Archiv der Kategorie: Literaturhinweis

Literaturhinweis

„1. Weltkrieg & Medizin“ [56]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.10 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.10 – Ärztinnen und Ärzte

Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

S + SCH + ST

SAZAVSKY, Karl

Er wurde 1886 in Brünn/Brno geboren, und studierte Medizin an der böhmischen Universität in Prag, wo er am 1. Juni 1911 promovierte.

In den folgenden Jahren bis Kriegsbeginn 1914 war er als praktischer Arzt in Brünn tätig. Ab Jänner 1917 war er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zugeteilt.

SCHEIBER, Leo

Geboren 1888 in Baja/Ungarn https://de.wikipedia.org/wiki/Baja

Er leistete vor dem Krieg seinen Präsenzdienst im Garnisonsspital Nr. 19 in Pressburg/Bratislava/Poszony und wurde Mitte 1913 zum Infanterieregiment Nr. 23 nach Baja in seine Geburtsstadt versetzt.

Mit Kriegsbeginn 1914 wurde er dem 3. Armee-Etappenoberkommando in Galizien zugeteilt, wo er bis zu seiner Abkommandierung Ende September 1916 ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz verblieb. Am 5. Februar 1918 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand.

  1. Jänner 1915 Ordensverleihung

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SCHNEK, Maximilian

Stabsarzt der Reserve Dr. Maximilian SCHNEK, geboren 1864 in Wien, war eingerückt vom 3. Mai 1916 bis 2. September 1917 und wurde dann ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz versetzt. Hier leitete er bis zum Kriegsende die I. Sektion. (siehe: „1. Weltkrieg & Medizin“ [36]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 5.3).

Nach dem Krieg war er in Wien als Arzt tätig, wo er im November 1933 verstarb.

  1. November 1933 Dr. Maximilian Schneck verstorben

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SCHNEIDER, Nusin=Nathan

Geboren in Zniesienie/Lemberg 1873, arbeitete er ebenda vor dem Krieg als Internist https://de.wikipedia.org/wiki/Lwiw

Vor den Russen nach Westen geflüchtet, meldete er sich im September 1915 zum ärztlichen Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, wo er auch noch 1917 – nach der Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung – verblieb.

SCHUCK, Maximilian

Geboren 1864 in Wien, nahm er am Ersten Weltkrieg teil und war „im Felde vom 3. Mai 1916 bis 2. September 1917“. Hierauf wurde er ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz versetzt, wo er bis Kriegsende arbeitete.

SCHWARZ, Alexander

Er wurde in Prag (Königliche Weinberge) 1869 geboren.

Nach seinem Medizinstudium nahm er die Stelle eines Distriktarztes in Wottitz (Votic, BH Selčan https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Sel%C4%8Dan, an, wo er bis zum Kriegsausbruch 1914 verblieb

1915 war er dem Reservespital Nr. 3 in Prag zugeteilt und wurde Anfang 1918 in das Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz versetzt, wo er in der 6. Abteilung/Sektion arbeitete.

  1. Juli 1898 Danksagung

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  1. September 1915 im Reservespital Nr. 3 in Prag tätig

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SCHWARZBACH, Josef

Er wurde 1882 in Haida/Nordböhmen https://de.wikipedia.org/wiki/Nov%C3%BD_Bor geboren. Nach dem Medizinstudium in Prag und einer längeren praktischen Tätigkeit am allgemeinen öffentlichen Krankenhaus in seiner Geburtsstadt wurde er im Herbst 1914 hier zum provisorischen Primararzt ernannt.

Aufgrund des immer größer werdenden Ärztemangels während des Krieges musste er schließlich im August 1917 zur Feldarmee nach Albanien einrücken. Hier wurde er einem Malariaspital (Feldspital Nr. 1012/19. Korps) zugeteilt, bei dem er bis Jänner 1918 verblieb.

Aufgrund einer schweren Erkrankung vom Militärdienst beurlaubt, wurde er zur weiteren Dienstleistung dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zugeteilt, wo er bis zum Ende des Krieges seinen Dienst versah.

Nach Ende des Weltkrieges ließ er sich in Salzburg nieder (seine Frau war gebürtige Salzburgerin) und kaufte 1929 das sogenannte „Schlössel am Stein“ (heute Diakonie-Zentrum https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Diakonie-Zentrum_Salzburg  in Salzburg-Stadt, wo er ein Sanatorium einrichtete.   

  1. Oktober 1914 geheiratet

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19141003&seite=5&zoom=33&query=%22josef%2Bschwarzbach%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. November 1914 zum provisorischen Primararzt in Haida ernannt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19141119&seite=4&zoom=33&query=%22josef%2Bschwarzbach%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. Februar 1916 Primararzt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19160217&seite=4&zoom=33&query=%22josef%2Bschwarzbach%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. August 1916 Ehrenzeichen verliehen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=19160811&seite=2&zoom=33&query=%22josef%2Bschwarzbach%22&provider=P01&ref=anno-search

  1. November 1931 Ein neues Sanatorium in Salzburg

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19311130&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=8

  1. September 1932 Das Sanatorium Dr. Schwarzbach

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19320919&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=5

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19320919&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=6

  1. September 1934 Danksagung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19340929&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=10

  1. Jänner 1935 Insolvenzen – Ausgleich

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19350108&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=11

  1. April 1935 Aus dem Gerichtssaale – freigesprochen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350402&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=5

  1. Mai 1936 Das Sanatorium Schwarzbach

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19360520&query=%22josef+schwarzbach%22&ref=anno-search&seite=6

SEDIVEC (ŠEDIVEC), Johann

Er wurde 1877 in Senftenberg in Böhmen https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%BDamberk  geboren.

