Prager, Karl – Ober-Polizeiarzt in Wien Ottakring und Margareten
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 24.08.2026
Keywords: Polizeiarzt, Augenarzt, Krankenhaus Wieden, Polizeidirektion Wien, Medizingeschichte, Wien
Karl Prager wurde am 7. September 1863 als Sohn von Ignatz Isak Prager (1823-1873) und Marie Prager (1836-1913), geborene Landesmann, in Mährisch-Budwitz (heute: Moravské Budějovice/Tschechien) in Mähren geboren. 1901 heiratete er Louise Strach (1879-27. Juni 1940 Wien) mit der er gemeinsam die beiden Kinder Marianne Prager (1902-1982) und Guido Prager (1905-1979) hatte.
Prager studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 28. Juni 1888 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Im August 1888 wurde er nach der Ableistung seines Militärdienstes dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugewiesen.[1] 1889 eröffnete er an seinem Wohnort in Wien 10, Favoritenstraße 32, eine private Arztpraxis. Später war er in Wien 5, Margaretenstraße 80, wohnhaft.
Nach seinem Studium arbeitete Prager als Sekundararzt an der unter der Leitung des Primarius Hans Adler (1843-1923) stehenden Augenabteilung am k.k. Krankenhaus Wieden. Hier veröffentlichte er 1892 „Ein Fall von Cystircercus cellulosae in der vorderen Augenkammer“.
Während des Ersten Weltkrieges gehörte Prager dem landwehrärztlichen Offizierskorps in Evidenz an und wurde im Oktober 1914 zum Regimentsarzt ernannt.[2]
Polizeiarzt in Wien
Im Frühjahr 1893 wurde Prager vom niederösterreichischen Satthalter Graf Erich von Kielmansegg (1847-1923) zum Polizei-Assistenzarzt der k.k. Polizeidirektion Wien ernannt.[3] Zunächst war er der Polizeidienststelle im Bezirk Ottakring zugeteilt. Um 1902/03 wurde er in den Bezirk Margareten versetzt, wo auch Gustav Adler (1857-1928) als Polizeibezirksarzt seinen Dienst versah. 1905 erfolgte Pragers Ernennung zum Bezirksarzt.[4] 1912 wurde er zum Polizei-Oberbezirksarzt ernannt.[5] 1920 erhielt er den Titel eines Regierungsrates.[6] Anlässlich seiner Versetzung in den Ruhestand wurde ihm 1923 der Titel eines Hofrates verliehen.[7]
Karl Prager verstarb am 2. Juni 1924 in Wien. Seine Familie wurde nach dem „Anschluss“ im März 1938 wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt.

Prager Karl: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 3.6.1924, S. 19.
Quellen:
Matriken der IKG Wien: Trauungsbuch 1901, Prager Karl, Strach Louise.
UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0194, Prager Karl (Nationalien Datum: 1882/83).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-296a, Prager Karl (Rigorosum Datum: 1886).
UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2298, Prager Karl (Promotion Datum: 28.6.1888).
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Österreichischer Soldatenfreund, 3.8.1888, S. 442.
[2] Der Militärarzt, Nr. 26, 1914, Sp. 503.
[3] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 4.4.1893, S. 154.
[4] Die Zeit, 30.6.1905, S. 4.
[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 25, 1912, Sp. 1718.
[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1920, Sp. 1063.
[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 15, 1923, Sp. 719.
Normdaten (Person): : BBL; GND:
VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL: 50208 (24.08.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50208
Letzte Aktualisierung: 2026.08.24
