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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [86]: Wastl, Helene: Das Sojamehl als Nahrungsmittel. Separatabdruck aus der „Wiener medizinischen Wochenschrift“ (76/41) 1926. Wien: Verlag von Moritz Perles 1926.

Wastl, Helene: Das Sojamehl als Nahrungsmittel. Separatabdruck aus der „Wiener medizinischen Wochenschrift“ (76/41) 1926. Wien: Verlag von Moritz Perles 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 12342]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Helene Wastl

Helene Wastl (*03.05.1896 Wien, gest. 1948 Philadelphia/USA) wurde in Wien als Tochter des Oberstaatsbahnrates Peter Wastl geboren. Sie war die erste Frau in Österreich, die sich im Fach Medizin habilitierte. Sie besuchte von 1907 bis 1911 das Mädchen-Lyzeum der „Frauen Ursulinen“ in Innsbruck und von 1912-1916 das k.k. Staatsgymnasium in Innsbruck, wo sie ihre Matura mit Auszeichnung ablegte. 1916 inskribierte sie sich als eine von insgesamt elf Studentinnen an der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck – Frauen wurde der Zugang zum Medizinstudium in Österreich erst ab dem Wintersemester 1900/01 ermöglicht. Schon ab ihrem dritten Semester bekam sie eine Stelle als Demonstratorin am Institut für Physiologie unter Ernst Theodor Brücke (1880-1941). Dabei entstand gemeinsam mit Brücke, der 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und nach Boston/USA flüchten musste, ihre erste wissenschaftliche Publikation. Am 11. Februar 1922 wurde Helene Wastl als sechste Frau an der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck (mit Auszeichnung in allen drei Rigorosen) promoviert.

Nur wenigen Medizinerinnen dieser Zeit gelang es sich nach der Promotion im Wissenschaftsbetrieb zu etablieren. Helene Wastl, die bereits während ihres Studiums internationale wissenschaftliche Kontakte geknüpft und mehrere Auslandsreisen (sechs Monate am physiologischen Institut der Universität Groningen/Niederlande) unternommen hatte, zog nach ihrem Studienabschluss nach Wien, wo sie eine Anstellung als außerordentliche Assistentin am physiologischen Institut unter Arnold Durig (1872-1961), dem die Nationalsozialisten 1938 die Venia legendi (die Lehrbefugnis) entzogen und ihn auch kurzfristig verhaftet hatten, erhielt. Bereits im Herbst 1922 begann sie die Vorlesungen des Instituts für Physiologie in Vertretung für den Institutsvorstand zu halten. Wastl absolvierte 1923 einen sechswöchigen Studienaufenthalt am experimentell-pathologischen Institut in Graz und war von Herbst 1924 an ein Jahr lang Stipendiatin am physiologischen Institut der Universität Cambridge. 1928 reichte sie an der medizinische Fakultät der Universität Wien um Verleihung der Venia legendi ein. Neben ihrer Habilitationsschrift: „Über die Wirkung des Adrenalins und einiger anderer Inkrete auf die Kontraktionen des Warmblütler-Skelettmuskels“ legte sie dafür über 40 wissenschaftliche Abhandlungen zu den Themen physikalische und chemische Eigenschaften des Blutes wie die Senkungsgeschwindigkeit, Ernährungsfragen und Reizphysiologie vor, darunter:

Wastl, Helene: Das Sojamehl als Nahrungsmittel. Separatabdruck aus der „Wiener medizinischen Wochenschrift“ (76/41) 1926. Wien: Verlag von Moritz Perles 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger  Bibliothek, Sign.: 12342]

Abb. 2    Titelblatt: Wastl: Das Sojamehl als Nahrungsmittel. […]. Wien: 1926.