Nach Kriegsbeginn im Range eines Stabsarztes der Reserve zur Armee eingezogen, wurde er vom 11. Oktober 1914 bis 15. September 1915 am nördlichen Kriegsschauplatz eingesetzt (als Kommandant des Feldspitals 8/15).

Er erkrankte im Mai 1915 an „chronischer Blinddarmentzündung“, wurde daraufhin als „felddienstuntauglich“ ins „Hinterland“ geschickt und schließlich mit Dezember 1916 in den Ruhestand versetzt. Auf sein Ersuchen hin wurde er Mitte 1917 „auf Mobilitätsdauer aktiviert“ und zum Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz versetzt, wo er bis zum Kriegsende die Leitung der 5. Abteilung/Sektion übernahm.

SEDLAK, Emanuel

Geboren am 25. Dezember 1873 in Lub, Bezirk Klattau in Böhmen https://de.wikipedia.org/wiki/Klatovy, wurde er am 22. Mai 1894 als „einjährig freiwilliger Mediziner auf Staatskosten“ zur k. u. k. Armee gemustert und studierte während der Ableistung seines Militärdienstes an der böhmischen Universität in Prag Medizin. Hier wurde er am 13. Mai 1899 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert.

Weitere Ausbildung nach dem Studium:

An den Prager Universitätskliniken:

– ½ Jahr Ohrenheilkunde bei Professor Emilian Kaufmann (5.1.1852-7.7.1912)

– ½ Jahr Hautkrankheiten bei Professor Viktor Janovsky (1847-1925)

– 16 Monate Chirurgie bei Professor Karel Meydl  http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_M/Maydl_Karel_1853_1903.xml

– 3 Monate Gynäkologie bei Professor Karl Pawlik  https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Karl_Pawlik

– 6 Monate Augenheilkunde bei Professor Jan Deyl (1855-1924)

Hierauf wechselte er nach Pardubitz, wo er 13 Monate als erster Sekundararzt im hiesigen allgemeinen Spital arbeitete. Nach Abschluss seiner Ausbildung ließ er sich als praktischer Arzt in Pardubitz nieder.

Tätigkeit im 1. Weltkrieg als Landsturmregimentsarzt:

Vom 27.7. 1914 bis 21. 9. 1914:

Im Feldspital Nr. 5/9 eingeteilt als Arzt für Chirurgie, mitgemachte Gefechte: Gefechte bei Magierow.

22.9.1914 bis 31.5.1916:

Beim k. u. k. 9. Korpskommando als zugeteilter Arzt beim Korps-San-Chef und Chefarzt der Korpskommandoabteilungen –

Gefechte: Vormarsch von Szaszkowka gegen San, Rückzug über Zmigrod, Krempna, Karpathen bis Ungarn.

In Ungarn, Vormarsch über Karpathen und Biecz, in Ropa Stellungskrieg am Dunajec.

Durchbruchschlacht über Tuchow, Rzeszow, Sieniawa, Bilgoroj, Lublin bis Adamow.

Weiterer Vormarsch über Lubartow, Lublin, Grubieszow gegen Cholm und Kowel, Eroberung von Luck, Stellungskrieg in Wolhynien bei Malin. Stellungskrieg nordwestlich Tarnopol an der mittleren Strypa.

Erkrankt: im Oktober 1915 im Feldspital 6/9 in Ostrzyce mit fieberhaftem Bronchialkatarrh 7 Tage. 

Er suchte Ende Juli 1917 um seine Versetzung nach Pardubitz ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 an (zu dieser Zeit war er tätig im Garnisonsspital Nr. 27 in Baden); mit der Begründung, dass er „…volle 35 Monate ununterbrochen bei der Armee im Felde diente und als praktischer Arzt seit 13 Jahren in Pardubitz etabliert bin.“  

Hier war er dann bis Ende des Krieges eingeteilt in der 4. Abteilung/Sektion.

  1. Juni 1917 Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen bekommen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19170626&seite=8&zoom=33&query=%22emanuel%2Bsedlak%22&provider=P02&ref=anno-search

SIKL (ŠIKL), Hermann

Er wurde 1888 in Pilsen https://de.wikipedia.org/wiki/Pilsen geboren. Er studierte an der böhmischen Universität in Prag Medizin, wo er am 11. Februar 1913 promovierte.

Nach der Promotion erhielt er an der böhmischen Universität in Prag eine Assistentenstelle im Institut für pathologische Anatomie, wo er neben weiteren Studien im Fach Bakteriologie auch die Funktion eines anatomischen Prosektors innehatte.

Im Krieg als Landsturmassistenzarzt zur Armee eingezogen wurde er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz als Prosektor vom 6. September 1916 bis Kriegsende zugeteilt.

  1. Februar 1931 Lungenkrebs – Krankheit der Joachimsthaler Bergarbeiter

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19310218&query=%22dr+sikl%22&ref=anno-search&seite=3

  1. September 1937 Einbalsamierung Masaryks

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wst&datum=19370916&seite=6&zoom=33&query=%22dr%2Bschikl%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. März 1938 Die Radiumkrankheit von St. Joachimsthal

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fst&datum=19380304&query=%22dr+sikl%22&ref=anno-search&seite=3

SKACELIK, Franz

Geboren 1873. Er war vor dem Krieg Bezirksarzt in Rokitzan/Rokycany   https://de.wikipedia.org/wiki/Rokycany

Nach Kriegsbeginn meldete er sich zum Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 und wurde nach dessen Übernahme 1916 in die Heeresverwaltung weiter hier beschäftigt.

