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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [32]: Krafft-Ebing, Richard von: Psychopathia sexualis. Eine klinisch-forensische Studie. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1886.

Krafft-Ebing, Richard von: Psychopathia sexualis. Eine klinisch-forensische Studie. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1886.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 48615]

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Abb. 1    Richard von Krafft-Ebing

Richard von Krafft-Ebing (*14.08.1840 Mannheim, gest. 22.12.1902 Graz) war ein Psychiater, Neurologe und Rechtsmediziner. Er entstammte einer Beamtenfamilie aus dem Breisgau und studierte Medizin in Heidelberg, wo er 1863 sein Staatsexamen ablegte. Krafft-Ebing interessierte sich für Psychiatrie und kam unmittelbar nach seinem Studium mit den beiden damals vorherrschenden Richtungen des Faches in Berührung: zuerst mit der hirnanatomisch bestimmten Universitätspsychiatrie bei Wilhelm Griesinger (1817-1868), dessen Vorlesungen er in Zürich hörte; danach mit der deutschen Anstaltspsychiatrie, die er bei Christian Roller (1802-1878) in der Irrenanstalt Illenau kennenlernte. Seit dieser Zeit verband ihn auch eine lebenslange Freundschaft mit seinem Kollegen und späteren Leiter dieser Anstalt Heinrich Schüle (1840-1916). Von 1868 bis zum Beginn des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) – in dem er erst als Feldarzt, später als Lazarettarzt in einem Badischen Regiment diente – ließ er sich in Baden-Baden als privater Nervenarzt nieder.

1872 arbeitete Krafft-Ebing für ein Jahr an die Universität Straßburg, danach ging er an die Universität Graz, wo ihm – verbunden mit der Leitung der neu eingerichteten Landesirrenanstalt Feldhof – der Lehrstuhl für Psychiatrie übertragen wurde. 1880 wurde er hier zum Ordinarius ernannt und konnte die Leitung der Anstalt abgeben. Aus dieser Zeit stammen auch seine beiden bekannten Lehrbücher, die beide mehrmals aufgelegt, zu Standardwerken wurden und seine internationale Berühmtheit begründeten: Lehrbuch der gerichtlichen Pathologie (1875) und Lehrbuch der Psychiatrie (1879). „Die Psychiatrie im damaligen Zustand war für Krafft-Ebing eine beschreibende, nicht erklärende Wissenschaft und er verwies damit die anatomischen und physiologischen Herrschaftsansprüche in der Psychiatrie in die Grenzen. Die Klinik stand bei ihm im Zentrum, wenn auch unter dem Leitsatz: ,Das Irresein ist eine Hirnkrankheit‘. Aus diesem Geist heraus schuf er 1867 den Begriff ,Zwangsvorstellung‘ und führte 1870 den Begriff ,Dämmerzustand‘ in die Psychiatrie ein.“[1] 1886 erschien schließlich sein bis heute bekanntestes Werk: Psychopathia sexualis. Es wurde – auch noch nach seinem Tod – immer wieder erweitert und überarbeitet und bis 1924 insgesamt 17 Mal aufgelegt. Durch seine strenge empirische Methode bildete er damit für die nachkommende Forschergeneration der Sexualwissenschaftler um Magnus Hirschfeld (1868-1935) den Ausgangspunkt für ihre eigenen Forschungen und „nach [Julius] Wagner-Jauregg schuf er damit ‚mit wunderbarem Scharfsinne Ordnung‘“.[2] Er wurde mit diesem Werk zum Begründer der Sexualpathologie. Heute bekannte Begriffe wie Sadismus, Masochismus, Fetischismus gehen auf ihn zurück.


Abb. 2    Titelblatt: Krafft-Ebing: Psychopathia sexualis. Stuttgart: 1886.

Richard von Krafft-Ebings Arbeiten hatten eine nicht unproblematische Bedeutung für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem damals kaum erforschten Feld der Homosexualität, auf das er durch die Schriften von Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) gestoßen wurde. Homosexualität galt im 19. Jahrhundert in weiten Kreisen der Gesellschaft als ein Ausdruck einer unmoralischen Geisteshaltung und Lebensweise als Folge von sexueller Übersättigung, Verführung und/oder degenerierter Erbanalagen und wurde aus diesem Grund in weiten Teilen Europas auch strafrechtlich verfolgt (in Österreich bis 1971). Als bekannter Gerichtsarzt stellte Krafft-Ebing Homosexuelle als „erblich belastete Perverse“ dar, die für ihre angeborene Umkehrung des Sexualtriebes nicht verantwortlich sind, folglich auch nicht strafrechtlich zu verfolgen seien. In seiner Psychopathia sexualis definierte er Homosexualität als angeborene neuropsychopathische Störung – also als eine erbliche Nervenkrankheit. Diese Diagnose erlaubte es ihm, sich für eine vollkommene Straffreiheit der Homosexualität auszusprechen, zumal sie auch nicht ansteckend sei. Damit führte Krafft-Ebing die Pathologisierung der Homosexualität in die medizinische Wissenschaft ein, die bis weit in das 20. Jahrhundert hinein weitreichende Folgen zeitigte. Sie bildete die Grundlage für grausamste Zwangsmaßnahmen – bis hin zu Zwangssterilisationen (die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden) – und führte zur zwangsweisen Psychiatrierung vieler Schwuler und Lesben.

1889 kam Richard von Krafft-Ebing als Nachfolger von Maximilian Leidesdorf (1816-1889) nach Wien an die I. Psychiatrische Klinik. 1892 trat er die Nachfolge von Theodor Meynert (1833-1892) als Professor der II. Psychiatrischen Klinik in Wien an, der er bis zu seiner Pensionierung 1902 vorstand. Richard von Krafft-Ebing starb nur wenige Monate nach seiner Pensionierung, nachdem er sich wieder nach Graz zurückgezogen hatte, am 22.12.1902.

Quellen:

Ammerer, Heinrich: Am Anfang war die Perversion. Richard von Krafft-Ebing, Psychiater und Pionier der modernen Sexualkunde. Wien, Graz und Klagenfurt: Verl.-Gruppe Styria 2011.

Sablik, Karl: Richard von Krafft-Ebing (1840-1902). In: Arzt, Presse, Medizin. (33) 1978. S. 3-5.

Wagner-Jauregg, Julius: Richard v. Krafft-Ebing. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (58/42) 1908. Sp. 2305-2311.

[1] Sablik, Karl: Richard von Krafft-Ebing (1840-1902). In: Arzt, Presse, Medizin. (33) 1978. S. 4.

[2] Sablik, Karl: Richard von Krafft-Ebing (1840-1902). In: Arzt, Presse, Medizin. (33) 1978. S. 5.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [31]: Friedrich Dimmer: Beiträge zum wissenschaftlichen medizinischen (Lehr-) Film und zur medizinischen Fotografie auf dem Gebiet der Augenheilkunde

Friedrich Dimmer: Beiträge zum wissenschaftlichen medizinischen (Lehr-) Film und zur medizinischen Fotografie auf dem Gebiet der Augenheilkunde

Friedrich Dimmer (*7.11.1855 Prag, gest. 7.3.1926 Wien) war ein österreichischer Ophthalmologe. Er studierte an den Universitäten Prag und Wien (Promotion 1878) Medizin und begann seine universitäre Laufbahn als Assistent an beiden Augenkliniken im Allgemeinen Krankenhaus. 1885 habilitierte er sich im Fach Ophthalmologie. Er wurde als Vorstand und Ordinarius an vier Augenkliniken berufen: an jene der Universität Innsbruck (1895-1900), Graz (1900-1910) und zuletzt an die I. Augenklinik (1910-1915) und danach an die II. Augenklinik in Wien, der er bis zu seinem Tod vorstand. Sowohl in Graz als auch in Wien galt er als Erneuerer und Modernisierer der Augenkliniken. Dimmer ist heute vor allem für seine Arbeiten um die Konstruktion einer Apparatur zur Fotografie des Augenhintergrunds (Funduskamera) bekannt.

