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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [369]: Foges, Arthur – Privatdozent für Gynäkologie

Foges, Arthur – Privatdozent für Gynäkologie

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 01.06.2026

Keywords: Gynäkologe, Medizingeschichte, Wien

Arthur (Artur) Foges wurde am 29. Oktober 1868 als Sohn des Knopffabrikanten Josef Foges (1828-1881) und Lucie (Louise) (1834-1889), geborene Flekeles, in Prag geboren. Seit 1897 war er mit Helene Kuffler (1873-1950) verheiratet, mit der er die Kinder Georg (1898-1960), Walter Arthur (1900-1970) und Wolfgang (1910-1986) hatte.

Forges legte 1887 die Matura am Josefstädter Obergymnasium in Wien ab[1] und begann anschließend das Studium der Medizin an der Universität Wien, das er am 24. Juni 1893 mit der Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde abschloss. Seinen Militärdienst beendete er im Mai 1894 als Reserve-Assistenzarzt-Stellvertreter.[2]

Rudolfinerhaus

Danach war Foges bis zu seinem Tod im Jahr 1920 am Rudolfinerhaus in Wien-Döbling tätig. In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftlichen Arbeiten, darunter 1895 „Tetanus – Antitoxinbehandlung (nach Tizzoni) – Oesophagotomie – Tod“,[3] 1896 „Casuistische Beiträge zur Klinik der Appendicitis simplex“, sowie „Schwangerschaftshypertrophie der Mamae und Nebenmammae“.

1910 erschien sein „Atlas der rectalen Endoskopie“; im selben Jahr erhielt er den Titel eines Privatdozenten für Geburtshilfe und Gynäkologie.[4] Zahlreiche weitere Arbeiten von Foges befinden sich heute in den Beständen der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, darunter die 1906 publizierte Monografie „Physikalische Therapie der Erkrankungen der weiblichen Sexualorgane“.

Neben seiner Tätigkeit am Rudolfinerhaus führte Foges eine private Arztpraxis zunächst in Wien 14, Schönbrunner Straße 63, danach in Wien 8, Wickenburggasse 3, ab 1895 in Wien 9, Rossauer Lände 43 und schließlich ab 1897 in Wien 9, Schlickplatz 4.

Während des Ersten Weltkrieges war er im Vereins-Reservespital Nr. 3, am Standort des Rudolfinerhauses tätig.

Seit 1898 war Foges Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien,[5] des Vereins der Ärzte im 9. Bezirk, sowie des 1907 von Hugo Klein (1863-1937) gegründeten Österreichischen Bundes für Mutterschutz, dem unter anderem auch der Professor für Kinder- und Jugendheilkunde Josef Karl Friedjung (1871-1946), Sigmund Freud (1856-1939), Rosa Mayreder (1858-1938), Julius Ofner (1845-1924) und Marianne Hainisch (1839-1936) angehörten.

1907 zählte er zum Kreis der Mitunterzeichner eines Aufrufes zur Gründung einer Gesellschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose.[6]

Volksbildner im Wiener Volksbildungsverein

Foges engagierte sich darüber hinaus im Wiener Volksbildungsverein, in dem er als Vorstandsmitglied tätig war, Vorträge hielt und den Lesehallenfonds des Vereins unterstützte. 1914 verfasste er einen Nachruf auf den Philosophen und Leiter des Wiener Volksbildungsvereines Friedrich Jodl (1849-1914).[7]

Zudem war Foges Mitglied des Wiener Photo-Klubs und nahm gemeinsam mit dem Dermatologen Eduard Schiff (1849-1913) im Jahr 1905 an dessen Ausstellung im Bereich „Photographie als Wissenschaft“ teil.[8]

Auch im Unterstützungsverein für Hebammen engagierte sich Foges und hielt dort regelmäßig Vorträge. 1907 gehörte er zudem zu den Mitunterzeichnern des Aufrufes zur Gründung der Österreichischen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten.[9]

Arthur Foges verstarb am 4. Oktober 1920 in Wien.

Foges Arthur: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 6.10.1920, S. 12.

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0369, Foges Arthur (Nationalien Datum: 1890/91).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-100b, Foges Arthur (Rigorosum Datum: 1891).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 187-987, Foges Arthur (Promotion Datum: 24.6.1893).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Foges Arthur.

Literatur:

Foges, Arthur: Casuistische Beiträge zur Klinik der Appendicitis simplex. Aus dem Rudolfinerhause in Wien-Döbling. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Foges, Arthur: Schwangerschaftshypertrophie der Mamae und Nebenmammae. Aus dem Rudilfinerhaus in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1902.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Foges, Arthur: Atlas der rectalen Endoskopie nebst einer Einführung in die Technik der rectalen Endoskopie. Berlin, Wien: Urban & Schwarzenberg 1910.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 61344]

Foges, Arthur und Ortfried Otto Fellner: Physikalische Therapie der Erkrankungen der weiblichen Sexualorgane. (= Physikalische Therapie in Einzeldarstellungen/22) Stuttgart: Enke 1906.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 17918/22]

[1] Jahresbericht des Josefstädter Obergymnasiums, Wien 1888, S. 61

[2] Pester Loyd, 13.4.1894, S. 5.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 24, 1895, Sp. 1057-1059; Nr. 25, 1895, Sp. 1100-1102.

[4] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 3.8.1910, S. 4.

[5] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 14, 1898, S. 355.

[6] Illustriertes Wiener Tagblatt, 21.4.1907, S. 17.

[7] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 27.1.1914, S. 10.

[8] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 17.4.1905, S. 3.

[9] Illustrierts Wiener Extrablatt, 21.4.1907, S. 19.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

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BBL:  49464 (01.06.2026)
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Letzte Aktualisierung: 2026.06.01

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [240]: Karl Bettelheim – Innere Medizin, Primararzt am Rudolfinerhaus, Herausgeber der medicinisch-chirurgischen Rundschau

Karl Bettelheim – Innere Medizin, Primararzt am Rudolfinerhaus, Herausgeber der medicinisch-chirurgischen Rundschau

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 05.09.2023

Keywords: Karl Bettelheim, Internist, Rudolfinerhaus, Redakteur, medicinisch-chirugischen Rundschau, Arzt, Medizingeschichte, Wien

Karl Bettelheim wurde am 28. September 1840 als Sohn von Leopold Bettelheim (zirka 1807-1866) und Rosalie (Rosalia Rosina), geborene Oppenheim in Pressburg in Ungarn (heute: Bratislava/Slowakei), geboren. Aus seiner Ehe mit Henriette Elise Meyer (1844-1926) stammen die beiden Kinder Helene Leopoldine Bettelheim (1870-1932) – verheiratet mit dem Mediziner Felix Kauders (1858-1937) – und Heinrich Wolfgang Bettelheim (1873-1924). Seine Schwester Jenny (1846-1880), war mit dem Balneologen Julius (Gyula) Sterk verheiratet.

Bettelheim studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 26. Jänner 1866. Zu seinen Lehrern gehörten neben Joseph Hyrtl (1810-1894), Ernst Wilhelm Brücke (1819-1892), Carl von Rokitansky (1804-1878) und Joseph von Skoda (1805-1881). Aus seiner Studienzeit ist ein im Archiv der Universität Wien überliefertes 14-seitiges Manuskript aus dem Jahr 1862 überliefert, das er an der Chirurgischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien unter dem Vorstand Professor Johann von Dumreicher (1815-1880) verfasste. „Über zwei Krankheitsfälle (Luratio trumeri sinistri, Luratio trumeri sinistri)“.

Nach seinem Studium arbeitete er von 1868 bis 1870 neben Joseph Breuer (1842-1925) als 2. Assistent von Johann Oppolzer (1808-1871) an der Medizinischen Klinik unter dem Vorstand Joseph Skoda.[1] Während dieser Zeit publizierte er 1868 „Ueber bewegliche Körperchen im Blut“[2] und 1869 „Fall von Phosphorvergiftung“.[3]

Redaktion der Medizinisch-chirurgischen Rundschau

1870 übernahm er die Redaktion der Zeitschrift Medizinisch-chirurgischen Rundschau, die er bis 1878 behielt. Darin veröffentlichte er 1870 „Ein Fall von Darmkrebs“.

Allgemeine Poliklinik in Wien und Primarius Rudolfinerhaus

1873 erfolgte nach dem Beschluss des Doktoren-Kollegiums durch den Minister für Cultus und Unterricht seine Ernennung zum Privatdozenten für praktische Medizin.[4] Er wirkte danach als Abteilungsvorstand an der Allgemeinen Poliklinik in Wien. Hier veröffentlichte er „Ein eigenthümlicher Fall von Nephritis, Lebercirrhose, und Adenie“. Er gehörte dem „Ärztlichen Verein Wien“ an, in dessen Zeitschrift er u.a. seine Arbeiten „Ueber die Salzsäure-Medikation bei Magenkrankheiten“,[5] und gemeinsam mit Ferdinand Strebl „Zwei Fälle von Bronchitis crouposa“[6] publizierte.

Ab 1883 arbeitete er auf Betreiben seines Freundes Professor Theodor Billroth (1829-1894) als Primararzt an der Abteilung für innere Krankheiten im Rudolfinerhaus,[7] wo er auch in der Pflegeausbildung tätig war, die Pflegeschule unterstützte und als Mitglied dem Ausschuss des „Rudolfiner-Vereins“ angehörte.[8] Daneben hielt er noch Vorlesungen an der Medizinischen Fakultät zur „Medizinischen Propädeutik“ und „Physikalische Diagnostik“, und besaß eine private Arztpraxis. Am Rudolfinerhaus publizierte er u.a. 1884 „Ein (polemischer) Beitrag zur „Wasserbehandlung“ des Typhus abdominalis“, 1885 „Diagnostik der Rückenmarkskrankheiten“, 1886 „Ein Fall von `Fremitus hypochondriacus`“, 1887 „Die Modifikation der Bandwurmkur“, „Zwei Fälle von Hirnabscessen, beobachtet im Rudolfinerhause in Unterdöbling bei Wien. I. Metastatischer Hirnabscess nach Empyem“.

Bettelheim trat auch als Übersetzer von Fachliteratur aus dem Englischen in Erscheinung, darunter übersetzte er 1883 von R. Lepine „Die akute Pneumonie“,[9] sowie 1886 gemeinsam mit M. Scheimpflig die Monografie von W.R. Gowers, Diagnostik der Rückenmarkskrankheiten.[10]

Seine zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten finden sich in der Separata-Bibliothek sowie in der Neuburger-Bibliothek.

1884 arbeitete Bettelheim mit Sigmund Freud (1856-1939) zusammen, um den Einfluss von Elektrizität auf das Nervensystem zu untersuchen.

Weiters engagierte er sich als Mitglied im Verein für erweiterte Frauenbildung in Wien,[11] sowie im Asylverein für Obdachlose in Wien.[12]

Bettelheim war Träger des Ritterkreuzes des königlichen spanischen Ordens Isabella der Katholischen,[13] Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und seit 1888 Mitglied der Leopoldina.[14]


Todesanzeige, Neue Freie Presse, 27.7.1895, S. 20.

Karl Bettelheim verstarb am 27. Juli 1895 in Wien

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0002, Bettelheim Karl (Nationalien Datum: 1862/63).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-21, Bettelheim Karl (Promotion Datum: 26.1.1866).

UAW, Med. DRKOLL 21.1.6 Bettelheim, Karl, Über zwei Krankheitsfälle (Luratio trumeri sinistri, Luratio trumeri sinistri), 1862.

UAW, Med. Fak., Doktoren-Kollegium der Med. Fak., Med. DrKoll., Prüfungsprotokoll des ersten Rigorosums am 16. Mai 1867 zum Dr. der Chirurgie, und das Abgangszeugnis der Univ. Wien für den Zeitraum 1861 bis 1865.

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Bettelheim Karl

Literatur:

Bettelheim, Karl: Ein Fall von Darmkrebs. Sonderdruck aus: Medizinisch-chirurgische Rundschau. Wien: 1870.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Bettelheim Karl: Ein eigenthümlicher Fall von Nephritis, Lebercirrhose und Adenie. Sonderdruck aus: Mittheilungen des Vereines der Aerzte in Nieder-Oesterreich. Verlag von Ch.L. Praetorius 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Bettelheim, Karl: Ein (polemischer) Beitrag zur „Wasserbehandlung“ des Typhus abdominalis. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Blätter. Wien: Verlag von L. Bergmann & Comp, 1884.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Gowers, William, Bettelheim, Karl und W. Scheimpflug: Diagnostik der Rückenmarkskrankheiten. 3. Aufl. Wien: Braumüller 1885.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18260]

Bettelheim, Karl: Ein Fall von „Fremitus hypochondriacus“. Sonderdruck aus: Centralblatt für klinische Medicin. 1886.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Bettelheim, Karl: Eine Modifikation der Bandwurmkur. Sonderdruck aus: Centralblatt für klinische Medicin. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Bettelheim, Karl: Zwei Fälle von Hirnabscessen, beobachtet im Rudolfinerhause in Unterdöbling bei Wien. I. Metastatischer Hirnabscess nach Empyem. Sonderdruck aus: Deutsches Archiv für klinische Medicin. Leipzig: 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Referenzen:

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 85, 1869, Sp. 1378.

[2] Wiener medicinische Presse, Nr. 9, 1868, S. 13.

[3] Wiener medicinische Presse, Nr. 9, 1869, S. 41.

[4] Wiener Zeitung, 3.12.1873, S. 6.

[5] Mittheilungen des ärztlichen Vereins in Wien, III, 1874, S. 14.

[6] Mittheilungen des ärztlichen Vereins in Wien, II, 1871, S. 23.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 50, 1882, Sp. 1510.

[8] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 18.4.1888, S. 4.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 51, 1884, Sp. 1547.

[10] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 47, 1885, Sp. 1444.

[11] Jahresbericht des Vereines für erweiterte Frauenbildung in Wien, 1889, S. 10.

[12] Wiener Zeitung, 25.6.1870, S. 6.

[13] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 50, 1882, Sp. 1495.

[14] Neue Freie Presse, 16.11.1888, S. 1.

Normdaten (Person): Bettelheim, Karl : BBL: 41840; GND: 136031218;

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 41840 (05. 09. 2023)
URL: https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=41840

Letzte Aktualisierung: 2023 08 31

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