ŠLESINGER, Josef

Er war vor dem Krieg Stadtarzt in Chotieborsch/Chotěboř  https://de.wikipedia.org/wiki/Chot%C4%9Bbo%C5%99.

Während des Krieges wurde er im Range eines Landsturmoberarztes dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zugeteilt, wo er in der 4. Abteilung/Sektion arbeitete.

SMRŽ , Franz

Geboren 1888, war er heimatzuständig in Natscheradetz/Načeradec https://de.wikipedia.org/wiki/Na%C4%8Deradec.

Er wurde als Hörer an der böhmischen Universität in Prag für das Fach Medizin eingeschrieben, wo er am 7. Dezember 1914 auch promovierte. Er meldete sich bald darauf zum Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, wo er seit 16. März 1915 angestellt war.

Nach Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung wurde er zur Dienstleistung „ins Feld“ nach Montenegro geschickt, wo er in einem Spital in Kolašin https://de.wikipedia.org/wiki/Kola%C5%A1in arbeitete.

ŠNAJDR, Josef

Vor dem Krieg war er als Sekundararzt im allgemeinen öffentlichen Krankenhaus in Beneschau/ Benešov https://de.wikipedia.org/wiki/Bene%C5%A1ov und später ab 1907 in Škvorec als praktischer Arzt https://en.wikipedia.org/wiki/%C5%A0kvorec tätig.

Er ist im Range eines Landsturmregimentsarztes im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz im Jahr 1918 zum Dienst eingeteilt gewesen.

STREIT, Vinzenz

Er wurde 1880 geboren in Jamnitz/Jemnice in Mähren https://de.wikipedia.org/wiki/Jemnice.

Er studierte Medizin an der böhmischen Universität in Prag und promovierte hier am 27. April 1904.

Anschließend als Sekundararzt am öffentlichen Krankenhaus in Deutsch Brod tätig, übernahm er später die Stelle eines Distriktarztes in Holitz  https://de.wikipedia.org/wiki/Holice_v_%C4%8Cech%C3%A1ch.

Nach Kriegsbeginn als Chirurg in mehreren Militärspitälern im Hinterland eingesetzt, gelang ihm schließlich nach mehreren Versuchen die Versetzung ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz. Hier arbeitete er bis zum Kriegsende als Chirurg in der 1. Abteilung/Sektion.

  1. November 1911 provisorischer Distriktsarzt in Holitz

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19111130&seite=3&zoom=33&query=%22vinzenz%2Bstreit%22&provider=P03&ref=anno-search

SVOBODA, Josef

Geboren 1889, war er heimatzuständig in Neubydžow 

https://de.wikipedia.org/wiki/Nov%C3%BD_Byd%C5%BEov.

Er studierte Medizin an der böhmischen Universität in Prag und war 1913 Sekundararzt im Bezirks-Hospital Königliche Weinberge/Prag.

Bei Kriegsbeginn als Sekundärarzt im Bezirkskrankenhaus in Pardubitz angestellt, meldete er sich freiwillig zum Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, wo er seit dem 23. Februar 1915 arbeitete. Er wurde nach Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung in der zweiten Hälfte 1916 entlassen, da – nach Auskunft des Militärkommandos Prag – „der Betreffende ein eifriger Russophiler [Russenfreund] und Leibarzt des Fürsten Nikolai Nikolajewitsch  https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Nikolajewitsch_Romanow_(1856%E2%80%931929) gewesen sein soll. Nach gepflogenen Erhebungen ist der Genannte mit Dr. MESANY (MESSANY) befreundet.“

Zu Dr. Franz Messany:

  1. November 1909 Prinz Alexander Taxis gestürzt

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19091114&query=%22dr+mesany%22&ref=anno-search&seite=8

  1. Dezember 1909 Bei den Verletzten im Pardubitzer Spitale + Die Operation der Verletzten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19091227&query=%22dr+messany%22&ref=anno-search&seite=3

  1. Dezember 1909 Dr. Messany als Kläger (Dr. Swoboda erwähnt)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19091230&query=%22dr+messany%22&ref=anno-search&seite=32

  1. Jänner 1910 Ein politischer Ehrenbeleidigungsprozeß

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nzg&datum=19100119&query=%22dr+messany%22&ref=anno-search&seite=2

  1. Februar 1911 Ein Bezirkskrankenhaus ohne Ärzte

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19110227&query=%22dr+mesany%22&ref=anno-search&seite=2

  1. März 1912 Ganz Europa lacht über Österreich

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19120312&query=%22dr+mesany%22&ref=anno-search&seite=5

  1. März 1912 Die Post als Sittenkommission

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mtb&datum=19120313&query=%22dr+mesany%22&ref=anno-search&seite=6

SWIERZCHO, Anton

Geboren 1863, war er heimatzuständig in Czernowitz  https://de.wikipedia.org/wiki/Czernowitz.

Er studierte Medizin an der medizinischen Fakultät der Universität in Krakau, wo er am 16. März 1893 promovierte. In den darauffolgenden 2 Jahren spezialisierte er sich in den Fächern Augen- und Ohrenheilkunde und übernahm im Oktober 1895 eine Facharztstelle in Czernowitz. Später war er auch noch tätig im „israelitischen“ Spital in Czernowitz.

Als russische Truppen im August 1914 zum ersten Mal Czernowitz besetzten, war Schwierzcho bereits nach Westen geflohen und kam in ein Flüchtlingslager in Böhmen. Hier meldete er sich freiwillig zum Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz.