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Abb. 1 Friedrich Dimmer: Radierung von Max Schneider

Bereits 1887 erschien von ihm die Monografie „Der Augenspiegel und die ophthalmoskopische Diagnostik. Leipzig: Toeplitz & Deuticke, die dreimal – zuletzt 1921 – aufgelegt wurde und zu einem Standardwerk der Augenheilkunde gehörte.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 47929]

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Eine Rezension der 3. Auflage findet sich in der Wiener Medizinischen Wochenschrift, Nr. 11, 1922, S. 497-499.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&qid=E2RKJXQWJIJFWC2R4I2KLSFPGTHGHQ&datum=1922&page=262&size=45

Dimmer als wissenschaftlicher Lehrfilmer

Wenig bekannt sind heute seine Leistungen auf dem Gebiet des medizinischen Filmes. Im Filmarchiv Austria befinden sich heute neun Filme aus dem Bereich der Augenheilkunde, die alle an der II. Augenklinik der Medizinischen Fakultät der Universität Wien zwischen den Jahren 1922 und 1923 entstanden und von Friedrich Dimmer ausgeführt worden sind. Bei mindestens zwei Filmen wirkte der Assistent von Dimmer, Gustav Guist, mit. Diese Stummfilme sind als wissenschaftliche Lehrfilme konzipiert und durchgeführt worden. Die technische Ausführung gestaltete die Staatliche Filmhauptstelle („Bundesfilmhauptstelle“), die zu dieser Zeit noch wissenschaftliche Lehrfilme für ein Fachpublikum aber auch für eine breitere Öffentlichkeit herstellt.1
Alle neun sind als 35 mm Filme erhalten.

  1. Filmtitel: Entfernung des linken Augapfels (Enucleatio bulbi)

Ausführende/Mitwirkende: Guist Gustav, Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 5 min/ca. 100 m

  1. Filmtitel: Schiel-Operation (Vorlagerung und Tenotomie)

Ausführende/Mitwirkende: Guist Gustav, Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 6 min/ca. 120 m

  1. Filmtitel: Entfernung des Tränensackes

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 5 min/93 m

  1. Filmtitel: Entropium-Operation am Unterlid

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: 3 ½ min./ca. 97 m

  1. Filmtitel: Die Ptosis-Operation nach Hess

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1923

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 6 min./153 m

  1. Filmtitel: Entfernung einer nach Kuhhornstoß unter die Bindehaut luxierte Linse

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 3 min./62 m

  1. Filmtitel: Staroperation

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: Ca. 5 ½ min./100 m

  1. Filmtitel: Ausschneiden eines Vorfalles der Regenbogenhaut

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 1 min./32 m

  1. Filmtitel: Glaukom-Operation

Ausführende/Mitwirkende: Dimmer Friedrich

Herstellungsdatum: 1922

Filmlänge: Zeit/Länge: ca. 8 ½ min./150 m

Dimmer und seine physikalisch-optischen Forschungen unter Anwendung der Fotografie

Dimmers Forschungsarbeiten und Interessen auf dem Gebiet der physikalisch-optischen Anwendungsbereiche- und Praktiken der Fotografie begannen schon früh als Assistent an der Augenklinik unter Ferdinand Artl (1812-1887). Sie schlugen sich darüber hinaus in der Mitgliedschaft in der „Photographischen Gesellschaft“ in Wien (ab 1908) oder der „Österreichische Gesellschaft für Stereoskopie“ (ab 1931)2 nieder. In zahlreichen fotografischen Fachzeitschriften wurden seine Arbeiten auf dem Gebiet der fotografischen Medizintechnik über drei Jahrzehnte thematisiert und vorgestellt.

Zunächst beschäftigte er sich mit den Lichtreflexen der Netzhaut. Ihm gelang es an der Augenklinik in Innsbruck erstmalig fotografische Bilder des Augenhintergrundes zu erzeugen, die er 1899 am IX. Internationalen Ophthalmologen-Kongress in Utrecht präsentierte. Zur Verbesserung der Ergebnisse arbeitete er in weiterer Folge mit der Akademie der Wissenschaften in Wien und der Firma Zeiss in Jena zur technischen Konstruktion einer Apparatur zusammen, die reflexfreie fotografische Aufnahmen des Augenhintergrundes ermöglichten und die er 1901 fertigstellte.

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Abb. 2  Apparat zur Fotografie des Augenhintergrundes. Aus: Photographische Correspondenz, März 1908, S. 110.

1906 verfügte er bereits über Alben mit über 250 fotografischen Aufnahmen und ein Jahr später veröffentlichte er dazu eine Monografie: Dimmer Friedrich: Die Photographie des Augenhintergrundes. Wiesbaden: Bergmann 1907.

Ein Jahr später verfasste er in der „Photographischen Correspondenz“ einen Artikel unter dem Titel, „Die Photographie des Augenhintergrundes“, in dem er detailliert die technische Konstruktion seiner Apparatur darlegte.3

Dimmers Apparatur war aber nicht nur Thema zahlreicher Fachartikel in medizinischen und fototechnischen Zeitschriften, sondern auch Gegenstand bei zahlreichen wissenschaftlichen Ausstellungen; darunter an der Universität Graz im Mai/Juni 1902 (“Internationale Ausstellung für Amateur-Photographie“)4, der Photographischen Gesellschaft in Wien 1904 („Wissenschaftliche Photographie und Glasphotogramme“), in Berlin 1906, Dresden 1909,5 und im September 1913 an der Universität Wien anlässlich der 85. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien (“Die Anwendung der Photographie im Dienste der Naturwissenschaften und Medizin“).

Die Herausgabe des von ihm verfassten und von seinem Assistenten Arnold Pillat (1891-1975) fertiggestellten „Atlas photographischer Bilder des menschlichen Augenhintergrundes“. Leipzig: Deuticke 1927, erlebte Dimmer nicht mehr: er verstarb wenige Monate vor der Drucklegung. Ein von Adalbert Fuchs verfasster Nekrolog zu Friedrich Dimmer findet sich in der Wiener Medizinischen Wochenpresse, Nr. 11, 13.3.1926, S. 339-340.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1926&page=293&size=45

Literatur zu Friedrich Dimmer:

Helmut Gröger, Gabriela Schmidt-Wyklicky: Friedrich Dimmer. Vorstand beider Universitäts-Augenkliniken in Wien: I. Augenklinik 1910 bis 1915. II. Augenklinik 1916 bis 1926. In: Spektrum der Augenheilkunde : Zeitschrift der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft, Volume 26, Issue 6, 2012.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA6496]

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Literatur von Friedrich Dimmer in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Dimmer, Friedrich: Der Augenspiegel und die ophthalmoskopische Diagnostik. 3. Aufl. Leipzig und Wien: Deuticke 1921.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 64802]

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Dimmer. Friedrich: Zur Reform des medizinischen Unterrichtes. Sonderabdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien und Leipzig: Braumüller 1918.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 13839]

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky-Bibliothek, Sign.: 69061]

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Dimmer, Friedrich: Ein Fall von Schimmelpilzerkrankung des Auges. Sonderabdruck aus: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. Stuttgart: Enke 1913.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky-Bibliothek, Sign.: 13266]

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Dimmer, Friedrich: Zur Ätiologie des Frühjahrskatarrhs der Conjunctiva. Sonderabdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien und Leipzig: Braumüller: 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

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Dimmer, Friedrich: Der Augenspiegel und die ophthalmoskopische Diagnostik. 2. Aufl. Leipzig und Wien: Deuticke 1895.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky-Bibliothek, Sign.: 56826]

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Dimmer, Friedrich: Beiträge zur Anatomie und Physiologie der Macula lutea des Menschen. Leipzig und Wien: Deuticke 1894.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky-Bibliothek, Sign.: 46265]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8560629&pos=5&phys#

