Neuerwerbungen: November 2026

Der Bestand der Bibliothek wird durch zahlreiche interessante Neuerwerbungen laufend erweitert. Stöbern Sie in unserer virtuellen Buchausstellung, lesen Sie die eBooks. Ein Großteil der neu erworbenen Literatur wird in der Buchausstellung im Lesesaal präsentiert. Diese Bücher können Sie vormerken und nach der Ausstellung ausleihen.
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eJOURNAL: NEJM AI

NEJM AI

Das eJournal bietet Artikel zu innovativen Anwendungen künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens in der klinischen Medizin.

NEJM AI

NEJM AI (via Ovid)

Angehörige und Studierende der MedUni Wien können sowohl innerhalb des Campus als auch außerhalb des Campus der MedUni Wien (via Remote Access) auf Volltexte zugreifen.

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Datenbank des Monats – Cite them right online

Cite them right online –  ist eine Informations- und Lernplattform, die hilft unterschiedliche Ressourcen und Quellen zu zitieren und Plagiate zu vermeiden.
Die Datenbank bietet Einstiege ins Regelwerk von unterschiedlichen Zitationsstilen, wie APA, Chicago, Harvard, IEEE und MLA. Durch Zitationsvorlagen und Lernvideos ist die Datenbank insbesonders für Studierende geeignet. 

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>>https://www.citethemrighttutorial.com/course-modules

„Cite Them Right“ können Sie auf allen PCs, die mit dem Computernetz der MedUni Wien verbunden sind, nutzen.  Der Zugang via Remote Access (Fernzugriff) ist ebenso möglich. 

Sie finden den Link zur Plattform auch in der Liste der Datenbanken (DBIS) der Universitätsbibliothek.

 

Buchtipp:

 

Cite them right : the essential referencing guide

Pears, Richard [VerfasserIn]Shields, Graham J., 1953- [VerfasserIn]
2022
Standortnummer/Signatur BK-02.13-165 /<12> 
 

Letzte Aktualisierung: 2026 10 28

Scientific Writing Hacks: Guidelines on the responsible use of generative AI in research developed by the European Research Area Forum

Hack #102:

Die Europäische Kommission hat gemeinsam mit den European Research Area countries und Stakeholdern eine Reihe von Leitlinien vorgelegt, um die europäische Forschungsgemeinschaft bei der verantwortungsvollen Nutzung generativer künstlicher Intelligenz (KI) zu unterstützen:

Guidelines on the responsible use of generative AI in research developed by the European Research Area Forum

 

 

Letzte Aktualisierung: 21.10.2026
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [394]: Gruber, Rudolf – Augenarzt an der I. Augenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und am German Hospital in Dalston in London

Gruber, Rudolf – Augenarzt an der I. Augenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und am German Hospital in Dalston in London

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 27.10.2026

Keywords: Augenarzt, I. Augenklinik, Allgemeines Krankenhaus in Wien, German Hospital Medizingeschichte, Wien, London

Rudolf Gruber wurde am 21. Mai 1868 als Sohn des Professors für Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät in Wien, Josef Gruber (1827-1900) und Hermine, geborene Schäffer, in Wien, Neuer Markt 2, geboren. 1894 trat er aus der Israelitischen Kultusgemeinde Wien aus und ließ sich am 25. August 1902 in der Wiener Votivkirche katholisch taufen. Sein Taufpate war der Mediziner Karl Landsteiner (1868-1943). Seit Juli 1908 war er mit der Britin Dorothea Harriet Tabor verheiratet.

Gruber absolvierte 1885 das Schottengymnasium in Wien und studierte anschließend an der Universität Wien Medizin, wo er am 27. Juni 1891 zum Doktor der gesamten Heilkunde promovierte. In den Wiener Militär-Musterlisten ist für Rudolf Gruber die Ausstellung eines Eintritts-Certificats am 30. September 1887 dokumentiert.

Nach seiner Promotion war Gruber als Assistent an der I. Universitäts-Augenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig, die zunächst von Carl Stellwag von Carion (1823-1904) und ab 1895 von Isidor Schnabel (1842-1908) geleitet wurde. Hier publizierte er die Arbeiten „Die Entstehung des Greisenbogens der Hornhaut“ und „Die Oxydation von Fremdkörpern im Auge und ihre praktische Bedeutung“.

