{"id":8681,"date":"2011-05-05T07:30:23","date_gmt":"2011-05-05T06:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=8681"},"modified":"2011-05-09T06:06:07","modified_gmt":"2011-05-09T05:06:07","slug":"dr-werner-horvath-gesellschaftsvertrag-und-privateigentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=8681","title":{"rendered":"Dr. Werner Horvath: Gesellschaftsvertrag und Privateigentum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dr. Werner Horvath: Gesellschaftsvertrag und Privateigentum<\/strong><\/p>\n<p>Kaum jemand fragt sich heute mehr, warum wir eigentlich relativ sicher leben k\u00f6nnen, ohne gro\u00dfe Angst vor Angriffen auf unsere Person und \u00dcbergriffen auf unser Eigentum. Der \u201eNaturzustand\u201c ist n\u00e4mlich ein anderer, denn urspr\u00fcnglich galt das Recht des St\u00e4rkeren, und dies \u00fcberall, direkt und auf jeder Ebene. \u201eBellum omnium contra omnes\u201c, also Krieg aller gegen alle, nennt dies der Philosoph Thomas Hobbes in seinem Werk \u201eLeviathan\u201c. In diesem entsetzlichen Zustand der Anarchie konnten sich h\u00f6here Kr\u00e4fte nicht entfalten, es gab keinen sicheren Besitz und nicht einmal ein Recht auf Leben.<\/p>\n<p>Wie kommt es dann, dass jetzt doch alles anders ist und in unserer Zeit jede Person ann\u00e4hernd die gleichen Rechte hat? Der oben Genannte f\u00fchrt dies darauf zur\u00fcck, dass die Menschen einen sogenannten \u201eGesellschaftsvertrag\u201c abgeschlossen haben, in welchem sie ihr Recht zu Beherrschen der Gemeinschaft abgetreten haben, und zwar unter der Bedingung, dass dies jeder tut. Der Vertrag wurde niemals exakt ausformuliert, schon gar nicht unterschrieben oder ratifiziert. Dennoch gilt er, und unsere Staaten und unser t\u00e4gliches Leben funktionieren nach diesem Prinzip. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/thomashobbes_horvath.jpg\" alt=\"thomashobbes_horvath\" title=\"thomashobbes_horvath\" width=\"450\" height=\"561\" class=\"alignnone size-full wp-image-8672\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/thomashobbes_horvath.jpg 450w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/thomashobbes_horvath-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<p>Das Bild \u201eThomas Hobbes \u2013 Leviathan\u201c von Werner Horvath aus dem Jahr 2002 geht darauf ein. Emanuel Adler, Professor f\u00fcr Israeli Studies an der Universit\u00e4t von Toronto und Professor f\u00fcr International Relations an der Hebrew Universit\u00e4t von Jerusalem, schreibt \u00fcber dieses Bild: &#8222;&#8230;a community of people, weaved into the face of the &#8218;father&#8216; of International Relations, just like Leviathan&#8217;s face in Hobbes&#8216; book.&#8220; Er w\u00e4hlte das Bild f\u00fcr die Cover Illustration seines neuen Buches &#8222;Communitarian International Relations &#8211; The epistemic foundations of International Relations&#8220;, Routledge-Verlag in New York.<br \/>\nEs folgt aber auch noch etwas ganz Anderes aus dem Abschluss des Gesellschaftsvertrags, n\u00e4mlich das Recht auf Privateigentum. Dies begr\u00fcndet ein anderer Philosoph, wieder ein Engl\u00e4nder, und zwar kein geringerer als John Locke. Er meint, dass es urspr\u00fcnglich nicht gut m\u00f6glich war, mehr Besitz zu erwerben als f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Bedarf n\u00f6tig war. Die Menschen fingen Fische oder erlegten Wild, soviel sie eben essen konnten, und besetzten so viel Land, wie sie bearbeiten und verteidigen konnten. Doch durch die Einf\u00fchrung des Geldes \u00e4nderte sich dies vehement und vor allem dadurch wurden die massiven Besitzunterschiede innerhalb der menschlichen Gesellschaft erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/john_locke_horvath.jpg\" alt=\"john_locke_horvath\" title=\"john_locke_horvath\" width=\"450\" height=\"557\" class=\"alignnone size-full wp-image-8673\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/john_locke_horvath.jpg 450w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/john_locke_horvath-242x300.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<p>Auch diese Tatsache wird durch ein Bild Werner Horvaths verdeutlicht: \u201eJohn Locke\u201c, \u00d6l auf Leinwand aus dem Jahr 2010. \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil der Dinge, die f\u00fcr das Leben der Menschen wirklich n\u00fctzlich sind, sind gew\u00f6hnlich verg\u00e4ngliche oder verderbliche G\u00fcter, wie zum Beispiel Nahrungsmittel &#8211; im Bild symbolisiert durch Fisch. Gold, Silber, Diamanten und \u00e4hnliches haben aber keinerlei urspr\u00fcnglichen Nutzen f\u00fcr die Menschen, sondern erhalten ihren Wert erst durch \u00dcbereinkunft der Menschen, ebenso wie das Geld. Es ist best\u00e4ndig, es verdirbt und verfault nicht; man kann es aufheben und in einem gro\u00dfen Ma\u00dfe anh\u00e4ufen.\u201c (Patrick Horvath, Zum Verh\u00e4ltnis von Eigentum und Staat bei Locke.) &#8211; So wird der Fisch zum Geld und bringt eine neue Dimension in das Spiel der \u00f6konomischen Kr\u00e4fte..<br \/>\nOb die Menschen wohl die Folgen bedacht haben, als sie sich auf dieses Spiel einlie\u00dfen? Und wie lange werden die immer komplizierter werdenden Spielregeln noch funktionieren? Der Mensch st\u00f6\u00dft an die Grenzen des Machbaren, nicht nur in der Technologie, die noch immer nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberwundene Weltwirtschaftskrise l\u00e4sst nachdenklich werden und die Pleite ganzer Staaten sollte eine Mahnung sein.<br \/>\nWeitere Darstellungen von Philosophen und deren Theorien finden Sie auf: <a href=\"http:\/\/members.aon.at\/austrianart\/philosophen.htm\">http:\/\/members.aon.at\/austrianart\/philosophen.htm<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Horvath_2010\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/horvath_2010-150x150.jpg\" alt=\"Horvath_2010\" width=\"150\" height=\"150\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 14.25pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: black; font-family: &quot;Verdana&quot;,&quot;sans-serif&quot;;\">Dr. Werner Horvath zu Gast im Van Swieten Blog:<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=8567\">Dr. Werner Horvath:  &#8222;Atomkraft &#8211; das Danaergeschenk&#8220;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=8282\">Dr. Werner Horvath: Die \u00d6lpest im Golf von Mexiko<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=8034\">Arzt &#038; K\u00fcnstler: Bilder von Dr. Werner Horvath zur Weltwirtschaftskrise<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 14.25pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto; mso-outline-level: 7;\"><strong><span style=\"font-size: 8pt; color: black; font-family: &quot;Verdana&quot;,&quot;sans-serif&quot;;\"><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=5340\"><span style=\"color: blue;\">Dr. Werner HORVATH &#8211; Die Alt\u00e4re der anderen Art<\/span><\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 14.25pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto; mso-outline-level: 7;\"><strong><span style=\"font-size: 8pt; color: black; font-family: &quot;Verdana&quot;,&quot;sans-serif&quot;;\"><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=1310\"><span style=\"color: blue;\">F\u00fcr Dr. Horvaths Malerei typisch sind das Zusammenspiel der Portrait-Umrisslinien und die aus \u201cisodensen Fl\u00e4chen\u201d zusammengesetzten Binnenstrukturen\u2026<\/span><\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 14.25pt; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto; mso-outline-level: 7;\"><strong><span style=\"font-size: 8pt; color: black; font-family: &quot;Verdana&quot;,&quot;sans-serif&quot;;\"><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=570\"><span style=\"color: blue;\">Dr. Werner Horvath: Bilder &#8211; Figuren &#8211; Portr\u00e4ts<\/span><\/a><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Werner Horvath: Gesellschaftsvertrag und Privateigentum Kaum jemand fragt sich heute mehr, warum wir eigentlich relativ sicher leben k\u00f6nnen, ohne gro\u00dfe Angst vor Angriffen auf unsere Person und \u00dcbergriffen auf unser Eigentum. 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