Dimmer, Friedrich: Die ophthalmoskopischen Lichtreflexe der Netzhaut. Leipzig und Wien: Deuticke 1891.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky-Bibliothek, Sign.: 9878]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8560636&pos=9&phys#

Dimmer, Friedrich: Der Augenspiegel und die ophthalmoskopisehe Diagnostik. Leipzig und Wien: Toeplitz & Deuticke 1887.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky-Bibliothek, Sign.: 47929]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8560626&pos=2&phys#

Dimmer, Friedrich: Ein Fall von Stichverletzung des Auges. Sonderabdruck aus: Zentralblatt für praktische Augenheilkunde. Leipzig: Veit & Co. 1885.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

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Dimmer, Friedrich: Ein Fall von metastatischer Chorioiditis nach der Extraktion eines Mahlzahnes. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: 1883.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

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Dimmer, Friedrich: Zur Casuistik der congenitalen Anomalien des Auges. Sonderabdruck aus: Archiv für Augenheilkunde. Wiesbaden: Bergmann o. J.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

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Dimmer, Friedrich: Entgegnung an Herrn Prof. Borysiekiewicz. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Bergmann & Co. o. J.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8429067&pos=3&phys#

Text: Walter Mentzel

1 Der Filmbote. Zeitschrift für alle Zweige der Kinematographie, Nr. 13, 31.3.1923, S. 47.

2 Das Lichtbild, Nr. 7, 1931, S. 12.

3 Photographische Correspondenz, März 1908, S. 106-110.

4 Photographische Correspondenz, 1902, S. 424.

5 Zeitschrift für wissenschaftliche Photographie, 1909, S. 443.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [30]: Semmelweis, Ignaz Philipp: Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers, 1861.

Semmelweis, Ignaz Philipp: Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers. Pest, Wien und Leipzig: C. A. Hartleben’s Verlags-Expedition 1861.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 1185]

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Abb. 1    Iganz Philipp Semmelweis

Ignaz Philipp Semmelweis (*01.07.1818 Ofen (Budapest), gest. 13.08.1865 Wien) stammte aus einer Budapester Kaufmannsfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er auf Wunsch des Vaters ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wechselte aber bald zur Medizin. Nachdem er das erste Studienjahr in Wien beendet hatte, verbrachte er das zweite und dritte Studienjahr an der Universität in Budapest, bevor er die beiden letzten Studienjahre wieder in Wien absolvierte. Nach seiner Promotion zum Doctor medicinae 1844, zum Magister der Geburtshilfe 1844 und zum Doctor chirurgiae 1845 begann er 1846 als Assistent bei Johann Klein (1788-1856) in der Ersten Wiener Gebärklinik zu arbeiten.

Zu dieser Zeit war das Wochenbettfieber eine sehr häufige Todesursache in der Gebärklinik. Etwa 15% der Wöchnerinnen der Klinik starben damals im Wochenbett. Bekannt war auch, dass die Sterblichkeitsrate in der I. Klinik, in der Mediziner arbeiteten, wesentlich höher war, als in der II. Klinik, in der die Wöchnerinnen von Hebammen betreut wurden. Semmelweis kam aufgrund seiner Beobachtungen und pathologisch-anatomischen Untersuchungen zum Schluss, dass ein „zersetzter tierisch-organischer Stoff“[1] an den Händen der Geburtshelfer ursächlich für die hohe Mortalität der Wöchnerinnen sei. Ab Mai 1847 wies Semmelweis seine Studenten in der Klinik an sich ihre Hände in einer Chlorkalklösung zu reinigen. Alle Instrumente, Schüsseln und die Wäsche der Wöchnerinnen wurden auf ähnliche Weise desinfiziert. Der Erfolg der getroffen Maßnahmen stellte sich umgehend ein: 1847 starben nur noch 5,04% und 1848 nur noch 1,1% der Entbundenen in der Ersten Gebärklinik. Semmelweis erkannte bereits 1847 den Zusammenhang zwischen Kindbettfieber und Wundinfektionen. In seinem Hauptwerk von 1861 Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers schrieb er: „Der Träger der zersetzten thierisch-organischen Stoffe ist der untersuchende Finger, die operierende Hand, Instrumente, Bettwäsche, die atmosphärische Luft, Schwämme, welche mit decomprimirten Excrementen schwer erkrankter Wöchnerinnen oder anderer Kranken und hierauf wieder mit Kreissenden und Neuentbundenen in Berührung kommen, Leibschüsseln, mit einem Worte Träger des zersetzten thierisch-organischen Stoffes ist alles das, was mit einem zersetzten thierisch-organischen Stoffe verunreinigt ist, und mit den Genitalien der Individuen in Berührung kommt.“[2]

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Abb. 2    Titelblatt: Semmelweis: Die Aetiologie […]. Pest: Hartleben 1861.

Trotz dieses Erfolges wurden die Arbeiten von Iganz Semmelweis lange Zeit nicht anerkannt. Viele Ärzte wollten nicht wahrhaben, dass sie selbst die Verursacher des Kindbettfiebers waren. Aufgrund von Anfeindungen und Intrigen seiner Kollegen wurde seine Assistenzstelle 1849 nicht verlängert. Semmelweis verließ daraufhin 1850 Wien und wurde 1851 Leiter der Geburtshilfeabteilung in Budapest und ab 1855 Professor für Geburtshilfe. Seinem 1861 erschienen Hauptwerk „Die Aetiologie […]“ blieb ebenfalls der Erfolg verwehrt. Nur wenige Ärzte, darunter die Wiener Mediziner Ferdinand von Hebra (1816-1880), Joseph Skoda (1805-1881) und Carl von Rokitansky (1804-1878) setzten sich für Semmelweis ein. Semmelweis ging nun dazu über die Ärzteschaft in offenen Briefen anzugreifen. Er wurde von drei Ärztekollegen im Juli 1865 ohne Diagnose in die Landesirrenanstalt Döbling eingeliefert. Einigen Quellen zufolge soll Semmelweis‘ Einlieferung auf eine Intrige zurückzuführen sein. Er hatte zuvor wiederholt versucht, seine Kollegen von der Richtigkeit seiner Erkenntnisse zu überzeugen, dennoch war ihm wiederum fast nur Ablehnung entgegengebracht worden.

Semmelweis starb in der Anstalt am 13. August 1865 – dem damaligen Obduktionsbericht zufolge – an einer durch eine kleine Schnittverletzung hervorgerufenen Blutvergiftung. Laut anderen Berichten sei er bei einem Kampf mit dem Anstaltspersonal zu Tode gekommen. Bei einer Exhumierung der sterblichen Überreste Semmelweis‘ 1963 wurden multiple Frakturen an Händen, Armen und am linken Brustkorb festgestellt. Ignaz Philipp Semmelweis hinterließ eine Frau und drei Kinder. Erst eine Ärztegeneration später setzte sich die Umsetzung von Semmelweis‘ Hygienemaßnahmen bei Frauen im Kindbett durch.

Text: Harald Albrecht

Quellen:

Durnová, Anna: In den Händen der Ärzte. Ignaz Philipp Semmelweis. Pionier der Hygiene. St. Pölten, Salzburg und Wien: Residenz Verlag 2015.

Semmelweis, Karl: Dr. Ignaz Philipp Semmelweis. Der Retter der Mütter. Eisenstadt: Eigenverlag 2015.

Nuland, Sherwin B.: The doctor’s plague. Germs, childbed fever, and the strange story of Ignác Semmelweis. New York und London: W.W. Norton & Company 2003.

Wyklicky, Helmut und Manfred Skopec: Iganz Philipp Semmelweis (1818-1865) als Prophet der Bakteriologie. Sonderdruck aus: Hygiene + Medizin. Wiesbaden: mph-Verlag 1983.

[1] Wyklicky, Helmut und Manfred Skopec: Iganz Philipp Semmelweis (1818-1865) als Prophet der Bakteriologie. Sonderdruck aus: Hygiene + Medizin. Wiesbaden: mph-Verlag 1983. S. 396.

