Archiv der Kategorie: Medizingeschichte

Medizingeschichte Josephinische Bibliothek Obersteiner

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [54]: Landsteiner, Karl: Ueber Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes. Separat-Abdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift.

Landsteiner, Karl: Ueber Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes. Separat-Abdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Wilhelm Braumüller 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek, Sign.: Separata GdÄW]

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Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Karl Landsteiner, 1930

Karl Landsteiner (*14.10.1868 Baden bei Wien, gest. 26.06.1943 New York), dessen Geburts- und Todestage sich heuer zum 150. Mal, bzw. zum 75. Mal jähren, war ein österreichisch-US-amerikanischer Nobelpreisträger für Medizin. Er war jüdischer Herkunft – sein Vater war Leopold Landsteiner (1817-1875), ein bekannter Wiener Journalist und erster Chefredakteur der Tageszeitung Die Presse. Karl Landsteiner konvertierte 1890, ein Jahr bevor er sein 1885 begonnenes Medizinstudium an der Universität Wien mit seiner Promotion abschloss, zum Katholizismus. Nach seinem Medizinstudium verbrachte er mehrere Jahre im Ausland, wo er bei Eugen Bamberger (1857-1932) in München, beim Nobelpreisträger für Chemie (1902) Emil Fischer (1852-1919) in Würzburg und bei Arthur Hantzsch (1857-1935) in Zürich Chemie studierte. Ab 1894 arbeitete er in Wien an der I. Chirurgischen Universitätsklinik, 1896/97 war er Assistent bei Max von Gruber (1853-1927), dem ersten Österreichischen Ordinarius für Hygiene und danach arbeitete er bis 1908 als Prosektor bei Anton Weichselbaum (1845-1920) am Pathologisch-Anatomischen Institut.

Karl Landsteiner entdeckte 1901 die klassischen Blutgruppen. In seiner 1901 in der Wiener klinischen Wochenschrift erschienen Publikation „Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes“ teilte er erstmals das Blut in drei Gruppen A, B und C ein – später wurde daraus das AB0-System der Blutgruppen. Für diese Entdeckung erhielt er 1930 den Nobelpreis für Medizin.

Abb. 2    Titelblatt: Landsteiner: […] Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes. Wien: 1901.

Gemeinsam mit dem Gerichtsmediziner Max Richter (1867-1932) fand Landsteiner 1902 eine Methode zur Bestimmung der Blutgruppen aus Blutflecken. Sowohl Operationen als auch Bluttransfusionen wurden durch diese Entdeckungen Landsteiners wesentlich sicherer, da erst jetzt geeignete Spender identifiziert werden konnten. Auch für die Vaterschaftsfeststellung und in der Forensik waren sie von großer Relevanz für die medizinische Praxis. 1903 habilitierte er sich für pathologische Anatomie und 1908 wurde Landsteiner Prosektor am Wiener Wilhelminenspital. Diese Stelle behielt er bis 1920. 1911 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt.

Karl Landsteiner, der nach dem Ersten Weltkrieg keine berufliche Perspektive für sich in Wien sah, ging 1919 mit seiner Frau und seinem Sohn in die Niederlande, wo er am R. K. Ziekenhuis in Den Haag als Prosektor arbeitete. 1922 übersiedelte er nach New York, wo er dem Rockefeller Institute for Medical Research, auch nach seiner Emeritierung 1939, bis zu seinem Tod angehörte. 1940 entdeckte Landsteiner gemeinsam mit seinen Schülern Alexander Wiener (1907-1976) und Philip Levine (1900-1987) den Rhesusfaktor, zu dessen Bestimmung sie 1941 ein Testsystem entwickelten. In seinen Jahren in New York verfasse Karl Landsteiner etwa 160 wissenschaftliche Publikationen. Eine seiner zentralen Schriften aus dem Jahr 1933 zählt noch heute zu den Klassikern der immunologischen Fachliteratur:

Landsteiner, Karl: Die Spezifität der serologischen Reaktionen. Berlin: Springer 1933.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger  Bibliothek, Sign.: 301]

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Die letzte, am 20. Oktober 1997 von der Österreichischen Nationalbank herausgegebene 1.000-Schilling-Banknote ziert auf der Vorderseite ein Portrait Karl Landsteiners und auf der Rückseite zeigt sie ihn in seinem Labor im Pathologisch-Anatomischen Institut der Universität Wien.

Abb. 3    Karl Landsteiner, Portrait-1000-Schilling-Note, 01.01.1997-28.02.2002.

Quellen:

Landsteiner, Karl. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. 1 A-Q. München: K.G. Saur 2002. S. 360-361.

Landsteiner, Karl: In: Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950. IV. Band (Knolz-Lan). Hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, Köln und Graz: Hermann Böhlaus Nachf. 1969. S. 433-434.

Speiser, Paul: Karl Landsteiner. Entdecker der Blutgruppen. Biographie eines Nobelpreisträgers aus der Wiener Medizinischen Schule. Wien: Verlag Brüder Hollinek 1961.

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [50]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.5.1 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.5.1 – Ärztinnen und Ärzte

 Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

 I/J – K

 JIRANEK, Franz

Geboren 1886, war er heimatzuständig in Loukonos/Bezirk Neubydžow     
https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Neubyd%C5%BEow.

Nach dem Studium der Medizin spezialisierte er sich auf das Fach Innere Medizin. Mit Kriegsbeginn meldete er sich zunächst zum Dienst in der Kranken- und Verwundetenstation Chrudim https://de.wikipedia.org/wiki/Chrudim, von wo er dann am 21. April 1915 in das Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, in die 1. Abteilung/Sektion, versetzt wurde.

Nach Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung wurde er zum Frontdienst einberufen und Anfang November 1916 zur „Personalsammelstelle (ihnen oblag die Anweisung einzeln Reisender und kleiner Transporte, wie sie am raschesten ihre Bestimmungsstation erreichen konnten. Diese Einrichtung bestand hinter jeder Armee und war aus Geheimhaltungsgründen getroffen worden, damit nicht jedermann wisse, wo sich jede Truppeneinheit befand)“ Debrecen geschickt.

Im Jänner 1917 befand er sich bereits „im Felde.“

JIRASEK, Johann

Er wurde 1867 geboren und war heimatzuständig nach Humpoletz https://de.wikipedia.org/wiki/Humpolec.

Er studierte Medizin an der böhmischen Universität in Prag, wo er 1892 promovierte.

Nach einer Ausbildung in den Fächern Neurologie und Gynäkologie übernahm er eine Stelle als praktischer Arzt in Humpoletz.

Seit 18. März 1915 war er im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 1. Abteilung/Sektion tätig.

Seine Versetzung ins Epidemiespital Bršadin https://en.wikipedia.org/wiki/Br%C5%A1adin bei Vukovar im November 1916 fand nicht statt, da er sich seit 21. Oktober 1916 mit „Lungenentzündung und Muskelrheumatismus im Krankenstand des hiesigen Spitals“ befand.

JODAS, Peter

Er war vor dem Krieg in Dobrowitz https://de.wikipedia.org/wiki/Dobrovice

Fabriks- und Krankenkassenarzt.

Im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz war er im Jahr 1918 in der 3. Abteilung/Sektion tätig.

KAPPER, Ignaz 

Geboren 1865 war er heimatzuständig in CERNIKAU       

https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%8Cern%C3%ADkov.

Vor dem Krieg war er praktischer Arzt in Žižkov/Prag https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%BDi%C5%BEkov.

Im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz war er seit 5. Juni 1915 tätig.

Im Ärztestand des Spitals ist er 1918 nicht mehr verzeichnet.

1922 ordiniert er wieder in Prag.

KAPRALIK, Erich

1877 geboren war er heimatzuständig in Czernowitz/Bukowina.

Vor dem Krieg war er Bahnarzt (Oberarzt) der k. k. österreichischen Staatsbahnen.

Im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz war er ab 5. Oktober 1915 als Chefarzt in der internen Abteilung tätig.

Zu ihm siehe auch:

  1. Mai 1904 Heilung der Tuberkulose mit eingeatmetem Tuberculin

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19040526&query=%22erich+kapralik%22&ref=anno-search&seite=6

(dazu siehe: Erich Kapralik und Hermann Schrötter: Erfahrungen über die Wirkung der Einführung von Tuberkulin im Wege des  Respirations-Apparates IN: Wiener Klinische Wochenschrift 1904, Nr. 21-22) 

Biographisches:

  1. Juli 1909: Auszeichnung für den Leiter des Spitals „beim großen Tunnel in Mallnitz (Tauerbahn)“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=19090708&seite=3&zoom=33&query=%22erich%2Bkapralik%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. Juli 1912 Ordinationseröffnung in Czernowitz
  2. Juni 1913 Vom Zuge überfahren

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bkn&datum=19130620&query=%22doktor+kapralik%22&ref=anno-search&seite=3

  1. April 1914 Schwerer Unfall

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=cer&datum=19140418&query=%22dr+kapralik%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Juli 1914 Danksagung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vof&datum=19140715&query=%22erich+kapralik%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Juli 1914 Verein der Bahnärzte in der Bukowina

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=cer&datum=19140719&seite=5&zoom=33&query=%22erich%2Bkapralik%22&provider=P02&ref=anno-search

KLABER, Maximilian

In Prag 1884 geboren übernahm er 1915 die Leitung einer Abteilung in der Beobachtungsstation Kolin

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150718&query=%22beobachtungsstation+kolin%22&ref=anno-search&seite=9

Seit Jänner 1917 war er im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig.

Er verstarb Ende Juli 1922 im 38. Lebensjahr in Prag.

KLEIN, Wilhelm

Geboren 1868 war er heimatzuständig nach Zvěstov (Kreis Beneschau  https://de.wikipedia.org/wiki/Bene%C5%A1ov).

Nach seinem Medizinstudium eröffnete er eine Zahnarztpraxis in Prag.

Im Krieg war er tätig vom:

 – 1. Juli 1915 bis 14. April 1916 als leitender Arzt des k. u. k. Reservespitals Nr. 1 in KOLIN

 – seit 15. April 1916 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz – zuerst 2 Monate auf der 4. Abteilung/ Sektion (interne + neurologische Abteilung) und dann auf der 5. Abteilung/Sektion (chirurgische + interne Abteilung) bis Dezember 1917

1918 wurde er dem Militärkommando in Prag „zur Verfügung“ gestellt.