Vom 5. Oktober 1915 bis Mitte 1916 arbeitete er als Augen- und Ohrenarzt im Spital.

  1. Oktober 1895 als Arzt in Czernowitz niedergelassen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bur&datum=18951017&seite=4&zoom=33&query=%22anton%2Bswierzcho%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. April 1910 Jüdisches Waisenhaus

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bup&datum=19100407&seite=2&zoom=33&query=%22anton%2Bswierzcho%22&provider=P03&ref=anno-search

SWIEZAWSKI, Leon

Er wurde geboren 1870 in Krakau. Studierte hier auch Medizin an der medizinischen Fakultät der Universität. Er diente 1890 im Garnisonspital Nr. 15 in Krakau und war vor dem Krieg praktischer Arzt im Gerichtsbezirk Pilzno https://de.wikipedia.org/wiki/Pilzno.

Ab dem 10. Jänner 1915 arbeitete er im Kriegsspital/Reservespital Nr. in Pardubitz. Er wurde nach Übernahme des Spitals von der Heeresverwaltung Mitte 1916 nicht mehr zur Dienstleistung herangezogen.


Text: Reinhard Mundschütz

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Most Wanted Book: Atlas der gynäkologischen Operationen

Unter den am meisten vorgemerkten Büchern der letzten Buchausstellung ist:

Atlas der gynäkologischen Operationen

Wallwiener, Diethelm,, 1954- [HerausgeberIn]Jonat, Walter, 1949- [HerausgeberIn]Kreienberg, Rolf [HerausgeberIn]Friese, Klaus, 1949- [HerausgeberIn]Diedrich, Klaus,, 1946- [HerausgeberIn]Beckmann, Matthias Wilhelm,, 1960- [HerausgeberIn]Becker, Sven, 1968-Schmidt, Ernst H.Wilde, Rudy Leon de,, 1958-
2018 
Signatur: WP-17-48 /<8> 
  

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [83]: 1848 Revolution: Der 170. Todestag von Robert Blum und seine Aufbahrung am Josephinum am 9. November 1848

1848 Revolution: Der 170. Todestag von Robert Blum und seine Aufbahrung am Josephinum am 9. November 1848

Text: Dr. Walter Mentzel

Robert Blum (*10.11.1807 Köln, gest. 9.11.1848 Wien) nahm im deutschsprachigen Raum in der Revolution von 1848 eine herausragende Bedeutung als führender Protagonist der demokratisch-republikanischen Ideen des Vormärzes ein. Seit den 1830er Jahren trat er, der zu dieser Zeit als Theatersekretär und Bibliothekar in Leipzig arbeitete, in verschiedenen Funktionen auf, initiierte die demokratische Bewegung in Sachsen, unterstütze diese publizistisch, engagierte sich gegen nationalistische Strömungen und wurde mehrmals wegen seiner Systemkritik inhaftiert und von der Zensur bedroht. Er war seit Mai 1848 Abgeordneter des ersten demokratisch gewählten Parlaments Deutschlands, der Frankfurter Nationalversammlung, wo er der demokratischen Fraktion und dem Verfassungsausschuss angehörte und sich vehement für eine republikanische Verfassung einsetzte.

Abb.      1 Robert Blum, von August Hunger

Seine Sorge vor einem Scheitern der Revolution und der Nachricht vom Beginn des Oktoberaufstandes in Wien, wo viele den Entscheidungskampf erwarteten und die Rettung der Revolution erhofften, zog ihn im Oktober 1848 nach Wien. Hier traf Blum am 17. Oktober 1848 als Leiter einer Delegation der demokratischen Fraktion der Nationalversammlung ein und trat unmittelbar darauf vor dem Reichstagsauschuss, dem Wiener Gemeinderat und im Studentenausschuss auf. Am 23. Oktober hielt er in der Aula der Universität Wien eine vielbeachtete Rede.[1] Ab dem 25. Oktober nahm er als Mitglied des sogenannten „Elite-Corps“ an der Verteidigung Wiens gegen die kaiserlichen Truppen teil und verteidigte als einer der Kommandanten die sogenannte Nußdorfer Linie.

Nach der Niederschlagung der Revolution und der Besetzung Wiens durch die kaiserlichen Truppen am 1. November 1848 wurde er am 4. November verhaftet und wegen aufrührerischer Reden und Teilnahme an der Verteidigung Wiens trotz seiner Immunität als Parlamentarier am 8. November 1848 durch ein Standgericht zum Tode verurteilt. Am 9. November 1848 morgens wurde Robert Blum in Wien, Brigittenau, erschossen.

Seine Leiche wurde danach in das Josephinum in die Währinger Straße überführt und aufgebahrt,[2] und erst Tage danach in den Schachtgräbern des Währinger Friedhofs begraben.

Wie bei vielen 1848-Revolutionären wurden über Jahrzehnte die Versuche eine Erinnerungskultur zu entwickeln und Gedenkorte zu schaffen unterdrückt und im Keim erstickt; sie lebten nur im Untergrund fort. Erst 1912 wurde von privaten Personen ein kleiner Stein an seinem Begräbnisort platziert. In Wien wurden erst in der Ersten Republik offizielle Gedenkorte geschaffen, darunter der Blum-Gedenkstein im Währingerpark im 18. Bezirk. Darüber hinaus wurde eine Gasse (1919) und eine Wohnhausanlage (1923/24) nach ihm benannt, die auch eine Portraitbüste schmückte, die 1938 von den Nationalsozialisten entfernt wurde.

Quellen:

Wiener Zeitung, 24.10.1848, S. 11.

Illustrierte Zeitung, 18.11.1848, S. 3.

[1] Wiener Zeitung, 24.10.1848, S. 11.

[2] Illustrierte Zeitung, 18.11.1848, S. 3.

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TOP-JOURNAL des Monats: JAMA-JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION (Impact Factor 47.661)

Die Universitätsbibliothek stellt DIE medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access  zur Verfügung.

Das  TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:

JAMA-JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION

Zu den Volltexten: Jg. 279, H. 1 (1998) – 

Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR
(geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Mit dem Impact Factor 47.661 (2017) zählt JAMA-JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION zu den Top-Journalen in der Kategorie: Medicine, General & Internal – SCIE

ISSN: 0098-7484
eISSN: 0098-7484
48 issues/year
 

Logo Margrit Hartl

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [82]: Weingarten, Klara: Die myoklonischen Syndrome. Mit 29 Abbildungen. 1957

Weingarten, Klara: Die myoklonischen Syndrome. Mit 29 Abbildungen. (= Wiener Beiträge zur Neurologie und Psychiatrie/5). Wien, Bonn, Bern: Verlag für medizinische Wissenschaften 1957.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/ Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-24268]

 Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Klara Weingarten. Josephinum, Sammlungen Geschichte der Medizin, MedUni Wien, FO-IR-004980-0002

Klara Weingarten (12.09.1909 Budapest, gest. 12.07.1973 Wien) wurde als Klara Kuttner in Budapest geboren, wo sie auch das Gymnasium absolvierte und 1927 die Matura ablegte. Im Anschluss daran ging sie nach Wien, wo sie sich an der medizinischen Fakultät der Universität Wien inskribierte. 1933 wurde sie hier zur Doktorin der Medizin promoviert und erwarb auch im gleichen Jahr die österreichische Staatsbürgerschaft. Schon vor und auch unmittelbar nach ihrer Promotion war sie über zwei Jahre als Hospitantin an der zweiten Medizinischen Universitätsklinik im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, zuerst unter deren Vorstand Norbert Ortner (1865-1935) danach unter Nikolaus Jagić (1875-1956), tätig. Danach begann sie an der Wiener städtischen Nervenheilanstalt am Rosenhügel unter Joseph Wilder (1895-1976) zu arbeiten.

Klara Weingarten wurde nach dem „Anschluss“ 1938 von den Nationalsozialisten – ebenso wir ihr Chef Joseph Wilder – verfolgt und vertrieben. Sie flüchtete ins südamerikanische Uruguay, wo sie bis 1947 an der psychiatrischen Klinik in Montevideo als Assistenzärztin arbeitete.

Nach ihrer Rückkehr nach Österreich im Jahr 1947 erhielt sie hier den Facharzttitel, um den sie bereits vor ihrer Flucht 1938 angesucht hatte. Sie wurde bei der Wiener Gebietskrankenkasse als Konsiliarprimaria am Hanusch-Krankenhaus angestellt und arbeitete parallel dazu als unbezahlte Assistentin an der psychiatrisch-neurologischen Universitätsklinik unter Otto Kauders (1893-1949), der bereits 1945 aus seinem Exil in Buffalo/New York zurückgekehrt war. „Für ihre Habilitation im Jahr 1956/1957 legte sie 39 Arbeiten vor, darunter die Habilitationsschrift <<Die myoklonischen Syndrome>>. Im entsprechenden Gutachten der Professoren Schönbauer [Leopold Schönbauer (1888-1963), Anm.] und Hoff [Hans Hoff (1897-1969), Anm.] stellen diese fest, dass Weingarten zu den besten neurologischen Klinikern gehörte, die sie überhaupt kannten.“[1] Sie wurde im April 1964 die erste a.o. Professorin für Neurologie in Österreich. Klara Weingarten war mit dem Urologen Paul Weingarten verheiratet. Sie starb am 12. Juli 1973 in Wien an den Folgen eines Autounfalls. Ihr „[…] Hauptarbeitsgebiet […] waren die myoklonischen Syndrome, die Neuroophthalmologie und Probleme der Grenzgebiete zwischen Neurologie und anderen Fächern, besonders der Inneren Medizin. Sie war eine brillante klinische Neurologin […]“.[2]

Abb. 2    Titelblatt: Weingarten: Die myoklonischen Syndrome. Wien: 1957.

Quellen:

Horn, Sonia: Weingarten, Klara, geb. Kuttner. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 794-795.

Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 117-138.

Reisner, Herbert: Nachruf für Frau Univ.-Prof. Dr. Klara Weingarten. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (124/8) 1974. S. 122.

[1] Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 135-136.

[2] Reisner, Herbert: Nachruf für Frau Univ.-Prof. Dr. Klara Weingarten. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (124/8) 1974. S. 122.

Normdaten (Person): Weingarten, Klara: BBL: 31434; GND: 1231078308;

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [81]: Mediziner in der Revolution 1848: Joseph Seegen – Balneologe und Stoffwechselforscher

Mediziner in der Revolution 1848: Joseph Seegen – Balneologe und Stoffwechselforscher

Text: Dr. Walter Mentzel

Joseph Seegen wurde am 20. Mai 1822 als Sohn des jüdischen Kaufmannes Lion Daniel Seegen (1792-1847) und Anna Johanna, geborene Brod, in Polná in Böhmen (heute: Polná/Tschechien) geboren. 1856 heiratete er Hermine Böhm (*1836), die Tochter des Mediziners und Mitglieds der Medizinischen Fakultät Wien, Jakob Böhm (1802-1858). Er begann zunächst in Prag ein Studium der Philosophie und danach der Medizin, das er ab 1841 an der Universität Wien fortsetzte und noch im selben Jahr zum Doktor der Medizin[1] und 1843 zum Doktor der Chirurgie promovierte.[2] Im August 1847 wurde seine Dissertation an der Universität approbiert und befindet sich heute an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin: „[…] De Aquis Soteriis In Ratione Geologico-Chemica, […]. Wien: Typis Caroli Ueberreuter 1847.

Titelblatt: Seegen […] De Aquis sotoriis. Wien: 1847.

Ein Jahr nach seiner Promotion an der Universität Wien nahm Seegen in Wien als Mitglied der „Akademischen Legion“ an der Revolution von 1848 teil. Er gehörte zu den Mitbegründern des „Akademischen Rede- und Lesevereins in Wien“, der sich zum Ziel setzte Personal für die künftige parlamentarische Vertretung in Form einer politischen Bildungsanstalt auszubilden und zu rekrutieren,[3] und war Mitglied des unter dem Vorsitz von Adolf Fischhoff (1816-1893) bestehenden „Ausschuss der Bürger, Nationalgarde und Studenten zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit und für die Wahrung der Volksrechte“.[4]

Von Seegen sind aus dem Jahr 1848 zwei schriftliche Quellen überliefert, die von seinem Engagement berichten und seine Intentionen in der Revolution von 1948 darlegen. 1848 gab er gemeinsam mit Heinrich Kern die an der Wienbibliothek sich befindende Flugschrift „An die Studenten Wiens!“ heraus, die mit den Worten begann: „Brüder! Der Kampf der Märztage war der Kampf der Gesinnung und des kräftig erwachten politischen Bewusstseins gegen das System der Knechtung und Entgeistigung, der Sieg war jener des Geistes […].

Ebenfalls 1848 publizierte er gemeinsam mit dem in Wien 1849 zum Dr. der Medizin promovierten Journalisten und Schriftsteller Max Schlesinger (1822-1881) ein dreibändiges „Populäres Staats-Lexikon“ mit dem Untertitel: „politisches ABC für’s Volk. Ein unentbehrlicher Führer im constitutionellen Staat“. Mit dieser – ursprünglich in Form von Einzelheften publizierten und wöchentlich erscheinenden Schriftenreihe – sollte der Bevölkerung die Grundbegriffe der Demokratie und der republikanischen Regierungsform nähergebracht werden.

Nach der Niederschlagung der Revolution flüchtete er, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen, aus Wien nach Paris, wo er an der Sorbonne bei dem französischen Physiologen Claude Bernard (1813-1878) studierte und sein Interesse an der Geologie und der Heilquellenkunde vertiefte. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1850 unternahm er eine mehrjährige Reisetätigkeit als ärztlicher Reisebegleiter eines Privatpatienten, die ihn nach Italien, Südfrankreich, England und Deutschland führte. Von 1853 bis 1884 lebte und arbeitete er in Karlsbad (Karlovy Vary) in Böhmen als Kurarzt und betrieb daneben seine wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiet der Balneologie weiter. In Karlsbad etablierte sich um ihn ein intellektueller Kreis, dem unter anderem der Schriftsteller Iwan Sergejewitsch Turgenew (1818-1883), der deutsche Historiker Georg Gottfried Gervinus (1805-1871), oder der Publizisten Moritz Hartmann (1821-1872) angehörten.

Joseph Seegen. Aus: Das interessante Blatt. 4/1904. S. 7.

1854 habilitierte sich Seegen an der Wiener Universität bei dem Internisten Johann Oppolzer (1808-1871), im selben Jahr erfolgte seine Berufung zum Privatdozenten für Balneologie. Die 1853 fertiggestellte Habilitationsschrift trug den Titel „Die naturhistorische Bedeutung der Mineralquellen. Eine Skizze vorgelegt dem k.k. Wiener medizinischen Professorenkollegium zum Behufe der Habilitation als Docent der Balneologie“. Mit Oppolzer und dem Dermatologen Carl Ludwig Sigmund (1810-1883) gründete er 1856 den „Verein für Heilquellenkunde in Österreich“ und wandte sich endgültig der Balneologie zu. 1859 erfolgte seine Ernennung zum a.o. Professor für Balneologie an der Universität Wien, womit er der erste Vertreter dieses Fach in Wien wurde.

1857 und 1858 veröffentlichte Seegen sein zweibändiges Werk „Compendium der allgemeinen und speciellen Heilquellenlehre“. Ein weiteres Standartwerk von ihm erschien 1862 unter dem Titel „Handbuch der allgemeinen und speciellen Heilquellenlehre“. Seine Untersuchungen des Karlsbader Heilwassers und dessen physikalische und chemische Eigenschaften führten ihn zu klinischen Studien über den Stoffwechsel und zur Stoffwechselforschung, die in den folgenden Jahren seinen Arbeitsschwerpunkt bildeten. Bekannt wurden dabei seine Studien auf dem Gebiet der physiologischen Zersetzung der Eiweißkörper im tierischen Organismus, die damit zusammenhängende Stickstoffausscheidung und die Zuckerbildung im Tierkörper, insbesondere der Leber. Dazu zählt die 1887 erschienene und 606 Seiten umfassende „Studien über Stoffwechsel im Thierkörper“, oder die 1904 publizierten „Gesammelte Abhandlungen über Zuckerbildung in der Leber“. Seine zahlreichen Aufsätze und Abhandlungen, die seine zwischen 1860 und 1904 erfolgten Forschungen zur Balneologie, zum Stoffwechsel und der Diabetes dokumentieren, sind an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin erhalten.

