmlich aus den Beständen der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin erhalten. Weiters stehen Ihnen die approbierten Abschlussarbeiten der Medizinischen Universität Wien zur Verfügung. Ebenso erhalten Sie Zugriff auf Open Access Zeitschriftenartikel, an denen Mitarbeiter:innen der Medizinischen Universität Wien beteiligt sind oder als korrespondierende Autor:innen fungieren.

Letzte Aktualisierung: 26.01.2026

Weiterlesen: MedUni Wien ePub

FAQ Open Access: Welche Idee verfolgt Open Access?

Der Begriff Open Access (OA) bezeichnet den freien und uneingeschränkten Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Internet, einschließlich wissenschaftlicher Publikationen und Forschungsdaten. Open Access basiert auf der Vorstellung, dass Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung für alle Interessierten zugänglich gemacht werden sollten.

Für Forschende bietet Open Access zahlreiche Vorteile: Der Austausch von wissenschaftlichem Wissen wird vereinfacht, und die Reproduzierbarkeit sowie Nachnutzbarkeit der Inhalte werden gefördert. Auch die Rechte der Autor:innen profitieren von Open Access: Im Gegensatz zu traditionellen Fachzeitschriften, in denen die Autor:innen meist ihre Verwertungsrechte vollständig an den Verlag abtreten müssen, bleiben diese im Open-Access-Publishing in der Regel bei den Autor:innen. Veröffentlichungen erfolgen unter Creative-Commons-Lizenzen, die eine ordnungsgemäße Namensnennung der Autor:innen sicherstellen.

Weltweit haben sich zahlreiche Wissenschafter:innen und Organisationen der Forderung nach Open Access angeschlossen. Auch die Medizinische Universität Wien unterstützt entsprechend der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen die Forderung nach freiem und uneingeschränktem Zugang zu wissenschaftlicher Information im Internet (Open Access) und hat dies in Folge auch in ihrer Open Access Policy definiert.

Auf unserer Website können Sie alle >>FAQ zum Thema Open Access nachlesen!

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [356]: Braun, Michael – Marinestabsarzt und Ohrenarzt in Wien

Braun, Michael – Marinestabsarzt und Ohrenarzt in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 23.01.2026

Keywords: Militärarzt, Ohrenarzt, Allgemeines Krankenhaus, Medizingeschichte, Triest, Pula, Wien

Michael (Moritz, Moriz) Braun wurde am 25. Mai 1842 in Kaszo in Ungarn als Sohn eines Gutspächters geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums studierte er in Budapest und Wien Medizin, wo er das Studium mit dem Rigorosum und am 31. März 1868 mit seiner Promotion zum Doktor der Medizin und der Chirurgie abschloss.

Am 25. Jänner 1868 trat er als provisorischer Korvettenarzt in die österreichisch-ungarische Marine ein.[1] Zunächst wurde er im Seebezirk Triest der Panzerfregatte Salamander zugeteilt;[2] ab 1869 versah er seinen Dienst auf dem Schrauben-Kanonenboot „Herka“.[3] 1870 wurde er in den Seebezirk Pula überstellt. Dort war er bis 1871 auf der „Bellona“, 1871-1872 auf der „Dandolo“,  1875-1876 auf dem Dampfer „Andreas Hofer“,[4] 1876-1878 als Arsenalinspektionsarzt in Pula, 1879-1881 im Marinespital „Custoza“, 1881 auf dem Aviso-Schiff „Miramare“,[5] sowie 1881-1882 auf dem Schiff „Erzherzog Albrecht“ tätig.

Danach diente er erneut im Seebezirk Triest, zunächst im Matrosendetachement, [6] sodann auf dem Schiff „Novara“, und 1885 als Spitalsleiter in Dignano. 1886 wurde er dem Marinespital Pula zugewiesen und war im Anschluss daran als Assistenzarzt in Istrien tätig.[7] Im November 1871 erfolgte seine Ernennung zum Korvettenarzt,[8] 1876 zum Linienschiffs-Arzt.[9] Im April 1887 schied er aus dem aktiven Marinedienst (im Ruhestand) aus und ließ sich als Facharzt in Triest nieder. 1895 erhielt er den Titel eines Marinestabsarztes.[10]

In Triest entwickelte Braun die sogenannte Vibrationsmassage und veröffentlichte in den folgenden Jahren zahlreiche Arbeiten, darunter 1887 „Zur Kasuistik der Nasenrachentumoren“,[11] 1888, „Papilloma des linken Aryknorpels und der Intraarytenoideal-Schleimhaut[12] sowie 1889 „Blutlose Operation eines Nasenrachenpolypen,“[13]Hochgradiges Stottern, Schwerhörigkeit und intensive Kopfschmerzen mit Unvermögen die Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand durch längere Zeit zu concentrieren, geheilt durch Zerstörung adenoider Vegetationen im Nasenrachenraume“ und die Entgegnung „Erwiderung des Dr. Michael Braun aus Triest an den Herrn Professor O. Chiari in Wien.“

1890 erschienen in Triest zunächst im Selbstverlag die Monografie „Massage, beziehungsweise Vibrationen der Schleimhaut der Nase, des Nasenrachenraumes und des Rachens“ sowie im selben Jahr „Ueber Vibrationsmassage der oberen Atemwege“. Weitere Arbeiten zur Vibrationsmassage publizierte Braun 1897 „Vibrationsmassage der Schleimhaut, der oberen Luftwege mittels Sonden[14] und 1925 „Behandlung der progressiven Schwerhörigkeit (Taubheit) durch manuelle Dauervibrationen“,[15] die er 1928 als Monografie im Verlag Moriz Perles herausgab.