1897/98 schied er aus seiner Assistentenstelle aus.[1] Spätestens im Studienjahr 1899/1900 war er als Privatdozent für Augenheilkunde an der Universität Wien verzeichnet. Seit 1897 führte er eine private Arztpraxis in Wien 9, Alser Straße 4.[2]

1898 übersiedelte Gruber nach London, wo er als Augenarzt am German Hospital in Dalston – einer 1845 gegründeten und für die deutschsprachige Bevölkerung Londons geschaffenen Einrichtung – arbeitete.[3] Später war er dort als Consulting Ophthalmic Surgeon tätig. 1900 und 1903 ist seine Londoner Praxis unter der Adresse 67 Wimpole Street nachgewiesen. Spätestens 1921 praktizierte er in 81 Harley Street, London W1 – einer Adresse des medizinischen Elitenmilieus – während er seinen Wohnsitz in Kent hatte.

Gruber war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Heidelberger Ophthalmologischen Gesellschaft, der Ophthalmological Society of the United Kingdom, der British Medical Association und der Royal Society of Medicine. Darüber hinaus besaß er seit 1899 die britischen medizinischen Qualifikationen Member of the Royal College of Surgeons of England (M.R.C.S.) und Licentiate of the Royal College of Physicians of London (L.R.C.P.).[4] Weiters war er Mitglied der Redaktion der Zeitschrift für Augenheilkunde.

Rudolf Gruber verstarb am 15. April 1945.

Quellen:

Geburts- und Taufbuch, Rk. Erzdiözese Wien, 9, Votivkirche, Taufbuch 01-10, Folio 16, 1901, Gruber Richard.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0255, Gruber Rudolf (Nationalien Datum 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-118b, Gruber Rudolf (Rigorosum Datum 1888).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 187-301, Gruber Rudolf (Promotion Datum 27.6.1891).

Who was who Among English and European Authors, 1931-1949. Based on Entries which First Appeared in The Author’s and Writer’s Who’s who & Reference Guide Originally Compiled by Edward Martell and L.G. Pine and in Who’s who Among Living Authors of Older Nations, Originally Compiled by Alberta Lawrence Band 1.

Hirschberg, Julius: Geschichte der Augenheilkunde. In: Alfred Graefe, Theodor Saemisch (Begr.), Handbuch der gesamten Augenheilkunde, 2., neubearbeitete Auflage, Leipzig/Berlin 1899-1918, S. 308.

The Medical Directory, 1900, S. 212.

Royal Society of Medicine – List of Fellows, October, 1925, S. 34.

The Lancet, 28.4.1945, S. 550.

Literatur:

Gruber, Rudolf: Die Entstehung des Greisenbogens der Hornhaut. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Gruber, Rudolf: Die Oxydation von Fremdkörpern im Auge und ihre praktische Bedeutung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Zeitung. Wien: im Selbstverlage des Verfassers 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Journal, 14.1.1898, S. 14.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 34, 1897, Sp. 1589.

[3] Hirschberg, Julius: Geschichte der Augenheilkunde. In: Alfred Graefe, Theodor Saemisch (Begr.), Handbuch der gesamten Augenheilkunde, 2., neubearbeitete Auflage, Leipzig/Berlin 1899-1918, S. 308.

[4] Übersicht der akademischen Behörden, Professoren, Privatdozenten, Lehrer, Beamten usw. an der Universität zu Wien: für das Studienjahr. 1899/1900, S. 31.

Normdaten (Person):  Gruber Rudolf: BBL: 50515; GND: 1423184785

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Letzte Aktualisierung: 2026.10.27

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2026
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [393]: Sidlo, Thomas – Dozent für Laryngologie am Josephinum und Militärarzt

Sidlo, Thomas – Dozent für Laryngologie am Josephinum und Militärarzt

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 20.10.2026

Keywords: Laryngologe, Militärarzt, Josephinum, Medizingeschichte, Wien

Thomas Sidlo wurde am 20. November 1839 als Sohn des Schmiedes Johann Sidlo und Josefa Sidlo, geborene Blaha, in Strážovice in Böhmen geboren. Sein Bruder war der Arzt Wenzel Sidlo (1837-1902).

