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Literaturhinweis

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [121]: Marcus Abeles – Dozent für innere Medizin und Balneologe – Aus der Separata-Sammlung der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [121]:

Marcus Abeles – Dozent für innere Medizin und Balneologe – Aus der Separata-Sammlung der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

Text: Dr. Walter Mentzel

Marcus Mordechai Abeles (*8. August 1837 Nedraschitz/Nedrazice in Böhmen (heute: Tachov, Plzeňský kraj, Tschechien) war der Sohn von Samuel Abeles (1805-1888) und Elisabeth (1801-1879), geborene Babett. Aus seiner Ehe mit Auguste (gest. 1916), geborene Grailich, stammten seine beiden Kinder Marianne (gest. 1915) und Rudolf Abeles (1883-1963), der später den Namen Allers annahm, und als Arzt, Psychiater und Schüler von Sigmund Freund und Alfred Adler nach dem „Anschluss“ im März 1938 von den Nationalsozialisten verfolgt wurde.

Abeles studierte an der Universität Wien Medizin, schloss das Studium 1863 mit dem Doktor der Medizin und 1868 mit dem Doktor der Chirurgie ab, und begann danach im Allgemeinen Krankenhaus in Wien bei Adolph Zsigmondy (1816-1880), Ferdinand von Hebra (1816-1880) und Josef Standhartner (1818-1892) seine Laufbahn als Mediziner. Nach einem längeren Aufenthalt in Ägypten, wo er zunächst in Kairo als Privatarzt sowie als k.k. Konsulararzt und später als österreichischer Delegierter bei der ständigen internationalen Sanitätskommission in Alexandria tätig war, ließ er sich in Karlsbad in Böhmen nieder. Hier führte er eine Arztpraxis in Chodau (heute: Chodov) und nahm die Stellung eines Badearzt im Kurort Karlsbad an, wo er vor allem prominente Kurgäste behandelte.[1] Während der Wintermonate widmete er sich in Wien wissenschaftlichen Studien – unter anderem zum Zuckergehalt des menschlichen Harns und zu Diabetes und Glycogen – am chemischen Laboratorium des Professors für medizinische Chemie Ernst Ludwig (1842-1915), der sich neben der Mineralchemie und forensischen Chemie auch mit der Heilquellen-, und Mineralwässeranalyse befasste. Nach seiner 1884 erfolgten Ernennung zum Privatdozent für innere Medizin,[2] bot er in den Wintersemestern an der Medizinischen Fakultät Wien Kurse zur Balneotherapie an,[3] und hielt zu diesem Thema Vorträge unter anderem 1889 im Wiener medizinischen Doktoren-Kollegium.[4] Er verstarb am 31. Dezember 1894 in Wien.[5] Ernst Ludwig verfasste zum Ableben von Abeles einen Nachruf in der Wiener klinischen Wochenschrift vom 10. Jänner 1895.

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt in ihrer Separata Bibliothek folgende Arbeiten von Markus Abeles:

Abeles, Markus: Ueber Cholelithiasis. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Alfred Hölder 1889.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Abeles, Markus: Ueber den Zuckergehalt des normalen menschlichen Harns. Sonderdruck aus: Centralblatt für die medicinischen Wissenschaften. Wien: gedruckt bei L. Schumacher 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Abeles, Markus und Dr. Hofmann: Ein Fall von simulirtem Diabetes mellitus. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1876.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Abeles, Markus: Beitrag zur Lehre von den saccharificirenden Fermenten im thierischen Organismus. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbüchern. Wien: Hölder 1876.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Abeles, Markus: Beiträge zur Kenntnis des Glycogens. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbücher. Wien: 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Abeles, Markus: Ueber Saccharin. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Selbstverlag des Verfassers 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Weitere Arbeiten befinden sich in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin darunter zur Frage der Zuckerbildung (1887), Beiträge zur Kenntnis des Tabakrauches (o.J.), zum physiologischen Zuckergehalt des Blutes (1875) und zur Harnsäure im Blute (1874) u.a.

Quellen:

AUW, Rektorat, Promotionsprotokoll, Med. Fak., Sign. 181-1126, (Abeles Markus: Promotions- Sponsions-Datum 1863.11.24).

AUW, Dekanat, Med. Fak., Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0001, Abeles Markus. (1862/63).

AUW Rektorat, Rigorosenprotokoll, Med. Fak., Sign. 170-4r Abeles Markus (Rigorosen Datum: 1868)

[1] Neue Freie Presse, 2.1.1895, S. 1.