Helene Wastl wurde am 22.01.1930 als erste Frau in Österreich im Fach Medizin habilitiert. „Ihr internationales Ansehen scheint dermaßen groß gewesen zu sein, dass man in Wien damals davon ausging, dass ihr in absehbarer Zeit eine Stelle an einer amerikanischen Hochschule angeboten werden würde.“[1] Nachdem sie im Frühjahr 1931 mehrere Reisen als Delegierte der Hygienesektion des Völkerbundes in verschiedene europäische Länder unternommen hatte, wurde sie ans Women’s Medical College of Pennsylvania in Philadelphia berufen, wo sie am 15. November 1931 die Leitung der Lehrkanzel für Physiologie übernahm und damit als Professorin in den USA fußfasste. Helene Wastl hatte diese Professur bis 1934 inne. „Zwischenzeitlich dürfte sie nach Wien zurückgekehrt sein, da sie am 9. Juli 1932 Franz Lippay [(1897-1965), Anm.] heiratete. […] 1934 bis 1935 war sie <<graduate student>> an der Cornell University. 1936 hielt sie sich am Department of Physiology and Biochemistry der Cronell University, Ithaka/USA, auf. Sie suchte in Wien um weitere Enthebung der Lehrverpflichtung an, was ihr für das Studienjahr 1936/1937 gewährt wurde, allerdings mit dem Hinweis, dass eine weitere Enthebung nicht mehr möglich wäre.“[2] Ihre Ehe mit Franz Lippay wurde Ende der 1930er Jahre annulliert – Franz Lippay, ebenfalls Physiologe, wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1938 von den Nationalsozialisten vertrieben. Auf Vermittlung von Prof. Arnold Durig gelang es Prof. Cedric Stanton Hicks (1892-1976) eine Stelle für Lippay an seinem Institut in Adelaide/Australien zu sichern. „Nach Überwindung vieler zunächst beinahe aussichtslos erscheinender Schwierigkeiten (Versorgung der 72-jährigen Mutter, Erlangung der Aufenthaltsbestätigung und des Visums, Besorgung des deutschen Passes, Kauf einer Schiffspassage, etc.) verließ Lippay am 5. März 1939 Europa via Genua an Bord der ‚SS Ramola‘. Lippay […] erreichte Adelaide am 18. April 1939.“[3] Franz Lippay verstarb am 24. August 1965 im Alter von 68 Jahren. Sein Grab befindet sich im Centennial Park Cemetery in Adelaide.

Helene Wastl lehrte am Hahnemann Medical College in Philadelphia. „Aufgrund ihrer im Jahr 1943 erfolgten Ausbürgerung wurde ihr jedenfalls ein Jahr später der Doktorgrad [an der Universität Innsbruck, Anm.] aberkannt. 1960 wurde vom <<Alumni-Secretary>> der Cornell University in Ithaka eine Anfrage bezüglich einer Wiederverleihung des Doktorates gestellt. Als man ihr diesen wieder zuerkennen wollte, war Helene Wastl bereits verstorben.“[4] Helen Wastl, die erste Frau die sich in Österreich im Fach Medizin habilitierte, verstarb im Jahr 1948 in Philadelphia.

Quellen:

Franz Lippay 1897-1965. In: Die wissenschaftliche Welt von gestern. Die Preisträger des Ignaz L. Lieben-Preises 1865-1937 und des Richard Lieben-Preises 1912-1928. Ein Kapitel österreichischer Wissenschaftsgeschichte in Kurzbiografien. Hrsg. von R. Werner Soukup im Auftrag der Universität Wien. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2004. S. [302] – 308.

Horn, Sonia: Wastl, Helene. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 788-789.

Wastl, Helene. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. Hrsg. von Dietrich von Engelhardt. Bd. 2. R-Z, Register. München: K. G. Saur 2002. S. 667.

Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 117-138.

[1] Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 128.

[2] Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 128.

[3] Franz Lippay 1897-1965. In: Die wissenschaftliche Welt von gestern. Die Preisträger des Ignaz L. Lieben-Preises 1865-1937 und des Richard Lieben-Preises 1912-1928. Ein Kapitel österreichischer Wissenschaftsgeschichte in Kurzbiografien. Hrsg. von R. Werner Soukup im Auftrag der Universität Wien. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2004. S. 305.

