{"id":570,"date":"2008-02-06T10:31:12","date_gmt":"2008-02-06T09:31:12","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=570"},"modified":"2008-02-15T14:34:44","modified_gmt":"2008-02-15T13:34:44","slug":"dr-werner-horvath-bilder-%e2%80%93-figuren-%e2%80%93-portrats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=570","title":{"rendered":"Dr. Werner Horvath: Bilder &#8211; Figuren &#8211; Portr\u00e4ts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe LeserInnen unseres UbMUW-Info-Blogs,<\/strong><\/p>\n<p>da die Beitr\u00e4ge von Dr. Piero Lercher, Arzt und K\u00fcnstler, in unserem Blog auf sehr gro\u00dfes Interesse (teilweise \u00fcber 1000 Zugriffe\/Beitrag) gesto\u00dfen sind, m\u00f6chten wir Ihnen weitere K\u00fcnstlerInnen-\u00c4rztInnen pr\u00e4sentieren.<br \/>\nWir freuen uns, Ihnen als n\u00e4chsten K\u00fcnstler Herrn Dr. Werner Horvath, der ausgebildeter Radiologe ist, vorstellen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Werner Horvath <\/strong><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/horvath1.jpg' alt='Horvath' \/><\/p>\n<p><strong>Bilder \u2013 Figuren \u2013 Portr\u00e4ts. <\/strong><\/p>\n<p>Eine Flut von bekannten Gesichtern, Ikonen aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Medizin, Kunst, Religion \u2013 die Malerei von Werner Horvath !<\/p>\n<p>Charakteristisch an der Malweise Horvaths ist die Codierung der Gesichter in Fl\u00e4chen gleicher Helligkeit, aber unterteilt in verschiedene Formen und Farben. Dies ergibt eine besondere Wirkung: Bei hellem Tageslicht und aus der N\u00e4he erkennt man meist nur ein Gewirr bunter pflanzenartiger Formen, die meist erst bei genauerem Hinsehen ein Gesicht bilden. Betrachtet man aber dasselbe Bild bei ged\u00e4mpftem Licht oder aus der Ferne, wirkt es fast wie ein realistisches Schwarz-Wei\u00df-Foto und l\u00e4sst die Person des Dargestellten in den Vordergrund treten. Die Bilder \u00e4ndern so dynamisch ihren Charakter, abh\u00e4ngig von der Physiologie des menschlichen Sehens.<\/p>\n<p>Werner Horvath malt schon seit fr\u00fchester Jugend. Ausgehend von der Komposition surrealer Traumwelten im Stil des Phantastischen Realismus, entwickelt sich Horvath in mehreren Etappen zum Maler von konstruktivistisch-zeitkritischen Portr\u00e4tdarstellungen mit politischem, oft provokantem Inhalt. Als \u201eb\u00fcrgerlichen Beruf\u201c w\u00e4hlte Horvath f\u00fcr lange Zeit jenen des Arztes, auch weil die Fachrichtung der Radiologie Besch\u00e4ftigung mit Bildern zulie\u00df. Er war dabei nicht ohne Erfolg: 15 Jahre lang leitete er als Primararzt die R\u00f6ntgenabteilung eines Linzer Krankenhauses. Die eigentlich von ihm versp\u00fcrte Berufung galt jedoch seit jeher der Kunst \u2013 und so entschloss er sich im Alter von 50 Jahren, seine medizinische T\u00e4tigkeit zu beenden. Seit einigen Jahren widmet er sich daher zur G\u00e4nze der Malerei. 2004 er\u00f6ffnete er neben seinem Sommeratelier in Kreta auch ein eigenes Atelier in Linz.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.austrianart.tk\/\">LINK&#8211;>http:\/\/www.austrianart.tk\/<\/a><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/machiavelli.jpg' alt='Machiavelli' \/><\/p>\n<p><strong>\u201eNiccolo Machiavelli \u2013 Der F\u00fcrst\u201c<br \/>\n\u00d6l auf Leinwand, 50 x 40 cm, 2002<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nEs handelt sich bei diesem Bild um eine Re-Interpretation des ber\u00fchmten Renaissance-<br \/>\nPortr\u00e4ts von Santi di Tito. Allerdings geht das Bild Horvaths weit \u00fcber eine einfache<br \/>\nDarstellung der Physiognomie Machiavellis hinaus, sondern gibt auch Gedankengut des<br \/>\nPhilosophen wieder. Machiavelli, und dies ist typisch f\u00fcr sein Denken in Analogien und<br \/>\nBildern, f\u00fchrt in seinem \u201eF\u00fcrst\u201c n\u00e4mlich an, welche Tiere sich der Politiker seiner Meinung<br \/>\nnach zum Vorbild nehmen soll: L\u00f6we und Fuchs; \u201edenn der L\u00f6we ist wehrlos gegen die<br \/>\nSchlingen und der Fuchs gegen W\u00f6lfe. Man muss also ein Fuchs sein, um die Schlingen zu<br \/>\nerkennen und ein L\u00f6we, um die W\u00f6lfe zu schrecken. Diejenigen, welche sich einfach auf die<br \/>\nNatur des L\u00f6wen festlegen, verstehen hiervon nichts.\u201c Machiavellis F\u00fcrst ist also eine Art<br \/>\nTiermensch, ein mit Verstand begabtes Raubtier, eine hochintelligente Bestie. Und &#8211; dies<br \/>\nerkennt der Realist Machiavelli &#8211; er muss es auch sein, um sich im Machtkampf der Politik<br \/>\neffizient behaupten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nNoch eine andere Ansicht Machiavellis findet sich in diesem Bild: Im unteren Teil des Bildes<br \/>\nerkennt man n\u00e4mlich das Gl\u00fccksrad mit den Aufschriften \u201eFORTUNA \u2013 VIRTUS \u2013 FAVOR<br \/>\n&#8211; CRIMEN\u201c. Mit seinem unvoreingenommenen Blick auf machtpolitische Realit\u00e4ten hat der<br \/>\nPhilosoph n\u00e4mlich erkannt, wie man sich Regierungsmacht aneignen kann, n\u00e4mlich durch<br \/>\nGl\u00fcck, eigene T\u00fcchtigkeit, Gunst der Anderen oder eben auch durch Verbrechen.<br \/>\nDas Motiv des Bildes dient als Titelbild des <\/p>\n<blockquote><p> Buches \u201eNiccolo Machiavelli \u2013 Der F\u00fcrst\u201c, einer<br \/>\nNeu\u00fcbersetzung aus dem Altitalienischen und Lateinischen, welches j\u00fcngst in der<br \/>\nBundesrepublik Deutschland im RaBaKa- Verlag erschienen ist (ISBN: 978-3-940185-05-1).<br \/>\nEs ist auch in &#8222;Worldviews: Contact and Change&#8220; von A.Fitton, D.M.Goodman und E.<br \/>\nO&#8217;Connor enthalten, einem \u201cGrade 8 social studies textbook\u201d, ver\u00f6ffentlicht von Pearson<br \/>\nEducation, Toronto, Canada, ISBN 978-0-13-198719-7, 2007.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/nietzsche.jpg' alt='Nietzsche' \/><\/p>\n<p><strong>\u201eFriedrich Nietzsche \u2013 von den drei Verwandlungen\u201c<br \/>\n\u00d6l auf Leinwand, 50 x 40 cm, 2005.<\/strong><\/p>\n<p>Noch ein Nietzsche-Portr\u00e4t, und zwar mit einem Zitat aus \u201eAlso sprach Zarathustra\u201c, das in<br \/>\naller K\u00fcrze unser aller Lebenslauf beinhaltet:<br \/>\n&#8222;Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele wird, und zum<br \/>\nL\u00f6wen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der L\u00f6we.&#8220;<br \/>\nMit viel M\u00fche erwerben wir uns in unserer Jugend Wissen und K\u00f6nnen, welche uns wie<br \/>\neinem Kamel aufgeb\u00fcrdet werden. In der Bl\u00fcte unseres Lebens gleichen wir \u2013 mehr oder<br \/>\nweniger \u2013 einem starken L\u00f6wen, mutig und erfahren, ehe wir im Alter wieder zum Kinde<br \/>\nwerden, im besten und leider oft auch im schlechtesten Sinn.<br \/>\nDieses Bild wurde u.a. im <\/p>\n<blockquote><p>Magazin &#8222;Educa\u00e7\u00e3o&#8220;, einer Spezialausgabe \u00fcber Friedrich<br \/>\nNietzsche herausgegeben von Editora Segmento in S\u00e3o Paulo, Brasilien, 2007 ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nEs war das offizielles Plakat des internationalen Kongresses &#8222;Nietzsche y la hermeneutica&#8220;,<br \/>\ngehalten auf der Universit\u00e4t von Valencia vom 5.-7.November 2007.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/sir-karl-popper.jpg' alt='Sir-Karl-Popper' \/><\/p>\n<p><strong>\u201eSir Karl Popper \u2013 Platos Sturz und die Falsifikation\u201c<br \/>\n\u00d6l auf Leinwand, 50 x 40 cm, 2000.