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Literaturhinweis

TOP-JOURNAL des Monats: LANCET INFECTIOUS DISEASES (Impact Factor: 19.864)

Die Universitätsbibliothek stellt DIE medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access  zur Verfügung.

Das  TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:
LANCET INFECTIOUS DISEASES

Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR (geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Mit dem Impact Factor 19.864  (2016) zählt LANCET INFECTIOUS DISEASES  zu den Top-Journalen in der Kategorie:
INFECTIOUS DISEASES – SCIE

Zu den Volltexten: Jg. 1, H. 1 (2001) – 

LANCET INFECTIOUS DISEASES
ISSN: 1473-3099
LanguagesENGLISH
12 Issues/Year;

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Logo Margrit Hartl

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [66]: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen unter besonderer Berücksichtigung der Homosexualität. 1.1899-13.1912.

Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen unter besonderer Berücksichtigung der Homosexualität. Hrsg. von Magnus Hirschfeld. Leipzig: Verlag von Max Spohr 1.1899-13.1912.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: K65455]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Magnus Hirschfeld

Magnus Hirschfeld (*14.05.1868 Kolberg/Pommern heute: Kołobrzeg/Polen, gest. 14.05.1935 Nizza), dessen Geburtstag sich im Mai 2018 zum 150 Mal jährte, war ein Deutscher Mediziner, Sexualforscher (und -reformer) jüdischer Herkunft und gilt nach Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) als Begründer der lesBiSchwulen Emanzipationsbewegung in Deutschland im späten 19. und ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.

Magnus Hirschfeld stammte aus einer liberalen, jüdischen Ärztefamilie in Pommern. Er legte 1889 das Abitur im Dom-Gymnasium seiner Heimatstadt ab und begann daraufhin ein Studium der Sprachwissenschaften in Breslau, wechselte jedoch nach einem Semester, dem Vorbild seiner Brüder folgend, zum Fach Medizin. Sein Medizinstudium absolvierte er in Straßburg, München, Heidelberg und schließlich in Berlin, wo er 1892 beim „populärsten Irrenarzt von Berlin“[1] – Emanuel Mendel (1839-1907), Neurologe und Psychiater – promovierte. Nach Reisen in die USA und nach Italien (1893/94) eröffnete Hirschfeld 1894 in Magdeburg-Neustadt eine Praxis als „Spezialist der diätetisch-physikalischen Heilmethoden“. 1896 übersiedelte er mit seiner Praxis nach Berlin-Charlottenburg. „1896 ist auch das Jahr, in dem er seine erste Schrift über Homosexualität unter dem Pseudonym Th. Ramien veröffentlichte. Deren Leipziger Verleger, Max Spohr [(1850-1905), Anm.], hatte zuvor schon verschiedene nichtmedizinische Arbeiten zum Thema veröffentlicht und brachte H[irschfeld] mit einer Reihe Männer zusammen, die gegen die Kriminalisierung sexueller Handlungen zwischen Männern anschrieben.“[2] Schon im Jahr darauf, am 15.05.1897, gründete Hirschfeld gemeinsam mit Max Spohr, Eduard Oberg (1858-1917) und Franz Joseph von Bülow (1861-1915) das Wissenschaftlich humanitäres Komitee (WhK) – die weltweit erste Homosexuellenorganisation. Im Auftrag dieses Komitees wurde noch 1897 eine Petition an den Reichstag zur Streichung des §175 eingebracht. Der §175 lautete: „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Thieren begangen wird, ist mit Gefängniß zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.“[3] – Konsensuale homosexuelle Handlungen blieben in der DDR bis 1968, in der BRD bis 1969 und in Österreich bis 1971 strafbar. – Hirschfeld verfasste über die Jahre Aufklärungsschriften wie „Was soll das Volk vom Dritten Geschlecht wissen?“, oder „Berlins Drittes Geschlecht“. Viele dieser Schriften waren allgemein verständlich formulierte Broschüren, von denen zehntausende verteilt wurden. Über 100.000 Broschüren wurden an die Presse, sämtliche Justizministerien, Richter, Anwälte, Staatsanwälte, Ärzte, Geistliche, Lehrer und auch an Verwandte von Schwulen verschickt. Neben dem WhK entstanden ähnliche Vereinigungen in Deutschland, aber auch in den Niederlanden (1912) oder in England (1914). Magnus Hirschfeld versuchte eine Vernetzung dieser Organisationen, wenn er nicht ohnehin an ihrer Gründung beteiligt war, oder sie als direkte Außenstellen des Berliner Wissenschaftlich humanitären Komitees fungierten, wie zum Beispiel in Wien, wo Sigmund Freud (1856-1939) und sein Psychoanalytiker-Kreis eine Dependance des WhK gründeten. „Die Filiale des WHK stand unter der Leitung des Psychoanalytikers Wilhelm Stekel [(1868-1940), Anm.], der sich auf sexualwissenschaftlichem Gebiet eher wirr betätigte, kurze Theaterstücke über (hetero-)sexuelle Liebesprobleme schrieb und als Leiter des Wiener WHK wenig in Erscheinung trat. Über seinen Kompagnon in der Leitung, Ingenieur J. Nicoladoni, wissen wir […] leider nichts – auch nicht über das Ende der ersten WHK. Es dürfte eingeschlafen oder dem Streit zwischen Hirschfeld und den Psychoanalytikern zum Opfer gefallen sein.“[4]

Von 1899 bis 1923 gab Hirschfeld 23 Jahrgänge der Zeitschrift Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen heraus:

Abb. 2    Titelblatt: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen […]. Bd. 1. Leipzig: 1899.

Hirschfelds heute weit überholte Theorie der sexuellen Zwischenstufen wurde von ihm als Einteilungsprinzip verstanden, um unterschiedliche Varianten des Sexualverhaltens besser verstehen zu können. Er bildete dabei folgende Grundtypen, die er später in unzählige Untergruppen unterteilte:

1. weibliebende – normale – Männer (männliche Außenformen, der auf den Mann gerichtete Instinkt verkümmert, Drang zum Weibe)

  1. mannliebende – normale – Frauen (weibliche Fortpflanzungsorgane, Rückbildung der für Frauen fühlenden Nerven, Verkrüppelung der männlichen Außenteile, Trieb zum Manne)
  2. männliche Seelenzwitter (männliche periphere Geschlechtsorgane, unvollkommene Differenzierung der Neigungsbahnen, Neigung zu beiden Geschlechtern)
  3. weibliche Seelenzwitter (weibliche Geschlechtsdrüsen, Triebcentren hermaphroditisch = Frauen mit Neigung zu beiden Geschlechtern)
  4. mannliebende Männer, Urninge (männliche Genitalien, Neigungsfasern zum Manne blieben erhalten, weibliche Geschlechtscharaktere verkümmern, Trieb zum Weib verkümmert)
  5. weibliebende Frauen, Urninginnen (weibliche Sexualorgane, auf das Weib gerichtete Centralstellen, Rückbildung der männlichen Außenteile, Trieb zum Manne verschwindet)

Diese sechs Typen fasst er zu einer Dreieinigkeit zusammen:

  1. normaler Geschlechtsrieb
  2. Seelenzwittertum
  3. verkehrter Geschlechtstrieb, conträre Sexualempfindung.“[5]

Für den Typ-C führte er später den Begriff des „dritten Geschlechts“ ein. Zur Bestimmung des sexuellen „Individualtypus” eines jeden Menschen zwischen den beiden Polen „Vollmann” und „Vollweib” zog Hirschfeld eine ganze Reihe von Eigenschaften heran: Bei jedem Individuum sind diese Eigenschaftsbereiche in unterschiedlichen Kombinationen und Abstufungen eher „männlich” oder „weiblich” ausgeprägt, und es gibt „sexuelle Zwischenstufen” in verschiedenen Formen. Hirschfeld fasste z.B. Bisexualität als eine Zwischenstufe des Geschlechtstriebs auf und Transvestitismus als eine Zwischenstufe „sonstiger seelischer Eigenschaften”. Hirschfeld rechnete die Anzahl der möglichen Sexualtypen aus: m m + w w / 316 = 43 046 721 Sexualtypen. Hirschfeld schrieb dazu 1926: „Diese ungeheure Zahl könnte zunächst überraschen, da sie etwa schon den vierzigsten Teil der Gesamtzahl aller auf der Erde lebenden Menschen beträgt (diese Zahl 1800 Millionen gerechnet), aber bei genauerem Nachdenken wird sie nicht nur verständlich, sondern als viel zu klein zu erachten sein, da wir beobachten, daß kein Mensch einem anderen vollkommen gleicht.“[6] Seine Theorien führte er zusammengefasst in seinem 1914 herausgegebenen Hauptwerk aus:

Hirschfeld, Magnus: Die Homosexualität des Mannes und des Weibes. Mit einem Namen-, Länder-, Orts- und Sachregister. (= Handbuch der gesamten Sexualwissenschaft in Einzeldarstellungen/3). Berlin: Louis Marcus Verlagsbuchhandlung 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-22160]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at/

Abb. 3    Titelblatt: Hirschfeld: Die Homosexualität […]. Berlin: 1914.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gründete Magnus Hirschfeld 1918 in Berlin sein Institut für Sexualwissenschaften – Eröffnung am 6. Juli 1919. Es handelte sich um die weltweit erste Einrichtung dieser Art und war Hirschfelds Lebenswerk und Lebenstraum. Das Institut verstand sich einerseits als Forschungseinrichtung und andererseits als Anlaufstelle und Zentrum der lesBiSchwulen Emanzipationsbewegung. „Beide Bereiche, Sexualforschung und –reform, stehen nach H[irschfled]s Verständnis in einem untrennbaren Verhältnis. Im Politischen argumentiert er wissenschaftlich, seinen wissenschaftlichen Argumentationen unterliegt politisch-taktisches Kalkül.“[7] Am 6. Mai 1933 gingen die Nazis gegen Magnus Hirschfelds renommiertes und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekanntes Institut für Sexualwissenschaft vor. Es wurde gestürmt und verwüstet. Vier Tage später, am 10. Mai 1933, verbrannten sie unter dem Jubel des Mobs in einer propagandistisch ausgeschlachteten Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz die umfassende Bibliothek des Instituts. Hirschfeld befand sich zu dieser Zeit auf einer seiner zahlreichen Vortragsreisen im Ausland, von der er aufgrund zahlreicher Warnungen seiner Freunde und Mitstreiter nicht mehr nach Deutschland zurückkehrte. 1934 wurde ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1935 in Nizza mit seinen beiden Geliebten Karl Giese (1898-1938), der 1938 in Brünn Selbstmord beging und Tao Li (1907-1993) abwechselnd im Exil in der Schweiz und in Frankreich.

Abb. 4    Gruppenbild: Eröffnung „Internationale Tagung für Sexualreform (Wien 1930)“, von l.n.r. Dr. Josef Karl Friedjung (1871-1946), Dr. Pierre Vachet (1892-1984)(Paris), Dr. Magnus Hirschfeld (Berlin), Dr. Norman Haire (1892-1952) (London), Dr. Jonathan Høegh von Leunbach (1884-1955)(Kopenhagen), ganz rechts Kommerzialrat Assinger (Wien) [Aufnahme: Kongressausstellung des Institutes für Sexualforschung im Konzerthaus/Wien]. Quelle: Josephinum, Medizinische Universität Wien, MUW-FO-IR-000670-0526

Quellen:

Herzer, Manfred: Magnus Hirschfeld und seine Zeit. Berlin: De Gruyter Oldenbourg 2017.

Herrn, Rainer: Magnus Hirschfeld (1868-1935). In: Personenlexikon der Sexualforschung. Hrsg. von Volkmar Sigusch und Günter Grau. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag 2009. S. 284-294.

Sigusch, Volkmar: Geschichte der Sexualwissenschaft. Mit 210 Abbildungen und einem Beitrag von Günter Grau. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag 2008.

Hirschfeld, Magnus, Sexualwissenschafter, Mediziner, * 14.5.1868 Kolberg (Pommern), + 15.5. 1935 Nizza. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. 1 A-Q. München: K.G. Saur 2002. S. 284.

Jellonnek, Burkhard und Rüdiger Lautmann: Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle. Verdrängt und ungesühnt. Paderborn, Wien u.a.: Ferdinand Schöningh 2002.

Brunner, Andreas und Hannes Sulzenbacher: Schwules Wien. Reiseführer durch die Donaumetropole. Wien: Promedia 1998.

Hirschfeld, Magnus (Pseudonym Ramien) Sexualforscher und -refomer, * 14.5.1868 Kolberg (Pommern), + 14.5.1935 Nizza (Frankreich). Homepage: Deutsche Biographie. Stand: 15.05.2018 https://www.deutsche-biographie.de/sfz70159.html

[1] Herrn, Rainer: Magnus Hirschfeld (1868-1935). In: Personenlexikon der Sexualforschung. Hrsg. von Volkmar Sigusch und Günter Grau. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag 2009. S. 285.

[2] Herrn, Rainer: Magnus Hirschfeld (1868-1935). In: Personenlexikon der Sexualforschung. Hrsg. von Volkmar Sigusch und Günter Grau. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag 2009. S. 286.

[3] Homepage: https://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175 Stand: 04.06.2018.

[4] Brunner, Andreas und Hannes Sulzenbacher: Schwules Wien. Reiseführer durch die Donaumetropole. Wien: Promedia 1998. S. 60.

[5] Herzer, Manfred: Magnus Hirschfeld und seine Zeit. Berlin: De Gruyter Oldenbourg 2017. S. 51-52.

[6] Homepage: Magnus Hirschfeld Gesellschaft. Stand: 04.06.2018. https://magnus-hirschfeld.de/institut/theorie-praxis/sexuelle-zwischenstufen/

[7] Herrn, Rainer: Magnus Hirschfeld (1868-1935). In: Personenlexikon der Sexualforschung. Hrsg. von Volkmar Sigusch und Günter Grau. Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag 2009. S. 284.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [65]: Barach, Adam: Balneologe und Schriftsteller aus Lemberg (Lwiw)

Barach, Adam – Balneologe und Schriftsteller aus Lemberg (Lwiw)

Text: Walter Mentzel

Adam (Ascher) Barach-(Rappaport) wurde am 10. März 1803 in Lemberg in Galizien geboren. Er war mit Nanette Nina Mina (*zirka 1813, gest. 27.6.1883 Wien) verheiratet, mit der er die beiden Söhne Dr. Sigmund Barach (1834-1885), Professor der Philosophie und Ästhetik an der Universität Wien und Innsbruck,[1] Eugen Barach (*09.09.1836 Lemberg) sowie eine Tochter, Emilie, verheiratete Eywodzoff hatte. Sein Bruder Moritz Barach-Märzroth (1818-1888) war ein in Wien lebender Schriftsteller, Journalist und Herausgeber.

Barach studierte an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium im Dezember 1831 mit der Promotion zum Doktor der Medizin und der Chirurgie ab.[2] Danach kehrte er nach Lemberg zurück und nahm hier seine berufliche Tätigkeit als praktischer Arzt und Spitalsleiter auf. Daneben übte er lange Jahre die Funktion eines Gemeinderates und ab 1839 als Mitglied des Gemeindevorstandes von Lemberg aus, wo er sich unter anderem für den Ausbau des Schul- und Bildungswesens und der Errichtung von sozialen Einrichtungen wie Waisenhäusern einsetzte. Weiters engagierte er sich in der israelitischen Kultusgemeinde in Lemberg.[3] Im September 1847 nahm er den Doppelnamen Barach-Rappaport, den Nachnamen seines ebenfalls in Lemberg lebenden Schwiegervaters und Arztes, Dr. Jacob Rappaport (1775-1855), an.[4]

Barach galt als ein sozial engagierter Arzt, der für ein ethisch-humanistisches Berufsbild der Ärzteschaft warb. In diesem Sinn publizierte er 1847 einen Aufsatz unter dem Titel „Über das Vertrauen des Publikums zum ärztlichen Stande“[5]. Bekannt wurde er auch als Schriftsteller belletristischer Publikationen, die er u.a. unter dem Pseudonym „Blau“ veröffentlichte sowie als Autor in Zeitungen wie der „Wiener allgemeinen Theaterzeitung“.[6]

Barach, der sich in den 1840er Jahren der Balneologie zuwandte, veröffentlichte 1842 eine Studie zu den Heilquellen in Iwonicz (heute: Iwonicz-Zdrój/Polen: deutsch Iwonitz-Bad), einer an den nördlichen Abgängen der Karpaten im Kreis Sanok liegenden zirka 1.500 Einwohner zählenden Ortschaft, die seit dem Bestand des Kurbades im Jahr 1838 zunehmend frequentiert wurde und durch die Erweiterung der Infrastruktur und der Errichtung weiterer Badeanstalten expandierte. Barach wurde zu dieser Studie vom Gubernialrat, Landespromedikus in Galizien, Direktor der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt in Lemberg und korrespondierendem Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, Dr. Carl Ignaz Stransky, bewogen,[7] und erhielt dafür schon 1843 von Kaiser Franz Joseph (1830-1916) die goldene „Gelehrten-Medaille“ als Auszeichnung.[8]

Die Arbeit trägt den Titel „Die brom- und jodhaltigen alkalinischen Heilquellen und das Eisen- und Kohlenwasserstoffgas-Wasser zu Iwonicz im Königreich Galizien […]“, und befindet sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Damit schuf Barach die wissenschaftliche Grundlage zur Aufwertung der Heilquelle und des Kurortes, der nunmehr eine größere Publizität und einen europaweiten Bekanntheitsgrad erhielt.[9] Die Arbeit Barachs enthält einen historisch-topografischen und landeskundlichen Einleitungsteil, in dem er potentielle Kurgäste anzusprechen versuchte, während der Hauptteil die Ergebnisse der durchgeführten physikalisch-chemischen Untersuchungen der Quelle, der darin enthaltenen mineralischen Bestandteile, und die zu erzielenden therapeutischen Wirkungen, behandelt.

Titelblatt: Barach: Die brom- und jodhaltigen alkalischen Heilquellen […]. Lemberg […]: 1842.

1846 verfasste er eine weitere balneologische Arbeit unter dem Titel: „Bemerkungen über einige in Heilung der Krankheiten durch Kaltwassergebrauch zu Gräfenberg fördernde Heilpotenzen, als Beitrag zur näheren Kenntnis und Würdigung der Kaltwasserheilanstalt zu Gräfenberg. Nach eigenen Beobachtungen und Erfahrungen. Lemberg: Gebhardt und Reisland 1846.“[10]

Aufgrund seines wissenschaftlichen Schaffens wurde er 1855 als Mitglied in das Wiener Doctoren-Collegium der Medizinischen Fakultät der Universität Wien aufgenommen.[11] Weiters war er seit 1844 Mitglied der Gesellschaft der Ärzte und Naturforscher zu Jassy.[12]

Adam Barach-Rappaport verstarb am 3. April 1867 in Lemberg an Typhus.

Quellen:

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosenprotokoll, 1821-1871, Sign. 170-7r, Barach Adam (Rigorosum Datum 1831).

AUW, Rektorat, Med. Fakultät, Promotionsprotokoll 1818-1840, Sign. 175-438, Barach Adam (Promotion Datum 1831).

Literaturliste:

Barach, Adam: Die brom- und jodhaltigen alkalinischen Heilquellen und das Eisen- und Kohlenwasserstoffgas-Wasser in Iwonicz im Königreiche Galizien, mit besonderer Berücksichtigung der Heilkräfte der einzelnen Bestandtheile der jod- und bromhaltigen Mineralwässer und der Wirkungen dieser Heilquellen im Allgemeinen, historisch, topographisch, naturhistorisch und therapeutisch dargestellt. Lemberg, Stanislawów und Tarnow: in Commission bei Joh. Millikowski [1842].

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 47444]

Keywords:

Adam Barach-Rappaport, Bäderliteratur, Balneologie, Carl Ignaz Stransky, Galizien, Heilquelle, Iwonic, Kurort, Arzt, Wien

[1] Die Presse. 30.6.1883. S. 1.

[2] Medicinische Jahrbücher des k.k. österreichischen Staates. Hrsg. von Dr. A. J. Freyherrn von Stifft, redigiert von Dr. Joh. Nep. Edlen von Raimann. Wien: Carl Gerold 1833. Bd. 13. S. 324.

[3] Allgemeine Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Organ für alle jüdischen Interessen. 26.12.1853. S. 673; Allgemeine Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Organ für alle jüdischen Interessen. 12.6.1843. S. 353; Lemberger Zeitung. 9.6.1842. S. 3.

[4] Wiener Zeitung. 25.9.1847. S. 416; Neues-Fremden-Blatt. 7.4.1867. S. 4.

[5] Der Humorist, 2.2.1847. S. 106-108.

[6] Neues-Fremden-Blatt. 7.4.1867. S. 4; Wiener Zeitung. 4.10.1845. S. 7; Got Jerzy. Das österreichische Theater in Lemberg im 18. und 19. Jahrhundert. Aus dem Theaterleben der Vielvölkermonarchie (= Theatergeschichte Österreichs 10/4) Wien: 1997. S. 479.

[7] Schematismus der Königreiche Galizien und Lodomerien. Für das Jahr 1843. Lemberg: 1843. S. 28.

