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Allgemeines – nicht kategorisiert

Änderungen bei der Buchbestellung ab 4. Oktober 2021

Liebe Bibliotheksbenutzer*innen!

Bereits seit Juni sind die Bücherregale in der Universitätsbibliothek wieder frei zugänglich – es darf also wieder am Regal nach Themengebiet und Herzenslust geschmökert werden!

Aus diesem Grund wird es ab dem 4. Oktober nicht mehr möglich sein, in der Bibliothek vorhandene Bücher zu bestellen. Natürlich können weiterhin zurzeit entlehnte Bücher vorgemerkt werden.

Entlehnbedingungen der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin–>

Ebenfalls ab 4. Oktober 2021 bietet die Bibliothek stark erweiterte Öffnungszeiten:

MO-FR 8:00-20:00

Wir hoffen, Sie schon bald bei uns begrüßen zu dürfen!

Österreich liest – Treffpunkt Bibliothek: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien: Ausstellung „Die Anfänge der universitären Sozialmedizin in Wien“

Österreich liest – Treffpunkt Bibliothek

Ab 21. Oktober 2021 ist im Rahmen von „ÖSTERREICH LIEST. Treffpunkt Bibliothek“ an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien zu den Öffnungszeiten die Ausstellung „Die Anfänge der universitären Sozialmedizin in Wien“ zu sehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das vor 110 Jahren auf Anregung des Wiener Mediziners Ludwig Teleky an der Universität Wien gegründete „Seminar für Soziale Medizin“ und die aus Teleky und seinen Mitarbeitern*innen und Schüler*innen bestehende interdisziplinär ausgerichtete und sozialwissenschaftlich orientierte sozialmedizinische Forschungscommunity. Schon in den frühen 1920er Jahren brach diese Entwicklung an der Universität Wien ab, und an Stelle der Sozialmedizin trat nunmehr in der Forschung und der Lehre die Rassenhygiene.

Eine Auswahl der heute sich an der Bibliothek befindenden historischen Buchbestände aus der frühen Phase der universitären Sozialmedizin werden in der Ausstellung als Zeugen eines in Vergessenheit geratenen Kapitels in der Entwicklung der modernen Sozialmedizin gezeigt.

Bild: „Die Aufgaben und Ziele der sozialen Medizin“ im Separatdruck der Wiener klinischen Wochenschrift

Logo: MMag.Margrit Hartl

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  • Eigene FFP2 Schutzmaske (während des gesamten Aufenthalts in der Bibliothek ist eine FFP2- Maske zu tragen.)
  • Abstand halten
  • Hände desinfizieren

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Eine Illusion

Eine Illusion

wäre der freie Wille – (unser kostbarster Besitz“ – R Metten) hieß es nach dem ‚Libet-Experiment‘: das ‚Bereitschafts-Potential‘ (Kornhuber und Deecke 1965) konnte vor der bewussten Willens-Entscheidung abgeleitet werden – blieb dies unbestritten? Nein.

Der freie Wille – eine Illusion? Nein. Der homo sapiens, hinunternivelliert auf das Niveau von Einzellern- unfähig sich zu entscheiden, wie Buridans Esel, wäre reduziert auf eine Existenz, welche dem Zufall ausgeliefert ist, also ungesteuert, Plan- und Perspektive-los.

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für die Rose verantwortlich“ sagte der Fuchs zum kleinen Prinzen. Doch ohne die freie Willens-Entscheidung gäbe es keine Verantwortlichkeit, keine Zuneigung, kein ‚Lieben um geliebt zu werden‘. General-Exkulpation – auch ohne Vorliegen von ‚Schwachsinn, seelischer Störung oder Abartigkeit‘  wäre die logische Konsequenz: „Nulla poena sine culpa“:

Schuldunfähigkeit samt Schuldausschließungsgründen wären die Norm, eine Reductio ad absurdum: Justitia hätte keinerlei Daseinsberechtigung. NuramRande – blind war sie seit jeher. Es gäbe keine Rechts-Ordnung, kein Strafverfahren samt Strafvollzug, kein ’suum cuique tribuere‘. Selbst-Verantwortungs-Los. Defaitismus hätte das Sagen – im Chaos.

Sabotiert wird freier Wille z.B. durch Überstimulation: „Mit etwa elf Millionen Bits an Daten wird unser Gehirn bombardiert – pro Sekunde! Bewusst verarbeiten kann es jedoch nur etwa 30 bis 40 Bits.“ In diesem Zusammenhang: Die KFZ-Industrie gerät immer mehr außer Kontrolle: Blendende Tagfahrlichter, KFZ-Lichtbehübschungen („Licht ist das neue Chrom“), E-Toy-Lichter und massiv ablenkende Lichtsignale überfordern über Gebühr strapazierte kognitive Prozesse. Das fatale Auslöschen von ‚overflows‘ der visuellen Kurzzeit- und Arbeitsspeicher, z.B. von Netzhautbildern der Kinder am Zebrastreifen („SCHUTZ“Weg – zurzeit das gefährlichste Areal) erfolgt logischerweise nicht durch freie und bewusste Entscheidung; dies entzieht sich unbemerkt und unvermeidbar, trotz Konzentration, der Kontrolle des Willens – als Distraction – bzw. Inattentional Blindness.

Der Streit um den freien Willen – Determinismus versus Indeterminismus – kam in die Jahre. Begriffsklärung tut not. Klare Definitionen, klares Denken (Descartes) und eindeutige Semantik (- Semiotik, Suchmaschinenoptimierung (SEO), High-Level Expert Group on Artificial Intelligence, 2019) sind essentiell, von den methodisch ‚unbiassed‘ Experimenten samt umsichtig-korrekter Interpretation abgesehen. Die Peer Reviews kamen leider aus der Mode. ad Zitate – zum Beispiel:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will“  Arthur Schopenhauer (AS), vielzitiert, leider aus dem Zusammenhang gerissen, verkürzt, verfälscht und irreführend. Originalzitat: Du kannst tun, was du willst: aber du kannst in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens nur ein Bestimmtes wollen und schlechterdings nichts anderes als dieses eine.“ – dieser Satz impliziert logisch und unzweifelhaft die vorauszusetzende freie und bewusste Entscheidung.                    
(Über die Freiheit des Willens, S 542, AS).*

Die Begriffe ‚frei‘ und ‚Wille‘ sind herauszulösen aus allen aprioris, dem Impliziten, aus genetischen und epigentischen Prägungen, Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen, Interaktionen mit Umwelt und Erziehung und sind konsequent zu reduzieren auf die ‚bewusste‘ Entscheidungsfindung – im Sinne von A.S. ‚Unbewusstes‘ in-die-Pedale-Treten beim Radfahren stört übrigens nicht bei bewussten freien Entscheidungsprozessen.

Unangebracht wäre es das Thema freier Wille mit Theologischem, Teleologischem und Glaubensinhalten zu vermischen. Ein allwissender, allmächtiger Creator wäre im Letzten für alles verantwortlich, was ist und für alles, was geschieht. Er bräuchte also im Grunde weder zu zürnen noch – wie Zeus – Blitze vom Olymp zu schleudern.

Hier kommt der Laplace’sche Dämon ins Spiel, der Schutz’Heilige‘ des Determinismus, welcher Ort und Impuls aller Teilchen in- und auswendig kennt, samt der Kausalitätsketten und fehlerfreier Prognosen. Diese Fiktion hat seit der Quantenphysik ausgedient: Ort und Impuls lassen sich gleichzeitig nicht exakt bestimmen (Unschärferelation n. Heisenberg).

„Nach unserem heutigen Kenntnisstand funktioniert das Gehirn nicht auf der Grundlage der Newton’schen Gesetze. Die klassische Mechanik reicht für die Beschreibung neuronaler Prozesse nicht aus.“ (Luhmann). Auch Hameroff und Penrose beschrieben das „Bewusstsein als ein Problem der Quantenphysik“: cave – dünnes Eis!  Es fehlt die Brücke, aber vor Allem fehlt die gemeinsame Sprache zwischen der Quantenphysik und – um nur ein Beispiel zu nennen – der Neurophysiologie.

Die objektive Realität kann in ihrer Gesamtheit nicht erkannt werden. Alles, was unsere Sinnesorgane aufzunehmen imstande sind, ist ein verschwindend kleiner Ausschnitt. Beipiel: das extrem schmale Band sichtbaren Lichtes (sichtbare ‚Wirklichkeit‘) im weit gespannten elektromagnetischen Spektrum. Und – vieles, was in den Prozessen des Bewußtwerdens geschieht – s. radikaler Konstruktivismus (P. Watzlawick), entfernt sich nicht selten weit von der Realität. Unser Universum besteht zu etwa siebenundzwanzig Prozent aus Dunkler Materie und zu siebzig Prozent aus Dunkler Energie. Der kleine Rest: die für uns wahrnehmbare, sozusagen greifbare ‚Wirklichkeit‘.

Dazu kommt Goedels ‚Unvollständigkeitssatz‘: selbst die Mutter aller Wissenschaften, die Mathematik, ist nicht widerspruchsfrei. Erkenntnis ruht nicht selten auf tönernen Füßen, wegen methodischer Fehler, schlampiger Recherche, fehlerhafter Schlußfolgerungen, Syllogismen, Zirkelschlüssen, ‚Inference engines‘, ‚Münchhausen-Trilemmas‘ etc.

Doch Rupert Riedl hatte darauf eine überzeugende Antwort: „Die Schraubenstruktur biologischer Erkenntnisprozesse“: In seinem Modell drehen sich diese nicht in einer Ebene weiter – um sich womöglich selbst zu widerlegen, sondern steigen bei jeder Umdrehung, wie in einem Schraubengewinde um eine Ebene jeweils höher, mit der Aussicht auf weiterführenden Erkenntnisgewinn, wie etwa im Falle des ‚egoistischen Gen‘– Irrtums oder eines unberechtigterweise heraufbeschworenen Determinismus. Apropos, das Statement   „Es gibt keinen freien Willen“ – „science thrives by falsifying hypotheses“ – macht eine Falsifikation unmöglich. (K. Popper: Logik der Forschung).

„Die Philosophie ist tot. Sie hat mit den neueren Entwicklungen in der Naturwissenschaft, vor allem in der Physik, nicht Schritt gehalten. Jetzt sind es die Naturwissenschaftler, die mit ihren Entdeckungen die Suche nach Erkenntnis voranbringen“  (Hawking, 2010). Nun – ob die Philosophie tatsächlich tot ist, sei dahingestellt; der freie Wille lebt: „Erst der freie Wille macht uns zu dem, was wir sind.“ (R Metten)

Zurück zum Experiment: „Libets experimentelle Vorgehensweise war fehlerhaft. Seine Resultate konnten nicht reproduziert werden“ (Dominik et  al. 2018 z.B.). „Flaws in this research (1) premise deficiencies, (2) technical limitations in experimental design, (3) misinterpretation of events preceding the decision, (4) unreliability of self-reported decision, and (5) overdrawn generalizations of the implications.“

„… कतुमयः पुरुषो (kratu-mayaḥ-puruṣhaḥ) … (Chând Up. 3, 14, 1). Śâṇḍilyas, Upanishaden
 „Ich will, also bin ich!“ – besser noch „Wollend bin ich“.

„kratu-mayaḥ-puruṣhaḥ? „Now, verily, a man consists of will“ – „Nun wahrlich, der Mensch besteht aus Wollen.“  T.V. Kapali Sastry:, dass कत kratu hier für „free choice“ – die Wahlfreiheit stehe, die der Mensch habe, sich in die eine oder andere Richtung entscheiden zu können.“ Und: … स कतुं कुवीत (sa kratum kurvīta) ॥ १ ॥ (Chând Up. 3, 14, 1): „Let him with this knowledge in mind form his will.“

https://www.swamij.com/upanishad-chandogya.htm

François-Pierre Gonthier Maine de Biran: Er hielt er dem kartesischen „Cogito, ergo sum“ sein „Volo,ergo sum“ – oder wie es im französischen Originaltext heißt – sein „Je veux, doncje suis“ entgegen.“ 

AI:

Abschließend ein Wort zur künstlichen ‚Intelligenz‘: „Free will – even for robots“ (McCarthy) Hier geriet die Anthropomorphisierung auf obskure Abwege. Killerdrohnen besitzen weder einen freien Willen noch ein Gewissen. Ungezählte Kinder fielen ihnen bisher zum Opfer.

Epilog:

Im zweidimensionalen Labyrinth wird nach dem Ausgang gesucht – ohne Ariadnefaden. Ausweglos – in dieser Ebene. Die Antwort gibt es in höheren Dimensionen. Vielleicht. . Auch das Armamentarium zur ‚wissenschaftlichen‘ Beantwortung der Frage: „Gibt es einen freien Willen?“ ist ungeeignet: Weder mathematische Modellierungen mit ihren partiellen Differentialgleichungen noch Hirnforschung oder Quantenphysik können hier weiterhelfen. Für die conditio humana ist der freie Wille die ‚Conditio sina qua non‘. Unabänderlich.

” Ist damit nicht auch die Willensfreiheit in jenem Bereich außerhalb der Erscheinungswelt, wo Freiheit und kein Determinismus herrscht, ein tiefes Mysterium, das sich jeder weiteren Nachforschung entzieht?“  AS

Syndikat: Unternehmenszusammenschluß, Kartell,
nach der üblichen Bedeutungsverschlechterung: organisiertes Verbrechen

Lit.

René Descartes (1637): Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung (Discours sur la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la vérité dans les sciences)   https://www.textlog.de/descartes-methode.html

Metten R (2020) Ich will, also bin ich. Wie der freie Wille uns zu dem macht, was wir sind. Springer

Luhmann HJ (2020) Hirnpotentiale. Die neuronalen Grundlagen von Bewusstsein und freiem Willen. Springer

Heilig P (2013) Quantum Satis Est. Quanten-Physik. https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/

Arendt H /(1958) The Human Condition
https://sduk.us/afterwork/arendt_the_human_condition.pdf

Klemm WR (2016) Making a scientific case for concsious agency and free will. Acad. press

Albert H (1968) Traktat über kritische Vernunft. Mohr Siebeck, Tübingen

Riedl R (1988) Biologie der Erkenntnis. Die stammesgeschichtlichen Grundlagen der Vernunft. München: dtv 1988, S. 232.

Libet B et al (1982). Readiness-potentials preceding unrestricted „spontaneous“ vs. pre-planned voluntary acts. Electroencephalography and Clinical Neurophysiology,54(3), 322–335.

Gender: beyond

interest: no                                                                                     

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Katharina und Peter Heilig
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https://youtu.be/k9k_wG5lacA

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2021-09: FRESH eBOOKS: Effekte der pulmonalen Ballonangioplastie auf die Herzfunktion bei inoperabler chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie; Bildgebung Lymphologie : Sonographie, Lymphangiographie, MR und Nuklearmedizin; Urolithiasis : Diagnostik, Therapie, Prävention…

Alle aktuellen eBooks der Universitätsbibliothek können im Volltext  am Campus der MedUni Wien oder via Remote Access (OFF Campus) abgerufen werden.


Kürzlich lizenzierte eBooks:

 
 
 
 
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Bildgebung Lymphologie : Sonographie, Lymphangiographie, MR und Nuklearmedizin

Brauer, Wolfgang Justus [HerausgeberIn]
2021
 
 
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Urolithiasis : Diagnostik, Therapie, Prävention

Knoll, Thomas [HerausgeberIn]Miernik, Arkadiusz [HerausgeberIn]
2021
 
 
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EBM 2021 Kommentar

Hermanns, Peter M [HerausgeberIn]
2021
 
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Pädiatrische Sportmedizin : Kompendium für Kinder- und Jugendärzte, Hausärzte und Sportärzte

Menrath, Ingo [HerausgeberIn]Graf, Christine [HerausgeberIn]Granacher, Urs [HerausgeberIn]Kriemler, Susi [HerausgeberIn]
2021
 
 
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Hüfte

Günther, Klaus-Peter [HerausgeberIn]Schaser, Klaus-Dieter [HerausgeberIn]
2021
 
 

Publikation MedUni Wien Mitarbeitende: Hutter, Hans-Peter, Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr.

Hutter, Hans-Peter [VerfasserIn]Langasch, Judith [VerfasserIn]
2021

Abstract:
 
Pestizide, Handystrahlung, Feinstaub, Lärm – all das wirkt täglich unbemerkt auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Nicht erst seit der Corona-Krise ist Gesundheit eines der bestimmenden Themen in der Gesellschaft. Es geht immer öfter um die unmittelbare Belastung, die wir durch unsere Lebensweise in den Industrieländern in Kauf nehmen – oder sogar selbst herbeiführen. Doch was sind die gefährlichsten Faktoren, die schlimmsten Schadstoffe und wie sollen wir mit ihnen umgehen? Vor welchen Einflüssen müssen wir uns schützen? Welche Rolle spielt die individuelle Entscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten? Und was haben Umweltschutz und Klimakrise eigentlich mit gesellschaftlicher Ungleichheit zu tun? In heiteren und gleichzeitig informativen Gesprächen entlockt die Journalistin Judith Langasch dem Umweltmediziner Hans-Peter Hutter neueste Erkenntnisse und gnadenlose Wahrheiten zu Umwelteinflüssen und stellt die alles entscheidende Frage: Sind wir noch zu retten?
  

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Die Kunst und Charles Bonnet.

Die Kunst und Charles Bonnet.

„When most I wink, then do my eyes best see“      
William Shakespeare


Trugwahrnehmungen oder Halluzinationen, pathognomisch für das Charles Bonnet-Syndrom (CBS), bizarre Spielereien des Gehirns, ‚disturbing playthings of the brain‘, können Patienten nahezu verrückt machen. Die Suche nach wirkungsvoller Therapie verläuft leider enttäuschend; dennoch verstehen es einige Betroffene diese ungebetenen Spukgebilde oder -Töne (Oliver Sacks Syndrome) „zu genießen“ und in Kreationen umzuwandeln: Bitte vor den Vorhang.. Beispiele: In Musikstücken finden sich bisweilen Anklänge davon – die in Noten gesetzten akustischen oder ‚musikalischen‘ Halluzinationen.

Die Potentiale neuronaler Daueraktivitäten schlafen nie – komplexe ZNS-Prozesse kreieren Traum-Gebilde während des Schlafes, Figuren und Geschichten, deren Realitätswert sich nicht von dem des Wachzustandes unterscheidet. Falls es Träumenden gelingt sich suggestiv vorzusagen: „Das ist nur ein Traum“, lassen sich Albträume samt Dämonen der Nacht verscheuchen. Trauminhalte tauchen in der bildenden Kunst und in der Literatur auf – in manch mittelalterlicher Höllendarstellung, im Phantastischen Realismus, bei Chagall zum Beispiel oder Kubin („mit einem Fuß im Drüben“ – laut Paul Flora) in der Art Brut, in den Werken der Künstler aus Gugging, in den ‚phantastischen Skulpturen‘ etc.

Poetisch werden Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit überschritten, Fiktion und Realität ‚emulgiert‘; dies geschieht in der Welt der Märchen, in der kinderliterarischen Phantastik, in Parallelwelten, in denen – wie im Traum – vieles den eigenen Gesetzen und selbstgeschaffenen wie selbst-verständlichen physikalischen Normen gehorcht. Die Poesie des Wunderbaren kennt keinen Unterschied zwischen Unmöglichem, Zauber und einer vereinbarungsgemäßen, sozusagen vorgeschriebenen Realität. Das Kind will unbedingt ausbrechen aus den Schluchten zwischen grauen Schallschutzwänden, aus der vorgegebenen Richtung, weg von vorbestimmten (‚vorprogrammierten‘) Reisen ins Perspektiv- und Hoffnungslose, oder gar ins Nirgendwo . .

Das ewige Kind liebt seine Träume, hinweg über  ‚unüberbrückbare‘ Konflikte – dieses Kind will weiter träumen und – hier kommen auch die Tagträume ins Spiel – luzide und meditativ‘ in den Phasen des Erwachens, in der Welt des noch lange nicht Ausgeträumten und seiner oft phantastischen Bilder, lebendig geworden in Traum-Motiven der Maya, oder bei den Ureinwohnern von Neu-Guinea, welche Geträumtes nach dem Erwachen in die Tat umsetzten – nicht selten zum Mißfallen der Missionare. Bilder des Traumes bleiben ewig lebendig in den Werken der Künstler, aus Urzeiten bis heute. 

Einst träumte mir, ich sei ein Schmetterling. Ein schwebender Schmetterling, der sich wohl und wunschlos fühlte ..“ 
Zhuangzi – Chuang-tzu 莊子 “Master Zhuang”  (4. Jhdt v Chr.)
                                                                                                                                     
„Es erschien nämlich, mit Homer zu reden, ein göttlicher Traum mir durch die ambrosische Nacht, und zwar so deutlich und lebhaft, als ob ich wachte, daß nach langer Zeit die Bilder dessen, was ich gesehen, noch in meinen Augen sind und die Worte, die ich hörte, noch in meinen Ohren klingen. . Denn ihr wisst, Träume sind Wundertäter“.
Lukians Traum, Lukian (120 – 180 n. Chr.)

„Und trotzdem bleib ich dem Traume gewogen, so läuft er sich leichter, der Lebenslauf“
Traum vom Fliegen, Karl Kraus (1874 – 1936)

                                                                                                               
„Vorgestern habe ich von zwei Mädchen geträumt, die waren furchtbar kregel und aufgeräumt..“
Träume, Kurt Tucholsky (1890-1935)

Nicht mehr wegzudenken ist das Thema Traum aus der Weltliteratur, wie in Grillparzers Der Traum ein Leben oder in Schnitzlers Traumnovelle: 

„.. so gibt es gewiss nichts in unserer bewussten Existenz, das der Gelöstheit, der Freiheit, dem Glück gleichkommt, das ich nun in diesem Traum empfand.“ Die Welt der Phantasie lebt vom Unwirklichen, scheinbar Wertlosen, kaum je von ‚börsenkonnotiertem‘ -wie so oft- Plunder.

Dieser Ausflug in die Welt der Träume ist keine Flucht aus der ‚Realität‘. Treffend brachte Paul Watzlawick das Thema Wirklichkeit auf den Punkt: in seinem Radikalen Konstruktivismus. Nach dem Muster von Klarträumen kann es gelingen unerwünschte Halluzinationen in die Schranken zu weisen oder sie zu sublimieren, das heißt ungenützte, scheinbar negative Energien in Kreatives umzuwandeln.

 Archimedes erfand sein Prinzip tagträumend im Badewasser, Banting erträumte das Insulin, Loewi die Nervenübertragung, Wagner summte im Schlaf eine Rheingold-Melodie. Das Bild einer Schlange, welche sich selbst auffrisst (Ouroboros aus der Heraldik), verfolgte den tief schlafenden Kekule: die Benzolring-Formel. Edison provozierte mit System den ‚praktischen Nutzen der Träumerei‘ (P Mulford) – mehr als zweitausend Erfindungen tragen seinen Namen. Charpentier ’sah‘ gleichsam in Wien (spiritus loci?) die Funktion der Genschere klar vor sich – in einem offenbar entspannten „Heureka-Moment“.

Die Daueraktivität retinaler Ganglienzellen wird durch Lichtstimulationen modifiziert, daraus resultiert eine ‚digitalisierte‘ Informationsübertragung (Frequenzmodulation). Ohne Stimulus herrscht jedoch nur Dauer- ‚Chaos‘ zufallsverteilt ablaufender Spike-Intervalle. Die ‚Top-Down‘ – Informationen widerspiegeln chaotisch ablaufende Prozesse aus höheren kognitiven Zentren, in denen ohne physiologische Stimulation („fehlende Inhibition“) ungeordnete Halluzinationen ablaufen (visuell, akustisch oder peripher – nach Verlust einer Gliedmaße – als Phantomschmerz).   