Er betätigte sich auch als „Schriftsteller“, wobei zwei im Prager Tagblatt 1914 bzw. 1915 erschienene Reportagen besonders lesenswert sind, und zwar über

Die Prager deutschen Kliniken:

Teil 1 vom 31. Mai 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140531&seite=5&zoom=33

Teil 2 vom 7. Juni 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140607&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=6

Teil 3 vom 11. Juni 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140611&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=4

Teil 4 vom 14. Juni 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140614&seite=5&zoom=31

Teil 5 vom 21. Juni 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140621&seite=6&zoom=31

Teil 6 vom 28. Juni 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140628&seite=6&zoom=31

Teil 7 vom 5. Juli 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140705&seite=6&zoom=33&query=%22w%2Bklein%22&ref=anno-search

 Ankündigung vom 19. Juli 1914 Die Prager deutschen Kliniken

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140719&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=4

Die Verwundetenfürsorge in Prag

Teil 1 vom 15. November 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19141115&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=7

Teil 2 vom 22. November 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19141122&seite=7&zoom=33

Teil 3 vom 21. März 1915

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150321&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=8

Teil 4 vom 28. März 1915

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150328&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=9

Teil 5 vom 11. April 1915

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150411&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=6

Weitere interessante Artikel:

Juli 1912 Das Ende der Gifthütte

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19120721&seite=2&zoom=33&query=%22w%2Bklein%22&ref=anno-search

März 1914 Das soziale Elend der Hebammen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140329&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=4

Mai 1914 Das alte Josefstädter Krankenhaus

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140510&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=5

Mai 1914 Purkyne-Reliquien im deutschen physiologischen Institut

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140522&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=6

September 1914 Das Vereinsreservespital des Roten Kreuzes in der Marienanstalt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140916&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=4

September 1914 Verlobung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19140929&query=%22wilhelm+klein%22&ref=anno-search&seite=4

Dezember 1914 Vermählung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19141208&query=%22wilhelm+klein%22&ref=anno-search&seite=3

April 1915 Die „Barmherzigen Brüder“ im Dienste des Roten Kreuzes

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150418&seite=6&zoom=33&query=%22verwundetenf%C3%BCrsorge%22&ref=anno-search

Dezember 1915 Ein neues, einfaches Verfahren zur genauen Bestimmung von Geschossen im Körper

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19151206&query=%22dr+wilhelm+klein%22&ref=anno-search&seite=4

April 1922 Von der deutschen Universität

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19220416&query=%22w+klein%22&ref=anno-search&seite=5

Text: Reinhard Mundschütz

Folge 8.5.2 – Ärztinnen und Ärzte–>05.02.2018

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

Robert KÖHLER (1884-1955): Vertrieben 1938 [63]

VERTRIEBEN 1938 [63] UPDATE

Robert KÖHLER (1884-1955)

    1. * 16.12.1884 Wien
    1. + 24.05.1955 New York City, New York (USA)
    1938 im Lehrkörper der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, Fach: Geburtshilfe und Gynäkologie

Biographische Informationen zu Robert KÖHLER (PDF) im Repositorium der Ub Med Uni Wien. – Auszug aus: Judith Bauer-Merinsky: Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die medizinische Fakultät der Universität Wien im Jahre 1938:Biographien entlassener Professoren und Dozenten. Wien: Diss., 1980, S. 131-132.
Robert KÖHLER (1884-1955): Vertrieben 1938 [63] weiterlesen

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [53]: Georg Mojsisovics von Mojsvár – Exlibris „Chirurgische Lesegesellschaft Dr. Mojsisovics“

Georg Mojsisovics von Mojsvár – Exlibris „Chirurgische Lesegesellschaft Dr. Mojsisovics“

Text: Dr. Walter Mentzel

Georg Mojsisovics von Mojsvár wurde am 20. April 1799 in Ivankofalva, im ungarischen Komitat Thurócz (heute: Ivančiná/Slowakei), als Sohn eines evangelischen Pastors geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Neusohl (heute: Banská Bystrica) und später in Schemnitz (heute: Banská Štiavnica) begann er, um dem Wunsch seines Vaters zu folgen und den Beruf eines Theologen zu ergreifen, mit philosophisch-juridischen Studien in Schemnitz und danach in Pressburg (heute: Bratislava). Sein naturwissenschaftliches Interesse führte ihn jedoch bereits 1820 zum Studium der Medizin nach Pest (Budapest) und 1824 nach Wien, wo er die sogenannten „praktischen Studienjahre“ absolvierte. Zu seinen fördernden Lehrern zählte der Chirurg und Professor am „Operateur-Institut“ (I. chirurgische Klinik) am Wiener AKH, Joseph Wattmann (1789-1866), der als Pionier und Vorreiter der plastischen Chirurgie gilt, sowie nach Abschluss seines Studiums der Leibarzt von Kaiser Franz I (1768-1835), Freiherr Andreas Joseph von Stifft (1760-1836). 1826 promovierte Mojsisovics in Wien an der Medizinischen Fakultät. Seine Dissertation findet sich heute an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Mojsisovics, Georg: Dissertatio Inauguralis Medico-Pharmacologica Sistens Actionem Et Ususm Therapevticum Balneorum Simplicium Tepidorum Quam Nutu Et Auctoritate Illustrissimi Ac Magnifici Domini Praesidis Et Directoris Perillustris Ac Spectabilis Domini Decani Nec Non Clarissimorum D. D. Professorum Pro Doctoris Medici Laurea Rite Obtinenda In Antiquissima Ac Celeberrima Universitate Vindobonensi Publicae Et Benevolae Disquisitoni Submittit Georgius Moj’sisovits, Hungarus Juancofalua Thurocziensis. In Theses calci adnexas disputabitur in Universitatis Aedibus die 8. Mensis Aprilis MDCCCXXVI. Wien: Typis Congregationis Mechitaristicae [1826].

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Medizinhistorische Dissertationen, Sign.: D4151]

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Abb. 1    Mojsisovics: […]Actionem Et Ususm Therapevticum Balneorum Simplicium Tepidorum […]. Wien: 1826.

Mojsisovics kehrte nach Beendigung seines Studiums nach Pest zurück, führte hier eine Privatpraxis und unterstütze finanziell seine Eltern. Schon wenige Monate später nahm er aber in Wien seine universitäre Laufbahn als Assistent bei Joseph Wattmann am „Operateur-Institut“ wieder auf und erhielt 1828 den Titel „Doktor der Chirurgie“. Nach seiner Ernennung zum Primararzt arbeitete er ab Oktober 1832 an der chirurgisch-ophthalmologischen Abteilung am Wiener Allgemeinen Krankenhaus und daneben von 1833 bis 1837 als Gerichtsarzt in Wien. Mojsisovics war Mitglied mehrerer nationaler wie internationaler wissenschaftlicher Vereinigungen und publizierte seine Studien in zahlreichen wissenschaftlichen Journalen. Auf seinem Spezialgebiet der Chirurgie – der Behandlung von Knochenbrüchen – entwickelte Mojsisovics eine Methode, Oberschenkelbrüche ohne Verkürzungen zu behandeln („Äquilibrialmethode“), die von ihm in seinem Hauptwerk 1842 ausführlich beschrieben wurde:

Mojsisovics, Georg: Darstellung der Aequilibrial-Methode zur sicheren Heilung der Oberschenkelbrüche ohne Verkürzung. Mit 4 Steindrucktafeln. Wien: Im Verlage von Braumüller und Seidel 1842.

 

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 29302]

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Eine zweite Auflage unter gleichnamigen Titel erschien: Wien: Wilhelm Braumüller, k.k. Hofbuchhändler 1851.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 29197]

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Abb. 2    Titelblatt: Mojsisovics: Darstellung der Aequilibrial-Methode […]. Wien: 1842.

Das Exemplar der Erstauflage des Werkes in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin stammt aus der Bibliothek des ehemaligen „Doctoren-Collegiums“. Es enthält folgende Widmung an Ludwig Türkheim (1777-1846): „Seiner Hochgeboren/dem/Herrn Ludwig Freiherrn von Türkheim/Ritter des k. ung. S. Stephan Ordens,/k. k. wirklichem Hofrathe &c. &c./mit/tiefer Erhfurcht/vom Verfasser“. Ludwig Türkheim war Beisitzer und Referent der k. k. Studien-Hofkommission und Central-Organisierungs-Hofkommission, Vizedirektor des medizinisch-chirurgischen Studiums und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften. Er war im Vormärz in Wien ein bedeutender Reformer der medizinischen Forschung und Lehre und schuf an der Fakultät eine Reihe neuer Kliniken und Lehrstühle.

Abb. 3    Tafel III: Mojsisovics: Darstellung der Aequilibrial-Methode […]. Wien: 1842.

Weiters beschäftigte er sich mit den Behandlungsmethoden der Syphilis und die Arzneiwirkungen des Jod.

Mojsisovics, Georg: Über die Bereitung der Kuh- und Schafmolke und ihren medizinischen Gebrauch. Wien: typ. Della Torre 1852.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 14060/2]

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Darüber hinaus befasste er sich – auch publizistisch – mit den Nutzungs- und Verbesserungsmöglichkeiten von Heilquellen – darunter vor allem mit jenen in Ungarn in Sziácser, Sliac, Füred und Pistyan aber auch mit jenen u.a. in Ischl, Karlsbad (heute: Karlovy Vary) und Gastein. Weiters setzte er Initiativen zur Einführung des Turnunterrichts und der Nutzung der Heilgymnastik. 1858 wurde Mojsisovics aufgrund seiner Leistungen im Wiener AKH in den Adelstand erhoben und trug fortan den Titel „Edler von“. Anlässlich seines Todes am 10. März 1861 in Wien erschien ein von seinem Schüler und Chirurgen, Josef Gruber (1827-1900), in der Wiener Medizinischen Wochenschrift verfasster Nachruf.

Gruber, Josef: Georg Mojsisovics Edler von Mojsvár. In: Wiener Medizinischen Wochenschrift. (11) 1861. Sp. 187-189.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: Z10002/11]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8578294&pos=0&phys=

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1861&page=100&size=68

Mojsisovics war während seiner Tätigkeit im Wiener allgemeinen Krankenhaus Initiator einer nach ihm benannten „Chirurgische Lesegesellschaft Dr. Mojsisovics“, – die den historischen Kern des Bibliotheksbestandes der I. chirurgischen Klinik darstellen dürfte – und deren ursprünglichen Existenz heute nur mehr die Exlibris in einzelnen Büchern bezeugen.

Abb. 4    Stempel: Chirurgische Lesegesellschaft Dr. Mojsisovics.

Ein Exlibris aus dieser nicht mehr existierenden Bibliothek findet sich in einem Buch an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Blumenbach, Johann Friedrich: D. Joh. Friedr. Blumenbachs der Med. Prof. ord. zu Göttingen Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. Göttingen: bey Johann Christian Dieterich 1786.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB619]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6172757

Sein erster Sohn Johann August Edmund Mojsisovics (1839-1907) war Geologe, Paläontologe und Alpinist (Gründungsmitglied des Österreichischen Alpenvereins), sein zweiter Sohn. August (1848-1897) war Mediziner und Zoologe.

