{"id":40054,"date":"2022-11-21T08:32:00","date_gmt":"2022-11-21T07:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=40054"},"modified":"2024-09-06T15:24:39","modified_gmt":"2024-09-06T14:24:39","slug":"34761-2-2-2-2-2-2-3-2-2-2-3-2-2-2-3-2-2-2-3-2-3-5-2-2-2-3-2-2-3-2-2-2-2-2-2-2-2-5-3-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=40054","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [195]: Kautsky, Karl &#8211; Frauenarzt, Sexualmediziner, Gesundheitspolitiker, Facharzt im Berufsberatungsamt und Leiter der Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien, NS-Verfolgter"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kautsky, Karl \u2013 Frauenarzt, Sexualmediziner, Gesundheitspolitiker, Facharzt im Berufsberatungsamt und Leiter der Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien, NS-Verfolgter<\/strong><\/p>\n<p>Text: Walter Mentzel<\/p>\n<p>Karl Kautsky wurde am 13. J\u00e4nner 1892 in Stuttgart als Sohn des in Prag geborenen marxistischen Theoretikers und sozialdemokratischen Politikers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Kautsky\">Karl Johann Kautsky (1854-1938)<\/a> und dessen Frau Louise Ronsperger geboren. Seit 1918 war er mit Charlotte Kobelt (1892-1994) verehelicht, mit der er gemeinsam die beiden in Wien geborenen Kinder Hilde (*1920) und Ilse (*1922) hatte.<\/p>\n<p>Kautsky besuchte das Gymnasium in Berlin und begann danach an der Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t zu Berlin mit dem Studium der Medizin. Nachdem er 1914 die Berechtigung zur F\u00fchrung einer Arztpraxis in Deutschland erwarb, nahm er im selben Jahr an der Frauenklinik in Frankfurt am Main seine Arbeit als Sekundararzt auf, die er nach der Erlangung seines Doktorats im Jahr 1916 bis 1917 als Assistent an der Frauenklinik fortsetzte. Von November 1917 bis November 1918 nahm er als Assistenzarzt in der k.u.k. Armee am Ersten Weltkrieg teil. Am 30. Juli 1918 promovierte er an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien zum Doktor der Medizin und verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach Wien.<\/p>\n<p><strong>Beruflicher Werdegang<\/strong><\/p>\n<p>In Wien trat er der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei \u00d6sterreichs (SdAP\u00d6) bei und begann \u2013 wie schon zuvor sein Bruder, der \u00d6konom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Benedikt_Kautsky\">Benedikt Kautzky<\/a> \u2013 seine politische Laufbahn in den Strukturen der SdAP\u00d6. Er geh\u00f6rte rasch zum engen Mitarbeiterkreis um <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=32358\">Julius Tandler<\/a>, war Mitglied des Klubs der sozialdemokratischen F\u00fcrsorger\u00e4te in Wien, unterrichtete als Teil des Lehrerteams an der Abendschule der Schul- und Kinderfreunde im Schloss Sch\u00f6nbrunn Gesundheitslehre,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> und kandidierte 1928 bei der Wiener \u00c4rztekammerwahl.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Seine berufliche T\u00e4tigkeit als Arzt begann er zwischen 1919 und 1921 als Assistent in dem seit 1909 existierenden \u201eFrauenhospiz des Verbandes der Genossenschaftskrankenkassen\u201c (Wiener Frauenhospiz) und daneben als Facharzt f\u00fcr Frauenheilkunde und Geburtshilfe bei der Krankenkasse der Handelsangestellten.<\/p>\n<p><strong>Berufsberatungsstelle der Gemeinde Wien<\/strong><\/p>\n<p>1921 wechselte Kautsky in das von der Gemeinde Wien gemeinsam mit der Arbeiterkammer Wien im selben Jahr geschaffene und gemeinsam verwaltete Berufsberatungsamt der Stadt Wien, wo er bis 1929 die Funktion eines Facharztes einnahm.<\/p>\n<p><strong>Leiter der Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien<\/strong><\/p>\n<p>Im Juni 1922 wurde er auch noch zum Leiter der von Gesundheitsstadtrat Julius Tandler initiierten Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien bestellt, diese Funktion \u00fcbte er bis 1934 aus.