[2] Semmelweis, Ignaz Philipp: Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers. Pest, Wien und Leipzig: C. A. Hartleben’s Verlags-Expedition 1861. S. 103-104.

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Weitere Van Swieten Blog Beiträge:
Ferdinand von Hebra (1816-1880)
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Med. histor. Dissertation von Joseph Skoda (1805-1881)

Med. histor. Dissertation von Ferdinand von Hebra (1816-1880)

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [29]: Restitution: Prof. Carl Julius Rothberger

Restitution: Prof. Carl Julius Rothberger

Im Februar 2017 konnte die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien im Rahmen der NS-Provenienzforschung aus den Beständen der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin ein Buch aus der Provenienz, Prof. Carl Julius Rothberger, an die in New Jersey lebende Erbin und Tochter von C. J. Rothberger, restituieren. Damit erfolgte ein drittes Mal eine Restitution in diesem Fall, nachdem bereits am 30. September 2010 der Tochter des ehemals an der Medizinischen Fakultät Wien tätigen Univ.-Prof. Carl Julius Rothberger im Rahmen eines Restitutionsaktes 39 Bücher aus der Hand des damaligen Rektors der Medizinischen Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz, im historischen Lesesaal des Josephinums und im Juli 2011 in New Jersey ein weiteres Buch übergeben werden konnten.

https://ub.meduniwien.ac.at/ueber-uns/provenienzforschung/durchgefuehrte-restitutionen/prof-carl-julius-rothberger-1871-1945-mediziner-an-der-medizinischen-fakultaet/

https://www.youtube.com/watch?v=nIP684L9Yrs

Bei dem nunmehr restituierten Buch handelte es sich um ein medizinisches Lehrbuch:

Budge Julius: Lehrbuch der speciellen Physiologie des Menschen. Für Vorlesungen und zum Selbststudium. 8. umgearb. Aufl. Leipzig: Voigt & Günther 1862.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: (803) Restitution 2017,02]

http://search.obvsg.at/primo_library/libweb/action/search.do?fn=search&ct=search&initialSearch=true&mode=Basic&tab=default_tab&indx=1&dum=true&srt=rank&vid=UMW&frbg=&tb=t&vl%28freeText0%29=Budge+Lehrbuch+der+speciellen+Physiologie+&scp.scps=scope%3A%28ACC_acc05_M900%29%2Cscope%3A%28UMW_aleph_acc%29%2Cscope%3A%28UMW_O_SFX%29

Das Buch enthält eine handschriftliche Signierung von Rothberger, die die Provenienz „Rothberger“ stichhaltig belegt.

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Abbildung 1 Autograf: Carl Julius Rothberger

Weiters kann aus der handschriftlichen Anmerkung entnommen werden, dass das Buch im November 1886 von Rothberger, der zu diesem Zeitpunkt ein 15-jähriger Gymnasiast war, in Besitz genommen wurde.

Carl Julius Rothberger wurde am 14. Oktober 1871 in Wien geboren und stammte aus einer bekannten Wiener jüdischen Familie. Er begann 1891 in Wien mit dem Studium der Medizin. Nach seiner Promotion 1897 arbeitete er im Bakteriologischen Laboratorium des k.k. Militär-Sanitäts-Comités, danach im Bakteriologischen Laboratorium der Krankenanstalt Rudolfsstiftung unter dem damaligen Vorstand Richard Paltauf (1858-1924) und 1898 an der I. Medizinischen Universitätsklinik bei Hermann Nothnagel (1841-1905). Am 1. Oktober 1899 trat er in das Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie ein, das damals noch unter der Leitung von Philipp Knoll (1841-1900) stand.

Hier arbeitete er zunächst als Demonstrator und ab 1901 als unbesoldeter Assistent. 1904 habilitierte er sich für allgemeine und experimentelle Pathologie. Vom Jahre 1908 an stand für Rothberger die Elektrokardiographie im Mittelpunkt seiner Forschungen. Im April 1912 wurde Rothberger zum ao. Prof. für allgemeine und experimentelle Pathologie ernannt. Nach dem Tod Paltaufs 1924 ging die Leitung des Institutes auf Rothberger über, ohne, dass er jemals zum Vorstand ernannt wurde.

Im Jahr 1936 wurde Rothberger im Alter von 65 Jahren frühzeitig pensioniert und das Extraordinariat aus dem Dienstpostenplan der Universität Wien ausgeschieden. Als Grund für seine Pensionierung führte das zuständige Bundesministerium für Unterricht Sparzwänge an. Auf seinen Wunsch hin erlaubte ihm das Ministerium bis 1941 (sein gesetzlich vorgesehener Pensionsantrittstermin) unentgeltlich als Honorar Professor am Institut weiter zu arbeiten.

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Abbildung 2 C.J. Rothberger, 1916; Pathologie, Verwundeten-Spital der Universität Wien. Mit eigenhändiger Unterschrift (Archiv der Universität Wien).

Carl Julius Rothberger wurde am 13. März 1938 wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verhaftet, interniert und über Intervention des damaligen Dekans der Medizinischen Fakultät Eduard Pernkopf (188-1955) wieder frei gelassen. Laut seiner am 30. Juni 1938 vorgenommenen Vermögensanmeldung bei der Vermögensverkehrsstelle beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, die die Zwangsenteignungen („Arisierungen“) des jüdischen Privatvermögens organisierte, war er im Besitz einer medizinischen Bibliothek, die sich nach seinen Angaben an seinem früheren Arbeitsplatz am „Universitätsinstitut“ befand. In seinem nach dem November 1938 angegebenen Nachtrag an die Vermögenverkehrsstelle über die Veränderungen zu seiner am 30. Juni 1938 abgegebenen Vermögensanmeldung präzisierte Carl Julis Rothberger: „Der Vollständigkeit halber gebe ich noch bekannt, dass meine oben ad III c) angegebenen Bücher im Wert von RM 1.000.- sich noch im Universitätsinstitut befinden und mir tatsächlich nicht zur Verfügung stehen …“.

Carl Julius Rothberger starb zusammen mit seiner Frau bei einem der letzten Bombenangriffe auf die Wiener Innenstadt am 13. März 1945 im Philipphof.

Nunmehr konnte das Buch 133 Jahre, nachdem Rothberger in den Besitz des Buches kam und 79 Jahre nach seiner Beraubung durch die Nationalsozialisten, seiner Tochter restituiert werden.

Text: Walter Mentzel

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Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [39]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [39]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Ludwig van Beethoven schuf zwischen 1795 und 1798 in Wien ein Duett in Es-Dur für Viola und Violoncello mit zwei obligaten Augengläsern. Es war wahrscheinlich für zwei befreundete, kurzsichtige Spieler bestimmt. Der Cellist war vermutlich Nikolaus von Zmeskall, dem Beethoven schon früher ein Streichquartett in F-Moll , op. 95, gewidmet hatte. Das Duo ist ohne Opuszahl und konnte nur aufgrund seines ungewöhnlichen Namens eruiert werden.

Beethoven
Ludwig van Beethoven, Duett „mit zwei obligaten Augengläsern“ für Viola und Cello in Es-Dur, entstanden
1795-98. Erstveröffen tlichung 1971.

https://www.youtube.com/results?search_query=Beethoven+Duett+Mit+Zwei+Obligaten+Augengl%C3%A4sern
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_van_Beethoven
https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Zmeskall

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [28]: Bárány, Robert: Nobel-Vortrag, gehalten am 11. September in Stockholm. 1916.

Bárány, Robert: Nobel-Vortrag, gehalten am 11. September in Stockholm. Särtryck ur Nordisk tidskrift för oto-rhino-laryngologi. Stockholm: 1916.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 9056]

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Abb. 1    Robert Bárány

Robert Bárány (*22.04.1876 Wien, gest. 08.04.1936 Uppsala/Schweden) war der erste österreichische Nobelpreisträger für Medizin. Er wuchs als ältestes von sechs Geschwistern in einer Familie jüdischer Abstammung in Wien auf. Sein Vater, Iganz Bárány, ein Holzfachmann stammte aus Ungarn. Seine Mutter, Maria, geborene Hock, kam aus einer angesehenen Prager Gelehrtenfamilie, die das wissenschaftliche Interesse Robert Báránys von Kindheit an förderte. Unmittelbar nach seinem Schulabschluss begann er auf Wunsch seiner Mutter an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 2. April 1900 mit seiner Promotion abschloss. Im Anschluss daran arbeitete er an unterschiedlichen Kliniken: bei Carl von Noorden (1858-1944) in Frankfurt am Main, bei Emil Kraepelin (1856-1926) in Heidelberg und als Assistent der Psychiatrischen Universitätsklinik in Freiburg im Breisgau.

1902 kehrte er zurück nach Wien und begann zuerst für einige Monate bei Adam Politzer (1835-1920) als Aspirant zu arbeiten, bevor er für ein Jahr zu Karl Gussenbauer (1842-1903) als Operationszögling an die II. Chirurgische Klinik wechselte. Von 1903 bis 1905 war Bárány als Demonstrator und von 1905 bis 1911 als Assistent, an der Universitätsklinik für Ohrenheilkunde tätig. „Durch eine gute Beobachtungsgabe, aber auch mit Hilfe des Zufalls gelang es Bárány, Fragen des noch jungen Gebietes der Vestibularforschung zu klären. […] In diese Zeit fielen auch Báránys erste selbständige Forschungen mit eigenen Versuchen an Taubstummen und Normalhörenden und er begann sich für das Phänomen der Gegenrollung der Augen zu interessieren.“[1]

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Abb 2     Titelblatt: Bárány: Physiologie und Pathologie […] des Bogengan-Apparates […]. Leipzig u. Wien: 1907. Mit einer Widmung Báránys an seinen Lehrer Adam Politzer.

Das Thema Vertigo (Schwindel) beschäftigte die Ärzte schon seit dem Mittelalter. Im 19. Jahrhundert wurden in ganz Europa intensive Forschungen dazu betrieben. 1825 wies der Franzose Jean Marie Pierre Flourens (1794-1867) erstmals nach, dass der Bogenapparat ein Gleichgewichtsorgan ist. Durch zahlreiche Forschungsbeiträge während der nächsten Jahrzehnte war die Medizin in dieser Frage zwar weiter gekommen, es fehlte jedoch die Möglichkeit die Funktion der Bogenapparate einzeln und unabhängig voneinander zu prüfen. Hier setzten Báránys Forschungen an. Er konnte erstmals die Gesetzmäßigkeit des „kalorischen Nystagmus“ – die Augenzuckungen, die durch Differenzen der Wassertemperatur bei Ohrspülungen auftreten – nachweisen. Aus den Studien über die bei der Vestibularreizung auftretenden Gleichgewichtsstörungen erlangte er zudem genaue Kenntnisse über ihren Sitz im Kleinhirn. Erkrankungen des Innenohres konnten nun frühzeitig diagnostiziert werden. 1906 publizierte Bárány seine Untersuchungsergebnisse in der österreichischen Monatsschrift für Ohrenheilkunde, 1907 erfolgte die Veröffentlichung über die „Physiologie und Pathologie des Bogenganges beim Menschen“. In seinem Geleitwort schrieb Adam Politzer: „Die vorliegende Monographie meines Assistenten Dr. Robert Bárány enthält die neuesten Untersuchungsmethoden des Bogenapparates und ihre Ergebnisse […] Durch die Untersuchungen Dr. Báránys ist die Klinik dieses Sinnesorganes in ein neues Stadium getreten und die Diagnostik der in der Ohrenheilkunde so wichtigen Erkrankungen des Bogenapparates auf eine sichere Grundlage gestellt worden […].“[2]

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Abb 3     Geleitwort Adam Politzers in: Bárány: Physiologie und Pathologie […] des Bogengan-Apparates […]. Leipzig u. Wien: 1907.

Zum Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Robert Bárány freiwillig zum Kriegsdienst und wurde ins Spital der Festung Przemysl in Galizien abkommandiert, wo er ein Lazarett zur Behandlung von Kopfschüssen und eine otolaryngologische Abteilung einrichtete. Nachdem die Festung Przemysl im Frühjahr 1915 von den Russen eingenommen wurde geriet Bárány in Kriegsgefangenschaft und wurde nach Merv/Turkestan gebracht. Dort erhielt er auch die Nachricht, dass er den Medizin-Nobelbreis erhalten sollte. Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin 1914 wurde in Folge des Ersten Weltkrieges erst in der Sitzung des Nobel-Komitees des Carolinischen Medizinisch-Chirurgischen Institutes in Stockholm am 29. Oktober 1915 vergeben. Mehrere Versuche des Schwedischen Thronfolgers, Prinz Karl, Bárány durch Vermittlungen von Gefangenenaustauschen aus der russischen Kriegsgefangenschaft zu bekommen schlugen – auch durch Schuld der Österreicher, die den international angesehen Arzt nicht auf ihre Austauschlisten setzten – fehl. Erst im Rahmen eines Invalidenaustausches am 16. Juli 1916 gelang es Brárány Freilassung zu erwirken. Auf der Heimreise über Stockholm konnte Robert Bárány schließlich seine Nobelpreise-Rede halten und den begehrten Preis entgegennehmen.

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Abb 4     Titelblatt: Bárány: Nobel-Vortrag. Stockholm: 1916.

Zurück in Wien war er mit den Neidern seines Erfolges in der Medizinische Fakultät in Wien konfrontiert. Es wurde ihm die Ernennung zum a.o. Professor verwehrt und sogar seine wissenschaftliche Integrität in einer Untersuchungskommission am Medizinischen Dekanat infrage gestellt, ohne ihm die Möglichkeit einer Stellungnahme zu gewähren. Noch während dieser Auseinandersetzung nahm Bárány das Angebot Schwedens an den neu errichteten Lehrstuhl für Otologie der Universität von Uppsala zu bekleiden. Die Österreichischen Zeitungen übten scharfe Kritik am akademischen Senat der Universität Wien. „In der Wiener Zeitung beispielsweise erschien eine Karikatur von Bárány mit der Nobelpreisurkunde im Hintergrund und der Unterschrift:

Alle Ohrenleiden habe ich ergründet – nur die Taubheit der Wiener Fakultät nicht‘“.[3]

Bárány blieb bis zu seinem Tod in Schweden. 1926 wurde er zum Ordinarius für Ohren-Nasen-Hals-Heilkunde er Universität Uppsala ernannt. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Deutschland begann er sich für sein eigenes Jüdisches Erbe zu interessieren. Er vermachte seine Bibliothek der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem. Robert Bárány starb 8. April 1936 in Uppsala.

Auswahlliteratur zu Robert Báránys Arbeiten zum Vestibularapparat in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Bárány, Robert und Jakob Rothfeld: Untersuchungen des Vestibularapparates bei akuter Alkoholintoxikation und bei Delirium tremens. o.O. 1913.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 9051]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540742#

Bárány, Bobert: Weitere Untersuchungen und Erfahrungen über die Beziehungen zwischen Vestibularapparat und Zentralnervensystem. Sonderabruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Perles 1912.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 16590]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540743#

Bárány, Robert: Weitere Untersuchungen und Erfahrungen über die Beziehungen zwischen Vestibularapparat und Zentralnervensystem. Nachbarschafts- und Fernwirkungen auf Kleinhirn und Vestibularapparat bei Hirntumoren. Sonderabdruck aus: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Leipzig: 1912.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 9050/1]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540744#

Bárány, Robert und Karl Wittmaack: Funktionelle Prüfung des Vestibular-Apparates. Referat, erstattet v. R. Bárány u. K. Wittmaack. Sonderabdruck aus: Verhandlungen der Deutschen Otologischen Gesellschaft auf der 20. Versammlung in Frankfurt/M am 2. u. 3. Juni 1911. Jena: Fischer 1911.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 43576]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540734#

Bárány, Robert: Vestibularapparat und Gleichgewicht. Neue Stimmgabelversuche und Methoden der Funktionsprüfung. 39 S. (S. 156-194). Sonderabdruck aus: Verhandlungen der Deutschen otologischen Gesellschaft. Jena: Fischer 1909.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: SA561]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540746#

Bárány, Robert: Funktionlle Diagnostik der eiterigen Erkrankungen des Bogengangapparates. Sonderabdruck aus: Int. Centralblatt für Ohrenheilkunde. Leipzig: Barth 1908.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 16587]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540719#

Bárány, Robert: Physiologie und Pathologie des Bogengangapparates beim Menschen. Sonderabdruck aus: Österreichische Aerzte-Zeitung. o.O.: 1907.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata-Bibliothek]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8423411#

Bárány, Robert: Die Untersuchungen der reflektorischen vestibulären und optischen Augenbewegungen und ihre Bedeutung für die topische Diagnostik der Augenmuskellähmungen. Sonderabdruck aus: Münchener med. Wochenschrift. München: Lehmann Jg. 1907.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 15040]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540739#

Bárány, Robert: Physiologie und Pathologie (Funktionsprüfung) des Bogengang-Apparates beim Menschen. Klinische Studien. Leipzig und Wien: Franz Deuticke 1907.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 11493]

http://search.obvsg.at/

Bárány, Bobert: Beitrag zur Lehre von den Funktionen der Bogengänge. Sonderabdruck aus: Zeitschrift für Sinnesphysiologie. Leipzig: Barth 1906.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 16591]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540718#

Quellen:

Homepage: The Official Web Site of the Nobel Prize. Stand: 22.05.2016

http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1914/barany-bio.html

Angetter, Daniela: Die österreichischen Medizinnobelpreisträger. (= Österreichisches Biographisches Lexikon – Schriftenreihe 8). Wien: Institut Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation 2003.

Sablik, Karl: Robert Bárány. In: Arzt, Presse, Medizin. (13) 1977. S. 1-3.

Text: Harald Albrecht

[1] Angetter, Daniela: Die österreichischen Medizinnobelpreisträger. (= Österreichisches Biographisches Lexikon – Schriftenreihe 8). Wien: Institut Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation 2003. S. 12.

[2] Angetter, Daniela: Die österreichischen Medizinnobelpreisträger. (= Österreichisches Biographisches Lexikon – Schriftenreihe 8). Wien: Institut Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation 2003. S. 15.

[3] Angetter, Daniela: Die österreichischen Medizinnobelpreisträger. (= Österreichisches Biographisches Lexikon – Schriftenreihe 8). Wien: Institut Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation 2003. S. 22.

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Politzer, Adam: Die Beleuchtungsbilder des Trommelfells im gesunden und kranken Zustande. Klinische Beiträge zur Erkenntniss und Behandlung der Ohren-Krankheiten. Wien: Wilhelm Braumüller 1865.

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [27]: Wertheim, Zacharias: Versuch einer medicinischen Topographie von Wien. Wien: Bey Kupffer & Wimmer 1810.

Wertheim, Zacharias: Versuch einer medicinischen Topographie von Wien. Wien: Bey Kupffer & Wimmer 1810.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB5634]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6184312&pos=0&phys=#

  1810 erschien bei Kupfer & Wimmer ein 458 Seiten umfassendes Werk des Wiener Augenarztes Zacharias Wertheim. Diese Arbeit, die er dem Stadt-Pyhsikus von Wien und Landes-Protomedicus der niederösterreichischen Regierung, Vincenz Peter Anton Guldner von Lobes (13.4.1762-30.3.1827), widmete, galt bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein als Standartwerk zur medizinischen Versorgung Wiens und deren medizinischen Einrichtungen.

Zacharias Wertheim wurde am 5. Juli 1780 in Wien geboren. Seine Familie lebte bereits in der fünften Generation – seit dem 17. Jahrhundert – in Wien und stammte ursprünglich aus Worms, wo sie bis in das 16. Jahrhundert nachweisbar ist.

Wertheim studierte zunächst an der Universität Wien Medizin und promovierte 1802 zum Dr. Med. Danach folgten weitere Studien im Ausland u.a. in Göttingen. Nach seiner Rückkehr nach Wien war er 1809 während einer Typhusepidemie an der ungarischen Grenze als Arzt tätig. Von 1816 bis zu seinem Ableben war er Primararzt am Israelitischen Spital in Wien sowie dessen Leiter.

Wertheim war Mitglied des Doktoren-Kollegiums und der Gesellschaft der Ärzte in Wien seit deren Gründung. Zacharias Wertheim verstarb am 31. Dezember 1852 in Wien.

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Die Doktorjubiläums-Feier des Herrn Zacharias Wertheim. Wien: Klopf & Eurich 1852.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: 40291]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8561230&pos=3&phys=

Ein über ihn verfasster Nekrolog erschien in der Wiener Medizinischen Wochenschrift vom 1. Jänner 1853, Spalte 27-28.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&page=18&size=45&qid=40TGKIEHQ040XDEJ2ATDTTV1KJYYPU

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger-Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/3]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=11949396&pos=32&phys=

Wertheim, Zacharias: Versuch einer medicinischen Topographie von Wien. Bey Wien: Kupffer & Wimmer 1810.

ABB-02_JB-5634_01 Wertheim schuf mit dieser Arbeit erstmals eine „medizinische Topografie“ für Wien, wie sie zu dieser Zeit bereits für andere Städte wie Berlin und Hamburg vorlagen. Wertheim konnte für seine Arbeit nur auf wenige Statistiken und Vorarbeiten zurückgreifen, vielmehr versuchte er selbst die ihm notwendig erscheinenden Daten zu erheben. Das Buch enthält sechs Kapitel, die sich in zwei Themenbereiche gliedern. In den ersten Kapiteln (Klima, Bevölkerung Wiens, Physische und moralische Bildung, Speisen und Getränke) werden die Resultate seiner Beobachtungen zur Stadt und Bevölkerung Wiens dargestellt. In den beiden letzten Abschnitten wird die Beschaffenheit des Gesundheitswesens, die Krankheitsformen und deren Häufigkeiten, das „Medicinal- und Armenwesen“, die Entwicklung der Medizinischen Fakultät, das Universitätsleben, die Organisation des Gesundheitswesens, die Kliniken, das Zwangs-, Arbeitswesens und die Besserungsanstalten, Waisen- und Gebärhäuser, Irrenanstalten, Taubstummen-Institute und Spitäler (Siechenhäuser) skizziert.

Das Buch liest sich wie eine Reportage über die Stadt Wien und ihrer Bevölkerung am Beginn des 19. Jahrhunderts. Wertheim beschreibt die unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und Bevölkerungsgruppen aus ethnologischer, kulturalistischer und sozialpsychologischer Perspektive, mit durchaus gesellschaftskritischen – häufig humoristisch versehenen – Bemerkungen. Im Mittelpunkt seiner Beobachtungen steht das Alltagsleben der Bevölkerung, deren Lebensbedingungen und -gewohnheiten, sowie die Wohnverhältnisse aber auch die städtebauliche Beschaffenheit Wiens in Wechselwirkung zu den medizinischen und gesundheitlichen Verhältnissen. Insgesamt bietet diese Arbeit eine umfassende Skizze der Stadt und Bevölkerung Wiens um 1800: eine frühe Kultur- und Sozialgeschichte Wiens unter besonderer Berücksichtigung der hygienischen und sanitären Verhältnisse der Stadt.

Zacharias Wertheim war mit Johanna Wertheim, geborene Baruch, verheiratet und hatte acht Kindern: darunter der Chemiker Theodor Wertheim (*25.12.1820 Wien, gest. 6.7.1864 Wien), der Physiker Wilhelm Wertheim (*22.2.1815 Wien, gest. 20.1.1861 Wien) und Gustav Wertheim (*28.10.1822 Wien, gest. 8.1.1888 Wien), Professor für Dermatologie und Syphilis sowie Primarius am Rudolphinerspital.

