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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [106]: Vertriebene Mediziner: Friedrich Necker (1877-1948): Die Fehldeutung der Ausscheidungssperre und andere Irrtümer…1940

Vertriebene Mediziner: Friedrich Necker (1877-1948)

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien:

Necker, Friedrich und Wolfgang Wieser: Die Fehldeutung der Ausscheidungssperre und andere Irrtümer bei der intravenösen Pyelographie, sowie Bemerkungen zur Indikationsstellung und Untersuchungstechnik. Sonderabdruck aus: Radiologia clinica (Vol. IX). Basel und New York: S. Karger 1940.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek, Sign.: Separata-Necker-001]

Text: Dr. Walter Mentzel

Friedrich Necker war Urologe, Schüler von Otto Zuckerkandl (1861-1921) und zuletzt Arzt am Rothschild-Spital. Er flüchtete 1939 wegen seiner jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten aus Wien.

Necker wurde als Sohn von Ignatz (Ignaz) Necheles und Amalia, geborene Schönwald, am 2. Februar 1877 in Wien geboren.[1] Nach der Matura 1895 studierte er an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und schloss das Studium 1901 mit der Promotion ab.[2] 1921 heiratete[3] er die 1916 ebenfalls an der Medizinischen Fakultät promovierte Medizinerin Maria Rachel Flecker (*Lemberg/Galizien).[4] Necker begann seine medizinische Laufbahn als Demonstrator bei Prof. Richard Paltauf (1858-1924) am Rudolfsspital, von wo er an das pathologisch-chemische Laboratorium der k.k. Krankenanstalt Rudolfsstiftung zu Prof. Ernst Freund (1876-1942) wechselte und dessen erster Assistent wurde. Kurze Zeit (bis 1904) war er als Assistent bei dem Urologen und Mitbegründer der „Deutschen Urologischen Gesellschaft“, Prof. Leopold Casper (1859-1959), an der „Dr. Max Josephs Poliklinik für Hautkrankheiten in Berlin“ tätig. Nach seiner Rückkehr nach Wien begann er 1904 als Assistent an der chirurgischen Abteilung bei Prof. Otto Zuckerkandl im Rothschild-Spital, wo er nach dem Tod von Zuckerkandl im Jahr 1921 kurze Zeit die Leitung der Abteilung übernahm. Daneben führte er seit spätestens 1905 eine Privatordination für Urologie an seinem Wohnort in Wien 9, Kolingasse. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Militärarzt zunächst im Reservespital Nr. 8 (Rothschild-Spital) sowie im Spital 2/16 und ab 1915 an der Südwestfront in einem Feldspital in Görz als Oberarzt der chirurgischen Abteilung.[5]

Abb. 1; Wiener Bilder. Illustriertes Familienblatt. 31.1.1915. S. 7 (Handschriftlich markierte Nummerierungen: Nr. 1 – Otto Zuckerkandl, Nr. 3 – Friedrich Necker).

1924 übernahm der als Vorstand die Leitung des urologischen Ambulatoriums im Rudolfinerhaus, die er bis März 1938 Inne hatte. Necker publizierte gemeinsam mit dem ebenfalls von den Nationalsozialisten vertriebenen Wiener Urologen Viktor Blum (1877-1954) zwischen 1928 und 1932 die Fachzeitschrift „Ikonographia urologica“. Er war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Österreichischen und der Wiener urologischen Gesellschaft und wurde 1932 zum korrespondierenden Mitglied der Deutschen urologischen Gesellschaft ernannt.[6] Ebenso war er Mitglied in der französischen und italienischen urologischen Gesellschaft. In die Internationale urologische Gesellschaft wurde er 1935 als Delegierter für Österreich gewählt.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland wurde er im Rudolfinerhaus entlassen und arbeitete bis zu seiner Flucht aus Österreich – wie die ebenfalls von den Nationalsozialisten verfolgten Mediziner Richard Glas (29.4.1890) und Oskar Stricker-Barolin (1886-1972) – als Arzt am Rotschild-Spital.[7] Es gelang ihm und seiner Ehefrau am 9. Mai 1939 die Ausreise aus Österreich nach Großbritannien, wo er sich in London niederließ und auf dem Gebiet der Hämatologie am South London Blood Transfusion Depot Sutton arbeitete. 1940 publizierte er mit dem ebenfalls von den Nationalsozialisten wegen seiner politischen Funktionen im Austrofaschismus vertriebenen Angehörigen der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, dem Radiologen Wolfgang Wieser (1887-1945), einen Aufsatz in der in der Schweiz herausgegebenen Zeitschrift „Radiologia clinica“ über „Die Fehldeutung der Ausscheidungssperre und andere Irrtümer bei der intravenösen Pyelographie, sowie Bemerkungen zur Indikationsstellung und Untersuchungstechnik“.

Abb. 2: Titelblatt: Necker und Wieser: Die Fehldeutung der Ausscheidungssperre […]. Basel, New York: 1940.

Die Zweigbibliothek der Geschichte der Medizin besitzt von Friedrich Necker in der Separata Bibliothek eine Reihe von dessen Arbeiten, die er in den Jahren 1905 und 1938 publizierte.

1947 wurde Necker von der Gesellschaft der Ärzte in Wien zum korrespondierenden Mitglied gewählt. Friedrich Neckar verstarb am 8. März 1948 in London in Folge eines Straßenunfalles. Einen Nachruf verfasste Joseph Victor Mandel im Juli 1948 in der Zeitschrift Wiener klinische Wochenschrift.[8]

Quellen:

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt, VA, Zl. 40.338, Necker Friedrich.

ÖStA, AdR, E-uReang, FLD, Zl. 6.425, Necker Friedrich.

AUW, Med. Fak., Dekanat, Sign. 195, Rigorosenprotokoll – 1894-1910, Zl. 263a, Neckar Fridrich (Rigorosen Datum 1901.3.14).

AUW, Med. Fak., Dekanat, Sign. 189, Promotionsprotokoll – 1898-1904, Zl. 726, Necker Friedrich (Promotion/Sponsion: 1901.3.27).

AUW, Med. Fak., Dekanat, Sign. 191, Promotionsprotokoll – 1912-1919, Zl. 1030, Flecker Maria Rachel (Promotion/Sponsion: 1916.2.29).

Matriken der IKG-Wien.

Literatur:

Hubenstorf, Michael: Urology and national socialism in Austria. In: Schultheiss, Dirk und Moll Friedrich H. (Hg.): Urology under the swastika. S. 18-49.

Wiener klinische Wochenschrift. 30.7.1948. S. 489.

[1] Matriken der IKG-Wien, Geburtsbuch 1877, Necheles (Necker) Friedrich.

[2] AUW, Med. Fak., Dekanat, Sign. 195, Rigorosenprotokoll – 1894-1910, Zl. 263a, Neckar Fridrich (Rigorosen Datum 1901.3.14).

AUW, Med. Fak., Dekanat, Sign. 189, Promotionsprotokoll – 1898-1904, Zl. 726, Necker Friedrich (Promotion/Sponsion: 1901.3.27).

[3] Matriken der IKG-Wien, Trauungsbücher 1921, Necker Friedrich, Dr., Flecker Marya R., Dr.

[4] AUW, Med. Fak., Dekanat, Sign. 191, Promotionsprotokoll – 1912-1919, Zl. 1030, Flecker Maria Rachel (Promotion/Sponsion: 1916.2.29).

[5] Neue Freie Presse. 26.11.1915. S. 9.

[6] Neue Freie Presse. 17.4.1932. S. 10.

[7] Bestallungsentzug der jüdischen Ärzte und Zahnärzte. In: Ärzteblatt für die deutsche Ostmark I. 1938. S. 229.

[8] Wiener klinische Wochenschrift. 30.7.1948. S. 489.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [88]: Brücke-Teleky, Dora: Tertoider Tumor der weiblichen Harnblase. Sonderabdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie (97/2). Berlin. 1912.

Brücke-Teleky, Dora: Tertoider Tumor der weiblichen Harnblase. Sonderabdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie (97/2). Berlin: Verlag von August Hirschwald 1912.


[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek, Sign.: Separata-Bibliothek-Teleky-001]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Dora Brücke-Teleky

Dora Brücke-Teleky (5.7.1879 Hinterbrühl/Niederösterreich, gest. 19.04.1963 Stäfa/Kanton Zürich) stammte aus der Wiener jüdischen Ärztefamilie Teleky. Ihr Vater war der Allgemeinmediziner Hermann Teleky (1837-1921), ihr Bruder, Ludwig Teleky (1872-1957), der aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten in die USA fliehen musste, gilt als Pionier der Arbeits- und Sozialmedizin. Nach dem Besuch eines privaten Mädchen-Gymnasiums legte sie 1899 „als externer Prüfling ihre Maturaprüfung am Akademischen Gymnasium in Wien ab […].“[1] Da Frauen in Österreich seit 1897 lediglich an den philosophischen Fakultäten studieren durften, inskribierte sie 1899 zunächst an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien, richtete ihren Stundenplan aber stark auf ein Medizinstudium aus, so belegte sie etwa „Kurse wie Allgemeine Chemie, Anatomie des Menschen und Demonstrationsübungen im Seziersaal“[2]. Sie gehörte zu den frühen AnhängerInnen Siegmund Freuds und zählte zu den ersten HörerInnen seiner Vorlesungen. Als mit Wintersemester 1900/1901 die medizinischen Fakultäten in Österreich auch für Frauen geöffnet wurden wechselte sie ihr Studienfach und studierte Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien sowie in Straßburg. Sie wurde am 21. Dezember 1904 in Wien im Fach Medizin promoviert.

Im Anschluss an ihr Medizinstudium setzte Dora Brücke-Teleky ihre medizinische Ausbildung im Pathologisch-Anatomischen Institut unter Anton Weichselbaum (1845-1920) des Wiener Allgemeinen Krankenhauses als Aspirantin und Sekundarärztin fort. Danach war sie bis 1907 unter Anton von Eiselsberg (1860-1939) Operationszögling an der I. Chirurgischen Universitätsklinik. Von 1907 bis 1911 ließ sie sich an der II. Frauenklinik von Rudolf Chrobak (1843-1910), Alfons von Rosthorn (1857-1909) und Ernst Wertheim (1864-1920) zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe ausbilden. „Bis zum Anschluss Österreichs 1938, als die deutsche Reichsärzteverordnung übernommen wurde, gab es keine Verordnung zur Facharztausbildung. Jeder, der sich für qualifiziert hielt, konnte sich Facharzt nennen.“[3] Ihre urologische Ausbildung absolvierte Dora Brücke-Teleky von 1912 bis 1914 am Wiener Rothschild-Spital als Volontärin in der chirurgisch-urologischen Abteilung bei Otto Zuckerkandl (1861-1921), dem Bruder des Anatomen und Anthropologen Emil Zuckerkandl (1849-1910). Otto Zuckerkandl war Gründer der „Wiener Urologischen Gesellschaft“. Aus dieser Zeit stammen mehrere ihrer Publikationen zu urologischen Themen, darunter:

Brücke-Teleky, Dora: Tertoider Tumor der weiblichen Harnblase. Sonderabdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie (97/2). Berlin: Verlag von August Hirschwald 1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek, Sign.: Separata-Bibliothek-Teleky-001]

Abb. 2    Titelblatt: Brücke-Teleky: Teratoider Tumor der weiblichen Harnblase. Berlin: 1912.

Abb. 3    Tafeln: Brücke-Teleky: Teratoider Tumor der weiblichen Harnblase. Berlin: 1912.

Diesen 1912 publizierten Text stellte sie bereits auf dem 3. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Wien im September 1911 vor. „Das Thema ihres Vortrags spiegelt ihre urogynäkologische Ausrichtung wider.“[4] Am Umschlag dieses Exemplars der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet sich eine handschriftliche Widmung von Dora Brücke-Teleky an den österreichischen Pathologen Jakob Erdheim (1874-1937), den sie aus ihrer Zeit am Pathologisch-Anatomischen Institut bei Anton Weichselbaum kannte, mit folgendem Text: „Herrn Assist. Dr. J. Erdheim/mit vielmaligem Dank/und besten Grüßen/hochachtungsvoll überreicht/Wien, Februar 1912/d. Verf.“

Abb. 4    Widmung an Jakob Erdheim: Brücke-Teleky: Teratoider Tumor der weiblichen Harnblase. Berlin: 1912.

1920 eröffnete Dora Brücke-Teleky in Wien ihre eigene Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe. Daneben war sie von 1910 bis 1934 die erste Wiener Schulärztin für vier gewerbliche Fortbildungsschulen für Mädchen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg bis in die 1930er Jahre hinein hielt sie als Ärztin auch Vorträge in sozialdemokratischen Organisationen in Wien zu frauenspezifischen Themen wie der Organisation eines staatlichen Mutterschutzes,[5] der „Körperkultur der Frau“,[6] oder zu Fragen der Verhütung der Schwangerschaft.[7] Seit 1923 war sie auch Vortragende für Hygiene und Biologie in den staatlichen Lehrerbildungsanstalten in Wien. Dora Brücke-Teleky war auch äußerst aktiv in ärztlichen Standesvertretungen und Organisationen. Sie war das erste weibliche Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien (1911). Ebenfalls 1911 wurde sie das erste weibliche Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Der 1920 gegründeten Wiener Gesellschaft für Urologie trat sie ebenfalls als erste Frau bei. Sie war jedoch nicht nur im fachlich-medizinischen Bereich engagiert. Sie setzte sich auch für die Stellung der Ärztinnen in der stark von Männern dominierten Medizin ein. Brücke-Teleky, die seit 1919 die Leiterin der Wiener Schwangeren Fürsorgestelle war, war die Stärkung der Frau sowohl als Patientin als auch als Ärztin ein wichtiges Anliegen. „Im Jahr 1919 gründete sie die Organisation der ,Ärztinnen Wiens‘, deren Vorsitzende sie zehn Jahre lang war. Darüber hinaus war sie korrespondierende Sekretärin des Internationalen Ärztinnenverbandes und nahm am 5. und 6. Kongess der ,Medical Women’s International Association‘ teil.“[8] Über den fünften Kongress stammt folgender Bericht von ihr:

Brücke-Teleky, Dora: Der V. Internationale Ärztinnekongreß in Bologna. 11.-14. April 1928. Originalbericht der „W.M.W.“. Sonderabdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. (78/23) 1928. Wien: Verlag von Moritz Perles 1928.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek, Sign.: Separata-Bibliothek-Teleky-002]

Abb. 5    Titelblatt: Brücke-Teleky: Der V. Internationale Ärztinnenkongreß […]. Wien: 1928.

1930 heirate sie den bekannten Physiologen Ernst Theodor von Brücke (1880-1941), bei dem Helene Wastl (1896-1948) – die erste Frau in Österreich, die sich im Fach Medizin habilitierte – ursprünglich in Innsbruck ausgebildet worden war. Ernst Theodor von Brücke war seit 1916 Ordinarius für Physiologie an der Universität Innsbruck und 1926/27 auch deren Rektor. Nach dem „Anschluss 1938“ sahen sich beide Ehepartner zur Emigration gezwungen. „Ernst von Brücke galt nach den nationalsozialistischen Gesetzten durch seine jüdische Mutter als Halbjude und wurde durch die Eheschließung, vom März 1930, zum Volljuden erklärt und war somit ebenfalls von den antijüdischen Gesetzen betroffen.“[9] Ernst Theodor von Brücke, dessen Venia legendi an der Universität entzogen worden war, entschied sich ein Lehrangebot der Harvard Medical School anzunehmen. Seine Frau folgte ihm im Herbst 1938 in die USA. Dora Brücke-Teleky bekam eine Zulassung als Gynäkologin in Massachusetts, wo sie auch nach dem Tod ihres Mannes bis 1950 in Boston als Ärztin tätig war. Nachdem sie sich zur Ruhe gesetzt hatte kehrte sie wieder nach Europa zurück und ließ sich im Schweizer Kanton Zürich in Stäfa in der Nähe ihrer Schwester nieder, wo sie 1963 verstarb.

„Dora Teleky hatte in mehrfacher Hinsicht eine Vorreiterrolle: Sie war eine der ersten österreichischen Ärztinnen, besuchte regelmäßig nationale und internationale Kongresse, publizierte wissenschaftliche Arbeiten, gilt als erstes weibliches Mitglied der DGfU [Deutschen Gesellschaft für Urologie, Anm.] und der Wiener Urologischen Gesellschaft. Aber auch die Position der Frau als Patientin zu stärken war ihr wichtig. Mit ihren zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten lenkte sie den Blick auf die Behandlung von Frauen in der Urologie. Trotz einschneidenden Veränderungen nach dem Anschluss Österreichs, der erzwungenen Emigration und des plötzlichen Tod ihres Mannes 1941 in Boston, war sie weiterhin als Fachärztin tätig. Dora Telekys Arbeiten in Bereich der Urogynäkologie und ihre Zugehörigkeit zur DGfU als erste Frau sichern ihr bis heute einen festen Platz in der Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Urologie und des Faches Urologie selbst.“[10]

Quellen:

Arbeiter Zeitung, Jg. 1914-1931.

Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 31-33.

Frank, Monika: Doctor for women – Dora Teleky’s commitment to gynaeco-urology. In: The journal of urology. (183/4 Supplement) 2010. S. e436.

Figdor, Peter Paul: Ärztinnen in der Urologie Teil 2. Dora Brücke-Teleky (1879-1963). In: Urologik (9/2) 2003. S. 32-33.

1340 Brücke-Teleky, Dora. In: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. Bis 20. Jahrhundert. Hrsg: Österreichische Nationalbibliothek. Band 1. A-I. 1-4541. München: K. G. Saur 2002. S. 178.

[1] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 31.

[2] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 31.

[3] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 32.

[4] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 32.

[5] Arbeiter Zeitung, 1.4.1914, S. 6.

[6] Arbeiter Zeitung, 23.1.1929, S. 9.

[7] Arbeiter Zeitung, 19.5.1929, S. 16.

[8] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 32.

[9] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 33.

[10] Bellmann, Julia: Dora Teleky – Ein frühes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie. In: Aktuelle Urologie. (1/43) 2012. S. 33.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [22]:Grünfeld, Josef: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Mit 22 Holzschnitten und 3 Tafeln in Farbendruck. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1881.

Grünfeld, Josef: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Mit 22 Holzschnitten und 3 Tafeln in Farbendruck. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1881.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Reuter Bibliothek, Sign.: RB-465]

http://search.obvsg.at

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Abb. 1    Josef Grünfeld. Josephinum – Medizinische Sammlungen, MedUni Wien. Sign.: MUW-FO-IR-001869-0001

Josef Grünfeld (*19.11.1840 Györke/Ungarn (heute: Durkov/Slowakei), gest. 14.05.1910 Wien) stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Kaschau (heute Košice/Slowakei) studierte er Medizin erst an der Universität in Budapest und danach in Wien. Aufgrund seiner schlechten finanziellen Situation, die ihn zwang nebenbei als Lehrer zu arbeiten, verzögerte sich sein Studium, dass er schließlich 1867 mit seiner Promotion zum Dr.med. abschloss. Nachdem er einige Zeit im Wiener Allgemeinen Krankenhaus zuerst an einer chirurgischen, dann an einer internen Abteilung gearbeitet hatte, trat er in Carl Ludwig Sigmunds (1810-1883) Abteilung und späteren Klinik für Syphilidologie und Dermatologie als Assistent ein. Am 9. Oktober 1869 gründete er am Standort des heutigen „Alten AKH“ die Bibliothek des Ärztlichen Lesezimmers im allgemeinen Krankenhause. 1873 eröffnete er seine Arztpraxis in Wien. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft und dem an der Medizinischen Fakultät zusehends wachsenden Antisemitismus wurde Grünfeld lange Zeit verwehrt sich zu habilitieren. Erst durch die Intervention Theodor Billroths (1829-1894) konnte er sich 1881 für Dermatologie und Syphilidologie habilitieren. „Erst der Unbefangenheit Billroths und dessen machtvollem Einflusse gelang es, ihm die Wege zu ebnen. Ein wahres Martyrium hatte Grünfeld da zu bestehen, […].“[1] 1885 wurde er zum Abteilungs-Vorstand an der für ihn geschaffenen II. Dermatologischen Abteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik berufen, der er bis zu seiner Emeritierung 1907 vorstand und wo er auch Patienten mit urologischen Erkrankungen betreute.

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Abb. 2 Endoskopische Untersuchung: Grünfeld: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Stuttgart: 1881. S. 68. „Grünfeld bevorzugt die Lagerung im Sitzen auf einem ‚Speculiertisch‘. Beleuchtung und Position des Endoskops können dabei besser reguliert werden als im Liegen. […] Rädchen an den Tischbeinen lassen den Patienten in das, mittels Heliostat (eines Spiegels am Fensterrahmen) reflektierte Sonnenlicht rücken.“[2]

Josef Grünfeld zählt zu den Pionieren der Endoskopie und Begründer der modernen Harnspiegelung. Noch vor der Einführung der elektrischen Lichtquelle in die Endoskopie durch Max Nitze (1848-1906) konstruierte er ein Zystoskop, das vorne trichterförmig ausgestaltet war und einen Konduktor zur Erleichterung der Einführung in die Harnblase besaß. Ab 1872 entwickelte Grünfeld, inspiriert von Benjamin Tarnowski (1838-1906), einen eigenen Harnröhrenspiegel als reine Lufturethroskopie mit Lichteinspiegelung und demonstrierte seine Methode erstmals am 13.02.1874 in der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien. 1876 sah er mit seinem Urethroskop erstmals – allerdings nur bei Frauen – die Uretermündung (Harnleitermündung).Er entfernte 1885 als erster kleine Blasentumore durch einen offenen Tubus unter Sicht.

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Abb. 3    Instrumente: Grünfeld: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Stuttgart: 1881. S. 189.

Zu seinen wichtigsten Werken zählt:

Grünfeld, Josef: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Mit 22. Holzschnitten und 3 Tafeln in Farbendruck. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1881.
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Reuter Bibliothek, Sign.: RB-465]

http://search.obvsg.at

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Abb. 4    Endoskopische Bilder: Grünfeld: Die Endoskopie der Harnröhre und Blase. Stuttgart: 1881. Tafel III.

Das Exemplar an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin stammt aus der Reuter Bibliothek, die nach ihrem Dauerleihgeber dem Stuttgarter Urologen Prof. Hans-J. Reuter (1923–2003) benannt ist und eng mit dem sich im Haus befindlichen Museum der Internationalen Nitze-Leiter-Forschungsgesellschaft für Endoskopie verbunden ist. Es handelt sich um eine Spezialbibliothek mit Schwerpunkt Endoskopie (19. und 20 Jhdt.), die 1996 erworben wurde.

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Abb. 5    Exlibris: Hans Joachim Reuter

„Physicians from all over the world visited the Polyclinic to be taught endoscopy by Joseph Grünfeld. Among his many contributions, the most important are Der Harnröhrenspiegel (das Endoskop), seine diagnostische und therapeutische Anwendung (“The urethroscope (endoscope), its diagnostic and therapeutic use”), Vienna 1877, and Die Endoskopie der Harnröhre und Blase (“Endoscope of the urethra and the urinary bladder”), Stuttgart, 1881.“[3]

Vgl. dazu: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [3]: Das „Ärztliche Lesezimmer im Allgemeinen Krankenhaus in Wien“ als Vorgängerinstitution der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien und ihr Gründer und Initiator Prof. Josef Grünfeld. https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=26565

Quellen:

Homepage: European Museum of Urology. Stand: 27.03.2017.
http://history.uroweb.org/biographies/gruenfeld-josef/

Reuter, Matthias A.: Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas Band 1-4. Stuttgart und Zürich: Karl Krämer Verlag 1998.

Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Graz und Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965.

Klein-Bäringer, Salomon: Privatdozent Dr. Josef Grünfeld. 1840-1910. Separatabdruck von: Medicinische Blätter. Wochenschrift für die gesamte Heilkunde. (26) 1910. Wien: Verlag der „Medicinischen Blätter“ 1910.

Text: Harald Albrecht

[1] Klein-Bäringer, Salomon: Privatdozent Dr. Josef Grünfeld. 1840-1910. Separatabdruck von: Medicinische Blätte. Wochenschrift für die gesamte Heilkunde. (26) 1910. Wien: Verlag der „Medicinischen Blätter“ 1910. S. 3.

[2] Reuter, Matthias A.: Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas Band 1-4. Stuttgart und Zürich: Karl Krämer Verlag 1998. S. 63.

[3] Homepage: European Museum of Urology. Stand: 27.03.2017. http://history.uroweb.org/biographies/gruenfeld-josef/

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