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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [35]: Anton Drasche und die letzte Cholera-Epidemie in Wien im Jahr 1873

Anton Drasche und die letzte Cholera-Epidemie in Wien im Jahr 1873

Im Juli 1873 – im Jahr der am 1. Mai eröffneten Weltausstellung in Wien – kam es in Wien ein letztes Mal (mit Ausnahme während des Ersten Weltkrieges) zum Ausbruch einer über Ungarn und Galizien eingeschleppten Cholera-Epidemie. Die ersten Erkrankungen traten Ende Juni in Wien II., Nordbahnstraße 50 auf und breiteten sich von hier in die dichtbewohnten Elendsvierteln und vor allem in den dritten Wiener Gemeindebezirk aus, wo die meisten Todesopfer zu beklagen waren. Davon betroffen waren vor allem Personen aus den unteren sozialen Schichten, die konzentriert unter katastrophalen hygienischen Bedingungen in den Vorstädten auf engsten Raum lebten und unter der unzulänglichen Trinkwasserversorgung, der mangelhaften Wasserqualität und der fehlenden Abwasserbeseitigung litten. Die Epidemie erreichte im August 1873 ihren Höhepunkt und ebbte im September wieder ab. Von Juli bis Oktober 1873 starben 2.983 Menschen, während die Gesamtzahl der Cholera-Opfer in der Monarchie eine halbe Million Menschen betrug. Erste Gerüchte über den Ausbruch einer Cholera-Epidemie Anfang Juli 1873, die in der ausländischen Presse verbreitet wurden, wurden zunächst als Falschmeldungen dementiert, um einen reibungslosen und ungestörten Verlauf der Weltausstellung zu garantieren.

Zu dieser Zeit galt der in Wien an der Rudolfstiftung arbeitende Mediziner und Epidemiologe Anton Drasche als Experte auf dem Gebiet der Cholera, der er sich bereits in seiner 1853 fertiggestellten Dissertation und einer 1860 veröffentlichten Monografie gewidmet hatte. Seit 1856 beschäftigte er sich mit der Verbreiterung der Cholera-Epidemien und versuchte deren Wege nachzuzeichnen und statistisch zu erfassen.

Abbildung 1: Drasche, Anton: Die epidemische Cholera. Eine monographische Arbeit. Wien: Gerold 1860.

Abbildung 2 und 3: Karte: Die Cholera im österreichischen Kaiserstaat und der Lombardei und in der Krain im Jahre 1855, in: Drasche, Anton: Die epidemische Cholera. Eine monographische Arbeit. Wien: Gerold 1860.

Anton Drasche (*1.7.1826 Lobendau/Böhmen (heute: Šluknov, Tschechien), gest. 23.8.1904 Bad Vöslau/Niederösterreich) studierte Medizin in Prag, Wien und Leipzig, promivierte 1853 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und leitete danach 1854 im Auftrag der Regierung den Unterricht ägyptischer Mediziner in Wien. Nachdem er 1854 als Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhaus Wien seine medizinische Laufbahn begann wurde er bereits ein Jahr später Leiter der provisorischen Choleraabteilung.

Abbildung 4: Bildnis Anton Drasche. In: Drasche, Anton: Gesammelte Abhandlungen. Herausgegeben von seinen Schülern zu dessen 40-jährigem Doctor-Jubiläum. Wien: Safar 1893.

1858 habilitierte er sich für spezielle Pathologie und Therapie und war bis 1866 als Sekundararzt der dritten medizinischen Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Ab 1867 bis 1877 wechselte er – zum Primararzt ernannt – in das sogenannte „städtische Choleraspital“, an die erste medizinische Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung, wo er die 1873 in Wien ausbrechende Choleraepidemie bekämpfte.

Über die Choleraepidemie in Wien 1873 verfasste er eine Studie:

Drasche, Anton: Statistisch-graphische Darstellung der Cholera-Epidemie in Wien während des Jahres 1873. Wien: Safar 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 21934/Anhang]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561731&pos=7&phys=

Abbildung 5 und 6: Drasche, Anton: Statistisch-graphische Darstellung der Cholera-Epidemie in Wien während des Jahres 1873. Wien: Safar 1893.

