Archiv der Kategorie: Books & Journals

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [14]: Beer, Georg Josef: Praktische Beobachtungen über verschiedene, vorzüglich aber über jene Augenkrankheiten, welche aus allgemeinen Krankheiten des Körpers entspringen…

Beer, Georg Josef: Praktische Beobachtungen über verschiedene, vorzüglich aber über jene Augenkrankheiten, welche aus allgemeinen Krankheiten des Körpers entspringen, oder öfters mit denselben verbunden sind. Für Aerzte und Wundärzte. Mit illuminirten und unilluminirten Kupfern. Wien: bey F. J. Kaiserer 1791.


[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: 48141/b]

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Georg Josef Beer

Georg Josef Beer (*23.12.1763 Wien, gest. 11.04.1821 Wien) ist der Gründer der ältesten Universitäts-Augenklinik der Welt, die 1812 in Wien eröffnet wurde. Er war ursprünglich von seinem Vater für den geistlichen Stand vorgesehen, begann aber entsprechend seinen Begabungen ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien und entschied sich letztlich doch für ein Studium der Medizin an der Universität Wien.
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Der berühmte Anatom Joseph Barth (1746-1818) wurde schon früh auf die zeichnerische Begabung von Georg Josef Beer aufmerksam und beschäftigte diesen insgesamt über sieben Jahre als anatomischen Zeichner in seiner Klinik; selbst noch nachdem Beer am 16.03.1786 zum Doktor der Medizin promiviert worden war. Beers Interesse und Geschick für die Augenheilkunde zeigte sich schon sehr früh während seiner Ausbildung. Doch Joseph Barth verweigerte ihm die eigentliche augenärztliche Ausbildung. Barth selbst war seit 1774 Professor für Anatomie und Augenheilkunde. Er war zwar ein begabter Staroperateur und wurde nach der erfolgreichen Heilung einer schmerzhaften Augenentzündung Josephs II. (1741-1790) zum Leibaugenarzt ernannt, eine eigens für Barth geschaffene Sonderstellung, aber trotzdem bestand die Augenheilkunde an der Medizinischen Fakultät lediglich als theoretisches Unterrichtsfach. Georg Josef Beer gab jedoch die Ophthalmologie nicht auf und erwarb sich seine praktischen Fähigkeiten als Autodidakt. So bestand er am 09.06.1790 das okulistische Examen an der Universität Wien. Daraufhin eröffnete er eine Praxis als Augenarzt in seiner Wohnung, wo er auch mittellose Arme kostenlos behandelte und sogar zwei Zimmer zur stationären Aufnahme und Pflege armer Augenkranker einrichtete. Beers Praxis wurde zu einer gefragten Anlaufstelle für Patienten mit Augenkrankheiten und er erhielt die Erlaubnis in den Monaten Mai und Juni unentgeltlich Staroperationen im Allgemeinen Krankenhaus durchführen zu dürfen. Ab 1797 begann er seine Erfahrungen in privaten Lehrkursen weiter zu geben und suchte erstmals und vergeblich um eine öffentliche Beauftragung durch die Universität an. „Bis Georg Joseph Beer […] seine Vision – die Gründung einer Augenklinik an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und damit verbunden die Schaffung der Augenheilkunde als neue, selbstständige ärztliche Disziplin – im Jahr 1812 werden sah, musste er genau 25 Jahre um Anerkennung ringen.“[1] 1806 erkannte die Wiener Sanitätsbehörde Beers Bemühungen erstmals an und verlieh seiner privaten Armenordination Öffentlichkeitsrecht. Gleichzeitig wurde er zum ersten Stadtarmen-Augenarzt Wiens ernannt – es war ihm nun nach 20jährigem Wirken endlich gelungen eine öffentlich besoldete Stelle zu bekommen. 1812 wurde er schließlich zum außerordentlichen Professor für praktische Augenheilkunde an der Universität ernannt und Vorstand der neu gegründeten selbständigen Universitäts-Augenklinik im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Durch seine zahlreichen Publikationen und seine lange Lehrtätigkeit – er bildete eine ganze Generation von Ärzten aus – wurde er zum international führenden Vertreter der wissenschaftlichen und praktischen Ophthalmologie, die er als neue medizinische Spezialdisziplin begründet hatte.

Georg Josef Beers Hauptwerk ist zweifellos: Lehre von den Augenkrankheiten, als Leitfaden zu seinen öffentlichen Vorlesungen. Bd. 1-2. Wien: Camesina/Heubner und Volke 1813-1817. Die Aufmerksamkeit soll aber auf ein Frühwerk Beers gerichtet werden: Praktische Beobachtungen über verschiedene, vorzüglich aber über jene Augenkrankheiten, welche aus allgemeinen Krankheiten des Körpers entspringen, oder öfters mit denselben verbunden sind. Für Aerzte und Wundärzte. Mit illuminirten und unilluminirten Kupfern. Wien: bey F. J. Kaiserer 1791. Das Werk wurde kritisiert, auch weil Passagen bei August Gottlieb Richter (1742-1812), Professor für Chirurgie, abgeschrieben worden waren. Beer erwähnte seine frühen Werke später auch mit keinem Wort mehr. Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt zwei Ausgaben dieses Werkes. Eines kam als Schenkung der I. Augenklink in die Bestände der Bibliothek (es hat als Anhang zwei Tafeln mit kolorierten Kupferstichen) – das zweite Exemplar kam als Dauerleihgabe der Gesellschaft der Ärzte in die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin. Dieses Exemplar hat als Anhang zwei Tafeln mit den kolorierten Original-Illustrationen, die von Georg Josef Beer persönlich gezeichnet wurden!Beer2

Quellen:

Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Die akademische Augenheilkunde in Wien um 1800. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 263-265.

Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Georg Joseph Beer (1763-1821). Leben und Werk des Begründers der ältesten Universitäts-Augenklinik. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 266-272.

Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Die Gründung der weltweit ersten Universitäts-Augenklinik in Wien 1812 und ihre Erhebung zum Ordinariat 1818. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 273-282.

Holubar, Karl; Fatović-Ferenčić, Stella und Gerd Pelwig: Looking at eyes and faces. Ophthalmologic water-colours drawn largely by physician-artists. Vienna late 18th and 19th centuries. Wien: Austrian Academy of Sciences Press: 2006.

Text: Harald Albrecht

[1] Schmidt-Wyklicky, Gabriela und Helmut Gröger: Die Gründung der weltweit ersten Universitäts-Augenklinik in Wien 1812 und ihre Erhebung zum Ordinariat 1818. In: Spektrum der Augenheilkunde (26/2012). S. 273.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [13]: Bruno Görgen und die Privat-Heilanstalt für „Gemüthskranke“ (Wien 1820) und die Anfänge der Bibliothek des Neurologischen Institutes – „Obersteiner Bibliothek“

Bruno Görgen und die Privat-Heilanstalt für „Gemüthskranke“ (Wien 1820) und die Anfänge der Bibliothek des Neurologischen Institutes – „Obersteiner Bibliothek“

Text: Dr. Walter Mentzel

Im Jahr 1820 erschien bei Franz Wimmer in Wien eine zweisprachige (deutsch-französische) Publikation des in Wien lebenden und praktizierenden Arztes Bruno Görgen unter dem Titel: Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke. Wien: Wimmer 1820. [auch auf franz]. Darin beschreibt er die von ihm forcierten modernen und humanistisch geprägten Methoden und Arbeitsweisen in seiner von ihm ein Jahr zuvor 1819 eröffneten und geleiteten „Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke“. Diese Arbeit befindet sich im Bestand der Josephinischen Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

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Görgen, Bruno: Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke. Wien: Wimmer 1820.

Bruno Görgen wurde am 24.8.1777 in Trier als Sohn eines Architekten geboren und war mit Gertrude Görgen verheiratet. Er absolvierte an der Universität in Wien ein Medizinstudium, das er 1799 mit seiner Promotion abschloss. Danach arbeitete er zwischen 1805 und 1808 als Mitglied der Medizinischen Fakultät als Primararzt und „Irrenarzt“ am Allgemeinen Krankenhaus in Wien im sogenannten „Narrenturm“. Hier entwickelte er sich zum Kritiker der von Inhumanität und durch Exklusion gekennzeichneten Verhältnisse psychiatrischer Anstalten. Seine Vorbilder waren damals nach humanen Grundsätzen und reformorientierten Anstalten und Behandlungsmethoden von Philippe Pinel (1745-1826) in Paris und jene in Großbritannien.

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Obersteiner, Heinrich: Bruno Görgen. In: Deutsche Irrenärzte. Einzelbilder ihres Lebens und Wirkens. Hrsg. Kirchhoff Theodor. Band 1. Berlin: Springer 1921. S. 104.

1813 bot sich ihm die Gelegenheit Pläne und Gutachten für eine, seinen Reformvorstellungen gerecht werdenden modernen psychiatrischen Anstalt, für die Hofkanzlei zu erstellen. Im selben Jahr erhielt er die Konzession zu Errichtung einer solchen, scheiterte jedoch zunächst an deren Verwirklichung wegen einer entsprechenden Lokalität. Erst 1819 eröffnete er, nachdem er in Gumpendorf, einer damals vor Wien gelegenen Vorstadt, im ehemaligen Mollardschlössel (Palais Windischgrätz; heute: Gumpendorfer Straße 104) einen geeigneten Platz gefunden hatte, seine Anstalt und nahm im Juli 1819 die ersten Patienten auf.

Hier praktizierte und übte er frei von Zwangs- und Erniedrigungsmaßnahmen, ohne Ketten und Gurte auch neue Behandlungsmethoden und setzte vor allem auf das Prinzip der Gewährung größtmöglicher Bewegungsfreiheit seiner Patienten. Er wandte verschiedenen Arten der Beschäftigungstherapien wie Werkstätten an, setzte vor allem Musik[1] aber auch Sport als eine Therapiemöglichkeit ein und versuchte insgesamt bei Betreuung und Therapie den Anlagen und Bedürfnissen der Patienten entgegen zu kommen und auf sie abzustimmen. Dementsprechend anspruchsvoll war das Anforderungsprofil und streng die Auswahlkriterien bei der Rekrutierung seines Pflegepersonals, das ein hohes Bildungsniveau samt musischer Begabungen (Musik- und Sprachkenntnisse)[2] vorweisen musste und als Freund und Gesellschafter die Patienten begleiten sollte.

Ebenso zeichnete sich seine Anstalt durch einen hohen Personalaufwand (100 Patienten zu 70, bis 80 Pfleger und Wärter: 1847 betrug das Verhältnis 25 Patienten zu 20 Pfleger) aus. Er setzte sich aber gleichzeitig zum Ziel eine Anstalt ohne Wärterpersonal zu kreieren. Seine Anstalt galt in den 1830er Jahren im deutschsprachigen Raum als einzigartig (Medizinisch-chirurgische Zeitung. 5.12.1831. S. 9). Diese Anstalt, deren Patienten sich vor allem aus dem zahlungskräftigen Publikum des Hochadels und des Großbürgertums der österreichisch-ungarischen Monarchie rekrutierten, freute sich in diesen Kreisen zunehmender Beliebtheit. Ab 1821 bot er auch Patienten mit einem geringeren Einkommen Platz in seiner Anstalt an.

Auf der Suche nach einem besseren Standort, der seinen Vorstellungen einer Betreuung gerecht werden und vor allem seinem Anspruch nach einer offenen, ruhigen, von einer Parkanlage umgebenen Anstalt genügen sollte, fand er diesen in Ober-Döbling bei Wien. Die neue Anstalt wurde nach umfangreichen Umbauarbeiten, mit denen 1829 begonnen wurde, und der Einholung der Genehmigung der Landesregierung[3] 1831 bezogen und bestand als sogenannte „Döblinger Privatanstalt“ bis zum Jahr 1917. Sie galt viele Jahre im deutschsprachigen Raum als modernste Anstalt.[4] 1876 erschien von den späteren Anstaltsleitern ein von Heinrich Obersteiner jun. (1847-1922) und Maximilian Leidesdorf (1818-1889) die Schrift „Die Privatheilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke zu Ober-Döbling bei Wien seit ihrer Gründung 1819 nebst einen Berichts über ihre Leistungen in der fünfzehnjährigen Periode vom 1. Juli 1860 bis 30. Juni 1875. Wien: Czermak 1876“, die mit einer Reihe von Plänen und historischen Ansichten versehen ist.

Die Privatheilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke zu Ober-Döbling bei Wien seit ihrer Gründung 1819 nebst einen Berichts über ihre Leistungen in der fünfzehnjährigen Periode vom 1. Juli 1860 bis 30. Juni 1875. Wien: Czermak 1876.

bild_04_weblog-13_30023_02Die Privatheilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke zu Ober-Döbling bei Wien seit ihrer Gründung 1819 nebst einen Berichts über ihre Leistungen in der fünfzehnjährigen Periode vom 1. Juli 1860 bis 30. Juni 1875. Wien: Czermak 1876.

Görgen verstarb am 29. Mai 1842 in Ober-Döbling Nr. 163.

Nach seinem Tod übernahm sein Sohn, der Mediziner Gustav Görgen (1814-1860), der selbst zuvor im Ausland psychiatrische Anstalten studiert hatte, bis 1859/1860 die Leitung, danach folgten ihm als Eigentümer Maximilian Leidesdorf und Heinrich Obersteiner sen. (1820–1891) und ab 1872 Heinrich Obersteiner jun. nach. Damit begann auch die Erweiterung der heutigen „Obersteiner-Bibliothek“, die heute an ihrem Standort an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin auch über die ersten Entwicklungen der modernen Psychiatrie Aufschluss gibt und in der Büchersammlung von Bruno Görgen ihren Ursprung hat. Heinrich Obersteiner jun. verfasste 1921 eine kurze biografische Skizze zu Bruno Görgen.

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Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosenbände des Dekanats, Doktoren der Medizin 1752-1821, Med. 9,5-256 (Promotion 27.12.1799), Görgen Bruno.

UAW, Rektorat, Rigorosen- und Promotionsprotokoll der Medizinischen Fakultät, 1840-1854, Sign. 176-230, Görgen Gustav.

Matriken der Erzdiözese Wien, Sterbebuch, Sterberegister, Sign. 03-02, Bez. 19, Döbling, Folio 64, Görgen Bruno.

Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bestand 2.9.4.3. – Krankenhaus Obersteinergasse 1824-1982.

Österreichischer Beobachter. 11.2.1821. S. 4.

Englisch, Franz: Die Döblinger Privatirrenanstalt. Ein Beitrag zur Geschichte der Wiener Pflegeanstalten für Geisteskranke. In: Wiener Geschichtsblätter 1969. Nr. 1.

Skopec, Manfred: Bruno Görgen (1877-1842). In: Straßennamen. Wien 1978 (= Arzt, Presse, Medizin Nr. 11. 11./16. März 1978).

Literaturliste:

Görgen, Bruno: Privat-Heilanstalt für Gemüthskranke = Etablissement privé à Vienne pour la Reception des Aliénés. Wien: Bey Franz Wimmer 1820.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB-4562]

Obersteiner, Heinrich jun. und Maximilian Leidesdorf: Die Privatheilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke zu Ober-Döbling bei Wien seit ihrer Gründung 1819 nebst einen Berichts über ihre Leistungen in der fünfzehnjährigen Periode vom 1. Juli 1860 bis 30. Juni 1875. Wien: Czermak 1876.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 30023]

Obersteiner, Heinrich jun.: Bruno Görgen1777-1842. Sonderabdruck aus: Deutsche Irrenärzte. Berlin: Springer 1921.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 5196]

Keywords:

Bruno Görgen, Döbling, Gumpendorf, Gustav Görgen, Heinrich Obersteiner, Narrenturm, Psychiatrische Heilanstalt, Wien, Arzt, Medizingeschichte, Medizinische Bibliothek, Wiener Ärztebibliothek

[1] Allgemeine musikalische Zeitung. 22.9.1830. S. 611-612.

[2] Wiener Zeitung. 24.6.1824. S. 1016.

[3] Wiener Zeitung. 10.5.1832. S. 11.

[4] Medizinisch-chirurgische Zeitung. 5.12.1831. S. 330.

Normdaten (Person) Görgen, Bruno: BBL: 27094; GND: 1253590826

Görgen, Bruno in: Wikipedia – Die Freie Enzyklopädie: URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Görgen (Stand: 07.03.2022)

Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)/Liste aller Beiträge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien

Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der MedUni Wien, BBL: 27094 (26.01.2017); Letzte Aktualisierung: 2022 03 17
Online unter der URL: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=27094
Logo Margrit Hartln Blog: MMag. Margrit Hartl

Sebastian Ehrentraud: Praktikum an der Ub MedUni Wien

Praktikum in der Bibliothek der medizinischen Universität Wien vom 3.11. – 2.12.2016

An meinem ersten Tag stand ich ein paar Minuten nervös vor der Bibliothek und versuchte mir vorzustellen was mich die nächsten vier Wochen erwarten würde. Bei meiner Vorstellungsrunde durch die Büroräume bemerkte ich erst wie viel im Hintergrund passieren muss, bevor neue Bücher zur Entlehnung bereitstehen können.

Ich wurde gleich von Anfang an von allen Kollegen herzlich willkommen geheißen und dies ließ meine Nervosität schnell verfliegen. Besonders hat mir gefallen, dass ich mich wie ein vollwertiges neues Teammitglied gefühlt habe.

Ich wanderte in der Praktikumszeit von Abteilung zu Abteilung und lernte so sehr viele Bereiche und Prozesse, die im Hintergrund laufen, kennen. Vom Bibliothekskatalog PRIMO zur Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken über die Fernleihe und Inhaltlicher Erschließung neuer Anschaffungen bis zur Adjustierung, eJournals und Entlehnung. Sehr interessant waren auch die Zweigbibliothek der Zahnmedizin, in der ich den Ablauf komprimiert in einer One Person Library beobachten konnte, und auch die Zweigstelle für Geschichte der Medizin im Josephinum. Die Revision historischer Bestände sowie die Provenienzforschung zu NS-Raubgut waren unglaublich faszinierend.

Die meiste Zeit verbrachte ich mit der Aushilfe bei der Adjustierung, im Lesesaal und der Fernleihe, bei dem mir das Suchen und Finden alter Artikel im Magazin der Bibliothek besonders gefiel. Die abwechslungsreichen Aufgaben ließen den Tag vergehen und schon beim nachhause gehen freute ich mich auf den nächsten Arbeitstag im Bauch des AKHs.

Ich lernte in meinem Praktikum mir bis dahin unbekannte Aufgaben moderner Bibliothekare kennen, sowie sehr nette Menschen, die mir ihr Vertrauen schenkten um mir die von ihnen gegebenen Aufgaben auch selbständig durchzuführen. Dadurch konnte ich den Kollegen oft schnell zu Hand gehen, wenn gerade etwas Not am Mann war. Im Fazit kann ich eigentlich nur sagen, dass ich jedem ein Praktikum wie dieses wünsche, ich hatte eine tolle Zeit. Ich bedanke mich für die erhaltene Möglichkeit und wir werden uns wiedersehen.

Sebastian Ehrentraud

Weitere Berichte über Praktika an der UB Med Uni Wien im Van Swieten Blog:

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [12]: Vesalius, Andreas: De Humani corporis fabrica Libri septem. Basel: Per Ioannem Oporinum 1555.

Vesalius, Andreas: De Humani corporis fabrica Libri septem. Basel: Per Ioannem Oporinum 1555.obersteiner_m-hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Heinrich Obersteiner Bibliothek, Sign.: HOB-A-00002]

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Abb. 1     Vesalius, Andreas: De Humani corporis fabrica Libri septem. Basel: Per Ioannem Oporinum 1555.

Andreas Vesalius

Andreas Vesalus (*31.12.1514/01.01.1515 Brüssel, gest. 15.10.1564 Zakynthos) gilt als Begründer der modernen Anatomie. Er war der Sohn eines kaiserlichen Hofapothekers, dessen Familie schon seit Generationen medizinische Berufe ausübte. Bereits als Kind interessierte er sich für das Innere des Körpers und sezierte kleinere Tiere. Nach seinem Schulbesuch in Brüssel begann er seine universitäre Ausbildung 1530 in Löwen, wechselte von 1533 bis 1536 an die medizinische Fakultät von Paris und promovierte schließlich 1537 in Padua, wo er nahtlos eine Professorenstelle für Chirurgie erhielt. Später ging er nach Venedig, sezierte 1540 öffentlich in Bologna und wurde 1544 Leibarzt Kaiser Karl V. (1500-1558) und nach dessen Abdankung 1556 Leibarzt seines Sohnes Philipp II. von Spanien (1527-1598).

Vesalius wurde nach den anatomischen Lehren Galens (129-199) ausgebildet, was zu dieser Zeit allgemein üblich war. Galens Lehren – dieser hatte nie einen Hehl daraus gemacht lediglich Tiere seziert zu haben – wurden von Andreas Vesalius, als einem der ersten seiner Zeit, aufgrund seiner eigenen Erfahrungen in Zweifel gezogen. Er prangerte die unreflektierte Tradierung Galens durch seine Kollegen an und forderte eine neue Anatomie, die sich ausschließlich auf eigene Befunde und Beobachtungen durch Sektionen stützen sollte. Damit führte er morphologisches Denken in die Darstellung der Anatomie ein. Vesals Innovationsschub löste den größten Fortschritt in der Anatomie seit der Antike aus. Angesichts der Erregungen, die Vesals Sektionen auslösten, kam es sogar zu einer kaiserlichen Anfrage an die theologische Fakultät von Salamanca durch Karl V., ob ein katholischer Christ Leichen sezieren dürfe. Die Fakultät bescheinigte, dass die Zergliederung von Leichen für die Erlernung der Heilkunde unerlässlich und daher zulässig sei.

In den Jahren 1538-1542 entstand Vesalius‘ Hauptwerk: De Humani corporis fabrica Libri septem. Es handelt sich um ein prachtvolles Lehrbuch, das mit ca. 200, teilweise ganzseitigen, Illustrationen ausgestattet ist. Die hervorragenden Holzschnitte werden zum Teil Jan Stephan van Calcar (1499-1548), einem Schüler Tizians (1488-1576), zugeschrieben. Vesal zeichnet in diesem Werk, bezugnehmend aus Plinius (23-79), eine Abstammungslinie vom Affen zum Menschen. Vesals Fabrica erschien 1543 in Basel, wo er auch ein anatomisches Kolloquium abhielt und eine Leiche präparierte. Es handelt sich angeblich um Jakob Karrer von Gebweiler, einem Straftäter. Dieses „Vesalsche Skelett“ ist heute noch in der anatomischen Sammlung in Basel erhalten.

Kaiser Karl V würdigte Andreas Vesalius am 21. April 1556, wenige Monate nach dem Erscheinen der zweiten Auflage der Fabrica, mit der Erhebung in den Adelsstand. Er machte ihn zum Pfalzgrafen – Comes Palatinus. In der Urkunde dazu heißt es: „Die sieben Bücher über den Bau des menschlichen Körpers zeugen von einer solchen Gelehrsamkeit und anatomischen Kenntnis, von solch großer Begabung und solchen Fleiß, dass ihnen nichts Gleichwertiges an die Seite gestellt werden kann. Ohne Zweifel sind sie das bedeutendste Werk, das über die Anatomie geschrieben worden ist, und berühmt durch ihre Illustrationen. Alle Studenten der Medizin, alle gelehrten Professoren und die berühmten Ärzte schulden deshalb Vesal großen Dank!“[1] Die Urkunde befindet sich heute im Österreichischen Staatsarchiv.

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Abb. 2     Vesalius, Andreas: De Humani corporis fabrica Libri septem. Basel: Per Ioannem Oporinum 1555.

Jan Stephan van Calcar

Jan Stephan von Calcar (*1499 Kleve, gest. 1548 Neapel) war ein Maler und Graphiker der Renaissance. Calcar hat wahrscheinlich ursprünglich in Dordrecht gelebt und gearbeitet bevor er in Venedig in die Schule Tizians eintrat. Seine Werke ähneln denen seines Meisters Tizians so sehr, dass sie oft kaum von diesen zu unterscheiden sind. Calcar lebte nach dem Weggang Tizians aus Venedig, als dieser Hofmaler Karls V. wurde, in Neapel. Es ist heute umstritten, welche und wie viele Illustrationen aus der Fabrica von Calcar stammen. Seine Beteiligung an diesem Werk scheint aber gesichert, er hatte auch schon bei früheren Publikationen Vesals mit diesem zusammen gearbeitet.

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Abb. 3     Vesalius, Andreas: De Humani corporis fabrica Libri septem. Basel: Per Ioannem Oporinum 1555.

Vesals De Humani corporis fabrica Libri septem in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt drei Ausgaben der zweiten Auflage von Vesals De Humani corporis fabrica Libri septem aus dem Jahr 1555.

Ein Exemplar befindet sich in der Heinrich Obersteiner Bibliothek:

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Heinrich Obersteiner Bibliothek, Sign.: HOB-A-00002]

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Zwei Exemplare befinden sich in der Josephinischen Bibliothek:Joseph_MHartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB855/a,b]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=6183795&pos=1&phys=#

Die zweite Auflage ist ebenso wie die erste in Basel bei Johannes Oporinus (*25.01.1507 Basel, gest. 06.07.1568 Basel), einem Baseler Humanisten und Buchdrucker, erschienen. Sie zeichnet sich durch die besonders schönen Drucktypen des französischen Typografen, Stempelschneiders und Verlegers Claude Garamond (1490-1561) aus, dessen Entwürfe bis ins 17. Jahrhundert Maßstab für die Druckereien in Holland, Deutschland und Italien blieben.

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Abb. 4     Vesalius, Andreas: De Humani corporis fabrica Libri septem. Basel: Per Ioannem Oporinum 1555.

Quellen:

Putscher, Marlene: Ein Totentanz von Tizian. Die 17 großen Holzschnitte zur Fabrica Vesals (1538-1542). In: Metanoeite. Wandelt euch durch neues Denken. Festschrift für Professor Hans Schadewaldt zur Vollendung des 60. Lebensjahres. Düsseldorf: Triltsch 1983. S. 23-40.

Lindeboom, Gerrit A.: Andreas Vealius and his opus magnum. A biographical sketch and an introduction to the Fabrica. Nieuwendijk: de Forel 1975.

Petrucelli, R. Joseph: Giorgio Vasari’s attribution of the Vesalian illustrations to Jan Stephan of Calcar: a further examination. In: Bulletin of the history of medicine. (45) 1971. S. 29-37)

Weinberg, M. H.: Lebensbild. Andreas Vesalius 1514-1564. In: Münchner medizinische Wochenschrift. (106/40) 1964. S. 2007-2012.

Rath, Gernot: Andreas Vesal im Lichte neuer Forschungen. (= Beiträge zur Geschichte der Wissenschaft und der Technik, Bd. 6). Wiesbaden: Steiner 1963.

Mani, Nikolaus: Vesals erste Anatomie in Bologna 1540. Ruben Erikssons Veröffentlichungen eines Augenzeugenberichts. In: Gesnerus. (17) 1960. S. 42-52.

Proper, Robert: Jan Stephan van Calcar: a little known self-portrait. In: Bulletin of the history of medicine. (32) 1959. S. 466-469.

Text: Harald Albrecht

[1] Rath, Gernot: Andreas Vesal im Lichte neuer Forschungen. (= Beiträge zur Geschichte der Wissenschaft und der Technik, Bd. 6). Wiesbaden: Steiner 1963. S. 6.

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [11]: Ludwig Braun und der erste wissenschaftliche Dokumentarfilm aus dem Jahr 1896: „Über Herzbewegung und Herzstoss“, Jena 1898. Ein Buch schreibt Filmgeschichte.

Ludwig Braun und der erste wissenschaftliche Dokumentarfilm aus dem Jahr 1896: „Über Herzbewegung und Herzstoss“, Jena 1898. Ein Buch schreibt Filmgeschichte.

Text: Dr. Walter Mentzel

Im Jahr 1898 erschien vom österreichischen Mediziner Ludwig Braun im Verlag Gustav Fischer in Jena das Buch „Über Herzbewegung und Herzstoss“, das als Habilitationsschrift an der Medizinischen Fakultät eingereicht und approbiert worden ist. Dieses Buch erzählt aber auch die Geschichte eines Durchbruchs in der medizinisch-wissenschaftlichen Forschung und Lehre durch eine neue technische Entwicklung: die des wissenschaftlichen Dokumentarfilms. Das Buch befindet sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Ludwig Braun wurde am 12. August 1867 als Sohn von Hermann Braun und Dorothea (1832-1924), geborene Schrötter, in Ungarisch-Ostrau (Uherský Ostroh, heute: Tschechien) geboren. 1885 begann er an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 21. März 1891 mit seiner Promotion abschloss. Unmittelbar danach trat er als Aspirant in den Dienst des Allgemeinen Krankenhauses in Wien ein. Seine weitere berufliche Laufbahn führte ihn als Sekundararzt und als Abteilungsarzt 1895 an die III. medizinische Abteilung, wo er bis 1897 tätig war. 1900 habilitierte er sich im Fach Innere Medizin, nachdem er bereits nach der Einreichung seiner Habilitationsschrift zum Privatdozenten ernannt worden war.

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Ludwig Braun. Aus: Mitteilungsblatt der Vereinigung jüdischer Ärzte. Mai 1936.

Seine Forschungsarbeit im Rahmen seiner Habilitation führte ihn auf das Feld der Herzchirurgie. Spätestens seit 1894 beschäftigte er sich konkret mit dem Mechanismus der Herzbewegungen. Dazu angeregt wurde Ludwig Braun durch einen von ihm über mehrere Tage beobachten Krankenfall im Mai des Jahres 1894 im Allgemeinen Krankenhaus, bei dem er bei einem durch eine Schussverletzung laborierenden Patienten die Bewegung des Herzens „auf das genaueste Verfolgen konnte“[1]. Indessen Folge war er auf der Suche nach einer Methode die Bewegungsabläufe und Zwischenformen der Abläufe des Herzens exakt darzustellen. Diese Suche brachte ihn an das Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie zu Salomon Stricker (1834-1898), der das Institut seit 1868 leitete und neu eingerichtet hatte. Dieses Institut gehörte zu den technisch innovativsten Forschungseinrichtungen seiner Zeit. Die Suche und Entwicklung von Formen und Methoden zur Visualisierung des Experimentalunterrichtes und deren Einsatz in Lehre und Forschung besaß seit den 1880er Jahren bei Stricker einen exponierten Stellenwert. Hier wurden schon seit 1881 an Projektionsmethoden- und Apparaturen zur Verbesserung der Forschung und vor allem des anschaulichen Lehrunterrichts experimentiert. Hier führte Stricker erstmals das „methodische Schulexperiment“ als medizinisches Unterrichtsfach an der Fakultät ein. Salomon Stricker begleitete nicht nur die Habilitationsarbeit von Braun, sondern hier am Institut wurden im Herbst 1896 die entscheidenden Experimente, die letztlich zum ersten wissenschaftlichen Dokumentarfilm führten, durchgeführt.

Am Beginn seiner Arbeit bewegte sich Braun noch in den traditionellen Methoden der Darstellung von Bewegungsabläufen, wie sie in der Mitte der 1890er Jahre in der Medizin verfügbar waren. Dazu zählte vor allem die Fotografie, als Mittel Bewegungsabläufe mit Hilfe der sogenannten Serienfotografie nachzustellen, bzw. die Stroboskopie. Noch an seinem am 21. Oktober 1896 gehaltenen Vortrag zu seinen Forschungen im Wiener Medizinischen Klub unter dem Titel „Der Ausdruck der Herzbewegungen an der Thoraxwand“ erwähnte Braun sein wenige Tage später unternommenes Experiment einer erstmaligen filmischen Aufnahme eines pulsierenden Herzens mit keinem Wort. Diese erste Darstellung seines Forschungsgebietes erfolgte von ihm im November und Dezember 1896 und wurde in zwei Teilen in der Wiener medizinischen Wochenschrift (Nr. 49, 28.11.1896, S. 2121-2125, Nr. 50, 5.12.1896, S. 2177-2183) abgedruckt.

Sein Experiment, einen narkotisierten Hund am offenen Herzen zu filmen, erfolgte am 19./20. November 1896 mit einem von der Firma Lechner konstruierten „Kinematographen“ am Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie. Die in Wien ansässige Firma Lechner, die sich im Besitz von Wilhelm Müller befand, der noch als Buchhändler und Verlegertätig tätig war, zählte zu dieser Zeit zur angesehensten und technisch innovativsten Firma und war auf dem Gebiet der Herstellung hochwertiger Fotoapparate und Fotoartikel spezialisiert. Wilhelm Müller konstruierte 1896 einen Apparat zur Herstellung von Filmen, bzw. zu deren Projektion, den er erstmals im Juli 1896 in Wien einem kleinen Kreis von Fotografen zur Vorführung von Filmen (Straßenszenen) vorstellte. Diese neue technische Entwicklung, ging auf die als Erfinder des modernen Films geltenden Brüdern August und Louis Lumiére zurück, die im März 1895 erstmals in Lyon einen „Kinematographen“ konstruierten, der sowohl als Kamera als auch als Projektor konzipiert worden war, und nunmehr von der Firma Lechner in einer modifizierten Version gebaut wurde.

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Filmstreifen aus der Habilitationsschrift: Über Herzbewegung und Herzstoss. Die Aufnahmen enthielten zirka 25-30 Bilder pro Sekunde. (Wiener Zeitung, 25.11.1896, S. 9).

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Filmstreifen aus der Habilitationsschrift: Über Herzbewegung und Herzstoss.

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Grafische Darstellung des von der Firma Lechner 1896 hergestellten Filmapparates. Aus: Über Herzbewegung und Herzstoss.

Bereits am 11. Dezember 1896, wenige Wochen nach seinem Vortrag vor dem Wiener Medizinischen Klub, präsentierte Braun in einer Sitzung der Gesellschaft der Ärzte erstmals seine neue Methode der Visualisierung der Herzbewegungen. Dieser Bericht über sein gemeinsam mit der Firma Lechner gelungenes Experiment im November 1896 veröffentlichte er wenige Tage später, am 17. Dezember 1896 (Nr. 51, S. 1206-1207) in der Wiener klinischen Wochenschrift und am 19. Dezember 1896 in der Wiener medizinischen Wochenschrift (Nr. 52, S. 2291). Der Titel seines Vortrages – „Zur Methodik der graphischen Darstellung der Herzbewegung“ – weist bereits auf den von ihm beigemessenen Stellenwert dieser Methode und auf der von ihm gesuchten Darstellungsform des Bewegungsablaufes und des Studiums des Herzens hin: des ersten wissenschaftlichen Films, den Braun noch als „lebende Photographie“ bezeichnete.

Im Jänner 1897 kam es zu ersten öffentlichen Vorstellung des Films und zu einer ersten öffentlichen Thematisierung dieses Erfolges für dessen weitere Bedeutung in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre.[2] Ein Jahr später, im September 1897, stellte Braun seine Arbeit im Rahmen der 69. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zum Thema „Die wissenschaftliche Photographie und ihre Anwendung auf den verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften und Medizin“ in Braunschweig vor. Diesen Vortrag veröffentlichte Braun unter dem Titel „Die Anwendung der Kinematographie für das Studium und die objektive Darstellung der Herzbewegung“ im Oktober 1897 in der Wiener medizinische Wochenschrift (Nr. 44, 30.10.1897, S. 2025-2028).

Noch im selben Jahr 1897 wurde am Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie als Folge der Studie von Braun die „Kinemathographie“ als Unterrichtsmethode und damit erstmalig der Film als Lehrmittel an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien eingeführt. Während dieser Zeit erfolgten am Institut weitere Filmaufnahmen, die heute nicht mehr erhalten sind.

Braun erkannte aber auch bereits den über die Forschung hinausgehenden Wert, der sich mit der Möglichkeit mit der künftigen Produktion von wissenschaftlichen Filmen im medizinischen Unterricht an Universitäten aber auch – und hier erwies er sich als Vordenker – zur Popularisierung der wissenschaftlichen Forschung eröffnete: Wissenschaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Film gilt heute als Verschollen. Verschollen, wie zahlreiche Filme aus der Zeit der „Zweiten Medizinischen Schule“, die einer jahrzehntelang unnachgiebig praktizierten und von Unbedarftheit getriebenen Räumungs-, Auslagerungs- und Entsorgungswut unwiederbringlich zum Opfer gefallen sind. Heute sind nur mehr die an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin überlieferten Schriften von Ludwig Braun, und vor allem seine Habilitationsschrift, Zeugen jener Tage und damit die einzig erhalten wahren „Denkmäler“.

Medizinische Laufbahn und Lehrtätigkeit

Im Jahre 1910 erfolgte die Ernennung von Ludwig Braun zum a.o. Professor. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Medizinischen Fakultät arbeitete er Chefarzt der Krankenkasse „Einigkeit“ sowie seit 1910 als Primararzt und – neben Robert Breuer (1869-1936) – als Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung im Spital der „Israelitischen Kultusgemeinde, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1936 tätig war. Darüber hinaus war er Mitglied der „k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien“, der „Gesellschaft für innere Medizin“, der „Morphologisch-physiologischen Gesellschaft in Wien“ und des „Vereins für Psychiatrie und Neurologie in Wien“.

Sein weiterer Karriereweg als Wissenschafter verlief brüchig. Während des Ersten Weltkrieges musste er sich in einem gegen ihn angestrengten Prozess vor dem Senat des Heeresdivisionsgerichtes wegen des „Verbrechens des Missbrauches der Amts- und Dienstgewalt durch Geschenkannahmen in Amtssachen“ und wegen Vergehens des Wehrgesetzes verantworten. Er wurde beschuldigt als Konstatierungsarzt des Garnisonsspitals Nr. 2 niedrige Tauglichkeitsbescheinigungen erstellt bzw. die Entziehung der Wehrplicht ermöglicht zu haben. Er verbrachte drei Monate in Untersuchungshaft. Der Prozess begann im August 1917 und endete im September 1917 mit einem Freispruch in allen Anklagepunkten. Nichts desto trotz war der Prozess von öffentlichen Anschuldigungen begleitet und Ludwig Braun von einer durch öffentliche Stigmatisierung verursachten Rufschädigung betroffen. Die Folgewirkung dieser Kampagne ereilte Braun aber erst Jahre später. Nach seinem Freispruch stellte Braun im Oktober 1917 den Antrag an die Medizinische Fakultät eine Disziplinaruntersuchung über sein Verhalten in dieser Angelegenheit vorzunehmen, um damit endgültig seine Rehabilitation wieder zu erreichen. Die Kommission des akademischen Senats kam erst im Juni 1920 zu einem Ergebnis, konstatierte eine „Verletzung der Standespflicht“ und entzog Ludwig Braun die Lehrberechtigung, womit er von einer weiteren universitären Laufbahn abgeschnitten wurde. Braun dürfte hier den antisemitisch motivierten Säuberungsbestrebungen zum Opfer gefallen sein, die seit den frühen 1920er Jahren an der Wiener Universität auf der Ebene der Personalpolitik praktiziert wurde. Während seiner Tätigkeit im Garnisonsspital Nr. 2 publizierte er gemeinsam mit Gustav Alexander (1873-1932) „Über neurotischen Labyrinthschwindel“. Diese Arbeit erschien in der Monatsschrift für Ohrenheilkunde und Laryngo-Rhinologie und befindet sich heute in der Separata-Bibliothek der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Braun arbeitete in den folgenden Jahren weiter auf dem Gebiet der Herzpathologie, publizierte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zu Herzerkrankungen, darunter das 1903 veröffentlichte Lehrbuch „Therapie der Herzkrankheiten“, das 1913 nochmals unter dem Titel „Diagnose und Therapie der Herzkrankheiten“aufgelegt wurde.

Einem breiteren Publikum bekannt machten ihn die Publikationen zweier weiterer Monografien: die 1920 in Wien erschienene Arbeit „Herz und Psyche“ und die 1932 veröffentlichte Studie „Herz und Angst. Eine ärztliche psychologische Studie“. 1928 hielt er noch einen Vortrag im Akademischen Verein für medizinische Psychologie zum Thema „Die Psyche der Herzkrankheiten“ und 1929 ebenfalls vor dem Verein einen Vortrag über „Die ärztliche Anamnese“. Beide Vorträge wurden von ihm publiziert und befinden sich an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin. Darüber hinaus war Braun in der Tuberkulosebekämpfung aktiv. Seine Vortragstätigkeit an der Fakultät blieb jedoch nur mehr auf der Ebene von Fortbildungskursen beschränkt.

Präsident der „Vereinigung jüdischer Ärzte“

Von 1926 an bis zu seinem Tod im Jahr 1936 war er Präsident der „Vereinigung jüdischer Ärzte“, über deren und seine Tätigkeit die Zeitschrift „Mitteilungsblatt der Vereinigung jüdischer Ärzte“ Auskunft gibt.

Seit spätestens Ende der 1920er Jahre näherte sich Braun dem Feld der Euthanasie an, wobei er sich auf den deutschen Rechtswissenschaftler und Strafrechtsexperten Karl Binding (1841-1920) berief, der mit seinen Publikationen die spätere NS-Euthanasie legitimierte. Braun sprach sich für die Tötung unrettbarer Kranker und Verwundeter sowie unheilbar „Verblödeter“ aus, worüber er unter dem Titel „Euthanasie“ vor dem Akademischen Verein für medizinische Psychologie 1929 einen Vortrag hielt, den er in zwei Teilen in der Wiener medizinischen Wochenschrift abdruckte. (Nr. 6. 02.02.1929. S. 171-173 und Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 7. 09.02.1929. S. 208-214). Der Titel findet sich auch in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Ludwig Braun verstarb am 8. Mai 1936. Einen seiner Nachrufe verfasste sein langjähriger Freund aus Studienzeiten, Siegmund Freud, für das „Mitteilungsblatt der Vereinigung jüdischer Ärzte“ (Nr. 29. 1936, S. 6). Seine Ehefrau Gabrielle Ella Braun (*22.2.1877 Wien), geborene Pollak, die seit 1900 mit Ludwig verehelicht war, wurde nach dem „Anschluss“ im März 1938 von den Nationalsozialisten wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und aus ihrer Wohnung nach Wien II., Böcklinstraße 35 – eine sogenannte Sammelunterkunft für Juden – deportiert. Sie verstarb am 28. Juli 1942 im Spital der Israelitischen Kultusgemeinde, einen Tag vor ihrer festgesetzten Deportation in das KZ Theresienstadt.

Literatur und Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0229, Braun Ludwig (Nationalien Datum 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosenprotokoll, Sign. 177-32a, Braun Ludwig (Rigorosum Datum 1888).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Promotionsprotokolle, Sign. 187-133, Braun Ludwig (Promotion Datum 21.3.1891).

UAW, Med. Fak. Senat, S 792, Personalblatt Ludwig Braun.

UAW, Med. Dekanat, Zl. 1.621/1920 Disziplinarkommission gegen Ludwig Braun.

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Braun Gabriele (*22.7.1877).

Stricker, Salomon: 30 Jahre experimentelle Pathologie. Herrn Prof. Dr. S. Stricker zur Feier seines 25jährigen Jubiläums als ordentlicher Professor der allgemeinen und experimentellen Pathologie und zur Erinnerung an den 30jährigen Bestand des Institutes für experimentelle Pathologie in Wien gewidmet von Freunden und Schülern. Leipzig u. Wien: Deuticke 1898.

Literaturliste:

Braun, Ludwig: Zur Methodik der graphischen Darstellung der Herzbewegung. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien und Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitätsbuchhändler 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 25276]

Braun, Ludwig: Über Herzbewegung und Herzstoss. Jena: Verlag von Gustav Fischer 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 10431]

Braun, Ludwig: Therapie der Herzkrankheiten. Berlin und Wien: Urban & Schwarzenberg 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 3970]

Braun, Ludwig: Über Pulsdruckmessung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Berlin, Wien: Urban & Schwarzenberg 1905.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 25277]

Biedl, Arthur und Ludwig Braun: Zur Pathogenese der experimentellen Arteriosklerose. Demonstration in der Sitzung der k.k. Gesellschaft der Aerzte am 14. Mai 1909. Aus dem Institute für allgemeine und experimentelle Pathologie der Wiener Universität (Vorstand: Hofrat Prof. Dr. R. Paltauf.) Sonderduck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien und Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 25261]

Braun, Ludwig: Diagnose und Therapie der Herzkrankheiten. 2., vollst. umgearb. Aufl. Wien: Urban & Schwarzenberg 1913.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign. GÄ-17678]

Alexander, Gustav und Ludwig Braun: Über neurotischen Labyrinthschwindel. Aus dem k.u.k. Garnisonspital Nr. 2 in Wien (Spitalskommandant: Oberstabsarztbl. Kl. Dr. Bruno Drastich). Sonderdruck aus: Monatsschrift für Ohrenheilkunde und Laryongo-Rhinologie. Wien, Berlin: Urban & Schwarzenberg 1918.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Braun, Ludwig: Angst und Eurhythmie, zwei Grundlagen der Herzpsychologie. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Julius Springer 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 13048]

Braun, Ludwig: Ueber Angina pectoris. (Eine historisch-kritische Betrachtung) Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Julius Springer 1926.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. 5521]

Braun, Ludwig: Die Psyche des Herzkranken. Sonderdruck aus: Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1928.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. SA-6487-24]

Braun, Ludwig: Euthanasie. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Perles 1929.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. SA-6487-12]

Braun, Ludwig: Die ärztliche Anamnese. Sonderdruck aus: Klinische Wochenschrift. Berlin: Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte 1929.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. SA-6487-11]

Braun, Ludwig: Herz und Angst. Eine ärztlich psychologische Studie. Wien: Franz Deuticke 1932.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign. SA-2108]

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign. GÄ-22218]

Keywords:

Ludwig Braun, Medizinischer Film, Wissenschaftlicher Film, Arzt, Wien

[1] Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 50. 5.12.1896. S. 2177.

[2] Neue Freie Presse. 26.1.1897. S. 5

Normdaten (Person) Braun, Ludwig: BBL: 27019GND: 133507831;

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Univ Prof. Dr. Robert Pirker im Gespräch mit PEOPLE: Menschen und Medizin im Wiener AKH


Univ Prof. Dr. Robert Pirker im Gespräch mit PEOPLE: Menschen und Medizin im Wiener AKH 1/2017:

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PEOPLE: MENSCHEN und Medizin im Wiener AKH, herausgegeben von der B & K Bettschart und Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH, steht unter der Schirmherrschaft des Vereins zur Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Neuen Universitätskliniken am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien.
PEOPLE ist ein Gratis-Magazin und berichtet viermal im Jahr über die beeindruckenden Leistungen der Spitzenmedizin ebenso wie über die neuesten Einsichten zur Gesundheitsvorsorge und zur Lebensstil-Medizin. Die redaktionellen Beiträge werden von erfahrenen Medizinjournalisten unter der fachlichen Beratung der wissenschaftlich tätigen Mediziner des Wiener Allgemeinen Krankenhauses in einem allgemein verständlichen Stil geschrieben.
PEOPLE wird in einer Auflage von 70.000 Exemplaren gedruckt und flächendeckend an zentralen Punkten des AKH, im Hanusch-Krankenhaus und in den Kassenambulatorien der Wiener GKK verteilt und an alle niedergelassenen Ärzte in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland versendet.

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TOP-JOURNAL des Monats: JOURNAL OF THE AMERICAN COLLEGE OF CARDIOLOGY (Impact Factor: 19.896)

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JOURNAL OF THE AMERICAN COLLEGE OF CARDIOLOGY

Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR (geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Mit dem Impact Factor 19.896 (2016) zählt JOURNAL OF THE AMERICAN COLLEGE OF CARDIOLOGY zu den Top-Journalen in der Kategorie:
CARDIAC & CARDIOVASCULAR SYSTEMS – SCIE
Zu den Volltexten: Jg. 1, H. 1 (1983) –

ISSN: 0735-1097
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TOP-JOURNAL des Monats: NATURE REVIEWS MOLECULAR CELL BIOLOGY (Impact Factor: 38.602)

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Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR (geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Mit dem Impact Factor 38.602 zählt  NATURE REVIEWS MOLECULAR CELL BIOLOGY zu den Top-Journalen in der Kategorie:
CELL BIOLOGY – SCIE

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Publikation MedUni Wien Mitarbeiter: Husslein, Peter Wolf, O.Univ.-Prof. Dr.med.univ.: Die Geburtshilfe

Folgendes aktuelle Buch hat die Universitätsbibliothek aufgenommen:

Die Geburtshilfe
Schneider, Henning, 1939- [HerausgeberIn] Husslein, Peter, 1952- [HerausgeberIn] Schneider, Karl-Theo Maria [HerausgeberIn]
2016

trueDas Standardwerk für alle in der Geburtshilfe und Perinatologie tätigen Ärzte wurde in der 5. Auflage grundlegend überarbeitet und aktualisiert sowie an vielen Stellen neu konzipiert.
Viele Neuerungen sind zu finden in den Kapiteln zu
– Physiologie des mütterlichen Organismus
– Erkrankungen in der Schwangerschaft inkl. onkologischer Erkrankungen
– Risikostratifizierung im 1. Trimenon
– Vorabklärung zum Risiko einer Präeklampsie sowie einer spontanen Frühgeburt
– Fehlbildungsdiagnostik während des gesamten Schwangerschaftsverlaufs
– Physiologie und Pathologie der Geburtsbeginns
– Komplementäre Medizin
Bewährtes bleibt erhalten
– Anerkanntes Expertenwissen zusammengetragen von erfahrenen Herausgebern und Autoren
– Umfassend und übersichtlich
– Leitlinienbasiert und anwendungsorientiert
– Für die Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
– PLUS: Sämtliche Inhalte für die fakultative Weiterbildung „Spezielle Geburtshilfe und Perinatologie“