Schlagwort-Archiv: I. Allgemeine Beamten-Versicherungs-Gesellschaft

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [379]: Pernitza, Emil – Kinderarzt, Chirurg, Bahn- und Fabriksarzt, Primararzt am St. Josefs-Kinderspital und Chefarzt der I. Allgemeine Beamten-Versicherungs-Gesellschaft

Pernitza, Emil – Kinderarzt, Chirurg, Bahn- und Fabriksarzt, Primararzt am St. Josefs-Kinderspital und Chefarzt der I. Allgemeine Beamten-Versicherungs-Gesellschaft

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 27.07.2026

Keywords: Kinderarzt, Chirurg, Bahn-Arzt, St. Josefs-Kinderspital, I. Allgemeine Beamten-Versicherungs-Gesellschaft, Medizingeschichte, Wien

Emil Pernitza wurde am 7. Oktober 1845 als Sohn des Justiziars Karl Pernitza und dessen Ehefrau Anna, geborene Glass, in Maleschau in Böhmen (heute: Malesov/Tschechien) geboren.

Seit 1872 war er mit Emilie Hein (-1919) verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor, der Postkommissar im Handelsministerium Dr. Hans Pernitza, der Regimentsarzt Dr. Gustav Pernitza (1873-?) und den Sekretär der niederösterreichischen Finanzprokuratur Dr. Viktor Pernitza (1874-1939).

Pernitza studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 2. März 1869 zum Doktor der gesamten Heilkunde und zum Magister der Geburtshilfe sowie am 11. Juni 1869 zum Doktor der Chirurgie.

Nach Abschluss seines Studiums erhielt er seine chirurgische Ausbildung an der Klinik von Theodor Billroth (1829-1894), wo er zu dessen frühem Mitarbeiter- und Schülerkreis gehörte. 1871 legte Pernitza der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien in deren Sitzung vom 9. März die Arbeit „Bau und Entwicklung des Erstlingsgefieders, beobachtet am Hühnchen“ vor.

Nach seiner Promotion eröffnete Pernitza eine private Arztpraxis in Wien 8, Schmiedgasse 5. Spätestens seit 1873 ordinierte er in Wien 4, Favoritenstraße 52, danach in der Favoritenstraße 27 und ab 1878 in der Favoritenstraße 2. Zuletzt befand sich seine Praxis bis zu seinem Tod in Wien 4, Wiedner Hauptstraße 16.

Bahn- und Fabriksarzt, St. Josefs-Kinderspital, Versicherungsarzt

Daneben arbeitete Pernitza seit 1871 als Bahn- und Fabriksarzt bei der k.k. priv. Staats-Eisenbahn-Gesellschaft in Wien.[1] Ab etwa 1896 war er außerdem als Primarchirurg am 1842 eröffneten und seit 1857 unter dem Protektorat von Erzherzogin Maria Karolina (1825-1915) stehenden St. Josefs-Kinderspital in Wien 4, Kolschitzkygasse 9-11 tätig. Ab 1900 übernahm er zusätzlich die Funktion eines Chefarztes bei der 1895 gegründeten I. Allgemeinen Beamten-Versicherungs-Gesellschaft.

Pernitza gehörte dem Verwaltungsausschuss des Pensionsinstituts des Wiener medizinischen Doktoren-Kollegiums an und war Geschäftsrat des Wiener medizinischen Doktoren-Kollegiums.[2] 1908 erhielt er das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen.[3]

Emil Pernitza verstarb am 7. Jänner 1914 in Wien.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-200a, Pernitza Emil (Rigorosum Datum: 1869).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-201, Pernitza Emil (Promotion Datum: 2.3.1869).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-290, Pernitza Emil (Promotion/Chirurgie Datum: 11.6.1869).

Rk. Erzdiözese Wien, 04, St. Elisabeth, 1873, Taufbuch 01-07, Folio 113, Pernitza Gustav.

Friedhofsdatenbank der Stadt Wien, Pernitza Emil

Literatur:

Pernitza, Emil: Bau und Entwicklung des Erstlingsgefieders, beobachtet am Hühnchen. (Vorgelegt in der Sitzung am 9. März 1871). (Mit 1 Tafel). Sonderdruck aus: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien: 1871.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 13, 1871, Sp. 301.

[2] Wiener klinische Rundschau, Nr. 14, 1906, S. 277.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 49, 1908, Sp. 2715.

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Letzte Aktualisierung: 2026.07.27

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