Schlagwort-Archive: Ersten Weltkrieg

„Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ – Ausstellung zur Van Swieten Blogserie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Die Universitätsbibliothek beteiligt sich auch heuer wieder an

„Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“,

dem größten Literaturfestival des Landes.

Im Lesesaal der Universitätsbibliothek können Sie

Plakate zu den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien besichtigen.

Dauer der Ausstellung: 19.10.2017 bis 18.02.2018

zu den Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin der Medizinischen Universität Wien ist mit über einer halben Million Bände die größte medizinhistorische Bibliothek Österreichs.
Neben rezenter Literatur zur Geschichte der Medizin befinden sich neun historisch abgeschlossene Bibliotheken mit Beständen aus 6 Jahrhunderten (15.–20. Jhdt.) am Standort dieser Bibliothek im Josephinum. Die Van Swieten Blogserie „Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien“ stellt Highlights dieser neun Bibliotheken vor. Im Lesesaal der Universitätsbibliothek können Sie eine Plakatserie zum Thema  besichtigen.

Alle Beiträge der VanSwieten-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien–>

„1. Weltkrieg & Medizin“ [28]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 2)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918

Folge 2 – Teileröffnung im Frühjahr 1915, Beschreibung und Aufgaben des Spitals aus „journalistischer Sicht“

Die (Teil)Eröffnung des Spitals wurde in einem sehr umfangreichen und äußerst informativen Artikel in der Morgenausgabe des Prager Tagblattes vom Dienstag, den 20. April 1915 angekündigt.

Lesen Sie hier bitte den Artikel in vollem Umfang:

Das größte Militär-Barackenspital am Kontinent – 10.000 Betten im Pardubitzer Barackenspital

Im Laufe der nächsten Tage wird in Pardubitz die letzte Abteilung des Militärbarackenkrankenhauses fertiggestellt werden. Es ist das größte Barackenspital am Kontinent und wird nicht weniger als 10.000 Betten umfassen. Das Krankenhaus ist als Quarantänestation gedacht und auch dementsprechend zweckmäßig ausgestattet.

Das Spital wird sämtliche verwundeten und erkrankten Soldaten, die vom Kriegsschauplatze nach Böhmen transportiert werden, aufnehmen und dort werden die Soldaten eine mehrtägige Quarantäne durchmachen, um festzustellen, ob sie nicht mit einer infektiösen Krankheit, die der Krieg mit sich bringt, behaftet sind. Falls bei einem Soldaten eine solche Krankheit festgestellt ist, wird er in die Infektionsabteilung des Krankenhauses bis zu seiner Wiederherstellung aufgenommen. Die nicht infizierten Soldaten kommen in die sogenannte „reine Abteilung“ und von dort werden sie nach einer gewissen Zeit in die gewöhnlichen Krankenhäuser des Hinterlandes geschafft. Das Pardubitzer Barackenspital hat also die derzeit wichtigste Aufgabe, eine Ausbreitung verschiedener Epidemien unter der Zivilbevölkerung des Landes zu verhindern und man ist fest überzeugt, daß die zweckmäßige Einrichtung dieses Krankenhauses einen vollen Erfolg dieser Aufgabe verbürgt.

Das Spital wurde anfangs Dezember 1914 in kleinem Maßstabe dem Betriebe übergeben und später umfasste es 13 Abteilungen mit 2200 Betten. In der Quarantänestation sind derzeit 20 Ärzte beschäftigt; das Spital hat auch seine eigene bakteriologische Station. Durch die Vollendung des Barackenlagers wird die Pardubitzer Quarantänestation eine ganz andere Gestaltung erhalten.

Die Baracken sind auf den Gründen des ehemaligen Exerzierplatzes auf einer Fläche von 800.000 Quadratmeter aufgestellt.

Pardubitz_Karte

Die Länge der Hauptstraße der Station beträgt 1200 Meter, die Breite 800 Meter. Auf dieser Riesenfläche stehen 206 Baracken und 125 andere administrative Gebäude, so zum Beispiel die Wohnungen der Ärzte, der Krankenpflegerinnen, des Dienstpersonals, eine Kaserne für die Soldaten, die Apotheke, die Operationssäle.

Die Totenkammern, Verbrennungsöfen, diverse Werkstätten, Bäckereien etc. Die Quarantänestation besteht aus zwei Abteilungen und zwar einer Abteilung für Gesunde und einer Abteilung für Kranke. Die Abteilung für Gesunde ist durch einen Schienenstrang mit dem Pardubitzer Bahnhofe verbunden. In der Abteilung für Gesunde sind auch die administrativen Zentralämter, ein selbständiges Bahnamt, ein eigenes Post- und Telephonamt für die Quarantänestation untergebracht.

Die Krankenabteilung besteht aus 206 Baracken, von denen eine jede fünfzig Betten besitzt, so daß im ganzen in der Station insgesamt 10.000 und im Notfalle auch mehr untergebracht werden können. Diese Baracken sind in fünf selbständige Abteilungen eingeteilt und zu diesen führt vom Bahnhofe ein zweiter Schienenstrang.

Die erste Abteilung, die dem Pardubitzer Bahnhofe am nächsten liegt, ist für die Infektionskranken bestimmt. Die zweite Abteilung ist fakultativ, das heißt, es werden dort, wenn notwendig, auch Soldaten, die mit Infektionskrankheiten behaftet sind, untergebracht; die weiteren 3 Abteilungen sind für verwundete und kranke Soldaten bestimmt, die dort wenigstens sechs Tage oder – da bei Flecktyphus die Inkubationsfrist zwanzig Tage dauert – auch länger verbleiben. Jede Abteilung ist durch Drahtzäune abgesperrt und bildet ein selbständiges Ganzes; sie hat eine eigene Bahnstation, ihre eigene Verwaltung, ihre Ärzte und Pflegerinnen, eine eigene Apotheke, einen Verbrennungsofen für Abfälle und amputierte Glieder. Die Abteilung für Nichtinfektiöse hat einen gemeinsamen Operationssaal, während die Infektionsabteilung und die fakultative Abteilung jede für sich einen eigenen Operationssaal besitzt. Die Isolierung ist so streng durchgeführt, daß selbst die Speisen in jeder einzelnen Abteilung hergestellt werden.

Ein sehr wichtiges Problem bildet auch die Lebensmittelversorgung dieser großen Station. Bei vollem Belag dürfte die Station täglich etwa 13 schwere Ochsen konsumieren. Die Erzeugung von Brot wird in der Station selbst besorgt und zu diesem Zwecke wird in der Station eine eigene Bäckerei errichtet.