[2] Wiener Allgemeine Zeitung, 2.5.1884, S. 4

[3] Wiener Zeitung, 25.9.1889, S. 464.

[4] Wiener klinische Wochenschrift, 2-4, 1889, S. 54.

[5] Friedhofsdatenbank der Stadt Wien: Markus Abeles (19.3.2021).

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„Aus den Büchern“ der medizinhistorischen Bibliotheken der Ub MedUni Wien [17]: Exlibris Friedrich M. Kircheisen

Im Van Swieten Blog werden exemplarisch digitalisierte Exlibris aus medizinhistorischen Büchern „Exlibris in situ“, der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, präsentiert, die im  Bibliothekskatalog recherchierbar sind.

» Exlibris Friedrich M. Kircheisen


Porträt-Exlibris:
Tondo: Büstenporträt im Profil nach links von Napoleon Bonaparte in der Bekleidung des Ersten Konsuls.

Exlibris in situ:

La vie parisienne sous le Consulat et l’Empire

D’Almeras, Henri [VerfasserIn]
 

The Napoleon Myth
The Grand Erratum. Jean-Baptiste Pérès

Evans, Henry Ridgely [VerfasserIn] Pérès, Jean-BaptisteCarus, Paul
1904
____________________________

 Ein Exlibris ist ein grafisch gestalteter Eigentumsvermerk, der entweder in Zettelform auf die Innenseite von Bucheinbänden geklebt oder eingestempelt wird. Bucheignerzeichen gibt es bereits seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Sie stellen neben ihrer kunst- und kulturhistorischen Bedeutung auch ein wichtiges Provenienzmerkmal dar, da der Weg eines Buches nachvollzogen werden kann. Aufgrund vielfältigster Exlibris von künstlerischem Wert sind diese auch begehrte Objekte von Sammlungen und buchkünstlerischer Betätigung „Exlibris-Kunst“ geworden.

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Virtuelle Buchausstellung: „MEDICAL HUMANITIES“

Virtuelle Buchausstellung: „MEDICAL HUMANITIES“

„Mit dem Begriff Medical Humanities wird ein multi- und interdisziplinäres Feld der Me­dizin be­zeichnet, das so­wohl die Naturwissenschaften, als auch die Geistes‑ und Sozial­wissen­schaften sowie die Künste umfasst. Das Konzept der Medi­cal Humanities berück­sich­tigt in der Me­di­zin auch die sozialen und kulturellen Kom­po­nenten, untersucht ihre Zusammenhänge und bindet ihre Erfahrungen ein.“ Rector emeritus Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c Wolfgang Schütz

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Virtuelle Ausstellung „MEDICAL HUMANITIES“ im Bibliothekskatalog »

 
Buch

Gesund und motiviert musizieren, ein Leben lang : Musikergesundheit zwischen Traum und Wirklichkeit

Kruse-Weber, Silke, ca. 20. Jh. [HerausgeberIn]Borovnjak, Barbara [HerausgeberIn]
 
2
 
 
Buch

Medicine, health and the arts : approaches to the medical humanities

Bates, Victoria, 1984- [HerausgeberIn]Bleakley, Alan [HerausgeberIn]Goodman, Sam, 1980- [HerausgeberIn]
 
3
 
 
Buch

The bad doctor : the troubled life and times of Dr Iwan James

Williams, Ian, 1965- [VerfasserIn]
 
4
 
 
 Buch
 
 5
 
 
 Buch

Eugen und der freche Wicht

Sommer, Anna, 1968-Grotzer, Michael, 1964-
 
6
 
 
 Buch

The ultimate medical mnemonic comic book

Williams, Dwayne A. [VerfasserIn]Yakubov, Isaak N. [VerfasserIn]
 
7
 
 
 Buch
 
8
 
 
 
9
 
 
Buch

The invisible war : a tale on two scales

Wild, Ailsa [VerfasserIn]Barr, Jeremy [VerfasserIn]Barr, Briony [GeistigeR SchöpferIn]Crocetti, Gregory [GeistigeR SchöpferIn] Hutchings, Ben [IllustratorIn]
 
10
 
 
Buch

Das Karma-Problem : MS – Eine unheilbare Krankheit übernimmt die Kontrolle

Gloor, Reto, 1962-2019 [VerfasserIn]. [KünstlerIn]
 
  

11

 
Buch

The hallway closet : a graphic novel about coping with ADHD

Tampold, Evi [VerfasserIn] Nash, Carol [HerausgeberIn]
  

12

 
Buch

Keeper of the clouds

Futerman, Liza [VerfasserIn] Tampold, Evi [IllustratorIn]
 

13

 
 
 Buch

Routledge handbook of the medical humanities

Bleakley, Alan [HerausgeberIn]
 

14

 
 
Buch

Con-ciencia médica : cómics, sanidad, ética

Lalanda, Mónica [VerfasserIn]
 

15

 
 
Buch

Schattenspringer : wie es ist, anders zu sein

Schreiter, Daniela, 1982- [VerfasserIn]
 

16

 
 
Buch

RX : a graphic memoir

Lindsay, Rachel [VerfasserIn]
 
 

17

 
 
Buch

The facts of life

Knight, Paula [VerfasserIn] 
 

18

 
 
Buch

Taking turns : stories from HIV/AIDS Care Unit 371

Czerwiec, MK, 1967- [VerfasserIn]

 

 

19

 
 
Buch

A child’s life and other stories

Gloeckner, Phoebe Louise Adams [VerfasserIn]
 

20

 
 
Buch

The lady doctor

Williams, Ian, 1965- [VerfasserIn]
 
 

21

  
Buch

Time may change me

Perkin, Jayde [VerfasserIn]
 
 

22

 
 
Buch

Bump : how to make, grow and birth a baby

Evans, Kate [VerfasserIn]
 
 
 

24

  
Buch

Julie ist wieder da

Sommer, Anna, 1968-Grotzer, Michael, 1964-
 
 
 

26

 
 
Buch

Lighter than my shadow

Green, Katie
2013
 
 

27

 
 
Buch

The Edinburgh companion to the critical medical humanities

Whitehead, Anne [HerausgeberIn]Woods, Angela. [HerausgeberIn]
 

28

 
 
Buch

Lyrik und Medizin

Lyrik und Medizin, Veranstaltung, 2018, Ulm [VerfasserIn] Steger, Florian, 1974- [HerausgeberIn]Fürholzer, Katharina, 1984- [HerausgeberIn]
 

29

 
 
 Buch

Illness as many narratives : arts, medicine and culture

Bolaki, Stella, ca. 20./21. Jh. [VerfasserIn]
 

30

 
 
Buch

Swallow me whole

Powell, Nate, 1978- [VerfasserIn]
 
 

31

 
 
Buch

Verpflanzungsgebiete : Wissenskulturen und Poetik der Transplantation

Krüger-Fürhoff, Irmela Marei, 1965- [VerfasserIn]
 
 

32

 
 
 Buch
 

33

 
 
 Buch

Dich hatte ich mir anders vorgestellt …

Toulmé, Fabien, 1980- [VerfasserIn]. [KünstlerIn] Wisniewski, Annika [ÜbersetzerIn]Ulrich, Johann [HerausgeberIn]
 

34

 
 
 Buch

Graphic medicine manifesto

Czerwiec, MK,, 1967-, [IllustratorIn]Williams, Ian [VerfasserIn]Squier, Susan Merrill, 1950- [VerfasserIn]Green, Michael J., 1961- [VerfasserIn]Myers, Kimberly R. [VerfasserIn]Smith, Scott Thompson [VerfasserIn]
2015
 

35

Buch

Ethik in der Musiktherapie : Grundlagen und Praxis

Stegemann, Thomas, 1972- [VerfasserIn]Weymann, Eckhard, 1953- [VerfasserIn] Dileo, Cheryl, ca. 20./21. Jh. [VerfasserIn eines Vorworts]
 

 36

 
 
Buch

Können wir nicht über was anderes reden? : meine Eltern und ich

Chast, Roz, 1954- [VerfasserIn] Gärtner, Marcus, 1965- [ÜbersetzerIn]
 

37

 
 
Buch

My degeneration : a journey through Parkinson’s

Dunlap-Shohl, Peter, 1958- [VerfasserIn]
 

38

 
 
 Buch

The Routledge companion to music, mind, and wellbeing

Gouk, Penelope [HerausgeberIn]Kennaway, James Gordon, 1975- [HerausgeberIn]Prins, Jacomien, 1967- [HerausgeberIn]Thormählen, Wiebke [HerausgeberIn]
 
 

39

 
 
 Buch
 

40

Buch

Am Skalpell war noch Tinte : literarische Medizin

Steger, Florian, 1974- [HerausgeberIn]
 

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [120]: Zum Internationalen Frauentag am 8. März: Florence Nightingale: Life or death in India. A paper read at the meeting of the National Association for the Promotion of Social Science, Norwich, 1873.

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [120]:

Nightingale, Florence: Life or death in India. A paper read at the meeting of the National Association for the Promotion of Social Science, Norwich, 1873. With an appendix on life or death by irrigation. London: Spottiswoode & Co. 1874.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 11618]

Text: Harald Albrecht, BA

Abb. 1      Florence Nightingale

Florence Nightingale (12.05.1820 Florenz, gest. 13.08.1910 London) stammte aus einer sehr wohlhabenden englischen Familie und wuchs am Familiensitz in Hampshire gemeinsam mit ihrer 1819 in Neapel geborenen Schwester Parthenope auf. Sie war eine britische Krankenschwester, Statistikerin und gilt als Pionierin der modernen westlichen Krankenpflege und einflussreiche Reformerin des Sanitätswesens und der Gesundheitsfürsorge in Großbritannien und Britisch-Indien. Die Schwestern wurden von ihrem Vater, dem Privatgelehrten William Edward Nightingale (1794-1874), zuhause unterrichtet und erhielten eine umfassende humanistische Bildung. Der in Cambridge ausgebildete Vater unterrichtete seine Töchter in Latein, Griechisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Mathematik, Geschichte und Philosophie. Eine zusätzlich engagierte Hauslehrerin unterwies die Mädchen in Zeichnen und Musik.

Vom gesellschaftlichen Leben, und der ihr als junger Frau zugedachten Rolle, die möglichst gut verheiratet werden sollte, gelangweilt, wandte sich Florence Nightingale dem Studium der Mathematik zu und begann sich – zum großen Missfallen ihrer Familie – den Notleidenden in der Umgebung ihres Familiensitzes, die vor allem durch die mit enormer Geschwindigkeit fortschreitenden Industriellen Revolution geschaffen worden waren, zu widmen. Die Familie konnte jedoch verhindern, dass Florence, ihrem Wunsch gemäß, in einem Krankenhaus arbeitete. Sie setzte sich daraufhin mit den in England in den 1840er Jahren zahlreich erschienen Schriften zum Spitalswesen auseinander, und erkannte schnell, dass die Pflege einer Professionalisierung bedurfte, eignete sich ein großes Wissen zu diesem Thema an und begann eigene Statistiken dazu zu erstellen.

„Ungebildet, ungepflegt, trunksüchtig und von höchst fragwürdiger moralischer Einstellung. Das war das Bild, das man sich im viktorianischen Zeitalter Englands vom Stand der Pflegerinnen machte. Geprägt war dieses Bild von, Mrs. Gamp‘, einer literarischen Figur Charles Dickens‘. Spitäler waren verrufene, von Ungeziefer befallene Orte, in die nur Mittellose kamen, denn jeder, der es sich leisten konnte, ließ sich von einem Arzt zu Hause behandeln. Selbst Amputationen wurden im eigenen Heim vorgenommen. Man kann sich das Entsetzen vorstellen, in das die gesellschaftlich hoch angesehene und wohlhabende Familie Nightingale in Hampshire gestürzt wurde, als die jüngste Tochter des Hauses, Florence, ihren Berufswunsch verlautbarte.“[1]

Im Frühjahr 1851 durfte Nightingale mehrere Monate in der Kaiserswerther Diakonie in Deutschland hospitieren. Sie erlernte dort die Versorgung von Wunden sowie die Herstellung von Medikamenten. Sie begleitete Sterbende und assistierte bei Operationen. 1852 ging sie nach Paris, um die Arbeitsweise mehrerer Krankenhäuser zu studieren und machte schließlich bei den Vinzentinerinnen eine Ausbildung in praktischer Krankenpflege. Ab 1853 leitete sie das Londoner Pflegheim Institute for the Care of Sick Gentlewomen. Während des Krimkrieges (1853–1856) leitete sie eine Gruppe von Pflegerinnen, die verwundete und erkrankte britische Soldaten im Militärkrankenhaus im türkischen Scutari betreute. Da sie nachts auf ihren Kontrollgängen die Patienten mit einer Lampe in der Hand besuchte, ging Nightingale als Lady with the Lamp in die britische Folklore ein. Tatsächlich war Nightingale an der direkten Pflege von Verletzten und Erkrankten nur wenig beteiligt. Ihre Leistung in Scutari bestand in der Schaffung und Aufrechterhaltung eines rudimentären Krankenhausbetriebes. Aus dem Krimkrieg kehrte Nightingale chronisch krank nach Großbritannien zurück und führte von da an ein zurückgezogenes Leben als Invalide. Durch ihre zahlreichen Veröffentlichungen und Korrespondenzen nahm sie jedoch Einfluss auf mehrere Gesundheitsreformen.

Zu ihren wichtigsten Werken zählt Notes on Nursing; What it is and What it is Not, erschienen 1859. In diesem Werk wandte sich Nightingale, die selbst einen Lebensweg außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen gewählt hatte, gegen die Forderung von Frauenrechtlerinnen, Frauen zum Medizinstudium zuzulassen. Nightingale beschäftigte sich ab den späten 1850er Jahren auch intensiv mit Indien – in ihren Schriften befasste sie sich mit Verbesserungen der Gesundheitsfürsorge für britische Soldaten und der indischen Zivilbevölkerung, mit den Ursachen für regelmäßig wiederkehrende Hungersnöte und machte Vorschläge zur Verbesserung der Gesundheitsfürsorge in indische Dörfern und der Ausbildung indischer Frauen. Zu diesem Themenkomplex besitzt die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin folgendes 1874 erschienenes Werk:

Nightingale, Florence: Life or death in India. A paper read at the meeting of the National Association for the Promotion of Social Science, Norwich, 1873. With an appendix on life or death by irrigation. London: Spottiswoode & Co. 1874.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 11618]

Abb. 2      Titelblatt: Nightingale: Life or death in India. […] London: 1874.

1860 wurde die Nightingale School of Nursing mit 15 Schwesternschülerinnen in einem Alter zwischen 25 und 35 Jahren in London eröffnet. Florence Nightingale war der Ansicht, dass es in der Medizin neben dem ärztlichen Wissen auch eines pflegerischen Wissens bedarf, wofür sie sich in ihren Schriften einsetzte. Ihre Publikationen gelten heute als die Gründungsschriften der Pflegetheorie. Sie ist die Erfinderin des Polar-Area-Diagramms, eines Kreisdiagramms mit unterschiedlichen Radiuslängen, das sie zur Darstellung zyklischer Vorgänge nutzte. Darüber hinaus propagierte sie in ihren Schriften sozialwissenschaftliche Feldexperimente. Sie die erste Frau, die in die britische Royal Statistical Society aufgenommen wurde; später erhielt sie auch die Ehrenmitgliedschaft der American Statistical Association.

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin hat zwei erst kürzlich aufgelegte Biografien über Florence Nightingale, die 2020 anlässlich ihres 200. Geburtstages erschienen sind, aktuell in ihren Beständen:

Bohn, Nicolette: Florence Nightingale. Nur Taten verändern die Welt. Ostfildern: Patmos Verlag 2020.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Sign.: 6372-N, Buchbestellung (»Anleitung) ]

Herold-Schmidt, Hedwig: Florence Nightingale. Die Frau hinter der Legende. Darmstadt: wbg Theiss 2020.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Sign.: 6373-N, Buchbestellung (»Anleitung) ]

Quellen:

Bohn, Nicolette: Florence Nightingale. Nur Taten verändern die Welt. Ostfildern: Patmos Verlag 2020.

Herold-Schmidt, Hedwig: Florence Nightingale. Die Frau hinter der Legende. Darmstadt: wbg Theiss 2020.

Stift, Linda: Lady in Chief. In: Die Presse. 09.05.2020.

[1] Stift, Linda: Lady in Chief. In: Die Presse. 09.05.2020.

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Empfohlene Lehrbücher:

1

Buch

Kurzlehrbuch Physiologie

Hick, Christian, 1963- [VerfasserIn]Hick, Astrid, 1963- [VerfasserIn] Sperandio, Markus, 1966-Kann, Oliver, 1971-
2020
 
  
2
 
 
 
Buch

Pharmakologie und Toxikologie : von den molekularen Grundlagen zur Pharmakotherapie

Freissmuth, Michael, 1960- [VerfasserIn]Offermanns, Stefan, 1964- [VerfasserIn]Böhm, Stefan, 1963- [VerfasserIn]
2020
  
3
 
Buch

Säugling, Kindheit und Jugend : MCW – Block 16 : Fächerübergreifendes Basiswissen Pädiatrie

Salzer-Muhar, Ulrike, 1954- [VerfasserIn]. [HerausgeberIn] Marx, Manfred, 1957- [HerausgeberIn]Greber-Platzer, Susanne, 1965- [HerausgeberIn]
2020
 
 
4
 
Buch

Taschenatlas Pathophysiologie

Silbernagl, Stefan, 1939- [VerfasserIn]Lang, Florian, 1945- [VerfasserIn] Gay, Rüdiger. [IllustratorIn]Rothenburger, Astried. [IllustratorIn]
2020
 
  
5
 
 
Buch

Gehirn und Nervensystem : MCW – Block 19

Weninger, Wolfgang J. [HerausgeberIn]
2020
 
  
6
 
Buch

Anatomie

Aumüller, Gerhard, 1942- [VerfasserIn]Aust, Gabriela, 1961- [VerfasserIn]Engele, Jürgen [VerfasserIn]Kirsch, Joachim, 1958- [VerfasserIn]
2020
 
  
7
 
 
 

Publikation MedUni Wien Mitarbeiter: Watzek, Georg, O.Univ.-Prof. Dr.: Globale Pharmaindustrie – quo vadis? : Daten, Hintergründe und Analysen – eine Branchenbewertung

 
Abstract:
 

Gegenwart und Zukunft der Pharmaindustrie : Eine Branchenbewertung auf Basis der wirtschaftlichen und medizinischen Datenlage / von Georg Watzek

Dieses Buch beleuchtet die gegenwärtige Situation der globalen Pharmaindustrie und ihre künftige Entwicklung. Die Pharmaindustrie galt Jahre lang als eine der wirtschaftlich stabilsten und von konjunkturellen Phasen unbeeinträchtigsten Industriezweige. In den letzten Jahren kamen allerdings Zweifel an ihrer Produktivität und ihren Zukunftsaussichten auf. Zur Offenlegung der Ist-Situation und Abschätzung zukünftiger Veränderungen erfolgt in diesem Buch zunächst eine Aufarbeitung der fundamentalen Grundlagen der gesamten Branche samt Analyse erfassbarer Finanzdaten sowie gegenwärtiger und in Zukunft zu erwartender medizinischer und Einfluss nehmender demographischer Entwicklungen. Geprüft werden jeweils die historische Entwicklung, die gegenwärtige Lage sowie auf Basis dieser Daten die zukünftigen Aussichten.

Als Unterlagen dienen der quantitative und qualitative Stand der Arzneimittelforschung, Umfang und Inhalt der Forschungspipelines, die Form der Produktvermarktung und des Vertriebs, die Finanzdaten der globalen Top 20 Pharmaunternehmen, medizinische Gesichtspunkte sowie Gestaltung und Problematik der Preispolitik. Einbezogen in die Überlegungen werden auch Auswirkungen eventueller makroökonomischer, legistischer oder politischer  Veränderungen.

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TOP-JOURNAL des Monats: Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology (Impact Factor: 29.869)

Die Universitätsbibliothek stellt die medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access  zur Verfügung.

Das  TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:

Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology

Zu den Volltexten: Jg. 9, H. 1 (2012) – 

Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR (geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Mit dem Impact Factor 29.869 (2019) ist Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology ein Top-Journal in der Kategorie: GASTROENTEROLOGY & HEPATOLOGY — SCIE

ISSN: 1759-5045
12 issues/year

Aktuelle Neuzugänge im Repositorium der UB MedUni Wien

Das Repositorium der Medizinischen Universität Wien ist der Publikationsserver der MedUni Wien. Alle Einträge sind mit einem Volltext versehen. Mehr Infos »
Die aktuellen Neuzugänge im Repositorium der UB MedUni Wien sind:

 

TOP-JOURNAL des Monats: LANCET NEUROLOGY (Impact Factor: 30.039)

Die Universitätsbibliothek stellt die medizinischen Top-Journals am Campus der MedUni Wien und via Remote Access  zur Verfügung.

Das  TOP-JOURNAL des Monats im Van Swieten Blog ist:

LANCET NEUROLOGY

Zu den Volltexten: Jg. 1, H. 1 (2002) –    i 

Die ersten 20% der Zeitschriften eines bestimmten Fachgebietes im Journal Citation Reports JCR (geordnet nach der Höhe des Impact Factors) sind TOP-JOURNALE.

Mit dem Impact Factor 30.039 (2019) ist LANCET NEUROLOGY ein Top-Journal in der Kategorie: CLINICAL NEUROLOGY — SCIE

ISSN: 1474-4422
 12 issues/year