{"id":553,"date":"2008-01-28T08:35:18","date_gmt":"2008-01-28T07:35:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=553"},"modified":"2009-01-05T18:06:30","modified_gmt":"2009-01-05T17:06:30","slug":"feedback-uber-die-ub-med-uni-wien-aus-der-sicht-des-mediziners-und-datenbankexperten-dr-josef-konig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=553","title":{"rendered":"Feedback \u00fcber die Ub Med Uni Wien &#8211; aus der Sicht des Mediziners und Datenbankexperten Dr. Josef K\u00f6nig"},"content":{"rendered":"<p>Ab sofort werden wir regelm\u00e4\u00dfig Kundinnen und Kunden \u00fcber ihre Erfahrungen mit der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien befragen. Dabei sollen einerseits Angebote und Services angesprochen werden, die f\u00fcr die pers\u00f6nliche Arbeit besonders hilfreich sind, andererseits auch W\u00fcnsche und zuk\u00fcnftige Erwartungen \u00fcber die weiter Entwicklung der gr\u00f6\u00dften medizinischen Fachbibliothek in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p><a href='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/08\/josef.jpg' title='Koenig'><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/08\/josef.thumbnail.jpg' alt='Koenig' \/><\/a><\/p>\n<p><strong>VIER FRAGEN AN DR. JOSEF K\u00d6NIG<\/strong><\/p>\n<p><strong>1) Seit wann sind Sie Benutzer unserer Bibliothek?<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\nDie Bibliothek kenne ich seit Oktober 1989 als sie als erste Funktionseinheit in den R\u00e4umlichkeiten des Neuen AKH\u2019s er\u00f6ffnet wurde. F\u00fcr uns damalige Studenten war es ein riesiger Fortschritt, die ehemals auf 35 Standorte verteilten und praktisch unzug\u00e4nglichen Literaturbest\u00e4nde an einem Standort zur Verf\u00fcgung zu haben. <\/p>\n<p>Was die Bibliothek von Anfang an auszeichnete waren die Freundlichkeit und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter und das Streben, sich zu einer der f\u00fchrenden Medizinbibliotheken Europas zu entwickeln. <\/p>\n<p>Ein Schl\u00fcsselerlebnis war f\u00fcr mich die Einf\u00fchrung von MEDLINE im Jahre 1992. Damals standen 2 PCs in einem Nebenraum des Lesesaales, wo auf CD-ROMs erstmals Literatur elektronisch erschlossen werden konnte. Dies war f\u00fcr mich so faszinierend, dass ich nach einer ersten Einf\u00fchrung in diese Technologie durch die damalige Mitarbeiterin der Bibliothek, Frau Dr. Gabriele Erhart (jetzt Universit\u00e4tsbibliothek Salzburg), begann, mich systematisch mit medizinischen Datenbanken auseinanderzusetzen. Erste Vortr\u00e4ge, die ich in den R\u00e4umlichkeiten der Bibliothek \u00fcber diese Thematik hielt, waren so gut besucht, dass ich Herrn Prof. Wolfgang Dorda vom damaligen Institut f\u00fcr Medizinische Computerwissenschaften den Vorschlag machte, diese Inhalte als Vorlesungsangebot an seinem Institut zu etablieren. Daraus entwickelte sich eine langj\u00e4hrige, bis heute anhaltende Zusammenarbeit und der Unterricht \u00fcber medizinische Datenbanken ist nun fixer Teil des Curriculums der Studenten sowohl der Humanmedizin als auch der Medizinischen Informatik.<\/p>\n<p>Die Bibliothek \u00e4nderte im Laufe der Jahre mehrfach ihren Status, angefangen von dem einer Fakult\u00e4tsbibliothek der medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien \u00fcber den einer Zentralbibliothek mit landesweiter Aufgabenstellung bis hin zum heutigen Status einer Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien \u2013 f\u00fcr den Ben\u00fctzer hat sich dadurch wenig ge\u00e4ndert, denn immer ist die hervorragende menschliche und fachliche Betreuung gleich geblieben.\n<\/p><\/blockquote>\n<p> <!--more--><br \/>\n<strong>2) Welche Angebote und Services sch\u00e4tzen Sie ganz besonders an unserer Bibliothek?