Szukits, Ferdinand – Frauenarzt, Sekundararzt an der Abteilung Frauenkrankheiten im Allgemeinen Krankenhaus in Wien
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 15.10.2026
Keywords: Frauenarzt, Abteilung Frauenkrankheiten, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Groß-Kanizsa, Wien
Ferdinand (Nandor) Szukits wurde am 31. Juli 1829 als Sohn des Kaufmannes Vater Salamon Szukits (Sukitsch) und seiner Ehefrau Rozalia (1790-1880), geborene Elder, in Groß-Kanizsa in Ungarn (heute: Nagykanizsa/Ungarn) geboren. Er war mit Mathilde Löwy verheiratet.
Szukits studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte hier am 3. März 1854 zum Doktor der Medizin. Danach arbeitete er als Sekundararzt an der von Eduard Mikschik (1809-1856) geleiteten Abteilung für Frauenkrankheiten des Allgemeinen Krankenhauses in Wien. 1855 publizierte er hier die Arbeiten „Statistik der Abteilung für Frauenkrankheiten im k.k. allgemeinen Krankenhaus“[1] und „Ein Fall von polypenförmiger Verlängerung der vorderen Muttermundslippe“.[2] Im selben Jahr wurde er in das medizinische Doktoren-Kollegium aufgenommen.[3] 1856 veröffentlichte er die Arbeiten „Über die Anwendung des Jodglycerins“[4] und „Analecten aus dem Gebiet der Gynäkologie“[5] sowie einen weiteren statistischen Bericht der Abteilung für Frauenkrankheiten.[6]
1857 erschien von ihm als Sonderdruck aus der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien die von ihm durchgeführte Studie „Über die Menstruation in Oesterreich“, die er zuvor in der Sektions-Sitzung für Therapie in der Gesellschaft der Ärzte am 16. Jänner 1857 vorgestellt hatte. In dieser Studie wertete er die Angaben von 2.275 Frauen aus Wien sowie aus verschiedenen Regionen der Habsburgermonarchie (Ungarn, Böhmen, Mähren und Schlesien) aus. Die Untersuchung beruhte auf etwa 1.200 eigenen Befragungen und der Auswertung älterer Krankengeschichten. Szukits beschäftigte sich dabei mit dem Alter beim Auftreten der Menstruation, der Menstruationsdauer sowie regionalen, sozialen und beruflichen Unterschieden. Er verglich insbesondere die Ergebnisse von Frauen aus städtischen und ländlichen Herkunftsgebieten und diskutierte mögliche Einflüsse des Klimas und der Lebensverhältnisse.
Szukits war Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien und wechselte im März 1858 in den Stand eines korrespondierenden Mitglieds.[7] Weiters gehörte er dem Naturwissenschaftlichen Verein für die Steiermark an.
Nach seinem Ausscheiden aus der Abteilung für Frauenkrankheiten kehrte er in seine Geburtsstadt nach Groß-Kanizsa zurück, wo er von 1857 bis zu seinem Tod als praktizierender Arzt in der Stadt tätig war.
Neben seiner ärztlichen Tätigkeit beschäftigte sich Szukits mit der Geschichte seiner Heimatstadt und legte eine umfangreiche Medaillensammlung an, die nach seinem Tod von der Stadt erworben wurde.[8]
Ferdinand Szukits verstarb am 26. August 1898 in Groß-Kanizsa.
Quellen:
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-236r, Szukits Ferdinand (Rigorosum Datum: 1853).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 176-1097, Szukits Ferdinand (Promotion Datum: 3.3.1854).
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1855, Bd. 1, S. 525-531.
[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1855, Sp. 517.
[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 25, 1855, Sp. 399.
[4] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1856, Bd. 1, S. 582-586.
[5] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1856, Bd. 1, S. 63-64 und 117-128.
[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 1, 1856, Sp. 5-8; Nr. 2, 1856, Sp. 21-23; Nr. 3 1856, Sp. 37-40, Nr. 4, 1856, Sp. 53-56; Nr. 5, 1856, Sp. 70-71; Nr. 8, 1856, Sp. 116-120.
[7] Wochenblatt der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, 1858, Bd. 1, S. 239.
[8] holmi.nagykar.hu. Működteti a Halis István Városi Könyvtár: https://holmi.nagykar.hu/irasok/4585/1.html.
Normdaten (Person): Szukits, Ferdinand: BBL: 50483; GND:
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BBL: 50483 (15.10.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50483
Letzte Aktualisierung: 2026.10.15
