{"id":47038,"date":"2025-05-12T11:57:14","date_gmt":"2025-05-12T10:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=47038"},"modified":"2025-11-20T20:10:21","modified_gmt":"2025-11-20T19:10:21","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-250-hermann-friedrich-gruenwald-internist-ns-verfolgter-4-4-2-69","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=47038","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [326]: Roth, Georgine \u2013 \u00c4rztin am Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut in Wien Hernals"},"content":{"rendered":"<p><strong>Roth, Georgine \u2013 \u00c4rztin am Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut in Wien Hernals<\/strong><\/p>\n<p><strong>Autor:<\/strong> <a href=\"https:\/\/waltermentzel.wordpress.com\/\">Dr. Walter Mentzel<\/a><\/p>\n<p><strong>Published online: <\/strong>12.05.2025<\/p>\n<p><strong>Keywords:<\/strong> Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut, Medizingeschichte, Wien<\/p>\n<p>Georgine Maria Appolonia Sephalia Fidelia Roth wurde am 24. Oktober 1861 als Tochter des Generalmajors Carl Joseph Valentin von Roth (1818-1879) und der Gr\u00e4fin Georgine (1827-1910), geborene P\u00e1lfy ab Erd\u00f6d, auf Schloss Bibersburg in Ungarn (heute: \u010cerven\u00fd Kame\u0148), geboren. Sie wuchs bei ihren Eltern in Pressburg auf, erhielt hier privaten Gymnasialunterricht und legte die Matura an einem Gymnasium in Wien ab.<\/p>\n<p>Nach erfolgreichem Abschluss der Aufnahmepr\u00fcfung studierte sie von 1885 bis 1889 in Z\u00fcrich Medizin und absolvierte im Anschluss von 1890 bis 1892 die klinischen Studien an der Universit\u00e4t Genf. Im Fr\u00fchjahr 1892 legte sie das Schlussexamen ab und erhielt am 23. Februar 1892 ihr eidgen\u00f6ssisches Diplom und erwarb den Doktortitel.<\/p>\n<p>Nach ihrer R\u00fcckkehr nach Wien im Fr\u00fchjahr 1892 hospitierte sie an verschiedenen Krankenanstalten, darunter das Maria-Theresien-Hospital und das Rudolfiner-Haus, sowie an der II. Medizinischen Klinik unter Professor Edmund von Neusser (1852-1912). Hier publizierte sie 1894 die Arbeit \u201e<a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2159278490003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,roth%20georgine&amp;offset=0\">Ueber die Wirksamkeit des Lactophenins<\/a>\u201c und wurde im Sommersemester 1893 f\u00fcr die klinischen Vorlesungen bei Neusser an der Universit\u00e4t Wien zugelassen.<\/p>\n<p><strong>Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut in Wien<\/strong><\/p>\n<p>Am 30. September 1895 erhielt sie die kaiserliche Genehmigung und mit Erlass des Reichskriegsministeriums vom 1.10.1895 die Berufung zur Untervorsteherin \u201ezur Versehung des laufenden \u00e4rztlichen Dienstes\u201c an die Krankenabteilung des Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstituts in Wien Hernals. Am 20. Oktober fand am Institut ihre Beeidigung statt, wodurch sie formal als \u00c4rztin zugelassen wurde.<\/p>\n<p>In ihrem Bet\u00e4tigungsfeld war sie zun\u00e4chst eingeschr\u00e4nkt, da sie bei den Behandlungen das Einvernehmen mit einem leitenden Stabsarzt herstellen musste, da ihr Doktorat in \u00d6sterreich nicht nostrifiziert wurde und sie daher die \u00e4rztliche Praxis nicht selbstst\u00e4ndig aus\u00fcben durfte.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Die Wiener medizinische Wochenpresse umschrieb ihr Arbeitsfeld mit den Worten: \u201estilles Walten im h\u00e4uslichen Kreise\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Neben der \u00dcberpr\u00fcfung der Einhaltung der hygienischen Bedingungen an der Krankenabteilung war sie mit der Behandlung der Patienten unter der Aufsicht des Stabsarzt betraut. Erst im Jahr 1900 erhielt sie, nach Gabriele von Possanner von Ehrenthal (1860-1940), als zweite \u00c4rztin durch einen Statthaltereierlass mit kaiserlicher Zustimmung die Bewilligung zur Aus\u00fcbung hilfs\u00e4rztlicher Verrichtungen erteilt,<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> womit ihr die vollst\u00e4ndige Aus\u00fcbung ihres \u00e4rztlichen Berufes und das F\u00fchren einer Arztpraxis gestattet worden war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-47788 aligncenter\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/326_roth-georgine-254x300.jpg\" alt=\"\" width=\"254\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/326_roth-georgine-254x300.jpg 254w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/326_roth-georgine.jpg 551w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Georgine Roth: Illustrierte Welt. Nr. 19, 1896, S. 451.<\/p>\n<p>Seit 1893 geh\u00f6rte sie als Mitglied dem Verein f\u00fcr erweiterte Frauenbildung in Wien an, seit sp\u00e4testens 1901 war sie Mitarbeiterin des Frauen-Wohlt\u00e4tigkeits-Verein f\u00fcr Wien und Umgebung, Bezirksorganisation Hernals, sowie in der der \u00d6sterreichischen Liga zur Bek\u00e4mpfung des M\u00e4dchenhandels t\u00e4tig.