{"id":477,"date":"2007-12-11T16:01:39","date_gmt":"2007-12-11T15:01:39","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=477"},"modified":"2008-02-04T15:55:09","modified_gmt":"2008-02-04T14:55:09","slug":"gastbeitrag-zum-hortus-eystettensis-artischocke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=477","title":{"rendered":"Artischocke &#8211; Verdauungsf\u00f6rderndes f\u00fcr das weihnachtliche Festmahl (Hortus Eystettensis 5)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Artischocke<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=322\">von Mag. Gilbert Zinsler<\/a><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/dsc_0051b.jpg' alt='cinera cum flore_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p><strong>Artischocke \u2013 Verdauungsf\u00f6rderndes f\u00fcr das weihnachtliche Festmahl<\/strong><\/p>\n<p>Die Artischocke wird bereits als Gem\u00fcse-Artischoke , Cynara Cardunculus (Cinera cum flore) unter den sommerlichen Pflanzen gereiht und findet sich dann erneut unter der Abteilung des Herbstes als Fructus Artis(ch)ochi , Cynara scolymmus. B. Belser stellt einem ganzseitigen \u201eitalienischen\u201c Artischockenkopf drei weitere auf der folgenden Seite gegen\u00fcber, wobei er zwischen einer Genuesischen und einer Bologneser Sorte unterscheidet. Im zugeh\u00f6rigen Text wird dann das italienische Bologna \u201eCinara maior Bolonienis\u201c offensichtlich mit Polen (Polonia) verwechselt und so die osteurop\u00e4ische Herkunft dieser speziellen Kultursorte abgeleitet. In Realit\u00e4t ist der Ursprung der  frostempfindlichen Artischocke aber jedenfalls im \u00f6stlichen Mittelmeerraum zu sehen, wo sie als gro\u00dfer Strauch vorkommt. Seit der Antike ist die Pflanze als Salat, oder Gem\u00fcsepflanze bekannt. Erw\u00e4hnt wurde sie bereits im sp\u00e4tzeitlichen \u00c4gypten, und auf r\u00f6mischen Marktpl\u00e4tzen wurde sie teuer gehandelt. Durch Z\u00fcchtung entstand die heute bekannte Artischocke, die ab 1400 ihren Siegeszug in Frankreich und Gro\u00dfbritannien antrat um im 15. und 16. Jahrhundert in europ\u00e4ischen K\u00fcchen zu gro\u00dfer Beliebtheit zu kommen. Bis zur franz\u00f6sischen Revolution war die Artischocke eine Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart in den G\u00e4rten des franz\u00f6sischen Landadels. Es l\u00e4sst sich also leicht nachvollziehen, dass diese Pflanze auch am f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Garten nicht fehlen durfte und so in diesem Buch mehrfach abgebildet wurde.<br \/>\nDie Pflanze ben\u00f6tigt bis zu einen Quadratmeter sonnigen, warmen Platz im Garten: Aus einem kr\u00e4ftigen Wurzelstock treibt ein bis zu 2 Meter hoher Stengel auf dem sich gro\u00dfe Blattrosetten bilden. Die bestachelten Bl\u00e4tter sind stiellos, mehrfach fiederschnittig, oben gr\u00fcn und von unten heller bis wei\u00dflich. Geerntet werden als Gem\u00fcse die faustgro\u00dfen Bl\u00fctenk\u00f6pfe, wenn sie noch geschlossen sind. Nach dem Aufbl\u00fchen zeigt sich eine gro\u00dfe, violette Bl\u00fcte.<br \/>\nArtischocken haben eine appetitanregende und verdauungsf\u00f6rderende Wirkung. Der enthaltene Bitterstoff Cynarin regt die Leber- und Gallent\u00e4tigkeit an und macht sie so noch heute zu einer wertvollen Heilpflanze. Im 17. Jahrhundert und auch noch sp\u00e4ter wurde jedoch insbesondere ihre aphrodisische Wirkung ger\u00fchmt.<br \/>\nEssbar sind als Gem\u00fcse der fleischige Teil der Schuppenbl\u00e4tter und der Bl\u00fctenboden, die Artischockenb\u00f6den, die als Delikatesse gelten. Die appetitanregenden Inhaltsstoffe der Artischocke pr\u00e4destinieren die Pflanze mit dem charakteristischen Geschmack f\u00fcr so manchen Aperitif. In Padua wird so aus ihr seit 1953 der bekannte \u201eCynar\u201c hergestellt.  <\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/unbenannt-1.jpg' alt='cinera cum flore_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/unbenannt-3.jpg' alt='cinera cum flore_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p><strong>Weitere Beitr\u00e4ge von Mag. Gilbert Zinsler:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=399\"><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis \u2013 botanische Sammelleidenschaft und barocke Pracht<\/strong> &#8211;>Link<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=412\"><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Tabak<\/strong> &#8211;>Link<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=427\"><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Botanik im Spiegel der Jahreszeiten <\/strong>&#8211;>Link<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Artischocke von Mag. Gilbert Zinsler Artischocke \u2013 Verdauungsf\u00f6rderndes f\u00fcr das weihnachtliche Festmahl Die Artischocke wird bereits als Gem\u00fcse-Artischoke , Cynara Cardunculus (Cinera cum flore) unter den sommerlichen Pflanzen gereiht und findet sich dann erneut unter der Abteilung des Herbstes als Fructus Artis(ch)ochi , Cynara scolymmus. B. 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