[4] Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 129.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [80]: Spiegel-Adolf, Anna Simona – Mitarbeiterin am Universitätslaboratorium für physikalisch-chemische Biologie, am Laboratorium für Lichtbiologie und Lichtpathologie am Physiologischen Institut der Universität Wien sowie am Serotherapeutischen Institut für Gynäkologie, Professorin an der Temple-University in Philadelphia, NS-Verfolgte

Spiegel-Adolf, Anna Simona – Mitarbeiterin am Universitätslaboratorium für physikalisch-chemische Biologie, am Laboratorium für Lichtbiologie und Lichtpathologie am Physiologischen Institut der Universität Wien sowie am Serotherapeutischen Institut für Gynäkologie, Professorin an der Temple-University in Philadelphia, NS-Verfolgte

Autoren: Harald Albrecht, BA, M.A.LIS, Dr. Walter Mentzel

Published online:

Keywords: Angewandte Chemie, Physikalisch-chemische Biologie, Lichtbiologie und Lichtpathologie, Medizingeschichte, Wien, Philadelphia, NS-Verfolgte

Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf wurde am 23. Februar 1893 als Tochter des Juristen Jaques Adolf aus Przemysl in Galizien und Hedwig, geborene Spitzer, in Wien geboren. 1925 heiratete sie den Neurologen Ernst Adolf Spiegel (1895-1985).

Portrait: Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf

Nachdem sie 1913 die Matura am Mädchen-Lyzeum von Eugenie Schwarzwald (1872-1940) am Kohlmarkt in Wien mit Auszeichnung abgelegt hatte,[1] studierte sie ab dem Wintersemester 1913 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, wo sie am 23. Dezember 1918 zur Doktorin der gesamten Heilkunde an der Universität Wien promovierte. Bereits während ihrer Studienzeit arbeitete sie drei Jahre am Institut für Histologie und Bakteriologie, davon zwei Jahre als Demonstratorin. Auch am Institut für medizinische Chemie arbeitete sie noch während ihrer Studienzeit halbtägig – aus dieser Zeit stammt auch ihre erste wissenschaftliche Publikation, die 1918 am Universitätsinstitut für pathologische Histologie und Bakteriologie in Wien erschienene Arbeit: „Ueber Struma ovarii“.

Im Anschluss an ihre Promotion war sie zuerst bei Richard Paltauf (1858-1924) in der Prosektur der Wiener Rudolfstiftung, danach am Neurologischen Institut bei Otto Marburg (1874-1948) und am Institut für physikalisch-chemische Biologie tätig. Parallel dazu absolvierte sie am Institut für Chemie diverse Praktika.

Aus diesen Jahren stammen von ihr u.a. die Arbeiten aus dem Jahr 1920 „Untersuchungen über physikalische Zustandsänderungen der Kolloide. XXIII.“, aus dem Jahr 1924 „Untersuchung zweier Fälle von Landryscher Paralyse mit dem histologischen Befund einer Poliomyelitis ant.acut“, „Ein Fall von Paraplegie nach Lyssaschutzimpfung“, „Beiträge zur allgemeinen Kolloidchemie. VIII. Zur Analyse und Konstitution des kolloiden Goldes. II.“, aus dem Jahr 1927 „Physikalisch-chemische Untersuchungen bestrahlter Proteine“ und 1930 „Die Globuline“. Diese befinden sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Universitätslaboratorium für physikalisch-chemische Biologie

Seit 1919 war sie am Universitätslaboratorium für physikalisch-chemische Biologie unter dessen Leiter Wolfgang Pauli (1869-1955) tätig, dem sie ab 1923 als unbesoldete Assistentin angehörte, und hier im Kurs- und Unterrichtsbetrieb integriert war. Ab 1927 arbeitete sie auch im Laboratorium für Lichtbiologie und Lichtpathologie unter Walter Hausmann (1877-1938) am physiologischen Institut der Universität Wien, um die Anwendungsmöglichkeiten der physikalischen Chemie und Kolloidchemie auf medizinische Fragestellungen hin zu studieren.[2] 1929 nahm sie als Generalsekretärin am Internationalen Kongress für Lichttherapie in Paris teil.[3] Darüber hinaus war sie zwei Jahre bei Rudolf Kraus (1868-1932) am serotherapeutischen Institut für die Moorkommission des Volksgesundheitsamtes tätig.

Religionspsychologische Gesellschaft und Frauenrechtsaktivistin

1924 gehörte sie der im selben Jahr gegründeten Internationalen religionspsychologischen Gesellschaft in Wien an. Präsident dieser Gesellschaft war der Universitätsprofessor und Dekan der Evangelisch-theologischen Fakultät Karl Beth (1872-1959), Erwin Stransky (1877-1962) fungierte als Vizepräsident.[4]

1927 war sie zusammen mit der Orientalistin und Ehefrau von Karl Beth (1872-1959), Marianne Beth (1890-1984) und Else Ehrlich (1874-1942, ermordet im Ghetto Theresienstadt) Mitbegründerin der Österreichischen Frauenorganisation, wo sie die Funktion einer Vizepräsidentin einnahm.

1928 war sie wiederum mit Marianne Beth und anderen Mitbegründerin des österreichischen Zweigs der International Federation of Business and Professional Women.

1929 war sie Mitbegründerin des österreichischen Zweigs der Soroptimist International (SI), der sich 1921 als internationaler Club konstituiert hatte und sich für Frauenrechte, Bildung, Gleichberechtigung und Frieden einsetzte. Als Präsidentin fungierte hier die Medizinerin Wilhelmine Löwenstein-Brill (1884-1971). In einer Darstellung des Klubs wird sie 1934 mit ihren Worten „Arbeiten in Amerika – leben nur in Österreich“ zitiert.[5]

Habilitierung

Zwischen 1917 und 1930 publizierte Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf 43 wissenschaftliche Arbeiten. „Dementsprechend eindeutig fiel auch das Votum der letzten Sitzung des Professorenkollegiums auf ihr Ansuchen um Verleihung der Venia legendi hin aus: 22 Ja- standen 2 Nein-Stimmen gegenüber.“ [6] Sie wurde mit 4. Juli 1931 zur Privatdozentin für angewandte medizinische Chemie mit besonderer Berücksichtigung der biologisch-physikalischen Chemie und medizinischen Kolloidchemie ernannt und war damit die zweite Frau, die sich an der Universität Wien im Fach Medizin habilitierte.

Temple-University in Philadelphia

1931 wurde Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf, nachdem sie bereits 1930 mit ihrem Ehemann eine dreimonatige Vortragsreise nach Nordamerika unternommen hatte, als Professorin an die Temple-University in Philadelphia berufen, wo sie das Fach physikalische und Kolloidchemie einrichtete und auch Vorständin des neu errichteten Instituts wurde. „Um ihre Assistentenstelle in Wien behalten zu können, musste sie sich immer wieder von ihren Vorlesungsverpflichtungen beurlauben lassen […]. Zuletzt suchte sich am 3. September 1936 mit der Begründung an, dass sie in Wien derzeit keine Erwerbsmöglichkeit sähe. Sie bot jedoch an, ihrer Vorlesungsverpflichtung in Form von mehrwöchigen Kursen nachzukommen. Obwohl sich Prof. Pauli [Wolfgang Pauli, Anm.] für sie einsetzte mit dem Hinweis, ihre in Amerika gemachten Studien seien von allgemeinem Interesse für die Fakultät, wurde ihr Ansuchen abgelehnt.“[7]

Ihr Ehemann Ernest Adolf Spiegel war zu dieser Zeit bereits seit 1930 an die Temple-University in Philadelphia berufen worden. Beide publizierten 1936 zusammen die Studie „Physicochemical Mechanisms in Convulsive Reactivity“.

Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde ihr aufgrund ihrer jüdischen Herkunft die Venia legendi – ihre Lehrbefugnis – entzogen. Da sie jedoch seit 1934 auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besaß, blieb sie in den USA und leitete bis 1966 an der Temple-University in Philadelphia das Institut für physikalische und Kolloidchemie. Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf starb am 12. Dezember 1983 in Chicago/Illinois.

Im Juni 2010 wurde das neu errichtete Anna Spiegel Forschungsgebäude der Medizinischen Universität Wien nach ihr benannt.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Adolf Anna Simona (23.2.1893).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 191-1423, Adolf Simone (Promotion Datum: 23.12.1918).