<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>Die Versorgung mit Tausenden Online-Zeitschriften aus dem Gebiet der Medizin und angrenzender Wissenschaften, sowohl jener f\u00fcr die Grundlagenwissenschaften als auch der Zeitschriften, die in der medizinischen Versorgung der Patienten ben\u00f6tigt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Eine sehr gute Auswahl von Online-Datenbanken. Neben der ohnehin mittlerweile kostenlos zu ben\u00fctzenden MEDLINE stehen weitere hochqualitative Datenbanken zur Verf\u00fcgung, wie z.B. EMBASE oder SCOPUS. Letztere geht inhaltlich, ebenso wie der SCIENCE CITATION INDEX weit \u00fcber die Medizin hinaus und umfa\u00dft alle Naturwissenschaften, was besonders dann wichtig ist, wenn Literatur aus jenen Bereichen gesucht wird, die sich mit anderen Wissensgebieten, wie z.B. Physik, Materialwissenschaften, Biologie, Molekularbiologie, &#8230; \u00fcberschneiden. Au\u00dferdem bieten der SCI und SCOPUS Funktionalit\u00e4ten f\u00fcr das Auffinden hochrelevanter Arbeiten, weil es m\u00f6glich ist, gezielt nach solchen Autoren oder Institutionen zu recherchieren, die besonders oft \u00fcber eine bestimmte Thematik publizieren. Der SCI bietet au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit eine Reihung danach vorzunehmen, wie oft eine Arbeit zitiert worden ist.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p><strong>3) Wie lauten Ihre W\u00fcnsche fuer die Zukunft an unsere Bibliothek?<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li> Ich hoffe, dass der Bibliothek auch k\u00fcnftig ausreichend finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung gestellt werden, die es ihr erm\u00f6glichen, einerseits die exzellente pers\u00f6nliche Betreuung von Lehrenden und Lernenden an unserer Universit\u00e4t aufrecht zu erhalten und andererseits, dass die enormen Anschaffungskosten von B\u00fcchern, Zeitschriften und Datenbanken weiterhin getragen werden k\u00f6nnen. Man kann gar nicht genug die Schl\u00fcsselposition einer solchen Einrichtung in einer Wissensgesellschaft betonen. Jede Einsparung w\u00fcrde sich hier umgehend in einer Qualit\u00e4tsminderung von Forschung und Lehre niederschlagen und umgekehrt, je mehr Wissen durch die Bibliothek zur Verf\u00fcgung gestellt wird, um so eher kann dieses zum Wohl unserer Patienten umgesetzt werden und umso leichter kann eine exzellente Forschung betrieben werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ich w\u00fcnsche mir weiters, dass SCOPUS und der SCIENCE CITATION INDEX weiter parallel zur Verf\u00fcgung stehen. Leider werden diese Datenbanken im Vergleich zu MEDLINE immer noch zu wenig ben\u00fctzt und ich kann nur jedem Ben\u00fctzer raten, sich mit den spezifischen M\u00f6glichkeiten dieser Datenbanken vertraut zu machen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ein mittelfristiges Ziel k\u00f6nnte sein, die Absolventen der Universit\u00e4t, die Alumni, weiter in die Aktivit\u00e4ten der Universit\u00e4t und der Universit\u00e4tsbibliothek miteinzubeziehen. W\u00e4hrend im angloamerikanischen Raum die pers\u00f6nliche Bindung an die eigene Universit\u00e4t einen hohen gesellschaftlichen Wert darstellt, ist dies bei uns noch unterentwickelt. Dies ist schade, denn es k\u00f6nnten sich einerseits Projekte in der klinischen Forschung ergeben, andererseits k\u00f6nnte man versuchen, den Alumni die Online-Bibliothek zu \u00f6ffnen. Dies ist sicherlich auch eine juristische Herausforderung, aber vielleicht w\u00e4re dies durch einen neu zu schaffenden Status m\u00f6glich, der den Absolventen die offizielle Mitgliedschaft zur Universit\u00e4t erh\u00e4lt, m\u00f6glicherweise zu verwirklichen durch einen regelm\u00e4\u00dfigen finanziellen Beitrag, der dann der Universit\u00e4t und der Universit\u00e4tsbibliothek zu Gute kommen kann.<\/li>\n<ul><\/blockquote>\n<p><strong>4) Gibt es auch Defizite an unserer Bibliothek?<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\nLeider ja! Bereits seit Jahren bem\u00fcht sich die Bibliothek &#8211; bisher erfolglos &#8211; um eine Lizenz von UpToDate, einer Volltext-Online-Datenbank, die mit mehr als 3600 Autoren medizinisches Wissen am neuesten Stand bietet, dieses exzellent aufbereitet und sich weltweit als Standard etabliert hat. Auch in \u00d6sterreich haben bereits viele Krankenh\u00e4user dieses System eingef\u00fchrt. Enthalten ist \u00fcbrigens auch ein ausgezeichnetes Arzneimittelwechselwirkungsprogramm. Die Anschaffungskosten sind hoch. Aber es ist dadurch ein unmittelbarer, sofort umsetzbarer Nutzen f\u00fcr die medizinische Qualit\u00e4t mit der Patienten versorgt werden, zu erreichen. Wenn dadurch die Diagnose stringenter und die Therapie effizienter gestaltet werden kann, so k\u00f6nnte es sein, dass auch die Kosten von Diagnose und Therapie sinken. Au\u00dferdem dient gerade diese Datenbank dazu, den obersten Wert unserer Medizinischen Universit\u00e4t m\u00f6glichst gut zu erreichen: dem kranken Menschen rasch und effektiv zu helfen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em><em>Beginnend mit Januar 2008 laden wir regelm\u00e4\u00dfig Kundinnen und Kunden ein, in unserem Weblog \u00fcber ihre Erfahrungen mit der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien in Form von Interviews Auskunft zu geben. Dabei sollen einerseits Angebote und Services angesprochen werden, die f\u00fcr die pers\u00f6nliche Arbeit besonders hilfreich sind, andererseits auch W\u00fcnsche und zuk\u00fcnftige Erwartungen f\u00fcr die weiter Entwicklung der gr\u00f6\u00dften medizinischen Fachbibliothek in \u00d6sterreich.<br \/>\nDie Fragen an Dr. Josef K\u00f6nig wurden von Mag. Bruno Bauer, Leiter der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien, gestellt. Dr. Josef K\u00f6nig ist auch regelm\u00e4\u00dfiger als <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=326\">Gastautor<\/a> auf dem Sektor medizinische Datenbanken f\u00fcr unser Weblog UbMUW-Info aktiv.<\/em><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/swieten1d.jpg' alt='swieten1d.jpg' \/><br \/>\nBitte zitieren als<br \/>\nVAN SWIETEN BLOG: Informationen der Universit\u00e4tsbibliothek der Med Uni Wien,<br \/>\nNr. 553 [28. Januar 2008].<br \/>\nOnline unter der URL: https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=553<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab sofort werden wir regelm\u00e4\u00dfig Kundinnen und Kunden \u00fcber ihre Erfahrungen mit der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien befragen. Dabei sollen einerseits Angebote und Services angesprochen werden, die f\u00fcr die pers\u00f6nliche Arbeit besonders hilfreich sind, andererseits auch W\u00fcnsche und zuk\u00fcnftige Erwartungen \u00fcber die weiter Entwicklung der gr\u00f6\u00dften medizinischen Fachbibliothek in \u00d6sterreich. VIER FRAGEN AN DR. &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=553\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Feedback \u00fcber die Ub Med Uni Wien &#8211; aus der Sicht des Mediziners und Datenbankexperten Dr. Josef K\u00f6nig<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,2,16,42],"tags":[],"class_list":["post-553","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-news","category-news1","category-ub-med-uni-wien-intern"],"views":41266,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=553"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/553\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}