Der Aufwand für das Barackenlager ist auf etwa 12 Millionen Kronen berechnet. Nicht weniger als 5.000 Arbeiter und Gewerbetreibende haben an der Errichtung dieses großen Barackenlagers mitgearbeitet. Das Barackenlager wird zwei eigene bakteriologische Institute haben und als Chefoperateur wird Prof. Dr. JEDLICKA aus Prag fungieren.

[[zur Biografie Rudolf JEDLICKA`s lesen sie bitte https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Jedli%C4%8Dka
http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_J/Jedlicka_Rudolf_1869_1926.xml
und in tschechischer Sprache
https://www.upmd.cz/rudolf-jedlicka/ ]]

Die Sichtung der vom Kriegsschauplatze eingetroffenen Soldaten erfolgt im ersten Aufnahmebahnhof, der auf dem sogenannten Infektionsschienenstrange gelegen ist. Es ist dies ein großes Gebäude mit gedecktem Perron, wo eigene Zimmer für Ärzte und Pflegerinnen, ein Teehaus und eine große Anzahl von Badegelegenheiten untergebracht sind. Jeder Soldat wird nach der Auswaggonierung sofort gesäubert und gebadet, sodann von den Ärzten untersucht und nach Sicherstellung der Erkrankung in die diesbezügliche Abteilung gebracht. Die verdächtigen Fälle werden zuerst in die ganz isolierten Expektorationsräume gebracht, wo für 80 Personen Platz ist. Für sichergestellte Cholera- und Flecktyphuserkrankungen ist auf diesem Bahnhofe eine eigene Abteilung errichtet.

In jeder der fünf Barackenabteilungen werden 25 Ärzte, 150 Pflegerinnen und 150 Administrationsbeamte usw. tätig sein, insgesamt werden in der Barackenstation 125 Ärzte, 750 Pflegerinnen beschäftigt sein. Vor jeder Abteilung ist außerdem eine Kaserne für eine Bedeckungsmannschaft von 80 Soldaten errichtet.

Das Barackenlager hat auch eine eigene Feuerwehr, der drei 20 Meter hohe Observationstürme, durch Telephon mit der Zentral- und Administrationsleitung verbunden, zur Verfügung stehen. In jeder Abteilung werden auch Minimaxapparate
[[= tragbarer Feuerlöscher Minimax; siehe folgenden Link http://www.technischesmuseum.at/objekt/feuerloeschapparat-minimax-handfeuerloescher-mit-stoszknopf-um-1930 ]] aufgestellt.

Die Küchen und Waschhäuser der Barackenstation sind den gegebenen Umständen angemessen in riesengroßen Dimensionen gehalten. Jede Küche hat zwei große Küchenöfen, 16 Kessel für je 400 Liter Wasser und eine Gefrier- und Kühlanstalt. Die Waschhäuser sind für das tägliche Waschen von 10.000 Kilogramm infizierte und 8.000 Kilogramm reine Wäsche eingerichtet. Die Wäsche der Ärzte und der Pflegerinnen wird in einer eigenen Abteilung gewaschen. Bei jeder Wäscherei gibt es auch Desinfizierungsapparate.

Die Kanalisierung und die Wasserleitung der Barackenstation sind ebenfalls in großartiger Weise eingerichtet worden. Die Länge der Kanalisierung beträgt etwa 45 Kilometer. Das Barackenlager hat eine eigene Wasserleitung. Es wurde Vorsorge getroffen, daß die Abfälle aus der Kanalleitung der Barackenstation, bevor sie in die Leitung der städtischen Kanalisierung kommen, desinfiziert werden.

Außer drei modern eingerichteter Operationssäle hat die Station zwei Seziersäle, zwei Totenkammern und einen selbständigen Friedhof, der neben dem städtischen Friedhof hinter Pardubitz auf einer Grundfläche von 14 Strich [alte Bezeichnung für: streifenartiger, schmaler Teil eines bestimmten Gebietes] errichtet wurde.

Text: Reinhard Mundschütz

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„Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ – Ausstellung zur Van Swieten Blogserie: „1. Weltkrieg & Medizin“ [27]: K. u. k. Reservespital Nr. 2 in Pardubitz („größtes Militär-Barackenspital am Kontinent“*)

liest_2015

Die Universitätsbibliothek beteiligt sich auch heuer wieder an

„Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“,

dem größten Literaturfestival des Landes.

Im Lesesaal der Universitätsbibliothek können Sie

12 Darstellungen zum k. u. k. Reservespital Nr. 2 in Pardubitz

besichtigen.

Dauer der Ausstellung: 19.10.2015 bis 18.02.2016

zu den Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek

Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice  in Böhmen 1914 – 1918

Reservespitäler waren Teil der sogenannten „stabilen Sanitätsanstalten“  des Hinterlandes, die im Mobilisierungsfall von der k. u. k. Armee zur medizinischen Versorgung der Verwundeten eingerichtet wurden.

Als „Barackenspital“ in der „Beobachtungsstation“ (für  Infektionskranke und -verdächtige Soldaten aus Galizien) in der Stadt Pardubitz von November 1914 bis Mitte des Jahres 1915 errichtet, wurde das Spital im August 1916 als „Reservespital Nr. 2“ in die Sanitätsverwaltung des Militärs übernommen.

In der am 20. April 1915 im Prager Tagblatt als „größtes Militär-Barackenspital am Kontinent“ bezeichneten Anlage, standen zur Behandlung der Soldaten 10.000 Betten zur Verfügung (Einwohnerzahl von Pardubitz: ca. 20.000).

206 Krankenbaracken (mit je 50 Betten), dazu noch weitere 159 administrative Gebäude waren auf einem 80 Hektar großen ehemaligen Exerzierplatz der Armee südlich des Bahnhofs der Stadt errichtet worden.

1915 bis Mitte 1916 nur schwach ausgelastet, stieg die Anzahl der hier untergebrachten verwundeten Soldaten in den Folgejahren stetig an, um erst nach dem Ausscheiden Russlands aus dem Krieg (3. März 1918) wieder abzunehmen. Eine zahlenmäßig große Gruppe der hier Versorgten waren türkische Soldaten, die als Verbündete Österreich-Ungarns und des Deutschen Reiches gegen Russland gekämpft hatten.

