{"id":6880,"date":"2010-11-08T07:30:11","date_gmt":"2010-11-08T06:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=6880"},"modified":"2010-11-09T07:57:21","modified_gmt":"2010-11-09T06:57:21","slug":"visuelle-kulturen-der-anatomie-in-wien-1900-%e2%80%931938","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=6880","title":{"rendered":"Visuelle Kulturen der Anatomie in Wien. 1900 &#8211; 1938"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Wir freuen uns Frau Mag. Birgit Nemec zu einem Josephinum \u2013 Seminar begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Ort: Lesesaal des Josephinum, (W\u00e4hringer Stra\u00dfe 25, A-1090 Wien)<\/p>\n<p>Zeit: 8.November 2010, 16.00 c.t.<\/p>\n<p>Kontakt: sammlungen@meduniwien.ac.at<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ++43\/1\/40160\/26000<\/p>\n<p><strong>Visuelle Kulturen der Anatomie in Wien. 1900 \u20131938<\/strong><br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p>Im Zentrum meines Dissertationsprojektes steht die Grundidee, anatomische Darstellungsformen als Ausdruck visueller Kulturen der Wissenschaft in der Produktion von Wissen, Sinn und Bedeutung n\u00e4her zu betrachten. Anatomen und K\u00fcnstler erarbeiteten im Wien des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts, so die Annahme, in gegenseitiger Beeinflussung verschiedene Visualisierungen, die internationale Prominenz erlangten, und deren verschiedene Funktionen und Bedeutungshorizonte im Kontext nationaler biopolitischer Konzepte zu untersuchen sind. Wir haben es etwa mit anatomischen Atlanten, medizinischen Moulagen, Modellen oder Lehrgrafiken zu tun, die sowohl im Bereich der universit\u00e4ren Anatomie, als auch in Erg\u00e4nzung dazu, an zahlreichen Orten popul\u00e4rer Verhandlung und Generierung visueller Kulturen der Medizin anzutreffen sind. Ich frage somit nach den visuellen Kulturen der medizinisch-anatomischen Wissens- und Evidenzerzeugung sowie deren Transformationen im Kontext ihrer Popularisierung in Wien und fokussiere hier auf den Zeitraum von 1900 bis 1938.<\/p>\n<p>Hinsichtlich des vorliegenden Quellenmaterials wird untersucht, welche Konzepte von K\u00f6rperlichkeit und Subjektivit\u00e4t sinnstiftend umgesetzt wurden und in welchem Verh\u00e4ltnis diese zum historisch wandelnden wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Kontext standen. Im Anschluss daran behandeln zentrale Forschungsfragen die Wissenserzeugung, Propagierung und Popularisierung durch spezifische Bilder in fachimmanenten und \u00f6ffentlichen Diskursen. Anatomische Repr\u00e4sentationen waren in Wien bereits im 18. und 19. Jahrhundert in Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit in unterschiedlichen Phasen popul\u00e4r, erfuhren jedoch im fr\u00fchen 20. Jahrhundert \u2013 so meine These \u2013 neue Relevanz. Dies zeigt sich in institutionellen Ver\u00e4nderungen sowie der F\u00fclle visueller Darstellungen und deren vielf\u00e4ltige Gebrauchs-Sph\u00e4ren. Weiters wird der Frage nach Transformationsprozessen des Wissens, nach Kontinuit\u00e4ten und Br\u00fcchen im anatomischen Wissensdiskurs, also nach Wandlungen von Wissensformen und politischen, sozialen und dadurch auch symbolischen Ordnungen nachgegangen. Dies erm\u00f6glicht wiederum Aussagen \u00fcber die Erzeugung von Evidenzen sowie \u00fcber Vorannahmen und Auffassungen von K\u00f6rperlichkeit, Gesundheit und Krankheit sowie deren wissenschaftsphilosophischen Hintergrund. In einem weiteren Schritt soll die Spezifik und die Singularit\u00e4t der Wiener Bildtradition sowie und die Sinn-Zuschreibungen an Hand verschiedener Medien herausgearbeitet werden. Evidenzbehauptungen an anatomischen Darstellungen werden argumentativ h\u00e4ufig in einem Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft formuliert. Neben einer kulturhistorischen Kontextualisierung und einer Analyse verwendeter visueller Strategien stellen sich hier die Fragen, weshalb es diverse medizinisch bildgebende Verfahren in Erg\u00e4nzung zur Sektion bedurfte, welche Funktionen die unterschiedlichen Medien, die zur Wissens- und Evidenzgenerierung am K\u00f6rper gegeneinander antraten, hatten, und weshalb manche in unterschiedlichen Phasen privilegiert wurden.<\/p>\n<p>Die Visualisierung von K\u00f6rperlichkeit wird hier als kulturelle Praxis verstanden. Die historische Analyse visueller Kulturen der Anatomie in Wien soll so unter anderem ein besseres Verst\u00e4ndnis heutiger Formen und Praxen der medizinischen Sichtbarmachung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Birgit Nemec hat nach einer Ausbildung im Kulturmanagement Geschichte und Kulturwissenschaften in Wien und Rom studiert. Seit 2008 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des interdisziplin\u00e4ren corporealities Projekts und seit 2009 als Forschungsstipendiatin am Department und Sammlungen f\u00fcr Geschichte der Medizin der Meduni Wien t\u00e4tig. Seit Oktober 2010 ist sie Kollegiatin im DKplus Programm Naturwissenschaften im historischen, philosophischen und kulturellen Kontext der Uni Wien. Visiting Fellowship am Department for History and Philosophy of Science der Universit\u00e4t Cambridge (2009), Wissenschaftsstipendium der Stadt Wien (2010). Zu ihren Forschungsschwerpunkten z\u00e4hlen Memory Politik im Stadtraum sowie Visuelle und Materielle Kulturen der Medizin.<\/p>\n<p>Das Team der Abteilung \u201eDepartment und Sammlungen f\u00fcr Geschichte der Medizin\u201c freut sich \u00fcber zahlreichen Besuch!<\/p>\n<p>\u00a0<br \/>\nUnser n\u00e4chster Vortrag: Dipl.Ing. Markus Swittalek, \u00a0Josephinum \u2013 Ein Denkmal braucht Pflege.<br \/>\nDonnerstag, 18.November 2010, 18.00 c.t. \u00a0 (im Rahmen vom European Academic Heritage Day)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir freuen uns Frau Mag. Birgit Nemec zu einem Josephinum \u2013 Seminar begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen. Ort: Lesesaal des Josephinum, (W\u00e4hringer Stra\u00dfe 25, A-1090 Wien) Zeit: 8.November 2010, 16.00 c.t. Kontakt: sammlungen@meduniwien.ac.at \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ++43\/1\/40160\/26000 Visuelle Kulturen der Anatomie in Wien. 1900 \u20131938 \u00a0 Im Zentrum meines Dissertationsprojektes steht die Grundidee, anatomische Darstellungsformen als Ausdruck visueller Kulturen &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=6880\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Visuelle Kulturen der Anatomie in Wien. 1900 &#8211; 1938<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,2,13],"tags":[283],"class_list":["post-6880","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-news","category-veranstaltungen","tag-josephinum--seminar"],"views":33826,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6880"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6919,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6880\/revisions\/6919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}