Sidlo absolvierte das Gymnasium in Klattau (Klatovy) und legte dort 1860 die Matura mit Auszeichnung ab. Nach seiner Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde am Josephinum am 10. März 1866 erfolgte am 1. April 1866 seine Ernennung zum Oberarzt beim Garnisonspital Nr. 15 in Krakau. Zu Beginn des preußisch-österreichischen Krieges wurde er zum Infanterieregiment Nr. 32 transferiert[1] und nahm an den Gefechten bei Oswieczim teil und betreute hier eine Abteilung mit Verwundeten im Garnisonsspital in Krakau.

Im Oktober 1866 erfolgte seine Ernennung zum Assistenten der unter der Leitung von Professor Adalbert Duchek (1824-1882) stehenden medizinischen Klinik an der Josephs-Akademie. Hier bildete er sich zum Internisten aus, wandte sich danach der Laryngologie zu, leitete an der Akademie praktische Übungen in Auskultation und Perkussion, und habilitierte sich 1869 zum Dozenten im Fach Laryngologie. Aus dieser Zeit stammen die von ihm in den Medizinischen Jahrbüchern veröffentlichten „Laryngologischen Mittheilungen“.[2] 1873 publizierte er „Aus dem k.k. Garn.-Spital Nr. 1 zu Wien. Mittheilungen über die daselbst im Jahr 1872 behandelten Kehlkopf-, Hals- und Nasenerkrankungen“,[3] 1874 „Ueber die Behandlung der croupösen Pneumonie mit Veratrum-Tincturen“[4] und 1875 seinen Vortrag gehalten im Jänner 1875 im wissenschaftlichen Verein der Militärärzte in Wien, dessen Mitglied er war, „Ueber einen seltenen Fall von Glottisstenose“.[5] Nach seiner Ernennung zum Regimentsarzt im Jahr 1871 und der Schließung des Josephinums trat er wieder in die Armee ein und wurde im Juli 1875 zum Garnisonsspital Nr. 1 in Wien versetzt, wo er im selben Jahr als Korrepetitor im Fach Laryngologie den militärärztlichen Kurs unterstützte.[6] 1880 wurde er zum ordentlichen Mitglied des Militärsanitätskomitees bestellt und im November 1881 kam er zum 2. Bataillon des Genieregiments Nr. 2 nach Wien, wo er von 1883 bis 1886 als Abteilungschefarzt in den beiden Wiener Garnisonsspitälern diente. Nach seiner Ernennung zum Stabsarzt im Jahr 1888 war er zuletzt als Chefarzt der 2. Infanterie-Division tätig.[7] 1885 unterstützte Sidlo die von der k.k. Geographischen Gesellschaft in Wien organisierte österreichische Kongo-Expedition unter der Leitung von Oskar Lenz (1848-1925) mit einer Geldspende.[8]

1889 trat er, nachdem man ihn zum Divisionschefarzt in Jaroslau in Galizien bestimmen wollte, aus dem Heer aus und übte seitdem in Wien an seiner Wohnadresse Währinger Straße 14 den Beruf eines praktischen Arztes aus. Zuvor hatte er seine Arztpraxis in der Van-Swieten-Gasse 2 und danach in der Währinger Straße 7 und später 17. 1909 ist Sidlo als Hausbesitzer in Markt Piesting in Niederösterreich nachweisbar, wo er den örtlichen Kindergarten und den Ausbau des Feuerwehrhauses mit Geldspenden unterstützte.[9] Sidlo verstarb am 27. Jänner 1914 in Wien[10]

Von ihm besitzt die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin in der Neuburger-Bibliothek seine 1873 veröffentlichte Arbeit „Aus dem k.k. Garnisonsspital zu Wien“. Seine beiden Publikationen „Die Bacterien-, Impf- und Pest-Frage: Fortsetzung zu: Über einige Krankheitsfälle und deren Stellung zum Blattern-, Masern-, Scharlach- und Diphtheritis-Contagium“ aus dem Jahr 1879 sowie der Aufsatz „Ueber die Behandlung der croupösen Pneumonie mit Veratrumpräparaten“ waren Bestand der k.k. militärärztlichen Bibliothek im Josephinum und befinden sich heute in der Separata-Bibliothek. Eine weitere Arbeit von ihm war die 1879 herausgegebene Studie „Ueber einige Krankheitsfälle und deren Stellung zum Blattern-, Masern-, Scharlach- und Diphtheritis-Contagium“.

