Schlagwort-Archive: First World War

„1. Weltkrieg & Medizin“ [43]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914-1918, Folge 7.3 – „Verleumdungen und Beschwerden – das Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 im Blickpunkt“

Folge 7.3 – „Verleumdungen und Beschwerden – das Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 im Blickpunkt“

Die Abläufe in einem so großen Spital durch eine so lange Zeitperiode (1915-1918) hindurch verliefen nicht reibungslos. Neben Problemen im Tagesbetrieb, bei der Behandlung der Patienten, den immer knapper werdenden Ressourcen (Medikamenten, Heizmaterialien, Lebensmittel, etc.), kam es immer wieder auch zu „zwischenmenschlichen Differenzen.“

Drei ausgewählte Fälle, die alle dem Militärkommando Leitmeritz bekannt und letztendlich hier behandelt wurden, lassen uns ein wenig hinter die Kulissen blicken:   

I) „Eine Beschwerde mit Folgen: der langsame Rücktritt des ersten militärischen Kommandanten“

In einem Brief an das k. k. Ministerium für Landesverteidigung in Wien vom 23. Juni 1916 beschweren sich die in der Beobachtungsstation/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz angestellt gewesenen Krankenschwestern Tony Syrnckova und Marie Beerova (beide aus Pardubitz):  …daß sie in der Kranken- und Verwundetenstation Pardubitz von Oberstabsarzt Eder über Einschreiten seiner Frau ohne Angabe des Grundes plötzlich entlassen und wegen ihrer Angehörigkeit zur tschechischen Nation von beiden beschimpft worden sind. Die Frau des Oberstabsarztes mischte sich in alle Angelegenheiten und spielt den eigentlichen Kommandanten.“

Mitte August 1916 legte das Militärkommando in Leitmeritz an das k. u. k. Kriegsministerium in Wien einen Brief von Eder vor, in dem er um die „Einteilung bei der Armee im Felde“ bat. Dazu das Militärkommando Leitmeritz: „Die Hauptveranlassung zu dieser Bitte scheint mit der angeblichen Einmengung seiner Frau in den Dienstbetrieb im Zusammenhang zu stehen, obwohl seit Austragung diese Angelegenheit nicht der geringste Anlass zu weiterem Einschreiten vorkam. Sollte die Bitte gewährt werden, so wird um einen vollwertigen Ersatz gebeten.“

Kommentar des k. u. k. Kriegsministeriums in Wien dazu:

 „Mit Rücksicht auf die ungewöhnlichen Verhältnisse in diesem großen Spital mit einem Belage von über 9.200 Betten, das erst mit 1. August 1916 in die Verwaltung des Heeres übernommen wurde und dessen Organisation sich erst festigen muß, hält das Kriegsministerium einen Kommandowechsel derzeit nicht im Interesse des Dienstes gelegen.“

Im k. k. Ministerium für Landesverteidigung war man jedoch der „Ansicht, daß dem Wunsche des Oberstabsarztes 1. Klasse Dr. Eder im Felde Dienst zu leisten, stattzugeben wäre. Das Kriegsministerium möge an dessen Stelle einen schonungsbedürftigen Militärarzt ausfindig machen, da dem k. k. Ministerium für Landesverteidigung dermalen kein geeigneter Ersatz zur Verfügung steht.“

Und ersuchte gleichzeitig das Armeeoberkommando (AOK) einen für „den besonderen Posten in Pardubitz geeigneten, schonungsbedürftigen Militärarzt dem Kriegsministerium zur Verfügung zu stellen.“

Vom AOK wurde Dr. Eder für eine Verwendung vorgemerkt.

Zum neuen Kommandanten wurde im November 1916 der bereits im September 1915 in den Ruhestand versetzte Generalstabsarzt Dr. Bronislaus MAJEWSKI ernannt.  [http://ub.meduniwien.ac.at/blog/?paged=3&m=201601]

Biographisches zu EDER:

Oberstabsarzt (seit November 1915) Dr. Johann EDER wurde am 19. Juni 1862 in Bergern in Oberösterreich geboren. Er besuchte das Gymnasium in Linz und studierte nach der Matura Medizin in Wien, wo er am 26. Juli 1889 schließlich zum Doktor der gesamten Heilkunde promovierte. Seine militärische Karriere begann bereits am 7. Jänner 1882 als Einjährig Freiwilliger mit der Verpflichtung 10 Jahre im aktiven Heer und 2 Jahre bei der Landwehr zu dienen.

Militärische Laufbahn (nach seiner Qualifikationsbeschreibung):

1885- 1889: als Militärärztlicher Eleve 2. dann 1. Klasse im Garnisonspital Nr. 1 und dann Nr. 4 in Wien.

Im Oktober 1889 zum Oberarzt ernannt und zum Garnisonsspital Nr. 11 nach Prag als Sekundärarzt zugeteilt.

Ab Juni 1890 zum Dragonerregiment Nr. 1 in Postelberg https://de.wikipedia.org/wiki/Postoloprty versetzt bis Ende März 1895.

Inzwischen zum Regimentsarzt ernannt und in den Aktivstand der k. k. Landwehr übernommen, wurde er dem Landwehrinfanterieregiment Nr. 3 in Marburg /Drau https://de.wikipedia.org/wiki/Maribor zugeteilt. Hier blieb er bis Ende September 1901.

Hierauf zum Landwehrinfanterieregiment Nr. 2 in Linz als Chefarzt versetzt wurde er am 1. April 1907 zum Kommandanten des Landwehrspitales in Linz ernannt.

Über seinen Charakter wurde folgendermaßen geurteilt: „Biederer Charakter mit Festigkeit im Vorsatze, Energie und Entschlossenheit in der Durchführung, vorzügliche Geistesgaben mit rascher, präziser Auffassung, richtigem Urteil und sehr scharfen Gedächtnisse, ruhiges Temperament. Erfüllt von strengstem Pflichtgefühle, Ehrgeiz und begeisterter Hingebung für seinen Stand läßt dieser ungemein befähigte, äußerst strebsame bis zur Selbstverläugnung unermüdlich im Interesse des Dienstes initiativ tätige und auf seine Ausbildung sehr bedachte Offizier in Zukunft ganz hervorragende Leistungen erwarten.

Stets aufs Netteste adjustiert, sehr guter und beliebter Kamerad, gegen höhere ungemein aufmerksam und anhänglich, pflichtgemäß offen, taktvoll und ehrerbietig, gegen Untergebende streng dienstfordernd  und wohlwollend; bewegt sich außer Dienst mit den besten Umgangsformen immer nur in der vornehmsten Gesellschaft.

Ein in allen Zweigen der Fachwissenschaften und in jenen des Berufsmilitärarztes hervorragend versierter Arzt, welcher auch in den neuesten Errungenschaften der Wissenschaft auf das Vollkommendste bewandert ist und sich durch unermüdlichen Fleiß, vorzügliche Verwendbarkeit und Verläßlichkeit auszeichnet mit dem eifrigsten Bestreben , sein umfangreiches Wissen immer mehr zu vertiefen, im Sanitätsdienste sehr verläßlich und verwendbar.“

Zum Nachlesen:

Dr. Johann EDER im Oktober 1889 zugeteilt dem Garnisonspital Nr. 11 in Prag

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mil&datum=18891022&seite=6&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Beder%22&provider=P03&ref=anno-search

Einladung zu einem „militärischen Dejeuner“ bei Erzherzog Josef Ferdinand im Februar 1911

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sus&datum=19110218&seite=8&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Beder%22&provider=P03&ref=anno-search

Als Leiter des Landwehrspitals Nr. 4 in Linz im September 1914 tätig

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19140908&seite=3&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Beder%22&provider=P02&ref=anno-search

Besuch des Statthalters von Böhmen in Pardubitz im Juni 1916

 

 

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19160620&seite=4&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Beder%22&provider=P02&ref=anno-search

II) Futter für Jagdhunde und nicht für Nutzvieh (kritischer Artikel in der „Arbeiterzeitung“ vom 18. Mai 1918 ; siehe auch: „Böhmerwald Volksbote“ vom 2. Juni 1918.

„Aus Pardubitz wird geschrieben: Das hiesige zweite Reservespital faßt 12.000 Kranke. Gegenwärtig sind hier etwa 5.000 Kranke. Im ersten Kriegsjahr hat ein Konsortium von Pardubitzer Bürgern die Küchenabfälle und das Spülwasser von der Anstalt gekauft und für die Stadt ungefähr 200 Schweine gemästet; diese Mast mußte aber aufgelassen werden, weil die Abfälle nicht mehr zur Verfügung standen. Pardubitz ist nämlich auch eine Sportstadt. Auf den Wiesen, die zu Pardubitz gehören, werden Parforcejagden abgehalten, zu denen man 60 bis 70 Hunde verwendet. Die Küchenabfälle aus dem Militärspital werden nämlich jetzt den Hunden vorgesetzt. Es ist nicht zu verstehen, daß der Leiter des Spitals, der Oberstabsarzt Dr. Majewski, die Abfälle so unwirtschaftlich behandelt. Hat er denn ein gar so starkes Bedürfnis, den Teilnehmern der Parforcejagden  https://de.wikipedia.org/wiki/Parforcejagd, den Auersperg, Larisch, Kinsky, Mensdorf, Henckel zu Diensten zu sein? Könnte das Spital mit seinen Abfällen nicht selbst Schweinezucht treiben, um die Kranken mit Fleisch und Fett zu ernähren? Die Herren Grafen und Fürsten sind vielleicht Mitglieder von Vereinen gegen die Tuberkulose. Wenn sie aber wegen ihrer Jagdhunde 200 Schweine nicht ernähren lassen, schaffen sie mehr Kranke als sie mit ihrer Vereinstätigkeit heilen.“

Vom k. u. k. Kriegsministerium in Wien um eine Stellungnahme aufgefordert, teilte das Militärkommando in Leitmeritz folgendes mit:

„…daß die Angelegenheit betreffend den Artikel in der Arbeiterzeitung vom 18. Mai 1918, welcher sich mit der Verwendung von Küchenabfällen beim Reservespital in Pardubitz befaßte, von hieraus bereits im Monate Mai 1918 aufgegriffen wurde.“

Dazu berichtete das Spitalskommando am 22. Mai 1918:

„Zu der Zeit als das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz noch als Beobachtungsstation vom landesfürstlichen Kommissär verwaltet wurde, ist mit Charles Peck ein Vertrag abgeschlossen worden, demzufolge die genannte Station demselben die Küchenabfälle der I. und II. Sektion zu einem vereinbarten Preise von 240 K. monatlich abgegeben hat.

Dieser Vertrag hat dann auch bei der Übernahme der Beobachtungsstation als Reservespital in die militärische Verwaltung keine Kündigung erfahren und besteht bis zum heutigen Tage (22. Mai 1918) mit der Abänderung zu Recht, daß für diese Küchenabfälle vom 2. Jänner 1918 an, infolge geringerer Menge und Güte nur mehr 160 Kronen per Monat bezahlt werden.

Hierauf wurde Nachstehendes von hieraus verfügt bezw. veranlaßt:

1) Ankauf und Einstellung von vorläufig 4 Ferkeln und Anordnung aller Vorbereitungen und Maßnahmen zur Einstellung und Aufzucht derselben beim Reservespital Pardubitz;

2) Kündigung aller bis jetzt in Kraft stehenden Verträge (Übereinkommen) betreffend Abgabe der Küchenabfälle mit 1. Oktober 1918, da zu einem früheren Termin nach der Sachlage nicht möglich.