Quelle:

Gruber, Josef: Georg Mojsisovics Edler von Mojsvár. In: Wiener Medizinischen Wochenschrift. (11) 1861. Sp. 187-189.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [52]: Fischer, Isidor: Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien 1837-1937

Fischer, Isidor: Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien 1837-1937. Mit 14 Abbildungen im Text. Wien: Verlag von Julius Springer 1938.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 9920]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Isidor Fischer

Isidor Fischer (*20.09.1868 Wien, gest. 13.01.1943 Bristol), dessen Geburtstag sich heuer zum 150. Mal und dessen Todestag sich am 13. Jänner 2018 zum 75. Mal jährt, zählt neben Max Neuburger (1868-1955), zu den bedeutendsten österreichischen Medizinhistorikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1868 als Sohn des aus Triesch/Iglau in Mähren (heute: Třešt/Jihlava) stammenden Pädagogen Albert Fischer (1830-1913) in Wien geboren. Er besuchte das Rainer-Realgymnasium in Wien-Margareten und begann 1886 mit dem Studium der Medizin an der Universität Wien, das er 1892 mit seiner Promotion abschloss. Danach arbeitete er als Sekundararzt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und bildete sich an der I. Universitätsfrauenklinik unter Rudolf Chrobak (1843-1910) zum Facharzt für Gynäkologie aus. Fischer ließ sich anschließend als Frauenarzt nieder und war von 1896 bis 1921 Direktor eines Ambulatoriums des Frauenkrankeninstituts „Charité“ in Wien. Isidor Fischer beschäftigte sich schon früh mit der Geschichte seines Faches und publizierte 1909 ein grundlegendes historisches Übersichtswerk zur Gynäkologie:

Fischer, Isidor: Geschichte der Geburtshilfe in Wien. Leipzig und Wien: Deuticke 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 1140]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8568384#

Abb. 2    Fischer: Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien 1837-1937. […] Wien: 1938. S. 109.

Auf Anregung von Max Neuburger habilitierte er sich 1914 für das Fach Geschichte und verlegte seinen Arbeitsschwerpunkt zusehends auf die Medizingeschichte und seine publizistischen Tätigkeiten. Von 1921 bis 1938 war er der Bibliothekar der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Die historischen Bestände dieser größten außeruniversitären medizinischen Bibliothek Österreichs befinden sich heute größtenteils als Gesellschaft der Ärzte Bibliothek in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin im Josephinum. Isidor Fischer war jahrelang Gast der Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften und der internationalen Kongresse für Medizingeschichte. Neben zahlreichen Publikationen zur Medizingeschichte gilt sein 1932/33 erschienenes zweibändiges Lexikon, das bis heute ein unverzichtbares Hilfsmittel für MedizinhistorikerInnen darstellt, als sein Hauptwerk:

Fischer, Isidor: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. München: Urban & Schwarzenberg 1932-1933.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: K8643]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at/

Bei seinem letzten in Österreich erschienenen Werk über die Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien durfte er nicht mehr als Autor in Erscheinung treten. Isidor Fischer war jüdischer Herkunft und flüchtete 1938 vor den Nationalsozialisten aus Österreich. „Als 1938 nach jahrelanger Vorarbeit seine Festschrift ,Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien 1837-1937‘ in Druck ging, durfte sein Name auf Anordnung der Nationalsozialisten schon nicht mehr auf dem Titelblatt erscheinen. Am 23. April 1938 – vier Wochen nach dem Einmarsch der Deutschen – aller seiner Ämter und Verdienstmöglichkeiten beraubt, emigrierte F[ischer, Anm.] (verheiratet seit 1899; Vater dreier Kinder) im September 1938 zusammen mit seiner Frau Marianne, geb. Baum, nach England.“[1] Isidor Fischer verstarb 1943 völlig verarmt in seinem Exil in Bristol. Siehe dazu auch die Sonderblog-Serie „Vertrieben 1938“ auf der Homepage der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien.

Quellen:

Fischer, Isidor. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Bände III-IV: Nachträge und Ergänzungen. Dritter Band Aba-Kom. Hildesheim, Zürich und New York: Georg Olms Verlag 2002. S. 415-416.

Fischer, Isidor. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. 1 A-Q. München: K.G. Saur 2002. S.175.

Schaller, Anton und Helmut Wyklicky: 100 Jahre Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Österreich 1887-1987. Aus der Geschichte der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. In: Wiener klinische Wochenschrift. (100/5) 1988. S. 121-130.

[1] Fischer, Isidor. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Bände III-IV: Nachträge und Ergänzungen. Dritter Band Aba-Kom. Hildesheim, Zürich und New York: Georg Olms Verlag 2002. S. 415.

Sonderblog-Serie „Vertrieben 1938“

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [49]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.4.2 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.4.2 – Ärztinnen und Ärzte  

Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

H (2.Teil)

HELLER, Anton

Geboren 1869, heimatzuständig in Prag, studierte er Medizin an der deutschen Universität in Prag, wo er 1894 promovierte.

Vor Kriegsbeginn mit eigener Zahnarztordination in Prag, war er ab 30. Juni 1915 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig.

  1. Februar 1895 Anzeige Ordination Eröffnung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=18950223&query=%22dr+anton+heller%22&ref=anno-search&seite=13

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=18950219&query=%22dr+anton+heller%22&ref=anno-search&seite=6

  1. Oktober 1901 Verlobung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19011030&query=%22dr+anton+heller%22&ref=anno-search&seite=4

  1. November 1902 Geburt eines Sohnes

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19021109&query=%22dr+anton+heller%22&ref=anno-search&seite=6

Publikation „Die geschichtliche Entwicklung des Zahnersatzes“ IN: Österreichische Zeitschrift für Stomatologie 1907

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19070310&query=%22dr+anton+heller%22&ref=anno-search&seite=42

  1. Februar 1911 tätig für Verein zur Ausspeisung mittelloser israelitischer Mädchen in Prag

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19110205&query=%22anton+heller%22&ref=anno-search&seite=7

HELLER, Erwin

Er wurde 1867 in Pilsen https://de.wikipedia.org/wiki/Pilsen geboren, und studierte Medizin an der deutschen Universität in Prag, wo er am 18. Jänner 1895 promovierte.

Er war, bevor er sich in Pilsen als praktischer Arzt am 1. Oktober 1896 niederließ, „gewesener Externarzt des k. k. allgemeinen Krankenhauses und des Kinderspitals in Prag, sowie der Universitäts-Frauen-Poliklinik in Berlin.“

Im Ersten Weltkrieg zum Militärdienst herangezogen, war er vom 11. Mai 1916 bis 1. Dezember 1916 „im Felde am russischen Kriegsschauplatz“. Im November 1916 wurde er zum Landsturmoberarzt ernannt. 

Im Jänner 1918 wurde er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zugeteilt, wo er in der 5. Abteilung/Sektion eingesetzt wurde.

Auf sein Ansuchen hin wurde Heller bereits Ende März 1918 dem Militärkommando in Prag für eine „Einteilung in Pilsen“ zugewiesen.

Er war bis zu seinem Tod Mitglied des Bezirksvereines deutscher Ärzte in Pilsen.

Zu seiner Person:

  1. Juli 1902 Unfall

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19020716&query=%22erwin+heller%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Dezember 1906 Aus dem Fenster gestürzt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19061221&query=%22erwin+heller%22&ref=anno-search&seite=3

  1. November 1907 Belobende Anerkennung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19071101&query=%22erwin+heller%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Jänner 1910 Tod des Schwiegervaters Dr. Samuel Schwarzkopf

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19100107&seite=3&zoom=33&query=%22erwin%2Bheller%22&ref=anno-search

  1. Oktober 1911 Tod der Mutter

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19111004&query=%22erwin+heller%22&ref=anno-search&seite=2

HELLER, Robert

Geboren am 31. Oktober 1876 in Jitschin https://de.wikipedia.org/wiki/Ji%C4%8D%C3%ADn /gestorben am 11. November 1930.

In seinem Ansuchen um Anstellung im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz Ende 1916 schrieb er in seinem Lebenslauf, dass …“er am deutschen Staatsgymnasium in Prag-Altstadt 1896 die Maturitätsprüfung (=Matura) abgelegt [hat], [daraufhin] an der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag sechs Semester Medizin, hierauf nach Ablegung des ersten medizinischen Rigorosums Mathematik und Physik [studierte]. An der gleichen Universität war er durch zwei Jahre als ‚wissenschaftliche Hilfskraft‘ am Institut für theoretische Physik beschäftigt. Später ging er in die Schweiz, wo er an der Zürcher Universität zum Doktor der Philosophie und hernach zum Doktor der Medizin promoviert wurde und die Schweizer Staatsangehörigkeit annahm.

Vom Sommer 1911 bis 1. April 1916 war er als Assistent am gerichtlich-medizinischen Institut der Universität Zürich tätig, dessen selbständige Leitung er während der Erkrankung des Institutsvorstandes Professor Dr. [Heinrich] Zangger https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Zangger zwei Jahre hindurch (1913/1914) innehatte.

Auf wissenschaftlichem Gebiete hat [er] nachstehende Arbeiten veröffentlicht:

1) Beitrag zur Kenntnis der Wirkung elektrischer Ströme auf Mikroorganismen [IN: Österreichische botanische Zeitschrift 1897, Nr. 8]

2) Die Caissonkrankheit. (Eine Monographie) [= Gerichtlich medizinische Dissertation Zürich 1912]

3) Untersuchungen über die Gesammtform

4) Eine neue optische Methode zur Auffindung von Spermaspuren. [1915]

5) Grundzüge einer physiologischen Theorie der psychischen Invarianten [IN:  Pflügers Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere, 1915, Heft 7/8, S. 487]

6) Die Fluoreszenz der Haemoglobinderivate und ihre Bedeutung für den forensischen Blutnachweis [IN: Vierteljahrsschrift für gerichtliche Medizin und öffentliches Sanitätswesen, Vol. 51, Heft 3, 1916, S. 219]  

7) Die Fluoreszenz der Alkaloide und ihre Anwendung bei toxikologischen Untersuchungen [IN: Internationale Zeitschrift für physikalische Chemie und Biologie, Vol. 2, 1910, S. 397]

8) Registrierung tachographischer Kurven mit Hilfe des Saitengalvanometers [IN: Pflügers Archiv, Vol. 163, 1913, S. 71-74]

9) Über die Verkennung von Kohlenoxydvergiftungen [IN: Prager medizinische Wochenschrift, Nr. 50, 1914, S.597-598]

10) Instrument zur hygienisch einwandfreien Entnahme kleinster Blutmengen aus dem Körper von Menschen und Tieren (Patentschrift)

Ausser diesen bereits publizierten Arbeiten sind nachfolgende Arbeiten experimentell vollständig abgeschlossen und gelangen in der nächsten Zeit zur Veröffentlichung:

1) Spektrographische Untersuchungen über das Hämoglobin und Hämatoporphyrin

2) Über die Grenzen des forensischen Blutnachweises

3) Das Hämatoporphyrin als Hautpigment von Tieren

4) Über die chemischen Ursachen der Lumineszenz leuchtender Organismen

5) Beziehungen zwischen Phosphoreszenz und Konstitution organischer Bestimmungen

 Der Unterzeichnete ist am 10. April 1916 aus Zürich nach Österreich übersiedelt und war bis 9. November 1916 in Prag mit der Nostrifikation seines medizinischen Doktorstudiums beschäftigt.

