Hamburger, Emil Wolfgang – Bade- und Brunnenarzt in Franzensbad
Autor: Dr. Walter Mentzel
Published online: 17.08.2026
Keywords: Badearzt, Medizingeschichte, Prag, Franzensbad
Emil Wolfgang Hamburger wurde am 17. April 1843 als Sohn des Arztes Wolf Hamburger und dessen Ehefrau Fridericka Hamburger, geborene Gosdorfer (1811-1879), in Deutsch Gabel bei Reichenberg in Böhmen (heute: Jablonné v Podještědí, Liberec/Tschechien) geboren. Er war mit Ida Frankenthal verheiratet; aus der Ehe ging die Tochter Elsa Hamburger hervor.
Hamburger studierte an der Universität Prag Medizin und promovierte 1867 zum Doktor der Medizin. 1868 erwarb er den Titel eines Magisters der Geburtshilfe und 1869 jenen eines Doktors der Chirurgie.[1] Anschließend arbeitete er als Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhaus in Prag.
Kuranstalt Franzensbad
Im März 1869 ließ sich Hamburger als Badearzt in Franzensbad nieder. 1870 veröffentlichte er bei Sigmund Bensinger (1825-1896) in Prag die Monografie „Die Heilmittel von Franzensbad in ihrer Beziehung zu den Krankheiten des Weibes für gebildete Frauen populär dargestellt“, die 1877 in zweiter Auflage erschien. Seit 1875 gehörte Hamburger einem örtlichen Komitee an, das Geldmittel für die Abhaltung russisch-orthodoxer Gottesdienste und die beabsichtigte Errichtung einer orthodoxen Kirche in Franzensbad sammelte. Während seiner Tätigkeit als Arzt in Franzensbad veröffentlichte Hamburger mehrere wissenschaftliche Arbeiten. Dazu gehören die 1876 im Laboratorium von Professor Karl Hugo Huppert (1832-1904) an der Universität in Prag, entstandene Arbeit „Über die Resorption von Arzneistoffen durch die Vaginalschleimhaut“ sowie die und 1878 erschienene Untersuchung „Ueber die Aufnahme und Ausscheidung des Eisens“.
Österreichische Badezeitung
Ab April 1872 gab Hamburger gemeinsam mit dem Sanitätsrat und Brunnenarzt Friedrich Boschan (1818-1882) die „Oesterreichische Badezeitung. Organ für die Interessen der europäischen Kurorte und des Kurpublikums“ heraus.[2] Die Zeitung richtete sich über die Habsburgermonarchie hinaus an Badeärzte, Kurverwaltungen und Kurgäste im gesamten deutschsprachigen beziehungsweise europäischen Raum. Nach Boschans Rückzug aus der Herausgeberschaft redigierte Hamburger die Zeitschrift zunächst alleine und später gemeinsam mit dem Franzensbader Brunnenarzt Bernhard Raumann (1840-1886) weiter. Bis 1886 gehörte er zu ihren Herausgebern.
1878 wurde Hamburger als wirkliches Mitglied in die Gesellschaft der Ärzte in Wien aufgenommen.[3] 1883 erhielt er den Titel eines königlich preußischen Sanitätsrats.[4] In Franzensbad erwarb er das Bürgerrecht und wurde in den Stadtrat gewählt.
Emil Wolfgang Hamburger verstarb am 21. März 1888 in Wien.

Todesanzeige: Hamburger Emil Wolfgang, Neues Wiener Tagblatt (Tagesausgabe), 24.3.1888, S. 15.
Literatur:
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]
[1] Vierteljahrschrift für die praktische Heilkunde, Bd. 1, Misceellen, 1867, S. 5; Bd. 2, Miscellen, 1869, S. 6; Bd. 1, Miscellen, 1869, S. 8.
[2] Österreichische Badezeitung, Nr. 1 Probe-Nummer, 14.4.1872, S. 1.
[3] Fremden-Blatt, 3.4.1878, S. 12.
[4] Neue Freie Presse (Abend-Blatt), 8.11.1883, S. 1.
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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17