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [26]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil1)

Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918

Folge 1 – Errichtung einer „Beobachtungsstation“ in PARDUBITZ 1914 und Bau eines „Kriegsnotspitals“ 1914/1915

Um die Spitäler von Wien und Umgebung von Infektionskranken zu entlasten, ordnete das k. u. k. Kriegsministerium in Wien im September 1914 nach Rücksprache mit dem k. k. Ministerium des Innern folgende Maßnahmen an:

Infektionskranke und -verdächtige Soldaten aus Galizien sollten zunächst in bestimmte Orte Böhmens, Schlesiens, Mährens und Nordungarns gebracht werden und dort 5 Tage ärztlich beobachtet werden, bevor die Weiterbeförderung entweder in ein Spital der Verwaltungsgebiete oder nach Wien erfolgen sollte.

Bei der 5-tägigen Beobachtung handelte es sich aber nicht um eine eigentliche Quarantäne, sondern vielmehr um eine „sanitäre Sortierung“.

Im Zuge dieser Maßnahmen wurde für Böhmen am 9. November 1914 durch Erlass des k. u. k. Kriegsministeriums die Errichtung von 4 Beobachtungsstationen für Verwundeten- und Krankentransporte in vier Städten Mittel- und Ostböhmens angeordnet und zwar in:

CASLAU
https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%8C%C3%A1slav

CHRUDIM
https://de.wikipedia.org/wiki/Chrudim

KOLIN
https://de.wikipedia.org/wiki/Kol%C3%ADn

PARDUBITZ
https://de.wikipedia.org/wiki/Pardubice

Für „die Leitung des Betriebes jeder Beobachtungsstation wurde ein landesfürstlicher Kommissär bestellt und diesem ein landesfürstlicher Amtsarzt zugewiesen. Dem landesfürstlichen Kommissär oblag im Einvernehmen mit dem Militärstationskommandanten und unter Mitwirkung des zugeteilten landesfürstlichen Amtsarztes, sowie des zustehenden Gemeindevorstehers die Oberaufsicht über sämtliche stabile und provisorische Anstalten, sowie sonstige Unterkünfte des Stationsortes für Verwundete und zwar mit Einschluss der Militärsanitätsanstalten und sonstiger militärischer Objekte.“

Das Militärkommando hatte auf die Errichtung der im Militärkommandobereiche aufgestellten Beobachtungsstationen keinerlei Einfluss.

Obwohl die Bevölkerung der Stadt PARDUBITZ nicht erfreut war, dass auf ihrem Gebiet eine Beobachtungsstation eingerichtet wurde, waren folgende Objekte für die Unterbringung ausgewählt worden:

  • Die Kavallerie- Kaserne
  • Die k. k. Staatsgewerbeschule
  • Die Schule „na Skrivanku“
  • Die Schule „u Kostelicka“
  • Die Zwangsarbeitsanstalt
  • Der Isolierpavillon beim Bezirkskrankenhaus
  • Die Aufnahmshalle in der Eisenbahnstation

Da der Landesverwaltung von Böhmen die Aufnahmekapazität in der Station PARDUBITZ zu gering schien, entschloss sie sich zusätzlich ein Barackenspital zu errichten.

Ende November 1914 wurde zu diesem Zweck ein Konsortium von Firmen aus PRAG und PARDUBITZ gebildet, an dessen Spitze der Prager Architekt Joseph PAROULEK stand. PAROULEK ist auch der Verfasser einer 1917 erschienenen Publikation mit dem Titel:

Barakenstadt des k. u. k. Kriegsspitals in Pardubitz: Entstehung, Beschreibung und humaner Zweck der grossen Unternehmung der Kriegsfürsorge 1914-1915 / [verfasst von Josef Paroulek ; herausgegeben vom Emil Šolc]; Publiziert [Pardubitz : Konsorcium für den Ausbau des Kriegsnotspitals in Pardubitz];

vorhanden in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien

http://search.obvsg.at/primo_library/libweb/action/search.do?fn=search&ct=search&initialSearch=true&mode=Basic&tab=default_tab&indx=1&dum=true&srt=rank&vid=ONB&frbg=&tb=t&vl%28freeText0%29=paroulek&scp.scps=scope%3A%28%22ONB%22%29&vl%281UI0%29=contains

Parulek

Da die Beobachtungsstationen mit „größter Beschleunigung“ eingerichtet werden sollten (aufgrund eines Erlasses des k. k. Ministeriums des Innern), wurde mit dem Bau noch im Winter 1914 begonnen.

Es sollte allerdings mehr als ein Jahr dauern, bis das „Kriegssnotspital“ den Betrieb in vollem Umfang aufnehmen konnte.

Die Gründe dafür führte die k. k. Statthalterei in Böhmen in einem Schreiben vom 13. Mai 1915 an das k. k. Ministerium für Landesverteidigung in Wien wie folgt an: „ Diese Anlage, deren Fertigstellung durch die ungünstige Jahreszeit, durch fortwährende militärische Einberufungen von Arbeitern, durch Schwierigkeiten in der Zufuhr der großen Massen von Baumaterial etc. verzögert wurde, nähert sich nunmehr ihrer Vollendung, so dass mit der teilweisen Betriebseröffnung noch in der zweiten Hälfte Mai gerechnet werden kann.“

Tatsächlich konnte das Spital den Vollbetrieb erst Mitte des Jahres 1916 aufnehmen, nachdem es unter militärische Verwaltung gestellt worden war.

Zur Geschichte des Barackenspitals 1914 – 1918 sehen sie bitte die Arbeit von Petr Horák: VOJENSKÁ KARANTÉNA V PARDUBICÍCH 1914-1918. Pardubice 2009 (in tschechischer Sprache mit englischer Zusammenfassung) https://dk.upce.cz/bitstream/handle/10195/34983/HOR%c3%81KP_VK_TJIRANEK_2009.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Zur Anwerbung der Ärzte, Schwestern und Verwaltungspersonal wurden bereits am 2. November 1914 Inserate im Prager Abendblatt aufgegeben:   http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19141102&seite=8&zoom=33&query=%22krankenstationen%22&provider=P02&ref=anno-search

23 sehenswerte Fotos aus dem Archiv Východočeského muzea Pardubice (mit tschechischer Beschriftung) finden sie unter:
http://pardubicky.denik.cz/galerie/g-vystavba-karantena-1915-pce.html?mm=5971854

Text: Reinhard Mundschütz

„1. Weltkrieg & Medizin“ [24]: Paul Myrdacz: Militärarzt, Sanitätsstatistiker, Autor, Leiter der Josephinischen Sammlungen und Bibliothekar der militärärztlich-chirurgischen Bibliothek im Josephinum

Paul Myrdacz: Militärarzt, Sanitätsstatistiker, Autor, Leiter der Josephinischen Sammlungen und Bibliothekar der militärärztlich-chirurgischen Bibliothek im Josephinum  

Paul Myrdacz (*4.5.1847 Konská/Österreichisch-Schlesien, +7.7.1930 Graz) war Generalstabsarzt und Autor zahlreicher militärwissenschaftlicher und militärhistorischer Publikationen. Er war Mitglied der „Internationalen militär-statistischen Kommission“ und Leiter und Bibliothekar des Josephinum. 1917 wurde ihm der Adelstand verliehen.