Am 8. November 1916 wurde er an der deutschen k. k. Karl-Ferdinands-Universität in Prag zum Doktor der Medizin promoviert.“

Danach suchte er um eine Stelle im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz an.

Sein Ansuchen wurde bewilligt und ihm wurde „nebst der Unterkunft ein Honorar von zwanzig Kronen täglich auf die Dauer seiner Verwendung“ zugestanden.

Am 1. Jänner 1917 trat er seinen Dienst im Reservespital Nr. 2 als „Schweizer Staatsangehöriger“ an und verbleib hier bis zum Kriegsende.

Seit 1910 war er verheiratet mit Dr. med. Est(h)er CHAZREWIN(A) (siehe „1. Weltkrieg & Medizin“ [44]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.1 – Ärztinnen und Ärzte); er war ein Freund von Albert Einstein https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein

Zu seiner Person siehe auch:

  1. November 1930 Sterbeanzeige

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19301115&query=%22dr+robert+heller%22&ref=anno-search&seite=3

HELLER, Rudolf

Er wurde geboren 1866 in Jeschin, im politischen Bezirk Schlan https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Schlan.

Nach seinem Medizinstudium ließ er sich in Prag nieder, wo er vor dem Krieg in der Gemeinde Königliche Weinberge https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_K%C3%B6nigliche_Weinberge eine Ordination als praktischer Arzt betrieb.

Nach Kriegsbeginn war er seit 27. August 1915 bis (zumindest) zur Übergabe des Kriegsspitals/Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz an die Heeresverwaltung in der zweiten Hälfte des Jahres 1916 tätig.

Siehe auch:

  1. Februar 1892 Verlobung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=18920204&query=%22rudolf+heller%22&ref=anno-search&seite=6

  1. Juni 1895 niedergelassen in Kgl. Weinberge

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=18950617&query=%22rudolf+heller%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Dezember 1917 Tod seines Sohnes

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19171210&query=%22rudolf+heller%22&ref=anno-search&seite=2

  1. Dezember 1917 Begräbnis des gefallenen Sohnes

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19171213&query=%22rudolf+heller%22&ref=anno-search&seite=3

HERŠMAN, Victor/Viktor

Er wurde 1878 geboren und war heimatzuständig nach Nebužel bei Mělník https://de.wikipedia.org/wiki/M%C4%9Bln%C3%ADk.

Vor dem Krieg war er praktischer Arzt in Dolau bei Olmütz.

Seit 20. Mai 1910 hatte er seine Praxis krankheitshalber nicht mehr ausgeübt.

Er arbeitete im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz seit 10. Jänner 1915.

Ab Jänner 1917 war er dann dem Reservespital in Turnau zugeteilt. https://de.wikipedia.org/wiki/Turnov

HIRSCH, Ernst

Geboren 1884 und heimatzuständig nach Karlsbad, studierte er Medizin an der deutschen Universität in Prag, wo er auch am 26. November 1909 promovierte.

1911 war er “Operationszögling“ der deutschen chirurgischen Klinik in Prag.

Am 10. November 1914 war er am Handelsspital in Prag tätig.http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19141110&seite=21&zoom=33&query=%22ernst%2Bhirsch%22&provider=P02&ref=anno-search.

Am 21. April 1916 wurde er von der Beobachtungsstation Chrudim  https://de.wikipedia.org/wiki/Chrudim nach Pardubitz ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 versetzt.

Hier war er als Chirurg und auch als Internist in der 5. Abteilung/Sektion – auch noch im Jahr 1917 – tätig.

Publikation: Blutzuckeruntersuchungen bei Diabetes mellitus (Aus dem Prager Handelsspital. [Direktor: Prof. Dr. E. Münzer]) IN: Archiv für Verdauungskrankheiten 1918;Band 24, S. 441–451

HLAVA, Jaroslav

Geboren in Unter-Kralowitz 1855 https://de.wikipedia.org/wiki/Doln%C3%AD_Kralovice.

Er promovierte am 24. Dezember 1879 an der böhmischen Universität in Prag im Fach Medizin.

1883 erhielt er seine Zulassung als Privatdozent für pathologische Anatomie.

1884 wurde er zum außerordentlichen Professor der pathologischen Anatomie ernannt; 3 Jahre später zum ordentlichen Professor

Bald nach Kriegsausbruch übernahm er die Leitung des bakteriologischen Laboratoriums im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, die er mit Übernahme des Spitals am 1. August 1916 abgeben musste, trotzdem er in einem Brief vom 6. August 1916 an den Generalstabsarzt Dr. Kunz in Wien um Belassung auf seinem Posten ersuchte.

Darin schrieb er folgendes:

„ Nachdem am 1. August [1916] die bakteriologische Abteilung des Pardubitzer Barackenspitals in militärische Verwaltung übernommen wurde, hört die Oberleitung dieses Institutes, die mir vertraut war, auf. Es wäre mir aber lieb, wenn mir die Inspektion dieses von mir kreierten Institutes … [unleserlich] überlassen würde, damit ich einerseits dem dort sezierenden Arzte eine Stütze sein könnte und anderseits damit ich meine Studien über Infektionskrankheiten dort weiter treiben könnte.

Es ist selbstverständlich, daß ich meine Dienste ohne jedwede Honorierung anbiete – nur sachliches Interesse führt mich dazu ebenso wie ich nur aus sachlichem Interesse die Sektionen und bakteriologischen Untersuchungen einiger Prager Militärspitäler schon das dritte Jahre ausführe.“

Die Antwort aus Wien war kurz und knapp:

 „Mit Beziehung auf das Schreiben vom 6 August dieses Jahres erlaubt sich das Kriegsministerium Eure H. für die Bereitwilligkeit, ihre Kraft dem bakteriologischen Laboratorium im Reservespital in Pardubitz auch weiter widmen zu wollen, den besten Dank auszudrücken.

Das Militärkommando in Leitmeritz wird … angewiesen, sich fallweise an E. H. zu wenden, wenn fachliche Fragen ihre konsiliare Mitwirkung nötig machen.“  

Weitere biographische Daten:

http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_H/Hlava_Jaroslav_1855_1924.xml

  1. Dezember 1883 Zulassung als Privatdozent für pathologische Anatomie

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=18831223&query=%22dr+jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=3

  1. September 1884 Ernennung zum außerordentlichen Professor der pathologischen Anatomie

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18840919&query=%22dr+jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=1

  1. Mai 1887 Herr Uplavici

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mbb&datum=18870516&query=%22prof+hlava%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Oktober 1887 zum ordentlichen Professor der pathologischen Anatomie an der böhmischen Universität in Prag ernannt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=18871019&query=%22jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Juni 1902 Das Mundwasser im Lichte wissenschaftlicher Kritik

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tsa&datum=19020604&query=%22prof+hlava%22&ref=anno-search&seite=8

  1. Juni 1910 Robert Koch und Hofrat Pick

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19100620&query=%22hofrat+hlava%22&ref=anno-search&seite=2

  1. Jänner 1911 Zwei neue Aktiengesellschaften in Prag

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19110131&query=%22jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=31

  1. Dezember 1912 Neue Mitglieder des Obersten Sanitätsrates in Prag

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19121230&query=%22jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Juni 1913 Österreichische Gesellschaft für Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=19130611&query=%22hofrat+hlava%22&ref=anno-search&seite=6

  1. Mai 1914 Verhängnisvolle Versuche mit Blatternserum

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vvf&datum=19140516&query=%22prof+hlava%22&ref=anno-search&seite=5

  1. März 1916 Ernennung zum obersten Sanitätsrat

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19160321&query=%22dr+jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=4

  1. November 1924 Todesanzeige

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19241104&query=%22jaroslav+hlava%22&ref=anno-search&seite=5

HOCH, Otto

Geboren 1879, studierte er Medizin in Prag und promovierte hier 1906. Anschließend leistete er einen Teil seiner militärischen Dienstpflicht 1906/1907 im Garnisonsspital Nr. 2 in Wien.

Später bekam er dann eine Stelle in der Poliklinik in Wien und eröffnete – nachdem er sich als Spezialist für „Haut- und Harnkrankheiten“ einen Namen gemacht hatte – noch vor Ende des Krieges eine Ordination in Wien. Er war auch Mitglied der Wiener dermatologischen Gesellschaft.

Im Krieg zur Armee eingezogen, wurde er im Range eines Landsturmoberarztes dem mobilen Reservespital 2/2 (Einsatz in Galizien und Wolhynien 1915/1916) zugeteilt, wo er bis Ende des Jahres 1916 verblieb.

1917/18 ist er dann als „diensttauglich für eine Sanitätsanstalt im Hinterlande“ in der 2. Abteilung/Sektion des Kriegsspitals/Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz tätig.

Weiteres zu seiner Person:

  1. Februar 1908 Verlobungsanzeige

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19080223&seite=5&zoom=33&query=%22otto%2Bhoch%22&provider=P03&ref=anno-search

1913: Artikel „Mitteilungen über Gonorrhoe“ zusammen mit Alfred Brandweiner (1875-1932, Dermatologe, Abteilungsvorstand der Wiener Allgemeinen Poliklinik).

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8438152&pos=12&phys=

  1. August 1915 …“für tapferes Verhalten vor dem Feinde“…beim mobilen Reservespital 2/2

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fdb&datum=19150830&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=7

  1. Juli 1921 Vortrag: „Wesen der Geschlechtskrankheiten und Schutz vor diesen“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19210703&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=11

  1. Februar 1922 Vortrag: „Sexuelle Hygiene“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19220217&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=9

  1. August 1923 wieder Ordination – vom Urlaub zurück

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19230811&query=%22dr+otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=9

  1. April 1929 Vortrag: „Geschlechtskrankheiten (mit Lichtbildern)“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19290414&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=16

  1. April 1929 Vortrag: „Die sexuelle Not“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19290416&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=10

  1. Juni 1929 Vortrag: „Geschlechtskrankheiten (mit Lichtbildern)“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19290623&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=16

  1. Dezember 1929 Lichtbildervortrag: „Geschlechtskrankheiten“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19291205&query=%22otto+hoch%22&ref=anno-search&seite=10

HYNEK, Paul

Geboren 1888.

Er arbeitete im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz seit November 1915.

Mit Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung wurde er – als „russophil“ https://de.wikipedia.org/wiki/Russophilie eingestuft – entlassen.

HYNEK, Rudolf

Geboren 1881, war er nach seinem Medizinstudium bis Kriegsbeginn Kurarzt in Grado (Hotel „Lacroma“).

Er war „im Felde vom 1. Februar 1916 bis 20. Mai 1918“, und wurde anschließend nach Pardubitz ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 versetzt.

Am Ende des Krieges war er bis 2. 11. 1918 „krankheitshalber beurlaubt.“

 März 1911 Tschechen an der Adria

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19110325&query=%22dr+r+hynek%22&ref=anno-search&seite=5

  1. Mai 1911 Anzeige (in tschechischer Sprache)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=cdb&datum=19110520&query=%22dr+r+hynek%22&ref=anno-search&seite=8

Text: Reinhard Mundschütz

Folge 8.4.1

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

„1. Weltkrieg & Medizin“ [48]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.4.1 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.4.1 – Ärztinnen und Ärzte  

Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

G – H (1.Teil)

GALA, Johann

Geboren 1885.