Die vorerwähnten 4 Ferkel sind bereits an Ort und Stelle und werden aus sonstigen sich ergebenden Küchenabfällen, Abfällen der Gemüsegärten, der Bäckerei und etwas Zuschuß an Gerstenkleie und Kartoffelschalen gemästet.“   

III) Anonyme Anzeige gegen den Regimentsarzt Dr. Jaromir Kotesovec (Kommandant der III. Sektion https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=25431) vom Juli 1918, unterzeichnet von „Patienten der III. Sektion“, gerichtet an das k. u. k. Kriegsministerium in Wien folgenden Inhalts:

„…die Patienten des K. u. k. Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz, Sektion III Regimentsarzt Dr. Kotesovec bitten gehorsamst  um einen anderen Kommandanten auf die Sektion indem der Herr Regimentsarzt Dr. Kotesovec noch nicht im Felde war und auch nicht wissen tuet wie man im vierten Kriegsjahr Patienten die für Vaterland das Leben opfern behandeln soll, es sind hier solche Fälle vorgekommen dass man es nicht einmal schreiben kann, z. B. war hier ein Patient mit durchgeschossenen beiden Wangen in Kiefern er fragt ihm wer ihnen die Goschen durchgeschossen hat wie wann er das nicht wissen möchte, dass man im Felde mit scharfer Munition schiesst, oder liegen Patienten in Fieber von die reisst er die Decken herunter und müssen aufstehen.

Die russischen und italienischen Kriegsgefangenen die hier sind die haben viel besser wie wir die können ausgehen wann sie wollen dafür bekommen wir nur Sonntags von 2 Uhr nachmittag bis 6 Uhr Abends Ausgang wo auf anderen Sektionen bereits jeden Tag Ausgang ist, es sind viele Patienten hier von der Nähe, die möchten sich was zu essen holen bekommen aber keine Erlaubnis dazu und hier müssen sie länger Hunger leiden, nur selten bekommt man Erlaubnis.

Es wäre noch mehr zu schreiben wir hoffen aber dass unsere Bitte erhört wird und der Herr Sektionskommandant einmal an die Front geschickt wird, wo er schon längst hin gehört.“

Dr. Kotesovec, mit dem Inhalt des Briefes konfrontiert, schrieb an das Spitalskommando:

„Ich melde, dass die in dem beigelegten anonymen Brief angeführten „Klagen“ jeder positiven Grundlage entbehren und erkläre die Behauptung ich hätte die Worte: „Wer hat Ihnen die Goschen durchgeschossen“, jemals ausgesprochen, für eine Lüge. Vielmehr habe ich die mir vom Spitalskommando zugewiesenen Patienten human und mit Liebe behandelt und habe des Öfteren die größte Freude des Arztes erlebt, dass von mir operierte Patienten, wenn sie rekonvalesziert waren, spontan mir ihren Dank ausgesprochen haben.

Die weitere Behauptung, dass die Patienten keinen Ausgang bekommen beruht ebenfalls auf Unwahrheit. Von der III. Sektion waren z. B. im Monate Juli 1918 105, im Monate August 1918 158 Patienten auf kurze 2-4tägige Urlaube aus Familienangelegenheiten beurlaubt. Nebstdem werden prinzipiell an Sonn- und Feiertagen sämtliche ärztlich dazu geeignet Patienten für den ganzen Nachmittag beurlaubt und an Wochentagen wurden diejenigen, welche darum aus irgend welchem Grunde bittlich waren, nie abgewiesen.

Die Soldaten aus naher Umgebung bekommen Rayonsüberschreitungen und wurden dieselben an Sonn- und Feiertagen, wenn es zulässig war, immer bewilligt, so dass ihnen die Gelegenheit geboten wurde den ganzen Tag bei der Familie zu verbleiben und Nahrungsmittel sich zu holen.

In besonders berücksichtigungswürdigen Fällen (Anbau – Erntezeit) haben die Bauern aus der nächsten Umgebung sogar jeden Tag den ganzen Nachmittag Ausgang bekommen, damit sie, falls der Zustand es erlaubte, zu Hause aushelfen könnten.

Aus dem Besagten geht hervor, dass die Leute genügend Freiheit hatten, abgesehen davon, dass die große Anstalt mit fast kilometerlangen guten Wegen genügend Gelegenheit zum Spazieren bietet. Man hat diese Bewegungsfreiheit nicht gehemmt nur Ansammlungen waren den Sommer über, des verhängten Standrechtes wegen, verboten.

Ich habe allerdings mir die größte Mühe gegeben, dass ich als Kommandant die Disziplin erhalte, ich war, was die Ordnung anbelangt   strenge, ich habe eigenmächtiges Entfernen aus der Anstalt nicht geduldet und immer verlangt, dass die Patienten bei der Visite vollzählig zugegen sind.

Ich wollte die III. Sektion, welche bereits in den ersten 6 Monaten des Jahres 1918 6.004 Zugang und 5.991 Abgang hatte, in jeder Hinsicht auf die höchste Stufe der Leistungsfähigkeit bringen, dazu habe ich nach der Vorschrift reconvalesziert und ich habe das Gefühl, dass diese Momente: Disziplinverlangen und Reconvaleszierungen mir die Feindschaft des anonymen Schreibers zugezogen haben.

Pardubitz am 4. September 1918„

Die Angelegenheit wurde vom k. u. k. Kriegsministerium nicht weiter verfolgt, nachdem sich Majewski, der Kommandant des Reservespitals Nr. 2, folgendermaßen dazu geäußert hatte:

„Die von mir gepflogenen eingehenden Erhebungen lieferten keinen Anhaltspunkt für die Annahme, daß die im anonymen Schreiben gegen den RA [=Regimentsarzt] Dr. Kotesovec angeführten Beschuldigungen auf Wahrheit beruhen.

RA Dr. Kotesovec ist ein äußerst fleißiger pflichttreuer Arzt, der in seinem Beruf human und fürsorglich, dabei gut erzogen und unfähig ein derartiges Benehmen gegen Kranke zu bekunden.

Es hat ihn tief geschmerzt, dass ein anonymes Schreiben seine Ehre als Arzt angetastet hat…“

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

„1. Weltkrieg & Medizin“ [41]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 7.2 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

„1. Weltkrieg & Medizin“ [41]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 7.2 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

  1. Teil

Auszug aus dem Bericht des Chefs des militärärztlichen Offizierskorps über die in der Zeit vom 21. bis 25. Jänner 1918 vorgenommene Inspizierung der Militärsanitätsanstalten in Kolin, Leitmeritz und Pardubitz:

Sektion III:Kommandant: Landsturmregimentsarzt Jaromir KOTESOVEC [siehe Beitrag Folge 5.3];
Chirurgische Abteilung 1.254 Kranke, eingeteilt als Chirurg der Schweizer Arzt Nino ENDERLIN, viele schwere Fälle, Schussfrakturen der unteren Gliedmaßen, Behandlung mit Extensionsverbänden Steinmann‘sche Nagelung [= Steinmann-Nagel,[nach dem Schweizer Chirurgen Fritz Steinmann, 1872-1932: Vierlamellennagel zur Einrichtung von Knochenbrüchen].Ärztliche Behandlung gut, bei manchen eiternden Fällen (Geruch) wäre häufigerer Verbandwechsel angezeigt; Pflegedienst hier besser als in der I. Sektion, reichsdeutsche Oberschwester macht guten Eindruck, Nachtinspektionsdienst geregelt, Kontrollbuch eingesehen: Krankenräume der Schwerkranken geheizt, der Sektion wurde eben ein Waggon Kohle zugewiesen. Seitens der befragten Kranken sowie auch der Schwestern Klagen über unzureichende und kalte Kost.Interne Abteilung: hier keine regelrechte Sortierung der Kranken, viele Malariafälle (300), Unterschenkelgeschwüre, sonstige Fälle kleiner Chirurgie. Von den Malariarekonvaleszenten könnten viele zur Ersatzabteilung entlassen werden (ist laut Meldung des Sektionskommandanten bereits in Aussicht genommen).Verköstigung: Die Diätordination [DUDEN: (Medizin) ärztliche Verordnung]  seitens der Ärzte würde, entsprechen wenn die vielen Extraordinationen, auch wirklich verabreicht würden. Die Vorsorgen bezüglich rechtzeitiger Fassung der Verpflegsartikel seitens des Küchenaufsichtsoffiziers (Militärapotheker) sind ungenügend; z. B. erhielten die Kranken den ordinierten Wein nicht, weil angeblich keiner vorhanden war. Ich überzeugte mich jedoch, dass im Militärverpflegsmagazin eine Anzahl großer Fässer rumänischen Weins lagern. Allerdings war im Fassungsbuche der Sektion der Wein am Vortage seitens des Militärverpflegsmagazins gestrichen worden, angeblich weil an diesem Tage wegen Skontrierung (!) keine Fassungen durchgeführt wurden. Auch hier werden an Stelle von Milchspeisen Kartoffel verabfolgt, deren Qualität häufig schlecht sein soll.Sektionsapotheke: Genügende Vorräte an den wichtigsten Medikamenten, Chinin in Tabletten und Pulverform, Natr. Salicyl., Antipyrin, auch Ipecacuanha und Senega (noch aus der Zeit der Zivilverwaltung herrührend) vorhanden, in entsprechenden Behältnissen, Desinfektionsmittel. Ordnung und Nettigkeit ohne Anstand. Anschließend wurde das Militärverpflegsmagazin, welches die Vorräte für das ganze Spital, Fleischerei, Bäckerei etc. verwaltet, besichtigt. Brot, Mehl, Zucker in großen Mengen, Marmelade, Kraut. Mangel herrscht an Milch und Gemüsen.24. 1. 1918: Sektion V:Kommandant: Stabsarzt der Reserve Johann SEDIVEC [siehe blog-Beitrag Folge 5,3];

Befragt über die Organisation des ärztlichen Dienstes, meldet der Sektionskommandant, dass infolge Enthebung des früheren Chefarztes der Chirurgischen Abteilung von der Militärdienstleistung d. z. ein Arzt (Landsturmoberarzt Ernst HIRSCH, Chirurg, der überdies derzeit fußleidend ist, mit der Überwachung des gesamten ärztlichen Dienstes in der Sektion betraut ist, während die übrigen Ärzte (7) als Barackenärzte verwendet werden. Es ist unmöglich, dass ein Chefarzt 1.347 Kranke ärztlich übersieht; die Leitung des Dienstes in der Sektion ist Sache des Kommandanten.

Offiziersbaracke: Zumeist Rekonvaleszente, manche die nur auf das Einlangen der beantragten Urlaubsbewilligung warten und nicht mehr spitalsbedürftig sind! Der Sektionskommandant wurde angewiesen auf die eheste Rekonvaleszierung der nicht mehr Spitalsbedürftigen den gebotenen Einfluss zu nehmen.

In den Mannschaftskrankenbaracken, in welchen schwere interne und chirurgische Fälle untergebracht sind, sind die Krankenräume geheizt; Zimmerordnung ungenügend, desgleichen die Krankenpflege; die anwesende reichsdeutsche Oberschwester bestätigt, dass die Pflegerinnen fachtechnisch auf niedrigem Niveau stehen; dass auch der Fleiß zu wünschen lässt. Die befragten Kranken äußerten sich über unzureichende Kost. Die Diätordinationen in den Ordinationszetteln und auf den Kopftafeln sind zwar reichlich bemessen, wegen angeblichem Mangel der betreffenden Verpflegsartikel werden jedoch die ordinierten Speisen (insbesondere Milch, Milchkaffee, Milchspeise) nicht verabfolgt bzw. durch Kartoffel ersetzt.