<\/strong><\/p>\n<p>Popper zeigt in seinem ber\u00fchmten Schwanengleichnis, dass man einen sog. Allsatz wie \u201eAlle<br \/>\nSchw\u00e4ne sind wei\u00df\u201c niemals durch Beobachtung einzelner Schw\u00e4ne verifizieren kann. Denn<br \/>\nselbst, wenn man einen, zwei, tausend, hunderttausend wei\u00dfe Schw\u00e4ne beobachtet, ist der<br \/>\nSatz streng genommen nicht bewiesen, denn \u201ealle\u201c Schw\u00e4ne sind jedenfalls mehr als die<br \/>\nempirisch beobachteten. Was man aber machen kann, ist folgendes: Es ist nach Popper<br \/>\nm\u00f6glich, einen Allsatz empirisch zu widerlegen, zu falsifizieren, indem man nachweist, dass<br \/>\ner zumindest in einem einzigen Fall nicht zutrifft. So widerlegt die Beobachtung eines<br \/>\neinzigen schwarzen Schwanes den Allsatz \u201eAlle Schw\u00e4ne sind wei\u00df\u201c. Dieses Denken im<br \/>\nSinne eines kritischen Rationalismus hat Einzug in die gesamte Wissenschaft gefunden:<br \/>\nHypothesen werden formuliert und es wird versucht, diese zu falsifizieren. Gelingt dies, wird<br \/>\ndie Hypothese verworfen; wird ein Falsifikationsversuch \u00fcberstanden, darf die Hypothese (bis<br \/>\nauf weiteres) beibehalten werden.<br \/>\nDas Bild zeigt neben dem Portr\u00e4t des Philosophen auch eben diese Theorie: Die Falsifikation<br \/>\ndes Satzes \u201eAlle Schw\u00e4ne sind wei\u00df\u201c ist durch einen schwarzen Schwan symbolisiert, der<br \/>\nsich inmitten eines Schwarmes wei\u00dfer Schw\u00e4ne aus dem Zwischenraum bildet.<br \/>\nDass Karl Popper mit seiner politischen Philosophie der Demokratie die autorit\u00e4re Staatslehre<br \/>\nPlatos st\u00fcrzte, wird durch die umgefallene und zersprungene B\u00fcste dieses Philosophen der<br \/>\nAntike angedeutet.<br \/>\nIm Hintergrund erkennt man noch Anspielungen auf die von Popper abgelehnte \u201eK\u00fcbeltheorie<br \/>\ndes Gehirns\u201c. Die herk\u00f6mmlichen p\u00e4dagogischen Theorien, meint der ehemalige Lehrer<br \/>\nPopper, sehen den Geist als K\u00fcbel, der das Wissen aufnimmt, das man in ihn hineinsch\u00fcttet.<br \/>\nDer Vorgang des Lernens wird also angesehen als passives Aufnehmen eines bestimmten<br \/>\nUnterrichtsstoffes, der den Sch\u00fclern autorit\u00e4r vermittelt wird. In Wahrheit, meint Popper<br \/>\nweiter, ist der Natur des Menschen eine ganz andere Art des Lernens angemessen. Lernen ist<br \/>\nn\u00e4mlich ein aktiver, kein passiver Prozess. Wir gehen mit bestimmten Theorien an die<br \/>\nUmwelt heran und schauen, ob diese funktionieren oder nicht, ob sie sich zumindest<br \/>\nmomentan bew\u00e4hren oder ob sie durch die Realit\u00e4t falsifiziert werden. Lehrer sollten das<br \/>\naktive Lernen f\u00f6rdern und damit auch eine weniger autorit\u00e4re Form der Unterrichtsgestaltung<br \/>\nw\u00e4hlen. Wieder merkt man, wie Poppers Erkenntnistheorie und seine Forderung nach Freiheit<br \/>\nineinander greifen.<br \/>\nDieses Bild dient als Titelbild des <\/p>\n<blockquote><p>Buches von Patrick Horvath: &#8222;Gro\u00dfe Denker&#8220;, Selva-<br \/>\nVerlag, Amstetten-Linz 2003, ISBN.3-9010-4045-5. Es ist auch ver\u00f6ffentlicht in &#8222;Philosophie<br \/>\n1 &#8211; Raison, verite, connaissance&#8220; von Michel Larocque und Vincent Rowell, Beauchemin,<br \/>\nCheneliere Education, Montreal &#8211; Quebec, Canada, ISBN 978-2-7616-4619-2.<\/p><\/blockquote>\n<p>Weitere Beitr\u00e4ge:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=251\"><br \/>\nGast-Contributor: Dr. Piero Lercher <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe LeserInnen unseres UbMUW-Info-Blogs, da die Beitr\u00e4ge von Dr. Piero Lercher, Arzt und K\u00fcnstler, in unserem Blog auf sehr gro\u00dfes Interesse (teilweise \u00fcber 1000 Zugriffe\/Beitrag) gesto\u00dfen sind, m\u00f6chten wir Ihnen weitere K\u00fcnstlerInnen-\u00c4rztInnen pr\u00e4sentieren. Wir freuen uns, Ihnen als n\u00e4chsten K\u00fcnstler Herrn Dr. Werner Horvath, der ausgebildeter Radiologe ist, vorstellen zu d\u00fcrfen. 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