Er diente im Range eines Assistenzarzt-Stellvertreters vor dem Krieg im Garnisonsspital Nr. 11 in Prag und wurde im Mai 1912 zum Infanterieregiment Nr. 3 versetzt https://de.wikipedia.org/wiki/K.u.k._Infanterieregiment_%E2%80%9EErzherzog_Karl%E2%80%9C_Nr._3. Ende 1913 war er Arzt in der Stadt Podiebrad https://de.wikipedia.org/wiki/Pod%C4%9Bbrady.

Nach Kriegsbeginn wurde er Anfang August 1914 außer Dienst gestellt und dem Korpskommando Nr. 9 in Leitmeritz (als Oberstabsarzt der Reserve) „zur Verwendung bei stabilen Sanitätsanstalten im Mobilisierungsfall“ zur Verfügung gestellt.

  1. August 1914 Außer Dienst werden versetzt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19140826&query=%22johann+gala%22&ref=anno-search&seite=5

Nach Übernahme des Kriegsspitals/Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz in der zweiten Hälfte des Jahres 1916 war er dem Spital kurze Zeit dienstzugeteilt. 

GASSAUER, Ferdinand

Geboren 1881 in Weschitz (Běšice)  https://www.heimatkreis-kaaden.de/weschitz.htm.

Er promovierte an der deutschen Universität in Prag am 13. Juli 1910 und war vor Kriegsbeginn Badearzt in Karlsbad https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbad.

1913 war er im Kaiser-Franz-Josef-Hospital in Karlsbad   https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbad angestellt.

Im Range eines Landsturmassistenzarztes war er zumindest seit Ende 1917 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig.

  1. Juli 1917 Kriegsbeförderungen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19170703&seite=4&zoom=33&query=%22ferdinand%2Bgassauer%22&provider=P02&ref=anno-search

GELLER, Jakob

Geboren 1872 in Fokschan/Rumänien https://de.wikipedia.org/wiki/Foc%C8%99ani.

Er studierte an der Universität in Wien Medizin und promovierte hier am 16. Juni 1899. Vor dem Kriege war er praktischer Arzt in Sadagora/Bukowina https://de.wikipedia.org/wiki/Sadhora.

Er war dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz seit 15. Juli 1915 als „Okulist“ (altes Wort für Augenarzt) zugeteilt und arbeitete in der 1. Abteilung/Sektion.

 

  1. Dezember 1903 im Hotel „Zum Schwarzen Adler“ in Czernowitz gemeldet; aus Fokschani

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=cer&datum=19031231&query=%22jakob+geller%22&ref=anno-search&seite=5

Nach dem Krieg war er als praktischer Arzt im neunten Bezirk in Wien, Mariannengasse 25, gemeldet (Lehmanns Anzeiger 1919).

GLASER, Heinrich

Geboren 1869 in Wigstadtl/Wegstädtl https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%ADtkove

Er diente vor dem Krieg im Infanterieregiment Nr. 90, wo er auch im Oktober 1900 zum Regimentsarzt 2. Klasse befördert worden war. In seiner Heimatstadt war er vor dem Krieg Fabriksarzt.

Er dürfte im letzten Kriegsjahr 1918 nach einer „Felddienstverwendung“ vom 6. Jänner 1918 bis April 1918 dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zugeteilt gewesen sein, da sein Name im Oktober 1918 im Verzeichnis der hier zugeteilten Ärzte als „krankheitshalber beurlaubt“ angeführt wird.

  1. Juni 1916 Kriegstrauung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19160613&query=%22dr+heinrich+glaser%22&ref=anno-search&seite=14

GÖTTE, Christian Adriaan

Er war holländischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Haarlem https://de.wikipedia.org/wiki/Haarlem, hatte in Leiden https://de.wikipedia.org/wiki/Leiden_(Stadt)     Medizin studiert und 1910 hier promoviert. Er spezialisierte sich auf das Fach Gynäkologie und galt als guter „Gynäkologie-Chirurg“.

Er bat in einem an Professor Anton Eiselsberg         https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_von_Eiselsberg  1916 gerichteten Brief um die Zuteilung als chirurgischer Assistent im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz.

Mitte März 1917 trat er dann seinen Dienst in der 5. Abteilung/Sektion an.

Sein Aufenthalt war jedoch nur von kurzer Dauer; am 12. Juni 1917 bat er das Kriegsministerium in Wien „um seine Entlassung aus [dem] Dienstverhältnisse mit 1. Juli 1917, da er in Existenzangelegenheiten dringend in seine Heimat zurückkehren muss.“

GOLDFELD, Johann

Geboren 1865 in Stanislau   https://de.wikipedia.org/wiki/Iwano-Frankiwsk, studierte er in Graz Medizin, wo er auch 1891 promovierte.

Von 1891 bis 1895 war er dann an der Kinderklinik in Graz beziehungsweise im Krankenhaus Rudolfstiftung in Wien tätig.

1895 ließ er sich dann in Czernowitz/Bukowina nieder und eröffnete hier eine Praxis. Bald hatte er in seiner Ordination einen „transportablen“ Röntgenapparat zur Verfügung und hielt nicht nur in Czernowitz „populäre“ Vorträge über den Einsatz der Röntgenstrahlen in der medizinischen Diagnostik.

Bei Ausbruch des Krieges verlegte er im August 1914 sein Röntgeninstitut ins Landwehrspital in der Landwehrkaserne in Czernowitz.

Die Russen, die bald darauf die Stadt besetzten, zwangen ihn nach Westen zu flüchten.

Im September 1915 finden wir ihn in Mährisch Weisskirchen    https://de.wikipedia.org/wiki/Hranice_na_Morav%C4%9B.

Im Jahr 1916 war er dann im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig. 

  1. November 1895 Anzeige neuer Arzt in Czernowitz

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=18951110&query=%22dr+johann+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Mai 1898 Studium der Diagnostik mittels Röntgenstrahlen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=18980526&query=%22dr+johann+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Juni 1898 Der transparente Mensch

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bur&datum=18980626&query=%22dr+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Jänner 1899 Der Röntgenapparat transportabel

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bur&datum=18990114&seite=3&zoom=33&query=%22johann%2Bgoldfeld%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. Dezember 1899 Die Volksuniversität in Galizien

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=18991212&query=%22dr+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Mai 1899 Tod der Mutter

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=18990525&query=%22dr+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=3

  1. März 1901 Vortrag „Über die neuesten Fortschritte der Medizin“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=19010310&query=%22dr+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=5

1901 Vortrag „Simulation und Unfall“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=19011128&query=%22dr+johann+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=1

  1. August 1914 Zivilarzt Dr. Goldfeld hat sein Röntgeninstitut ins Landwehrspital verlegt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=cer&datum=19140827&query=%22dr+goldfeld%22&ref=anno-search&seite=5

  1. September 1915 Für die ärztlichen Lesezimmer im Allgemeinen Krankenhausein Wien: er spendet für Guido Holzknecht https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Holzknecht zwanzig Kronen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19150916&seite=7&zoom=33&query=%22johann%2Bgoldfeld%22&provider=P02&ref=anno-search

HAVELKA, Franz

Geboren am 20. Dezember 1869 in Volanic/Bezirk Neubidschow https://de.wikipedia.org/wiki/Nov%C3%BD_Byd%C5%BEov in Böhmen.

Er studierte an der böhmischen Universität in Prag Medizin, wo er auch promovierte. Seit 1906 verheiratet, wurde er 1910 Vater einer Tochter.

Er schlug die Karriere eines Truppenarztes ein und diente vor dem Krieg in folgenden Garnisonen:

1896 Garnisonspital Nr. 3 in Przemysl

https://de.wikipedia.org/wiki/Przemy%C5%9Bl

1897 – 1907 Ulanenregiment Nr. 6 (u. a. in Rzeszow https://de.wikipedia.org/wiki/Rzesz%C3%B3w und

Debica https://de.wikipedia.org/wiki/D%C4%99bica 

Seit 1. März 1910 war er Chefarzt des Infanterieregiments Nr. 94 und Abteilungschefarzt im Truppenspitale in Reichenberg https://de.wikipedia.org/wiki/Liberec.

Nach Kriegsbeginn war er „im Felde“ vom 28. Juli 1914 bis 25. Juni 1918 (mit einer Unterbrechung von Oktober 1914 bis Mitte Jänner 1915 infolge Verletzung: Splitterbruch des linken Unterschenkels).

Anschließend wurde er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zur Dienstleistung zugewiesen.

HAŠKOVEC, Ladislav/Ladislaus

  1. Mai 1866 in Bechin https://de.wikipedia.org/wiki/Bechyn%C4%9B, Böhmen; gestorben am 16. Januar 1944 in Prag

Er studierte Medizin an der böhmischen Universität in Prag, wo er 1891 auch promovierte. Nach weiteren Studien in Paris bei dem berühmten Neurologen Jean-Martin Charcot https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Martin_Charcot in Paris, war er von 1892 bis 1896 Assistent an der psychiatrischen Klinik in Prag. 1896 habilitierte er sich zum Privatdozenten für Neuropathologie an der Psychiatrischen Klinik in Prag; 1906 wurde er zum außerordentlichen Professor, 1919 zum ordentlichen Professor für Nervenkrankheiten an der Universität Prag ernannt. Er war auch Primararzt im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Prag.

Seine zahlreichen Arbeiten umfassen das Gebiet der klinischen, experimentellen, histologischen und sozialmedizinischen Forschung (Schilddrüse, Wirkung des Alkohols auf das Herz, traumatische Neurosen, Tabes dorsalis, Basedow, Akromegalie, Meralgia paraesthetica, Schreibkrampf, soziale Bedeutung der Nervenkrankheiten, Eugenik etc.).

Zur Biographie siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ladislav_Ha%C5%A1kovec

Im Ersten Weltkrieg war er in der 4. Abteilung/Sektion (Neurologische Abteilung) des Kriegsspitals/Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz tätig (1916/1917 war er hier einer der drei diensthabenden Neurologen).

