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AMBOSS-Roadshow-Event für Erstsemestrige am 29.9.2026 um 17 Uhr an der MedUni Wien

Pünktlich zum Semesterstart veranstaltet AMBOSS am 29. September 2026 um 17 Uhr in Hörsaal 1 im Hörsaalzentrum für alle Erstsemestrigen der MedUni Wien ein kostenloses Roadshow-Event, bei dem die beliebte Lernplattform sowie ihre Anbindung an das Lernkartensystem ANKI vorgestellt werden.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [390]: Politzer, Leopold Maximilian – Kinderarzt, Assistent am Mauthner Kinderspital, Direktor des Ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstituts

Politzer, Leopold Maximilian – Kinderarzt, Assistent am Mauthner Kinderspital, Direktor des Ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstituts

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 23.09.2026

Keywords: Kinderarzt, Mauthner Kinderspital, Erstes öffentliche Kinder-Krankeninstitut, Medizingeschichte, Wien

Leopold Maximilian Politzer wurde am 28. Dezember 1814 als Sohn des Kaufmannes Mager Politzer und Juditha, geborene Dobitsek, in Arad in Ungarn (heute: Rumänien) geboren. Er war mit Anna Politzer verheiratet.

Politzer begann sein Medizinstudium an der Universität in Pest, setzte 1836 sein das Studium an der Universität Wien fort und promovierte hier an der Medizinischen Fakultät am 26. März 1839 zum Doktor der Medizin. Im selben Jahr konvertierte er vom jüdischen zum katholischen Glauben.

Im Revolutionsjahr 1848 trat Politzer als politischer Publizist hervor. In der Schrift „Die Mai-Revolution in Wien in ihrer Entwicklung und ihren Folgen pragmatisch dargestellt von Dr. L.M. Politzer“, die er „Allen Maikämpfern“ widmete, setzte er sich mit den politischen Ereignissen im Mai 1848 und deren verfassungsrechtlichen Konsequenzen auseinander. Noch im selben Jahr veröffentlichte er „Die Frage des konstituierenden Reichstags“, in der er seine Vorstellungen über die Aufgaben des bevorstehenden österreichischen Reichstags und die künftige staatliche Ordnung formulierte. Ein Exemplar dieser Schrift versah Politzer mit der handschriftlichen Widmung „Dem Wiedner Leseverein/Vom Verfasser.“

Mauthnersche Kinderspital und Krippen-Verein

Nach seinem Studium war Politzer an dem 1837 von Ludwig Mauthner (1806-1858) gegründeten Mauthnerschen Kinderspital, dem späteren St. Anna-Kinderspital, als Assistent von Mauthner tätig. Daneben arbeitete er als privater Kinderarzt und lebte bis etwa 1849 in der Leopoldstadt, Ferdinandgasse Nr. 652, wo sich auch seine Ordination befand. Ab etwa 1850 war er in Wien Stadt, Bazar Nr. 427, wohnhaft. Während seiner ärztlichen Tätigkeit in der Leopoldstadt war er unmittelbar mit den dortigen prekären Lebens- und Wohnverhältnissen breiter Bevölkerungsschichten konfrontiert. Sein besonderes Augenmerk galt dabei den gesundheitlichen und sozialen Folgen für Kinder. Bereits 1848 thematisierte er diese Verhältnisse in seiner Schrift „Zu den Geheimnissen der Koststuben und der kleinen Kostkinder“.[1] Darin setzte er sich kritisch mit den Bedingungen auseinander, unter denen Kinder in Kostpflege und anderen Formen außerfamiliärer Versorgung aufwuchsen. Die gesundheitliche Gefährdung der Kinder betrachtete Politzer dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit der grassierenden Armut, den prekären Wohnverhältnissen, mangelhafter Ernährung und Pflege sowie unzureichender Betreuung. Zugleich entwickelte er Vorschläge zur Kontrolle und Verbesserung der Kinderfürsorge und verband damit medizinische mit gesellschaftlichen Präventionsmaßnahmen.

Sein Engagement setzte Politzer in den folgenden Jahren im Wiener Krippenverein fort. 1850 beteiligte er sich im Rahmen eines eigenen Komitees an der Errichtung einer Kinder- und Säuglingskrippe in der Leopoldstadt, deren Lokaldirektor er später wurde.[2] Diese Kinder- und Säuglingskrippe, eine sogenannte Creche, stand Kindern erwerbstätiger, unbemittelter Mütter zur Verfügung und lag damit an der Schnittstelle von Kinderheilkunde, Armenfürsorge, Frauenarbeit und öffentlicher Gesundheit. Dazu veröffentlichte Politzer den Artikel „Die Creche. In ihrer Bedeutung für unsere gesellschaftlichen Einrichtungen“, in dem er programmatisch die gesellschaftliche Bedeutung dieser Einrichtung herausarbeitete. Weitere Publikationen waren 1852 „Der Kinderarzt. Der Umgang der Mutter mit dem kranken Kinde“[3] und Diätische Briefe über das Kindesalter“.[4]

Jahrbuch für Kinderheilkunde

Im Juni 1853 rief Politzer gemeinsam mit dem kaiserlichen Leibarzt und Primararzt des Wiedner St. Josef-Kinderspitals Franz Mayr (1814-1863) sowie dem Kinderarzt und Sekundararzt der Wiener k.k. Findel-Anstalt Moriz Schuller (1825-1874) das „Jahrbuch für Kinderheilkunde“ ins Leben. Nach dem Erscheinen des ersten Bandes 1857/58[5] entwickelte es sich zu einer der bedeutenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften der Kinderheilkunde. Nach Mayrs Tod übernahm Hermann Widerhofer (1832-1901) die Mitherausgeberschaft. Der Titel wurde später um den Zusatz „und physische Erziehung“ erweitert. Hier publizierte Politzer Arbeiten, von denen sich Separatabdrucke in einer Sammlung unter dem Titel „Original-Abhandlungen aus dem Gebiete der Kinderheilkunde : Separatabdrücke der grösstentheils im „Jahrbuch für Kinderheilkunde“ von demselben erschienenen Arbeiten“ in der Neuburger-Bibliothek der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin erhalten haben.

Erstes öffentliche Kinder-Krankeninstitut

1853 trat Politzer in das I. öffentliche Kinder-Krankeninstitut in Wien 1, Wollzeile ein und leitete die Institution bis 1882. Zu seinen Assistenten gehörte sein später Nachfolger Max Kassowitz (1842-1913). Hier entstanden zahlreiche seiner wissenschaftlichen Arbeiten zur Kinderheilkunde, darunter „Beobachtungen und Erfahrungen aus der Poliklinik des ersten öffentlichen Kinder-Kranken-Institut“. Politzer gehörte seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu jenen Kinderärzten in Wien, die eine Verwissenschaftlichung der Kinderheilkunde anstrebten. Er kritisierte die unzureichende wissenschaftliche Grundlage vieler therapeutischer Maßnahmen, forderte stärker rational und experimentell begründete Behandlungsmethoden und beschäftigte sich intensiv mit Fragen der Diagnose und Früherkennung. Seine Arbeiten umfassten ein breites Spektrum der Kinderheilkunde. Neben der kindlichen Ernährung und Verdauungsphysiologie beschäftigte er sich mit Gehirnkrankheiten bei Kindern sowie mit Fragen der Diagnostik und Therapie und bemühte sich um deren physiologische und experimentelle Fundierung. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die frühzeitige Erkennung gefährlicher Krankheitsverläufe sowie deren prophylaktische und therapeutische Behandlung. Mit seinen während der langjährigen Leitung des Ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstituts und als Mitherausgeber des Jahrbuchs für Kinderheilkunde veröffentlichten Arbeiten gehörte Politzer zu jener Generation von Ärzten, die zur Etablierung der Kinderheilkunde als eigenständige klinische und wissenschaftliche Disziplin in Wien beitrugen.

Unter seinen zahlreichen Publikationen wären zu nennen: „Therapeutische Erfahrungen über die wichtigsten Heilmittel der Kinderpraxis“, „Untersuchungen und Ideen zu Anbahnung wissenschaftlicher Grundlagen für die Diätetik und Physische Erziehung des Kindes “, „Über den Wert gewisser Einzelsymptome für die Diagnose mancher Krankheiten des Kindesalters“, „Die Therapie der wichtigsten Krankheiten des kindlichen Alters“, „Schematisieren und Individualisieren in der Diagnostik und Therapie“, sowie „Zur Diagnose und Therapie der Krankheiten des Gehirns und seiner Hüllen“. Für Politzer standen dabei die besonderen physiologischen Bedingungen des Kindes als Grundlage von Ernährung und Therapie im Vordergrund. Ihm wird außerdem eine frühe, teilweise auch erste Beschreibung des Asthma bronchiale im Kindesalter zugeschrieben, die er in seiner im Jahrbuch für Kinderheilkunde veröffentlichten Studie „Asthma bronchiale. Bronchienkrampf im Kindesalter“ vorlegte. In den Jahren 1875 und 1876 veröffentlichte er in der Wiener medizinischen Wochenschrift eine Artikelserie „Zur Kritik und Reform der Therapie“.[6] 1878 erschien von ihm die 395 Seiten umfassende Monografie „Die Entstehung der Gefahr im Krankheitsverlauf“ und 1879 ein von ihm gehaltener Vortrag „Über die Pflege des kranken Kindes“.

Politzer habilitierte sich im Jahr 1858 an der Universität Wien zum Privatdozenten im Fach Pädiatrie,[7] im Juli 1877 wurde ihm der Titel eines außerordentlichen Professors verliehen.[8]

Im Juni 1882 ließ sich Politzer von der Leitung des Kinderkranken-Instituts entheben[9] und praktizierte in seiner Arztpraxis an seinem Wohnort in Wien 1, Franzensring 22, weiter. Zuvor war er in Wien 1, Tuchlauben 7, wohnhaft.

Politzer war seit 1849 Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und Mitglied des Journalisten- und Schriftstellervereins Concordia. Im Rahmen einer 1867 durchgeführten Initiative zur Rückkehr des 1848er-Revolutionärs Ferdinand Freiligrath (1810-1876) aus seinem Londoner Exil gehörte auch Politzer zu den Spendern.[10]

Politzer Leopold Maximilian: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 24.5.1888, S. 15.

Leopold Maximilian Politzer starb am 23. Mai 1888 in Wien.

Quellen:

Matriken Wien, Rk., Erzdiözese Wien, 01., St. Peter, Taufbuch, 01-04, Politzer Leopold Maximilian, 14.9.1839.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-186a, Politzer Leopold (Rigorosum Datum: 1838).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 175-1059, Politzer Leopold (Promotion Datum: 26.3.1870).

Literatur:

Politzer, Leopold Maximilian: Original-Abhandlungen aus dem Gebiete der Kinderheilkunde. Separatabdrücke der grösstentheils im „Jahrbuch für Kinderheilkunde“ von demselben erschienenen Arbeiten. Wien: 1919.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64592/1-13]

Politzer, Leopold Maximilian: Beobachtungen und Erfahrungen aus der Poliklinik des ersten öffentlichen Kinder-Kranken-Institutes. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64592/8]

Politzer, Leopold Maximilian: Therapeutische Erfahrungen über die wichtigsten Heilmittel der Kinderpraxis. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64592/5]

Politzer, Leopold Maximilian: Untersuchungen und Ideen zu Anbahnung wissenschaftlicher Grundlagen für die Diätetik und physische Erziehung des Kindes. Sonderdruck aus: Jahrbuch für Kinderheilkunde und physische Erziehung. Wien: typ. Zamarski & Dittmarsch 1858.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64592/2]

Politzer, Leopold Maximilian: Über den Wert gewisser Einzelsymptome für die Diagnose mancher Krankheiten des Kindesalters. Sonderdruck aus: Jahrbuch für Kinderkrankheiten. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: SA-3497]

Politzer, Leopold Maximilian: Zur Therapie der wichtigsten Krankheiten des kindlichen Alters. Sonderdruck aus: Jahrbuch für Kinderheilkunde. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64592/1]

Politzer, Leopold Maximilian: Schematisieren und Individualisiren in der Diagnostik und Therapie. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: SA-3495]

Politzer, Leopold Maximilian: Zur Diagnose und Therapie der Krankheiten des Gehirns und seiner Hüllen. Allgemeine nosologische und diagnostische Vorbemerkungen. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64592/3]

Politzer, Leopold Maximilian: Astma bronchiale, Bronchienkrampf im Kindesalter. Sonderdruck aus: Jahrbuch für Kinderheilkunde. Leipzig: Druck und Verlag von B.G. Teubner 1870.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Politzer, Leopold Maximilian: Zur Kritik und Reform der Therapie. In: Wiener medizinische Wochenschrift (25) 1875. Sp. 337-339, 361-364, 504-507, 551-554, 572-574, 993-996, 1023-1026, 1098-110.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: Z-10.002/25]

Politzer, Leopold Maximilian: Die Entstehung der Gefahr im Krankheitsverlaufe. Wien: Braumüller 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 27573]

Politzer, Leopold Maximilian: Über Pflege des kranken Kindes. Vortrag, gehalten am 21. Jänner 1879. Wien: typ. Reisser & Ethofer 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 47032]

[1] Politzer L.M., Zu den Geheimnissen der Koststuben und der kleinen Kostkinder, Wien 1848.

[2] Krippen-Kalender. Jahrbuch für Frauen und Mütter (Hrsg. von der Direction des Zentral-Vereine), Wien 1856, S. 83.

[3] Krippen-Kalender. Jahrbuch für Frauen und Mütter (Hrsg. von der Direction des Zentral-Vereine), Wien 1853, S. 16-24.

[4] Krippen-Kalender. Jahrbuch für Frauen und Mütter (Hrsg. von der Direction des Zentral-Vereine), Wien 1854, S. 1-5

[5] The British medical journal, 9.6.1888, S. 1250.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 17, 1875, Sp. 337-339; Nr. 18, 1875, Sp. 361-364; Nr. 23, 1875, Sp. 504-507; Nr. 25, 1875, Sp. 551-554; Nr. 26, 1875, Sp. 572-574; Nr. 46, 1875, Sp. 993-996; Nr. 47, 1875, Sp. 1023-1026; Nr. 50, 1875, Sp. 1098-1101; Nr. 4, 1876, Sp. 76-79; Nr. 17, 1876, Sp. 399-401; Nr. 18, 1876, Sp. 420-422; Nr. 19, 1876, Sp. 449-451; Nr. 20, 1876, Sp. 478-480.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 20, 1858, S. 350.

[8] Die Presse, 12. Juli 1877, S. 16

[9] Neue Freie Presse, 10.6.1882, S. 5.

[10] Die Presse, 22.6.1867, S. 11

Normdaten (Person):  : BBL; GND: 140183019

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Letzte Aktualisierung: 2026.09.23

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Bücherflohmarkt in der UB MedUni Wien: 03. & 04. November 2026

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [389]: Massari, Julius – Dozent für Geburtshilfe und Gynäkologie an der II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Massari, Julius – Dozent für Geburtshilfe und Gynäkologie an der II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.09.2026

Keywords: Gynäkologe, Geburtshelfer, Operateur, II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Julius Anton Ritter von Massari wurde – abweichend von den Angaben in den biografischen Nachschlagewerken – am 20. April 1845 als Sohn des Oberlandesgerichtsrates Sylvester Dominik von Massari (gest. 1889) und dessen Ehefrau Antonie, geborene Forget de Barst (gest. 1882) in Wien geboren. Seit 1876 war er mit Karolina Juliana Edle von Braun-Fernwald verheiratet. Sie war eine Tochter des Gynäkologen Carl Rudolf Braun von Fernwald (1823-1891), Vorstand an der I. Geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, sowie eine Schwester der ebenfalls dort tätigen Gynäkologen Egon August Gustav Braun von Fernwald (1862-1926) und Richard Albert Braun von Fernwald (1866-1955). Aus der Ehe gingen unter anderem Carl Julius (geb. 1877), Carolina Silvia Johanna (geb. 1878) und der spätere Chirurg Kornelius Carl Egon (geb. 1883) hervor.

Nach Abschluss seiner Gymnasialausbildung studierte Massari an der Universität Wien Medizin. Am 27. Jänner 1871 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde und am 4. April 1871 zum Doktor der Chirurgie. Anschließend arbeitete er als Operationszögling an der I. Chirurgischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien unter Johann von Dumreicher (1815-1880). Danach trat er als Assistent in die von Joseph Späth (1823-1896) geleitete Hebammenklinik ein. Von 1873 bis 1876 war er als Assistent Späths an der II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik tätig. Daneben hielt er an der Klinik Kurse über operative Geburtshilfe mit Übungen sowie gynäkologische Propädeutik und Kasuistik.

1876 habilitierte sich Massari im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie sowie gynäkologische Propädeutik und wurde zum Privatdozenten ernannt.[1]

Zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten zählen „Fractura Pelvis sub partu“ aus dem Jahr 1876,[2] „Studien über Exstirpation des Uterus“ aus dem Jahr 1878 sowie die 1879 erschienenen Arbeiten „Eine seltene Anomalie der weiblichen Harn- und Geschlechtsorgane“ und „Exstirpatien der Ovarien und des krebskranken Uterus von der Bauchhöhle aus“. 1883 veröffentlichte er die Arbeit „Ein sich selbst haltender, löffelförmiger Scheidenspiegel“.

Eine vollständige Übersicht seiner Publikationen enthält die Zusammenstellung „Personalbiographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905“

Seit 1874 gehörte Massari der Gesellschaft der Ärzte in Wien an.[3]

Julius Anton Ritter von Massari starb am 12. Juli 1884 in Dornbach bei Wien.

Massari Julius, Todesanzeige, Neue Freie Presse, 13.7.1884, S. 13.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-170, Massari Julius (Promotion Datum: 27.1.1871).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-500, Massari Julius (Promotion/Chirurgie Datum: 4.4.1871).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-171a, Massari Julius (Rigorosum Datum: 1870).

Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Bd. 4, 1886, S. 161.

Personalbiographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905: Mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Hauptarbeitsgebiet, Wien 1971.

Literatur:

Massari, Julius: Studien über Exstirpation des Uterus. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Druck der k. Wiener Zeitung 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Massari, Julius: Eine seltene Anomalie der weiblichen Harn- und Geschlechtsorgane. Beobachtet in dem unter Leitung des k. Rathes Prim. Dr. v. Gunz stehenden St. Josefs-Kinderspitale in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Druck der k. Wiener Zeitung 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Massari, Julius: Exstirpatien der Ovarien und des krebskranken Uterus von der Bauchhöhle aus. Ausgeführt an Prof. Braun-Fernwald’s Klinik. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkolgie. Leipzig: Druck und Verlag von Breitkopf & Härtel 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Massari, Julius: Ein sich selbst haltender, löffelförmiger Scheidenspiegel. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener Zeitung, 4.10.1876, S. 2.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 7, 1876, Sp. 148-151.

[3] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Bd. 2, 1874, S. 88.

Normdaten (Person):  : BBL; GND: 1020903503

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  50330 (17.09.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50330

Letzte Aktualisierung: 2026.09.17

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Scientific Writing Hacks: SAVE THE DATE: Workshop für Studierende: Hochschulschriften erfolgreich verfassen

Hack #93:
SAVE THE DATE: Workshop für Studierende: Hochschulschriften erfolgreich verfassen

Termin(e): 

Mi 28.10.2026 16:00 – 20:00 Uhr – hybrid, englisch
Seminarraum B1, Universitätszahnklinik,
Sensengasse 2a, 1090 Wien

Do 12.11.2026 16:00 – 20:00 Uhr – in Präsenz, deutsch
Mehrzweckraum (5.E0.03) Universitätsbibliothek der MedUni Wien AKH Ebene 5

Di 01.12.2026 16:00 – 20:00 Uhr – in Präsenz, deutsch
Mehrzweckraum (5.E0.03) Universitätsbibliothek der MedUni Wien AKH Ebene 5

Di 12.1.2027 16:00 – 20:00 Uhr – in Präsenz, deutsch
Mehrzweckraum (5.E0.03) Universitätsbibliothek der MedUni Wien  AKH Ebene 5

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung zu einem Workshoptermin über Moodle notwendig.

>>Anmeldelink

Im Workshop können MedUni Wien Studierende erfahren, wie sie ihre Abschlussarbeit konform des aktualisierten Leitfadens für das Erstellen von Hochschulschriften (Stand Jänner 2025) erstellen können. Nach den Impulsreferaten können konkrete Fragen zur eigenen Abschlussarbeit gestellt werden.

Letzte Aktualisierung: 21.09.2026
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Buchscanner in der Universitätsbibliothek der MedUni und in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin kostenlos benutzbar!

Im Lesesaal der Universitätsbibliothek der MedUni Wien steht ein Buchscanner, Modell Zeutschel Zeta, zur Verfügung.

Die Benutzung ist kostenlos, es wird lediglich ein USB-Stick zum Abspeichern der Dokumente benötigt.

Der Scanner befindet sich rechts neben dem Informations- und Entlehnschalter und ist barrierefrei benützbar.

Bedienungsanleitung: Buchscanner_Anleitung_USB

Ein weiterer Buchscanner steht im Forscher:innenlesesaal in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin zur Verfügung.

Mit dem intuitiv zu bedienenden Gerät können Druckwerke bis zum Format A3 problemlos in hoher Qualität  eingescannt. Es wird auch lediglich ein USB-Stick zum Abspeichern der Dokumente benötigt.

Nähere Informationen zur Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin finden Sie hier. 

PostDoc Appreciation Week 2026: The Good, the Bad, and the Inbetween: Perception and Preservation of Scientific Quality in the Era of Predatory Publishing (Webinar)

MedUni Vienna, in cooperation with Wisskomm, presents:

The Good, the Bad, and the Inbetween: Perception and Preservation of Scientific Quality in the Era of Predatory Publishing

Monday, September 21st, 10:00-11:00 am (online)

The event focuses on change in scientific communication and its impact on good scientific practice, publication practices, and quality assurance in this context. “Predatory publishing” is a phenomenon that has existed for some time; later, major open-access publishers such as MDPI and Frontiers raised the controversial question of quality in scientific communication. With the now widespread use of AI, this question has taken on a new dimension that has also implications for good scientific practice.

Register here!

Postdoc Appreciation Week (PAW) Austria is a national collaborative initiative that unites researchers, research institutions, postdoc office coordinators, and research managers to celebrate and recognise the outstanding contributions of postdoctoral researchers across Austria.

Throughout the week, participating partners offer a rich program of workshops, public events, and a coordinated social media campaign, all aimed at highlighting the essential role of postdocs in driving research and innovation.

Online-Webinar: UpToDate – KI trifft Evidenz am 8. 9. 2026

In diesem OnlineWebinar am 8. September 2026 um 14.00 Uhr geht es um die praktische Anwendung der evidenzbasierten Plattform UpToDate mit einem Fokus auf die integrierte KI. Auch Ihre
Fragen zur Plattform werden gerne beantwortet.

In ca 45 Minuten zeigen Ihnen Frau Cumur und Herr Meister von OVID:

• Wie Sie mit UpToDate schneller die richtigen Informationen finden
• Welche Suchstrategien Zeit sparen und die Relevanz der Ergebnisse erhöhen
• Wie Sie Empfehlungen und Evidenz gezielt bewerten
• Wie KI-gestützte Funktionen Ihren klinischen Workflow unterstützen können
• Welche praxisnahen Tipps und Best Practices Sie sofort anwenden können

Infos und den Link zu Anmeldung finden sie im folgenden PDF:

Webinar – UpToDate – KI trifft Evidenz. Weniger suchen. Mehr wissen. Besser entscheiden am 8. September um 14.00 Uhr

Scientific Writing Hacks: JoVE: Information Literacy: Data Interpretation

Hack #92: JoVE: Data Interpretation
Die Interpretation von Daten bedeutet, Zahlen und Ergebnisse aus Studien durch Einordnung, Visualisierung und Kontextualisierung in sinnvolle Erkenntnisse zu überführen, indem Muster erkannt, statistische Ergebnisse bewertet und die Befunde mit bestehender Forschung in Beziehung gesetzt werden.
JoVE: Video: https://www.jove.com/v/41460/data-interpretation

JoVE ist ein wissenschaftliches Journal mit Peer Review, das auf Video aufgezeichnete Experimente aus den Life Sciences publiziert (Video-Streaming-Portal). Zusätzlich zu den Videos sind auch die Anleitungen und Methoden zur Durchführung der Experimente als PDF verfügbar. Ziel ist es, die Reproduzierbarkeit und die Transparenz bei Experimenten zu verbessern.Die JoVE-Artikel, sind in allen relevanten Datenbanken (inklusive PubMed/MEDLINE, SciFinder, Scopus, Chemabstract und Web of Science) indiziert.

Letzte Aktualisierung: 30.06.2026
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