Austauschinvalidenabteilung: derzeit 610. Vom Transport 29. Dezember 1917 gehen heute 108 Mann nach Budapest, 47 Mann nach Wien ab. Quarantänedauer 21 Tage. Die Baracken sind nicht geheizt (Temperatur um 7 Grad Celsius plus), die Leute liegen daher im Bett, da die Monturen noch in der Desinfektion und keine genügende Anzahl Reservemonturen vorrätig sind. Klagen seitens der Mannschaft, außer über Kälte wurden nicht geäußert. Zimmerordnung entspricht. Unter dem aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen kontumazierten Sanitätspersonal befindet sich ein Sanitätssoldat Zbigniew KOZLOWSY des IR 13. Dem anwesenden Spitalskommandanten wurden die in Leitmeritz vernommenen Anschuldigungen mitgeteilt und das Spital angewiesen sich über das in Leitmeritz veranlasste telegraphisch anzufragen. Bei den protokollarischen Einvernahmen der ungarischen Austauschinvaliden soll nicht immer ein ungarischer Dolmetsch anwesend sein.

Sektionsküche: Suppe entspricht der Qualität nach, jedoch ohne Einschneidesemmel obwohl im Viktualienmagazin   https://de.wikipedia.org/wiki/Viktualien genügend weißes Brot vorhanden; Fleisch: die abgewogenen Portionen unter dem vorgeschriebenen Gewicht (5 Portionen = 350 Gramm), Rindsbraten (5 Portionen = 450 Gramm), Beilage: Knödel gut. Desgleichen die Extramehlspeise (Semmelschmarrn) von gutem Geschmack. Ich besichtigte die Kartoffel im Magazin, fand viele gefroren, fleckig, faulig und wies eine Anzahl fauliger Kartoffel der Verwaltungskommission vor. Die Speisen werden in offenen Sammelgefäßen von den Küchen auf die Krankenzimmer getragen und dort von den Pflegerinnen verteilt; den Kontrolldienst üben die Aufsichtsunteroffiziere aus. Die von der Zivilverwaltung seinerzeit übernommenen Thermophorkisten werden nicht benützt, sollen teilweise schadhaft und schwer transportabel sein. Das Aufwärmen der Speisen in den entfernt gelegenen Baracken sollte in den Teeküchen geschehen, unterbleibt vielfach wegen Mangel an Heizservis, die Speisen werden daher oft ausgekühlt verabreicht.

Die Besichtigung des der V. Sektion zugewiesenen Operationspavillons ergab reichliche Ausstattung mit allen chirurgischen Behelfen, insbesondere reichliches chirurgisches Instrumentarium. Der Operationspavillon wird derzeit wenig benützt, die kleineren Eingriffe, Verbände werden in der gleichfalls reichhaltig ausgestatteten Verbandbaracke vorgenommen.

Sektion II:

Sektionskommandant Landsturmregimentsarzt Karl FIALA. [siehe blog-Beitrag Folge 5,3];

Krankenstand: 1.787. 2. Abteilung für Hautkrankheiten und Venerie: Chefarzt Univ. Doz. Dr. Anton TRYB (Facharzt); fachlich einwandfreie ärztliche Behandlung.

Zu bemerken: große Anzahl von Unterschenkelgeschwüren, die Anordnung, dass diese Kranken liegen sollten, erscheint nicht allenthalben durchgeführt. Es fiel die Unsauberkeit der Betten auf, welche allerdings bei den Hautkranken, die verschiedene Salben gebrauchen, erklärlich ist, jedoch auch auf den ungenügenden Wechsel der Bettwäsche zurückzuführen ist. Laut Angabe mehrerer Kranken wurden die Leintücher seit Ende Dezember nicht gewechselt. Der herbeigerufene Ökonomieoffizier (Militärapotheker) meldete, dass infolge Wassermangels die Sektionswäscherei dem Bedarf nicht nachkommt. Ich begab mich in das Wäschemagazin der II. Sektion und überzeugte mich, dass dort 4.000 Stück neue, noch nicht gebrauchte Leintücher lagern. Der Sektionskommandant wurde angewiesen den Austausch ehestens zu bewirken.

Der eingangs erwähnte Übelstand ungenügender Bäderverabreichung wegen Wassermangel macht sich hier auch in therapeutischer Hinsicht (Scabies, parasitäre Hautkrankheiten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=553) sehr ungünstig fühlbar.

1. Abteilung für venerische Kranke, Chefarzt Dr. Wilhelm LAUTERSTEIN (Facharzt)[siehe blog-Beitrag Folge 5,3];

Ärztliche Behandlung entspricht, die Behandlungsbaracken sind gut ausgestattet, Gonoccenuntersuchung im eigenen Laboratorium, für Lues in der Wassermannstation
https://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Wassermann im bakteriologischen des Spitals. Führung der Vormerkblätter entspricht Prosektur, bakteriologisch- histologisches Laboratorium, Wassermannstation stehen unter fachmännischer Leitung.

Ende des 2. Teils

Über das Ergebnis der Inspizierung in Pardubitz – in Bezug auf die durch den Reichsratsabgeordneten Albert SEVER dem Kriegsministerium zugekommene Beschwerde wird resumierend berichtet:

a) Die Beschwerde, dass sämtliche Kranke und Verwundete hier ohne Pflege liegen ist gewiss ungerechtfertigt, wenn auch auf einzelnen Baracken der Pflegedienst ein ungenügender ist. Viele befragte Schwerkranke äußerten keine Klagen über Vernachlässigung. Dasselbe gilt bezüglich der Beschwerde über Mangel an Verbänden.
b) über die Beschwerde, dass vom 22. Bis 28. Dezember 1917 keine ärztliche Visite abgehalten wurde, konnte bei den ungeheuren Dimensionen des Spitals mangels näherer Angaben, auf welcher Sektion, welcher Abteilung, nichts Positives eruiert werden.
c) die Beschwerde über Kälte in den Baracken ist bei Leichtkranken stichhältig, wird durch Kohlenmangel begründet. Die Schwerkrankenräume sind geheizt (Temperatur plus 12 bis +14 Grad Reaumur[=15 bis 17 Grad Celsius]). Die Decken sind teilweise dünn, es sind jedoch genügend Decken auf den Abteilungen und in den Magazinen vorhanden (ca. 30.000).
d) die Aborte sind wegen der angeführten Wassernot ungenügend rein gehalten. Die Angaben in der Beschwerde sind übertrieben.
e) die von einer Anzahl von Kranken tatsächlich geäußerten Klagen über unzureichende Nahrung ist nach den gewonnenen Eindrücken weniger auf den Mangel von erforderlichen Verpflegsartikeln – wirklicher Mangel herrscht insbesondere an Milch und Gemüse – als auf nicht genügende Kontrolle der Küchenwirtschaft zurückzuführen. Die Einteilung geeigneterer Aufsichtsorgane, eine häufig sanitäre und ökonomisch-administrative Inspizierung der einzelnen Sektionen ist geboten.

Text: Reinhard Mundschütz

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

„1. Weltkrieg & Medizin“ [40]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 7.1 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

„1. Weltkrieg & Medizin“ [40]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 7.1 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

Ausgelöst wurde die Inspizierung durch ein Schreiben verwundeter Soldaten, das der  Reichsratsabgeordnete Albert SEVER [https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Sever] an den Vorstand der 14. Abteilung im Kriegsministerium Generalstabsarzt Dr. Johann FRISCH [Die k. u. k. Armee hatte zwei etatmäßige Generalstabsärzte, die im Rang eines Generalmajors standen. Einer war Chef des militärärztlichen Offizierskorps und führte den Vorsitz im Militärsanitätskomitee, während der andere der Abteilung 14, der Sanitätsabteilung im k. u. k. Kriegsministerium, vorstand] weitergeleitet hatte.

Schreiben der verwundeten Soldaten:

Wir Patienten des k. u. k. Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz, Böhmen, bitten uns behilflich zu sein, die für ein Spital unglaublichen Übelstände abzuschaffen.
Wir erlauben uns folgendes anzuführen:
Sämtliche Kranke und verwundete Soldaten liegen hier ohne Pflege, Verbände werden nicht angelegt, vom 22. Dezember bis 28. Dezember [1917] war keine ärztliche Visite. Die Pflegeschwestern sahen sich um die Patienten nicht um.
In einzelnen Baracken herrscht grimmige Kälte, die untergebrachte Mannschaft muss sich mit der Montur niederlegen, nachdem die Baracke nicht geheizt wird, und die Decken der Kranken und Verwundeten zu wenig Wärme geben.
Die Aborte werden nicht gereinigt, schwimmen von Unrat, die Mannschaft muss in diesen, jeder Hygiene spottenden Räumen ihre Notdurft verrichten. Die Menage ist so gering, dass die im obigen Spitale Untergebrachten Hunger leiden, dazu soll von diesem wenigem, was die Mannschaft erhält, noch Nahrung verschleppt werden.
Wir bitten uns helfen zu wollen und obigen Brief an den Herrn Sanitätschef leiten zu wollen.

Auszug aus dem Bericht des Chefs des militärärztlichen Offizierskorps über die in der Zeit vom 21. bis 25. Jänner 1918 vorgenommene Inspizierung der Militärsanitätsanstalten in Kolin, Leitmeritz und Pardubitz:

Eintreffen im Spitale am 23. Jänner 1918 8 Uhr 15 vormittags, unangesagt.
Krankenstand an diesem Tag: 8.988, darunter 130 Gagisten. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gagist] Vorweg ist zu bemerken, dass infolge Kohlemangel in den Baracken, mit Ausnahme jener, in welcher Schwerkranke untergebracht sind und mit Ausnahme der Behandlungsräume (Operations-Untersuchungs-Ordinationszimmer, Kanzleien) recht niedrige Temperaturen (zwischen plus 7 und 8 Grad Celsius bei einer Außentemperatur von plus 1,5 Grad Celsius) herrschen. In den letzten Tagen langten mehrere Waggon Kohle ein, täglicher Gesamtbedarf soll 6 Waggon sein.
Ein allgemeiner Übelstand ist ferner der Wassermangel, welcher sich durch ungenügende Verabreichung von Bädern, Hemmung des Wäschereibetriebes und Versagen der Klosettspülung infolge Absperrung der Wasserleitung in hygienisch äußerst ungünstiger Weise fühlbar macht. Demzufolge ist die Körperreinigung namentlich auf den Abteilungen für Hautkranke ungenügend, in den Klosettmuscheln stagnieren Dejekte [DUDEN = Ausscheidung] bis sie durch von außen öfters im Tage herbeigeholtes Wasser durchgespült werden.
Wahrnehmungen bei Besichtigung einzelner Krankenabteilungen:
Sektion I: Kommandant: Stabsarzt d. Reserve Maximilan SCHNECK [siehe blog-Beitrag Folge 5,3]; Trachomabteilung [https://de.wikipedia.org/wiki/Trachom]
725 Kranke, der überwiegende Teil der Kranken befindet sich über 4 Monate, viele über ein halbes Jahr in Behandlung, laut Meldung des Chefarztes ist im Sinne des Kriegsministerium Erlasses die Rekonvaleszierung bzw. Superarbitrierung [DUDEN= (österreichisch) für dienstuntauglich erklären] von ca. 200 Mann bevorstehend. Klagen über Kälte (ca. plus 7 Grad Celsius), jeder Mann hat zwar 2 Decken, die jedoch dünn sind. Der Chefarzt traf die Einrichtung, dass abwechselnd eine Baracke geheizt wird und daselbst die Augenbehandlung vorgenommen wird. Besondere Klagen über die Qualität der Kost werden nicht geäußert, quantitativ sei sie oft unzureichend, viele Einheimische erhalten Esswaren von daheim. Zu bemerken wäre der Mangel einer systematischen Tagesbeschäftigung.
Malariaabteilung: 336 Kranke; Körpertemperaturmessungen mangelhaft; Blutuntersuchungen werden nicht systematisch durchgeführt (die schwereren Fälle befinden sich in der Sektion VI). In den Baracken mit Steinboden ist die Kälte empfindlicher. Das Pflegepersonal steht nicht auf dem wünschenswerten Niveau, weder fachlich noch in sozialer Hinsicht.
Türkenabteilung: 672 Kranke, laut Meldung des Sektionskommandanten wurde ein großer Teil der türkischen kranken Soldaten zum Abtransport angemeldet, bisher erfolgte keine Abinstradierung [DUDEN= (veraltet) Soldaten in Marsch setzen], angeblich Mangel an Transportmitteln.
Meistens Folgezustände nach Kriegsverletzungen, mehrere Amputierte. Keine Beschwerden geäußert. Die besichtigten Verbände fachlich richtig angelegt.
Die erstklassige Operationseinrichtung im Operationspavillon, welcher der Sektion I zugwiesen ist, wird zurzeit wenig benützt, da in letzter Zeit wenig frische Fälle einlangen. In der Baracke XI traf ich einen Türken (angeblich Sanitätssoldat), der mit Bewilligung des türkischen Aufsichtsoffiziers in einer Kantine Lebensmittel verkauft; laut Aussage der Kranken verlangt er für einen Brotwecken 8 Kronen, für eine Semmel 1 Krone 40 Heller!! – wegen Herkunft der Ware und Preishöhe das Spitalskommando zur strengen Kontrolle verhalten.
Infektionsabteilung: 341 Kranke: insbesondere Dysenterie, teilweise in rekonvaleszenten Stadium, Tuberkulose, offene Formen abgesondert; in den Expektanzbaracken in kleinen Zimmern einige Offiziere und Fähnriche, Rekonvaleszenten nach Typhus, Paratyphus und Dysenterie, deren Entlassung aus dem Spitale veranlasst wurde.
Küche der Sektion I: Die Visitierung der Kost ergab: lautere Suppe aus Knochen bereitet, wenig schmackhaft, Kartoffelsuppe (besser); Fleisch: faschierter Rindsbraten. Fleischknödel, durchschnittliches Gewicht 150 g (laut Küchenzettel werden hierzu 180 g rohes Fleisch und 30 g Semmelbrösel verwendet). Zubereitung entspricht; wegen Mangel an Milch – die Sektion erhielt am Inspektionstage statt der angeforderten 157 Liter nur 50 Liter – konnten Milchspeisen nicht erzeugt werden und erhielten die Kranken als Ersatz Kartoffel; dieser Vorgang ist in mehreren Sektionsküchen üblich, die Verwaltungskommission und das Spitalskommando hat von dieser Art der Surrogierung – die vom ärztlichen Standpunkte auch nicht allgemein zu billigen ist – keine Kenntnis. Brot wird in Wecken zu 1.600 Gramm ausgebacken, erhält der Kranke ein Viertel Wecken, das Brot wird morgens verteilt und zumeist gleich gegessen. Weißes Brot zu 100 gramm. Portionen vollgewichtig, Qualität entspricht.
Nach übereinstimmenden Angaben vieler befragter Kranken erhalten sie: morgens schwarzen Kaffee, mittags: Suppe und eine Speise und zwar 1-2 Mal wöchentlich Gulyas, oder Kraut, oder Kartoffel oder eine Mehlspeise. Eine Zubuße in Form eines Gabelfrühstücks oder einer Jause wird nicht verabreicht. Abends sollen auch bisher öfters sogenannte „Stinten“ das sind kleine Fische ohne weitere Zubereitung ausgegeben worden sein, die nicht gerne gegessen wurden. Beim Militärverpflegsmagazin befindet sich auch aus diesem Grunde kein Vorrat an diesen Fischen mehr.

Ende des 1. Teils

Zu Dr. Johann Jakob FRISCH lesen Sie bitte:

Geboren in ERLAU [https://de.wikipedia.org/wiki/Eger_(Ungarn)] in Ungarn am 7. Februar 1861 als Sohn eines Malers. Er studierte Medizin an der medizinischen Fakultät der Universität in Budapest, wo er am 23. Oktober 1886 promovierte. Am 2. Februar 1882 assentiert [DUDEN:(österreichisch veraltet) auf Militärdiensttauglichkeit hin untersuchen] , diente er als einjährig freiwilliger militärärztlicher Eleve im Garnisonspital Nr. 16 in Budapest (vom 1. Oktober 1883 bis 30. September 1884). 1887/88 wurde er für ein Jahr an die chirurgische Klinik von Professor Dr. Josef KOVACS zwecks Weiterbildung kommandiert. 1899 legte er die stabsärztliche Prüfung  [Betrachtungen über die stabsärztliche Prüfung 
Teil 1 http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1897&size=45&page=87 und Teil 2 http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1897&size=45&page=97] „mit entsprechendem Gesamterfolg“ ab.
Weitere Stationen seiner militärärztlichen Karriere waren:
— 1902-1907: Garnisonschefarzt und Truppenspitalskommandeur in RZESZOW
https://de.wikipedia.org/wiki/Rzesz%C3%B3w
— 1907-1910: Chefarzt an der Technischen Militärakademie in MÖDLING   https://de.wikipedia.org/wiki/K.u.k._Technische_Milit%C3%A4rakademie
— 1910-1916: im Garnisonspital Nr. 2 in WIEN; zuerst als Stellvertreter des Spitalskommandanten, Ende 1912 zum Kommandanten ernannt.
— November 1916- März 1917: Sanitätschef des Militärkommandos Wien.
— März 1917 – Kriegsende 1918:  Vorstand der Sanitätsabteilung (Abteilung Nr. 14)  im k. u. k. Kriegsministerium.

Zeitgenössische Berichte über ihn in Tageszeitungen: Der neue Sanitätschef des Militärkommandos Wien

IN: Neues Wiener Journal vom 1. Dezember 1915 http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19151201&seite=9&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Bfrisch%22&provider=P02&ref=anno-search

Ernennung zum Vorstand der 14. Abteilung des Kriegsministeriums

IN: Fremden-Blatt 10. März 1917

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fdb&datum=19170310&seite=26&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Bfrisch%22&provider=P02&ref=anno-search

Foto von Johann FRISCH siehe: Erzherzogin Maria Therese im Kriegsspital VI (Wien-Simmering)

IN: Das interessante Blatt 25. Jänner 1917

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dib&datum=19170125&seite=9&zoom=33&query=%22dr%2Bfrisch%22&provider=P02&ref=anno-search

Beschwerde über Johann FRISCH

IN: Arbeiterzeitung 1. Februar 1918

Zu Professor Dr. Josef KOVACS lesen Sie bitte einen zeitgenössischen Nachruf aus der Wiener Medizinischen Wochenschrift aus dem Jahr 1897, Nr. 33

„Nachruf Josef KOVACS pdf“

Zu Dysenterie und Kriegstyphus zwei Artikel:

Über Dysenterie von Gustav SINGER

IN: Militärarzt 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1914&size=45&page=251

Beobachtungen über Kriegstyphus von Alexius REISZ

IN: Militärarzt 1916

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&size=45&page=205

Text: Reinhard Mundschütz

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

„1. Weltkrieg & Medizin“ [28]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 2)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918

Folge 2 – Teileröffnung im Frühjahr 1915, Beschreibung und Aufgaben des Spitals aus „journalistischer Sicht“

Die (Teil)Eröffnung des Spitals wurde in einem sehr umfangreichen und äußerst informativen Artikel in der Morgenausgabe des Prager Tagblattes vom Dienstag, den 20. April 1915 angekündigt.

Lesen Sie hier bitte den Artikel in vollem Umfang:

Das größte Militär-Barackenspital am Kontinent – 10.000 Betten im Pardubitzer Barackenspital

Im Laufe der nächsten Tage wird in Pardubitz die letzte Abteilung des Militärbarackenkrankenhauses fertiggestellt werden. Es ist das größte Barackenspital am Kontinent und wird nicht weniger als 10.000 Betten umfassen. Das Krankenhaus ist als Quarantänestation gedacht und auch dementsprechend zweckmäßig ausgestattet.

Das Spital wird sämtliche verwundeten und erkrankten Soldaten, die vom Kriegsschauplatze nach Böhmen transportiert werden, aufnehmen und dort werden die Soldaten eine mehrtägige Quarantäne durchmachen, um festzustellen, ob sie nicht mit einer infektiösen Krankheit, die der Krieg mit sich bringt, behaftet sind. Falls bei einem Soldaten eine solche Krankheit festgestellt ist, wird er in die Infektionsabteilung des Krankenhauses bis zu seiner Wiederherstellung aufgenommen. Die nicht infizierten Soldaten kommen in die sogenannte „reine Abteilung“ und von dort werden sie nach einer gewissen Zeit in die gewöhnlichen Krankenhäuser des Hinterlandes geschafft. Das Pardubitzer Barackenspital hat also die derzeit wichtigste Aufgabe, eine Ausbreitung verschiedener Epidemien unter der Zivilbevölkerung des Landes zu verhindern und man ist fest überzeugt, daß die zweckmäßige Einrichtung dieses Krankenhauses einen vollen Erfolg dieser Aufgabe verbürgt.

Das Spital wurde anfangs Dezember 1914 in kleinem Maßstabe dem Betriebe übergeben und später umfasste es 13 Abteilungen mit 2200 Betten. In der Quarantänestation sind derzeit 20 Ärzte beschäftigt; das Spital hat auch seine eigene bakteriologische Station. Durch die Vollendung des Barackenlagers wird die Pardubitzer Quarantänestation eine ganz andere Gestaltung erhalten.

Die Baracken sind auf den Gründen des ehemaligen Exerzierplatzes auf einer Fläche von 800.000 Quadratmeter aufgestellt.

Pardubitz_Karte

Die Länge der Hauptstraße der Station beträgt 1200 Meter, die Breite 800 Meter. Auf dieser Riesenfläche stehen 206 Baracken und 125 andere administrative Gebäude, so zum Beispiel die Wohnungen der Ärzte, der Krankenpflegerinnen, des Dienstpersonals, eine Kaserne für die Soldaten, die Apotheke, die Operationssäle.

Die Totenkammern, Verbrennungsöfen, diverse Werkstätten, Bäckereien etc. Die Quarantänestation besteht aus zwei Abteilungen und zwar einer Abteilung für Gesunde und einer Abteilung für Kranke. Die Abteilung für Gesunde ist durch einen Schienenstrang mit dem Pardubitzer Bahnhofe verbunden. In der Abteilung für Gesunde sind auch die administrativen Zentralämter, ein selbständiges Bahnamt, ein eigenes Post- und Telephonamt für die Quarantänestation untergebracht.

Die Krankenabteilung besteht aus 206 Baracken, von denen eine jede fünfzig Betten besitzt, so daß im ganzen in der Station insgesamt 10.000 und im Notfalle auch mehr untergebracht werden können. Diese Baracken sind in fünf selbständige Abteilungen eingeteilt und zu diesen führt vom Bahnhofe ein zweiter Schienenstrang.

Die erste Abteilung, die dem Pardubitzer Bahnhofe am nächsten liegt, ist für die Infektionskranken bestimmt. Die zweite Abteilung ist fakultativ, das heißt, es werden dort, wenn notwendig, auch Soldaten, die mit Infektionskrankheiten behaftet sind, untergebracht; die weiteren 3 Abteilungen sind für verwundete und kranke Soldaten bestimmt, die dort wenigstens sechs Tage oder – da bei Flecktyphus die Inkubationsfrist zwanzig Tage dauert – auch länger verbleiben. Jede Abteilung ist durch Drahtzäune abgesperrt und bildet ein selbständiges Ganzes; sie hat eine eigene Bahnstation, ihre eigene Verwaltung, ihre Ärzte und Pflegerinnen, eine eigene Apotheke, einen Verbrennungsofen für Abfälle und amputierte Glieder. Die Abteilung für Nichtinfektiöse hat einen gemeinsamen Operationssaal, während die Infektionsabteilung und die fakultative Abteilung jede für sich einen eigenen Operationssaal besitzt. Die Isolierung ist so streng durchgeführt, daß selbst die Speisen in jeder einzelnen Abteilung hergestellt werden.