Quellen:

Matriken der Erzdiözese Wien, Sterbebuch, 9. Bezirk, Votivkirche, 1914, Buch Nr. 11, Folio 2, Sidlo Thomas.

Ivan Kalivoda: Tomáš Šídlo – zapomenutý laryngolog zemřel před 110 lety ve Vídni. In: Časopis lékařů českých 163 (2024), S. 76-78, Literaturverzeichnis, Nr. 7-15.

Literatur:

Sidlo, Thomas: Aus dem k.k. Garnisonspital zu Wien. Mitteilungen über die daselbst im Jahre 1872 behandelten Kehlkopf-, Hals- und Nasenkrankheiten. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: 1873.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 32261]

Sidlo, Thomas: Die Bacterien-, Impf- und Pest-Frage. Fortsetzung zu: Über einige Krankheitsfälle und deren Stellung zum Blattern-, Masern-, Scharlach- und Diphtheritis-Contagium. 2. Vortrag, gehalten im Wissenschaftlichen Verein der k.k. Militär-Ärzte zu Wien am 15. März 1879. Wien: Toeplitz u. Deuticke 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Sidlo, Thomas: Ueber die Behandlung der crupösen Pneumonie mit Veratrumpräperaten. Nach Beobachtungen an Prof. Duchek’s Klinik. Sonderdruck aus: Deutsches Archiv für klinische Medicin. Leipzig: Verlag von F.C.W. Vogel 1874.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 46, 1866, Sp. 744.

[2] Medizinische Jahrbücher (Beilage zum Wochenblatt der k.k. Gesellschaft der Ärzte), Bd. 18, 1869, S. 199-211; Bd. 10, 1870, S. 135-153.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1873, Sp. 619-623; Nr. 27, 1873, Sp. 643-646; Nr. 28, 1873, Sp. 668-671; Nr. 29, 1873, Sp. 692-694; Nr. 30, 1873, Sp. 713-715; Nr. 31, 1873, Sp. 730-733; Nr. 32, 1873, Sp. 753-755.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 17, 1874, Sp. 333-336; Nr. 18, 1874, Sp. 360-363; Nr. 19, 1874, Sp. 392-394; Nr. 20, 1874, Sp. 418-420.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1875, Sp. 574-577; Nr. 27, 1875, Sp. 599-603.

[6] Der Kamerad: österreichisch-ungarische Wehr-Zeitung, 30.9.1875, S. 4.

[7] Internationale klinische Rundschau, 1889, Sp. 656.

[8] Mittheilungen der kaiserlich-königlichen Geographischen Gesellschaft in Wien, 1885, S. 230.

[9] Wiener Neustädter Nachrichten, 28.8.1909, S. 6.

[10] Der Militärarzt, Nr. 3, 1914, Sp. 62.

Normdaten (Person):  Sidlo, Thomas: BBL: 50495; GND:1422588742

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Letzte Aktualisierung: 2026.10.20

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [392]: Szukits, Ferdinand – Frauenarzt, Sekundararzt an der Abteilung Frauenkrankheiten im Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Szukits, Ferdinand – Frauenarzt, Sekundararzt an der Abteilung Frauenkrankheiten im Allgemeinen Krankenhaus in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 15.10.2026

Keywords: Frauenarzt, Abteilung Frauenkrankheiten, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Groß-Kanizsa, Wien

Ferdinand (Nandor) Szukits wurde am 31. Juli 1829 als Sohn des Kaufmanns Salamon Szukits (Sukitsch) und seiner Ehefrau Rozalia (1790-1880), geborene Elder, in Groß-Kanizsa in Ungarn (heute: Nagykanizsa/Ungarn) geboren. Er war mit Mathilde Löwy verheiratet.

