Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [389]: Massari, Julius – Dozent für Geburtshilfe und Gynäkologie an der II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Massari, Julius – Dozent für Geburtshilfe und Gynäkologie an der II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.09.2026

Keywords: Gynäkologe, Geburtshelfer, Operateur, II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Julius Anton Ritter von Massari wurde – abweichend von den Angaben in den biografischen Nachschlagewerken – am 20. April 1845 als Sohn des Oberlandesgerichtsrates Sylvester Dominik von Massari (gest. 1889) und dessen Ehefrau Antonie, geborene Forget de Barst (gest. 1882) in Wien geboren. Seit 1876 war er mit Karolina Juliana Edle von Braun-Fernwald verheiratet. Sie war eine Tochter des Gynäkologen Carl Rudolf Braun von Fernwald (1823-1891), Vorstand an der I. Geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, sowie eine Schwester der ebenfalls dort tätigen Gynäkologen Egon August Gustav Braun von Fernwald (1862-1926) und Richard Albert Braun von Fernwald (1866-1955). Aus der Ehe gingen unter anderem Carl Julius (geb. 1877), Carolina Silvia Johanna (geb. 1878) und der spätere Chirurg Kornelius Carl Egon (geb. 1883) hervor.

Nach Abschluss seiner Gymnasialausbildung studierte Massari an der Universität Wien Medizin. Am 27. Jänner 1871 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde und am 4. April 1871 zum Doktor der Chirurgie. Anschließend arbeitete er als Operationszögling an der I. Chirurgischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien unter Johann von Dumreicher (1815-1880). Danach trat er als Assistent in die von Joseph Späth (1823-1896) geleitete Hebammenklinik ein. Von 1873 bis 1876 war er als Assistent Späths an der II. Geburtshilflich-gynäkologischen Klinik tätig. Daneben hielt er an der Klinik Kurse über operative Geburtshilfe mit Übungen sowie gynäkologische Propädeutik und Kasuistik.

1876 habilitierte sich Massari im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie sowie gynäkologische Propädeutik und wurde zum Privatdozenten ernannt.[1]

Zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten zählen „Fractura Pelvis sub partu“ aus dem Jahr 1876,[2]Studien über Exstirpation des Uterus“ aus dem Jahr 1878 sowie die 1879 erschienenen Arbeiten „Eine seltene Anomalie der weiblichen Harn- und Geschlechtsorgane“ und „Exstirpatien der Ovarien und des krebskranken Uterus von der Bauchhöhle aus“. 1883 veröffentlichte er die Arbeit „Ein sich selbst haltender, löffelförmiger Scheidenspiegel“.

Eine vollständige Übersicht seiner Publikationen enthält die Zusammenstellung „Personalbiographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905

Seit 1874 gehörte Massari der Gesellschaft der Ärzte in Wien an.[3]

Julius Anton Ritter von Massari starb am 12. Juli 1884 in Dornbach bei Wien.

Massari Julius, Todesanzeige, Neue Freie Presse, 13.7.1884, S. 13.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-170, Massari Julius (Promotion Datum: 27.1.1871).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-500, Massari Julius (Promotion/Chirurgie Datum: 4.4.1871).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-171a, Massari Julius (Rigorosum Datum: 1870).

Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Bd. 4, 1886, S. 161.

Personalbiographien von Professoren und Dozenten der I. und II. Universitätsfrauenklinik und der III. geburtshilflichen Klinik in Wien im ungefähren Zeitraum von 1875-1905: Mit kurzen biographischen Angaben und Überblick über die Hauptarbeitsgebiet, Wien 1971.

Literatur:

Massari, Julius: Studien über Exstirpation des Uterus. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Druck der k. Wiener Zeitung 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Massari, Julius: Eine seltene Anomalie der weiblichen Harn- und Geschlechtsorgane. Beobachtet in dem unter Leitung des k. Rathes Prim. Dr. v. Gunz stehenden St. Josefs-Kinderspitale in Wien. Sonderdruck aus: Wiener medicinische Wochenschrift. Wien: Druck der k. Wiener Zeitung 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Massari, Julius: Exstirpatien der Ovarien und des krebskranken Uterus von der Bauchhöhle aus. Ausgeführt an Prof. Braun-Fernwald’s Klinik. Sonderdruck aus: Centralblatt für Gynäkolgie. Leipzig: Druck und Verlag von Breitkopf & Härtel 1879.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Massari, Julius: Ein sich selbst haltender, löffelförmiger Scheidenspiegel. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse 1883.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener Zeitung, 4.10.1876, S. 2.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 7, 1876, Sp. 148-151.

[3] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Bd. 2, 1874, S. 88.

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Letzte Aktualisierung: 2026.09.17

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