Im Ersten Weltkrieg arbeitete Paul Myrdacz als Sanitätsreferent beim steirischen Roten Kreuz und in der Bundesleitung des Roten Kreuz in Wien. Daraus resultierte sein 1917 verfasster Bericht über die Tätigkeit des steirischen Roten Kreuzes auf dem Gebiet des Sanitätswesens in den Jahren 1914-1916, Graz 1917, in: Bericht der Generalversammlung des Landes- Frauen- Hilfsvereins Rotes Kreuz Steiermark.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin – Separata-Sammlung]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8449807&pos=0&phys=

Dieser Aufsatz enthält auch einen Beitrag zu der Arbeit der innerhalb des Roten Kreuzes in Österreich-Ungarn eingerichteten Organisationseinheit, dem „Gemeinsamen Zentralnachweisbüro“, das während des Krieges auch nachrichtendienstliche Tätigkeiten sowie Zensuraufgaben erfüllte.

Bereits ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges publizierte er zum Rotes Kreuz den Aufsatz: Militärsanität und Rotes Kreuz, in: Der Militärarzt, 1913 Nr. 5.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 11.990)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12004126&pos=37&phys=

Paul Myrdacz studierte in Wien an der militärärztlich-chirurgischen Josephinischen Akademie Medizin (Promotion 1872) und begann danach seine Karriere als Oberarzt im Infanterieregiment Nr. 49. 1878 wurde er als Regimentsarzt dem Chef des militärischen Offizierskorps und dem Generalstab zugeteilt.

Von 1874 bis 1887 war er Schriftführer des „Wissenschaftlichen Vereins der Militärärzte in Wien“, von 1879 bis 1888 Sekretär des „Unterstützungsvereins der k. k. Militärärzte“ und Herausgeber des „Jahrbuches für Militärärzte“. Viele Jahre lang war er Mitarbeiter bei der von Wilhelm August Roth (*19.6.1833 Lübben/Niederlausitz, +12.6.1892 Dresden) in Berlin herausgegebenen Schriftenreihe: „Jahresberichte über die Leistungen und Fortschritte auf dem Gebiete des Militärsanitätswesens“.

Paul Mydracz und die Sanitätsstatistik:

Ab dem März 1883 arbeitete Mydracz in der statistischen Abteilung des Technischen Militärkomitees, die die seit 1869 in der Abteilung 14 des k.k. Kriegsministerium existierende „Armee-Sanitäts-Statistik“ abgelöst hatte. Im selben Jahr wurde er zum o. Mitglied des Militärsanitätskomitees ernannt. In dieser Funktion arbeitete er an der Modernisierung der Sanitätsstatistik und publizierte regelmäßig umfangreiche statistische Arbeiten über die Gesundheits- und Krankenverhältnisse im österreichisch-ungarischen Militär (rückwirkend bis 1870) aber auch zum internationalen Militärsanitätswesen.

Myrdacz Paul, Ergebnisse der Sanitäts-Statistik des k.k. Heeres in den Jahren 1870-1882. Mit vergleichender Berücksichtigung der Jahre 1883-1885, sowie der Sanitäts-Statistik fremder Armeen, Wien 1887.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.682)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12048527&pos=27&phys=

Myrdacz Paul, Die Sanitäts-Verhältnisse des k.k. Heeres in den Jahren 1880-1885, in: Wiener medizinische Presse 1887.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/4)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12048528&pos=28&phys=

Myrdacz Paul, Ergebnisse der Sanitäts-Statistik des k.k. Heeres in den Jahren 1883-1887, Teil 1. Ergebnisse der Recrutierungs-Statistik, Wien 1889 (= Sammlung medizinischer Schriften, 3).

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/6)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617815&pos=2&phys=

Myrdacz Paul, Die Sanitätsverhältnisse des k.u.k. Heeres in den Jahren 1883 bis 1887. Mit vergleichender Berücksichtigung des Zeitraumes von 1870 bis 1882 sowie der Jahre 1888-1889, Wien 1891, in: Organ der militärwissenschaftlichen Vereine, Bd. 43.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/7)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617858&pos=23&phys=

(5. Aufl. Wien 1913: Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.680)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617824&pos=9&phys=

Myrdacz Paul, Die neueren Fortschritte der Militärstatistik in Österreich-Ungarn, in: Der Militärarzt, 1895 Nr. 1-6.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 11.984)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617816&pos=3&phys=

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1895&size=45&page=4

Myrdacz Paul, Körperwägungen der Mannschaft im 4. Korps, in: Der Militärarzt, 1898 Nr. 1-2 und 5.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 11.989)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617830&pos=12&phys=

Myrdacz Paul, Ärztliche Rekrutierungsstatistik von Österreich-Ungarn in den Jahren 1894-1905, in: Streffleurs Militärzeitschrift, Bd. 2, Heft 10.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 15.889)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12071585&pos=17&phys=

Myrdacz Paul, Ergebnisse der Sanitäts-Statistik des k.k. Heeres in den Jahren 1883-1896. Mit vergleichender Berücksichtigung der Jahre 1870-1882, dann 1894-1896, sowie der Sanitäts-Statistik fremder Armeen, Wien 1899.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.683)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12048530&pos=30&phys=

Myrdacz Paul, Sanitätsverhältnisse der Mannschaft des k.u.k. Heeres in den Jahren 1894-1898, S. 123-161, Wien 1902, in: Organ der militärwissenschaftlichen Vereine, Band 64, H.2.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 11.998)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617859&pos=24&phys=

Myrdacz Paul, Tabellarische Übersicht der Ergebnisse der internationalen Militär-Sanitäts-Statistik für Österreich-Ungarn, Italien, Russland, England, Niederlande, Vereinigte Staaten von N.A. in den Jahren 1894-1898, brsch. (Handschrift). o.O 1900.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. I 33.736)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617865&pos=25&phys=

Myrdacz Paul, Epidemiologie der Garnisonen des k.u.k. Heeres in den Jahren 1894-1904. Nach der „Statistik der Sanitätsverhältnisse der Mannschaft des k.k. Heeres zusammengestellt, Wien 1906.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.698)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11969690&pos=6&phys

Paul Mydracz und die „Internationale Commission für einheitliche Militärstatistik“

Paul Mydracz war seit 1894 (Konstituierung in Budapest) „ständiger Sekretär“ der „Internationalen Commission für einheitliche Militärsanitätsstatik“, die eine internationale Zusammenführung und den Datenaustausch der nationalen Militärstatistiken vorbereiten sollte. Über seine Arbeit in dieser Kommission zur Vereinheitlichung statistischer Normen sowie seine Versuche auf diesem Gebiet die internationale Staatenwelt zur Zusammenarbeit zu gewinnen, berichtete er in: Der Militärarzt 1898, Nr. 11-14. Internationale Militär-Sanitätsstatistik, (Zusammenfassung eines von ihm gehaltenen Vortrages im Wissenschaftlichen Vereine der Militärärzte der Garnison Wien, am 12.3.1898).

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11992196&pos=16&phys=

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1898&page=47&size=45

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1898&size=45&page=55

Myrdacz Paul, Zur Frage der internationalen Spezialkongresse für Militär- und Marine-Sanitätswesen, in: Der Militärarzt, 1912, Nr. 1.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 11.985]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12001200&pos=15&phys=

Myrdacz als Autor militärärztliche-historische Arbeiten:

Mrydacz gab eine Reihe von militärärztlich-historischen Studien heraus. Darunter die 1882 verfasste Monografie über die – nach den Beschlüssen des Berliner Kongresses 1878 – von Österreich-Ungarn durchgeführten Okkupationen von Bosnien und der Herzegowina und der damit verbundenen Eingliederung in die österreichische Verwaltung. Weiters die 1885 veröffentlichte Arbeit über die im Jahre 1882 unternommenen Niederschlagung des Aufstandes in der Herzegowina, in Südbosnien und in Süddalmatien, dem sogenannten „Ostherzgowinischen Aufstand“, der mit einer massiven Brutalität durch die k.u.k. Armee gegen die serbische und muslimische Bevölkerung von statten ging und sich im Ersten Weltkrieg an denselben Schauplätzen wiederholten sollte.

Myrdacz Paul, Sanitäts-Geschichte und Statistik der Occupation Bosniens und der Hercegovina im Jahre 1878, Wien-Leipzig, 1882.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.681 a,b)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617856&pos=22&phys=

Myrdacz Paul, Sanitäts-Geschichte der Bekämpfung des Aufstandes in der Hercegovina, Süd-Bosnien und Süd-Dalmatien im Jahre 1882, Wien 1885.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 77.695 a, b)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12003827&pos=41&phys=

Myrdacz verarbeitete in diesen beiden Monografien zeitnah militärhistorisch relevante Quellen, darunter sehr früh schon die sogenannten „Feld-Akten“ aus dem Bestand des Kriegsarchivs im heutigen Österreichischen Staatsarchiv, deren Einsichtnahme ihm durch das Kriegsministerium gewährt worden war.

Diese Arbeiten zählten in Österreich-Ungarn zu den ersten Versuchen eine zusammenfassende Geschichte eines Krieges aus dem Blickwinkel des Militärsanitätswesens zu schreiben. Zu seinen Vorbildern bei der Verfassung dieser beiden Monografien gehörten die Arbeiten des britischen Militärarztes Thomas Longmore (*10.10.1816 London, +30.9.1895 Swanage), der Professor an der Army Medical School und Mitbegründer des Genfer Konvention im Jahr 1864 war, und eine wesentliche Rolle im internationalen Roten Kreuz einnahm. Ebenso beeinflusste ihn der Zoologe und Militärchirurg Jean-Charles Chenu (*30.8.1808 Metz, +12.11.1879 Paris) und der US-amerikanische Militärarzt George Alexander Otis (*12.11.1830 Boston/USA, +23.2.188), der die Reihe The medical and surgical history of the War of the Rebellion (1861-1865) mitverfasste und mitherausgab.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 5.873)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8622038&pos=0&phys=

Unmittelbar beeinflusst waren seine späteren Arbeiten auch durch den sächsischen Oberstabsarzt Hermann Frölich (*21.4.1839 Nossen/Sachsen, +30.7.1900 Leipzig) und dessen Publikationen zum deutsch-französischen Krieg 1870/71. Darunter jene Aufsatzserie, die Frölich 1878 in der Zeitschrift Der Militärarzt, Nr. 20, veröffentlichte: Beitrag zur Sanitätsgeschichte des Feldzuges 1870-71, S. 1-2.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1878&page=95&size=45

Gleiches gilt für die von Frölich publizierte Monografie: Militärmedicin: Kurze Darstellung des gesamten Militär-Sanitätswesens, (= Sammlung Wredens medizinische Lehrbücher Bd. 13) Braunschweig 1887.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte, Sign. I 1.439)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12332460&pos=2&phys=

Zwischen 1895 bis 1898 verfasste Mydracz zahlreiche weitere militärärztlich-historische Arbeiten zu dem an kriegerischen Auseinandersetzungen nicht an Mangel leidenden 19. Jahrhundert.

Myrdacz Paul (Hg.), Handbuch für k.u.k. Militärärzte, Bd. 2. Beitrag zur Kenntnis des Militär-Sanitätswesens der europäischen Großmächte und des Sanitätsdienstes in den wichtigsten Feldzügen der neuesten Zeit, Wien 1898.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.697)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8581279&pos=0&phys=

Myrdacz Paul, Sanitäts-Geschichte des deutsch-französischen Krieges 1870-71 (gemeinsam mit Johann Steiner) (= Handbuch für k.u.k. Militärärzte, Bd. 2, 11)

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.697/2, 11)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617853&pos=21&phys=

Myrdacz Paul, Das französische Militär-Sanitätswesen. Geschichte und gegenwärtige Gestaltung, Wien 1895.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 8.056)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12049060&pos=22&phys=

Myrdacz Paul, Sanitätsgeschichte des Krimkrieges 1854 bis 1856, Wien 1895.

Myrdacz Paul, Sanitätsgeschichte des Feldzuges 1859 in Italien, Wien 1896.

Myrdacz Paul, Das russische Militärsanitätswesen. Geschichte und gegenwärtige Gestaltung, Wien 1896.

Myrdacz Paul, Sanitätsgeschichte der Feldzüge 1864 und 1866 in Dänemark, Böhmen und Italien, Wien 1897.

Myrdacz Paul, Sanitätsgeschichte des russisch-türkischen Krieges 1877 bis 1878 in Bulgarien und Armenien, Wien 1898.

Myrdacz Paul, Der englische Sanitätsdienst in Egypten, in: Wiener medizinische Presse, 1883, Nr. 12-14, 16-17, 19-20.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/2)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11897918&pos=0&phys=

Myrdacz Paul, Das italienische Militär-Sanitätswesen. Geschichte und gegenwärtige Gestaltung, (= Handbuch für k.u.k. Militärärzte Bd. 2, 5)

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.697/2, 5)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11992151&pos=11&phys=

Myrdacz Versuche der Organisation der militärärztlich-chirurgischen Bibliothek und der Sammlungen im Josephinum:

Im Mai 1895 wurde Myrdacz zum Stabsarzt des Garnisonsspitals Nr. 1 in Wien und im Mai 1897 zum ständigen Mitglied des Militär-Sanitäts-Comité und zum Kustos der militärärztlich-chirurgischen Bibliothek und der Sammlung des Sanitätsausrüstungsmaterials an der seit 1874 aufgelösten „Josephinischen-Akademie“ ernannt.

Myrdacz wirkte hier durch die Berufung des k.u.k. Militär-Sanitäts-Comité als Leiter der heutigen Josephinischen Sammlungen und versuchte die an diesem Standort seit Joseph II existierende „militärärztlich-chirurgische Bibliothek“ neu zu organisieren, zu erweitern und insgesamt wiederzubeleben. Er selbst bezeichnete sich 1899 als Bibliothekar. Heute finden sich noch an der Zweigbibliothek die Spuren seiner Tätigkeit in Form seiner der Bibliothek überlassenen Büchersammlungen.

Während seiner Tätigkeit an dieser Institution verfasste er 1899 die Instruktionen zur Verwaltung der k.u.k. militärärztlichen Bibliothek des Militär-Sanitäts-Comité, (handschr.) Wien 1899.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 1.407)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617829&pos=11&phys=

Diese in handschriftlicher Form vorliegenden gebundenen Archivalien bestehen aus einer von ihm verfasste Beschreibung der Bibliothek, seine Vorstellung zur Organisation und Verwaltung der Bibliothek bis hin zu einer neuen Bibliotheks-Ordnung. Dazu findet sich darin ergänzend eine Sammlung von schriftlichen Quellen zur Bibliotheksgeschichte aus den 1890er Jahre.

Ab 1900 war er darüber hinaus noch Lehrer an der neugeschaffenen militärärztlichen Applikationsschule. Seine Tätigkeit am Josephinum endete im August 1902, nachdem er zum Kommandant des Garnisonsspitals Nr. 2 in Mostar/Bosnien und zum Oberstabsarzt ernannt wurde. Im Mai 1905 erfolgte schließlich die Ernennung zum Sanitätschef des IV. Korps in Budapest und im Mai 1908 zum Generalstabsarzt. Im April 1911 trat er in den Ruhestand.

Weitere Literatur von Paul Mydracz:

Militärsanitätswesen. Abschriften aus verschiedenen Zeitschriften für Paul Myrdacz, (handschr.).

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Div. 10 c: 1875-1924 Sign. I. 406]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12049083&pos=12&phys=

Myrdacz Paul, Handbuch für k.u.k. Militärärzte. Systematisch geordnete Sammlung der in Kraft stehenden Vorschriften, Circular-Verordnungen […] als Ergänzung zum Reglement für den Sanitätsdienst des k.u.k. Heeres, Bd. 1-2, Wien 1890-1914

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/6 Bd. 2/1)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617818&pos=4&phys=

Myrdacz Paul, Das österreichisch-ungarische Heeres-Sanitätswesen am Ausgang des 19. Jahrhunderts, in: Wiener medizinische Presse, 1891, Nr. 13-16, 18, 20-21.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/9)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11992185&pos=15&phys=

Myrdacz Paul, Die moderne Kriegschirurgie vom Standpunkt der Sanitätsverwaltung, in: Wiener medizinische Presse 1899, Nr. 14 u. ff.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.696/5)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617831&pos=13&phys=

Myrdacz Paul, Der Ileotyphus in den Garnisonen Wien und Budapest in den Jahren 1877-1899, in: Der Militärarzt, 29.7.1892, Nr. 14 und 12.8.1892, Nr. 16.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1892&size=45&page=63

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1892&size=45&page=67

Myrdacz Paul, Die Malariakrankheit im k.u.k. Heere, in: Der Militärarzt, 17.1.1902, Nr. 1.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1902&size=45&page=3

Myrdacz Paul, Militärsanitätswesen, Abschriften aus verschiedenen Zeitschriften für Paul Myrdacz (1875-1924)

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. I. 1.406)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8617836&pos=18&phys=

Myrdacz Paul, Die chirurgisch-operative Tätigkeit der k.u.k. Militärheilanstalten in den Jahren 1894-1904, in: Der Militärarzt, 20.7.1906, Nr. 13-14.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1906&size=45&page=63

Myrdacz Paul, Die vollendete Einheitslehre (Monismus absolutus). Bausteine zu einer zeitgemäss geläuterten Welt- und Lebensansicht (Manuskript) gebunden, Graz 1923.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 7.703)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12023285&pos=10&phys=

Myrdacz Paul, Über die geographische Verbreitung einiger Körpergebrechen in Österreich-Ungarn, Wien 1894.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 14.278 a, b)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11978460&pos=13&phys=

Myrdacz Paul, Die Reform der Militär-Sanität, in: Wiener klinische Wochenschrift, 1894.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 11.993)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12049090&pos=25&phys=

Text: Walter Mentzel

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [23]: Physikalische Medizin im Ersten Weltkrieg (Teil 1) – Fodor Julius, Kahane Max, Bum Anton, Herz Max

Physikalische Medizin im Ersten Weltkrieg (Teil 1) – Fodor Julius, Kahane Max, Bum Anton, Herz Max

Die Physikalische Medizin, die um 1900 als eigenes Fach die Balneologie, Hydro- und Klimatotherapie, Röntgentherapie u.a. umfasste, erfuhr im Ersten Weltkrieg einen massiven Aufschwung und war nach dem Krieg fixer Bestandteil der Kriegsinvalidenfürsorge. Darüber und über Pläne der Institutionalisierung der „physikalischen Medizin“ im Rahmen des militärischen Sanitätswesens in Form einer „Zentralstelle der ärztlichen Hilfsorganisation für physikalische Medizin“ in Wien berichtete der Medizinalrat Julius Fodor in einem Vortrag in der Sitzung des „Zentralverbandes der Balneologen Österreichs“ und der „Gesellschaft für physikalische Medizin“ am 18. November 1914. Dieser Vortrag ist unter dem Titel „Physikalische Heilmethoden in der Verwundetenfürsorge und Organisation dieses ärztlichen Hilfsdienstes“ in der Wiener Medizinischen Wochenschrift, Nr. 9, 27.2.1915, S. 425-427 veröffentlicht worden.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&size=45&page=223

Max Kahane (*13.06.1866 Jassy/Bukowina/heute: Rumänien,+ 11.01.1923 Wien), Arzt, Übersetzer von Charcot und Janet. 1883 maturierte Max Kahane am Leopoldstädter Communal-Gymnasium Wien. Danach studierte er an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (1889 Promotion) und arbeitete als Aspirant am Allgemeinen Krankenhaus Wien. Max Kahane gehörte zu den Gründungsmitgliedern der „Psychologischen Mittwoch Gesellschaft“. 1908 nahm er am 1. Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Salzburg teil. 1895 übersetzte er die von Pierre Janet 1894 publizierte Monografie: Der Geisteszustand der Hysterischen. Band I: Die psychischen Stigmata, Leipzig-Wien.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 17.979/3]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8590915&pos=16&phys=

1901 gründete Max Kahane das „Institut für physikalische Heilmethoden“ (u.a. Elektrotherapie) in Wien I, Bauernmarkt, danach Wien I, Kohlmarkt. 1907/1908 war er Sekretär der Gesellschaft für physikalische Medizin. Am 11.1.1923 nahm sich Max Kahane das Leben.

Kahane publizierte im Ersten Weltkrieg Über die Anwendung der physikalischen Heilmethoden bei Kriegskranken, in: Der Militärarzt, Nr. 29, 26.12.1914, S. 540-547, wo er sich aus als Vertreter und Befürworter der Elektrotherapie vorstellte.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1914&page=276&size=45

weiters: Über magnetische Sensibilität, in: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 24, 15.6.1918, S. 1094-1097.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&size=45&page=503

Publikationen von Max Kahane – Eine Auswahl:

Grundzüge der Elektrodiagnostik und Elektrotherapie, Berlin-Wien 1922.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 17.135]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8593740&pos=7&phys=

    
Kahane Max,
Faradopalpation, Arsofaradisation, in: Wiener Klinische Wochenschrift, 1915, Nr. 23.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8440511&pos=0&phys=

Kahane Max, Handbuch der therapeutischen Praxis in Einzeldarstellungen, Leipzig 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 4.017]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8593741&pos=8&phys=

Kahane Max (Hg.), Medizinisches Handlexikon für praktische Ärzte. Unter Mitwirkung von Alfred Adler, Alfred Bass, Julius Baum), Berlin Wien 1908.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 64.552]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8593742&pos=9&phys=

Kahane Max, Die Chlorose (Vegetationsstörungen der weiblichen Pubertätsperiode), Berlin-Wien 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 57.903]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8593738&pos=5&phys=

Kahane Max, Grundriss der inneren Medicin, Leipzig-Wien 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 9.771]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8593739&pos=6&phys=

Kahane Max, Therapie der Erkrankungen des Respirations- und Circulationsapparates, Wien-Leipzig 1902 (= Medicinische Handbibliothek, Bd. 2).

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 17.912/2]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11908730&pos=2&phys= 

Anton Bum (*2.7.1856 Brünn/Mähren *+18.8.1925 Wien) war Physiotherapeut, Chirurg und Schriftsteller. Nachdem er 1873 am „deutschen Gymnasium“ in Brünn maturierte, studierte er in Wien an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Nach Abschluss seines Studiums (Promotion 1879) arbeitete er bis 1883 als Sekundärarzt und Assistent bei Albert Mosetig (*26.1.1838 Triest, +25.4.1907 Wien) im Krankenhause Wieden in Wien. Danach bildete er sich in Schweden und den Niederlanden in der Mechanotherapie aus und ließ sich als Spezialarzt für Mechanotherapie in Wien nieder. 1886 war er im serbisch-bulgarischen Krieg als Arzt tätig, wo er erste Erfahrungen als Militärarzt machte.

1899 gründete er zusammen mit Max Herz ein Institut für maschinelle Heilgymnastik (mechanotherapeutische und orthopädische Institut), das er besaß und auch leitete.

Seit 1887 war er Chefredakteur der „Wiener medizinischen Presse“ und der Zeitschrift „Wiener Klinik“. 1904 habilitierte er sich im Fach Chirurgie an der Medizinischen Fakultät in Wien. Zwischen 1887 und 1906 war er Redakteur der Zeitschrift „Wiener Medizinal-Halle“, die ab 1908 als Beiblatt der „Medizinischen Klinik“ erschien.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. Z 2.303]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8612694&pos=21&phys=

Anton Bum arbeitete im Ersten Weltkrieg im Verwundeten-Spital der Universität Wien als Abteilungsvorstand und im Kriegsspital in Grinzing in Wien. Im November 1915 demonstrierte er in der Sitzung der Gesellschaft der Ärzte in Wien an verwundeten Soldaten einen „portativen Spitzfußapparat“. Wiener Medizinische Wochenschrift, Nr. 49, 4.12.1915, S. 1816,

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&page=916&size=45

im Februar 1916, in der Sitzung der Gesellschaft der Ärzte in Wien am 4.2.1916, über einen durch Verschüttung verwundeten Soldaten (Wiener Medizinische Wochenschrift, Nr. 7, 12.2.1916, S. 274-275.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=147

1917 hielt er ebenfalls ein Referat zum Thema Spitzfuß in der Sitzung am 12.3.1917 im k.u.k. Reservespital Nr. 2 (Orthopädisches Spital und Invalidenschule). Wiener Medizinische Wochenschrift, Nr. 13, 30.3.1918, S. 568-569.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&size=45&page=266´

Ebenfalls 1917 gab er die Monografie: Handbuch der Krankenpflege (unter Mitarbeit von Julius Tandler u.a.) Berlin-Wien 1917, heraus.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 56.181]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8581231&pos=0&phys=

Diese Arbeit war das Resultat seiner Tätigkeit im Verwundeten-Spital der Universität Wien, wo Bum während des Krieges auch regelmäßig Pflegerinnenkurse abhielt.