Arbeiten von ihm im Volltext:

Neue Beiträge zur Pathogenese der Basedowschen Krankheit

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1900&size=45&page=35

Weitere Bemerkungen über die Akathisie 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1904&page=281&size=45

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1904&page=309&size=45

Über den Blutdruck bei einigen Nerven- und Geisteskrankheiten 6 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1905&size=45&page=269

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1905&size=45&page=292

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1905&size=45&page=327

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1905&size=45&page=352

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1905&size=45&page=382

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1905&size=45&page=408

 Weitere Beiträge zur Frage der Alkoholwirkung auf das Herz und den Kreislauf 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1909&size=45&page=247

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1909&size=45&page=281

Herpes zoster und die Innervationssegmente des Rückenmarkes

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1910&size=45&page=1222

Beitrag zur Kenntnis der Läsionen des Thalamus opticus 4 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1912&size=45&page=1193

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1912&size=45&page=1226

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1912&size=45&page=1261

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1912&size=45&page=1293

Zur Symptomatologie und Diagnose der Störungen der Cauda equina und des Conus medullaris

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1913&size=45&page=33

Pseudogibbus (Pseudokyphosis) traumaticus 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1913&size=45&page=267

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1913&size=45&page=305

Ein Beitrag zur Kenntnis der Zwangsvorstellungen 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1901&page=271&size=45

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1901&page=302&size=45

Haškovec in der Tagespresse:

  1. September 1907 Das Eisenbahnunglück in Neu-Paka – Gutachter

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19070907&seite=8&zoom=33&query=%22dr%2Bhaskovec%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. Februar 1911 Der Schädel des Hussitenführers Zizka

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19110217&seite=4&zoom=33&query=%22dr%2Bhaskovec%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. November 1913 Ein Irrsinniger ermordet seine Familie. Der Fabrikant Skorkowsky erschießt Frau und Kind, verletzt sein zweites Kind schwer und begeht Selbstmord

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19131105&seite=17&zoom=33&query=%22haskovec%22&ref=anno-search

  1. November 1913 Die Familientragödie in Smichov

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19131106&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=7

  1. April 1927 Dr. Franz Dehms Testament – Anfechtung durch die Verwandten – geistig gesund oder geisteskrank?

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19270429&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=5

  1. Juni 1929 Klinik Haškovec wird wieder eröffnet

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19290615&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Juni 1931 Ärztliches Zeugnis als Voraussetzung der Eheschließung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19310617&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=6

  1. Juni 1931 Ehefähigkeitszeugnis

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19310621&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=9

  1. September 1931 Der I. Internationale Neurologische Kongreß in Bern

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19310902&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=4

  1. Dezember 1931 Zur psychohygienischen Bewegung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19311212&query=%22haskovec%22&ref=anno-search&seite=4

Text: Reinhard Mundschütz

Folge 8.4.2. (H–> 2.Teil–> 08.01.2018)

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [51]: Zum 100. Todestag von Prof. Julius Mauthner

Zum 100. Todestag von Prof. Julius Mauthner (26.09.1852-28.12.1917)

Text: Dr. Walter Mentzel

Julius Mauthner wurde in Wien als Sohn von Max Mauthner (etwa 1816-1893) und Marie Mauthner (etwa 1821-1890) geboren und studierte nach der Absolvierung eines Gymnasiums in Wien ab 1870 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien Medizin (Promotion 1879). Danach studierte er am Laboratorium von Prof. Ernst Ludwig (*9.1.1842 Freudenthal/Österreichisch-Schlesien heute: Tschechische Republik, gest. 14.10.1915 Wien) an der Handelshochschule (heute Handelsakademie) Chemie, wo Ludwig zu dieser Zeit unterrichtete.

Nachdem Ernst Ludwig an die Medizinische Fakultät berufen worden war, arbeitete Mauthner bei ihm als dessen Assistent am Chemischen Institut, wo er sich zunächst mit mineral-chemischen Untersuchungen und zunehmend mit der Physiologie und Pathologie des Stoffwechsels beschäftigte. Nach seiner Habilitation 1881 wurde er zum Privatdozenten für medizinische Chemie am Institut für angewandte medizinische Chemie, 1885 zum tit. Professor, 1913 zum tit. ordentlichen Professor und 1917 zum ordentlichen Professor und Vorstand des Institutes für medizinische Chemie ernannt.[1]

Abb. 1    Josephinum, Bildersammlung – Sign.: MUW-FO-IIR-E-000670-0030-002

Am Beginn seiner universitären Laufbahn errichtete er an der Wiener Poliklinik ein kleines chemisches Laboratorium und wurde Abteilungsvorstand an der Klinik, der er auch während seiner Professur an der Medizinischen Fakultät und nach der Übersiedlung der Klinik an den neuen Standort in Wien (1892) bis zu seinem Tod Vorstand blieb.[2] Zu seinen Forschungsarbeiten zählten verschiedene Aminosäuren, Indol, Neurin und vor allem die Erforschung des Cholesterins. Weiters sind seine Arbeiten zur „Chemie der Mundhöhle“ und Harnuntersuchungen zu nennen. Daneben widmete er sich der Gerichtsmedizin, arbeitete als Gerichtschemiker und wurde 1913 schließlich zum Professor für Gerichtliche Medizin ernannt. Er war Mitglied und Gutachter des niederösterreichischen Landessanitätsrates und danach des Obersten Sanitätsrates. 1898 wurde er zum Regierungsrat ernannt.[3]

Abb. 2    Josephinum, Bildersammlung – Sign.: MUW-FO-IR-00428-0002

Seine Arbeiten, darunter einige, die er gemeinsam mit dem österreichischen Chemiker Wilhelm Suida (*10.9.1853 Wekelsdorf/Böhmen, gest. 31.3.1922 Mödling/Niederösterreich) schuf, wurden unter anderem in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften veröffentlicht. Im Juni 1916 wurde er in die wissenschaftliche Kommission und als Herausgeber des seit 1891 bestehenden „Codex Alimentarius Austriacus“ (Österreichisches Lebensmittelbuch) gewählt.[4] Während des Ersten Weltkrieges unterstützte er die „Flüchtlingshilfsaktion“ von Anitta Müller. Julius Mauthner war seit 1888 Mitglied der Akademie der Naturforscher, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle.

Wenig bekannt ist, dass Julius Mauthner seit 1901 auch Mitglied der „Photographischen Gesellschaft in Wien“ war, hier Vorträge hielt, sich intensiv mit dem Autochromverfahren zur Fertigung farbiger Fotografien (als Diapositivs) beschäftigte und als Amateurfotograf für seine künstlerischen fotografischen Ergebnisse unter Fachfotografen bekannt war.

An der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befinden sich folgende Arbeiten von Julius Mauthner:

Mauthner, Julius: Beiträge zur Kenntnis des Cholesterins von J. Mauthner und W. Suida. Abhandlung 1, 2, 4, 5. Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1894-1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447990&pos=0&phys=

Mauthner, Julius: Über die Darstellung von Glycocoll und einiger seiner Derivate von von J. Mauthner und W. Suida. Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447991&pos=1&phys=

Mauthner, Julius: Über Phenylglycin-ortho-carbonsäure, sowie über die Gewinnung von Glycocoll und seinen Derivaten von J. Mauthner und W. Suida. Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1888.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447995&pos=2&phys=

Mauthner, Julius: Über die Gewinnung von Indol aus Phenylglycoll von J. Mauthner und W. Suida. Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447996&pos=3&phys=

Ludwig, Ernst: Über das Vorkommen von Arsen in Friedhof-Erden, von Ludwig E. und J. Mauthner 6 S. Wien: Sonderabdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Hölder 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8446722&pos=1&phys=

Ludwig, Ernst: Vortäuschung einer Arsenvergiftung, bedingt durch einen Kranz aus künstlichen arsenhaltigen Blumen, von E. Ludwig und J. Mauthner. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Schönberger 1884.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8446723&pos=11&phys=

Mauthner, Julius: Beiträge zur Kenntnis des Cystins. Sonderabdruck aus: Zeitschrift für Biologie. München: Oldenbourg o.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8448027&pos=10&phys=

Mauthner, Julius: Über das optische Drehungsvermögen des Tyrosins und Cystins. Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1882.

 [Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447992

Mauthner, Julius: Über den mütterlichen Kreislauf in der Kaninchenplacenta mit Rücksicht auf die in der Menschenplacenta bis jetzt vorgefundenen anatomischen Verhältnisse. Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1873.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447993&pos=0&phys=

Mauthner, Julius: Notiz über das optische Drehungsvermögen des Leucins und Cystins. Sonderabdruck aus: Zeitschrift für physiologische Chemie. Straßburg 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447994&pos=1&phys=

Mauthner, Julius: Über gebromte Propionsäuren und Acrylsäuren von von Julius Mauthner und W. Suida. Wien: Sonderabdruck aus: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften. Wien 1881.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447997&pos=2&phys=

Mauthner, Julius: Über das Verhalten des β-Naphtols im Organismus nach Application auf die Haut. Sonderabdruck aus: Medizinische Jahrbücher. O.O. 1881.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8447998&pos=3&phys=

Nachrufe zu Julius Mauthner:

Fürth, Otto: Julius Mauthner. Sonderabdruck aus: Wiener Klinischen Wochenschrift. Wien 1918.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 31437]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8572009&pos=0&phys=

Paschkis, Heinrich: Julius Mauthner. Sonderabdruck aus: Wiener Medizinischen Wochenschrift. Wien: Perles 1918.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 31450]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8623055&pos=0&phys=#

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&page=84&qid=DRPMU4Y978NPSBKQNTCKYTYO5RLP7M&size=45

Quellen:

Archiv der Universität Wien, Senat S 304.799 Mauthner Julius.

Photographische Korrespondenz, 1918, Nr. 688, S. 32

[1] Archiv der Universität Wien, Senat S 304.799 Mauthner Julius.

[2] Wiener Zeitung 7.12.1892, S. 2. Die Presse, 29.12.1892, S. 10.

[3] Wiener Medizinische Wochenschrift, 1918, Nr. 2, S. 115.

[4] Wiener Zeitung, 8.7.1916, S. 4; Internationale Klinische Rundschau, Nr. 31/32, S. 182.

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Van Swieten Blog: MMag. Margrit Hartl

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [50]: Freund, Leopold: Grundriss der gesammten Radiotherapie für praktische Ärzte. 1903

Freund, Leopold: Grundriss der gesammten Radiotherapie für praktische Ärzte. Mit 110 Abbildungen und 1 Tafel. Berlin und Wien: Urban & Schwarzenberg 1903.

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Leopold Freund. Bildersammlung Josephinum, Medizinische Universität Wien, MUW-FO-IR-001678-0005

Leopold Freund (*05.04.1868 Miscovice/heute: Tschechische Republik, gest. 07.01.1943 Brüssel) war ein österreichischer Radiologe jüdischer Herkunft und gilt als Begründer der Röntgentherapie. Nach dem Besuch einer Realschule in Budweis/České Budějovice und eines Gymnasiums in Wien begann er mit dem Studium der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, das er am 23.02.1895 mit seiner Promotion abschloss. Danach war er im Allgemeinen Krankenhaus und in der Wiener Poliklinik tätig, seine Hauptarbeitsgebiete waren die Dermatologie an der Klinik für Syphilidologie und Dermatologie und die Kinderheilkunde. Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) im Jahr 1895 sowie im folgenden Jahr der Entdeckung der Radioaktivität durch Antoine Henri Becquerel (1852-1908) und der erstmaligen Anwendung beim Patienten durch Leopold Freund in Wien wurde die Basis für die Strahlentherapie geschaffen. „Leopold Freund war 1896 durch eine Zeitungsnotiz auf die biologische Wirkung der Röntgenstrahlen aufmerksam geworden. In der Sitzung der Gesellschaft der Ärzte am 15. Jänner 1897 konnte er sie an dem später so berühmt gewordenen Fall eines achtjährigen Mädchens mit Tierfellnaevus erweisen.“[1] Leopold Freund verwendete als erster zielbewusst und konsequent die biologischen Wirkungen der Röntgenstrahlen für therapeutische Zwecke, zunächst bei Hauterkrankungen und später auch bei tiefer gelegenen Organen.