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Weiters engagierte sie sich in dem 1912 sich konstituierenden Komitee zur Errichtung von Arbeitsstuben f\u00fcr Kinder.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>In der um die Jahrhundertwende gef\u00fchrten und von <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=35867\">Hugo Klein<\/a> (1863-1937) und seinem \u201e<a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=35867\">Verein zur Verbesserung der Frauenkleidung<\/a>\u201c angesto\u00dfenen Debatte \u00fcber die k\u00f6rperlichen Sch\u00e4digungen, die durch traditionelle Frauenbekleidung wie dem Mieder verursacht wurden, stellte sie neben <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=40029\">Hermann Teleky<\/a> (1837-1921), <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=43821\">Max Kassowitz<\/a> (1842-1913) und <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=31775\">Friedrich Schauta<\/a> (1849-1919) ein medizinisches Gutachten aus. Darin best\u00e4tigte sie die hervorgerufenen Missbildungen und Deformationen und sprach sich f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Reform der Frauenbekleidung aus.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>1908 trat sie krankheitsbedingt als k.u.k. Untervorsteherin in den Ruhestand, f\u00fchrte aber weiterhin ihre Arztpraxis in Wien 13, Bernbrunngasse 5 weiter. Georgine Roth verstarb am 15. Mai 1940 in Wien.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>Friedhofsdatenbank Wien: Roth Georgine.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2159278490003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,roth%20georgine&amp;offset=0\">Roth, Georgine: Ueber die Wirksamkeit des &#8222;Lactophenins&#8220;. Aus der II. medicinischen Klinik des Herrn Professor Neusser des k.k. Wiener Allgemeinen Krankenhauses. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Friedrich Jasper 1894.<\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Separata Bibliothek]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Jahresbericht des Vereines f\u00fcr erweiterte Frauenbildung in Wien, 1909, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 44, 1895, Sp. 1877-1878.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 19.1.1900, S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Bericht der Oesterreichischen Liga zur Bek\u00e4mpfung des M\u00e4dchenhandels, 1911, S. 62.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Neue Freie Presse, 9.3.1912, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Dokumente der Frauen, Bd. 6, Nr. 22, 1902, 678-679.<\/p>\n<p><strong>Normdaten<\/strong> (Person)<strong>:\u00a0 Roth, Georgine<\/strong>: <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=47038&amp;preview=true\">BBL<\/a>: ; <a href=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/1365063666\">GND<\/a>:<\/p>\n<p>VAN SWIETEN BLOG der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien<br \/>\nBBL:\u00a0 (.2025)<br \/>\nURL: https:\/\/https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=47038<\/p>\n<p>Letzte Aktualisierung: 2025 05 12<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VanSwietenBlog_M.Hartl_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-27008\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/VanSwietenBlog_M.Hartl_.jpg\" alt=\"Logo Margrit Hartl\" width=\"160\" height=\"54\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roth, Georgine \u2013 \u00c4rztin am Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut in Wien Hernals Autor: Dr. Walter Mentzel Published online: 12.05.2025 Keywords: Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut, Medizingeschichte, Wien Georgine Maria Appolonia Sephalia Fidelia Roth wurde am 24. Oktober 1861 als Tochter des Generalmajors Carl Joseph Valentin von Roth (1818-1879) und der Gr\u00e4fin Georgine (1827-1910), geborene P\u00e1lfy ab Erd\u00f6d, auf Schloss Bibersburg in Ungarn &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=47038\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [326]: Roth, Georgine \u2013 \u00c4rztin am Offiziers-T\u00f6chter-Erziehungsinstitut in Wien Hernals<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,2911,5,1347,2,16,17,1391,2808],"tags":[154,2915,2930,1614,3472,1576],"class_list":["post-47038","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-bio-bibliografisches-lexikon","category-medizingeschichte","category-medizinhistorische-bestaende-der-ub-meduni-wien","category-news","category-news1","category-news2","category-separata-bibliothek","category-wien","tag-arztin","tag-bbl","tag-biobibiographisches-lexikon","tag-medizingeschichte","tag-roth-georgine","tag-wien"],"views":1536,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47038"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48511,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47038\/revisions\/48511"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}