Bum Anton, Die Mobilisierung in der Extremitätschirurgie, in: Medizinische Klinik, 1921, Nr. 25.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin/Separata]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8426810&pos=6&phys=

Weitere Publikationen von Anton Bum – Eine Auswahl:

Bum Anton, Technik der ärztlichen Massage. Für praktische Ärzte, Berlin-Wien 1913.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 3.182]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552036&pos=3&phys=

Bum Anton, Über Kombination physikalischer Behandlungsmethoden, in: Medizinische Klinik, 1911, Nr. 25.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin/Separata]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8426806&pos=2&phys=

Bum Anton, Vorlesungen über ärztliche Unfallkunde, Berlin-Wien, 1909.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 57.844]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552037&pos=4&phys=

Bum Anton, Über Mechanodiognostik, in: Medizinische Klinik, 1908, Nr. 3.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 13.561]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552032&pos=20&phys=

Bum Anton, Handbuch der Massage und Heilgymnastik, 4. Aufl., Berlin-Wien 1907.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 10.073]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552025&pos=13&phys=

 

Bum Anton, Über Mechanodiagnostik, in Medizinische Klinik, 1908, Nr. 3.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 13.561]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552032&pos=20&phys=

Bum Anton, Zur chirurgischen Unfalldiagnostik, in: Wiener medizinische Presse, 1903 Nr. 15 und 16.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin/Separata]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8426814&pos=9&phys=

Bum Anton, Handbuch der Massage und Heilgymnastik für praktische Ärzte, Wien Leipzig 1896.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 11.401]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552023&pos=11&phys=

Bum Anton, Therapeutisches Lexikon für praktische Ärzte, Leipzig 1891.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 9.772]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552027&pos=15&phys=

Bum Anton, Der gegenwärtige wissenschaftliche Standpunkt der Mechanotherapie, in: Wiener Medizinische Presse, 1889, H. 44.

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin, Sign. 47.076]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8552035&pos=0&phys=

Bum Anton, Die Massage in der Neuropathologie, in: Wiener Klinik, 1888, Jg. 14/Heft 1

[Zweigbibliothek Geschichte der Medizin/Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte , Sign. I/2.248]

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12324253&pos=3&phys=

Anton Bum stellte 1922 für die Bundes-Film-Hauptstelle, die in den 1920er Jahren zahlreiche medizinische Lehrfilme in Auftrag gab, einen wissenschaftlichen Lehrfilm her:

Titel: Die Technik der ärztlichen Massage

Genre: Wissenschaftlicher Lehrfilm

Auftraggeber: Bundes-Film-Hauptstelle

Ort: Österreich/Wien

Jahr: 1922

Technische Daten: Ca. 17 min./194 m, s/w, 35 mm, Originalnegativ, Vollbild

Archiv: Filmarchiv Austria

Im Rahmen eines Projektes werden bislang als verschollen geltende historische medizinisch-wissenschaftliche Filme, die in Österreich an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und an außeruniversitären medizinischen Einrichtungen zwischen 1897 und 1938 hergestellt wurden, gesucht, bzw. deren Überlieferungen rekonstruiert. Mehr dazu unter:

http://verein-netzwerk-historiker.blogspot.co.at/p/der-medizinische-film-in-osterreich.html

Max Herz (*3.4.1865, Neutischein/Mähren, + November 1956 San Francisco/Kalifornien/USA). Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (1884-1890), promovierte 1890 und habilitierte sich 1895 ebenfalls in Wien. Herz war Professor für Innere Medizin und gründete 1892 gemeinsam mit Hermann Schlesinger (1866–1934) den „Wiener medizinischen Klub“, aus dem später die „Gesellschaft für Innere Medizin“ hervorging.

1899 Gründete er gemeinsam mit Anton Blum das Institut für maschinelle Heilgymnastik in Wien. 1909 gründete er das „Zentralblatt für Herzkrankheiten und Krankheiten der Gefäße“. Er war Präsident der Gesellschaft für physikalische Medizin. 1934 musste er emeritierten. Seinem besonderen Interesse galten den heilgymnastischen Behandlungsformen wie die „maschinelle Heilgymnastik“, thermische Reize, Hydrotherapie, Licht- und Luftstrombad u.a.

Er war Freimaurer und schrieb im Jahr 1924 ein Buch über die Freimaurer (Die Freimaurer. Wien, 1924) Im März 1939 flüchtete Herz aufgrund der NS-„Rassenverfolgung“ nach London und danach in die USA.

Max Herz publizierte im Ersten Weltkrieg Über die Begutachtung des Herzens im Krieg, in: Wiener Medizinische Wochenschrift, Nr. 5, 22.1.1916, S. 159-161.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&page=90&size=45

Weitere Publikationen von Max Herz – Eine Auswahl:

Herz Max, Die Beeinträchtigung des Herzens durch Raummangel, Wien-Leipzig 1909.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 57.894)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8584900&pos=1&phys=

Herz Max, Heilgymnastik, Stuttgart 1907.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte Wien, Sign. I/15.267)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12337371&pos=6&phys=

Herz Max, Lehrbuch der Heilgymnastik, Berlin-Wien 1903.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 10.323)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8584907&pos=7&phys=

Herz Max, Bum Anton, Das neue System der maschinellen Heilgymnastik, in: Wiener Klinik, 1899, Heft 4 und 5.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte Wien, Sign. I/2.248)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12337378&pos=12&phys=

Die hier angeführten Fotografien zeigen eine Auswahl jener von Max Herz angeregten und gemeinsam mit Anton Bum konstruierten Apparaturen, die sich am Institut für maschinelle Heilgymnastik in Wien befanden.


 

Herz Max, Essbuch für Herzkranke, 3. Aufl. Berlin.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte Wien, Sign. S.A. 38.283)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12337359&pos=1&phys=

Herz Max, Die Physiologische und therapeutische Wirkung der Dampfhitze, in: Wiener klinische Wochenschrift, 1891, Nr. 17-18.

(Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Sign. 25.790)

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8584913&pos=12&phys=

Sein Personalstammdatenblatt, das seinen wissenschaftlichen Lebenslauf bzw. seine wissenschaftliche Bibliografie enthält findet sich im Archiv der Universität Wien unter:

Senat S 304.128 Bum, Anton (02.07.1856-18.08.1925).

Text: Walter Mentzel

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