Abb. 2    Titelblatt: Freund: Grundriss der gesammten Radiotherapie […]. Berlin und Wien: 1903.

Leopold Freund war von 1899-1913 Assistent und von 1913-1920 Laboratoriumsleiter der Wiener Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten. 1904 habilitierte er sich mit einer Arbeit über medizinische Radiologie. 1914 wurde er zum ao. Professor ernannt, 1935 Ehrenmitglied der österreichischen Röntgengesellschaft und 1937 wurde ihm der Titel eines Hofrates verliehen. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurde ihm im Mai 1938 die Venia Legendi entzogen. Freund floh gemeinsam mit seiner Frau Stefanie nach Belgien, wo er sich auf Einladung der belgischen Regierung in Brüssel niederließ. Hedy Freund-Eibuschutz, Leopold Freunds Nichte berichtet in ihren Erinnerungen an ihren Onkel: „Als Hitler 1938 nach Österreich kam, konnte es der von vielen österreichischen und ausländischen Universitäten geehrte ,Herr Hofrat‘ nicht fassen, dass auch für ihn eine Welt zum Einsturz gekommen war. Als er von der Gestapo inhaftiert wurde und sich dagegen mit den Worten: ,Ich bin doch der Begründer der Röntgentherapie!‘ wehrte, antwortete man ihm: ,A so a jüdische Wissenschaft interessiert uns nicht.‘“[2] Siehe dazu auch die Sonderblog-Serie „Vertrieben 1938“ auf der Homepage der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=620

Abb. 3    Widmung Leopold Freund an Gustav Riehl

Leopold Freund publizierte über 250 wissenschaftliche Beiträge, davon überwiegend Artikel zur therapeutischen Anwendung der Röntgenstrahlen, aber auch zur Röntgendiagnostik.

Sein 1903 erschienener „Grundriss der gesammten Radiotherapie für praktische Ärzte“ ist das erste ausschließlich der Strahlentherapie gewidmete Lehrbuch der Welt. Das in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin vorhandene Exemplar der Erstausgabe enthält eine handschriftliche Widmung Leopold Freunds an seinen Kollegen, den Dermatologen Gustav Riehl (1855-1943): „Herrn Professor Dr. G. Riehl in ausgezeichneter Hochachtung überreicht vom Verfasser“. Das Buch kam als Geschenk von Riehls Sohn, Gustav Riehl jun. (1894-1981) – ebenfalls Professor für Dermatologie – im Juli 1974 in den Bestand der Bibliothek.

Quellen:

Freund Leopold. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Bände III-IV: Nachträge und Ergänzungen. Dritter Band Aba-Kom. Hildesheim, Zürich und New York: Georg Olms Verlag 2002. S. 453.

Freund, Leopold, Radiologe. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. 1 A-Q. München: K.G. Saur 2002. S.192.

Kaiser, Ernst: Wiens große Röntgenologen L. Freund, R. Kienböck, G. Holzknecht. In: Kunst des Heilens. Aus der Geschichte der Medizin und Pharmazie. Niederösterreichische Landesausstellung 1991. Katalog des NÖ Landesmuseums. (Neue Folge 276) 1991. S. 813-816.

Freund-Eibuschutz, Hedy: Erinnerungen an den Begründer der Röntgentherapie. Prof. Dr. Leopold Freund zum 100. Geburtstag. In: Aufbau. (5. April) 1968. S. 20.

Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Graz und Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965.

Freund Leopold, Röntgenologe. In: Österreichisches biographisches Lexikon. I. Band (A-Glä). Hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Graz und Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1957. S.359.

[1] Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Graz und Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965. S. 343.

[2] Freund-Eibuschutz, Hedy: Erinnerungen an den Begründer der Röntgentherapie. Prof. Dr. Leopold Freund zum 100. Geburtstag. In: Aufbau. (5. April) 1968. S. 20.

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Van Swieten Blog: MMag. Margrit Hartl

„1. Weltkrieg & Medizin“ [47]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.3.2 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.3.2 – Ärztinnen und Ärzte

Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

 F (2.Teil)

FISCHER, Oskar

Geboren am 12. April 1876 in einer deutschsprachigen Familie mit jüdischen Wurzeln in Schlan/Böhmen https://de.wikipedia.org/wiki/Slan%C3%BD, gest. am 28. Februar 1942 im KZ Theresienstadt  https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt.

Er studierte an der medizinischen Fakultät der deutschen Universität in Prag und an der Universität in Straßburg. Seine Promotion feierte er am 19. Mai 1900 in Prag.

Im Juni 1907 erhielt er seine Zulassung als Privatdozent für Psychiatrie an der deutschen Universität in Prag.

In diesem Jahr erschien in der „Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie“ (Band 22, Seite 361-372) sein Aufsatz „Miliare Nekrosen mit drusigen Wucherungen der Neurofibrillen, eine regelmässige Veränderung der Hirnrinde bei seniler Demenz“.

Zur selben Zeit hatte auch der deutsche Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer https://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Alzheimer dieselben Beobachtungen wie Fischer gemacht. Und ebenfalls publiziert. Die Benennung dieser neuen Krankheit (nach Alois Alzheimer) erfolgte allerdings später durch Emil Kraepelin https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Kraepelin in seinem Lehrbuch der Psychiatrie 1911.

Die Spannungen vor dem Zweiten Weltkrieg, der wachsende Antisemitismus und Eifersucht unter Fachleuten aus Prag und aus München, die sich auch mit diesem Problem beschäftigten, führten dazu, dass Oskar Fischers Forschungsergebnisse vergessen wurden. Erst nach dem Krieg wurden sie wieder entdeckt.

Dank dieser Forschungen wurde damals von der Fachöffentlichkeit vorgeschlagen, dass die Krankheit „Alzheimer-Demenz“ in „Alzheimer-Fischer-Krankheit“ umbenannt werden sollte.

Dazu siehe auch:

Oskar Fischer and the study of dementia https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2668940/

1908 erwarb er zusammen mit Dr. Leo Kosak Schloss Weleslawin  http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tsa&datum=19080606&query=%22oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=5 (heute ein Stadtteil von Prag). Beide ließen es dann zu einem „Sanatorium für Nerven- und Geisteskranke“ umbauen, in dem z. B. in den dreißiger Jahren Frau Charlotte Masaryk, Ehefrau von Thomas G. Masaryk https://de.wikipedia.org/wiki/Tom%C3%A1%C5%A1_Garrigue_Masaryk, behandelt wurde.

Im Ersten Weltkrieg wirkte Fischer als Neurologe im Garnisonspital Nr. 11 in Prag, bis er im Jänner 1917 dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zur Verfügung gestellt wurde. Hier arbeitete er in der 4. Abteilung/Sektion (Neurologische Abteilung) bis September 1918.

In diese Zeit fallen:

– 7. November 1917 Ernennung zum außerordentlicher Universitätsprofessor für Psychiatrie an der Deutschen Universität in Prag http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19171107&seite=3&zoom=33&query=%22dr%2Boskar%2Bfischer%22&provider=P02&ref=anno-search

und

– eine „zweifelhafte Publikation“ von Fischer mit dem Titel „Zur faradischen Therapie der hysterischen Lähmungen“.

In dieser Arbeit sind zwei Todesfälle durch den Gebrauch von Sinusströmen beschrieben, die sich im Jahre 1916 in der deutschen psychiatrischen Klinik in Prag ereignet haben. Anderseits enthielt die Arbeit eine detaillierte Beschreibung der Umstände eines weiteren Todesfalles im k. u. k. Reservespital Leitmeritz (Befund: „funktionelle Neurose“[Hysterie, Neurasthenie]). Hier war der böhmische Infanterist A. S. (der zuvor im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in medizinischer Behandlung stand) im August 1916 während der elektrischen Behandlung plötzlich verstorben.

Die Veröffentlichung von Fischers Arbeit wurde vom Kriegsministerium als „in der gegenwärtigen Form zur Veröffentlichung als nicht geeignet“ befunden.

Es dauerte allerdings mehr als ein Jahr, bis das Kriegsministerium in Wien (aufgrund Bekanntwerdens eines weiteren Todesfalls im September 1917 in Deutschland) mit folgendem Erlass reagierte:

„Da demnach die Sinusströme selbst bei vorsichtiger Anwendung in unberechenbarer Weise das Leben des Patienten gefährden können, wird die Anwendung des Sinusstromes in den Militärsanitätsanstalten überhaupt verboten und ist diese gefährliche Behandlungsmethode im Bedarfsfalle durch den ungefährlichen faradischen Strom zu ersetzen.“

– 1916 – 1918:Oskar Fischer und Raffael Schermann

https://en.wikipedia.org/wiki/Raffael_Schermann

  1. Mai 1918 Der Fall Schermann

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fdb&datum=19180530&seite=7&zoom=33&query=%22dr%2Boskar%2Bfischer%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. Juni 1918 Spekulation auf niedrige Instinkte – Der Fall „Schermann“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dti&datum=19180604&seite=5&zoom=33&query=%22dr%2Boskar%2Bfischer%22&provider=P02&ref=anno-search

Nach dem Ersten Weltkrieg als Buch erschienen:

  1. November 1924 Buchanzeige Experimente mit Raphael Schermann

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=obc&datum=19241121&query=%22dr+oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=6

Der „Fall Dr. Franz Halbhuber“ – Oskar Fischer als „Anzeiger“ und Zeuge

  1. April 1923 Der Irrsinnige als Kommandant eines Militärspitals – Wer über das Schicksal der Soldaten zu entscheiden hatte – der Fall „Dr. Franz Halbhuber“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19230417&seite=7&zoom=33&query=%22dr%2Boskar%2Bfischer%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. April 1923 Enthüllungen über ärztliche Kriegsverbrecher

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19230418&query=%22franz+halbhuber%22&ref=anno-search&seite=1

  1. August 1923 „Franz Halbhuber“ gestorben

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=19230811&query=%22franz+halbhuber%22&ref=anno-search&seite=7

Zwei Publikationen aus dem Bestand der Medizinischen Universität Wien/ Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin: http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8568495&pos=98&phys=

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8568497&pos=99&phys=

Oskar Fischer als Mitglied des „Vereins deutscher Ärzte in Prag“

1903: Verein Deutscher Ärzte in Prag, Sitzung vom 6. Februar 1903

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=klr&datum=19040004&query=((text:%22oskar+fischer%22))&ref=anno-search&seite=744

1904: Verein Deutscher Ärzte in Prag, Sitzung vom 27. Mai 1904

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=klr&datum=19050004&query=((text:%22oskar+fischer%22))&ref=anno-search&seite=717

1904: Verein Deutscher Ärzte in Prag, Sitzung vom 28. Oktober 1904

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=klr&datum=19050004&query=((text:%22oskar+fischer%22))&ref=anno-search&seite=732

Oskar Fischer als „Amateurfotograf:

1906: Oskar Fischer als „Atelierwart des Klubs der deutschen Amateurfotographen in Prag“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19060525&query=%22oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Oktober 1909 Der Klub deutscher Amateurphotographen eröffnet Herbstsaison mit Referat von Oskar Fischer über die „Dresdner Internationale Photographische Ausstellung“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19091010&query=%22oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=12

  1. Oktober 1909 „Ausgezeichneter Bericht von Dr. Oskar Fischer…“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19091017&query=%22oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=12

  1. November 1910: Ankündigung: Oskar Fischer – „Laternbildervortrag über Mikrophotographie“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19101127&query=%22oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=12

  1. Dezember 1919 Bericht über Fischers Vortrag über „Mikrophotographie“

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19101218&query=%22oskar+fischer%22&ref=anno-search&seite=11

Biografie (in tschechischer Sprache)

https://cs.wikipedia.org/wiki/Oskar_Fischer

FISCHL, Emil

Er wurde am 15. September 1872 in Prag geboren/gestorben am 28. Februar 1925. Medizin studierte er in Prag, wo er schließlich am 14. Dezember 1896 „sub auspiciis imperatoris“ promovierte. 