Spiegel-Adolf, Anna Simona (Mona Spiegel-Adolf). In: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. Bis 20. Jahrhundert. Hrsg: Österreichische Nationalbibliothek. Band 3. S-Z. 8923-11742. Register. München: K. G. Saur 2002.

Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 699-701.

Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 117-138.

Spiegel-Adolf, Mona (Anna Simona; 1893-). In: Encyclopedia Judaica. Volume 5. C-DH. Jerusalem: Keter Publishing House Jerusalem Ltd. 1972. S. 397.

Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938: Anna Simona Spiegel-Adolf.

Literatur:

Spiegel-Adolf, Anna Simona: Ueber Struma ovarii. Aus den k. k. Universitätsinstitut für pathol. Histologie und Bakteriologie in Wien (Vorstand: Prof. Dr. Oskar Stoerk). (Mit 4 Textfiguren). Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1918.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Spiegel-Adolf, Anna Simona: Untersuchungen über physikalische Zustandsänderungen der Kolloide. XXIII. Das Acidalbumin. (Aus dem Laboratorium für physikalisch-chemische Biologie der Universität Wien.) Mit 7 Abbildungen im Text. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Berlin: Verlag von Julius Springer 1920.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Spiegel-Adolf, Anna Simona: Untersuchung zweier Fälle von Landryscher Paralyse mit dem histologischen Befund einer Poliomyelitis ant.acut. Sonderdruck aus: Jahrbücher für Psychiatrie und Neurologie. Wien, Leipzig: Franz Deuticke 1924.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Spiegel-Adolf, Anna Simon: Ein Fall von Paraplegie nach Lyssaschutzimpfung. Aus der Schutzimpfungsanstalt gegen Wut in der Krankenanstalt „Rudolfstiftung“ (Vorstand: Hofrat Prof. Dr. R. Paltauf.) Sonderdruck aus: Jahrbücher für Psychiatrie und Neurologie. Leipzig, Wien: Franz Deuticke 1924.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Spiegel-Adolf, Anna Simona und Wolfgang Pauli: Beiträge zur allgemeinen Kolloidchemie. VIII. Zur Analyse und Konstitution des kolloiden Goldes. II. (Aus den Universitätslaboratorium für physikalisch-chemische Biologie in Wien). Sonderdruck aus: Kolloid-Zeitschrift. Leipzig: Verlag von Theodor Steinkopff 1924.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Spiegel-Adolf, Anna Simona: Physikalisch-chemische Untersuchungen bestrahlter Proteine. 1. Mitteilung: Die Veränderungen des Seralbumins bei Ultraviolettbestrahlung und ihre Beziehungen zur Hitzegerinnung. Sonderdruck aus: Biochemische Zeitschrift. Berlin: Springer 1927.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 24203]

Spiegel-Adolf, Anna Simona: Die Globuline. Mit 68 Abbildungen und 300 Tabellen. (= Handbuch der Kolloidwissenschaft in Einzeldarstellungen/4) Dresden, Leipzig: Verlag von Theodor Steinkopff 1930.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 341/4]

Spiegel, Ernest und Anna Simona Spiegel-Adolf: Physicochemical mechanisms in convulsive reactivity. Sonderdruck aus: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine. 1936.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Jahresbericht des Mädchen-Lyzeums am Kohlmarkt, Wien 1913, S. 110.

[2] Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: „… männliches Geschlecht ist für die Habilitation nicht vorgesehen“. Die ersten an der medizinischen Fakultät der Universität Wien habilitierten Frauen. In: Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller und Sonia Horn. Wien: Verlag der Österreichischen Ärztekammer 2000. S. 132.

[3] Photographische Correspondenz, Nr. 6, 1929, S. 186.

[4] Neue Freie Presse, 3.7.1924, S. 9.

[5] Telegraf, 22.2.1934, S. 12.

[6] Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 700.

[7] Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, Köln und Weimar: Böhlau Verlag 2002. S. 700.

Normdaten (Person): Spiegel-Adolf, Mona: BBL: 31332; GND: 127944494;

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