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Letzter Zugriff: 14.01.2026
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [355]: Galatti, Demetrio – Kinderarzt, Assistent an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Arzt am Leopoldstädter Kinderspital, dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim und dem Bettina-Spital

Galatti, Demetrio – Kinderarzt, Assistent an der Wiener Allgemeinen Poliklinik und Arzt am Leopoldstädter Kinderspital, dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim und dem Bettina-Spital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 12.01.2026

Keywords: Kinderarzt, Allgemeines Krankenhaus, Wiener Allgemeine Poliklinik, Leopoldstädter Kinderspital, Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim, Lucina, Bettina-Spital, Medizingeschichte, Wien

Demetrio (Demetrius, Demeter) Galatti wurde am 15. Juni 1853 als Sohn einer griechischen, der chiotischen Diaspora entstammenden Kaufmannsfamilie in Triest geboren. Nach dem Besuch der griechischen Schule (Unterstufe) und danach des deutschen Gymnasiums absolvierte er 1873 das Kommunal-Realgymnasium in Triest.

Im Anschluss daran studierte er an der Universität Wien Medizin. Er legte 1885 das Rigorosum ab und wurde am 26. März 1887 zum Doktor der Medizin promoviert. Bereits seit 1884 war er als Aspirant an der Kinderklinik bei Hermann Widerhofer (1832-1901) tätig. Zwei Jahre später arbeitete er als erster Sekundararzt unter dem Primarius Balthasar Unterholzner (1843-1907) am Leopoldstädter Kinderspital. Dort führte er die O’Dwyer‘sche Kehlkopfintubation ein und befasste sich insbesondere mit infektiösen Ausschlagerkrankungen sowie mit Fragen der Säuglingsernährung, zu denen er u.a. 1902 die Studie „Versuche über ein neues Kindernährmehl“ veröffentlichte.

Seit Mai 1892 führte Galatti eine private kinderärztliche Praxis in Wien I, Schottenring 14.

Leopoldstädter Kinderspital und Wiener Allgemeine Poliklinik

Im Anschluss an seiner Tätigkeit am Leopoldstädter Kinderspital wechselte Galatti 1889 als Assistent an die II. Kinderabteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik. Dort arbeitete er unter dem Dozenten Maximilian Herz (1837-1890), dem Abteilungsvorstand Ferdinand Frühwald (1854-1908) sowie dem Direktor der Poliklinik Alois Monti (1839-1909). In diesem Umfeld publizierte er 1890 „Versuche über Lipanin als Ersatzmittel für Leberthran“ und 1892 „Ueber Intubation“ und „O’Dwyer’s Intubation als Ersatz für die Tracheotomie bei der diphtherischen Larynxstenose“, 1894 „Versuche mit Ichthyol“, „Ein Fall von 436stündiger Intubation“, 1895 „Ueber einige Neuerungen im Intubationsverfahren“ sowie 1902 die Monografie „Das Intubationsgeschwür“.

Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim (Lucina) und Bettina-Spital

Neben seiner ärztlichen Praxis engagierte sich Galatti in vielfältiger karitativer Weise. Rund 25 Jahre wirkte er unentgeltlich an der von Hugo Klein (1863-1937) gegründeten Entbindungsanstalt „Lucina“, dem späteren Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim. Er gehörte dem Vereinsvorstand an und war seit 1932 hier als Konsiliararzt tätig.; zudem hielt er dort Kurse zur Säuglingspflege ab.[1] Aus dieser Arbeit gingen u.a. die Publikationen „Bericht über Säuglingserkrankungen der ersten Lebenstage (1903-1904)“ (1905) und „Einfluß der Entbindungsheime und der Stillfürsorge auf die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahre“ (1909) hervor. Daneben war Galatti noch vor dem Ersten Weltkrieg als Kinderarzt am Brigitta-Spital tätig[2] und gehörte dem Ausschuss des italienischen Wohltätigkeitsvereins in Wien sowie dem Verein zur Errichtung und Erhaltung von Seehospizen und Asylen an[3].

Weitere Arbeiten von Galatti befinden sich in der Separata-Sammlung an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin; darunter auch Beiträge, die er in italienischen Fachzeitschriften veröffentlichte. Zudem publizierte er im von Heinrich Adler (1849-1909) herausgegebenen „Taschenbuch für Cilviläzrte“, u.a. 1896 den Beitrag „Über künstliche Ernährung der Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr“.[4] Galatti war ferner Mitarbeiter der Fachzeitschrift „Archivio Italiano di Pediatria“ in Neapel sowie der in Rom erschienen „Igiene dell´infanzia a medicina preventiva“. Als Übersetzer brachte er 1889 eine autorisierte deutsche Ausgabe der Schrift „Der Irrsinn im Kindesalter“ des französischen Psychiaters Paul Moreau (1844-1908) heraus.

Galatti nahm 1895 am Internationalen Kongress für die Kindheit in Florenz mit einem Referat über Ferienkolonien und Kindergärten teil,[5] war 1899 auf dem Internationalen Kongress für Kinderschutz vertreten und nahm 1912 am Internationalen Kongress für Pädiatrie[6] in Paris teil.

Er war Mitglied der Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde. 1899 erhielt Galatti den königlichen italienischen Kronenorden,[7] 1907 das Ritterkreuz des königlich griechischen Erlöserordens[8] und 1913 das Ritterkreuz des Ordens des Heiligen Grals, verliehen durch den griechischen Patriarchen in Konstantinopel.[9]

Gemeinsam mit Friedrich Karl von Rokitansky (1866-1942), einem Sohn des Gynäkologen Carl von Rokitansky (1839-1898) und Enkel des Pathologen Carl von Rokitansky (1804-1878), erhielt er 1894 vom Handelsministerium die Bewilligung zur Durchführung von Vorarbeiten für den Bau einer Schmalspurbahn von Gloggnitz nach Schottwien.[10]

Galatti verkehrte in den Wiener wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen des Fin de Siecle unter anderem im Umfeld von Gustav Mahler sowie den Familien Zuckerkandl und Rokitansky.

Demetrio Galatti verstarb am 28. Dezember 1933 in Wien.[11]

Bildnis: Galatti Demetrio, Wiener medizinische Wochenpresse, Nr. 4, 1934, S. 115.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-115a, Galatti Demetrius (Rigorosum Datum: 1885).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-1970, Galatti Demeter (Promotion Datum: 26.3.1887).

Literatur:

Galatti, Demetrio: Versuche über eine neues Kindernährmehl. Sonderdruck aus: Archiv für Kinderheilkunde. O.O. O.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 50199]

Galatti, Demetrio: Versuche über Lipanin als Ersatzmittel für Leberthran. Aus der poliklinischen Abtheilung für Kinderkrankheiten des Docenten Dr. Maximilian Herz in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Kinderheilkunde. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Ueber Intubation. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Druck der Wiener Zeitung 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: O’Dwyer’s Intubation als Ersatz für die Tracheotomie bei der diphtherischen Larynxstenose. Vortrag, gehalten im ärztlichen Verein des VIII. Bezirkes in Wien am 3. October 1892. Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Versuche mit Ichthyol. Sonderdruck aus: Medicinisch-chirurgisches Central-Blatt. Wien: Bruno Bartelt 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Ein Fall von 436stündiger Intubation. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Druck und Verlag von L. Bergmann & Comp. 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Ueber einige Neuerungen im Intubationsverfahren. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Druck und Verlag von L. Bergmann & Comp. 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Galatti, Demetrio: Das Intubationsgeschwür und seine Folgen. Wien: Safar 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 62041]

Galatti, Demetrio: Bericht über Säuglingserkrankungen der ersten Lebenstage (1903-1904). Aus dem Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheim „Lucina“, Wien (Primarius Dr. Berthold Bosse). Sonderdruck aus: Allgemeine Wiener medizinische Zeitung. Wien: Druck von R. Spies & Co. 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Gallati, Demetrio: Einfluß der Entbindungsheime und der Stillfürsorge auf die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahre. Aus dem Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim „Lucina“. Sonderdruck aus: Das Österreichische Sanitätswesen. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Die Zeit, 28.2.1911, S. 15.

[2] Neue Freie Presse, 6.6.1914, S. 11.

[3] Deutsches Volksblatt, 23.4.1904, S. 6.

[4] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 17.9.1895, S. 422.

[5] Neue Freie Presse, 27.12.1894, S. 4.

[6] Neue Freie Presse, 9.10.1912, S. 11.

[7] Wiener Zeitung, 6.10.1899, S. 1.

[8] Wiener Zeitung, 2.5.1907, S. 1.

[9] Wiener Allgemeine Zeitung, 7.11.1913, S. 3.

[10] Wiener Zeitung, 14.2.1894, S. 8.

[11] Nachruf: Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 3, 1934, S. 114-115.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 2026.01.12

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [354]: Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Gynäkologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Maria-Theresia-Frauenspital, Diakonissenkrankenhaus, Medizingeschichte, Wien

Josef Wilhelm Fabricius (auch: Fabritius) wurde am 23. Jänner 1865 in Craiova in Siebenbürgen (heute Rumänien) geboren. Sein Vater Josef Fabricius (Fabritius) (1830-1888) war Absolvent der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Promotion 1855) sowie Augenarzt und Oberphysikus in Kronstadt (heute Brasov/Rumänien). Seine Mutter hieß Heloise, geborene Bienek. Sein Bruder August Fabricius (Fabritius) (1857-1945) war ebenfalls als Augenarzt in Kronstadt tätig. Fabricius war mit Clara Stützner verheiratet, mit der er den Sohn und Dirigenten Josef Fabrcius (1904-) hatte.

Nach Abschluss des Gymnasiums in Kronstadt studierte Fabricius Medizin an den Universitäten in Graz und Heidelberg sowie zuletzt an der Universität in Wien, wo er das Studium am 8. März 1890 mit der Promotion abschloss. Bereits während seiner Studienzeit war er in Graz als Operateur bei Anton Wöfler (1850-1917) tätig. Anschließend arbeitete er an der II. Chirurgischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Theodor Billroth (1829-1894). Hier veröffentlichte er 1892 in der Billroth gewidmeten Festschrift die Arbeit „Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien“. 1894 folgten die Publikationen „Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen“ sowie „Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien“.

Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, zunächst Teinfaltstraße 9, später in Spiegelgasse 21.

In weiterer Folge wandte er sich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu und setzte seine Ausbildung an der II. Frauenklinik bei Rudolf Chrobak (1843-1910) fort. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Publikationen „Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und dessen Umgebung“ und „Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube“.

Maria-Theresia-Fauenspital

1894 trat Fabricius in das Maria-Theresia-Frauenspital ein, wo er 1896 zum Vizedirektor ernannt wurde. Hier publizierte er unter anderem „Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome“, „Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation“, „Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide“, „Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparatomie“, „Ueber die operative Behandlung von Crualhernien“, „Beiträge zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität

Diakonissenkrankenhaus

1903 wurde Fabricius zum Primarius und Direktor des 1897 vom „Verein für die evangelische Diakonissensache“ gegründeten Diakonissenkrankenhaus bestellt, eine langjährige Funktion, die er bis zum Jahr 1932 ausübte. In diesen Jahren veröffentlichte er zahlreiche weitere Arbeiten, darunter 1907 „Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität“, 1914 „Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats“ sowie 1925 „Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien“. Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Sammlung und in der Neuburger-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Im Jahr 1902 habilitierte sich Fabricius an der Universität Wien mit der Arbeit zur Extrauteringravidität und wurde zum Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie ernannt.[1] 1914 erfolgte seine Ernennung zum Titular a.o. Professor.[2]

Fabricius war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.

Josef Fabricius verstarb am 12. Dezember 1933 in Maria-Lanzendorf in Niederösterreich.[3]

Josef Fabricius: Illustrierte Kronen Zeitung, 20.12.1933, S. 9.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-98a, Fabricius Josef (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2784, Fabricius Josef (Promotion Datum: 8.3.1890).

Literatur:

Fabricius, Josef: Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien. Eine Studie. Sonderdruck aus: Beiträge zur Chirurgie – Festschrift für Theodor Billroth. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen. Aus der chirurg. Universitäts-Klinik des Herrn Hofraths Prof. Dr. Th. Billroth. Sonderdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien. Sonderdruck aus: Centralblatt für Chirurgie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und desen Umgebung. Aus der gynäkologischen Klinik des Herrn Prof. R. Chorbak in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Druck bei L. Schumacher 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube. Aus dem Laboratorium der Klinik des Herrn Prof. Chorbak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide. Aus dem MariaTtheresia-Frauen-Hospital in Wien. Sonderdruck aus: Wien: Druck und Verlag von Plaut & Co. 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparatomie – Heilung. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. Hermann v. Erlach. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber die operative Behandlung von Crualhernien. Aus dem Maria Theresia-Frauenspital unter der direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien. Druck von Friedrich Jasper 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Diagnose und differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Aus dem Maria Theresia-Frauen-Hospital in Wien (Director: Primararzt Dr. Hermann v. Erlach). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde – Abteilung F. Chirurgie u. verw. Disciplinen. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Giestel & Cie 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Friedrich: Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Wien: Gedruckt von Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Mansche Buchdruckerei 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 28.10.1902, S. 466.

[2] Wiener Allgemeine Zeitung, 23.2.1915, S. 2.

[3] Medizinische Klinik (Nachruf), Nr. 5, 1943, S. 184.

 

 

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [353]: Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau

Wechsberg, Julius – Frauenarzt in Mährisch-Ostrau

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Frauenarzt, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, Mährisch-Ostrau, NS-Verfolgter

Julius Wechsberg wurde am 21. Dezember 1879 in Mährisch Ostrau (heute Ostrava: Tschechien) geboren. 1913 heiratete er Else Haas (1891-1941), aus der Ehe ging der Sohn Paul Heinz (1914-1992) hervor.[1]

Wechsberg studierte ab dem Wintersemester 1898/99 an der Universität Wien Medizin und schloss das Studium am 13. März 1903 mit der Promotion ab. Anschließend führte er eine private Arztpraxis zunächst in Wien 9, Währinger Straße 55, und ab 1905 in Wien 9, Lichtensteinstraße 65a.

Danach arbeitete Wechsberg an der I. Frauenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Rudolf Chrobak (1843-1910). 1906 publizierte er hier die Studie „Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität“, die er zuvor im Juni 1906 in der Gynäkologischen Gesellschaft in Wien vorgestellt hatte.

Etwa 1908/09 kehrte er nach Mährisch-Ostrau zurück, wo er sich als Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie niederließ und eine Privatpraxis führte. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Assistenzarzt außer Dienst der Landwehr. 1917 erfolgte seine Ernennung zum Landsturm-Oberarzt.[2] Neben seiner ärztlichen Tätigkeit engagierte er sich in den Vereinsorganen des Ostrauer Automobil-Clubs.

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren waren Julius Wechsberg und seine Familie wegen ihrer jüdischen Herkunft der NS-Verfolgung ausgesetzt. Nach seiner Deportation in das Ghetto Theresienstadt wurde er freigelassen und anschließend erneut in Mährisch Ostrau inhaftiert, wo er am 4. September 1941 im Gefängnis von deutschen Gefängniswärtern ermordet wurde.[3] Seine Ehefrau Else Wechsberg beging bereits am 1. März 1941 Suizid.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0549, Wechsberg Julius (Nationalien Datum: 1898/99).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-447b, Wechsberg Julius (Rigorosum Datum: 11.3.1903).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-1185, Wechsberg Julius (Promotion Datum: 13.3.1903).

Yad Vashem: Wechsberg Julius.

Arolsen-Archiv, Internierungsdokumente, Lager und Ghettos, Ghetto Theresienstadt, Wechsberg Julius.

Literatur:

Wechsberg, Julius: Ueber den Nachweis von Azeton bei Extrauteringravidität. Aus der Klinik Chrobak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neue Freie Presse, 21.12.1913, S. 9.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 27, 1917, Sp. 1209

[3] Arolsen Archives, Internierungs- und Haftunterlagen zu Julius Wechsberg: „Datum a místo úmrtí: 4.9.1941, Mor. Ostrava“.

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Cardiovascular hemodynamics for the clinician

Stouffer, George A., 1958- [HerausgeberIn]Klein, J. Larry [HerausgeberIn]
2025
 
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Haemoglobinopathy diagnosis

Bain, Barbara J. [VerfasserIn]Rees, David C. [VerfasserIn]
2025
 
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Neuerwerbungen: Jänner 2026

Der Bestand der Bibliothek wird durch zahlreiche interessante Neuerwerbungen laufend erweitert. Stöbern Sie in unserer virtuellen Buchausstellung, lesen Sie die eBooks. Ein Großteil der neu erworbenen Literatur wird in der Buchausstellung im Lesesaal präsentiert. Diese Bücher können Sie vormerken und nach der Ausstellung ausleihen.
[en]  Interesting new acquisitions expand our library’s collection. Browse through our virtual book exhibition and read the eBooks! Most of the books are presented in the book exhibition in the reading room, where they can be reserved and borrowed after the exhibition.

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Nützliche Links: Buch vormerken, Foto: M.HartlRecherche im Bibliothekskatalog, Benutzer:innenkonto Login, Ausstellung und Verlängerung der Bibliothekskarte per E-Mail

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Hochschulschriften erfolgreich erfassen: Workshop für Studierende am 14.01.2026

Beim Erstellen von wissenschaftlichen Abschlussarbeiten eröffnen sich schnell viele Fragen. In den freiwilligen Workshops für Studierende „Hochschulschriften erfolgreich verfassen“ haben Sie die Möglichkeit zu erfahren, wie Sie Ihre Abschlussarbeit konform des Leitfadens für das Erstellen von Hochschulschriften für Studierende verfassen können. Nach themenspezifischen Impulsreferaten können Sie konkrete Fragen zu Ihrer Abschlussarbeit stellen. Von wissenschaftlicher Recherche in Literaturdatenbanken, Arbeiten mit dem Literaturverwaltungsprogramm Zotero, Datenschutz, Bildrecht, Urheberrecht, Erstveröffentlichungsrecht bis hin zum wissenschaftlichen Schreiben, Zitierstilen und Wissenswertem rund ums Plagiat reichen die Themen, die dabei behandelt werden.

>Alle Informationen & Anmeldung

Termin:

14.01.2026  16:00 – 20:00 Uhr
Mehrzweckraum (5.E0.03) Universitätsbibliothek der MedUni Wien  AKH Ebene 5

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung zu einem Workshoptermin über Moodle notwendig.

Letzter Zugriff: 07.01.2026
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Scientific Writing Hacks: ENAI webinar: From Policy to Practice: A Postplagiarism Readiness Framework for AI Integration in Higher Education

Hack #80:

ENAI webinars are free open webinars on various topics related to academic integrity and research ethics. Anyone interested in academic integrity and ethics is invited!

From Policy to Practice: A Postplagiarism Readiness Framework for AI Integration in Higher Education

Date:Wednesday, January 28, 2026Time:12:00pm – 1:00pmTime Zone:Mountain Time – US & Canada (change)

>>Registration

Letzter Zugriff: 20.12.2025
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Scientific Writing Hacks: ENAI webinar: [HYBRID] Teaching Postplagiarism Tenets Through AI-Enhanced Creative Problem-Solving Model

Hack #79:

ENAI webinars are free open webinars on various topics related to academic integrity and research ethics. Anyone interested in academic integrity and ethics is invited!

[HYBRID] Teaching Postplagiarism Tenets Through AI-Enhanced Creative Problem-Solving Model

Date:Wednesday, January 14, 2026Time:12:00pm – 1:00pmTime Zone:Mountain Time – US & Canada (change)

>>Registration

Letzter Zugriff: 20.12.2025
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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [352]: Wechsberg, Leo – Gynäkologe, Rothschild-Spital

Wechsberg, Leo – Gynäkologe, Rothschild-Spital

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 15.12.2025

Keywords: Gynäkologe, I. Frauenklinik, Allgemeines Krankenhaus, Rothschild-Spital, Medizingeschichte, Wien

Leo Alfred Wechsberg wurde am 24. Mai 1875 in Orlova bei Mährisch-Ostrau in Österreichisch-Schlesien (heute: Orlova/Tschechien) als Sohn von Ferdinand Wechsberg und Rosa Wechsberg (1850-1910) geboren. Sein Bruder war der Internist Friedrich Emil Wechsberg (1873-1929). 1906 heiratete er Käthe Eisenstädter (1883-?), mit der er einen Sohn Franz (1910-?) hatte.

Wechsberg absolvierte 1893 das Josefstädter Oberrealgymnasium in Wien[1] und begann anschließend an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 16. Juni 1899 mit der Promotion abschloss. Wie sein Bruder Friedrich Wechsberg war er während des Studiums Mitglied des Medizinischen Unterstützungsvereins an der Universität Wien und wurde 1897 in dessen Vereinsleitung gewählt.[2] Nach Abschluss des Studiums leistete er seinen Militärdienst im Garnisonsspital Nr. 2, beim Trainregiment Nr. 3 ab, den er mit der Ernennung zum Assistenzarzt der Reserve beendete.[3]

In der Folge arbeitete er an der I. Frauenklinik unter Friedrich Schauta (1849-1919) und trat 1902 als Sekundararzt in die neu errichtete gynäkologische Abteilung des Rothschild-Spitals bei Carl Fleischmann (1859-1941) ein.[4] Im selben Jahr publizierte er Arbeiten, die an der chirurgischen Abteilung des Kaiser Franz Joseph-Spitals unter den Primarius Julius Schnitzler (1865-1939), dem Bruder Arthur Schnitzlers (1862-1931), entstanden waren, darunter „Ueber einen Fall von Achsendrehung des Dünndarms“ und „Ein Beitrag zur Lehre vom Chloroformikterus“. 1903 folgte im Rothschild-Spital die Studie „Zur Histologie der hymenalen Atresie der Scheide“.

Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Wechsberg mit Vorträgen im Unterstützungsverein für Hebammen sowie im Neuen Frauenclub in Wien, wo er in Kontakt mit Auguste Fickert (1855-1910) stand.

Seit 1900 führte Wechsberg eine private Arztpraxis in Wien 9, Pelikangasse 5. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rothschild-Spital als emeritierter Assistent eröffnete er 1905 eine private fachärztliche Praxis für Frauenheilkunde in Wien 1, Stubenring 12,[5] die er 1911 nach Wien 9, Maria-Theresien-Straße 3, verlegte. Parallel dazu war er vor dem Ersten Weltkrieg weiterhin als Privatassistent von Carl Fleischmann tätig. In dieser Zeit erschienen mehrere Publikationen, darunter 1906 „Zur Indikation der Sectio caesarea“ und 1907 „Zur Verhütung des Zurücklassens von Kompressen in der Bauchhöhle“, beide an der gynäkologischen Abteilung des Rothschild-Spitals. 1909 veröffentlichte er die Arbeit „Vaginale Uterusamputation“, 1910 folgte in der Hebammen-Zeitung der Beitrag „Ueber die dritte Geburtsperiode und atonische Blutungen der Gebärmutter“.[6]

Am Ersten Weltkrieg nahm Wechsberg zunächst als Landsturmoberarzt (Ernennung 1914)[7] und ab 1915 als Landsturmregimentsarzt teil.[8]

Seit 1904 war Wechsberg Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien[9] sowie der Geburtshilflich-gynäkologischen Gesellschaft in Wien. Darüber hinaus gehörte er vor dem Krieg gemeinsam mit seiner Ehefrau Käthe als Mitglied dem „Österreichischen Patriotischen Hilfsverein, zugleich Landes- und Frauen-Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich“ an.[10]

Leo Wechsberg verstarb im Oktober 1934 in Wien.

Quellen:

Heiratsmatriken der IKG Wien, 1906, Wechsberg Leo, Eisenstädter Käthe.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0501, Wechsberg Leo (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-442b, Wechsberg Leo (Rigorosum Datum: 30.5.1899).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0185, Wechsberg Leo (Promotion Datum: 16.6.1899).

WStLA, 1.1.10.A1.28386/1934 – Totenbeschaubefund, Grabanweisung: Wechsberg Dr. Leo (Oktober 1934).

Literatur:

Wechsberg, Leo: Ueber einen Fall von Achsendrehung des Dünndarms. Aus der chirurgischen Abtheilung des k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Primarius Docent Dr. Julius Schnitzler). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Ein Beitrag zur Lehre vom Chloroformikterus. Aus der chirurgischen Abtheilung des k.k. Kaiser Franz Joseph-Spitales in Wien (Primarius Docent Dr. Julius Schnitzler). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Histologie der hymenalen Atresie der Scheide. Aus der gynäkologischen Abteilung des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (Primararzt Dr. Karl Fleischmann). Sonderduck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Kratz, Helf & Co. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Indikation der Sectio caesarea. Aus der gynäkologischen Abteilung der „Rothschild-Stiftung“ (Primarius: Dr. Karl Fleischmann) und dem Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheime „Lucina“ (Primarius: Dr. Berthold Bosse) in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Zur Verhütung des Zurücklassens von Kompressen in der Bauchhöhle. Aus der gynäkologischen Abteilung der „Rothschildstiftung“ (Primarius Dr. Karl Fleischmann) in Wien. Sonderdruck aus: Zentralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Ambrosius Barth 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Wechsberg, Leo: Vaginale Uterusamputation. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Jahresbericht Josefstädter Obergymnasium, Wien 1894, S. 52.

[2] Neues Wiener Journal, 20.11.1897, S. 5.

[3] Wiener Zeitung, 22.5.1900, S. 1.

[4] Die Neuzeit, 18.4.1902, S. 165.

[5] Wiener klinische Rundschau, Nr. 25, 1905, S. 449.

[6] Hebammen-Zeitung, 1.7.1910, S. 281-282.

[7] Der Militärarzt, Nr. 24, 1914, S. 472.

[8] Der Militärarzt, Nr. 8, 1915, Sp. 135.

[9] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

[10] Rechenschaftsbericht des Österreichischen Patriotischen Hilfsverein, zugleich Landes- und Frauen-Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich, Wien 1910, S. 32.

Normdaten (Person):  : BBL: ; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:   48553 (15.12.2025)
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Letzte Aktualisierung: 2025.12.15

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