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Nach seiner aus politischen Gr\u00fcnden erfolgten Entlassung im Februar 1934 wurde diese Stelle vor\u00fcbergehend geschlossen und erst im Juni 1935 unter der Leitung des entschiedenen Abtreibungsgegners und sp\u00e4teren Pastoralmediziners Albert Niedermeyer (1888-1957) neu er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Als Vertreter der Vereinigung sozialdemokratischer \u00c4rzte nahm er im Mai 1924 an der Konferenz zur \u201eSchwangerschaftsunterbrechung und Bev\u00f6lkerungspolitik\u201c in der Gesellschaft der \u00c4rzte in Wien teil,<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> dazu erschien von ihm im selben Jahr die Brosch\u00fcre \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=wsp&amp;datum=1924&amp;page=73&amp;qid=GBHRX85C3SI9MYRXDEW2R13XL72PVP&amp;size=45\">Der Kampf gegen den Geburtenr\u00fcckgang<\/a>\u201c.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> 1927 geh\u00f6rte er der von der \u00d6sterreichischen Liga f\u00fcr Menschenrechte organisierten Enquete \u00fcber Eherechtsreform,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> und seit 1928 der neugegr\u00fcndeten und unter dem Vorsitz von Julius Wagner-Jauregg stehenden \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Volksaufartung und Erdkunde als Vertreter der Eheberatungstelle der Stadt Wien an.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p><strong>Kautzkys Wirken in der Volksbildung und seine publizistische T\u00e4tigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten enthielten theoretisch fundierte \u00dcberlegungen zum Arztberuf. Dazu z\u00e4hlen die 1919 in der von der SdAP\u00d6 herausgegebenen Zeitschrift Der Kampf publizierten Aufs\u00e4tze \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=dks&amp;datum=19191215&amp;query=text:%22karl+kautsky%22&amp;ref=anno-search&amp;seite=7\">Die \u00dcbernahme der \u00c4rzte durch die Gesellschaft<\/a>\u201c,<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=dks&amp;datum=19191213&amp;query=text:%22karl+kautsky%22&amp;ref=anno-search&amp;seite=12\">\u00c4rztliche Erziehungsfragen<\/a>\u201c,<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=dks&amp;datum=1919&amp;page=468&amp;size=45&amp;qid=A457234QQ4A5HX2CYDRY4JBGG9C2C1\">Die politische und soziale Ideologie des \u00c4rztestandes<\/a>\u201c,<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> der 1921 ver\u00f6ffentlichte Artikel \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=bar&amp;datum=19210004&amp;query=text:%22karl+kautsky%22&amp;ref=anno-search&amp;seite=28\">Kapitalismus und Volksgesundheit<\/a>\u201c,<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> und der 1933 erschienene Artikel \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno?aid=aze&amp;datum=19330703&amp;query=%22dr.+karl+kautsky%22&amp;ref=anno-search&amp;seite=5\">Demokratische Medizin<\/a>\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>An der von <a href=\"https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Gina_Kaus\">Gina Kaus<\/a> seit 1924 herausgegebenen und Fragen der Schwangerschaft, S\u00e4uglingshygiene und Kindererziehung thematisierenden Zeitschrift <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gina_Kaus\">Die Mutter<\/a> wirkte er neben Julius Tandler, Viktor Hammerschlag (1870-1943), Josef Karl Friedjung (1871-1946), Albert Moll (1862-1939), Wilhelm Kn\u00f6pfelmacher (1866-1938) und Carl Hochsinger (1860-1942) als Mitarbeiter seit Beginn an mit.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Weiters publizierte er in Zeitungen wie der Arbeiterinnen-Zeitung und deren Beilage Die Frau. Daneben schrieb Kautzky seit den fr\u00fchen 1920er Jahren bis 1938 regelm\u00e4\u00dfig in der Wiener medizinischen Wochenschrift Rezensionen zur internationalen medizinischen Literatur.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit im Wiener Frauenhospiz erschien von ihm 1921 der Aufsatz \u201e<a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2143887750003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,kautsky&amp;mode=Basic\">Die Benennung der Nierenerkrankungen in der Schwangerschaft<\/a>\u201c, die sich heute in der Separata-Bibliothek der Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin befindet. Seine weiteren Arbeiten standen im Kontext zu seiner Besch\u00e4ftigung im Berufsberatungs- und Eheberatungsamt der Gemeinde Wien. Dazu z\u00e4hlt der 1927 publizierte Artikel \u201e<a href=\"https:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/card.jsp?id=8594847\">The matrimonial Health Consultation Office<\/a>\u201c, die 1929 in den Bl\u00e4ttern f\u00fcr Wohlfahrtswesen erschienene Arbeit \u201e<a href=\"https:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/card.jsp?id=8594845\">\u00d6ffentliche oder private Eheberatung<\/a>\u201c und ein Jahr darauf in derselben Zeitschrift der Aufsatz \u201e<a href=\"https:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/card.jsp?id=8594846\">Die Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien<\/a>\u201c. 1930 ver\u00f6ffentlichte er gemeinsam mit seiner Kollegin am Berufsberatungsamt der Gemeinde Wien, Ilse Zimmermann (1892-1935), in der <a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=wmw&amp;datum=1930&amp;page=1332&amp;size=45&amp;qid=GHMV1B9AN3411VWTU4QS5XJTA2YT84\">Jubil\u00e4ums-Festschrift der Wiener medizinischen Wochenschrift<\/a> anl\u00e4sslich des 70. Geburtstages des Direktors des <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=35134\">Ersten \u00f6ffentlichen Kinder-Krankeninstituts<\/a>, Karl Hochsinger (1860-1942), den Aufsatz \u201e<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=wmw&amp;qid=GHMV1B9AN3411VWTU4QS5XJTA2YT84&amp;datum=1930&amp;page=1356&amp;size=45\">Zur sozialhygienischen Bedeutung der Lues congenita<\/a>\u201c.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> 1931 publizierte er die 79 Seiten umfassende Schrift \u201eSoziale Hygiene der Frau. Eine sozialmedizinische Darstellung des weiblichen Geschlechtslebens\u201c.<\/p>\n<p>Sein Wirken in der \u00e4rztlichen Eheberatung spiegelt sich auch in seinen zahlreichen Vortr\u00e4gen in den Wiener Volksbildungseinrichtungen wider, darunter 1925 als Referent am Lichtbildervortragszyklus in der Urania zu \u201eProbleme der Ehe\u201c,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> oder seine Vortr\u00e4ge im Radio Wien zur \u00e4rztlichen Berufsberatung<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> und hier besonders im Rahmen der \u201eStunde der Volksgesundheit\u201c.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Kautzkys Schwerpunkte seiner Vortragst\u00e4tigkeit lag im Organisationsbereich der SdAP\u00d6, wo er zur Sexualmedizin, Hygiene der Frau, der sexuellen Aufkl\u00e4rung, Schwangerschaften und zur Gesundheitspolitik insgesamt referierte. Seine Vortr\u00e4gen reichten thematisch vom \u201eRecht der Frauen auf Lebensfreude\u201c,<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> bis zu der gemeinsam mit der Individualpsychologin <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37159\">Margrethe Hilferding-H\u00f6nigsberg<\/a> (1871-1942) gestalteten Vortragsreihe zu Schwangerschaftsunterbrechungen vom frauen\u00e4rztlichen Standpunkt,<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> in der er sich f\u00fcr eine Liberalisierung des \u00a7 144 (Schwangerschaftsabbruch) einsetzte. Mit dem Wiedereinsetzen der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre und der beginnenden Phase der Zerst\u00f6rung der Demokratie widmete er seine Vortr\u00e4ge inhaltlich zunehmend dem Kampf gegen die sozialen Folgen der Krisen und gegen den aufkommenden Faschismus.<\/p>\n<p>Nach der Niederschlagung der Demonstrationen im Zuge des Brandes des Wiener Justizpalastes am 15. Juli 1927 kam es zur Sammlung von Belegen, die die \u00dcbergriffen der Polizeiorgane dokumentieren und Erhebungen der Staatsanwaltschaft einleiten werden sollten. Dazu trug Kautsky durch seine Zeugenaussage bei.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p><strong>Gemeinderat der Stadt Wien<\/strong><\/p>\n<p>Im April 1932 kandidierte er bei den Wiener Gemeinderatswahlen f\u00fcr die SdAP\u00d6 und erreichte im Bezirk Wien W\u00e4hrung sein Mandat zum Gemeinderat, dem er bis zum Februar 1934 angeh\u00f6rte.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Wegen seiner exponierten Stellung als Gesundheitspolitiker in Wien und als Funktion\u00e4r der SdAP\u00d6 wurde er nach dem Februar 1934 vom austrofaschistischen Regime f\u00fcr sechs Wochen in der Polizeigefangenenanstalt Rossauer L\u00e4nde inhaftiert. Nach seiner Freilassung arbeitete er als praktischer Arzt in seiner privaten Praxis. Nach dem \u201eAnschluss\u201c im M\u00e4rz 1938 wurden seine Familie und er wegen ihrer j\u00fcdischen Herkunft verfolgt. Zwischen August 1938 und Februar 1939 wurde er ein weiteres Mal im Polizeigefangenenhaus Rossauer L\u00e4nde \u2013 diesmal von den Nationalsozialisten \u2013 in \u201eSchutzhaft\u201c genommen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Kautsky_Karl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-40059\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Kautsky_Karl.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"544\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Kautsky_Karl.jpg 525w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Kautsky_Karl-290x300.jpg 290w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><\/p>\n<p>New York, Southern District, U.S District Court Naturalization Records, 1824-1946, Karl Kautsky, 1940.<\/p>\n<p>Nach seiner Enthaftung fl\u00fcchtete Kautzky mit seiner Familie nach Viggbyholm bei Stockholm in Schweden. Im Oktober 1939 emigrierten sie mit der SS Oslofjord in die USA und lie\u00dfen sich in New York nieder. Hier baute Kautzky eine private Arztpraxis auf, die er bis zum Ende seiner beruflichen T\u00e4tigkeit im Mai 1964 f\u00fchrte. Da er in der USA wegen eines fehlenden Angestelltenverh\u00e4ltnisses kaum Pensionsanspr\u00fcche erworben hatte und die von der Pensionsversicherung in \u00d6sterreich zur Auszahlung gekommenen Pensionsanspr\u00fcche wegen seiner zweimaligen Verfolgungsgeschichte nur geringf\u00fcgig ausfiel, setzte sich 1964 der Generaldirektors der Wiener Gebietskrankenkasse, der ehemalige NS-Verfolgte und nach 1938 Leiter des Gesundheitswesens im J\u00fcdischen Spital in der Malzgasse in Wien 2, Professor Emil Tuchmann (1899-1976), f\u00fcr ihn bei der Gemeinde Wien ein. Mit Beschluss des Gemeinderatsausschusses im Dezember 1964 erhielt er eine au\u00dferordentliche Zuwendung zu seiner Pension zugesprochen.<\/p>\n<p>Kautzky verstarb am 15. Juni 1978 in Napa in Kalifornien.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>UAW, Rektorat, Med. Fakult\u00e4t, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, 191-1377, Kautsky Karl (Promotion Datum: 30.7.1918).<\/p>\n<p>WStLA, M.Abt. 202, Personal- und Pensionsakten: politische Funktion\u00e4re, 1.2.3.202.A52, Kautsky Karl.<\/p>\n<p>New York, New York Passenger and Crew Lists, 1925-1957, Karl Johann Kautsky, 1939. (Immigration, New York, United States, NARA microfilm publication T715; Washington, D.C.: National Archives and Records Administration, n.d.).<\/p>\n<p>United States Census, 1940, Karl Kautsky, Assembly District 7, Manhattan, New York City, United States; (NARA digital publication T627. Records of the Bureau of the Census, 1790 &#8211; 2007, RG 29. Washington, D.C.: National Archives and Records Administration, 2012, roll 2636).<\/p>\n<p>New York, Southern District, U.S District Court Naturalization Records, 1824-1946, Karl Kautsky, 1940.<\/p>\n<p>United States Social Security Death Index, Karl Kautsky, Jun 1978.<\/p>\n<p>California Death Index, 1940-1997, Karl Kautsky, 15.6.1978; Department of Public Health Services, Sacramento.<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2143887750003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,kautsky&amp;mode=Basic\">Kautsky, Karl: Die Benennung der Nierenerkrankungen in der Schwangerschaft. Sonderdruck aus: Zentralblatt f\u00fcr Gyn\u00e4kologie. Leipzig: Johann Ambrosius Barth 1921.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Separata_M.Hartl_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-26881\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Separata_M.Hartl_.jpg\" alt=\"\" width=\"176\" height=\"59\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Separata_M.Hartl_.jpg 520w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Separata_M.Hartl_-300x100.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Separata Bibliothek]<\/p>\n<p>Keywords:<\/p>\n<p>Kautsky Karl jun., Frauenarzt, Sexualmedizin, Eheberatung, Berufsberatung, Gemeinde Wien, Julius Tandler, politisch Verfolgter, NS-Verfolgung, Medizingeschichte, Arzt, Medizin<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Arbeiter Zeitung, 26.10.1923, S. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 1, 1928, S. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Neue Freie Presse, 2.6.1922, S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Arbeiter Zeitung, 25.5.1924, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Arbeiterinnen Zeitung, H. 6, Beilage: Die Frau, Nr. 4, 1.6.1924, S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Neues Wiener Journal, 27.4.1927, S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 26, 1928, S. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Der Kampf, Nr. 12, 1919, S. 459-464.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Der Kampf, Nr. 13, 1919, S. 420-424.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Der Kampf, Nr. 14, 1919, S. 438-442.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Bildungsarbeit. Bl\u00e4tter f\u00fcr sozialistisches Bildungswesen, Nr. 4\/5, 1921, S. 28-29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Arbeiter Zeitung, 3.7.1933, S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Die Stunde, 3.12.1924, S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 45, 1930, S. 1467-1469.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Arbeiter Zeitung, 28.11.1925, S. 11.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Radio Wien 17.9.1928, S. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Arbeiter Zeitung, 28.12.1932, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Arbeiter Zeitung, 3.6.1923, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Neue Freie Presse, 24.5.1924, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Das Kleine Blatt, 6.10.1927, S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 25.4.1832, S. 2.<\/p>\n<p>Normdaten&nbsp;(Person)&nbsp;<strong><span class=\"rpHighlightAllClass rpHighlightSubjectClass\" title=\"\" role=\"heading\" aria-level=\"2\"> Kautsky jun., Karl :<\/span><\/strong> <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=40054\">BBL: 40054; <\/a>GND: <a title=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/1033584770\" href=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/1033584770\">1033584770<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/ueber-uns\/medizinhistorische-bibliotheken-der-ub-meduni\/highlights-medizinhistorischer-buecher-u-zeitschriften\/bio-bibliografisches-lexikon\/\">Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)\/Liste aller Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien<\/a><\/p>\n<p>Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien, BBL: 40054 (21.11.2022); Letzte Aktualisierung: 2022 11 21<br \/>\nOnline unter der URL: https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=40054<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-28234\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/VanSwietenBlog_MHartl.gif\" alt=\"Van Swieten Blog Logo Margrit Hartl\" width=\"188\" height=\"64\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kautsky, Karl \u2013 Frauenarzt, Sexualmediziner, Gesundheitspolitiker, Facharzt im Berufsberatungsamt und Leiter der Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien, NS-Verfolgter Text: Walter Mentzel Karl Kautsky wurde am 13. J\u00e4nner 1892 in Stuttgart als Sohn des in Prag geborenen marxistischen Theoretikers und sozialdemokratischen Politikers Karl Johann Kautsky (1854-1938) und dessen Frau Louise Ronsperger geboren. Seit 1918 war er mit &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=40054\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [195]: Kautsky, Karl &#8211; Frauenarzt, Sexualmediziner, Gesundheitspolitiker, Facharzt im Berufsberatungsamt und Leiter der Eheberatungsstelle der Gemeinde Wien, NS-Verfolgter<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[2911,11,5,1347,2,16,2816,1391,2808],"tags":[202,2915,3064,2913,2914,2931,3063,2727,2888,1652,3061,62,1614,1942,3065,3062,1576],"class_list":["post-40054","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-bibliografisches-lexikon","category-literaturhinweis","category-medizingeschichte","category-medizinhistorische-bestaende-der-ub-meduni-wien","category-news","category-news1","category-ns-verfolgung","category-separata-bibliothek","category-wien","tag-arzt","tag-bbl","tag-berufsberatung","tag-bio-bibliografisches-lexikon","tag-bio-bibliographisches-lexikon","tag-biobibiografisches-lexikon","tag-eheberatung","tag-frauenarzt","tag-gemeinde-wien","tag-julius-tandler","tag-kautsky-karl-jun","tag-medizin","tag-medizingeschichte","tag-ns-verfolgung","tag-politisch-verfolgter","tag-sexualmedizin","tag-wien"],"views":3016,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40054"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40054\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45332,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40054\/revisions\/45332"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}