Im Mai 1902 übersiedelte Braun von Triest nach Wien, wo er zunächst in Wien 1, Kolowratring 14, eine private Arztpraxis für Erkrankungen der Nase, des Kehlkopfes und der Ohren eröffnete, die er später nach Wien 1, Stubenring 16 verlegte.

Braun Michael: Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 28.5.1929, S. 5.

Zum Kreis seiner Patienten zählten Kaiserin Elisabeth (1837-1898) und weitere Mitglieder des Kaiserhauses sowie u.a. Wilhelm von Tegetthoff (1827-1871), darüber hinaus erlangte Braun wegen seiner Behandlungsmethoden internationale Beachtung.

1894 erhielt Braun das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens,[16] 1899 den fürstlich montenegrinischen Danilo-Orden 4. Klasse,[17] 1901 den königlich serbischen St. Save Orden,[18] 1908 den Orden der Eisernen Krone[19] und im Februar 1914, mit Antritt seines Ruhestandes, das Offizierskreuz des Franz Josef-Orden[20]. Während des Ersten Weltkrieges – er meldete sich im August 1914 freiwillig aus dem Ruhestand zum Kriegsdienst – erhielt er das Offiziersehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration für besondere Verdienste um die militärische Sanitätspflege.[21]

Michael Braun verstarb am 14. Juli 1931 in Wien.

Michael Braun: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 15.7.1931, S. 4.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-21a, Braun Moritz (Rigorosum Datum: 1867).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-214, Braun Moritz (Promotion Datum: 8.11.1867).

Literatur:

Braun, Michael: Hochgradiges Stottern, Schwerhörigkeit und intensive Kopfschmerzen mit Unvermögen die Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand durch längere Zeit zu concentrieren, geheilt durch Zerstörung adenoider Vegetationen im Nasenrachenraume. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Alfred Hölder, k.k. Hof u. Universitäts-Buchhändler 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun, Michael: Erwiderung des Dr. Michael Braun aus Triest an den Herrn Professor O. Chiari in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Alfred Hölder, k.k. Hof u. Universitäts-Buchhändler 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun, Michael: Ueber Vibrationsmassage der oberen Atemwege. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

 

[1] Österreichische Soldatenfreund, 29.2.1868, S. 144.

[2] Neue militärische Zeitschrift, Nr. 3, 1868, S. 108.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1869, Sp. 564.

[4] Der Kamerad. Österreichisch-ungarische Wehr-Zeitung, 4.10.1876, S. 3.

[5] Österreichischer Soldatenfreund, 18.2.1881, S. 111.

[6] Österreichischer Soldatenfreund, 30.6.1882, S. 414.

[7] Danzers Armee-Zeitung, 28.8.1931, S. 6.

[8] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 7.11.1871, S. 372.

[9] Neue Freie Presse, 30.10.1876, S. 7.

[10] Die Presse, 16.3.1895, S. 4.

[11] Internationale klinische Rundschau, Nr. 27, 1887, Sp. 852.

[12] Internationale klinische Rundschau, Nr. 19, 1888, Sp. 714-715.

[13] Internationale klinische Rundschau, Nr. 11, 1889, S. 463-464.

[14] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 2.11.1897, S. 498.

[15] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1925, Sp. 2665-2668.

[16] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 49, 1894, Sp. 2119.

[17] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 3, 1899, S. 61.

[18] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 3, 1902, S. 133.

[19] Der Militärarzt, Nr. 9, 1908, Sp. 144.

[20] Der Militärarzt, Nr. 3, 1914, Sp. 68.

[21] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 47, 1915, Sp. 1756.

Normdaten (Person):  : BBL: ; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:   48561 (23.01.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=48561

Letzte Aktualisierung: 2026.01.23

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Scientific Writing Hacks: Ihr sucht einen ruhigen Ort zum Lernen an der MedUni Wien?

Hack #82:

„Ihr sucht einen ruhigen Ort zum Lernen an der MedUni Wien? In diesem MedHack (You Tube Shorts) könnt ihr erfahren, wo!“

 

 

Letzter Zugriff: 21.01.2026
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Im AKH Wien stehen auf Ebene 5C ein Studierendenlesesaal und auf 5E der Lesesaal der Hauptbibliothek  mit über 300 Lern-und Leseplätzen zur Verfügung.
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Im zweiten Stock des Josephinums bietet unsere Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin einen Forscher:innen-Lesesaal und einen Buchscanner. 
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