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Gastbeiträge

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [42]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [42]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Von dem Komponisten und Musikverleger Andrea Antico stammt „Occi miei lassi „. Antico wurde zwischen 1470 und 1480 in lstrien geboren und arbeitete 1o Jahre lang für Papst Leo X. Neben Orgeltabulaturen ließ er das erste Buch mit gesondert notierten Stimmen erscheinen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Andrea_Antico
https://www.youtube.com/results?search_query=Andrea+Antico

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Carl Amery (9.4.1922-24.5.2005) und die Zukunft des Planeten

Carl Amery (9.4.1922-24.5.2005) und die Zukunft des Planeten

„Macht euch die Erde untertan“ 1.Mose 1:28

Vor der Entnaturalisierung hatte er gewarnt, dieser „Querdenker“. Und die folgenschwere Fehl-Interpretation des ‚Schöpfungsbefehles‘ –  „Macht euch die Erde untertan“ – kritisiert. Erfolglos.

Untertanen kamen so gut wie immer schlecht weg, lehrt die Geschichte. Kritiker noch schlechter – bis heute.. Lange bevor Graffiti ‚in Mode‘ gekommen waren, tauchte in Schwabing, als dort die Kirche noch das Sagen hatte, ein nächtens gespraytes Menetekel an der Kirchenwand auf:

„Die Kirche rülpst in Agonie; da hilft kein Böll, kein Amery.“ (Die Furche 32, 8.8.2002)

Als Kalauer sollte laut Amery sein Global „Exit“ verstanden werden.  Im Klartext – als

Schluss der Vorstellung‘ oder ‚Ausfahrt aus der Massen-Autobahn.‘

Der beanstandete ‚Zustand‘ erinnert an das merkwürdig um sich greifende  globale Massen-‚Messie‘-Phänomen, welches sich schrankenlos und invasiv breit macht auf unserem geschundenen Planeten. Zurückhaltend – vornehm gestaltete Kritik am unbegrenzten Konsumismus-Wachstum verhallt ungehört. Auf den Hinweis bezüglich assoziativer Anklänge an oben genanntes Phänomen und Vorstufen zu befürchtender ‚globaler Demenz‘ reagieren akademische Foren pikiert mit gut gespielt herablassender Entrüstung. Auch mit wissenschäftlichen Methoden und geballten Aktivitäten ‚frommer Grüppchen‘ („heroisch auf Müsli zurückgefallen“) wurde bisher kein Rezept gegen die
– sic – „tödliche Gefahr“ gefunden. Für das oben angedeutete Irrationale samt Neben- und anderer unerwünschter Wirkungen gibt es noch immer keine plausible Erklärung und schon gar keine Entschuldigung. Und – kein Exeget verstand bis zum heutigen Tag das ‚Untertan-machen‘ verständlich auszudeutschen, denn ’soo‘ kann es unmögliche gemeint sein. Und – wer auch immer – sollte sein Bedauern ausdrücken? Mit längerer Latenz – siehe Giordano Bruno: 400 Jahre, Waldenser: 800 Jahre – wäre mit Sicherheit zu rechnen. Wenn jemand Carl Amery einen Philosophen heißen sollte, noch dazu einen rechtschaffenen, dann wär’s recht. Bemüht hätt‘ er sich ein Leben lang. In seiner Geburt-Stadt München hieße es im Sinne Karl Valentins: „Früher war die Zukunft auch besser.“

Epilog: ‚denaturiertes‘ Kunstlicht (vom natürlichen Sonnenspektrum abweichend) spielt eine Rolle als möglicher Faktor der auffälligen Zunahme der Kurzsichtigkeit. Eine im Februar erstmals beschriebene Ganglienzelle der Netzhaut wurde dafür verantwortlich gemacht. Kleine Ursache..

Wer oder was wäre nun aber zuständig für die unselig-destruktive politische, ökonomische etc. „globaleKurzsichtigkeit“?

Amery, Carl: Das Ende der Vorsehung. Die Warnung vor der Entnaturalisierung der Welt.

Global Exit. Die Kirchen und der totale Markt.

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118937197

Böll, Heinrich (1963): Der Stellvertreter, Ansichten eines Clowns

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Phantasie – Veranstaltung

von Katharina und Peter Heilig

Erfahrenes und Erlesenes

Donnerstag 28. September 2017 um 19:00 Uhr
Heiligenstädterstraße 155, 1190 Wien

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [41]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [41]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Der spanische Komponist Diego Ortiz schuf die Komposition „0 felici occhi miei „.
Ortiz lebte von 1525 bis ca. 1570 und war Maestro di Capella am Hofe des Herzogs von Alba und veröffentlichte, neben einigen geistlichen Kompositionen, ein Lehrbuch über das Gambenspiel, welches heute die wichtigste Quelle für die instrumentale Aufführungspraxis des 16. Jahrhunderts darstellt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Diego_Ortiz
https://www.youtube.com/watch?v=zIPyEDHgKNg

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: ..ein bisschen weise.. und Künstliche Intelligenz (KI ), Artificial Intelligence, (AI)

..ein bisschen weise..

und Künstliche Intelligenz (KI ), Artificial Intelligence, (AI)

Der Klassenkamerad, ein Kerl, ‚mit dem man Pferde stehlen kann‘.

Bei jedem Wetter, durch dick und dünn – ohne ihn gab es keine Skitour (autofrei) und keine

Radtour – er war dabei, auch auf der unvergessenen Österreich-Matura-Radreise. Wenn die

Sonne unterging, hockten wir beisammen und ‚philosophierten‘, auch in Heustadln, naturnahe, mit ‚Landlord‘-Genehmigung‘ und ihren warmherzig bodenständigen Empfehlungen: „Net ins frische Heu legen, davon werd’s bled“ und – „A Hetz gibt’s überall durt, wo’s enk oane ma°cht’s!“

Die Suppe – damals gab es noch kristallklares Wasser aus dem Wildbach – wurde immer wieder nachverlangt. Der Grund war nicht das berühmte ‚Krautfleckerl-Geheimnis’*: „Ich hab immer e bissele zu wenig gemacht“ – es war ein Speckschwartel, welches uns treu auf Reisen begleitete und der jeweiligen („Sackerl“-) Suppe ihren unnachahmlichen Geschmack verlieh. Manch ein Haubenkoch war schon an dieser Vorgabe gescheitertet.

Vor uns allen hatte besagter Sportfreund intensiv mit Computern zu tun, beruflich, jahrzehntelang.

Er sprach nie darüber. Jetzt lebt er in Tirol, ohne Handy und ohne PC. Zum ‚runden‘ Klassentreffen hat er sein Kommen angekündig – „wenn nix dazwischenkommt“. Am Festnetz-Telephon klingt er wie er immer, vielleicht – ein bisschen weise..

„Ich finde nicht die Spur von einem Geist. Und alles ist Dressur.“ Faust I, JW Goethe

Intelligenz: Kein anderer Begriff wird derart böse mißbraucht. Künstliche Intelligenz (KI ),

‚Artificial intelligence‘ (AI) – ein ‚misnomer‘. Auch wenn Das Ding den Menschen im Brettspiel schlägt. Oder sonstswo schneller ist, mehr speichern kann, stärker ‚vernetzt‘ ist, diverse Rekorde bricht und – sogar ‚lernfähig‘ ist. Es hat auch keine Asperger-Autismus-Inselbegabung, es gehorcht bloß – der Rechner ‚tut nur seine Pflicht‘. Un-originell (-intelligent(?)).

Im Ernstfall, vor die berühmte unlösbare Aufgabe gestellt – Beispiel ‚Trolley Dillemma‘ – ist es (er) ratlos, hilflos, kann sein ‚Mastermind‘ nicht um ‚Etzes‘ bitten. Entscheidungs-unfähig.

ad Dialog: „Ka Ansprach, nur Ihna“ (Travnicek auf Urlaub. Merz/Qualtinger). Und doch – ein mit ‚Smalltalk-waste‘ gefüttertes ‚Ding‘ fiele ewiglange nicht auf, falls überhaupt. Als ’schmähstad‘ bezeichnet der Wiener einen derartigen ‚Zuastand‘. Die Türsteher der Hohen Schule des Wiener Schmäh’s tolerieren zwar milde lächelnd ‚Zuagraste‘ aller Art, der Zugang bleibt leider verwehrt.
Es sei ihm Humorlosigkeit verziehen, Unethisches, Unkreatives, Geistloses, die Empathie- und Sympathie – Mängel, Beschränktsein auf Vorgegebenes, implizit dingbedingtes Unselbstständiges, die ‚Bewusstseinslosigkeit‘ – die Liste ginge noch weiter. Kein Vorwurf , aber: Das Ding ist ..

kein bisschen weise..

KI: bitte nicht verwechseln mit „Kontraindikation“

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Phantasie – Veranstaltung

von Katharina und Peter Heilig

Erfahrenes und Erlesenes

Donnerstag 28. September 2017 um 19:00 Uhr
Heiligenstädterstraße 155, 1190 Wien

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [40]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [40]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Der Ritter, Dichter und Minnesänger Oswald von Wolkenstein (1367-1445) war
seit seinem 10. Lebensjahr im Kriegsdienst unterwegs und kam bis Armenien, Persien und ins Heilige Land. Er lebte nach seiner Rückkehr in Südtirol und war ein Vertreter des höfischen Minnegesanges, der aber auch freche Trinklieder neben den Minne- und Marienliedern dichtete. Unter anderen schuf er
das Lied „ Wer die Augen will am Ofenloch verbrennen „.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_von_Wolkenstein
https://www.youtube.com/results?search_query=Oswald+von+Wolkenstein

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: DigiSick ZeitzerwürfeltKritisches

DigiSick
ZeitzerwürfeltKritisches

Die (globale) Entwicklung lässt zu wünschen übrig.
Die (digitalen) Ursachen dieser Fehl-Entwicklung geben Anlass zu Spekulationen.

Sogar Microsoft ’selbst‘ gibt sich dumpfen Grübeleien (Gedanken?) hin –
siehe Goldfisch-Aufmerksamkeitsspanne: Goldfische können sich länger konzentrieren als Opfer des ‚digitalen Hamsterrades‘. Goldfisch versus Wischling..(?)

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https://www.geneticliteracyproject.org/2016/07/25/another-modern-myth-shrinking-attention-spans/

Lembke G (2016) Im digitalen Hamsterrad. Ein Plädoyer für den gesunden Umgang mit Smartphone &
Co medhochzwei

Allerdings: Die merkwürdige Microsoft-Story vom Goldfisch (Carassius auratus) , dessen Aufmerksamkeitspanne die des homo sapiens sapiens (‚digitaliensis‘) überträfe, lässt sich zwar spektakulär verkaufen, hält aber einer kritischen Prüfung nicht stand.

goldfPC

Dazu: Kritisch geprüft wird immer seltener – und –

„Je wackliger eine Argumentation, desto vehementer und humorloser wird sie vertreten.“
E. v. Hirschhausen.

Vielleicht: In der MultitaskingGeschäftigkeit moderner Wischlinge tun sich keine Nischen für ‚Denk-Pausen‘ auf – falls doch – werden sie wegge’wischt‘, umgehend, reflexartig.
Gedanken zu Ende denken – war einmal.

denkerh2

Lembke G, Leipner I (2015) Die Lüge der digitalen Bildung. Warum unsere Kinder das Lernen
verlernen. Redline

Warum sie das Lernen verlernen – und das Denken – scheinbar. .

Endlich NichtDenker Handbuch für den überforderten Intellektuellen: Stein H, (2004) Eichborn)

„Es ist so bequem unmündig zu sein. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.“
Emmanuel Kant

rattenfaengerh

Denk-Fehler, Fehl-Denken, NichtDenken und Gedanken-Lose

Schwaches Denken „il pensiero debole“ (Umberto Eco – et al.), Phantasie-loses -, zB.:
(fracking: https://wissenschaft3000.wordpress.com/tag/zerstorung/page/2/)w störerisch (zerstörterplanet)

Böses Denken, Unethisches Denken (Geld als WAFFE); Schrankenloses Wachstum (Randers J,
MaxtonG (2016) Ein Prozent ist genug. Oekom) Bettina Stangneth (2016): Böses Denken. ePUB,
Rowohlt E-Book Hamburg
„Awfulizing”: Die innere Programmierung des Negativen (Horx M (2017) Das postfaktische Zeitalter

NachDenkliche, Promethisch (Voraus-) Denkende

Horx M (2013) Zukunft wagen DVA, eBook
http://www.horx-future-blog.at/der-megatrend-achtsamkeit/
Bertell R „Kriegswaffe Planet Erde“(2016) Gegen die Zerstörung von Mutter Erde,
BrennanJ (2017) Gegen Demokratie.
Warum wir die Politik nicht den Unvernünftigen überlassen dürfen. Ullstein
Felber C (2016) Gemeinwohl-Oekonomie (GWO) Ethischer Welthandel.
Alternativen zu TTIP, WTO & Co. Deuticke,
http://www.christian-felber.at/schaetze/gemeinwohl.pdf
Michio Kaku (2013)
https://www.welt.de/wissenschaft/article112447946/Die-Zukunft-der-Menschheit-wird-fantastisch.html
——
Epilog: „Wem Gott ein Amt gibt, raubt er den Verstand.“
Hymnus an die Zeit (mit einer Kindertrompete zu singen)
Erich Kästner

und-er-sah,-dass-es-nicht-gut-war

„Er erinnert an eine Laus auf der Glatze. Ringsherum eitel Glanz –
und in der Mitte: nichts als eine Laus.“
Stanislaw Jerzy Lec

„Herr, vergib ihnen, denn sie wissen, was sie tun“
Karl Kraus
—-
Die Handlungen und Personen sind erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen
sind rein zufällig.

Anm.: Analoges Denken ist nicht als ‚Antipode‘ des Digitalen zu verstehen.
http://www.cogsys.wiai.uni-bamberg.de/teaching/ws0708/sem_b/tudoseAusarb.pdf
http://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2012/11/Redemanuskript_Bonn_Nov2012_DHV.pdf

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Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [39]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [39]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Ludwig van Beethoven schuf zwischen 1795 und 1798 in Wien ein Duett in Es-Dur für Viola und Violoncello mit zwei obligaten Augengläsern. Es war wahrscheinlich für zwei befreundete, kurzsichtige Spieler bestimmt. Der Cellist war vermutlich Nikolaus von Zmeskall, dem Beethoven schon früher ein Streichquartett in F-Moll , op. 95, gewidmet hatte. Das Duo ist ohne Opuszahl und konnte nur aufgrund seines ungewöhnlichen Namens eruiert werden.

Beethoven
Ludwig van Beethoven, Duett „mit zwei obligaten Augengläsern“ für Viola und Cello in Es-Dur, entstanden
1795-98. Erstveröffen tlichung 1971.

https://www.youtube.com/results?search_query=Beethoven+Duett+Mit+Zwei+Obligaten+Augengl%C3%A4sern
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_van_Beethoven
https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Zmeskall

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Dr. Werner Horvath: Ein Friedensprojekt

Ein Friedensprojekt für das Kunstfestival „leonart“ in Leonding bei Linz

Die leonart ist ein biennales und von der KUVA (Leondinger Veranstaltungs- und Kulturservice GmbH) organisiertes Kunstfestival im öffentlichen Raum, das verschiedenste Orte in Leonding mit zeitgenössischer Kunst bespielt. Mittels öffentlicher Ausschreibung werden KünstlerInnen und Kollektive zur Einreichung von Projekten eingeladen, danach entscheidet das Publikum. Die Standorte der leonart 2017 sind Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Die Veranstaltung findet von 19.-20. und 26.-27.August statt.

5Gesamt

Die Haltestellen in Gaumberg der Straßenbahnlinie 3 und 4 sind die letzten Haltestellen im Stadtgebiet Leondings, ehe es von dort in Richtung Linzer Hauptbahnhof geht und von dort aus weiter in die Welt – mit Bahn, Fernbussen oder auch als Abfahrtsstelle des Flughafenbusses. Gerade in einer Zeit, wo eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft zu bemerken ist und man beispielsweise darüber zu diskutieren beginnt, ob es den „gerechtfertigten“ Krieg gibt, wo rassistische Tendenzen bedenkliche Ausmaße annehmen, ist es von besonderer Bedeutung, die Friedensbotschaft in die Welt zu tragen. Nicht nur Menschen können reisen, Gedanken tun dies auch!

Nina und Werner Horvath wollen an den Wartehäuschen der Haltestellen künstlerische Darstellungen wichtiger Persönlichkeiten anbringen, begleitet von gesellschaftlich wichtigen und inspirierenden Zitaten. Sie  haben Männer und Frauen ausgewählt, die teils Minderheiten angehören. Das sind beispielsweise Martin Luther King oder die Jüdin Anne Frank. Doch wie sie so schön in ihr berühmtes Tagebuch schrieb: „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern!“ – denn für die Utopie eines dauerhaften Friedens ist es nun mal wichtig, dass alle mitmachen und zusammenarbeiten – Angehörige aller Religionsgemeinschaften, über die Kulturkreise hinaus und ohne Vorurteile.

Derzeit läuft die Abstimmung in der Endphase und bis 31.5.2017 kann man auf folgendem Link noch seine Stimme für dieses Projekt abgeben:   http://www.kuva.at/leonart/gedanken-fuer-die-welt/

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Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: „Makuladegeneration“ – monokulär (?)

Concept Ophthalmologie 01 / 2017

„Makuladegeneration“ – monokulär (?)

Längst nicht jede Makuladegeneration ist altersbedingt. Und sie tritt auch nicht immer an beiden Augen auf, wie nachfolgendes Beispiel illustriert. Auch retinale Lichtschäden können zu Netzhautveränderungen führen.
Von Prof. Dr. Peter Heilig.

Heilig3Eine junge Biologin klagte über allmählich entstandene Sehstörungen ihres führenden Auges. Die Netzhautveränderungen ihres Mikroskopier-Auges waren nicht von einer „altersbedingten“ Makuladegeneration zu unterscheiden. In der Anamnese gab die Patientin an, stets nur binokulär mikroskopiert zu haben. Bald darauf korrigierte sie sich: „Pardon, ich habe die Studenten-Mikroskopier-Übungen vergessen!“ Die endgültige Diagnose lautete daher: retinaler Lichtschaden. Die lichtschwachen, gelblichen „incandescent“ Glühbirnchen der in die Jahre gekommenen Studenten-Mikroskope hatten mit der Zeit irreversible Spuren in der Netzhaut des führenden Auges dieser jungen Assistentin hinterlassen. Die Netzhaut ihres Partnerauges wies nicht die geringsten pathologischen Veränderungen auf. Es bestand auch keine diskrete erworbene Dyschromatopsie oder reduziertes Kontrastsehen dieses Auges.

Vor kurzem entdeckte Auto-Antikörper (z.B. CD5 antigen-like protein) werfen – wieder einmal – neues Licht auf die Pathogenese von Netzhaut-Degenerationen1. Das wie mit einem Brennglas in den zentralen Netzhautarealen gebündelte Licht kann apoptotische Prozesse neuroretinaler Strukturen, wie der besonders verletzlichen Funktionseinheit Rezeptor-Pigmentepithel, induzieren. Phototoxizität wurde lange Zeit als mögliche Noxe unterschätzt oder sogar negiert.

Ad „altersbedingt“: Im konkreten Fall scheidet Alter als Kausalfaktor aus, zweifelsfrei. Auch die üblichen Verdächtigen wie Genetik, Zigaretten, Fehlernährung, Bewegungsmangel etc. können dieses Klischee einer Makula-„Degeneration“ nicht erklären. Wie bei Endoskopikern, Gegenlicht-Fotografen (via Okular, nicht Display oder Monitor) und anderen chronischen, immer wiederkehrenden monokulären Lichtbelastungen können diskrete erworbene Dyschromatopsien und später Störungen des Kontrastsehens oder  gröbere Funktionsausfälle (des führenden Auges) auftreten.  „Makuladegenerationen“ amblyoper Augen werden kaum jemals beobachtet.

Bei der Smartphone-„Blindness“2 von Kindern, welche tagelang, bis unmittelbar vor dem Schlafengehen, in kurzwellig dominiert grelle Smartphone-Displays (blue-rich-white-light) starren, manifestieren sich transitorische Obskurationen und zwar monokulär, denn die Lidspalte des jeweils mitgeblendeten Partnerauges wird eng gehalten. Derart schwere Symptome im zarten Alter sind besonders alarmierend: Die Industrie blendet ihre Kinder – mit Displays, Monitoren, Kfz-Scheinwerfern, Tagfahrlicht-Inattentional-Blindness-Lichtern und überdosierten Kunstlicht-Bombardements – ubiquitär. Es gibt kein Entrinnen mehr. Das präfigierte, uncharmante „alters-“ wird hoffentlich eines Tages Geschichte sein. Das Adjektiv „bedingt“* veranlasste regelmäßig Prof. J. Böck (ehem. Vorstand der II. Wiener Augenklinik, Karl Kraus-Leser) zu pointierten Bonmots. Mit Recht.

Asymmetrien: Das führende Auge erleidet früher und intensiver diverse Licht-und UV- Schäden mit allen pathognomonischen Zeichen einer senilen Makuladegeneration. Die unteren  Netzhautabschnitte sind immer stärker betroffen als die obere Fundushälfte. Dies ist deutlich zu erkennen an den  knochenkörperchenartig pigmentierten degenerativ-atrophischen Arealen der sektorenförmigen Retinopathia pimentosa3. Auch kurze  Lichtbelastungen (Funduskamera, OR-Mikroskop etc.) können phototoxische Läsionen dystropher Retinae verursachen.

Therapien
Antioxidative, neuroprotektive, Supplement- sowie zahllose weitere engagierte Formen medikamentöser Therapien halten nicht ganz das, was sie versprechen. Die Therapie oben angeführter retinaler Pathologie, nicht selten dem „Kausalfaktor“ Alter zugeschrieben –„altersbedingt“–, kommt oft zu spät; ersehnte Erfolge entsprechen nicht immer den Erwartungen.

Statine: „Evidence from currently available RCTs is insufficient to conclude that statins have a role in preventing or delaying the onset or progression of AMD“4. Unerwünschte Statin-Nebenwirkungen können jedoch, dosisabhängig, als gesichert betrachtet werden.

„Eye vitamins … can help the retina“ – Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass die noch immer aggressiv beworbene Vitamintherapie, welche möglicherweise unreflektiert empfohlen wird, Schäden verursachen kann, welche bisher schamhaft  verschwiegen wurden. Dazu im Besonderen: „Diseases for which the treatment could be harmful: Laboratory research suggests that the treatment regimen may be harmful to people with Stargardt disease, cone-rod dystrophy, best disease and any retinal disease caused by mutations in the gene Abca4.“5 – nicht nur. Gentherapien, Versuche, das Problem an der Wurzel zu packen, machen Hoffnung (?). Die intravitreale Injektionstherapie ist nicht Gegenstand dieses Beitrages (siehe Update – IVI-Consensus Guidelines).

Resümee: Effiziente Prophylaxe, beginnend bei der Geburt, wäre ein Desideratum. Selbst dann, wenn ökonomische Interessen darunter leiden sollten.

*bedingt: begrenzt, beschränkt, eingeschränkt (Duden)

Gender: ‚beyond‘

Literatur:
1 Iannacconea A et al (2016) Retinal pigment epithelium and microglia express the CD5 antigen-like protein, a novel autoantigen in age-related macular degeneration. Exp Eye Res, in press.
2 Heilig P (2016) „Blindheit“, induziert. CONCEPT Ophthalmologie 09, 50-51
3 Heilig P et al ((2009) Retinal light damage. Spektrum Augenheilkd 23: 240–248
4 Gehlbach P, Li T, Hatef E (2016) Statins for age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev;(8):CD006927.
5 http://www.blindness.org
6 Ghazi NG et L (2016) Treatment of retinitis pigmentosa due to MERTK mutations by ocular subretinal injection of adeno-associated virus gene vector: results of a phase I trial. Hum Genet. Mar;135(3):327-43.

Autor: Univ.-Prof. Dr. Peter Heilig,
Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie,
Medizinische Universität Wien
Concept Ophthalmologie 01 / 2017

Abbildung: Monokulares Mikroskopieren. Die Illustration hat der Autor selbst gezeichnet

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Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [38]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [38]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Als zentrales Sinnesorgan des Menschen wird dem Auge auch in Malerei, Musik und Literatur Raum gegeben. Hier seien nur einige wenige Stücke angeführt, die in der Ausstellung zu sehen sind.
Die hl. Ottilie, als eine der wichtigsten Augenheiligen, findet sich immer wieder auf Holzvotivtafeln. Als Beispiel sei ein „ex voto“ aus dem Jahre 1753 angeführt. Ein besonders interessantes Blatt stammt von Werner Berg 13
Der Holzschnitt Die Einäugigeentstand 1953, die „Erblindende zu St. Lucia“ 1967 und „Für St. Lucia1972.

13) Werner Berg wurde 1904 in Eberfeld (Rheinland) geboren und lebte bis 1981. Er studierte
zuerst Staatswissenschaften, ab 1924 an der Kunstakademie in Wien und München. 1931 siedelte
er sich in Südkärnten auf einem Bauernhof an und arbeitete dort als Bauer und Maler. Er wurde
einer der bekanntesten Holzschneider Österreichs.

Einaeugige

„Die Einäugige „, Werner Berg, Holzschnitt, 1953

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Berg
https://de.wikipedia.org/wiki/Odilia

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling