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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [394]: Gruber, Rudolf – Augenarzt an der I. Augenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und am German Hospital in Dalston in London

Gruber, Rudolf – Augenarzt an der I. Augenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und am German Hospital in Dalston in London

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 27.10.2026

Keywords: Augenarzt, I. Augenklinik, Allgemeines Krankenhaus in Wien, German Hospital Medizingeschichte, Wien, London

Rudolf Gruber wurde am 21. Mai 1868 als Sohn des Professors für Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät in Wien, Josef Gruber (1827-1900) und Hermine, geborene Schäffer, in Wien, Neuer Markt 2, geboren. 1894 trat er aus der Israelitischen Kultusgemeinde Wien aus und ließ sich am 25. August 1902 in der Wiener Votivkirche katholisch taufen. Sein Taufpate war der Mediziner Karl Landsteiner (1868-1943). Seit Juli 1908 war er mit der Britin Dorothea Harriet Tabor verheiratet.

Gruber absolvierte 1885 das Schottengymnasium in Wien und studierte anschließend an der Universität Wien Medizin, wo er am 27. Juni 1891 zum Doktor der gesamten Heilkunde promovierte. In den Wiener Militär-Musterlisten ist für Rudolf Gruber die Ausstellung eines Eintritts-Certificats am 30. September 1887 dokumentiert.

Nach seiner Promotion war Gruber als Assistent an der I. Universitäts-Augenklinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig, die zunächst von Carl Stellwag von Carion (1823-1904) und ab 1895 von Isidor Schnabel (1842-1908) geleitet wurde. Hier publizierte er die Arbeiten „Die Entstehung des Greisenbogens der Hornhaut“ und „Die Oxydation von Fremdkörpern im Auge und ihre praktische Bedeutung“.

1897/98 schied er aus seiner Assistentenstelle aus.[1] Spätestens im Studienjahr 1899/1900 war als Privatdozent für Augenheilkunde an der Universität Wien verzeichnet. Seit 1897 führte er eine private Arztpraxis in Wien 9, Alser Straße 4.[2]

1898 übersiedelte Gruber nach London, wo er als Augenarzt am German Hospital in Dalston – einer 1845 gegründeten und für die deutschsprachige Bevölkerung Londons geschaffenen Einrichtung – arbeitete.[3] Später war er dort als Consulting Ophthalmic Surgeon tätig. 1900 und 1903 ist seine Londoner Praxis unter der Adresse 67 Wimpole Street nachgewiesen. Spätestens 1921 praktizierte er in 81 Harley Street, London W1 – einer Adresse des medizinischen Elitenmilieus – während er seinen Wohnsitz in Kent hatte.

Gruber war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien, der Heidelberger Ophthalmologischen Gesellschaft, der Ophthalmological Society of the United Kingdom, der British Medical Association und der Royal Society of Medicine. Darüber hinaus besaß er seit 1899 die britischen medizinischen Qualifikationen Member of the Royal College of Surgeons of England (M.R.C.S.) und Licentiate of the Royal College of Physicians of London (L.R.C.P.).[4] Weiters war er Mitglied der Redaktion der Zeitschrift für Augenheilkunde.

Rudolf Gruber verstarb am 15. April 1945.

Quellen:

Geburts- und Taufbuch, Rk. Erzdiözese Wien, 9, Votivkirche, Taufbuch 01-10, Folio 16, 1901, Gruber Richard.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0255, Gruber Rudolf (Nationalien Datum 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-118b, Gruber Rudolf (Rigorosum Datum 1888).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 187-301, Gruber Rudolf (Promotion Datum 27.6.1891).

Who was who Among English and European Authors, 1931-1949. Based on Entries which First Appeared in The Author’s and Writer’s Who’s who & Reference Guide Originally Compiled by Edward Martell and L.G. Pine and in Who’s who Among Living Authors of Older Nations, Originally Compiled by Alberta Lawrence Band 1.

Hirschberg, Julius: Geschichte der Augenheilkunde. In: Alfred Graefe, Theodor Saemisch (Begr.), Handbuch der gesamten Augenheilkunde, 2., neubearbeitete Auflage, Leipzig/Berlin 1899-1918, S. 308.

The Medical Directory, 1900, S. 212.

Royal Society of Medicine – List of Fellows, October, 1925, S. 34.

The Lancet, 28.4.1945, S. 550.

Literatur:

Gruber, Rudolf: Die Entstehung des Greisenbogens der Hornhaut. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Moritz Perles 1894.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Gruber, Rudolf: Die Oxydation von Fremdkörpern im Auge und ihre praktische Bedeutung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Zeitung. Wien: im Selbstverlage des Verfassers 1895.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Neues Wiener Journal, 14.1.1898, S. 14.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 34, 1897, Sp. 1589.

[3] Hirschberg, Julius: Geschichte der Augenheilkunde. In: Alfred Graefe, Theodor Saemisch (Begr.), Handbuch der gesamten Augenheilkunde, 2., neubearbeitete Auflage, Leipzig/Berlin 1899-1918, S. 308.

[4] Übersicht der akademischen Behörden, Professoren, Privatdozenten, Lehrer, Beamten usw. an der Universität zu Wien: für das Studienjahr. 1899/1900, S. 31.

Normdaten (Person):  Gruber Rudolf: BBL: 50515; GND:

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BBL:  50515 (27.10.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50515

Letzte Aktualisierung: 2026.10.27

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