Szukits studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 3. März 1854 zum Doktor der Medizin. Danach arbeitete er als Sekundararzt an der von Eduard Mikschik (1809-1856) geleiteten Abteilung für Frauenkrankheiten des Allgemeinen Krankenhauses in Wien. 1855 publizierte er hier die Arbeiten „Statistik der Abteilung für Frauenkrankheiten im k.k. allgemeinen Krankenhaus“[1] und „Ein Fall von polypenförmiger Verlängerung der vorderen Muttermundslippe“.[2] Im selben Jahr wurde er in das medizinische Doktoren-Kollegium aufgenommen.[3] 1856 veröffentlichte er die Arbeiten „Über die Anwendung des Jodglycerins“[4] und „Analecten aus dem Gebiet der Gynäkologie“[5] sowie einen weiteren statistischen Bericht der Abteilung für Frauenkrankheiten.[6]

1857 erschien von ihm als Sonderdruck aus der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien die von ihm durchgeführte Studie „Über die Menstruation in Oesterreich“, die er zuvor in der Sektions-Sitzung für Therapie in der Gesellschaft der Ärzte am 16. Jänner 1857 vorgestellt hatte. In dieser Studie wertete er die Angaben von 2.275 Frauen aus Wien sowie aus verschiedenen Regionen der Habsburgermonarchie (Ungarn, Böhmen, Mähren und Schlesien) aus. Die Untersuchung beruhte auf etwa 1.200 eigenen Befragungen und der Auswertung älterer Krankengeschichten. Szukits beschäftigte sich dabei mit dem Alter beim Auftreten der Menstruation, der Menstruationsdauer sowie regionalen, sozialen und beruflichen Unterschieden. Er verglich insbesondere die Ergebnisse von Frauen aus städtischen und ländlichen Herkunftsgebieten und diskutierte mögliche Einflüsse des Klimas und der Lebensverhältnisse.

Szukits war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und wechselte im März 1858 in den Stand eines korrespondierenden Mitglieds.[7] Weiters gehörte er dem Naturwissenschaftlichen Verein für die Steiermark an.

Nach seinem Ausscheiden aus der Abteilung für Frauenkrankheiten kehrte er in seine Geburtsstadt Groß-Kanizsa zurück, wo er von 1857 bis zu seinem Tod als praktizierender Arzt in der Stadt tätig war.

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit beschäftigte sich Szukits mit der Geschichte seiner Heimatstadt und legte eine umfangreiche Medaillensammlung an, die nach seinem Tod von der Stadt erworben wurde.[8]

Ferdinand Szukits verstarb am 26. August 1898 in Groß-Kanizsa.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-236r, Szukits Ferdinand (Rigorosum Datum: 1853).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 176-1097, Szukits Ferdinand (Promotion Datum: 3.3.1854).

Literatur:

Szukits, Ferdinand: Über die Menstruation in Oesterreich. Sonderdruck aus: Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien. Wien: Druck von Carl Gerold’s Sohn 1857.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1855, Bd. 1, S. 525-531.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1855, Sp. 517.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 25, 1855, Sp. 399.

[4] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1856, Bd. 1, S. 582-586.

[5] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1856, Bd. 1, S. 63-64 und 117-128.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 1, 1856, Sp. 5-8; Nr. 2, 1856, Sp. 21-23; Nr. 3 1856, Sp. 37-40, Nr. 4, 1856, Sp. 53-56; Nr. 5, 1856, Sp. 70-71; Nr. 8, 1856, Sp. 116-120.

[7] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1858, Bd. 1, S. 239.

[8] holmi.nagykar.hu. Működteti a Halis István Városi Könyvtár: https://holmi.nagykar.hu/irasok/4585/1.html.

Normdaten (Person):  Szukits, Ferdinand: BBL: 50483; GND:

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BBL:  50483 (15.10.2026)
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Letzte Aktualisierung: 2026.10.15

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [391]: Neubauer, Wolfgang – Brunnen- und Badearzt in Karlsbad

Neubauer, Wolfgang – Brunnen- und Badearzt in Karlsbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 15.10.2026

Keywords: Kurarzt, Medizingeschichte, Karlsbad

Wolfgang Neubauer wurde am 11. September 1838 als Sohn von Abraham Neubauer (1790-1852) und Rachel Theresia (1794-1853), geborene Heller, in Viktorsthal (Stará Voda) im Bezirk Eger in Böhmen geboren. Er war mit Hedwig, geborene Arnstein (1852-1942, ermordet im Ghetto Theresienstadt) verheiratet. Aus der Ehe gingen die Söhne Otto Neubauer (1874-1957), der spätere bekannte Internist und Biochemiker, und Ernst Neubauer (1880-1944, ermordet im Ghetto Lodz), sowie die Tochter Berta Neubauer (1882-1942, ermordet im Ghetto Theresienstadt) hervor.

Neubauer studierte an der Karl-Ferdinands-Universität in Prag Medizin und promovierte 1863 zum Doktor der Medizin und Magister der Geburtshilfe[1] sowie 1867 zum Doktor der Chirurgie.[2]

Karlsbad

Ab 1867 war Neubauer ununterbrochen als Arzt im Kur- und Badeort Karlsbad tätig, wo er im Haus Habsburg ganzjährig eine Arztpraxis führte und eine internationale Kurklientel betreute. Sein besonderes medizinisches Interesse galt den Fragen der gastroenterologischen Diagnostik sowie den Erkrankungen und Funktionsstörungen des Magens. Dazu veröffentlichte er 1878 die Arbeit „Beiträge zur Beurtheilung der Capacität des Magens“.

1902 nahm er an der 74. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Karlsbad teil.

Neubauer war Mitglied des Vereins der Ärzte in Karlsbad, arbeitete eng mit der Kurkommission in Karlsbad zusammen[3] und gehörte seit 1878 dem Stadtverordnetenkollegium an. 1904 wurde ihm der Titel eines kaiserlichen Rates verliehen.[4]

Neubauer verstarb am 19. November 1918 in Karlsbad.

Neubauer Wolfgang: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 21.11.1918, S. 10.

Seine Familie wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt. Seine Ehefrau Hedwig Arnstein wurde 1942 im Ghetto Theresienstadt ermordet, sein Sohn Ernst Neubauer 1944 im Ghetto Lodz. Seinem Sohn Otto Neubauer gelang die Flucht nach England, wo er seine wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet des Stoffwechsels und der physiologischen Chemie fortsetzte. Er verstarb am 24. November 1957 in Oxford. Seine Tochter Berta wurde – wie ihre Mutter 1942 – im Ghetto Theresienstadt ermordet.

Quellen:

Institutu Terezínské iniciativy: Holocaust.cz, Hedvika Neubauerová, Arnošt Neubauer, Berta Neubauerová.

Literatur:

Neubauer, Wolfgang: Beiträge zur Beurtheilung der Capacität des Magens. Sonderdruck aus: Prager medicinische Wochenschrift. Carlsbad: Druck von Brüder Taschler 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Vierteljahrschrift für die praktische Heilkunde herausgegeben von der medicinischen Facultät in Prag, Bd. 4. 1863, S. 31.

[2] Vierteljahrschrift für die praktische Heilkunde herausgegeben von der medicinischen Facultät in Prag, Bd. 2. 1868, S. 6.

[3] Prager Tagblatt, 9.3.1902, S. 6.

[4] Wiener klinische Rundschau, Nr. 28, 1904, S. 513.

Normdaten (Person):  Neubauer, Wolfgang: BBL: 50477; GND:

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BBL:  50477 (15.10.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50477

Letzte Aktualisierung: 2026.10.15

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Die Bibliothek schließt am 12.11.2026 bereits um 16 Uhr (Notstromtest)

Liebe Bibliotheksbenutzer:innen!

Aufgrund eines Notstromtests am Donnerstag, 12.11.2026, schließt die Universitätsbibliothek MedUni Wien (Zugang 5E) bereits um 16 Uhr!

Der Studierendenlesesaal (Zugang 5C) bleibt regulär bis 21:30 Uhr geöffnet, jedoch wird es ab 16:00 Uhr zu Stromausfällen / Verdunkelungen kommen.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

EMERGENCY POWER TEST at the University Hospital Vienna

Due to an emergency power test on
Thursday, November 12, 2026,
the MedUni Vienna University Library (Entrance 5E) will close early at  4:00 p.m.!
 
The Student Reading Room (Entrance 5C) will remain open as usual until 9:30 p.m., but there will be power outages and blackouts starting at 4:00 p.m.

We appreciate your understanding.