Ein sehr wichtiges Problem bildet auch die Lebensmittelversorgung dieser großen Station. Bei vollem Belag dürfte die Station täglich etwa 13 schwere Ochsen konsumieren. Die Erzeugung von Brot wird in der Station selbst besorgt und zu diesem Zwecke wird in der Station eine eigene Bäckerei errichtet.

Der Aufwand für das Barackenlager ist auf etwa 12 Millionen Kronen berechnet. Nicht weniger als 5.000 Arbeiter und Gewerbetreibende haben an der Errichtung dieses großen Barackenlagers mitgearbeitet. Das Barackenlager wird zwei eigene bakteriologische Institute haben und als Chefoperateur wird Prof. Dr. JEDLICKA aus Prag fungieren.

[[zur Biografie Rudolf JEDLICKA`s lesen sie bitte https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Jedli%C4%8Dka
http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_J/Jedlicka_Rudolf_1869_1926.xml
und in tschechischer Sprache
https://www.upmd.cz/rudolf-jedlicka/ ]]

Die Sichtung der vom Kriegsschauplatze eingetroffenen Soldaten erfolgt im ersten Aufnahmebahnhof, der auf dem sogenannten Infektionsschienenstrange gelegen ist. Es ist dies ein großes Gebäude mit gedecktem Perron, wo eigene Zimmer für Ärzte und Pflegerinnen, ein Teehaus und eine große Anzahl von Badegelegenheiten untergebracht sind. Jeder Soldat wird nach der Auswaggonierung sofort gesäubert und gebadet, sodann von den Ärzten untersucht und nach Sicherstellung der Erkrankung in die diesbezügliche Abteilung gebracht. Die verdächtigen Fälle werden zuerst in die ganz isolierten Expektorationsräume gebracht, wo für 80 Personen Platz ist. Für sichergestellte Cholera- und Flecktyphuserkrankungen ist auf diesem Bahnhofe eine eigene Abteilung errichtet.

In jeder der fünf Barackenabteilungen werden 25 Ärzte, 150 Pflegerinnen und 150 Administrationsbeamte usw. tätig sein, insgesamt werden in der Barackenstation 125 Ärzte, 750 Pflegerinnen beschäftigt sein. Vor jeder Abteilung ist außerdem eine Kaserne für eine Bedeckungsmannschaft von 80 Soldaten errichtet.

Das Barackenlager hat auch eine eigene Feuerwehr, der drei 20 Meter hohe Observationstürme, durch Telephon mit der Zentral- und Administrationsleitung verbunden, zur Verfügung stehen. In jeder Abteilung werden auch Minimaxapparate
[[= tragbarer Feuerlöscher Minimax; siehe folgenden Link http://www.technischesmuseum.at/objekt/feuerloeschapparat-minimax-handfeuerloescher-mit-stoszknopf-um-1930 ]] aufgestellt.

Die Küchen und Waschhäuser der Barackenstation sind den gegebenen Umständen angemessen in riesengroßen Dimensionen gehalten. Jede Küche hat zwei große Küchenöfen, 16 Kessel für je 400 Liter Wasser und eine Gefrier- und Kühlanstalt. Die Waschhäuser sind für das tägliche Waschen von 10.000 Kilogramm infizierte und 8.000 Kilogramm reine Wäsche eingerichtet. Die Wäsche der Ärzte und der Pflegerinnen wird in einer eigenen Abteilung gewaschen. Bei jeder Wäscherei gibt es auch Desinfizierungsapparate.

Die Kanalisierung und die Wasserleitung der Barackenstation sind ebenfalls in großartiger Weise eingerichtet worden. Die Länge der Kanalisierung beträgt etwa 45 Kilometer. Das Barackenlager hat eine eigene Wasserleitung. Es wurde Vorsorge getroffen, daß die Abfälle aus der Kanalleitung der Barackenstation, bevor sie in die Leitung der städtischen Kanalisierung kommen, desinfiziert werden.

Außer drei modern eingerichteter Operationssäle hat die Station zwei Seziersäle, zwei Totenkammern und einen selbständigen Friedhof, der neben dem städtischen Friedhof hinter Pardubitz auf einer Grundfläche von 14 Strich [alte Bezeichnung für: streifenartiger, schmaler Teil eines bestimmten Gebietes] errichtet wurde.

Text: Reinhard Mundschütz

“1. Weltkrieg & Medizin” –>alle Beiträge

„1. Weltkrieg & Medizin“: Feldspital 2/14 in Olejow (Galizien) Teil II [11]

Feldspital 2/14 in Olejów (Galizien; September 1915 bis Juli 1916) Teil II

Über die wechselnden Aufgaben, Tätigkeiten und Probleme, mit denen sich das Kommando des Feldspitals nun im Jahre 1916 konfrontiert sah, gewähren die Tagebucheintragungen des Sanitätschefs des 4. Korps Einblick:

Aus dem Tagebuch des Sanitätschefs des 4. Korps der k. u. k. 2. Armee

4. JÄNNER 1916

Armeekommando-Expositur KUDOBINCE wird dem 4. Korps die Kraftwagensanitätskolonne 15 aus 9 Auto bestehend zum Krankentransporte überlassen. Die Kolonne wird in OLEJOW untergebracht, dem Feldspital 2/14 angegliedert und für deren Verwendung Direktiven herausgegeben; die Autos verkehren von OLEJOW nach ZBOROW und nehmen auch von BERANOWCE Kranke mit. Ab ZALOSCE können sie für den schonenden Transport von Schwerkranken und Verwundeten in Anspruch genommen werden. Infektionskranke werden nicht befördert.

Am 3.1. in den Abendstunden trifft die Meldung ein, dass bei der Kriegsgefangenen-Arbeiter-Abteilung Nr. 582 sechs Mann an Flecktyphus erkrankt sind. Feldspital 2/14 wird sofort mit der Assanierung von BIALOKIERNICA betraut, Lagerstroh zugewiesen, und die Divisionen zur Meidung des Ortes verhalten. Armeekommando benachrichtigt. Eine weitere Erkrankung kam bis heute nicht vor. 

——————————————————-

SANITÄTSAUTOKOLONNEN (10 Autos)

Bestimmung des Armeeoberkommandos

Die Sanitätsautokolonnen sind zum Transporte Kranker und Verwundeter bestimmte armeeunmittelbare Anstalten.

Jedes Sanitätsauto ist für die Aufnahme von 4 liegenden Verwundeten eingerichtet. Somit kann eine Sanitätsautokolonne40 solche Verwundete aufnehmen. Leichtverwundete können sitzend  nur auf dem Sitze neben dem Chauffeur und eventuell im Kommandanten- und Klein-Auto fortgebracht werden.

Fahrtgeschwindigkeit einer leeren San.Autokolonne ist höchstens 15 km, einer beladenen San.Aut.Kolonne höchstens 10 km in der Stunde auf guten Wegen.

Die San.Aut.Kolonnen werden mit fortlaufenden Nummern (arabischen Zahlen) bezeichnet.

Der Stand einer SanAutoKol ist der Beilage zu entnehmen. Die Sollbestände an Sanitäts- und Automaterial sind in den jeder Kol. beigegebenen Materialinventaren festgesetzt.

In militärdienstlicher Beziehung bildet jede San.Autokolonne eine selbständige Unterabteilung.

In sanitätsdienstlicher und automobilistischer Beziehung gelten die einschlägigen Spezialvorschriften.

Als Kommandant der SanAutoKol. fungiert der nach Charge und Rang höchste der eingeteilten Offiziere. Ihm kommen die Befugnisse eines detachierten Unterabteilungskommandanten gegenüber dem gesamten Personal der Kolonne zu.

Dem eingeteilten Automobiloffizier obliegt die Leitung des automobiltechnischen Dienstes und die Trainführung.

Dem eingeteilten Militärarzt obliegt die Leitung des gesamten Sanitätsdienstes und die Ausübung des ärztlichen Dienstes.

Die SanAutoKolonnen sind in ökonomisch-administrativer Beziehung als „Transport“ anzusehen.

Zum Thema Kraftfahrzeuge im Dienste der k. u. k. Armee sehen sie bitte:  http://www.oevg.at/aktuell/veranstaltungen/2014/wk1/nachlese/schimon.pdf

——————————————————-

6. JÄNNER 1916

Armeekommando in KUDOBINCE frägt an, wo ihre russische Gefangenen-Arbeiter-Abteilung baden kann. Hierzu wird Feldspital 2/14 in OLEJOW angewiesen.

Letzteres Spital hat eine 2. Fahrküche gebeten für den Desinfektionsbetrieb, jedoch – da keine vorhanden ist – muss die Bitte abgewiesen werden.

8. JÄNNER 1916

Für die badende Mannschaft der Divisionsbäckerei 14 werden 330 Garnituren Wäsche nach OLEJOW dem Feldspital 2/14 zugeschoben.

9. JÄNNER 1916

Feldspital 2/14 bittet um die Zuweisung eines Dampfdesinfektors sowie um Kochkesseln. Der improvisierte Desinfektor funktioniert nicht mit der erwünschten Präzision, auch sind an die Anstalt zahlreiche Formationen zum Baden und Entlausen gewiesen, so dass die Bitte dem Armeekommando vorgelegt wird.

Das Feldspital 2/14 meldet die erfolgte Entlausung der Kriegsgefangenen-Arbeiter-Abteilung in BIALOKIERNICA.

21. JÄNNER 1916

Eine Badeordnung des Feldspital 2/14 wird von der Anstalt vorgelegt.

Gleichzeitig bittet dieses Spital um einen Dampfdesinfektor, da der eigene improvisierte unverlässlich arbeitet, andererseits auch darin Wäsche verbrannt ist. Es wird eine Bitte weitergeleitet an die Salubritätskommission.

1. FEBRUAR 1916

Das Feldspital 2/14 meldet, dass den badenden Truppen die ungewaschene Wäsche zurückgegeben werden muss, da sie sich weigern, gewaschene, jedoch mit Nissen gefüllte Wäsche zu übernehmen. Diese Nissen sind aber nicht lebensfähig, wenn die Wäsche rationell desinfiziert würde.

8. FEBRUAR 1916

Im Feldspital 2/14 ist infolge des erhöhten Betriebes speziell im Abenddunkel die Notwendigkeit aufgetaucht, für ausgiebige Beleuchtung des Schlossgartens zu sorgen und wird zu diesem Zwecke vom Armee-Etappen-Kommando die Zuweisung einer Viktorinlampe erbeten. Gleichzeitig bittet das Spitalskommando um Feuerlöschbomben.

15. Februar 1916

Im zivile häufen sich die Fälle von Infektionskrankheiten, insbesondere erscheint BIALOGLOWY ein Typhus-Nest zu bilden. Der SanChef begibt sich daher in diese Ortschaft und gelangt zur Überzeugung, dass die Epidemie, nachdem sie einen beschränkten Teil  des Ortes befallen hat, leicht einzudämmen sein wird und um dies ohne Überlastung des diensthabenden Arztes durchführen zu können, veranlasst er, dass die Verpflegsstaffeln der 14.ITD [Infanterietruppendivision] zum Feldspital 2/14 mit der Marodenvisite gewiesen werden.