Quellen:

Vaterländische Blätter, 2.5.1812, S. 213-216.

Medizinisch-chirurgische Zeitung, Nr. 8, 28.1.1811, S. 129-131.

Text: Walter Mentzel

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300 Jahre Maria Theresia: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [26]: Leibarzt und Protomedicus Anton von Störck: Dissertatio Inavgvralis Medica De Conceptv, …

Störck, Anton von: Dissertatio Inavgvralis Medica De Conceptv, Partv Natvrali, Difficili, Et Præternatvrali, Qvam Avthoritate Et Consensv Illustrissimorum, Perillustrium, Magnificorum, Spectabilium, Classimorum Virorvm, Perillustris, ac Magnifici Domini Universitatis Rectoris, Illustrissimi, Magnifici, ac Clarissimi Inclytæ Facultatis Medicæ Domini Præsidis, Perillustris, Spectabilis, Clarissimi Inclytæ Facultatis Medicæ Domini Decani, D. D. Sacræ Cæsar. Majestatis Consiliariorum, ac Archiatrorum, nec non Clarissimorum D. D. Professorvm Venerabilis Domini Senioris, adeoque totius amplissimi D. D. Medicorvm Collegii Pvblicæ Disqvisitioni Committit Antonis Störck, Svevus Sulgaviensis, A. A. L. L. & Philosophiæ Magister, Medicinæ in Nosocomio practico assistentis Nec Non Pro Svprema Doctoratvs Medici Lavrea Candidatvs Dispvtabitvr In Palatio Vniversitatis Tempore Consveto. Wien: Ex Typograpia Trattneriana 1757.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D-4839/2]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8420972#

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Abb. 1    Anton von Störck. Josephinum – Medizinische Sammlungen, MedUni Wien. Sign.: MUW-FO-IR-000154-0002kl

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Abb. 2    Titelblatt: Störck: Dissertatio Inavgvralis Medica De Conceptv, Partv Natvrali, Difficili, Et Præternatvrali […]. Wien: 1757.

Störck promovierte 1757 zum Doktor der Medizin und wurde Assistent von Anton de Haen (1704-1776). De Haen war ein Schüler Hermann Boerhaaves (1668-1738) und wurde 1754 von Gerard van Swieten (1700-1772), dem Leibarzt Maria Theresias aus den Niederlanden nach Wien geholt. Er gilt neben van Swieten als einer der Mitbegründer der I. Wiener Medizinischen Schule. De Haen wurde Professor der Ersten Medizinischen Klinik der Universität Wien im Bürgerspital und besaß das Recht aus allen Wiener Krankenhäusern Patienten zu Unterrichtszwecken in seine Klinik überstellen zu lassen. Ganz nach dem Vorbild seines Lehrers Boerhaaves wurde an dieser Klinik unter dem Leitsatz „weg vom Lehrbuch, hin zum Patienten“ am Krankenbett unterrichtet. Diese Klinik hatte neben den Aufgaben eines Lehrspitals auch erstmals einen Forschungsauftrag. Ebenso wie Störck war auch sein Lehrer de Haen von der Bedeutung der pathologischen Anatomie überzeugt, die allerdings erst im 19. Jahrhundert zur Blüte gelangte, und so wurde hier nach jedem Todesfall eine Sektion durchgeführt und eine genaue Epikrise aufgestellt. Allerdings war de Haen davon überzeugt dass der Verlauf der Krankheiten möglichst wenig durch ärztliche Verordnungen wie Schwitz-, Abführ- und Brechmittel gestört werden sollte und verurteilte deren Missbrauch. Dafür befürwortete er häufige Aderlässe. Störck verwarf diese Methoden de Haens wodurch es zu einer über Jahre andauernden Kontroverse zwischen den beiden kam. Nach nur einem Jahr übernahm Störck die ärztliche Leitung des sogenannten „Bäckenhäusels“ – auch Parzmayr’sches Spital genannt. Im Bäckenhäusel in der Währinger Straße 42 – es trug seinen Namen nach einem dort stehenden Bäckerkreuz – hatte die Gemeinde Wien 1656 ein Gebäude als Rekonvaleszentenhaus für das Lazarett errichtet und bis ins 18. Jahrhundert mehrfach erweitert (1679, 1708, 1720, 1729 und 1776). 1713 breitete sich durch eine hierhergebrachte Frau die Pest über die benachbarte Gegend aus. Maria Theresia ließ das Bäckenhäusel bedeutend erweitern. Als es später als Unterkunft für Sieche Verwendung fand, entstand die Redensart „Der g’hört ins Bäckenhäusel“. 1868 wurde die Anstalt aufgelassen.

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Abb. 3    Widmung von Anton von Störck an Anton de Haen: Störck: Dissertatio Inavgvralis Medica De Conceptv, Partv Natvrali, Difficili, Et Præternatvrali […]. Wien: 1757.

1760 wurde Anton von Störck von Kaiserin Maria Theresia zum Hofmedicus ernannt. „,Diese rasche Carrière verdankt er vor allem seiner literarischen Tätigkeit.‘ Die Werke Störcks sind auch alle der ,Augustissima Romanorum Imperatrix! Domina Clementissima!‘ gewidmet. Die Kaiserin hat den strebsamen jungen Arzt aber auch schon früh kennengelernt durch van Swieten, der sich als bedeutender Gönner seines Lieblingsschülers erweist. Einmal wird er sogar zur Pockenbehandlung der Kaiserin zugezogen.“[1] Als Hofmedicus war er häufig damit beauftragt Mitglieder der kaiserlichen Familie als Arzt auf ihren Reisen zu begleiten. Er begleitete etwa Kaiser Franz Stefan (1708-1765) und die Erzherzöge Joseph (1741-1790) und Leopold zur Krönung Josephs, des später Kaiser Joseph II., zum römisch-deutschen König 1764 nach Frankfurt. Dadurch stieg sein Ansehen bei Hofe. 1766 wurde Störck zum Dekan der Medizinischen Fakultät an der Universität Wien und 1768 zu deren Rektor ernannt.

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Abb. 4    Vorwort: Störck: Dissertatio Inavgvralis Medica De Conceptv, Partv Natvrali, Difficili, Et Præternatvrali […]. Wien: 1757.

Anton von Störcks internationale Bekanntheit ging auf seine 1760 erstmals publizierten Versuche mit dem Schierling (Cicuta virosa) zurück. Die aus dieser Giftpflanze von ihm hergestellten Pillen wurden bei „cirrhösen Verhärtungen, langwierigen Geschwulsten und bösartigen Geschwüren“[2] eingesetzt. Beflügelt durch seine Erfolge dehnte er seine Versuche auf Stechapfel (Datura stramonium), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) und Eisenhut (Aconitum napellus) aus. Als Ergebnis seiner Studien veröffentlichte er 1775 eine neue österreichische Pharmakopöe und 1776 ein zweibändiges Lehrbuch für den medizinisch-praktischen Unterricht für die Feld- und Landwundärzte. „Störck regte auch als einer der ersten die pharmakodynamische Prüfung der Drogen an und versuchte das Prinzip der Ähnlichkeitsregel in die Therapie einzuführen, indem er seine Theorie folgendermaßen zu begründen suchte: ,Wenn Stramonium (Stechapfel) durch Verwirrung des Geistes Gesunde geisteskrank macht, warum darf man nicht den Versuch machen, ob es nicht indem es den Geisteskranken die Gedanken stört und ändert, Geistesgesundheit geben könnte?‘“[3]

Nach dem Tod von Gerard van Swieten 1772 trat Störck dessen Nachfolge an und wurde zum Leibarzt Maria Theresias und zum Protomedicus ernannt. Er war somit zum mächtigen Gesundheitsminister der Donaumonarchie aufgestiegen. 1773 wurde Störck, dessen lateinisch publizierten Werke mittlerweile ins Deutsche und Französische übersetzt worden waren, zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. 1775 wurde er in den österreichischen Freiherrenstand aufgenommen und 1777 in den niederösterreichischen Herrenstand.

Quellen:

Leitner, Helmut: Anton von Störck (1731-1803). In: Arzt, Presse, Medizin. (47) 1977. S. 6-8.

Zumstein, Bruno: Anton Stoerck (1731-1803) und seine therapeutischen Versuche. Inaugural Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. (= Zürcher medizingeschichtliche Abhandlungen. Nr. 54) Zürich: Juris Druck + Verlag 1968.

Text: Harald Albrecht

[1] Zumstein, Bruno: Anton Stoerck (1731-1803) und seine therapeutischen Versuche. Inaugural Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. (= Zürcher medizingeschichtliche Abhandlungen. Nr. 54) Zürich: Juris Druck + Verlag 1968. S. 10.

[2] Leitner, Helmut: Anton von Störck (1731-1803). In: Arzt, Presse, Medizin. (47) 1977. S. 7.

[3] Leitner, Helmut: Anton von Störck (1731-1803). In: Arzt, Presse, Medizin. (47) 1977. S. 7.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [25]: Paulus Aegineta: Pavli Aeginetae Medici Opera. Lyon: Apud Guliel. Rouillium sub scuto Veneto 1551.

Paulus Aegineta: Pavli Aeginetae Medici Opera. Lyon: Apud Guliel. Rouillium sub scuto Veneto 1551.

RARA_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Rara-Bibliothek, Sign.: RD-2296]

http://search.obvsg.at/

Aegineta
Abb. 1    Paulus Aegineta

Paulus Aegineta (auch Paulos von Aigina) war ein byzantinischer Arzt, der im siebenten Jahrhundert nach Christus lebte, und von der (heute griechischen) Insel Ägina/Αίγινα im Saronischen Golf im Westen der Ägäis stammte. Über sein Leben gibt es wenige Hinweise, die aus seinen eigenen Schriften und aus mittelalterlichen arabischen Bio-Bibliographien überliefert sind. Er galt bei den Arabern als „Hebammenspezialist“ (al-qawābilī) und soll zur Zeit der arabischen Eroberung (641 n.Chr.) in Alexandria gewirkt haben.

Sein Hauptwerk – Pragmateia – ist eine sieben Bücher umfassende medizinische Enzyklopädie, die eine umfassende Zusammenfassung des damaligen medizinischen Wissens widergeben will. Diese sieben Bücher behandeln: 1. Hygiene und Diätetik, 2. Fieberarten, 3. Topographisch von Kopf bis Fuß klassifizierte Krankheiten, 4. Hautkrankheiten und Erkrankungen der Eingeweide, 5. Toxikologie, 6. Chirurgie und 7. Medikamentöse Therapeutik. Paulus Aegineta konzipierte sein Handbuch als Parallele zu den damals üblichen juristischen Handbüchern. Die Hauptquellen zu seinen Arbeiten stammen aus den Schriften von Oribasius von Pergamon (auch Oreibasios/Ὀρειβάσιος – 4. Jhdt.). In den Bereichen Gynäkologie und Chirurgie publizierte er überwiegend eigene Erkenntnisse. Sein Werk hatte großen Einfluss auf die Medizin in der arabischen Welt und ist in mehreren arabischen Handschriften überliefert. „The Arabic translation of Paul of Aegina had a great impact on Arabic pharmacological writing.”[1] Spätestens seit dem 9. Jahrhundert gab es arabische Übersetzungen seiner Bücher. In der lateinischen Welt blieb er bis ins 11. Jahrhundert gänzlich unbekannt. Dies änderte sich im 12. Jahrhundert, als auch Teile seiner Werke in Europa rezipiert wurden. 1528 wurde sein Gesamtwerk erstmals in Venedig ins Lateinische übersetzt und herausgegeben – noch im 16. Jahrhundert folgten einige weitere Auflagen seiner Werke.Titelblatt
Abb. 2    Titelblatt: Paulus Aegineta: Opera Medici. Lyon 1551.

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt zwei Exemplare von Paulus Aeginetas „Opera Medici“. Eines davon stammt ursprünglich aus dem Besitz von Hans von Hebra (1847-1902). Er war ein österreichischer Dermatologe und ab den 1890er Jahren auch Mitglied des Wiener Gemeinderates. Hans von Hebra war der Sohn von Ferdinand von Hebra (1860-1880), der als Begründer der sogenannten neuen „Wiener Schule der Dermatologie“ galt. Hans von Hebra, der Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien war, dürfte sein Exemplar der Bibliothek der GdÄW als Schenkung übergeben haben. Heute ist es Teil der Rara-Bibliothek, einer von neun historischen Bibliotheken der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin im Josephinum.
Hebra
Abb. 3    Exlibris: Hans von Hebra

Rara Bibliothek

RARA_M.Hartl Diese Bibliothek besteht aus ca. 10.000 Monografien aus dem 16. bis 19. Jhdt. Es handelt sich um Zweitexemplare zur Josephinischen Bibliothek aus den Beständen der Militärärztlichen Akademie, des ehem. Instituts für Geschichte der Medizin und Altbeständen aus Kliniken (v.a. I. Augenklinik). Die Sammlung zeichnet sich durch bis in das 16. Jahrhundert zurückreichende Bücherbestände aus. Wegen der zahlreichen Exlibri, den unterschiedlichsten Widmungen und Autografen, die die Exemplare zu Unikaten machen, besitzen diese seltenen Einzelexemplare einen hohen ideellen und historischen Wert. Die Bibliothek ist durch einen Zettelkatalog erschlossen.

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Abb. 4    Stempel am Vorsatzblatt des Buches: Gesellschaft der Ärzte in Wien ; Hans von Hebra

Quellen:

Homepage: Wikipedia. Stand: 06.04.2017.

https://de.wikipedia.org/wiki/Paulos_von_Aigina

Paulos v. Aigina (7. Jh. n. Chr.). In: Antike Medizin. Ein Lexikon. Hrsg. von Karl Heinz Leven. München: C. H. Beck: 2005. Sp. 681-682.

Pormann, Peter E.: The oriental tradition of Paul of Aegina’s Pragmateia. Leiden und Boston: Brill 2004.

Adams, Francis: The Medical Works Of Paulus Ægineta, The Greek Physician, Translated Into English: With A Copious Commentary, Containing A Comprehensive View Of The Knowledge Possessed By The Greeks, Romans, And Arabians On All Subjects Connected With Medicine And Surgery. Vol. I. London: J. Welsh 1834.

Text: Harald Albrecht

[1] Pormann, Peter E.: The oriental tradition of Paul of Aegina’s Pragmateia. Leiden und Boston: Brill 2004. S. 205.

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Van Swieten Blog-Beitrag zu Ferdinand von Hebra (1860-1880)

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [38]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [38]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Als zentrales Sinnesorgan des Menschen wird dem Auge auch in Malerei, Musik und Literatur Raum gegeben. Hier seien nur einige wenige Stücke angeführt, die in der Ausstellung zu sehen sind.
Die hl. Ottilie, als eine der wichtigsten Augenheiligen, findet sich immer wieder auf Holzvotivtafeln. Als Beispiel sei ein „ex voto“ aus dem Jahre 1753 angeführt. Ein besonders interessantes Blatt stammt von Werner Berg 13
Der Holzschnitt Die Einäugigeentstand 1953, die „Erblindende zu St. Lucia“ 1967 und „Für St. Lucia1972.

13) Werner Berg wurde 1904 in Eberfeld (Rheinland) geboren und lebte bis 1981. Er studierte
zuerst Staatswissenschaften, ab 1924 an der Kunstakademie in Wien und München. 1931 siedelte
er sich in Südkärnten auf einem Bauernhof an und arbeitete dort als Bauer und Maler. Er wurde
einer der bekanntesten Holzschneider Österreichs.

Einaeugige

„Die Einäugige „, Werner Berg, Holzschnitt, 1953

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Berg
https://de.wikipedia.org/wiki/Odilia

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling