Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [354]: Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Fabricius, Josef – Chirurg und Gynäkologe am Maria-Theresia-Frauenspital und am Diakonissenkrankenhaus

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.01.2026

Keywords: Gynäkologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Maria-Theresia-Frauenspital, Diakonissenkrankenhaus, Medizingeschichte, Wien

Josef Wilhelm Fabricius (auch: Fabritius) wurde am 23. Jänner 1865 in Craiova in Siebenbürgen (heute Rumänien) geboren. Sein Vater Josef Fabricius (Fabritius) (1830-1888) war Absolvent der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (Promotion 1855) sowie Augenarzt und Oberphysikus in Kronstadt (heute Brasov/Rumänien). Seine Mutter hieß Heloise, geborene Bienek. Sein Bruder August Fabricius (Fabritius) (1857-1945) war ebenfalls als Augenarzt in Kronstadt tätig. Fabricius war mit Clara Stützner verheiratet, mit der er den Sohn und Dirigenten Josef Fabrcius (1904-) hatte.

Nach Abschluss des Gymnasiums in Kronstadt studierte Fabricius Medizin an den Universitäten in Graz und Heidelberg sowie zuletzt an der Universität in Wien, wo er das Studium am 8. März 1890 mit der Promotion abschloss. Bereits während seiner Studienzeit war er in Graz als Operateur bei Anton Wöfler (1850-1917) tätig. Anschließend arbeitete er an der II. Chirurgischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien unter Theodor Billroth (1829-1894). Hier veröffentlichte er 1892 in der Billroth gewidmeten Festschrift „Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien“. 1894 folgten die Arbeiten „Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen“ sowie „Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien“.

Daneben führte er eine private Arztpraxis in Wien 1, zunächst Teinfaltstraße 9, später in Spiegelgasse 21.

In weiterer Folge wandte er sich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu und setzte seine Ausbildung an der II. Frauenklinik bei Rudolf Chrobak (1843-1910) fort. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Arbeiten „Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und dessen Umgebung“ und „Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube“.

Maria-Theresia-Fauenspital

1894 trat Fabricius in das Maria-Theresia-Frauenspital ein, wo er 1896 zum Vizedirektor ernannt wurde. Hier publizierte er unter anderem „Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome“, „Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation“, „Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide“, „Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparatomie“, „Ueber die operative Behandlung von Crualhernien“, „Beiträge zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität

Diakonissenkrankenhaus

1903 wurde Fabricius zum Primarius und Direktor des 1897 vom „Verein für die evangelische Diakonissensache“ gegründeten Diakonissenkrankenhaus bestellt, eine langjährige Funktion, die er bis zum Jahr 1932 ausübte. In diesen Jahren veröffentlichte er zahlreiche weitere Arbeiten, darunter 1907 „Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität“, 1914 „Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats“ sowie 1925 „Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien“. Weitere Publikationen befinden sich in der Separata-Sammlung und in der Neuburger-Bibliothek an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin.

Im Jahr 1902 habilitierte sich Fabricius an der Universität Wien mit der Arbeit zur Extrauteringravidität und wurde zum Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie ernannt.[1] 1914 erfolgte seine Ernennung zum Titular a.o. Professor.[2]

Fabricius war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.

Josef Fabricius verstarb am 12. Dezember 1933 in Maria-Lanzendorf in Niederösterreich.[3]

Josef Fabricius: Illustrierte Kronen Zeitung, 20.12.1933, S. 9.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-98a, Fabricius Josef (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2784, Fabricius Josef (Promotion Datum: 8.3.1890).

Literatur:

Fabricius, Josef: Über den Verschluss des Schenkelkanales bei Operationen von Schenkelhernien. Eine Studie. Sonderdruck aus: Beiträge zur Chirurgie – Festschrift für Theodor Billroth. Stuttgart: Verlag von Ferdinand Enke 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Complicationen beim Heilungsverlaufe subcutaner Fracturen. Aus der chirurg. Universitäts-Klinik des Herrn Hofraths Prof. Dr. Th. Billroth. Sonderdruck aus: Archiv für klinische Chirurgie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Über eine neue Methode der Radikaloperation von Schenkelhernien. Sonderdruck aus: Centralblatt für Chirurgie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber Cysten an der Tube, am Uterus und desen Umgebung. Aus der gynäkologischen Klinik des Herrn Prof. R. Chorbak in Wien. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Druck bei L. Schumacher 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Persoration eines maligen Ovarialtumors in die Tube. Aus dem Laboratorium der Klinik des Herrn Prof. Chorbak. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Casuistik der Tubencarcinome. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Technik der Alexander-Alquie’schen Operation. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkologie. Leipzig: Verlag von Johann Ambrosius Barth 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber eine zufällige Complication im Anschlusse an eine Totalexpiration der Scheide. Aus dem MariaTtheresia-Frauen-Hospital in Wien. Sonderdruck aus: Wien: Druck und Verlag von Plaut & Co. 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ruptur einer Pyosalpinx und folgende eitrige Peritonitis bei einer Schwangeren. Laparatomie – Heilung. Aus dem Maria Theresia-Frauenhospital unter der Direction Dr. Hermann v. Erlach. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1897.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Ueber die operative Behandlung von Crualhernien. Aus dem Maria Theresia-Frauenspital unter der direction Dr. H. v. Erlach’s. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien. Druck von Friedrich Jasper 1898.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beiträge zur Diagnose und differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Aus dem Maria Theresia-Frauen-Hospital in Wien (Director: Primararzt Dr. Hermann v. Erlach). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Heilkunde – Abteilung F. Chirurgie u. verw. Disciplinen. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Zur Diagnose und Differentialdiagnose der Extrauteringravidität. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Giestel & Cie 1907.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Friedrich: Ueber die Beziehungen der Appendix zu Erkrankungen des Genitalapparats. Sonderdruck aus: Medizinische Klinik. Wien: Gedruckt von Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker 1914.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Fabricius, Josef: Beitrag zur Kasuistik der Douglashernien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Mansche Buchdruckerei 1925.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 28.10.1902, S. 466.

[2] Wiener Allgemeine Zeitung, 23.2.1915, S. 2.

[3] Medizinische Klinik (Nachruf), Nr. 5, 1943, S. 184.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 2026.01.08

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