Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [368]: Nussbaum, Julius – Oberbezirksarzt in Wien

Nussbaum, Julius – Oberbezirksarzt in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 04.05-2026

Keywords: Städtischer Bezirksarzt, Medizingeschichte, Wien

Julius Nussbaum wurde als Sohn von Abraham Adolf Nussbaum und Rosi Therese, geborene Schrötter, am 2. September 1861 in Ungarisch-Ostrau in Mähren (heute: Uherský Ostroh/Tschechien) geboren. Er war mit Vilma (21.7.1863-) verheiratet.

Nussbaum studierte seit dem Wintersemester 1882/83 an der Universität Wien Medizin und promovierte am 27. März 1886 zum Doktor der gesamten Heilkunde.

Von 1886 bis 1891 war er als Sekundararzt 1. Klasse im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig und zugleich Assistent am Ambulatorium für Elektrotherapie bei Professor Moritz Rosenthal (1832-1889). Zwischen 1886 und 1888 widmete er sich am I. Neurologischen Institut bei Professor Heinrich Obersteiner jun. (1847-1922) dem Studium des Nervensystems. In diesem Zusammenhang publizierte er die Arbeit „Ueber die wechselseitigen Beziehungen zwischen den centralen Ursprungsgebieten der Augenmuskelnerven“.

Anschließend schlug er die Beamtenlaufbahn eines städtischen Arztes in Wien ein. Im Jänner 1891 wurde er zum provisorischen dritten städtischen Arzt des 2. Bezirks, Leopoldstadt, in Wien ernannt,[1] 1892 erfolgte seine definitive Ernennung zum städtischen Arzt für den 3. Bezirk.[2] 1895 wurde er dem 9. Bezirk, Alsergrund, zugeteilt.[3] 1913 erfolgte seine Ernennung zum Bezirksarzt 1. Klasse (für Armenbehandlung und Totenbeschau),[4] 1914 jene zum Oberbezirksarzt. Er führte eine private Arztpraxis zunächst in Wien 2, Herminengasse 18, anschließend in Wien 9, Alserstraße 4, später in Wien 3, Landstraße Hauptstraße 33[5], danach Löwengasse 29, ab 1895 Wien 9, Lichtensteinstraße 17, ab 1898 Wien 9, Berggasse 17 und zuletzt in Wien 9, Porzellangasse 50.

Nussbaum engagierte sich in ärztlichen Standesorganisationen, insbesondere in der Wiener Ärztekammer, in der er 1898 zum Kammermitglied gewählt wurde,[6] sowie im Ärztlichen Verein im 9. Bezirk, wo er zunächst 1902 zunächst zum zweiten Obmann-Stellvertreter gewählt wurde[7] und die Funktion des Vereinsobmannes übernahm.

Julius Nussbaum verstarb am 23. Oktober 1927 in Wien.

Nussbaum Julius: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 24.10.1927, S. 7.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0190, Nussbaum Julius (Nationalien Datum: 1882/83).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-266b, Nussbaum Julius (Rigorosum Datum: 1883).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1789, Nussbaum Julius (Promotion Datum: 27.3.1886).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Nussbaum Julius.

Literatur:

Nussbaum, Julius: Ueber die wechselseitigen Beziehungen zwischen den centralen Ursprungsgebieten der Augenmuskelnerven. Aus dem Laboratorium von Prof. Obersteiner zu Wien. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbücher. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

 

[1] Allgemeine Wiener Zeitung, 6.1.1891, S. 10.

[2] Wiener medizinische Zeitung, Nr. 15, 1902, Sp. 604.

[3] Die Presse, 10.11.1889, S. 15.

[4] Illustriertes Wiener Extrablatt, 29.6.1913, S. 4.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 37, 1892, Sp. 1450.

[6] Neues Wiener Journal, 10.2.1898, S. 4.

[7] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 6, 1902, S. 159.

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Letzte Aktualisierung: 2026.05.04

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