Gastautor: Prof. Dr. Peter Heilig in Wort und Bild:
Ophthalmologie: Prophylaxe. Ein Appell.
Ich meine, wir verscherzen, wie Licht am Tag, durch Zaudern, unsre Kerzen.
Nehmt meine Meinung nach dem guten Sinn – und sucht nicht Spiele des Verstandes drin.
William Skakespeare, Romeo und Julia Akt I Szene IV MERCUTIO
Unerwünschte Nebenwirkungen potentiell ‘photoxischen’ Kunstlichts: Lichtschäden des Auges.
Überdosiertes Licht der Scheinwerfer,Tagfahrlichter (Daytime-Running-Lights (DRL)) etc.
blendet, streut und lenkt ab (http://www.lightmare.org). Grell bläulich-weiße High-Intensity-LEDs
aus Kunstlichtquellen bündelt ‘photo-toxische’ Strahlen im ‘Brennpunkt’ des Auges.
Zur Vermeidung retinaler Lichtschäden werden (kommerz. Werbung) UV-Filter empfohlen.
Sichtbares Licht kann, im Übermaß, photo-toxisch wirken. Entsprechend getönte Lichtschutz-
Brillen schützen die Netzhaut ausreichend, nicht UV-Filter*.
Nichts bringt so viel Gefahr uns als ein dummer Freund.
Jean de la Fontaine: L’ours et l’amateur des jardins Livre VIII, Fable 10.
Luft-Verunreinigungen (Staub, Feinstaub, Industrie- und KFZ-Abgase) und Trockenheit reizen
den vorderen Augen-Abschnitt, verschlimmern Allergien und provozieren das beliebte Augen-
Wischen und -Reiben. ‘Noli me tangere’ lautete jedoch die Devise.
“Behüten wie seinen Augapfel” (5 Mose 32,10).
Ophthalmologische Prophylaxe umfasst Gebiete der Genetischen Beratung, der Epigenetik, der
Praenatal-Medizin, engmaschige hochspezialisierte Überwachung und rechtzeitige Therapie-
Planung Frühgeborener (Very Low Birth Weight (VLBW): Retinopathia praematurorum),
Neugeborener, frühkindlicher Entwicklung (Amblyopie-Prophylaxe etc), Paediatrischer
Ophthalmologie, (Netzhaut-, Sehnerv-Dystrophien, Glaukom etc). Prophylaxe beinhaltet auch
Öffentlichkeit-Arbeit. Dazu einige Beispiele: Informationen über ernstzunehmende Symptome,
deren Behandlung keinen Aufschub duldet. Auswahl geeigneter Schutz-Brillen (Licht, Trauma:
Arbeit, Sport..), Inter-Disziplinäres (Vermeiden abrupter radikaler Blutdruck-Senkung, die Frage
nach Schlaf-Apnoe (‘Normaldruck-Glaukom’, cave Dehydrierung; Vermeiden medikamentöser
Nebenwirkungen,) Interne (Diabetes zB), Neuro-Ophthalmologie, HNO etc) – und den eingangs
erwähnten
Appell: Dieser richtet sich an Politiker und Industrie. Auch an Prinzipienlose, Opportunisten,
Lobbyisten und offenbar ‘ferngesteuerte’ politische Weichensteller’: Der kleine Prinz kommt zum Weichensteller. “Was machst du da?”, sagte der kleine Prinz. “Ich sortiere die Reisenden nach Tausender-
Paketen”, sagte der Weichensteller. “Nur die Kinder wissen, wohin sie wollen”, sagt der kleine Prinz. Antoine de Saint – Exupery.
Das Veredictum? Dorthin, wohin sie heute – mit Tagfahrlicht – geführt werden (ὁ παιδαγωγός),
wollen sie nicht, die Kinder. Dort kommen sie womöglich unter die Räder einer Strahlend Schönen
Neuen Welt.