Im Klartext: Fehlende oder gestörte Signale des N. III oder IV (Blindheit, Sehstörung, Taubheit, Presbyacusis etc.) lassen kognitiven Prozessen ‚freies Spiel‘ – „wenn die Katze aus dem Haus ist, haben die Mäuse Kirtag“ – Neu- und Langzeit – Gedächtnisinhalte mischen sich merkwürdig ungeordnet, scheinbar real, auch im (Halb-) Schlaf. Trugwahrnehmungen sowie (Tag-)Traum-Inhalte, ‚playthings of the brain‘, komplexe Phantasiegebilde, spielen ihre Rolle hinter den Kulissen – als Substrat und vielleicht als Katalysatoren kreativer Prozesse.

Computerspiele – in Stichworten:

Reduzierte frontoorbitale Hirnrindenareale exzessiver ‚Gamer‘, SMS-Daumen samt bizarrer Über-Repräsentation im corticalen Homunculus – bei pathologischer Nutzung (‚Internet Use Disorder‘, -Addiction), Manfred Spitzers ‚Digitale Demenz‘, parasoziale Interaktionen via Flaschenhals Spielkonsole, Csikszentmihalyi-Pseudo-Flow, Versinken im Virtuellen (‚Immersion‘), losgelöst vom Realen, Identifikation mit PC-Spielfiguren und PC-Peer-‚Gruppen‘, ‚Clan‘- und ‚Gilden‘-Ranglisten-Zwänge, ‚multi-user-dungeons‘ ohne Grafik und Ton virtueller ‚Gemeinschaften‘ samt Verlust sozialer Komponenten, Suchtverhalten, Kontrollverlust, Entzugserscheinungen (Depressionen, Dysphorien), Denk- und Verhaltens-‚Einengungen‘, Selbstwahrnehmungs-, Selbstkontrolle-, Selbstwert-Inkonsistenz, soziale Phobien, Leistungseinbrüche, Gesundheit. siehe ICD-10-GM-2021.

http://www.afrl.de/wp-content/uploads/2016/09/Mattauch_Bachelorarbeit_Computerspieler.pdf

Die interindividuell unterschiedlich ausgeprägten Phänomene aus obiger Liste werden ‚differenziert‘ interpretiert; niemand stellt die Notwendigkeit präventiv/prophylaktischer Maßnahmen in Frage. Computerspiel-Inhalte finden sich bereits in den Traumwelten der ‚Gamer‘, in ihren Denkwelten und in ihrer Kreativität, einer vielleicht schon etwas eingeengt – ‚mutierten‘, sowie – à la longue – in ihrer Epigenetik. 

Sprach’verhunzungen‘ (pardon), möglicherweise induzierte Gewaltbereitschaft etc. werden außen vor gelassen (Duden: „hängengelassen“ (?)). Irritierte Besucher von Museen Moderner Kunst und Theaterbesucher, welche blendenden Regie-Einfällen ausgeliefert waren -ohne Vorwarnung-, können hier leider nicht zu Wort kommen. Poeten (-(I)innen – Sprechpause – plus divers x 10n ?) wie 99.9% aller Spezies beinahe ausgestorben, scheitern mehr und mehr an ‚Updates‘ und laufend neu programmierter ’neusprech‘-Muttersprache.

Epilog: „Das Leben ist ein Traum“
(Vida es sueño, Pedro Calderón de la Barca y Barreda González de Henao Ruiz de Blasco y Riaño, 1600 -1681)

https://dietraumdeuter.de/das-traummotiv-in-der-literatur-shakespaere-und-macbeth/, https://dietraumdeuter.de/traeume-bei-den-maya/

https://germanistik.uni-wuppertal.de/fileadmin/germanistik/Teilf%C3%A4cher/Didaktik/Personal/Nickel-Bacon/Nr._7_Alltagstranszendenz.pdf

 „Wenn mein Aug‘ sich schließt, dann sieht’s am besten“  William Shakespeare, Sonnet 43

Gasteiger M (Ed) (1999) Träume in der Weltliteratur. Manesse Bibliothek der Weltliteratur

Heilig P (2018) Kreativität; https://ub-blog.meduniwien.ac.at/blog/?p=30740

Heilig P (2021) CBS – das Charles Bonnet-Syndrom. Concept Ophthalmologie 7/2021, X 28 -29

https://www.longdom.org/proceedings/please-stop-the-music-oliver-sacks-syndrome-and-the-psychopathology-of-hearing-loss-8372.html

macular/video/dr-oliver-sacks-talksabout-charles-bonnet-syndrome

 Gender: beyond

Charles Bonnet-Syndrom (CBS): Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), visuell oder akustisch, bei Seh- oder Hörnerv-Ausfällen

„Der Großteil der Patienten und Patientinnen mit einem Charles Bonnet Syndrom ist erleichtert zu hören, dass ihre Beschwerden eine ophthalmologische Ursache haben und somit ein bekanntes Phänomen darstellen haben, dass sie nicht psychisch krank sind, Demenz oder ähnliche neurologische Erkrankungen haben. Gleichermaßen bedeutend ist es auch, dass medizinisches Personal oder Personen in verwandten Berufsgruppen mehr Kenntnis über das Charles Bonnet Syndrom und dessen Hintergründe entwickeln und auch ihre Patienten und Patientinnen auf visuelle Halluzinationen screenen und aufklären . Zu überlegen ist auch, sehbehinderten Menschen die Möglichkeit des Auftretens von visuellen Halluzinationen mitzuteilen. Hier erweist es sich als vorteilhaft, die Patienten und Patientinnen mit konkreten Fragen zu konsultieren.“  Döller, B., Findl, O. (2017) Prävalenz des Charles Bonnet Syndroms – eine Übersicht der Literatur. Spektrum Augenheilkd. 31, 2–5                                                                                                                                       

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Katharina und Peter Heilig
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Österreich liest – Treffpunkt Bibliothek: Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien: Ausstellung „Die Anfänge der universitären Sozialmedizin in Wien“

Österreich liest – Treffpunkt Bibliothek

Ab 21. Oktober 2021 ist im Rahmen von „ÖSTERREICH LIEST. Treffpunkt Bibliothek“ an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien zu den Öffnungszeiten die Ausstellung „Die Anfänge der universitären Sozialmedizin in Wien“ zu sehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das vor 110 Jahren auf Anregung des Wiener Mediziners Ludwig Teleky an der Universität Wien gegründete „Seminar für Soziale Medizin“ und die aus Teleky und seinen Mitarbeitern*innen und Schüler*innen bestehende interdisziplinär ausgerichtete und sozialwissenschaftlich orientierte sozialmedizinische Forschungscommunity. Schon in den frühen 1920er Jahren brach diese Entwicklung an der Universität Wien ab, und an Stelle der Sozialmedizin trat nunmehr in der Forschung und der Lehre die Rassenhygiene.

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Publikation MedUni Wien: Der Darm : warum er so wichtig ist und wie er gesund bleibt

Untersmayr-Elsenhuber, Eva [VerfasserIn]
Ferlitsch, Monika [VerfasserIn]

Medizinische Universität Wien [herausgebendes Organ]
2021
 
Autorinnen und Expertinnen der MedUni Wien:
Assoc. Prof. Priv.-Doz. DDr. Eva Untersmayr-Elsenhuber (Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung am Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie)
Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Monika Ferlitsch (Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin III).Beschreibung:
„Der Darm – ein Wunderwerk, das unseren Körper ernährt, schützt und viel mehr zu Gesundheit und Krankheiten beiträgt, als uns oftmals bewusst ist: Warum er so wichtig für das menschliche Wohlbefinden ist und wie der Darm gesund bleibt…“ weiterlesen