Seegen engagierte sich darüber hinaus für die Etablierung des Faches Hygiene und befürwortete dafür eine eigene Lehrkanzel an der Universität Wien. Seine Vorstellungen publizierte er 1872 in der „Wiener medizinischen Wochenschrift“.[5] In diesem Kontext befasste er sich mit ernährungsphysiologischen Forschungen und trat für eine ausgewogene Ernährung breiter Bevölkerungsschichten ein, wozu er zur Umsetzung auch den Staat in seiner Pflicht sah. Aufgrund des Fehlens eines eigenen Laboratoriums für seine Experimente und Studien nahm Seegen einige Jahre am Josephinum Aufenthalt, später richtete er ein privates Laboratorium in einer angemieteten Wohnung und in seiner Villa in Bad Aussee ein.

Seegen war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Akademie der Wissenschaft in St. Petersburg und seit 1901 Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien.

Seegen verstarb am 14. Jänner 1904 in Wien. 1910 hielt der Chemiker und Mediziner Ernst Ludwig (1842-1915), anlässlich der Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an Seegen an der Universität Wien (heute in den Arkaden der Universität Wien), einen Nachruf, der in der „Wiener medizinischen Wochenschrift“ abgedruckt ist.[6] Ein weiterer – von Rudolf Kolisch (1867-1922) verfasster Nachruf – wurde in der Wiener klinischen Wochenschrift (Nr. 4. 1904. S. 113-114) veröffentlicht.

Quellen:

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosenprotokolle 1821-1871, Sign. 170-226a, Seegen Josef (Rigorosen Datum 1841).

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosenprotokolle 1821-1871, Sign. 170-227a, Seegen Josef (Rigorosen Datum 1842).

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle, Sign. 176-0093, Seegen Josef (Sponsion Datum 17.7.1842).

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle, Sign. 176-126, Seegen Josef (Promotion Datum 6.8.1841).

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle, Sign. 176-634, Seegen Josef (Promotion Datum 6.8.1847).

AUW, Sammlungen, Schriften-Sammlung zum Revolutionsjahr 1848, Sign. 148.43, Aufruf zur Gründung eines „Lese- und Redevereins“ (1848).

Trauungsbuch, Rk, Erzdiözese Wien, Bezirk 1, St. Stephan, Trauungsbuch 02-089, Folio 90, Seegen Joseph, Böhm Hermine.

Sterbebuch, Rk, Erzdiözese Wien, Bezirk 1, St. Stephan, Sterbebuch 03-48, Folio 132, Seegen Joseph.

Literaturliste:

Seegen, Joseph: Dissertatio Inauguralis Geologico-Chemica De Aquis Soteriis In Ratione Geologico-Chemica, Quam Consensu Et Auctoritate Illustrissimi Ac Magnifici Domini Praesidis Et Directoris, Perillustris Ac Spectabilis Domini Decani, Nec Non Clarissimorum Ac Celeberrimorum D. D. Professorum pro Doctoris Medicinae Laurea Summisque In Medicina Honoribus Et Privilegiis Rite Et Legitime Obtinendis in antiquissima et celeberrima Universitate Vindobonensi publicae disquisitioni submittit Josephus Seegen, Bohemus Polnaensis. In theses adnexas disputabitur in Universitatis aedibus die […] mensis Augusti 1847. Wien: Typis Caroli Ueberreuter 1847.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/historische Dissertationsbibliothek, Sign.: D-3955]

Seegen, Joseph: Compendium der allgemeinen und speciellen Heilquellenlehre. Erste Abtheilung: Allgemeine Balneologie. Zweite Abtheilung: Specielle Balneologie. Wien: Braumüller 1857-1858.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 28748/1-2]

Seegen, Joseph: Handbuch der allgemeinen und speciellen Heilquellenlehre. Zweite neu bearbeitete Auflage. Wien: Wilhelm Braumüller K.K. Hofbuchhändler 1862.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 26844]

Seegen, Joseph: Studien über Stoffwechsel im Thierkörper. Gesammelte Abhandlungen. Mit 2 lithographirten Tafeln. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 9929]

Seegen, Joseph: Gesammelte Abhandlungen über Zuckerbildung in der Leber. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 53379]

Keywords:

1848, Adolf Fischhoff, Balneologie, Claude Bernard, Diabetes, Dissertation, Ernst Ludwig, Johann Oppolzer, Joseph Seegen, Josephinum, Karlovy Vary, Karlsbad, Max Schlesinger, Physiologie, Revolution, Stoffwechsel, Arzt

[1] Wiener Zeitung. 25.10.1841. S. 1.

[2] Wiener Zeitung. 19.1.1843. S. 1.

[3] Wiener Zuschauer. Zeitschrift für Gebildete. 26.7.1848. S. 8; Wiener Zeitschrift. 21.4.1848. S. 3; Allgemeine österreichische Zeitschrift für den Landwirth, Forstmann und Gärntner. Ein Centralblatt für die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und praktischer Erfahrung. 10.4.1848. S. 6-8.

[4] Der Humorist. 17.7.1848. S. 1.

[5] Seegen, Joseph: Die Bedeutung der Hygiene und ihre Stellung im medizinischen Unterricht. In: Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 4. 1872. S. 87-91 sowie Nr. 5. 1872. S. 111-115.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 10. 1910. S. 561-568.

Normdaten (Person) Seegen, Joseph : BBL: 31386; GND: 117443379

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 31386 (25.10.2018); Letzte Aktualisierung: 2022 05 16
Online unter der URL: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=31386
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [80]: Mona Spiegel-Adolf (Anna Spiegel): Die Globuline. Mit 68 Abbildungen und 300 Tabellen. 1930.