Résumé: Lichtschäden und Bulbus-Traumata immer vermeiden. Rechtzeitige ophthalmologische
Intervention arrangieren bei ensprechender Symptomatik, wie Sehstörungen, Gesichtsfeld-
Ausfälle, Entzündungen, Augen-Schmerzen etc.
‘Licht-Hygiene’. Das Aus für Tagfahrlicht (DRL-OUT) – weltweit. Licht-Intensität-, Staub- und
Feinstaub-Reduktion (s. Umwelt-Hygiene). Schein-Vorteile für Scheinwerfer-, KFZ- und Licht-
Industrie, für Verursacher der Indoor-, Outdoor- und Light-Pollution rechtfertigen keineswegs all die
neu erworbenen ‘unerwünschten Nebenwirkungen’ bis zu den fatalen Folgen fehlgeleiteter Politik.
* ‘Hundertprozentiger UV-Schutz’: Intern. Standard für Brillen, Intraokularlinsen etc.; Gute Sonnenbrillen:
bräunlich, ausreichend dunkel (in Abhängigkeit von jeweiliger Tageslicht-Intensität), ausreichend groß (‘wrap
around’), bruchfest (Polycarbonat-Scheiben).
Gastautor: Prof. Dr. Peter Heilig in Wort und Bild:
“Oekologischer Fußtritt”
KULTUR-GEDAECHTNIS-SCHWUND
“Zuweilen hinterläßt ein dummer Schuh unauslöschliche Spuren”
Stanislaw Jerzy Lec
Von einem ‘hoch zivilisierten’ Land war einmal die Rede
in einer MahnRede zum Gedenken – gegen das Vergessen -
‘Hoch kultiviert’ – als ZielVorstellung, wäre eine durchaus denkbare Option,
Eine hoch entwickelte geistig-seelisch Kultur der LebensArt, der LebensWeise -
Gab es doch genug Ansätze im VergangenVergessenen, Hohe Kulturen, so manche behaftet mit
einem ‘Keim der Dekadenz’, heutzutage spräche man von Trojaner, von Zero Day Exploits, welche
sich unbemerkt einnisten – in Buffer Overflows und Ähnlichem.
Der Boden, der uns trägt, weist Spuren einer Hochkultur auf, die im wahrsten Sinn des Wortes
spurlos verschwand aus unserem ‘kulturellen’ Gedächtnis . Vor siebentausend Jahre entstand die
sagenhafte ‘Donau-Zivilisation’ (1), im Neolithikum. Ihre Blüte hatte sie in der Kupferzeit ( 5000 -
3500 a.n.).
Ein friedliches Miteinander herrschte. Die älteste Schrift der Welt, die ‘Donau-Schrift’ (Danube-,
Old European script) entwickelte sich samt abstrakter und bildhafter Zeichen. Dekadische und
dodekadische Rechenarten, Maße, Gewichte, Kalender, Weberei, Webstühle, Gold* – und
Kupferschmiede, die älteste Töpferware (6500 a.n.), Töpferscheiben, See-taugliche Boote,
nautische Kenntnisse, Rinderzucht, Ackerbau, Wein, Brot, Tempel, wohnliche Häuser (etwa hundert
Quadratmeter groß), große Städte etc. rechtfertigen den oben erwähnten Begriff Hochkultur. Es war
eine weiblich dominierte (‘matristische, matrilineale, matrifokale’) Gesellschaft (siehe Lengyel-
Kultur).
Funde: Figurinen, stehend, stark stilisiert (weibl. Schutz-, Natur-Geister bzw. Gottheiten, aus dem
Kult der Großen Göttin, in der Nähe der Feuerstelle – Schutzgeist des Hauses, um die Herdstelle,
um den Brot-Backofen und in den ‘Schreinen’ (überdachte Altäre), wurden bei religiösen Ritualen
als sakrale Objekte verwendet. Bruchstücke wurden als Geschenke überreicht (während
Zeremonien – ‘enchainment’: etwas von der Aura wird geschenkt) und auch beim Waren-Tausch
(‘token’).
Hier, am Fuß der Wiener Hausberge, vielleicht unter Flysch-Brocken, dem Geschiebe eines
miozänen Meeres, in den Weinbergen und entlang des Donautales ruhen Erinnerungen an eine
vergessene, hoch kultivierte Zivilisation. Smaragd-Eidechsen (Ill.) gab es damals schon, lebende
Juwele. ‘Concestors’ nach Dawkins (‘Mitfahren’). Auf der Roten Liste stehen sie heute.
Doch das ist – in diesem rasch verflogenen Augenblick – schon wieder vergessen.
1. Haarmann H (2011) Das Rätsel der Donau-Zivilisation – die Entdeckung der ältesten Hochkultur
Europas, Beck, München; http://www.youtube.com/watch?v=06UV6XBGke4
* Der älteste Goldschatz der Erde wurde in der Nekropole von Varna gefunden.
Im März 2013 wird der 130. Todestag von Karl Marx (1818 – 1883) begangen. Er – einer der bedeutendsten Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts – wurde in Trier geboren, wuchs in dieser deutschen Stadt auf und wurde durch seine dortigen Lehrer geprägt.
„Unabhängig von seiner historischen und politischen Bewertung ist Karl Marx bis heute der weltweit bekannteste Trierer. Überaus präsent ist er nach wie vor als Bild, das regelrecht zur Chiffre wurde“, schreibt das Stadtmuseum Trier in seinem Text zur geplanten Ausstellung „Ikone Karl Marx. Kultbilder und Bilderkult“. Diese soll vom 17.März bis zum 18.Oktober 2013 im Simeonstift Trier stattfinden und den Umständen nachgehen, warum gerade sein Bild regelrecht zur „Ikone“ wurde.
Werner Horvath: „Karl Marx“. Öl auf Leinwand, 105 x 85 cm, 1997.
Der Bogen der Ausstellung spannt sich von Originalfotografien über verherrlichende Darstellungen in der Arbeiterbewegung und später im Sozialistischen Realismus bis hin zu den Ausprägungen in der künstlerischen Moderne. „Für Letztere stehen so gegensätzliche Künstler wie Heinrich Zille, Max Pechstein, John Heartfield und Johannes Grützke, aber auch die Rodin-Schülerin Anna Golubkina“, lässt das Museum weiter verlauten.
Und ein Österreicher ist ebenfalls mit dabei: Werner Horvath zeigt sein großformatiges Karl Marx- Porträt aus dem Jahr 1997, in welchem das Gesicht des Philosophen aus floralen Elementen puzzleartig zusammengesetzt erscheint. Er wählte diese Art der Darstellung, um das soziale Engagement dieses Denkers zu würdigen, das trotz vieler negativen Folgen des Kommunismus bemerkenswert war.
Gastautor: Prof. Dr. Peter Heilig in Wort und Bild:
NACH
DENKEN
EIN EPILOG
„Was ich ganz besonders schätze, ist das klare Denken.“ Joseph Böck (1901–1985)
Vorstand der II. Univ.-Augenklinik in Wien von 1955–1971
Mit Leopold Ungar (1912-1992) hatte er immer gerne philosophiert..
“Die Phantasie gehört an die Macht. Was ist sie denn anderes als das Reich, in dem die Ideen leben, wie wir unverbesserliche Platoniker sagen. Die Ideen, die Gedanken, der Geist: Die Wirklichkeiten, die unsterblich sind. Und wenn die Phantasie eines Tages an der Macht ist, dann wird die Welt unendlich viel reizvoller sein.. Und vergessen sie nicht: Die Welt gehört verändert. Der Anfang der Veränderung aber geschieht immer im Herzen eines einzelnen Menschen.” (1)
Was auch immer unsterblich sein möge an einem Menschen; seine Gedanken sind es gewiss -
klare Gedanken. Und lebendige, Leben-spendende Phantasie. Platons Ewige Ideen.. Eine Göttin der Phantasie fehlt in den Mythologien unserer Kulturen; ‘ferne’ sind uns fremd. Ein – für uns unendlich fernes – Beispiel wäre Lalita Devi aus der Poesie/Philosophie des Sanskrit und der Aesthetischen Theologie. “Her body is blissfulness – a dynamic throbbing full of energy, creativity and life – loveable – she is ever young – a mere glance from her eyes makes millions of universes spring up” (2)
Das Multiversum, Spielwiese ‘moderner’ Kosmologen, creatio ex nihilo eines atemberaubend schönen – weiblichen – GottWesens, sprengt die Grenzen ‘herkömmlichen’ Vorstellungsvermögens. Phantasie, eingezwängt von aus der Mode gekommenen KonventionsKorsetten, kann sich nicht entfalten. Die ‘How To’- Philosophie nimmt Glanz aus Kinderaugen, lehrt, dass die Welt hinter Horizonten mit Brettern vernagelt ist. In Creatio, Kreativität, im ‘Ausgefallenen’, im Verlassen ausgetreten Trampelpfade liegt die Hoffnung.
Ein Wort zu den Kaputtrednern, ClubofRome-Epigonen und dumpfen Weltuntergang-Propheten:
“Es ist geradezu kindisch, an ein mögliches Übel in der Zukunft Maßstäbe von heute anzulegen. Hochrechnungen stimmen nicht. Dieser Gott ist ein Gott der Überraschungen.” L. Ungar
Nach gedacht:
Wo blieben die ‘unlösbaren’ Probleme der Vergangenheit? Sie schienen deswegen irreparabel, weil die Werkzeugkiste des Herkömmlichen ihr Ablaufdatum überschritten hatte. Ein kakophones Konzert aus Einfalt, Einfallslosigkeit und Beschränktheit dämpfte die Stimmung, machte ‘die Jungen’ depressiv, impft kommenden Generationen Lethargisches, Apathisch-’Schicksal’-Ergebenes ein (‘epigenetic imprinting’ (3)), offensichtlich mit einer Art SadoMasochistischen Vergnügens.
Pr. Böck: ‘Verkehrtscheiber’. Prälat Ungar: ‘Das Mysterium der Dummheit’.
1. Hiti MJ (1992) Leopold Ungar. Ein Portrait. Styria, Graz; pp 266
2. Wilke A (2005) A new theology of bliss. in Das S, Fürlinger E: Samarasya. Studies in Indian Arts, Philosophy and Interreligious Dialogue – in Honour of Bettina Bäumer – D.K. Printworld, New Delhi; pp 149-175
3. Jablonka E, Raz G (2009) Transgenerational epigenetic inheritance: prevalence, mechanisms, and implications for the study of heredity and evolution; Q Rev Biol 84(2):131-76.
Dr Leopold Ungar (leitete die Caritas bis 1991), ein Freund klaren Denkens und präziser Formulierungen.
Gastautor: Prof. Dr. Peter Heilig zum Thema Blendung in Wort und Bild:
MERCUTIO
I mean, sir, in delay
We waste our lights in vain, like lamps by day.
Take our good meaning, for our judgment sits
Five times in that ere once in our five wits.
William Shakespeare, Romeo and Juliet Act I Scene IV MERCUTIO
Folter, einst. Und heute? Häufig überdosiertes Licht, grell-blaustichig, am falschen Ort, zur
falschen Zeit, quält das Auge.
High Intensity LED uÄ. in KFZ-Scheinwerfern und Tagfahrlichtern (DRL: Daytime Running
Light,) blenden, irritieren und lenken ab. Immer mehr Kinder kommen seit der Einführung
des Tagfahrlichtes unter die Räder (nicht selten am ‘Schutz’-Weg): Inattentional Blindness.
Unsere hoch-empfindliche Netzhaut kommt mit wesentlich geringeren Licht-Intensitäten
und Blau-Anteilen als den heute üblichen aus. Eine ‘Licht-Hygiene’, d.h. das Respektieren
sinnesphysiologischer Grenzen und kognitions-psychologischer Gegebenheiten wäre
dringend indiziert.
Cave ‘epigenetic imprinting’: Die Verwendung von überdosiert hellem Licht könnte sich in
kommenden Generationen ungünstig auswirken.
Lit:
Heilig P, Rieger G (2012) Gesundheit und Licht-Hygiene Int Praxis, Arznm,Th -Kritik, Med
u. Umwelt (2012/Folge1) pp 215 – 232
The Convention Concerning The Power of Authority;
The Law in Respect of the Protection of Infants (1969);
The Bond of Protection;
The Principle of Equality;
Declaration of Human Rights (1948) Article Three;
The Laws of Logic;
Public Ethics and Morals.
Eine EU-Tagfahrlicht-Richtlinie wäre schwerlich mit der Erklärung der Rechte des Kindes vom
20. November 1959 in Einklang zu bringen, nach der Kinder besonderen Schutz genießen. Auch
Art. 2 Abs. 1 des Internationalen Paktes vom 19. Dezember 1966 über bürgerliche und poli -
tische Rechte räumt jedem Kind das Recht auf diejenigen Schutzmaßnahmen durch die Gesellschaft
und den Staat ein, die seine Rechtsstellung als Minderjähriger erfordert. Eine Gefährdung
insbesondere von Kindern durch das zwingende, staatlich angeordnetes Fahren mit Taglicht könnte
diesen Schutzpflichten und -rechten widersprechen.
(Attorney-at-Law Dr. G. G. SANDER, M.A., Mag. rer. publ.).
Ken, ein kampferprobter ‘holzgeschnitzter’ Londoner Taxifahrer* (via mail):
“Peter, ich kannesnicht! Ich soll in einer BBC-Sendung reden? Wie stellen die sich das vor? Unmöglich! Machichnicht. Sucht Euch einen anderen.”
“Ken, ich kenn mich aus mit Hypnose. Auch wenn Du nicht daran glaubst, wirkt sie. Du wirst schon sehen. Stell Dir vor, Du stündest in Deinem alten Pub und erzählst Deinem Freund eine Story. Falls Du stotterst – super! – und wenn Du dich verhaspelst – noch besser! Dadurch wirkt Dein Bericht lebendig und letzten Endes – authentisch.” (mein Antwort-mail).
Ken ließ eine Weile nichts von sich hören. “Ken, wie ist es gelaufen?” – wollte ich wissen. Ken’s Antwort: “Peter, ich kann wieder mit erhobenem Haupt herumspazieren; ich fühle mich wie ein Olympia-Sieger! Es hat geklappt”
Hat die ‘e-mail-Hypnose’ (-Suggestion) gewirkt? ‘Vielleicht schießt der Besen doch’ pflegte Professor Bornschein in solchen Situationen zu sagen.
*Er sähe aus wie Yul Brynner, meinte er einmal. Erbost gewettert hatte er gegen Tagfahrlicht und Blendungen im Straßenverkehr – auch bei der BBC. Er kannte Kollegen, welche ihren Job an den Nagel hängen mussten, weil sie die Blendungen durch ‘moderne’ KFZ-Scheinwerfer und Tagfahrlichter nicht mehr ertragen konnten.
———————————————————————————————————-
The email hypnosis. (via email):
Ken is a battle-hardened London taxi driver, but he has been tortured too much by the glare of Daytime Running Lights (DRL) and ‘modern’ headlights, and he knows colleagues who had to quit their jobs because of this problem.
“Peter, I can’t bear it! I have been asked to speak on a BBC program. How can I stand up in front of a TV camera? Impossible!”
“Ken, I know my way with hypnosis. Even if you don’t believe in it as a technique it certainly works, of that I’m sure. I suggest you imagine yourself telling a story to a friend, in your pub, perhaps. In case you stutter, that’s fine! A slip of the tongue, even better! It will make your contribution all the more vivid and authentic.”
(The answer-mail contains in these two lines the whole suggestion i.e ‘hypnosis’).
There was no message from Ken for a while, then I asked: “Ken, how did it go?”
Ken’s answer: “Peter, I could prance around like a peacock – I feel like an Olympic champion. It worked!”
Did the ‘email hypnosis’ finally do the trick? Professor Bornschein used to say in such situations, ‘Vielleicht schießt der Besen doch,’ a Viennese phrase that has no exact English equivalent. But he was illustrating the power of the imagination, that if you try hard enough in your mind, you can realize the impossible.
Bildliche Darstellungen von Patienten gibt es seit die Medizin existiert. Meist lassen die dort Abgebildeten alle Maßnahmen der Ärzte geduldig über sich ergehen, so wie es schon ihr vom lateinischen Ausdruck „patiens“ (=ertragend) abgeleiteter Name ausdrückt. Bis ins späte 19.Jahrhundert dienten daher solche Bildwerke hauptsächlich der Dokumentation medizinischer Methoden und Geräte. Als die Fotografie schließlich diese illustrierende Rolle übernahm und Zeichnung sowie Malerei verdrängte, als sozusagen die bisherige Symbiose zwischen Medizin und Kunst einseitig aufgekündigt wurde, entstand eine Art von Vakuum. Für die Kunst ist aber die Welt der Medizin noch immer ein wichtiges Gebiet in der existentiellen Auseinandersetzung mit Leben, Tod, Schmerz und Heilung.
In diesem Sinn schuf etwa die mexikanische Malerin Frida Kahlo bewegende Selbstporträts, in welchen sie ihre chronischen Schmerzen nach einem Busunfall in der Jugend dramatisch zum Ausdruck brachte. Auch viele andere Patienten, selbst solche ohne künstlerische Ausbildung, stellen ihre Beschwerden in bewegenden Bildern dar. Der Neurochirurg und Schmerztherapeut Heber Ferraz-Leite berichtet etwa über Sterling Ajay Witt aus Los Angeles, der dies besonders eindrucksvoll beherrscht und seine Malerei quasi therapeutisch einsetzt, als Versuch, die Qual zu erklären, die er durchlebt (SCHMERZ Nachrichten 1/2012).
Werner Horvath: „Meine Dämonen“. Öl und Acryl auf Leinwand, 100 x 70 cm, 2012/13.
Ähnlich verhält es sich bei dem oben dargestellten Bild „Meine Dämonen“ von Werner Horvath. Er arbeitet darin seine gesundheitlichen Probleme auf, stellt dabei die Krankheiten als Dämonen dar und geht dabei ganz besonders auf seine Augenprobleme ein. Weitere auf dem Bild enthaltene Krankheiten und Zustände möge der Betrachter für sich selbst deuten. Jedenfalls handelt es sich um ein authentisches Selbstporträt eines Menschen, der gleichzeitig Patient, Arzt und Künstler ist.
Gastautor: Prof. Dr. Peter Heilig: Zweihundert Jahre Wiener Augenklinik
“Älteste Universitäts-Augenklinik der Erde”:
1806 wurde die erste augenärztliche Ambulanz in Wien eröffnet. G. J. Beer trat am 28. April 1812 das klinische Lehramt an der hiesigen hohen Schule an. Im Jahre 1812 war die öffentliche Augenklinik unvorhergesehener Umstände wegen, unstätt und flüchtig. “Am 19. Jänner 1813 trat sie in ihre volle Wirksamkeit.” 1818 wurde Beer Ordentlicher Professor und das Fach Augenheilkunde an der medizinischen Fakultät der Universität Wien zum ordentlichen Prüfungsfach.
Lesky E (1962) Wien Klin Wochenschrift 74,31/32, 529–532 64. Beer GJ (1813)
Beer J (1813) Anrede bey der Eröffnung der Klinik für Augenkrankheiten. Gehalten den 19ten Jenner 1813. Gedruckt bey Anton v. Haykul, Wien