{"id":427,"date":"2007-11-12T10:32:34","date_gmt":"2007-11-12T09:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=427"},"modified":"2008-02-05T14:33:32","modified_gmt":"2008-02-05T13:33:32","slug":"hortus-eystettensis-%e2%80%93-botanik-im-spiegel-der-jahreszeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=427","title":{"rendered":"Hortus Eystettensis &#8211; Botanik im Spiegel der Jahreszeiten (Hortus Eystettensis 3)"},"content":{"rendered":"<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/herbst3.jpg' alt='Herbst_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Botanik im Spiegel der Jahreszeiten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=322\">von Mag. Gilbert Zinsler<\/a><\/p>\n<p>Das Werk ist entsprechend der ungef\u00e4hren Bl\u00fctezeit der abgebildeten Pflanzen in <strong>vier Jahreszeiten <\/strong>eingeteilt. Die Reihenfolge der Tafeln richtet sich daher nicht vorrangig nach botanischen Ordnungsprinzipien, sondern nach der Gartenpraxis im Jahreslauf. <strong>Basilius Besler <\/strong>orientierte sich hierbei an Vorbildern von Joachim Camerarius und seinem <strong>\u201eHortus medicus et philosophicus\u201c<\/strong> . Besler ging es prim\u00e4r nicht um eine botanisch vollkommen korrekte Wiedergabe der im Garten wachsenden Pflanzen, sondern um eine eindrucksvolle Abbildung. Er war bestrebt, die Pflanzen in ihrer wirklichen, bl\u00fchenden Gr\u00f6\u00dfe abzubilden. Wichtig f\u00fcr die Abbildungen ist der k\u00fcnstlerische Ansatz  und nicht die botanisch-wissenschaftliche Genauigkeit. Die Tafeln sind als Kunstwerke komponiert. Um die vornehmen, gro\u00dfen Pflanzen <strong>\u201eflores et plantae istae principes\u201c<\/strong> w\u00fcrdig pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen, werden wildwachsende kleinere gleichsam zu \u201eDiener und Lakaien\u201c, wie Besler im Vorwort betont. Hierbei orientiert sich die Auswahl der kleineren Pflanzen in erster Linie nach der Farbgebung der gro\u00dfen, das Blatt dominierenden Pflanze. Oft fehlt ein wichtiger Teil des Gew\u00e4chses, oder der Pflanzenstengel ist abgeschnitten, und Knolle, Zwiebel oder Wurzel werden gesondert daneben abgebildet. Viele B\u00e4ume oder Str\u00e4ucher werden nur durch einzelne Zweige abgebildet. Auch wenn die Abbildungen genau sind, ist sich die Forschung seit langem dar\u00fcber einig, dass der wissenschaftliche Wert begrenzt ist, denn die Abbildungen unterscheiden nicht zwischen botanisch Wesentlichen und Unwesentlichen. Kritisiert wurden auch bereits fr\u00fch die erkl\u00e4renden Beschreibungen der Pflanzen. Oftmals sind die Pflanzen aufgrund der angegebenen Namen und, da es zur Entstehungszeit noch keine einheitliche botanische Nomenklatur gab, schwierig nach heutigen systematischen Standpunkten zu klassifizieren. Die Ordnung des Hortus Eystettensis war wohl bereits vor <strong>Carl von Linn\u00e9<\/strong>, aber sp\u00e4testens seit er seine bahnbrechende Pflanzensystematik 1753 ver\u00f6ffentlicht hatte, veraltet.  Basilius Beslers Auftrag und auch sein Wille waren es aber jedenfalls, nicht in erster Linie ein botanisches Nachschlagebuch zu kreieren, sondern vielmehr ein barockes Prachtbuch, das den Garten in seiner Sch\u00f6nheit wiedergeben sollte.  Das gedruckte Abbild des Eichst\u00e4tter Gartens, wurde so zum Spiegel des schon von seinen Zeitgenossen bewunderten, real existierenden Eichst\u00e4tter Bischofsgartens. Schon Carl von Linn\u00e9 pries in ihn als <strong>\u201e incomparabile opus\u201c<\/strong>. <\/p>\n<p><strong>Weitere Beitr\u00e4ge von Mag. Gilbert Zinsler:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=399\"><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis \u2013 botanische Sammelleidenschaft und barocke Pracht<\/strong> &#8211;>Link<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=412\"><strong>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Tabak<\/strong> &#8211;>Link<\/a><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/herbst.jpg' alt='Herbst_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/herbst2.jpg' alt='Herbst_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p><img src='https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/herbst_gr.jpg' alt='Herbst_Foto_by_Margrit Hartl' \/><\/p>\n<p>Literatur:<br \/>\nJoachim Camerarius d.J., Hortus medicus et philosophicus. Item Sylva Hercynia a Joanne Thalio (Frankfurt a. M., 1588)<br \/>\nKlaus Walter Littger, Der Garten von Eichst\u00e4tt \u2013 zur Geschichte des Gartens und des Buches, In: Basilius Besler, Der Garten von Eichst\u00e4tt \u2013 Die vollst\u00e4ndigen Tafeln (K\u00f6ln, 1999) S.7-15<br \/>\nWerner Dresend\u00f6rfer, Die Pflanzen des Hortus Eystettensis, In:  Basilius Besler, Der Garten von Eichst\u00e4tt \u2013 Die vollst\u00e4ndigen Tafeln (K\u00f6ln, 1999) S. 429<\/p>\n<p>Universit\u00e4tsbibliothek<br \/>\nMedizinische Universit\u00e4t Wien<br \/>\n<a href=\"http:\/\/ub.meduniwien.ac.at \">http:\/\/ub.meduniwien.ac.at <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis: Botanik im Spiegel der Jahreszeiten von Mag. Gilbert Zinsler Das Werk ist entsprechend der ungef\u00e4hren Bl\u00fctezeit der abgebildeten Pflanzen in vier Jahreszeiten eingeteilt. Die Reihenfolge der Tafeln richtet sich daher nicht vorrangig nach botanischen Ordnungsprinzipien, sondern nach der Gartenpraxis im Jahreslauf. 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