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=18961219&query=%22emil+fischl%22&ref=anno-search&seite=5

Bereits vor seiner Promotion war er „Operationszögling an der chirurgischen Klinik des Professor Wölfer in Prag“. https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Anton_W%C3%B6lfler

Im Ersten Weltkrieg leistete er vom 30. September 1914 bis 2. Juli 1916 als „freiwilliger Arzt unentgeltliche Dienste“ im Vereinsreservespital vom Roten Kreuz in Prag.

  1. Februar 1915 Dankschreiben an Dr. Fischl

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150227&query=%22dr+e+fischl%22&ref=anno-search&seite=5

Vom 2. Juli 1916 bis Mitte April 1917 war er dem Spital – nach neuerlicher Einberufung zum Militär – dann dienstzugeteilt.

Mitte April 1917 wurde er ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz versetzt.

Am 13. August 1917 stellte er ein Ansuchen um Versetzung nach Prag, was im September 1917 bewilligt wurde.

 Publikationen:

1897 Über den Einfluß der Abkühlung auf die Disposition zur Infection IN: Zeitschrift für Heilkunde, Band 18, S. 321

1898 Über zwei Fälle einer seltenen Darmverletzung IN: Bruns Beiträge zur klinischen Chirurgie, Band 22, Seite 811

FLESCH, Julius

Geboren am 1. Dezember 1871 in Ungarisch-Wieselburg/Mosonmagyaróvár   https://de.wikipedia.org/wiki/Mosonmagyar%C3%B3v%C3%A1r; gest. 11. Mai 1942 in Maly Trostinec/Weissrussland   https://de.wikipedia.org/wiki/Vernichtungslager_Maly_Trostinez.

Er war praktischer Arzt in Wien, war 20 Jahre lang Assistent an der Wiener Poliklinik und Stellvertreter Professor Moriz Benedikts           https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Moriz_Benedikt.

Er verfasste verschiedene wissenschaftliche Werke und war Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses des Doktorenkollegiums der Universität Wien und Begründer der Wiener Seminare für die Ausbildung von Wiener Ärzten. Fast sämtliche Professoren beteiligten sich an den Seminarvorträgen.

Seine Verwendung im Ersten Weltkrieg:

 – 15. August 1914 bis 1. Mai 1916 freiwillig und unentgeltlich im Reservespital Nr. 11 in Wien

– 1. Mai 1916 bis 1. Dezember 1916: im Reservespital Nr. 18 (Brigittenau) – im Reservespital Nr. 20 (Floridsdorf) – und im Reservespital Nr. 18 (Wien, früher 6., dann 12. Bezirk Rückergasse)

– 1. Dezember 1916 bis 1. Mai 1917 im Kriegsgefangenenlager Wieselburg     https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsgefangenenlager_Wieselburg

– 1. Mai 1917 bis 16. November 1917 als Chefneurologe im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz

– 16. November 1917 bis Anfang Juli 1918 in Theresienstadt im Garnisonspital Nr. 13, auf der internen Abteilung, dann wieder nach Wien versetzt.

Sein bekanntestes Buch:

Berufskrankheiten des Musikers. Ein Leitfaden der Berufsberatung für Musiker, Musikpädagogen, Ärzte und Eltern. Celle 1925

Darüber siehe auch: 15. Mai 1925 Beitrag über sein Buch http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19250515&query=%22dr+flesch%22&ref=anno-search&seite=7

Noch zu seiner Biographie:

  1. Mai 1896 Verlobungsanzeige

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mzt&datum=18960504&query=%22julius+flesch%22&ref=anno-search&seite=2

  1. Februar 1903 Todesanzeige der Mutter

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=19030201&seite=65&zoom=33&query=%22dr%2Bjulius%2Bflesch%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. Juli 1907 Todesanzeige des Vaters

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19070709&seite=8&zoom=33&query=%22dr%2Bjulius%2Bflesch%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. Jänner 1909 Zeuge im Prozess gegen „Dr. Eugen de Blowitz“ – Ein vielseitiger Hochstapler

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=krz&datum=19090106&seite=2&zoom=73&query=%22julius%2Bflesch%22&ref=anno-search

  1. März 1911 Ohnmachts-Epidemie in der Telephon-Zentrale

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=krz&datum=19110309&seite=6&zoom=62&query=%22julius%2Bflesch%22&ref=anno-search

  1. September 1924 Wieder ein Prozeß wegen § 144

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19240926&query=%22julius+flesch%22&ref=anno-search&seite=9

  1. Juli 1925 Der nervöse Sänger – Psychopathische Stimmbandstörungen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19250730&query=%22julius+flesch%22&ref=anno-search&seite=8

1931: Sechzigster Geburtstag

2002 wurde ein Julius-Flesch-Institut für Musikergesundheit und Musikermedizin an der Universität Mozarteum in Salzburg gegründet   http://www.musikermedizin-lahme.de/eisam-salzburg/

FREYSTADTL, Desiderius/Desider

Geboren 1870, gestorben 18. Jänner 1938 in New York.

Er war Facharzt für physikalische Therapie und Hydrotherapie (und königlich ungarischer Honved-Regimentsarzt).

Er betrieb ab 1896 in Wien ein Institut für Heilgymnastik und war an der Wiener Poliklinik angestellt.

Im Ersten Weltkrieg war er von Ende 1916 bis Ende Juli 1917 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 4. Abteilung/Sektion tätig gewesen.

Am 28. Juli 1917 suchte er um Versetzung nach Baden bei Wien ins dortige Garnisonsspital Nr. 27 an; nach Bewilligung seines Ansuchens wurde statt ihm der Arzt Emanuel SEDLAK von ebendiesem Spital nach Pardubitz versetzt.

In Baden war er vom 1. Oktober 1918 bis 7. November 1918 Chefarzt der Offiziersabteilung bis zum Kriegsende – als ungarischer Staatsbürger wurde er an diesem Tag aus dem Dienst entlassen.

Weiteres zu seiner Biographie:

  1. November 1896 Eröffnung Institut für schwedische Heilgymnastik und Massage

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18961119&query=%22freystadtl%22&ref=anno-search&seite=4

  1. März 1898 Anzeige Heilanstalt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=18980327&query=%22freystadtl%22&ref=anno-search&seite=15

  1. September 1898 elektrische Lichtbade- und Wasserheilanstalt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18980904&query=%22freystadtl%22&ref=anno-search&seite=5

FRIEDLÄNDER, Walter

Geboren am 4. Februar 1891 in Wien, gestorben am 15. August 1939 in Schanghai.

Er studierte Medizin in Wien, wo er auch am 12. Jänner 1915 promovierte.

Im Krieg war er in folgenden Spitälern tätig:

– 20. Mai 1915 bis 23. August 1915 im Kriegsgefangenenlager Hart/Amstetten (Chefarzt der Spitalsabteilung für nichtinfektiöse Kranke)

– 23. August 1915 bis 14. Oktober 1916 Arzt im B.J.5 und Sekundararzt (Chirurgie) im Krankenspital der Pulverfabrik Blumau bei Felixdorf

– Februar 1917 bis Juni 1917 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 1. Abteilung/Sektion

FRIEDMANN, Josef

Geboren am 8. August 1879 in Wien, heimatzuständig nach Eibenschitz/Mähren https://de.wikipedia.org/wiki/Ivan%C4%8Dice.

Er studierte Medizin an der Universität in Wien und promovierte hier am 29. April 1904; er spezialisierte sich in den Fächern Dermatologie und Neurologie.

War im Ersten Weltkrieg:

– 25. Juli 1914 bis 30. September 1914 Bataillonschefarzt des LIR Nr. 14

Reservespital Nr. 18 in Wien

– seit 16. Oktober 1916 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz; war hier als Dermatologe tätig

– 1. Oktober 1917 bis 3. September 1918 im Reservespital Nr. 2 in Wien

Ordination in Wien (nach LEHMANN online 1914: Dr. der gesamten Heilkunde, Assistent der Poliklinik, 2. Bezirk, Taborstraße 44)

1922 Aufsatz in der Wiener Medizinischen Wochenschrift: Beitrag zur Kasuistik extragenitaler Primäraffekte

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1922&page=912&size=45

Siehe auch:

  1. März 1899 als Kassenarzt bei der Czernowitzer Gebietskrankenkasse angestellt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=18990326&query=%22edmund+fuchs%22&ref=anno-search&seite=11

  1. April 1909 er war auch für das jüdische Waisenhaus in Czernowitz tätig

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=19090401&query=%22edmund+fuchs%22&ref=anno-search&seite=3

FUCHS, Carl Edmund

Geboren 1857, heimatzuständig Papa/Ungarn     https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1pa- Er war vor dem Krieg Ohren- und Augenarzt in Czernowitz https://de.wikipedia.org/wiki/Czernowitz.

Er war im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz tätig seit 5. Oktober 1915. Mit Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung in der zweiten Hälfte des Jahres 1916 ist er aus dem Dienststand ausgeschieden.

FUCHS, Ernst

Geboren 1878 in Prag, studierte er Medizin an der deutschen Universität Prag und promovierte hier am 16. Juli 1904. Er übersiedelte später nach Karbitz https://de.wikipedia.org/wiki/Chaba%C5%99ovice.

Er arbeitete im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 5. Abteilung/Sektion.

Ende Jänner 1917 war er im Reservespital in Komotau tätig. https://de.wikipedia.org/wiki/Chomutov.

Text: Reinhard Mundschütz

Folge 8.3.1 – Ärztinnen und Ärzte (1.Teil D-F)

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