Feldspital 2/14 bittet um Steinkohle für die Beheizung ihrer Desinfektoren. Steinkohle dürfte nicht in erwünschter Menge verfügbar sein, daher werden noch diesbezüglich Erhebungen gepflogen.

16. FEBRUAR 1916

Feldspital 2/14 meldet Entlausung der Kriegsgefangenen-Arbeiter-Abteilung 582, deren periodische Durchführung vom Korps-SanChef schon vor längerer Zeit angeordnet wurde.

17. FEBRUAR 1916

SanChef des 2. Armee-Etappen-Kommandos (Oberstarzt FRÜHAUF) teilt telephonisch mit, dass er die Verlegung der Labestation von ZBOROW nach OLEJOW plant, sobald die Feldbahn fertig gestellt ist

18. FEBRUAR 1916

Feldspital 2/14 bittet 500 kg Kalk, die demselben von der Fassungsstelle in ZBOROW angewiesen werden, weiters um die Erlaubnis, den Tagesbedarf 150 kg an Kohle zum Betriebe seines Dampfdesinfektors bei der Dampfwäscherei in OLEJOW decken zu dürfen, bewilligt.

22. FEBRUAR 1916

Regimentsarzt Budzynski, Kommandant des Feldspital 2/14 berichtet mündlich, dass sein Spital durch Bau von 3 neuen Baracken erweitert werde; die eine Baracke ist bereits fertig gestellt und hat einen Belagraum von 105 Betten, die 2te und 3te noch in Bau befindliche wird vorläufig nicht belegt, doch bittet  Budzynski, dass diese beiden Baracken für die wärmere Jahreszeit für Spitalszwecke reserviert und nicht bis dahin als Ubikation [Unterkunft] für Truppen und Trains verwendet werde. Gesamt Belegraum des Spitales 2/14 404 Betten; weiters bittet er um Bewilligung, dass er anlässlich der Umorganisierung seiner ärarischen [staatlichen] Fuhrwerke (Feldspitalpackwagen., Provisorischer vierspänniger Deckelwagen) auf landesübliche Fuhrwerke, diese letzteren, die in schlechtem Zustand sind, in eigener Regie nach eigenem Modell umbauen dürfe; er benötige also für 23 Fuhrwerke Räder und Achsen; beklagt sich über Unzukömmlichkeiten von Seite des Korpstrainkommandos, das ihm ohne jeden höheren Befehl seine Trainmannschaft gegen Zivilkutscher umtauschen will.

5. MÄRZ 1916

Feldspital 2/14  bittet wiederum 20kg Krätzesalbe, die ihm vom Reservespital 5/3 zugewiesen werden.

10. MÄRZ 1916

Feldspital 2/14 fragt, ob das Verbot Nr.206 betreffs Holzschlagens im Walde von OLEJOW auch für Spital gilt; es wird entschieden, dass Knüppelholz  und zu technischen Zwecken unbrauchbares Langholz geschlagen werden kann.

17. MÄRZ 1915

Das Reservesspital 5/3 und Feldspital 2/14 fassen Schutzmittel gegen Geschlechtskrankheiten.

21. MÄRZ 1916

Der Krankenabschub mit Feldbahn noch nicht durchführbar; vor allem ist die Baracke, die für die Aufnahme der Kranken in ZALOSCE zu errichten ist, noch nicht fertig gestellt; weiters fassen die Krankenabschubfeldbahnwagen (8 Wagen sind bestimmt hiefür) nur 60 Kranke und Verwundete, während die durchschnittliche Anzahl der abzuschiebenden Kranken 100 übersteigt.; die Hilfs- und Labestation OLEJOW wird nach Meldung des Feldbahnkommandanten erst in ungefähr 14 Tagen fertig gestellt;

Der Abschub der Kranken mit den SanAutos in OLEJOW ist seit einigen Tagen eingestellt infolge der Unwegsamkeit der Strassen; Abschub der Kranken erfolgt daher mit Fuhrwerken der SanAnstalten, da die ITD [Infanterietruppendivision] keine leeren Staffel beistellen können.

22. MÄRZ 1916

Kriegsgefangenen-Arbeiter-Abteilung 582 meldet Entlausung bei Feldspital 2/14.

Plan Olejow und nähere Umgebung–>PDF

Strecke der Pferdefeldbahn von ZALOSCE über OLEJOW nach ZBOROW–>PDF

Die Kriegsseuchenbekämpfung in unserer Armee von Stabsarzt Dr. Maximilian RICHTERhttp://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&page=8&size=45

Zur Frage der Vorbeugung der venerischen Erkrankungen in der Armee v. Dr. Franz v. KRZYSTALOWICZ http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&page=51&size=45

Über die Arbeitsweise eines bakteriologischen Feldlaboratoriums bei der Seuchenbekämpfung von Oberarzt Dr. Alexander BELAKhttp://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&size=45&page=193

Das rasche militärärztliche Verfahren gegenüber einer beginnenden Epidemie im Felde von Assistenzarzt Dr. L. BERETVAS 

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&size=45&page=195


OLEJOW – Kraftwagensanitätskolonne 15 vor dem Herrenhaus


Zweispännige Feldküche des Feldspitals 2/14


Feldküche des Feldspitals 2/14;


OLEJOW – Divisionsbäckerei 14


OLEJOW- Fahrbarer Dampfdesinfektionsapparat des Feldspitals 2/14


OLEJOW – Wagenreparatur im Schlosspark


OLEJOW – Beschlagschmiede bei der Arbeit


„Krankenabschubfeldbahnwagen“;


„Krankenabschubfeldbahnwagen“


OLEJOW – Pferdefeldbahnwagen


Reinhard Mundschuetz

—————————————————–

„1. Weltkrieg & Medizin“ –>alle Beiträge

Bildnachweis: Dr. Reinhard Mundschuetz. Alle Rechte vorbehalten.

„1. Weltkrieg & Medizin“: Feldspital 2/14 in Olejow (Galizien) Teil I [10]

Feldspital 2/14 in OLEJÓW (Galizien) Teil I

Die längste Stationierung des Feldspitals 2/14 an einem Ort fand im Nordosten Galiziens, in OLEJÓW, statt. http://pl.wikipedia.org/wiki/Olej%C3%B3w

Sie dauerte von September 1915 bis Juli 1916.

Hier bezog das Feldspital zunächst mehrere private Gebäude im Ort, bis es schließlich das für die Zwecke eines Spitals besser geeignete Herrenhaus des Grafen WODZICKI, dem Besitzer der Herrschaft OLEJÓW und BIAŁOGŁOWY im ZŁOCZÓWERer Kreis in Galizien, zusätzlich beziehen konnte.

http://de.wikisource.org/wiki/BLK%C3%96:Wodzicki,_die_Grafen,_Genealogie
http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgliederung_Galiziens

 Umgebung von Olejow (zum Vergrößern anklicken) Umgebung von Olejow (zum Vergrößern anklicken)

Um das „Schloss“,  im angrenzenden Schlosspark und im Bereich des Gutshofes entstand ein ganz in sich abgeschlossener Spitalsbereich.

Über die wechselnden Aufgaben, Tätigkeiten und Probleme, mit denen sich das Kommando des Feldspitals konfrontiert sah, gewähren die Tagebucheintragungen des Sanitätschefs des 4. Korps interessante Einblicke:

Aus dem Tagebuch des Sanitätschefs des 4. Korps der k. u. k. 2. Armee

25. September 1915

Heftige Kämpfe um Novo-Aleksienie, um dessen Besitz abwechselnd gekämpft wird.

Die Vormittagsstunden benützt der SanChef zur Besichtigung der Ortschaften, welche als Sammelort der Marschbataillone dienen werden. Pflegliche Rücksprache mit dem Brigadekommando und besichtigt hernach das Feldspital 2/14 in OLEJOW, wohin auch die Kranken abzugeben sein werden.

30. September 1915

Keine Veränderung in der militärischen Lage. In den Morgenstunden trifft der Sanitätsreferent des R OAK ein und besichtigt unter anderem das Feldspital  2/14 in OLEJOW. Mit Rücksicht auf die Stabilisierung der militärischen Lage empfiehlt er die Aufstellung eines Feldspitals als Rekonvaleszentenheim im Raume des 4. Korps.

1.Oktober 1915

In der militärischen Lage ist keine Veränderung eingetreten. In den Morgenstunden begibt sich der Sanchef nach OLEJOW, besichtigt Feldspital 2/14, ferners die Ortschaft TROSCIANIEC, woselbst die Etablierung des Feldspital 3/9 geplant wird. Es wird angenommen, dass die Serethlinie [Linker Nebenfluß des Dnjestr in Galizien, entspringt in Podhorce] als Winterstellung bezogen werde, daher der Krankenabschub auf ein Minimum reduziert werden soll. Auf Grund des Augenscheines wird denn beschlossen, das Feldspital 3/9 in TROSCIANIEC als Rekonvaleszentenheim zu errichten.

19.Oktober 1915

Da für die Erweiterung des Feldspitals 2/14 in OLEJOW nur das Herrenhaus in Betracht kommt, wird auf Bitte des Kommandanten beim Armeekommando ersucht, die einquartierten Reservetelegrafenabteilungen dort auszuquartieren.

27. Oktober 1915

Die Offensive der Russen ist abgeflaut. Nach Rücksprache mit dem Armeesanitätschef begibt sich der Sanchef nach TROSCIANIEC und OLEJOW, um für das Epidemiespital einen geeigneten Ort ausfindig zu machen. Wegen Überlastung dieser Orte wird auch JAROSLAWICE besichtigt, woselbst ein tadelloses Herrenhaus verfügbar ist. Demgemäss wird auch ein telefonischer Bericht erstattet.

3. November 1915

Es wird die Etablierung der Brigadesanitätsanstalt 128 als Epidemiespital in JAROSLAWICE allen unterstehenden Kommanden bekannt gegeben, wobei hingewiesen wird, dass in OLEJOW eine Sichtung, Labung, ja selber Aufnahme von erschöpften Infektiösen vorgenommen wird. Die Transporte haben noch bei Tag die Spitäler zu erreichen.

12. November 1915

Für das Feldspital 2/14 werden 2 Rollen Dachpappe erwirkt. Es könnte wohl die Anführung dieses Vorfalles ganz ruhig entfallen; doch verdient es erwähnt zu werden, da es einen wahren Kampf kostete, bei dem Materialmangel diese „Menge“ von Dachpappe zu erhalten.

In den Spitälern der Korpsbereiche waren 782 Mann:


Der Belag der Spitäler ist annähernd folgender:

Reservespital 5/3 in ZALOSCE NOWE (Kloster, Sokolgebäude): 160 Betten

Feldspital 3/9 in TROSCIANIEC (Bauernhäuser) 310 Betten

Feldspital 2/14 in OLEJOW (Herrenhaus und Ortsobjekte) 300 Betten

Reservespital 3/7 (geplant in BEREMOWCE) 250 Betten

Brigadespital 128 als Epidemiespital im Herrenhaus JAROSLAWICE 70 Betten

Gesamt 1090 Betten

14. November 1915

Über Auftrag des Generalstabschef wird OLEJOW besichtigt, um zu erwägen, ob das Herrenhaus daselbst evakuiert und vom 4. Korpskommando bezogen werden könnte. Gleichzeitig wird BEREMOWCE, HANILOWA und LOPUSZANY recognosziert. Da dem Korpskommando vom Armeekommando angedeutet wird ZALOSCE nicht zu verlassen, entfällt momentan die Notwendigkeit, OLEJOW zu evaluieren, doch wird für alle Fälle BEREMOWCE, das deutschen Truppen gehört, vom Armeekommando für das 4. Korpskommando gebeten, um das mobile Reservespital 3/7 daselbst zu etablieren. Gleichzeitig wird der Krankenabschub nach OLEJOW eingestellt.

17. November 1915

Eine unerquickliche Sache drängt sich in den Vordergrund. Die forcierte Tendenz, Kranke im Korpsbereiche zurückzuhalten, führt zur Stauung in den Spitälern, für deren Erweiterung wegen den vorangehenden Bedürfnissen der Truppe keine Arbeitskräfte, aber auch keine Bretter zur Verfügung stehen. Auch die Verlegung des mobilen Reservespitals 3/7 geschah in der Voraussetzung, dass ein Ausbau der nötigen Unterkünfte stattfinden werde. Doch können nicht einmal 250 Bretter der Anstalt überwiesen werden, trotz mehrfacher Bitten an den Sanchef. Es erübrigt daher, nur durch eine Eingabe an das Armeekommando um den Zuschub von Brettern bittlich zu werden, wobei gleichzeitig für das Feldspital 3/9 720 Bretter und 16 Fenster und für das Feldspital 2/14 4000 Bretter und 20 Fenster zum Baue von Baracken angefordert werden.

30. November 1915

Feldspital 2/14 bittet um Zuweisung des Schulgebäudes in OLEJOW; dies wird jedoch nicht freigegeben, da die Erweiterung des Spitales in Aussicht genommen ist (durch Barackenbau).

10.Dezember 1915

Sanchef besichtigt die Spitäler in OLEJOW, BEREMOWCE und JAROSLAWICE. Es stellt sich hiebei heraus, dass der Abschube über ZBOROW nur stockend vor sich geht.

12. Dezember 1915

Beim Feldspital 3/9, woselbst 3 Fahrküchen vorhanden sind, wird angefragt, ob eine solche für Feldspital 2/14 entbehrlich wäre. Dies ist aber nicht der Fall. 

23.Dezember 1915

Feldspital 2/14 bittet um Zuweisung eines landesüblichen Fuhrwerkes, um seine selbst errichtete Bade- und Desinfektionsanstalt fortbringen zu können. Wird an das Armeekommando weitergeleitet.

28.Dezember 1915

Im Verfolge der einschlägigen Armeekommandoverordnung wird beim Feldspital 2/14 veranlasst, dass die Kriegsgefangenenarbeiterabteilung gründlich durchgebadet und entlaust werden.

29.Dezember 1915

Über Ersuchen der Krankenabschubstation in ZBOROW wird Feldspital 2/14 in OLEJOW angewiesen, Krankentransporte rechtzeitig zu avisieren; das Gruppenkommando 2/Sch wird in OLEJOW beim Feldspital 2/14 entlaust.

Über Entlausung und Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten in der k. u. k. Armee lesen sie bitte:
Die Entlausung der Korpstruppen von Dr. Eugen ECKERT

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&size=45&page=191

Über die Vernichtung der Kleiderlaus von
Manfred RAGG http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&size=45&page=92

Eine neue Improvisation eines Dampfdesinfektionsapparates für die Truppen im Felde von
Viktor K. RUSS http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&page=175&size=45


Blick vom griechisch-katholischen Friedhof auf OLEJÓW


Blick vom griechisch-katholischen Friedhof


Blick auf die griechisch-katholische Kirche in OLEJÓW


abmarschbereite Sanitätskolonne auf der Straße –vom Herrenhaus kommend


griechisch-katholische
Kirche – gegenüber lagen Gutshof und Herrenhaus des Grafen Wodzicki


Herrenhaus Rückseite


Herrenhaus Rückseite

Reinhard Mundschuetz

—————————————————–

„1. Weltkrieg & Medizin“ –>alle Beiträge

Bildnachweis: Dr. Reinhard Mundschuetz. Alle Rechte vorbehalten.

„1. Weltkrieg & Medizin“: Die Einsatzorte („Etablierungen“) des Feldspitals Nr. 2/14 bzw. Nr. 1402 während des Weltkrieges 1914 – 1918 [9]

Die Einsatzorte („Etablierungen“) des Feldspitals Nr. 2/14  bzw. Nr. 1402 während des Weltkrieges 1914 – 1918 

Die Nummerierung der Feldspitäler wurde in Bruchform angegeben. Die Nummer des Korps, dem das Feldspital angehörte, stand im Nenner, die fortlaufende Nummer des Spitals im Zähler. (Feldspital 2/14 = zweites Feldspital des XIV. Korps).

Mit der Zusammenlegung bzw. Auflösung der Korpssanitätsanstalten bekamen die Feldspitäler ab Februar 1917 eine neue Nummerierung. Die Korpsnummer wurde vor die Spitalnummer gesetzt, der Schrägstrich fiel weg. Die neuen Spitalnummern bestanden aus drei- und vierstelligen Zahlen.

Feldspital Nr. 1402= 2. Feldspital des XIV. Korps (Quelle: Johann TERTSCHEK: Katalog der mobilen Feldsanitätsanstalten 1914-1, Feldspitäler 1914-1917, mobile Reservespitäler 1914-17, Feldmarodenhäuser 1914-1917, Feldspitäler 1917-1918, mobile Krankenhaltestationen 1914-1918. Zweite Aufl. Wien 2012).

Das Feldspital 2/14, das in Linz im Zuge der Mobilisierung im August 1914 aufgestellt worden war, wurde während des Krieges 1914 – 1918 an folgenden Orten stationiert (chronologisch geordnet):

1914:

ŁAŃCUT http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%81a%C5%84cut (in Galizien http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgliederung_Galiziens  ; im Bereich der k. u. k. 4. Armee)

TARNOBRZEG http://de.wikipedia.org/wiki/Tarnobrzeg (in Galizien; im Bereich der k. u. k. 4. Armee)

PIOTRKOWICE (in Russisch Polen  http://de.wikipedia.org/wiki/Weichselland, 11 Kilometer östlich von Kazimierza Wielka und 72 Kilometer südlich von Kielce; im Bereich der k. u. k. 4. Armee)

1915:

KAZIMIERZA WIELKA http://de.wikipedia.org/wiki/Kazimierza_Wielka(in Russisch Polen; im Bereich der k. u. k. 2. Armee)

LISKO http://de.wikipedia.org/wiki/Lesko(in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee)

GRÓDEK http://de.wikipedia.org/wiki/Horodok_(Lwiw) (in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee)

BÓBRKAhttp://en.wikipedia.org/wiki/Bibrka (in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee)

ZAŁOŚCE  http://www.olejow.pl/www/mapa-rad.jpg (in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee)

1916

OLEJÓW http://www.olejow.pl/www/mapa-rad.jpg(in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee, 4. Korps)

CHILCZYCE bei Złoczów http://en.wikipedia.org/wiki/Zolochiv (in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee, 4. Korps)

1917

CHILCZYCE (in Galizien; im Bereich der k. u. k. 2. Armee, 4. Korps)

CORMONS http://de.wikipedia.org/wiki/Corm%C3%B2ns  (in Küstenland http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisches_K%C3%BCstenland  ; im Bereich der Isonzoarmee; Kommandant: Regimentsarzt Johann KUBAL)

1918

CORMONS (in Küstenland; im Bereich der Isonzoarmee)

ARTEGNA http://de.wikipedia.org/wiki/Artegna  (in Friaul; im Bereich der 6. Armee, 22. Korps)

„Plan Galizien“ –>PDF – Karte von Galizien mit den 10. Einsatzorten des Feldspitals 2/14 am russischen Kriegsschauplatz 1914-1917

Der Aufstellungsort eines Feldspitals wurde durch Aufschriften an den Gebäuden und Ausstecken einer weißen Fahne mit dem roten Kreuz, bei Nacht durch Laternen mit dem roten Kreuz, gekennzeichnet. Die etablierten Feldspitäler sollten möglichst rasch abgelöst werden, damit sie ihren Korps zur neuerlichen Verwendung nachrücken konnten.

Der Rückzug eines Feldspitals erfolgte in der Regel auf Befehl des Korpskommandos, in dringenden Fällen durch den Spitalskommandanten. Die nicht Transportierbaren blieben dann unter dem Schutz der Genfer Konvention mit einem Arzt, dem nötigen Pflegepersonal und Sanitätsmaterial zurück, die Fahnen mit dem roten Kreuz blieben gehisst (Quelle: Johann TERTSCHEK: Katalog der mobilen Feldsanitätsanstalten 1914-1,Feldspitäler 1914-1917, mobile Reservespitäler 1914-17, Feldmarodenhäuser 1914-1917, Feldspitäler 1917-1918, mobile Krankenhaltestationen 1914-1918. Zweite Aufl. Wien 2012).


„Etablierung“ des Feldspitals 2/14 in einem Schloss?


Schloss des Grafen Potocki in Łańcut – hier befand sich im Oktober 1914 ein Spital des „Deutschen Ritterordens“
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1914&size=45&page=195;


Feldspital 2/14 im Kloster in Łańcut ;


„Blessiertenwagenstaffel“ des Feldspitals 2/14 – sie übernahm den Transport
von den Verbandsplätzen in das Feldspital und zu den Krankeneinrichtungen der
Eisenbahnstationen;


Zweispännige Feldküche des Feldspitals 2/14 ;


Zweispänniger Blessiertenwagen des Feldspitals 2/14


Transportkolonne des Feldspitals Nr. 2/14  

 

Reinhard Mundschuetz

—————————————————–

„1. Weltkrieg & Medizin“ –>alle Beiträge

Bildnachweis: Dr. Reinhard Mundschuetz. Alle Rechte vorbehalten.

„1. Weltkrieg & Medizin“: Abtransport der Verwundeten ins Hinterland – Weichselflottille [8]

Abtransport der Verwundeten ins Hinterland – Weichselflottille

 Auch schiffbare Flüsse wurden für den Transport der Verwundeten ins Hinterland genutzt.

In Galizien –>http://de.wikipedia.org/wiki/Galizien kamen dafür nur die Weichsel und einige Nebenflüsse in Frage.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts hatte man in der k. u. k. Armee den Wert der Weichsel als Nachschubweg für das Militär erkannt.

 1911 war in einem vom Kriegsministerium in Wien herausgegebenen Dienstbuch  „ Die Weichsel als Transportlinie“ festgelegt worden, dass im Mobilisierungsfall alle Fahrzeuge der Weichsel und ihrer Nebenflüsse (San, Wislok, Dunajec, Raba und Sola), nämlich 6 Dampfer, etwa 300 Galeeren (Plätten) und ca. 600 kleine Fahrzeuge (Kähne, Boote, Zillen) zu sammeln und in den Dienst der Transportlinie zu stellen waren.

 Tatsächlich hat von den sechs großen Dampfern 1914 überhaupt nur einer an Kampfhandlungen teilgenommen und wurde dabei von russischer Artillerie „total zerschossen“. Die übrigen fünf Dampfer wurden von der eigenen Besatzung selbst versenkt, um den vordringenden Russen nicht in die Hände zu fallen. Sie wurden später wieder von der k. u. k. Armee in Stand gesetzt und ab 1915 dann nur mehr für den Transportdienst eingesetzt.

 Für den Gütertransport wurden hauptsächlich auf der Weichsel die so genannten Galeeren, besonders flache Kähne offener Bauart, die mit Hilfssegel versehen werden konnten, verwendet. Stromauf wurden diese Galeeren von Schleppschiffen gezogen oder von Pferden getreidelt.

 Eines dieser Schleppschiffe war die „SMS GOPLANA“, die 1912 in Dienst gestellt worden war,  sich vor Kriegsbeginn in Privatbesitz befand und vor dem Krieg für den Waren- und Personenverkehr eingesetzt worden war. (Quelle: WINKLER: Die k. u. k. Weichselflottille IN: Marine –gestern, heute, 2.Jg., 2. Heft, 1975, S. 21-22; und KUGLER, Randolf: Die k. u. k. Weichselflottille – Ergänzung IN: Marine –gestern, heute, 2.Jg., 4. Heft, 1975, S. 59-60)

 Auf diesem Schiff diente 1914 der in Wien geborene Philosoph Ludwig Wittgenstein –>http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein, der sich am 7.8.1914 als Freiwilliger zur k. u. k. Armee meldete und dem  2. Festungsartillerieregiment (FsAR2) in Krakau zugeteilt wurde.

„ Einen Tag später verließ er Wien und kam am 9.8.1914 in Krakau an, das nur wenige Kilometer südlich der russisch-österreichischen Grenze lag. Ca. 25 km östlich von Krakau erreichte die Grenze die Weichsel, die etwa 180 km lang bis Sandomierz an der Mündung der San in die Weichsel die Grenze bildete. Wittgenstein wurde am 13.8.1914 der Goplana zugeteilt, die ständig auf der Weichsel, dem Grenzfluss patrouillierte. Hier bediente er einen Scheinwerfer. Am 17.8.1914 überquerte das Schiff die russische Grenze. Dann fuhr es wieder zurück. Am 14.9. 1914 fuhr es in den Dunajec, einen Nebenfluss der Weichsel östlich von Krakau, wo es am 21.9. 1914 wieder ankam.“ (Wilhelm BRAUN: Ludwig Wittgensteins »Geheime Tagebücher«. Neue Quellen zur Weltanschauung des großen Philosophen. Innsbruck 1984). –> http://wk1.staatsarchiv.at/kriegseuphorie/ludwig-wittgenstein/

 Von 1915 an wurden die Schiffe der Weichselflottille ausschließlich nur mehr für den Transport von militärischen und zivilen Gütern verwendet, aber auch für den Abtransport der Verwundeten ins Hinterland während des Vormarsches der österreichisch-ungarischen Truppen nach der Schlacht bei Gorlice-Tarnow im Mai 1915.  –>http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Gorlice-Tarn%C3%B3w

 Um die 15.000 Verwundete und Kranke wurden so in diesem Jahr mit Galeeren auf der Weichsel ins Hinterland transportiert.

Siehe dazu den Artikel von Flottillenarzt, Oberarzt in der Reserve, Dr. Friedrich FISCHL –>http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&page=143&size=45

Reinhard Mundschuetz


Krakau – SMS GOPLANA – 50 PS und 0,75 cm Tiefgang


Krakau – SMS GOPLANA und zwei weitere Schiffe der Weichselflottille vor dem Wawel


Krakau – Wawel


Krakau Oberarzt Dr. Marian MARESCH? vor dem Wawel


Krakau – SMS GOPLANA

—————————————————–

„1. Weltkrieg & Medizin“ –>alle Beiträge

Bildnachweis: Dr. Reinhard Mundschuetz. Alle Rechte vorbehalten.

„1. Weltkrieg & Medizin“: Abtransport der Verwundeten ins Hinterland – Eisenbahn [7]

Abtransport der Verwundeten ins Hinterland – Eisenbahn

Für den Verwundetentransport ins Hinterland wurden Krankenabschubstationen bei Eisenbahnstationen eingerichtet. Hierher wurden die Verwundeten und Erkrankten von mit Pferden bespannten Krankenwagen (später mit Sanitätsautos) gebracht. Sanitätszüge brachten sie dann ins Landesinnere.

Da die Kapazitäten der eingerichteten Sanitätszüge während des Krieges nicht ausreichten, mussten sich die Verwundeten und Kranken auch mit einfacheren Modellen begnügen: Züge, die eigentlich für 120 bis 130 Personen vorgesehen waren, wurden so auch mit mehreren Hunderten Kranken und Verwundeten belegt. Oft fanden jedoch die Transporte mit Güterwagons statt, in denen zuvor Soldaten und Militärgüter in die Etappenräume der Front transportiert worden waren.

Einen Überblick über die verschiedenen Arten von Sanitätszügen bietet die Aufstellung von Victor Röll in der  Enzyklopädie des Eisenbahnwesens (Band 8. Berlin, Wien 1917, S. 304-306).

In Österreich-Ungarn sind nach den Bestimmungen der Vorschrift für Sanitätszüge des k. u. k. Heeres 2 Arten von Zügen in Betracht gezogen und zwar:

A. Spitalszüge für Schwerkranke und Schwerverwundete, die während des Transports eine spitalsmäßige Behandlung erfordern;

B. Krankenzüge für Leichtkranke, die für einen kürzeren Turnusverkehr bestimmt sind.

Die ersteren bestehen aus 26 Wagen, befördern nur Liegende. Die letzteren umfassen 25 2achsige Wagen und sind für 300 Sitzende und 64 Liegende eingerichtet.

Diese Züge werden erst im Kriegsfall aufgestellt. Die für Sanitätszwecke erforderlichen Herstellungen zerfallen in vorbereitende Adaptierungen und in definitive Einrichtungen.

Außer diesen angeführten Sanitätszügen sind im Kriegsjahr 1914/15 noch aufgestellt worden:

1. Staatsbahnkrankenzüge, bei denen als Krankenwagen Personenwagen III. Kl. der Wiener Stadtbahn eingereiht und derart ausgestattet sind, daß für 72 Liegende (auf eingeschobenen Feldtragen) und 225 Sitzende Platz geschaffen ist. Das Einladen der Kranken erfolgt durch 2 Fensteröffnungen in den Seitenwänden, die durch eine Klappe geschlossen werden.

2. Infektionskrankenzüge. Diese Züge sind auch als unauflösbare Garnituren gebildet, haben eine verschiedenartige Zusammensetzung und dienen nur für die Beförderung von Infektionskranken. Man unterscheidet solche mit 48, 50 und 52 Achsen, die je nach der Wahl der Wagen einen Belagraum von 90–128 für Liegende und einen solchen von 60–330 für Sitzende aufweisen.

Außer den sonst erforderlichen Ausrüstungsgegenständen sind diesen Zügen noch eine entsprechende Anzahl von Leibstühlen, Leibschüsseln, Gefäßen mit Karbollösung und Kalkmilch sowie Waschvorrichtungen beigegeben.

Im Jahre 1916 wurde von Seite der freiwilligen Sanitätspflege als Ergebnis einer eigenen Aktion eine ganz besondere Formation eines Infektionszuges der k. u. k. Heeresverwaltung übergeben.

Dieser Zug hat außer den 15 Krankenwagen und den notwendigen Hilfswagen für die Verpflegung und Behandlung der Kranken noch einen Bade- und Desinfektionswagen, einen Maschinenwagen für Eis- und Trinkwasserbereitung, einen Wäschereiwagen, einen Büglereiwagen und einen Wagen, in dem alle menschlichen Ausscheidungen, Verbandmaterial u.s.w. in einem eigenen Ofen verbrannt und unschädlich gemacht werden. Der Zug kann 120 Kranke auf eigenen Bettlagerungsapparaten, deren Bauart von genannter hoher Seite erdacht ist, befördern.

3. Schlafwagensanitätszüge. Diese Züge sind aus vorhandenen Speise- und Schlafwagen der Internationalen Schlafwagengesellschaft nach 2 Arten, und zwar: 2 Dienstwagen, 3 Speise- und 5 Schlafwagen oder 2 Dienstwagen und 8 Speisewagen nach entsprechender Umgestaltung für 120 Liegende zusammengesetzt.

4. Stiftungszüge. Die auf Kosten des Malteserritter-Ordens eingerichteten Sanitätszüge sind nach 2 Arten zusammengestellt. Bei der einen Zusammenstellung finden 100 Liegende und 125 Sitzende, bei der andern nur 150 Liegende Platz. Die Wagen für die liegenden Kranken sind bereits im Frieden hierfür ausersehen und bereitgehalten (Sanitätswagen mit Dachaufsätzen), wogegen für Sitzende Personenwagen verwendet werden. Bei einigen dieser Züge sind auch Operationswagen eingestellt.

Als weitere Stiftungszüge sind zu nennen:

  Liegende Sitzende 
Spitalszug Kasselik                                 160   
Spitalszug Fürst Schwarzenberg   100 75
Spitalszug Anglobank                             70 200
Sanitätszug Steirer Rotes Kreuz                 80 275
Permanter Krankenzug Clary         67 300
Spitalszug Augusta                       80 400
Sanitätszug österreichisches Rotes Kreuz    240  
Sanitätszug ungarisches Rotes Kreuz   100  
Sanitätszug Graf Karoly               100 70
Sanitätszug Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft   110  

Ferner sind Formationen geschaffen worden, die eine Art Sanitätszug darstellen und diesen zuzuzählen sind, und zwar:

1. Fahrbare Verköstigungsstationen;

2. Sanitätsrüstwagen;

3. mobile Labezüge;


Verwundete warten auf den Abtransport ins Hinterland


Verwundete werden in Güterwagons „verladen“

Zum „Zita-Spitalszug“ lesen Sie bitte:http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19151006&seite=7&zoom=33

Zum Transport der Verwundeten und Kranken in Sanitätszügen:

Einige Spitalszugerfahrungen von Alfred NEUMANN (geboren am 16. Mai 1888 in Belgrad, war Regimentsarzt Dr. Alfred Neumann vom Beginn der Mobilisierung im August 1914 bis Mai 1915 Kommandant des Spitalszuges Nr. 27)http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&size=45&page=151 

Einige Bemerkungen über Verwundeten- und Krankentransport in den Spitalszügen von Zdzislaus TOMASZEWSKI http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&page=91&size=45

Als weitere Stiftungszüge sind zu nennen:

Sanitätszug Wiener Freiwillige Rettungs- Gesellschaft: http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/985543

Spitalszug Fürst Schwarzenberg: http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/985557

Sanitätszug österreichisches Rotes Kreuz: http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/985541

mobile Labezüge:  http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/985574

Sanitätsrüstwagen: http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/985565

Fahrbare Verköstigungsstationen: http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/985565

Reinhard Mundschütz

————————-

„1. Weltkrieg & Medizin“ –>alle Beiträge

Bildnachweis: Dr. Reinhard Mundschuetz. Alle Rechte vorbehalten.

„1. Weltkrieg & Medizin“: Feldarzt und Musik [6]

Feldarzt und Musik  

Die Soldaten versuchten den Kontakt mit der Heimat aufrecht zu erhalten. Musik sorgte zum Beispiel für die notwendige Ablenkung. Das Schrammelquartett des Feldspital 2/14 war dabei für die Rekonvaleszenten eine willkommene Unterbrechung ihres eintönigen Alltags.

Dazu lesen Sie bitte das Feuilleton von Regimentsarzt Dr. Robert Kronfeld [(1874–1946, Zahnarzt in Wien, Bruder von Adolf Kronfeld http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Kronfeld]: Wir Feldärzte und die Musik, erschienen im Jahr 1917 im “Militärarzt”http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1917&page=14&size=45

 

Erwähnenswert sind noch 2 weitere Artikel aus seiner Feder, die Sie hier auch nachlesen können:

Regimentsarzt Dr. Robert Kronfeld: Ein Jahr Feldzahnarzt http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&page=36&size=45

Regimentsarzt Dr. Robert Kronfeld: Helden ohne Waffe.  http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&page=32&size=45

Reinhard Mundschuetz

————————-

„1. Weltkrieg & Medizin“ –>alle Beiträge

Bildnachweis: Dr. Reinhard Mundschuetz. Alle Rechte vorbehalten.