[8] Wiener Zeitung. 1.3.1843. S. 1; Sonntagsblätter. 5.3.1843. S. 239.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift. 1.10.1859. S. 651-654.

[10] Carl Christian Schmidt’s Jahrbücher der in- und ausländischen Gesamten Medicin. Redigiert von Alexander Goeschen. Leipzig: Otto Wigand 1847. Bd. 55. S. 375.

[11] Wiener medizinische Wochenschrift. 6.10.1855. S. 646; 20.10.1855. S. 679.

[12] Vierteljahresschrift für die praktische Heilkunde. 4. Teil. 1844. S. 227.

Normdaten (Person) Barach, Adam : BBL: 30346GND: 1222307839

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, BBL: 30346 (24.05.2018); Letzte Aktualisierung: 2022 05 24
Online unter der URL: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=30346

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [64]: Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ueber die Behandlung des grauen Staares an der ophthalmologischen Klinik der Josephs-Akademie. Inaugural-Dissertation. Wien. 1844.

Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ueber die Behandlung des grauen Staares an der ophthalmologischen Klinik der Josephs-Akademie. Inaugural-Dissertation. Wien: Gedruckt bei Carl Ueberreuter 1844.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D4917]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at

 Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Eduard Jaeger von Jaxtthal. Josephinum, Medizinische Universität Wien, MUW-FO-IR-002217-0002

Eduard Jaeger von Jaxtthal (*25.06.1818 Wien, gest. 05.07.1884 Wien), dessen Geburtstag sich am 25. Juni 2018 zum 200sten Mal jährt, stammte aus einer Wiener Ophthalmologendynastie. Sein Großvater mütterlicherseits war Georg Josef Beer (1763-1821) – der Begründer der weltweit ersten Universitäts-Augenklinik, die 1812 in Wien eröffnet wurde. Sein Vater war der bekannte Wiener Ophthalmologe Friedrich Jäger von Jaxtthal (1784-1871). Eduard Jaeger von Jaxtthal studierte an der medizinisch-chirurgischen Josefs-Akademie, an der sein Vater seit 1825 Professor für Ophthalmologie war, Medizin und promovierte hier 1844 mit einer augenheilkundlichen Schrift: „Ueber die Behandlung des grauen Staares an der ophthalmologischen Klinik der Josephs-Akademie.“

Abb. 2    Titelblatt: Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ueber die Behandlung des grauen Stares […]. Wien: 1844.

Schon seit 1841 hatte sich Eduard Jaeger von Jaxtthal an der Privatklinik seines Vaters mit Staroperationen beschäftigt und sich wegen seiner manuellen Geschicklichkeit frühzeitig großes Ansehen als Kataraktchirurg erworben. 1853 habilitierte er sich an der Universität Wien im Fach Augenheilkunde. Seine Habilitationsschrift erschien 1854 als Buch, das seinem Freund, dem berühmten Berliner Ophthalmologen Albrecht von Graefe, gewidmet ist:

Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ueber Staar und Staaroperationen nebst anderen Beobachtungen und Erfahrungen aus seines Vaters Dr. Friedrich Jaeger, k.k. Professors etc. etc. und aus der eigenen ophthalmologischen Praxis. Mit 10 lithographierten Tafeln. Wien: Verlag von L. W. Seidel 1854.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger  Bibliothek, Sign.: 28969]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8590305&pos=0&phys=#

„Darin beschrieb Jaeger als von ihm selbst konstruiertes neues Instrument einen Ophthalmostat zur sicheren Fixierung des Auges durch zwei kleine zusammengefügte Pinzetten beim Sehnenschnitt. Weiters gab er eine Augenpinzette an, die mit einem verschiebbaren Röhrchen zum Entfernen dünnhäutiger, zäher Starmassen verbunden war. Hervorzuheben ist seine technischen Modifizierung des nur drei Jahre zuvor von Hermann von Helmholtz (1821-1894) erfundenen Augenspiegels, wodurch Jaeger die praktikablere Untersuchung des Augenhintergrundes im aufrechten Bild ermöglichte.“[1]

Abb. 3    Tafel II [Augenspiegel]: Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ueber Staar und Staaroperationen […]. Wien: 1854.

Weiters waren in diesem Werk erstmals Jaegers Schrift-Skalen, bestehend aus 20 Leseproben mit normiert ansteigender Schriftgröße als Anhang beigefügt, die noch heute zur Prüfung der Sehschärfe verwendet werden. Ebenfalls 1855 veröffentlichte er die „Beiträge zur Pathologie des Auges“, die 1870 nochmals aufgelegt wurden. „Mit minuziöser Genauigkeit beschrieb er darin seine neuen Entdeckungen und bildete sie in einer natürlichen Schönheit ab, die im 19. Jahrhundert nicht mehr erreicht wurde: die atrophische Aushöhlung des Sehnerven, dessen bläuliche Färbung, die Doppelrandigkeit der Nervenfasern, die abnorme Verteilung der Netzhautgefäße, die Veränderungen bei Diabetes mellitus u.s.w.“[2]

Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Beiträge zur Pathologie des Auges. Mit Abbildungen im Farbendruck. Wien: Aus der Kaiserlich-Königlichen Hof- und Staatsdruckerei 1855.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: I45626]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8590289#

Abb. 4    Tafel II: Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Beiträge zur Pathologie des Auges […]. Wien: 1855.

Abb. 5    Tafel VI: Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Beiträge zur Pathologie des Auges […]. Wien: 1855.

Eduard Jaeger von Jaxtthal wurde 1856 zum außerordentlichen Professor an der Universität Wien ernannt und erhielt im Jahr 1857 eine eigene Augenabteilung im Allgemeinen Krankenhaus. 1869 stellte er sein monumentales Hauptwerk fertig:

Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ophthalmologischer Hand-Atlas. Wien: Druck und Verlag der K.K. Hof- und Staatsdruckerei 1869.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Reuter Bibliothek, Sign.: RB-905]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at

Welcher Aufwand für die Darstellungen dabei betrieben wurde erläutert der Autor selbst im Vorwort: „Mit welcher Genauigkeit ich bei der Herstellung der Bilder vorging, ist allein schon aus dem zu entnehmen, dass ich in jedem einzelnen Falle zuerst eine Entwurf vom aufrechten und vom umgekehrten Spiegelbilde aus führte, um durch sich ergebende Differenzen auf einzelne Fehler aufmerksam zu werden, sowie dass ich grossentheils allein zur Anfertigung der dem Bilde zu Grunde gelegten Handzeichnung (d. i. zum Abzeichnen des Objectes, nicht zur Ausführung des Bildes) 20 bis 30, selbst 40 bis 50 und mehr Sitzungen zu 2 bis 3 Stunden und darüber für jeden einzelnen Fall benöthigte.“[3]

Abb. 6    Tafel XXIV: Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ophthalmologischer Hand-Atlas. Wien: 1869.

Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Eduard Jaeger von Jaxtthal 1883, als er erster Ordinarius und Vorstand der neugeschaffenen zweiten Universitäts-Augenklinik wurde. Er stand dieser Klinik allerdings nur etwas mehr als ein Jahr vor. Eduard Jaeger von Jaxtthal starb am 5. Juli 1884 nach langer, schwerer Krankheit.

Quellen:

Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Die Gründung der II. Universitätsaugenklinik in Wien 1883 und ihr erster Vorstand Eduard Jaeger von Jaxtthal 1883-1884. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 296-302.

Runge, Paul E.: Eduard Jaeger’s test-types (Schrift-Scalen) and the historical development of vision tests. O.O.: [Selbstverlag] [2000].

Sablik, Karl: Eduard Jaeger von Jaxtthal (1818-1884). In: Arzt, Presse, Medizin (52) 1978. S. 6-8.

[1] Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Die Gründung der II. Universitätsaugenklinik in Wien 1883 und ihr erster Vorstand Eduard Jaeger von Jaxtthal 1883-1884. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 297.

[2] Sablik, Karl: Eduard Jaeger von Jaxtthal (1818-1884). In: Arzt, Presse, Medizin (52) 1978. S. 7.

[3] Jaeger, Eduard von Jaxtthal: Ophthalmologischer Hand-Atlas. Wien: Druck und Verlag der K.K. Hof- und Staatsdruckerei 1869. S. V.

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [55]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.9 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.9 – Ärztinnen und Ärzte

Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

R

ŘEHAK, Adalbert

Geboren am 15. Februar 1870 in Prag, studierte er an der böhmischen Universität in Prag Medizin und promovierte hier am 14. Juni 1895. In der Folge ließ er sich in den Fächern Innere Medizin und Augenheilkunde ausbilden.

Er war im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 vom 30. Mai 1915 bis Kriegsende in der 1. Abteilung/Sektion tätig.

ŘEHAK, Jaroslaus

Geboren am 14. April 1883 in Horschitz https://de.wikipedia.org/wiki/Ho%C5%99ice_v_Podkrkono%C5%A1%C3%AD,

Als Sohn eines Kaufmannes absolvierte er sein Medizinstudium an der medizinischen Fakultät der böhmischen Universität in Prag und promovierte hier am 25. Mai 1908.

Vom 1. Juni 1908 bis 30. September 1910 arbeitete er als Sekundärarzt des Allgemeinen Krankenhauses in Böhmisch-Brod https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%8Cesk%C3%BD_Brod.

Seine militärische Karriere vor dem Krieg:

1.4.1905 – 30.9.1905: Infanterieregiment Nr. 7 in Graz

1.10.1910 – 1.11.1910: Garnisonspital Nr. 13 in Theresienstadt

1.11.1910 – 31.3.1911: Garnisonspital Nr. 11 in Prag

— eingerückt zur ausnahmsweisen aktiven Dienstleistung am 6. Jänner 1913 bis 28. Februar 1913: im Marodenhaus in Budva  https://de.wikipedia.org/wiki/Budva

— Ende April 1913 in den Reservestand versetzt.

Im Ersten Weltkrieg:

— von 27. Juli 1914 als Angehöriger des  Infanterieregiments I/98 bis 27. November 1915 im

    „Vormarsch nach Serbien, Stellungskrieg in Italien (Isonzofront)

— am 27. November 1915 „krankheitshalber abgegangen“ nach Prag, bis 15. Mai 1916 behandelt im Garnisonspital Nr. 11 in Prag

— Ende Juni 1916 superarbitriert (für dienstuntauglich befunden) bis März 1917

— von 6. März 1917 bis 15. Juni 1917 zugeteilt dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz,  eingeteilt bei der 5. Abteilung/Sektion bis April 1918, hierauf wieder beurlaubt

— von 1. Mai 1918 bis 12. September 1918 dem Kriegsgefangenenlager in Brüx https://de.wikipedia.org/wiki/Most_(Tschechien) als Lagerarzt zugeteilt.

REIß(SS), Rudolf

Geboren am 13. August 1870 in Jungbunzlau https://de.wikipedia.org/wiki/Mlad%C3%A1_Boleslav.

Nach seinem Medizinstudium spezialisierte er sich auf dem Gebiet der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde.

Vom 1. Jänner 1901 an war er Assistent von Dr. Ferdinand Alt (dieser wurde im Jahre 1867 in Wien geboren, studierte in Wien und promovierte im Jahre 1893. Er habilitierte sich 1899, und im Jahre 1900 wurde ihm neben der Ohrenambulanz der Rudolfstiftung auch die Leitung der Ohrenambulanz im Wiedner Spital in Wien anvertraut. Er verstarb am 6. Jänner 1923), der kurz zuvor das Ambulatorium für Ohren- und Kehlkopfkrankheiten im Krankenhaus Rudolfstiftung in Wien in Betrieb genommen hatte.

Zu Ferdinand Alt siehe noch:

PDF–>

Reiss wurde kurz nach Kriegsbeginn, am 11. August 1914, als Vertragsarzt im Krankenhaus Rudolfstiftung angestellt.

Eine Bewerbung Anfang Juli 1916 um die Chefarztstelle an der Ohrenabteilung im Reservespital Belgrad scheiterte.

Dafür wurde er am 5. August 1916 ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz der 3. Abteilung/Sektion als Chefarzt der Ohrenabteilung zugeteilt.

Ein Versetzungsgesuch zurück nach Wien Anfang November 1916 wurde vom Kriegsministerium in Wien abgelehnt, da für ihn kein geeigneter Ersatz gefunden werden konnte.

RENČ, Albert(Adalbert)

Geboren 1890 in Königliche Weinberge   https://de.wikipedia.org/wiki/Vinohrady, studierte er Medizin an der böhmischen Universität in Prag, wo er am 26. November 1914 promovierte.

Als Assistent am pathologisch-anatomischen und bakteriologischen Instituts der Prager Universität trat er seinen Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz am 3. Mai 1915 an, blieb bis 8. Juni 1915 und übernahm dann nach kurzer Unterbrechung ab 1. Juli 1915 bis Kriegsende die Leitung des Bakteriologischen Laboratoriums in diesem Spital.

ROTH, Moritz

Geboren 1891.

Er war vom 28. Juli 1914 bis 31. August 1916 Bataillonschefarzt im Infanterieregiment Nr. 29, dann beim Infanterieregiment Nr. 60.

Seit 1. 9. 1916 war er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 – zumindest bis Februar 1917 – als „neurologisch gut ausgebildeter Arzt“ zugeteilt.

RUATTI, Anibale

Geboren 1871 in Laifs https://de.wikipedia.org/wiki/Lavis.

Vor dem Krieg war er Gemeindearzt in Rabben https://de.wikipedia.org/wiki/Rabbi_(Trentino).

Im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 ist er zumindest im Jahr 1918 nachweisbar und er war in der 1. Abteilung/Sektion tätig.

RUBESCH, Rudolf

Geboren 1876 in Bilin https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%ADlina, – er war ein Sohn des fürstlich Lobkowitzschen Bergdirektors Max Rubesch in Bilin – studierte er Medizin an der deutschen Universität in Prag, wo er auch am 22. Februar 1902 promovierte.

Im Juni 1914 war er zum Primararzt der chirurgischen Abteilung des allgemeinen öffentlichen Krankenhauses in Brüx https://de.wikipedia.org/wiki/Most_(Tschechien)   bestellt worden.

Im März 1915 – zu dieser Zeit war er Chefarzt der chirurgischen Abteilung der Militärbeobachtungsstation in Chrudim – wurde er zum Regimentsarzt der Reserve ernannt.

Im Juni 1916 wurde er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz als Chirurg zugewiesen.

Siehe noch:

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RYBA, Johann

Geboren 1873, heimatzuständig nach Prag, war vor dem Krieg Werksarzt in der Maschinenfabrik Breitfeld-Danek in Prag-Karolinenthal.

Er wurde erst im November 1917 zum Militärdienst einberufen und ins Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz beordert. Hier war er in der 3. Abteilung/Sektion tätig.

RYCHTER, Rudolf

Geboren 1869 war er nach seinem Medizinstudium praktischer Arzt in Sezemice  https://de.wikipedia.org/wiki/Sezemice_nad_Lou%C4%8Dnou.

Er war zumindest im letzten Kriegsjahr 1918 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz in der 4. Abteilung/Sektion tätig.

Text: Reinhard Mundschütz

Alle Beiträge–> 1.Weltkrieg &Medizin

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [63]: Jäger von Jaxtthal, Friedrich: Dissertatio de Keratonyxidis usu…et Chirurgiae Kirchbergensis. In Theses adnexas disputabitur in Universitatis aedibus die 24. Mensis Decembris 1812. Wien: Typis Antonii de Haykul 1812.

Jäger von Jaxtthal, Friedrich: Dissertatio de Keratonyxidis usu quam annuentibus Illustrissimo ac Magnifico Domino Praeside et Directore, ac Clarissimis D.D. Professoribus, pro facultate praxeos medicae in ditionibus austriacis exercendae, rite obitenda in Antiquissima ac Celeberrima Universitate Vindobonensi, disquisitioni publicae submittit Medic. et Chirurgiae Kirchbergensis. In Theses adnexas disputabitur in Universitatis aedibus die 24. Mensis Decembris 1812. Wien: Typis Antonii de Haykul 1812.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D2876]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at/

 Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1    Friedrich Jäger von Jaxtthal. Josephinum, Medizinische Universität Wien, MUW-FO-IR-002216-0002

Friedrich Jäger von Jaxtthal (*04.19.1784 Kirchberg an der Jagst/Fürstentum Hohenlohe [heute: Baden-Württemberg], gest. 06.12.1871 Wien) stammte aus einer mehrere Generationen umspannendenden württembergischen Ärzte- und Naturforscherfamilie. Sein Vater, Christoph Friedrich Jäger (1735-1802) war der Leibchirurg des Fürsten Karl Eugen von Württemberg (1728-1793). Schon als Knabe fungierte Friedrich als Gehilfe seines Vaters. Er studierte von 1803-1805 Medizin in Würzburg, danach in Wien an der k.k. Militärärztlichen Akademie im Josephium und zuletzt in Landshut, wo er 1808 zum Doktor der Medizin und Chirurgie promoviert wurde. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Wien zurück, und diente 1809 im Krieg gegen Napoleon (1769-1821) als Militär-Oberarzt in Niederösterreich und Ungarn. 1812 promovierte er ein zweites Mal mit der Schrift „Dissertatio de Keratonyxidis […]“an der Universität Wien.

Abb. 2    Titelblatt: Jäger: Dissertatio de Keratonyxidis […]. Wien: 1812.

In Wien wurde er Assistent des Ophthalmologen Georg Josef Beer (1763-1821) an dessen 1812 gegründeten weltweit Ersten Universitäts-Augenklinik, die 2018 ihr 200-jähriges Jubiläum zur Erhebung zum Ordinariat (1818) feiert. Friedrich Jäger von Jaxtthal heiratete 1815 Beers Tochter Therese. 1817 wurde er Leibarzt des Fürsten Klemens Wenzel Nepomuk Lothar von Metternich (1773-1859), den er von da an bei zahlreichen Reisen begleitete. Nach dem Tod des Schwiegervaters leitete er zwar einige Zeit die Erste Universitäts-Augenklinik interimistisch, jedoch wurde nicht er, sondern ein anderer Schüler Beers, Anton von Rosas (1791-1855), zu dessen Nachfolger bestimmt. Friedrich Jäger von Jaxtthal wurde 1825 zum Professor für Ophthalmologie an der k.k. Militärärztlichen Akademie im Josephium berufen. Diese Stelle bekleidete er bis 1848. Danach widmete er sich ausschließlich seiner Privatpraxis. 1839 hatte er Anteil an der Gründung und personellen Ausstattung der medizinischen Schule des Sultans Mahmud II. (1785-1839) in Galata Serail.

Auf den hervorragenden Operateur Friedrich Jäger von Jaxtthal – der 1859 in den Adelsstand erhoben wurde – „geht der Linearschnitt zur Ausziehung von partiellen, geschrumpften und häutigen Staren zurück; er führte eine neue Ektropium-Operation ein und eine Trichiasis-Operation ohne Knorpelverletzung. Verdienstvoll sind auch seine Verfahren der künstlichen Pupillenbildung durch Iridektomie sowie durch Abtragung der Iris vom Ciliarligament und die Vervollkommnung der Diszissionstechnik. Er erdachte mehrere neue Instrumente, ließ die Instrumentenmacher an der Leiche ausbilden und begründete so die W[iene]r okulist[ische] Instrumentenerzeugung.“[1] Seine Leistungen auf diesen Gebieten wurden international anerkannt, und auch seine didaktischen Fähigkeiten waren weithin gefragt. Zu seinen berühmtesten Schülern zählen neben seinem Sohn Eduard Jaeger von Jaxtthal (1818-1884), Julius Sichel (1802-1868), Johannes Traugott Dreyer (1804-1871) und Albrecht von Graefe (1828-1870).

Schriftlich hinterließ der Jaxtthal neben seiner beiden Dissertationen nur sehr wenig – darunter eine auf Befehl der österreichischen Regierung verfasste Abhandlung über Trachom, auch ägyptische Körnerkrankheit genannt – eine bakterielle Entzündung des Auges, die zur Erblindung führen kann:

Jäger von Jaxtthal, Friedrich: Die Egyptische Augen-Entzundung (Ophthalmia egyptica). Zufolge allerhöchsten Auftrags herausgegeben. Wien: Bei I.G. Ritter v. Mösle’s Witwe & Braumüller 1840.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 40363]

https://ubsearch.meduniwien.ac.at

Abb. 3    Titelblatt: Jäger: Die Egyptische Augen-Entzundung […]. Wien: 1840.

Quellen:

Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Die Gründung der weltweit ersten Universitäts-Augenklinik in Wien 1812 und ihre Erhebung zum Ordinariat 1818. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 273-282.

Jäger von Jaxtthal, Friedrich Ritter, Ophthalmologe, * 4.9. 1784 Kirchberg/Jagst, + 26.12. 1871 Wien. In: Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. 1 A-Q. München: K.G. Saur 2002. S. 305.

Schneider, Maria: Dr. Med. Friedrich Jäger Ritter von Jaxtthal (1784-1871). Augenarzt zu Wien und Leibarzt des Fürsten Metternich. Autobiographie mit Kommentar. (= Medizin & Gesellschaft/Bd. 4). Münster: Lit Verlag 1989.

Jaeger von Jaxthal (Christoph) Friedrich, Ophthalmologe. In: Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950. III. Band (Hüb-Knoll). Hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Graz, Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965. S. 58.

Jaeger, (Christoph) Friedrich Ritter von Jaxtthal. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Dritter Band Haaf-Lysons. 2. Aufl. Berlin, Wien: Urban & Schwarzenberg 1931. S. 406.

[1] Jaeger von Jaxthal (Christoph) Friedrich, Ophthalmologe. In: Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950. III. Band (Hüb-Knoll). Hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Graz, Köln: Verlag Hermann Böhlaus Nachf. 1965. S. 58.

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [54]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 8.8 – Ärztinnen und Ärzte

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 8.8 – Ärztinnen und Ärzte

Die Ärzte im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 (1915-1918)

P

PACHNER, Wilhelm

Geboren 1838 war er vor dem Krieg heimatzuständig in Marienbad https://de.wikipedia.org/wiki/Marienbad.

Hier arbeitete er als Vertreter des Kurarztes Dr. Franz Perko (dieser promovierte 1893 an der deutschen Universität in Prag, arbeitete dann am gerichtsmedizinischen Institut ebenda, war praktischer Arzt in Nürschan https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BD%C5%99any bei Pilsen und Mitglied des Wiener medizinischen Doktorenkollegiums) im Hotel „Zum Kaiser von Österreich“.

Nach Kriegsbeginn meldete er sich zum Dienst im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, wo er vom 30. August 1915 an bis zur Übernahme des Spitals in der zweiten Hälfte des Jahres 1916 durch die Heeresverwaltung arbeitete.

Aufgrund seines hohen Alters wurde er von der k. u. k. Armee nicht mehr übernommen.

PAOLAZZI, Hektor/Etore

Geboren 1867 war er vor dem Krieg Gemeindearzt in Spormaggiore https://de.wikipedia.org/wiki/Spormaggiore.

Er war im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz seit März 1918 bis zum Kriegsende tätig.

PAPPENHEIM, Martin Moritz

Er wurde am 4. November 1881 in Preßburg https://de.wikipedia.org/wiki/Bratislava als Sohn eines Lehrers geboren. Von 1899 bis 1905 studierte er an der Universität Wien Medizin. Nach der Promotion war er 1906/07 Assistent an der Psychiatrischen Klinik in Prag, danach bis 1911 an der Psychiatrischen Klinik in Heidelberg.

Im Ersten Weltkrieg im Range eines Regimentsarztes eingerückt betreute er als Gefängnispsychiater den Attentäter von Sarajevo, Gavrilo Princip https://de.wikipedia.org/wiki/Gavrilo_Princip.

1915 habilitierte er sich als Privatdozent an der Universität in Wien in den Fächern Neurologie und Psychiatrie.

Vom September 1916 bis April 1917 leitete er als Chefarzt die neurologische Abteilung im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz.

Im April 1917 wurde er nach Wien versetzt in die neugeschaffene neurologische Station des Kriegsspitals in Grinzing, vom 1. Juni 1917 bis Dezember 1918 war er Leiter der Nervenabteilung im Kriegsspital in Grinzing.

Er war aktiver Sozialdemokrat und besuchte 1920/21 die Sowjetunion. 1922 wurde Pappenheim Vorsteher der neurologischen Abteilung am Krankenhaus Lainz und 1924 außerordentlicher Professor für Neurologie und Psychiatrie der Universität Wien.

Ab 1928 war er Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, er gehörte zum engeren Kreis um Sigmund Freud.

Pappenheim kehrte 1934, nach dem Scheitern der Februaraufstände in Österreich, auf Anraten von Freunden, von einer Palästinareise nicht mehr zurück, sondern ließ sich dort nieder.

Zur Person siehe auch:

https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?tag=martin-pappenheim-1881-1943

Publikationen – Auswahl Bücher:

Die Neurosen und Psychosen des Pubertätsalters. Berlin. 1914

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8578047&pos=0&phys=

Die Lumbalpunktion – Anatomie, Physiologie, Technik, Untersuchungsmethoden, diagnostische und therapeutische Verwertung. Wien 1922

Gavrilo Princips Bekenntnisse – ein geschichtlicher Beitrag zur Vorgeschichte des Attentates von Sarajevo ; zwei Manuskripte Princips ; Aufzeichnungen seines Gefängnispsychiaters Dr. Pappenheim aus Gesprächen von Feber bis Juni 1916 über das Attentat, Princips Leben und seine politischen und sozialen Anschauungen. Wien 1926

Allgemeine Grundlagen der Reflexologie des Menschen – Leitfaden für das objektive Studium der Persönlichkeit. Hrsg von Bechterev, Vladimir Michailovič (1857-1927) und Pappenheim, Martin. Leipzig, Wien 1926

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8622816&pos=8&phys=

Neurosen und Psychosen der weiblichen Generationsphasen. Wien, Berlin 1930

Publikationen – Auswahl Artikel:

1916 Über Neurosen bei Kriegsgefangenen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=711

1918 Über Kriegsneurosen bei türkischen Soldaten zusammen mit Victor Kraus PDF–>

1919 Die diagnostische und therapeutische Bedeutung der Lumbalpunktion

  1. Teil

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1919&size=45&page=560

  1. Teil

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1919&size=45&page=588

1919 Zur Frage der durch die Grippe verursachten Nervenschädigung mit Berücksichtigung des Liquorbefundes (Wiener klinische Wochenschrift Nr. 15, 1919)

1921 Klinische Beiträge zur Frage der Sensibilitätsstörung bei Oblongataherden, zusammen mit Karl Gross (Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie, Band 63, 1921, S. 93ff.)

1923 Über die Veränderungen des Liquor cerebrospinalis  bei der nichtnervösen Lues und über ihre prognostische Bedeutung (Archiv für Dermatologie und Syph Band 144, Heft 1)

1923 Neueres über Lumbalpunktion (Jahreskurse ärztliche Fortbildung, Jahrgang 1923, Maiheft)

1925 Die Anwendung der Lumbalpunktion in der Oto- und Rhinologie

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1925&size=45&page=632

1926 Trigeminusneuralgie durch Druck der arteriosklerotisch veränderten Art. basilaris   auf den Trigeminusstamm

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=19260003&query=((text:%22martin+pappenheim%22))&ref=anno-search&seite=88

1927 Zisternenpunktion oder Lumbalpunktion

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=19270003&query=((text:%22martin+pappenheim%22))&ref=anno-search&seite=1078

1928 Syphilis und multiple Sklerose, zusammen mit Eugen Pollak

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=19280003&query=((text:%22martin+pappenheim%22))&ref=anno-search&seite=859

1929 Eunuchoidie und Zwergwuchs

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=19290003&query=((text:%22martin+pappenheim%22))&ref=anno-search&seite=220

1932 Die offene psychiatrische Krankenabteilung als Mittelpunkt der psychischen Hygiene (Wiener klinische Wochenschrift 1932, Nr.12)

1932 Zur Frage des Übertritts von Wassermann-Reaginen aus dem Blut in den Liquor

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=19320003&query=((text:%22martin+pappenheim%22))&ref=anno-search&seite=334

Pappenheim beschäftigte sich im Krieg auch mit Kriegsneurosen und deren Behandlung

Dazu siehe:

  1. November 1918 Organisatorisches über Kriegsneurosen und –psychosen http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&page=925&size=45&qid=4IDOWRGFDNA33GSKDCOYKBMA0TVDM8

10, Mai 1919 Zur Behandlung der Kriegsneurosen von Artur Schüller

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=19190003&query=((text:kriegsneurosen))&ref=anno-search&seite=497

  1. Oktober 1920 Schwere Anschuldigungen gegen Professor Wagner-Jauregg und andere Ärzte

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19201014&query=%22martin+pappenheim%22&ref=anno-search&seite=8
siehe auch Oskar Fischer –>PDF

  1. Oktober 1920 Professor Kornfeld über die faradische Methode

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=19201015&query=%22martin+pappenheim%22&ref=anno-search&seite=5

  1. Oktober 1920 Die Untersuchung gegen Professor Wagner-Jauregg

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19201015&query=%22kriegsneurosen%22&ref=anno-search&seite=5

  1. Oktober 1920 Die Verhandlung gegen Prof. Wagner-Jauregg

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19201016&query=%22kriegsneurosen%22&ref=anno-search&seite=7

  1. Oktober 1920 Die Behandlung der Kriegsnervösen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19201021&seite=6&zoom=33&query=%22kriegsneurosen%22&ref=anno-search

Komnacky, Christina: „Kriegszitterer“ – Posttraumatische Belastungsstörungen bei Soldaten im und nach dem Ersten Weltkrieg

http://othes.univie.ac.at/45735/1/48021.pdf

siehe auch:

Zucha, Rudolf O.: Kriegsneurosen: Konflikt Wagner-Jauregg vs. Sigmund Freud

https://ppp.bsa.at/sites/default/files/ppp-kriegsneurosen_0.pdf

1931 zu Princip siehe noch:

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dkb&datum=19310630&query=%22martin+pappenheim%22&ref=anno-search&seite=5

PAUL, Ignaz

Geboren 1888 war er heimatzuständig nach Wollein https://de.wikipedia.org/wiki/M%C4%9B%C5%99%C3%ADn. Vor Kriegsbeginn vertrat er hier den praktischen Arzt.

Seit 16. März 1915 war er tätig im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz. Kurz vor Kriegsende 1918 findet sich sein Name nicht mehr in der Ärzteliste dieses Spitals.

PLANANSKY, Josef

Aus Senftenberg/Böhmen https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%BDamberk stammend, war seit 1907 Distriktsarzt im Gerichtsbezirk Senftenberg https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Senftenberg tätig.

Im Range eines Regimentsarztes bei Kriegsbeginn zur Armee einberufen, wurde er dem Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 zur Dienstleistung in der 6. Abteilung/Sektion zugeteilt, gilt im Personalstandverzeichnis aus dem Jahr 1918 dieses Spitals als „auf unbestimmte Zeit enthoben.“

PLEŠINGER, Emil

Geboren 1870 in Kasanice/Nähe Kuttenberg https://de.wikipedia.org/wiki/Kutn%C3%A1_Hora in Böhmen, studierte er an der böhmischen Universität in Prag Medizin und promovierte hier am 31. Jänner 1902.

Bei Kriegsbeginn war er als Primararzt in der dermatologischen Abteilung des Spitals der Barmherzigen Brüder in Prag tätig, daneben betrieb er auch eine Ordination in Prag.

Am 26. September 1917 wurde er in das Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz zur Dienstleistung einberufen und wurde der 7. Abteilung/Sektion (das war das Offiziersspital) zugeteilt. Seinem Ansuchen um Versetzung nach Prag im März 1918 wurde nicht stattgegeben.

POLAK, Otto/Ottokar

Geboren 1869, war er heimatzuständig in Stelcoves bei Buschtiehrad https://de.wikipedia.org/wiki/Bu%C5%A1t%C4%9Bhrad

Vor dem Krieg war er von 1902 an Primararzt im Bezirkskrankenhaus Böhmisch Brod gewesen.

Nach Kriegsbeginn meldete er sich zur Dienstleistung ins Kriegsspital/Reservespital Nr. in Pardubitz und war hier seit 30. Mai 1915 als Chirurg tätig.

Er verstarb 1947.

Über seine Tätigkeit und seine Erfahrungen in dieser Zeit publizierte er mehrere Artikel (in tschechischer Sprache) in der Zeitschrift Časopis lékařů českých:

1916 Nr. 41

Prvních 5000 propuštěných vojínů ve stanici pro raněné a nemocné v P. (Barákový oddíl.)

1917 Seite 493ff und Seite 536ff und Seite 578ff:

Přehled operativni  činnosti v. c. a k. reservni nemocnici čis. 2. v. P. I. odděl. 

PRAŽAK, Richard

1887 geboren war er heimatzuständig im Bezirk Reichenau a. d. Knieschna https://de.wikipedia.org/wiki/Rychnov_nad_Kn%C4%9B%C5%BEnou.

Er absolvierte sein Medizinstudium an der böhmischen Universität in Prag, und ließ sich nach dem Studium zum Bakteriologen ausbilden.

Seit 1. Juli 1915 war er angestellt im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, ab Ende Jänner 1917 arbeitete er im Kriegsgefangenenlager Theresienstadt

https://de.wikipedia.org/wiki/Terez%C3%ADn.

PROKOP, Josef

Geboren am 2. Februar 1870 in Trebnitz https://de.wikipedia.org/wiki/T%C5%99ebenice in Böhmen studierte er zehn Semester Medizin an der deutschen Universität in Prag und promovierte hier zum Doktor der gesamten Heilkunde am 12. November 1897.

Am 21. März 1892 rückte er als „einjährig freiwilliger Mediziner auf Staatskosten“ zum Infanterieregiment Nr. 92 ein. Nach Absolvierung seines Militärdienstes nahm er eine Stelle als praktischer Arzt in Eulau https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%ADlov%C3%A9_u_D%C4%9B%C4%8D%C3%ADna an.

 1914 – 1918:

—  vom  1. September 1915 bis 15. März 1916:

     Reservespital in Reichenberg

—  vom 15. März 1916 bis 25. Juli 1916:

     Garnisonsspital Nr. 1 in Wien als Sekundararzt in der 2. Krankenabteilung eingeteilt

—  25. Juli 1916 bis 31. Juli 1918:

     Sanitätskraftwagenkolonne Nr. 31

—  Ab 1. August 1918 bis Kriegsende im:

    Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz

PROSCH, Alexander

Geboren 1873 in Aussig https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Ast%C3%AD_nad_Labem arbeitete er nach seinem Medizinstudium als Assistent des Oto-Rhino-Laryngologen Otto Piffl https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Piffl. Danach bekam er eine Stelle im Allgemeinen Krankenhaus in Prag.

Am 25. Jänner 1908 wurde ihm die Leitung einer eigenen Abteilung für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten im Stephanshospital in Reichenberg (= öffentliches allgemeines Krankenhaus) mit 10 Betten übertragen.

Im 1. Weltkrieg war er von Mitte 1916 bis Anfang 1917 im Kriegsspital/Reservespital Nr. 2 in Pardubitz als Oto-Rhinologe und als Sektionskommandant tätig.

Seine letzte Station im Weltkrieg war das Reservespital in Reichenberg, dem er bis Kriegsende angehörte.

Text: Reinhard Mundschütz

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