Ein Jahr später, 1874, wurde er dafür zum a. o. Prof. für Epidemiologie ernannt und war im selben Jahr offizieller Vertreter der österreichischen Regierung am Internationalen Sanitätskongress in Wien, der sich der Cholera widmete:

Anton, Drasche: Vorschlag und Begründung einer in Wien baldigst abzuhaltenden internationalen Cholera-Konferenz. Wien: Braumüller 1873.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 28716]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561742#

Ab 1877 war Drasche wieder als Primararzt am Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Die Abteilung, die er bis 1897 leitete wurde als „therapeutische Klinik“ bezeichnet. Drasche war seit 1880 Mitglied des Obersten Sanitätsrates, von Juni 1875 bis März 1887 Mitglied des Wiener Gemeinderates (Mitglied der liberalen „fortschrittlichen Partei“) und hier in der öffentlichen Gesundheitspolitik aktiv.

Seine zahlreichen Arbeiten, die er bis 1893 veröffentlicht hatte, sind anlässlich seines akademischen 40-Jahrjubiläums in einem Sammelband veröffentlicht worden.

Drasche, Anton: Prof. Dr. Anton Drasche’s Gesammelte Abhandlungen. Herausgegeben von seinen Schülern zu dessen 40jährigem Doctor-Jubiläum. Wien: Safar 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 21934]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561725&pos=0&phys=#

Beachtet und gewürdigt wurden – neben seine Arbeiten zur Cholera – seinen Studien „Über den Einfluss der Hochquellenleitung auf die Salubrität der Bevölkerung in Wien“ (1883), über Strophanthus, und zur Tuberkulose. Seine medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse versuchte er einem breiten Publikum durch die Veröffentlichung von Artikel in der „Neuen Freien Presse“ zugänglich zu machen.

Ein ausführlicher Nachruf findet sich in der „Neuen Freien Presse“ vom 24.8.1904, S. 6-7.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19040824&seite=6&zoom=33&query=%22drasche%22&ref=anno-search

Anton Drasche publizierte zur Cholera-Epidemie folgende Arbeiten, die sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befinden:

Drasche, Anton: Die epidemische Cholera. Eine monographische Arbeit. Wien: Gerold 1860.


[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 3273]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561729&pos=6&phys=

Drasche, Anton: Über die Unwahrscheinlichkeit einer diesjährigen Choleraepidemie in Wien, unter Rücksichtnahme auf die Verbreitung der Seuche im letzten Decennium (1855-1865). In: Wiener Medizinische Wochenschrift. (15) 1865. Sp. 1061-1064/1081-1085.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: Z 10.002/15]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561741#

Drasche, Anton: Der Pilzfund [Robert] Koch’s bei der Cholera. In: Neue Freie Presse. 1884.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 51630]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561737#

Drasche, Anton: Über die Bedeutung der Commabacillen für die Cholera-Prophylaxe. Sonderabdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. 1885.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 25471]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561726#

Drasche, Anton: Statistisch-graphische Darstellung der Cholera-Epidemie in Wien während des Jahres 1873. Wien: Safar 1893.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 21934/Anhang]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561731&pos=7&phys=

Weitere Publikationen von Anton Drasche an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Drasche, Anton: Prof. Dr. Anton Drasche’s Gesammelte Abhandlungen. Herausgegeben von seinen Schülern zu dessen 40jährigem Doctor-Jubiläum. Wien: Safar 1893.


[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 21934]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561725&pos=0&phys=#

Drasche, Anton: Über das Heilserum bei der Diphtherie. Abschrift aus: Wiener medizinische Wochenschrift. 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: Abschr. 168]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561733&pos=8&phys=

Drasche, Anton: Über Pasteurs Schutzimpfung gegen Tollwut. Sonderabdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. 1886.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 31373]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561738#

Drasche, Anton: Über die Wirkung des Strophanthus auf das Herz. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Blätter. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 46869]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561743#

Drasche, Anton: Über die Infektionsfähigkeit der Hadern. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Blätter. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 46873]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561734&pos=9&phys=

Drasche, Anton: Influenza. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 47068]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561735#

Drasche, Anton: Flecktyphus. Erfahrungen aus vier eigens beobachteten Flecktyphus-Epidemien in Wien. Sonderabdruck aus: Österreichisches Sanitätswesen. 1900.


[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8429538&pos=0&phys=

Quellen:

Archiv der Universität Wien, Senat S. 304.187 (Personalbogen).

Text: Walter Mentzel

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FRESH eBooks 2017

Mit der laufenden Erweiterung

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Most Wanted Books

In der letzten Buchausstellung wurden folgende Bücher  am meisten vorgemerkt:

Formelsammlung Physik für Mediziner
Wenisch, Thomas, 1962- [MitwirkendeR]
2017
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Hämatologie und Onkologie : fallorientierte Darstellung – rationale Diagnostik und Therapie
Kreuzer, Karl-Anton, 1970- [HerausgeberIn] Beyer, Jörg, 1960- [HerausgeberIn] Bangard, Christopher, 1973- [MitwirkendeR]
2016

http://search.obvsg.at

Datenbank des Monats – Trip

Datenbank des Monats – Trip

Trip ist eine einfach zu bedienende Metasuchmaschine für die evidenzbasierte Beantwortung klinischer Fragestellungen. Sie startete 1997 mit der Idee, den gesamten evidenzbasierten Inhalt durchsuchbar zu machen.

Hochwertige Evidenz erscheint an erster Stelle in den Suchergebnissen. Einfache Filterung der Resultate (farbcodiertes Schema) um die gewünschte Evidenz zu finden: Systematic Reviews, Guidelines, Evidence based Synopses, Clinical Q&A und Controlled Trials.

Trip beinhaltet die umfassendste Sammlung konkreter klinischer Fragen und Antworten und

Patienteninformationen (weltweit).

Update: monatlich

http://www.tripdatabase.com/

 

Open Access Publikationen von Angehörigen der MedUni Wien [12]: Published online 2016 Dec

Open Access-Publizieren ohne Zusatzkosten für AutorInnen der MedUni Wien

Die Medizinische Universität Wien hat mit dem Springer-Verlag ein neues Lizenzmodell „Springer Compact“ vereinbart. Publiziert kann in über 1.600 Subskriptionszeitschriften von Springer Open Access ohne zusätzliche AutorInnengebühren werden.  Mehr Infos–>

Im Van Swieten Blog können Sie  kontinuierlich die Open Access Publikationen von Angehörigen der MedUni Wien nachlesen:

Physician role in physical activity for African-American males undergoing radical prostatectomy for prostate cancer

1Department of Health Services Management and Policy, College of Public Health, East Tennessee State University, P O Box 70264, Johnson City, TN 37614 USA
2Division of Public Health Sciences, Department of Surgery, Washington University in St. Louis School of Medicine, 660 South Euclid Avenue, Campus Box 8100, St. Louis, MO 63110 USA
3Alvin J. Siteman Cancer Center, St. Louis, MO USA
4Division of Cancer Prevention and Population Sciences, Department of Health Services Research, The University of Texas MD Anderson Cancer Center, Houston, TX USA
5Department of Epidemiology, Center for Public Health, Medical University of Vienna, Kinderspitalgasse 15, 1st Floor, 1090 Vienna, Austria
6Department of Behavioral Science and Health Education, Saint Louis University, St. Louis, MO USA
Faustine Williams, ude.uste@2FsmailliW.
corresponding authorCorresponding author.

Support Care Cancer. 2017; 25(4): 1151–1158. Published online 2016 Dec 21. doi: 10.1007/s00520-016-3505-7

PMCID:

PMC5321695

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Psychiatric emergencies of minors with and without migration background

1Outpatient Clinic of Transcultural Psychiatry and Migration Induced Disorders in Childhood and Adolescence, Department of Child and Adolescent Psychiatry, Medical University of Vienna, Währinger Gürtel 18–20, 1090 Vienna, Austria
2Department of Child and Adolescent Psychiatry, Medical University of Vienna, Währinger Gürtel 18–20, 1090 Vienna, Austria
3Department of Epidemiology, Medical University of Vienna, Kinderspitalgasse 15/I, 1090 Vienna, Austria
4Department of Psychiatry and Psychotherapy, Medical University of Vienna, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Vienna, Austria
Türkan Akkaya-Kalayci, ta.ca.neiwinudem@icyalak-ayakka.nakreut.
corresponding authorCorresponding author.

Neuropsychiatr. 2017; 31(1): 1–7. Published online 2016 Dec 13. doi: 10.1007/s40211-016-0213-y

PMCID:

PMC5348547

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No common understanding of profession terms utilized in health services research: An add-on qualitative study in the context of the QUALICOPC project in Austria

1Department of General Practice and Family Medicine, Center for Public Health, Medical University of Vienna, Kinderspitalgasse 15/I, 1090 Vienna, Austria
2European Forum for Primary Care, Utrecht, The Netherlands
3Institute for Social Medicine, Center for Public Health, Medical University of Vienna, Vienna, Austria
4Department of General Practice and Primary Health Care, Ghent University, Ghent, Belgium
Kathryn Hoffmann, ta.ca.neiwinudem@nnamffoh.nyrhtak.
corresponding authorCorresponding author.

Wien Klin Wochenschr. 2017; 129(1): 52–58. Published online 2016 Dec 19. doi: 10.1007/s00508-016-1146-y

PMCID:

PMC5247533

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Golgi apparatus dis- and reorganizations studied with the aid of 2-deoxy-d-glucose and visualized by 3D-electron tomography

Center for Anatomy and Cell Biology, Medical University of Vienna, Schwarzspanierstraße 17, 1090 Vienna, Austria
Margit Pavelka, ta.ca.neiwinudem@aklevap.tigram.

corresponding authorCorresponding author.

Histochem Cell Biol. 2017; 147(4): 415–438. Published online 2016 Dec 14. doi: 10.1007/s00418-016-1515-7

PMCID:

PMC5359389

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Colon cancer cell-derived 12(S)-HETE induces the retraction of cancer-associated fibroblast via MLC2, RHO/ROCK and Ca2+ signalling

1Clinical Institute of Pathology, Medical University of Vienna, Waehringer Guertel 18-20, 1090 Vienna, Austria
2Institute of Medical Genetics, Medical University of Vienna, Waehringer Strasse 10, 1090 Vienna, Austria
3Department for Clinical Pharmacy and Diagnostics, Faculty of Life Sciences, University of Vienna, Althanstrasse 14, 1090 Vienna, Austria
4Department of Medicine I, Comprehensive Cancer Centre, Medical University of Vienna, Waehringer Guertel 18-20, 1090 Vienna, Austria
5Department of Pharmacognosy, Faculty of Life Sciences, University of Vienna, Althanstrasse 14, 1090 Vienna, Austria
6Neuromuscular Research Department, Centre of Anatomy and Cell Biology, Medical University of Vienna, Waehringer Strasse 13, 1090 Vienna, Austria
7Department of Medicine I, Institute of Cancer Research and Comprehensive Cancer Centre, Medical University of Vienna, Borschkegasse 8a, 1090 Vienna, Austria
8Department of Radiation Oncology and Experimental Cancer Research, Ghent University, De Pintelaan 185, 9000 Ghent, Belgium
Georg Krupitza, ta.ca.neiwinudem@aztipurk.groeg.

corresponding authorCorresponding author.

Cell Mol Life Sci. 2017; 74(10): 1907–1921. Published online 2016 Dec 24. doi: 10.1007/s00018-016-2441-5

PMCID:

PMC5390003

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Giant crystals inside mitochondria of equine chondrocytes

1Department of Trauma Surgery, Medical University of Vienna, Waehringer Guertel 18-20, 1090 Vienna, Austria
2Ludwig Boltzmann Institute for Experimental and Clinical Traumatology, AUVA Research Center, Donaueschingenstrasse 13, 1200 Vienna, Austria
3University Clinic of Dentistry, Medical University of Vienna, Sensengasse 2a, 1090 Vienna, Austria
4Austrian Cluster for Tissue Regeneration, Vienna, Austria
5Physics of Nanostructured Materials, Faculty of Physics, University of Vienna, Boltzmanngasse 5, 1090 Vienna, Austria
6Department of Adhesive Bonding Technology and Surfaces, Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials, Wiener Strasse 12, 28359 Bremen, Germany
7Clinic and Polyclinic for Traumatology, University of Giessen, Rudolf-Buchheim-Straße 7, 35385 Giessen, Germany
8Orthopaedic and Trauma Surgery, Klinikum Saarbrücken, Winterberg 1, 66119 Saarbrücken, Germany
9Research Centre for Medical Technics and Biotechnology, Geranienweg 7, 99947 Bad Langensalza, Germany
S. Nürnberger, Phone: +4314040059640, ta.ca.neiwinudem@regrebnreun.aivlys.

corresponding authorCorresponding author.

Histochem Cell Biol. 2017; 147(5): 635–649. Published online 2016 Dec 24. doi: 10.1007/s00418-016-1516-6

PMCID:

PMC5400799

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: ..ein bisschen weise.. und Künstliche Intelligenz (KI ), Artificial Intelligence, (AI)

..ein bisschen weise..

und Künstliche Intelligenz (KI ), Artificial Intelligence, (AI)

Der Klassenkamerad, ein Kerl, ‚mit dem man Pferde stehlen kann‘.

Bei jedem Wetter, durch dick und dünn – ohne ihn gab es keine Skitour (autofrei) und keine

Radtour – er war dabei, auch auf der unvergessenen Österreich-Matura-Radreise. Wenn die

Sonne unterging, hockten wir beisammen und ‚philosophierten‘, auch in Heustadln, naturnahe, mit ‚Landlord‘-Genehmigung‘ und ihren warmherzig bodenständigen Empfehlungen: „Net ins frische Heu legen, davon werd’s bled“ und – „A Hetz gibt’s überall durt, wo’s enk oane ma°cht’s!“

Die Suppe – damals gab es noch kristallklares Wasser aus dem Wildbach – wurde immer wieder nachverlangt. Der Grund war nicht das berühmte ‚Krautfleckerl-Geheimnis’*: „Ich hab immer e bissele zu wenig gemacht“ – es war ein Speckschwartel, welches uns treu auf Reisen begleitete und der jeweiligen („Sackerl“-) Suppe ihren unnachahmlichen Geschmack verlieh. Manch ein Haubenkoch war schon an dieser Vorgabe gescheitertet.

Vor uns allen hatte besagter Sportfreund intensiv mit Computern zu tun, beruflich, jahrzehntelang.

Er sprach nie darüber. Jetzt lebt er in Tirol, ohne Handy und ohne PC. Zum ‚runden‘ Klassentreffen hat er sein Kommen angekündig – „wenn nix dazwischenkommt“. Am Festnetz-Telephon klingt er wie er immer, vielleicht – ein bisschen weise..

„Ich finde nicht die Spur von einem Geist. Und alles ist Dressur.“ Faust I, JW Goethe

Intelligenz: Kein anderer Begriff wird derart böse mißbraucht. Künstliche Intelligenz (KI ),

‚Artificial intelligence‘ (AI) – ein ‚misnomer‘. Auch wenn Das Ding den Menschen im Brettspiel schlägt. Oder sonstswo schneller ist, mehr speichern kann, stärker ‚vernetzt‘ ist, diverse Rekorde bricht und – sogar ‚lernfähig‘ ist. Es hat auch keine Asperger-Autismus-Inselbegabung, es gehorcht bloß – der Rechner ‚tut nur seine Pflicht‘. Un-originell (-intelligent(?)).

Im Ernstfall, vor die berühmte unlösbare Aufgabe gestellt – Beispiel ‚Trolley Dillemma‘ – ist es (er) ratlos, hilflos, kann sein ‚Mastermind‘ nicht um ‚Etzes‘ bitten. Entscheidungs-unfähig.

ad Dialog: „Ka Ansprach, nur Ihna“ (Travnicek auf Urlaub. Merz/Qualtinger). Und doch – ein mit ‚Smalltalk-waste‘ gefüttertes ‚Ding‘ fiele ewiglange nicht auf, falls überhaupt. Als ’schmähstad‘ bezeichnet der Wiener einen derartigen ‚Zuastand‘. Die Türsteher der Hohen Schule des Wiener Schmäh’s tolerieren zwar milde lächelnd ‚Zuagraste‘ aller Art, der Zugang bleibt leider verwehrt.
Es sei ihm Humorlosigkeit verziehen, Unethisches, Unkreatives, Geistloses, die Empathie- und Sympathie – Mängel, Beschränktsein auf Vorgegebenes, implizit dingbedingtes Unselbstständiges, die ‚Bewusstseinslosigkeit‘ – die Liste ginge noch weiter. Kein Vorwurf , aber: Das Ding ist ..

kein bisschen weise..

* von Kishon’s „Tante Jolesch“ gehütet, bis zu ihrem Sterbebett.

KI: bitte nicht verwechseln mit „Kontraindikation“

Gender: beyond

Interest: no

Weitere Artikel von Prof. Dr.Heilig–>

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Phantasie – Veranstaltung

von Katharina und Peter Heilig

Erfahrenes und Erlesenes

Donnerstag 28. September 2017 um 19:00 Uhr
Heiligenstädterstraße 155, 1190 Wien

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [34]: Bibliothek „Hermann Nothnagel“ – Exlibris: „Nothnagel-Bibliothek“

Bibliothek „Hermann Nothnagel“ – Exlibris: „Nothnagel-Bibliothek“

An der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet sich die Bibliothek „Hermann Nothnagel“ (eigentlich: Carl Wilhelm Hermann Nothnagel), des ehemalige Leiters der I. medizinische Klinik der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Notnagel war ein wesentlichster Förderer des medizinischen Bibliothekswesens in Wien. Unmittelbar nachdem Erna Lesky (1911-1986) im Jahr 1960 mit der Leitung des Institutes für Geschichte der Medizin betraut wurde, gelang es ihr die Bibliothek der I. medizinischen Klinik und damit die Bücherbestände der sogenannten „Bibliothek-Nothnagel“ in den Bibliothekskorpus der heutigen Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin zu übernehmen.

Nothnagel Carl Wilhelm Hermann, Prof. (*28. September 1841, Alt-Lietzegöricke/Brandenburg/Deutschland [heute: Stare Łysogórki/Polen], gest. 7. Juli 1905, Wien), Innere Medizin.

Nothnagel studierte von 1858 bis 1863 (Promotion) am Friedrich-Wilhelm-Institut der Universität Berlin Medizin. Zwischen 1863 und 1865 arbeitete er an der Charité in Berlin bei Ludwig Traube (1818-1876) und Rudolf Virchow (1821-1902) und danach bis 1868 als Assistent bei Ernst Viktor von Leyden (1832–1910) in Königsberg. (1866 habilitierte er sich im Fach Innere Medizin bei Leyden). Von 1866 (österreichisch-preußischer Krieg) bis 1870 (deutsch-französischer Krieg) war er als Militärarzt und gleichzeitig Dozent an der Universität Berlin und zwischen 1870 bis 1872 an der Universität Breslau tätig.

Ab 1872 arbeitete er als Professor der Arzneimittellehre und der medizinischen Poliklinik an der Universität Freiburg/Breisgau und ab 1874 als ordentlicher Professor für spezielle Pathologie und Therapie an der medizinischen Klinik in Jena. 1882 erfolgte seine Berufung zum Vorstand an die I. medizinische Klinik der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Er zählte zu den bedeutendsten und gefragtesten Internisten seiner Zeit. Seine Bedeutung lag vor allem auf dem Gebiet der physikalischen Krankenuntersuchung, der Diagnostik, der Pathologie, der Physiologie und der Neurologie. Er führte neue Untersuchungsmethoden auf der Basis pathologisch-anatomischer Befunde und experimentelle Methoden in die klinische Forschung ein. Weiter erforschte Nothnagel die Anatomie, Physiologie und Pathologie der Verdauungsorgane – speziell des Darmes und der Gefäße. Zu seinen Schülern zählten u.a. der Psychiater und Neurologe Constantin Economo, Freiherr von San Serff (1876–1931), Eugen Bamberger (1858-1921) und Heinrich Lorenz (1859-1945).

Nothnagel war seit 1879 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und gründete 1901 die Gesellschaft für Innere Medizin in Wien. Weiters war er war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und der Akademie der Wissenschaften in Wien. 1896 kam es zur Gründung der „Nothnagel-Stiftung“ aus der notleidende und bedürftige Studenten der Medizinischen Fakultät in Wien unterstützt wurden. Hermann Nothnagel verstarb am 7. Juli 1905 in Wien.

Zu seinen Hauptwerken zählen u.a. das Handbuch der Arzneimittellehre (Berlin 1870), Tophische Diagnostik der Gehirnkrankheiten. Eine klinische Studie (Berlin 1879), Vorträge über die Diagnose bei den Gehirnkrankheiten (Wien, 1887) und die von ihm mitherausgegebene 24 Bände umfassende Reihe Specielle Pathologie und Therapie (1894-1905).

Quellen:

Archiv der Universität Wien, Rektoratsarchiv, Akademischer Senat/Sonderreihe, Artistische Kommission, Senat S 95.13, Nothnagel Hermann – Denkmal im Arkadenhof (1909-1911) Errichtung und Aufstellung des Hermann Nothnagel-Denkmals.

Archiv der Universität Wien, Medizinische Fakultät der Universität Wien, Sonderreihe, S 17.22 Lehrkanzelbesetzung I. medizinische Lehrkanzel und Klinik (Kommissionssitzungen, Protokolle und Besetzungsvorschläge mit Lebensläufen und Publikationslisten).

Archiv der Universität Wien, Rektoratsarchiv, Akademischer Senat/Sonderreihe, Personalblätter, Senat S 304.898 – Nothnagel Hermann

Literatur:

Tragl, Karl-Heinz: Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien seit 1838. Wien 2011.

Klebel, Burkhard: Bibliothek des Institutes für Geschichte der Medizin. In: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich. Band I. Wien Teil I. Hildesheim 1994. S. 209-218.

Westermann, Stefan: Hermann Nothnagel (1841-1905) – Fluch über den Krieg, Zorn über die Seelenpest des Antisemitismus. In: Ruprecht Thomas M/Jenssen Christian (Hrsg.). Äskulap oder Mars? Bremen 1991. S. 107ff.

Lesk, Erna: Die Wiener Medizinische Schule im 19. Jahrhundert. (= Studien zur Geschichte der Universität Wien. Bd. VI). Wien 1965.

Petry, Helfried: Personalbibliographien von Professoren und Dozenten der Inneren Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Wien im ungefähren Zeitraum von 1850-1925. Mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Sachgebiete. Univ.-Diss. Erlangen 1972. S. 47-68.

Neuburger, Max: Hermann Nothnagel. Leben und Wirken eines deutschen Klinikers. Wien-Berlin-Leipzig-München 1922.

Text: Walter Mentzel

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Neuerwerbungen im Juli`17:

Der Bestand der Bibliothek wird durch zahlreiche interessante
Neuerwerbungen laufend erweitert.

Ein Großteil der neu erworbenen Literatur wird in der Buchausstellung im Lesesaal präsentiert.

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Beispiele:

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Neurology & neurosurgery : core science, medicine and surgery in one book
Collins, Dawn R. [VerfasserIn] Goodfellow, John [VerfasserIn] Silva, Adikarige Haritha Dulanka [VerfasserIn] Dardis, Ronan [VerfasserIn] Nagaraja, Sanjoy [VerfasserIn]
2016

Key clinical topics in otolaryngology
Sethi, Neeraj [HerausgeberIn] Pearson, Amy [HerausgeberIn] Bajaj, Yogesh [HerausgeberIn]
2017

Diabetes in old age
Sinclair, Alan J. [HerausgeberIn] Dunning, Trisha [HerausgeberIn] Rodríguez Mañas, Leocadio [HerausgeberIn] Munshi, Medha [HerausgeberIn]
2017

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [33]: Zuckerkandl, Emil: Atlas der topographischen Anatomie des Menschen. In 636 Figuren mit erläuterndem Texte.

Zuckerkandl, Emil: Atlas der topographischen Anatomie des Menschen. In 636 Figuren mit erläuterndem Texte. Wien und Leipzig: Wilhelm Braumüller [1899]-1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 3077]

http://search.obvsg.at/

Abb. 1    Emil Zuckerkandl

Emil Zuckerkandl (*01.09.1849 Győr/Ungarn, gest. 28.05.1910 Wien) war Anatom und Anthropologe. Er studierte ab 1867 Medizin in Wien, wo ihn Joseph Hyrtl (1810-1894), der die Begabung seines Schülers und späteren Freundes früh bemerkte, schon 1869 zum Demonstrator machte. Auf Empfehlung Hyrtls ging er 1870 für acht Monate als Prosektor an das Athäneum in Amsterdam. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten wissenschaftlichen Publikationen, in denen er unter anderem erstmals die Vagusäste des Herzbeutels beschrieb. Ab 1873 arbeitete er, nach seiner Rückkehr nach Wien, als Assistent an der pathologisch-anatomischen Anstalt bei Carl von Rokitansky (1804-1878) und nach seiner Promotion zum Dr. der Medizin ab 1874 wieder als Assistent am Anatomischen Institut bei Carl von Langer (1819-1887). 1880 schlug ihn die Fakultät ohne Habilitation zum a.o. Professor vor. Zuckerkandl hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 58 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, unter anderem „Zur Morphologie des Gesichtsschädels“ (1877), „Über das Riechzentrum“ (1877) und „Über eine bisher noch nicht beschriebene Drüse in der regio suprahyoidea“ (1879), welche heute noch seinen Namen trägt. „Der große wissenschaftliche Wurf gelang ihm 1882 mit der Monographie über die ,Normale und pathologische Anatomie der Nasenhöhle und ihrer pneumatischen Anhänge‘. Zuckerkandl kann als Gründer dieser Disziplin bezeichnet werden und hat die Entwicklung der modernen Rhinologie damit überhaupt erst ermöglicht: auf jeder Seite dieses Buches finden sich Beobachtungen von großer Tragweite, was noch eine Generation später als eine ,schier unglaubliche Tatsache‘ gewertet wurde.“[1] 1882 wurde Zuckerkandl zum ordentlichen Professor für Anatomie an der Universität Graz und 1888 schließlich an der Universität Wien ernannt.


Abb. 2    Berta Zuckerkandl-Szeps

Am 15. April 1886 heiratete er Berta Szeps (*13.04.1864 Wien, gest. 16.10.1945 Paris), die Tochter des Zeitungsverlegers und Mediziners Moritz Szeps (1835-1902). Berta Zuckerkandl führte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1938 einen literarischen Salon, in dem in dem viele berühmte Künstler und Wissenschaftler verkehrten, darunter: Johann Strauss (1825-1899), Gustav Klimt (1862-1918), Arthur Schnitzler (1862-1931), Max Reinhardt (1873-1943), Franz Theodor Csokor (1885-1969), Alma Mahler-Werfel (1879-1964), Anton Kolig (1886-1950), Sebastian Isepp (1884-1954),… Besonders verbunden war sie mit der Secession und der Wiener Werkstätte. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Berta Zuckerkandl nach dem „Anschluss“ 1938 aus Österreich fliehen. Über Paris gelangte sie 1940 zu ihrem Sohn Fritz nach Algier, wo sie bei einem Rundfunksender der Alliierten mitarbeitete und die Österreicher zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufrief. Sie kehrte 1945 nach Paris zurück, wo sie, schwer erkrankt, starb.


Abb. 3    Umschlag: Zuckerkandl: Atlas der topographischen Anatomie […]. Wien 1904.

Emil Zuckerkandls Forschungsschwerpunkt lag auf der topographischen Anatomie. Seine klare räumliche Vorstellungsgabe und seine Begabung in der Zergliederungskunst waren ihm auf diesem Gebiet eine große Hilfe. Für ihn war die Anatomie kein Selbstzweck, sondern dazu da, die praktischen Fragen der Medizin zu lösen. Dies brachte ihm auch große Anerkennung unter den damaligen Chirurgen ein. Als sein Hauptwerk gilt der mehrbändige „Atlas der topographischen Anatomie des Menschen“. Nach ihm sind das Zuckerkandl-Organ, die Zuckerkandl-Faszie (Bindegewebshülle der Niere) und auch die retrotrachealen Schilddrüsenanteile, das Zuckerkandl’sche Tuberculum benannt. Zu seinen bekanntesten Schülern zählt Julius Tandler (1869-1936), der ab 1907 auch die Vorlesungen für seinen, aufgrund eines Herzleidens geschwächten, Lehrer übernahm. Emil Zuckerkandl starb am 28. Mai 1910 nach 22-jähriger Arbeit als Inhaber des II. Anatomischen Lehrstuhls der Wiener Medizinischen Fakultät.

Abb. 4    Zuckerkandl: Atlas der topographischen Anatomie […]. Wien 1904. S. 5.

Quellen:

Schnell, Ingrid Izabela: Der Einfluss der Medizin und Anatomie auf die Kunst in Wien im 19. Jahrhundert (1850-1914). Wien: Dipl.-Arb. 2013.

Sablik, Karl: Richard von Krafft-Ebing (1849-1910). In: Arzt, Presse, Medizin. (28) 1977. S. 7-9.

Tandler, Julius: Emil Zuckerkandl. In: Wiener klinische Wochenschrift. (23/22) 1910. S. 798-800.

[1] Sablik, Karl: Richard von Krafft-Ebing (1849-1910). In: Arzt, Presse, Medizin. (28) 1977. S. 8.

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