Mona Spiegel-Adolf (Anna Spiegel): Die Globuline. Mit 68 Abbildungen und 300 Tabellen. (= Handbuch der Kolloidwissenschaften in Einzeldarstellungen/4). Dresden und Leipzig: Verlag von Theodor Steinkopff 1930

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 341/4]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Portrait: Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf

Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf (*23.02.1893 Wien, gest. 1983 Chicago/Illinois) wurde als Tochter des Juristen Jaques Adolf und dessen Frau Hedwig (geb. Spitzer) in Wien geboren. Sie war mit dem österreichischen Neurologen jüdischer Herkunft Ernst Adolf Spiegel (1895-1985) verheiratet. Nachdem sie 1913 die Matura abgelegt hatte, studierte sie ab dem Wintersemester 1913 an der Wiener Medizinischen Fakultät. Sie arbeitete während ihrer Studienzeit drei Jahre am Institut für Histologie und Bakteriologie, davon zwei Jahre als Demonstratorin. Auch am Institut für medizinische Chemie arbeitete sie noch während ihrer Studienzeit halbtägig – aus dieser Zeit stammt auch ihre erste wissenschaftliche Publikation. Am 23. Dezember 1918 wurde Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf zur Doktorin der gesamten Heilkunde an der Universität Wien promoviert.

Im Anschluss an ihre Promotion arbeitete sie erst bei Richard Paltauf (1858-1924) in der Prosektur der Wiener Rudolfstiftung, danach am Neurologischen Institut bei Otto Marburg (1874-1948). Parallel dazu absolvierte sie am Institut für Chemie Praktika. Ab 1919 war sie am Universitätslaboratorium für physikalisch-chemische Biologie tätig, dem sie ab 1923 als unbesoldete Assistentin angehörte. „In den folgenden Jahren beteiligte sie sich durch Abhaltung von Kursen auch am Unterrichtsbetrieb des Institutes und ab 1927 arbeitete sie auch im Laboratorium für Lichtbiologie und Lichtpathologie unter Hausmann [Walter Hausmann (1877-1938), Anm.] am physiologischen Institut der Universität Wien, um die Anwendungsmöglichkeiten der physikalischen Chemie und Kolloidchemie auf medizinische Fragestellungen hin zu studieren.“[1] Darüber hinaus war sie für zwei Jahre bei Rudolf Kraus (1868-1932) am serotherapeutischen Institut für die Moorkommission des Volksgesundheitsamtes tätig. 1930 unternahm sie eine dreimonatige Vortragsreise nach Nordamerika. Zwischen 1917 und 1930 publizierte Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf 43 wissenschaftliche Arbeiten. „Dementsprechend eindeutig fiel auch das Votum der letzten Sitzung des Professorenkollegiums auf ihr Ansuchen um Verleihung der Venia legendi hin aus: 22 Ja- standen 2 Nein-Stimmen gegenüber, so dass sie mit 4 Juli 1931 zum Privatdozenten für angewandte medizinische Chemie mit besonderer Berücksichtigung der biologisch-physikalischen Chemie und medizinischen Kolloidchemie ernannt wurde.“[2] Sie war die zweite Frau, die sich an der Universität Wien im Fach Medizin habilitierte.

1931 wurde Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf als Professorin an die Temple-University in Philadelphia berufen, wo sie das Fach physikalische und Kolloidchemie einrichtete und auch Vorständin des neu errichteten Instituts wurde. „Um ihre Assistentenstelle in Wien behalten zu können, musste sie sich immer wieder von ihren Vorlesungsverpflichtungen beurlauben lassen […]. Zuletzt suchte sich am 3. September 1936 mit der Begründung an, dass sie in Wien derzeit keine Erwerbsmöglichkeit sähe. Sie bot jedoch an, ihrer Vorlesungsverpflichtung in Form von mehrwöchigen Kursen nachzukommen. Obwohl sich Prof. Pauli [Wolfgang Pauli (1869-1955), Anm.] für sie einsetzte mit dem Hinweis, ihre in Amerika gemachten Studien seine von allgemeinem Interesse für die Fakultät, wurde ihr Ansuchen abgelehnt.“[3] Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde ihr aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihre Venia legendi – ihre Lehrbefugnis – entzogen. Da sie jedoch seit 1934 auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besaß, blieb sie in den USA und leitete bis 1966 an der Temple-University in Philadelphia das Institut für physikalische und Kolloidchemie. Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf starb 1983 in Chicago.

Im Juni 2010 wurde das neu errichtete Anna Spiegel Forschungsgebäude der Medizinischen Universität Wien nach ihr benannt.

Abb. 2    Titelblatt: Spiegel-Adolf: Die Globuline. Dresden […]: 1930.

Quellen:

9915 Spiegel-Adolf, Anna Simona (Mona Spiegel-Adolf). In: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. Bis 20. Jahrhundert. Hrsg: Österreichische Nationalbibliothek. Band 3. S-Z. 8923-11742. Register. München: K. G. Saur 2002.

Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 699-701.

Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 117-138.

Spiegel-Adolf, Mona (Anna Simona; 1893-). In: Encyclopedia Judaica. Volume 5. C-DH. Jerusalem: Keter Publishing House Jerusalem Ltd. 1972. S. 397.

[1] Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 132.

[2] Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 700.

[3] Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 700.

Normdaten (Person): Spiegel-Adolf, Mona: BBL: 31332; GND: 127944494;

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2018
 
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